JD Vance / dpa

Krise der transatlantischen Beziehungen - „Die liberale Weltordnung war eine historische Ausnahme“

Die Rede von JD Vance auf der Münchner Sicherheitskonferenz und die jüngsten Ukraine-Verhandlungen sorgen in Europa für Empörung – und die Deutschen fühlen sich von ihren einstigen Partnern im Stich gelassen. Im Interview spricht der amerikanische Politikwissenschaftler Gladden J. Pappin über den Epochenwandel.

Autoreninfo

Clemens Traub ist Buchautor und Cicero-Volontär. Zuletzt erschien sein Buch „Future for Fridays?“ im Quadriga-Verlag.

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Gladden J. Pappin ist Präsident des Ungarischen Instituts für Internationale Angelegenheiten, Ungarns staatlichem Forschungsinstitut für Außenpolitik. Der Politikwissenschaftler war zuvor Assistant Professor für Politik an der University of Dallas. Von 2021 bis 2023 war er Visiting Senior Fellow am Mathias-Corvinus-Kolleg in Budapest. Er ist Mitbegründer und stellvertretender Herausgeber von American Affairs sowie Mitbegründer von Postliberal Order.

Herr Pappin, Donald Trump möchte schnellstmöglich Verhandlungserfolge mit Putin über den Krieg in der Ukraine erzielen. Die westeuropäischen Regierungschefs kritisieren scharf, dass die USA in Saudi-Arabien über die Köpfe der Europäer hinweg verhandeln. Was entgegnen Sie den Europäern, die dies als anmaßend empfinden?

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Urban Will | Do., 20. Februar 2025 - 13:33

weiter sind als unsere Polit-Clowns der Altparteien.
Der Wandel ist in vollem Gange, nur diese Kasper stehen noch da und leiern gebetsmühlenartig ihren Sermon herunter.
Die hier geforderte „realistische Einschätzung der Lage“ würde bedeuten:
Es gibt – außer dem dauerhaft gepredigten, nicht belegten Hohlgeschwätz von Politikern und ihren Bücklingen aus Medien und Kultur – keinen Beleg für die „Demokratiefeindlichkeit“ der AfD. Außer man maßt sich in seiner übermoralischen Arroganz an, zu bestimmen, was „demokratisch“ ist. Oder lässt seine Büttel vom Verf.schutz von der Leine.
Über 50% der Wähler wollen eine Wende, nur dass leider mehr als die Hälfte dieser 50% glauben, sie mit der Union zu bekommen. Das ist reichlich dumm.
D Altparteien können nicht Demokratie. Sie sind seit Jahren im Rückwärtsgang in Richtung dahin, wo wir '45 waren.
Deutschland braucht erneut „Erziehung“ von außen,Vance hat den Anfang gemacht.
Trump wird uns dann die Ohren langziehen.
Aber anders geht es halt nicht.

Frank Klaus | Do., 20. Februar 2025 - 14:35

Trump, Vance und Musk wollen die liberale Weltordnung doch erst wiederherstellen, nachdem sie unter Obama, Biden, Trudeau und bei uns vor allem durch die EU-Kommission und die Ampelregierung so sehr gelitten hat.
Politiker, die sich für Meinungsfreiheit, für den Schutz des Privateigentums, für geringe Steuern und eine niedrige Staatsquote sowie für die Souveränität der Staaten gegenüber supranationalen Institutionen und internationalen Abkommen einsetzen, als Feinde der Freiheit darzustellen, setzt einen sehr seltsamen Begriff von Freiheit voraus.

Markus Michaelis | Do., 20. Februar 2025 - 14:47

Nachvollziehen kann ich, dass die alte "liberale" Ordnung auf einer westlichen USA-Hegemonie beruht hat und das geht einfach als Fakt zu Ende, und darauf muss man sich geopolitisch einstellen. Die neue Vielfalt wird man akzeptieren müssen und sie hat auch gute Seiten - jedenfalls sehen es Milliarden Menschen so. Ich sehe auch, dass "Woke" übertrieben wurde, ich glaube auch angetrieben von einem naiven Verständnis von Gerechtigkeit, universellen Werten etc. "Niemand darf sich schlecht fühlen" - das wird aber so nicht funktionieren.

Nicht so nachvollziehen kann ich, dass die USA jetzt zuviel nach außen proijezieren. Die innenpolitischen Schwierigkeiten waren größtenteils hausgemacht, zB Woke gegen Konservativ. Auch das Trumplager sollte sich hier den komplexeren Dingen stellen und nicht auch wieder (wie die "Woken") zu billige Wahrheiten verkünden. Und: Trumps Aussagen zur Ukraine gestern, dass sie die Kriegsschuld trügen etc. waren absolut unterirdisch. Wenn das der Geist ist, dann ...

Gerhard Hellriegel | Do., 20. Februar 2025 - 14:56

Spätestens seit der Sesshaftwerdung hat die Menschheit erkannt, dass man besser lebt, wenn man andere für sich arbeiten lässt.
Dass es einem besser geht, wenn man anderen das ihre wegnimmt. Und dass Ermordung sehr wohl eine Konfliktlösung darstellt.
Dass aber Tribut, Ablass, Schutzgeld, Steuer, Zins nachhaltigere Mittel der Enteignung sind.

Ich schütze dich, sagte der Ritter. Wovor denn, fragte der Bauer. Ja, vor dem anderen Ritter.
"Wir gegen die", sagte der Ritter. Und die Bauern brachten die anderen Bauern um, massenhaft.

Vor der Industrialisierung waren 95% Bauern. Und wovon redet unsere Geschichtserzählung?
Von "einer tausendjährigen glorreichen Geschichte". Wessen Geschichte?

Feudaladel heißt heute Geldadel, sonst ändert sich nix.
Leistung ist die Moral für die Bauern.
Und solange die Bauern nur Adelige werden wollen, wird sich auch nichts ändern.

Markus Michaelis | Do., 20. Februar 2025 - 15:33

"Putins Forderungen sind weitgehend unverändert geblieben: die Anerkennung der annektierten Gebiete, ein schwaches ukrainisches Militär und die Zusage der Neutralität. "

Mein Eindruck war, dass das nur dadurch Putins Forderungen geworden sind, dass dieser Krieg geführt wurde. Seine ursprünglichen Forderungen habe ich so verstanden, dass er die Regierung in der Ukraine bestimmen will oder die staatliche Souveränität ganz beenden. Ich geben ja Recht, dass man sich den geopolitischen Realitäten anpassen muss - zB dass es Russland gibt, es auch nicht isoliert ist in der Welt und dass man sich mit Russland wird irgendwie arrangieren müssen. Aber Teil dieser Realität scheint mir auch, dass es eine Realität jenseits der US-Interessen und Sichtweisen gibt. Europa als ganzes, oder wenn die EU zerfällt (oder irrelevant wird) dann einzelne Länder in verschiedene Richtungen und Untergruppen werden nach neuen Wegen suchen.

naumanna | Do., 20. Februar 2025 - 19:28

der auftritt von JD VANCE wurde in der deutschen Öffentlichkeit mitnichten als Kampfansage gewertet. die menschen haben seine rede euphorisch begrüßt - endlich spricht einer aus, was alle denken .... nur die Medien und die momentanen Machthaber fühlten sich auf den Schlips getreten .... ich wünsche trump und seinem Team mindestens 12 Regierungsjahre - dann ist der Woke spuk endlich überall vorbei .... der deutsche Michel trottet den Amis schon irgendwann hinterher - jetzt wäre es gut ...

Ernst-Günther Konrad | Fr., 21. Februar 2025 - 11:37

Ja, ich kann ja nachvollziehen, das die "ewig gestrigen Transatlantiker" jetzt sich vor den Kopf gestoßen fühlen, weil die sonst als Weltpolizei und die weltrettende USA jetzt andere Töne anschlägt und sich militärisch zurück zieht, dafür aber wirtschaftspolitische Waffen einsetzt. Was wäre uns denn lieber? Sollen weiterhin in der Welt die Bomben fliegen und Menschenleben mittels Waffen und Gerät geopfert werden? Und eine sich teilweise links-woke Gesellschaft, die mit autoritären Mitteln, die Axt an die Demokratien setzt, vorne weg, diese deutschen Staatsvernichter, die sonst immer auf Amerika zeigten und deren Demokratie lobten, jetzt aber unsere Grundrechte schleifen will. Nein, ich sehe darin eine Chance gerade auch für Deutschland und auch Europa. Kehrt zurück zur Freiheit der Völker, wagt wieder gesunden Nationalismus in Freundschaft untereinander. Stellt jeweils Euro Völker wieder in den Mittelpunkt eurer Politik, im friedlichen Miteinander. Da meint Vance u.a. in seiner Rede.