Die Darstellerin bleibt israelisch: Shira Haas (bekannt aus „Shtisel“) soll Sabra spielen / dpa

Marvel-Superheldin Sabra - „Herkunft unbekannt“

Die Marvel-Studios planen einen „Captain America“-Film mit der israelischen Superheldin Sabra. Nach Protesten des israelfeindlichen Mobs nimmt Marvel eine Änderung vor: Sabra ist jetzt keine Israelin mehr. Dieses Meisterwerk an Feigheit und Rückgratlosigkeit wird die Antisemiten nicht zufriedenstellen.

Autoreninfo

Gideon Böss ist Roman- und Sachbuchautor und hat unter anderem über Religionen in Deutschland und Glücksversprechen im Kapitalismus geschrieben.

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So schnell kann es gehen. Eben noch israelische Superheldin und plötzlich russische Spionin. Oder Ex-Spionin, die nun für die US-Regierung arbeitet und niemals einen Bezug zum Nahen Osten hatte – aber trotzdem mit „israelischem Akzent“ spricht. Alles kompliziert. Also von Anfang an: Marvel hatte 2022 einen weiteren Superheldenfilm (niemand weiß mehr, wie viele es insgesamt sind) angekündigt. Auf besonders viel Interesse stieß dabei eine Figur mit Namen Sabra. Sie ist die erste israelische Superheldin, was schon ihr Name verrät, denn Sabra ist die Selbstbezeichnung von in Israel geborenen Juden.  

Natürlich empörte sich schon 2022 der antisemitische Teil des Internets über den Auftritt Sabras und entschied spontan, diesen Film zu boykottieren. So weit, so erwartbar. Doch nachdem am 7. Oktober 2023 palästinensische Terroristen folternd und vergewaltigend in Israel einfielen und über 1000 Menschen ermordeten und mehr als 200 Geiseln nahmen, verschärfte sich die feindselige Stimmung noch weiter. Der genozidale Angriff hatte Judenhasser überall auf der Welt motiviert, und die Welt erlebte seitdem das erste Globalpogrom der Geschichte. Juden werden bedroht, Synagogen angegriffen, Holocaustmahnmale belagert und auch sonst kein Unterschied zwischen dem Judentum und dem Staat Israel gemacht.

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Johannes | Di., 23. Juli 2024 - 13:11

Das ist die Sprache von Sigmar Gabriel. Absolutes No-go. Lese ich nicht. Zu arrogant und zu despektierlich. Sorry. So redet für mich der wirkliche Mob.

Was soll daran despektierlich sein wenn man einen Begriff verwendet, den andere auch gebrauchen oder eben anders als Sie interpretieren? Mir gefielen Gabriels Äußerungen im Zusammenhang mit PEGIDA oder anderen Demonstranten auch nicht. Aber mir fällt angesichts von Mitbürgern, die Denkmäler und Gräber schänden, mit hassverzerrter Miene "Juden ins Gas" und andere Forderungen stellen genauso wenig Besseres ein für solche Leute. Denn diese, und da ist es mir egal ob links, rechts, islamistisch oder sonst was können erst recht nicht als respektabel gelten. Und wenn Gabriel oder sonst wer nicht unterscheiden kann wen er mit seinem Verbal-Müll beglückt ist das sein Problem solange ich mich nicht angesprochen fühle. Persönlich finde ich, man sollte einen guten Artikel nicht wegen Animositäten gegen bestimmte Begriffe ablehnen und über Stöckchen springen, die Leute wie besagter Herr G. oder andere einem hinhalten. Alles Gute! MfG

D a s ist der wirkliche Mob. Das Globalpogrom gegen alles Jüdische ist das Ekelhafteste was ich mir je vorstellen konnte. Entweder die Welt wacht endlich auf oder das linksislamische Konglomerat wird obsiegen. Wie heißt es so treffend im Islam: "Heute vernichten wir die Samstags-(Sabbat)Leute, morgen die Sonntagsleute." Da im Islam zwischen Religiösen und Atheisten nicht unterschieden wird, triffts auch die Linken.

Heidemarie Heim | Di., 23. Juli 2024 - 14:59

Wie sagt man so schön geehrter Herr Böss? Es kommt alles mal wieder. Minirock, Plateau-Sohlen, Schlaghosen und scheinbar feiern auch Gespenster aus längst vergangen geglaubten Zeiten eine zeitgeistige Wiederauferstehung. Mittendrin und erneut im Visier selbsternannter Milizen zur Prüfung, Verfolgung und Abschaffung unerwünschter Inhalte und Darsteller wieder einmal Hollywoods Traumfabrik. Man hat auf WIKIPEDIA diesem Phänomen einen ganzen Absatz gewidmet mit Namen der Produktionsfirmen, Schauspieler und auch aller von der Politik geförderten Organisationen, die sich dem damaligen Kommunistenjäger, Senator McCarthy andienten bei den erforderlichen "Säuberungen". Die Denunziation auch untereinander war dabei wohl deshalb so erfolgversprechend, weil man von Besetzungscouch bis hin zu falschen Bekenntnissen immer schon alles für eine Rolle gewillt war zu tun oder als schwul geoutet und erpresst nicht mehr als Frauenschwarm herhalten konnte. Nur Verfolger und Verfolgte tauschen hier und da mal die Rollen in diesem sch... Spiel! Und die Mehrheit auch unserer Michel und Michel/Innen futtert fern solcher Sorgen wie Kunstfreiheit oder eigener Meinungsfreiheit weiter Popcorn und glotzt TV;) MfG

Alexander Brand | Di., 23. Juli 2024 - 15:16

Adidas erntet massive Proteste der Israelis, weil sie einen Sportschuh aus dem Jahr 1972 wieder auflegen und das Model in der Werbekampagne palästinensische Wurzeln hat und als „antisemitisch“ gilt?! Zahn des Anstoßes ist das Münchner Olympia-Attentat aus demselben Jahr. Als ob irgend jemand den neu aufgelegten Schuh ernsthaft damit in Verbindung bringen würde. Ist das dann ein adidasfeindlicher „Mob“? Jedenfalls ist die Aktion an Lächerlichkeit kaum zu überbieten, ernstnehmen kann man das nicht!

Ich finde man sollte generell etwas lockerer mit dem ganzen Thema umgehen, Juden sind Menschen wie alle anderen auch, sie genießen keine Sonderrechte und sie dürfen nicht anders behandelt werden als Menschen anderer Glaubensrichtungen. Für Israelis und Israel gilt das gleiche, Sonderbehandlung geht nicht, bei keinem!

Und wenn Marvel meint sie müßten das machen ist es eine unternehmerische Entscheidung die mich nicht ansatzweise interessiert.

Da muss ich wahrlich nicht lange überlegen werter Herr Brand, welchen Teufel die für diese Reklame im Zusammenhang mit Terror dafür zuständigen Werbefritzen geritten hat. Wie ist das Model denn sonst Schuh-aufwärts bekleidet? Hat er das kleinkarierte um den Hals wie unsere modebewussten
linken Jünger? Wenn man schon jegliches Feingefühl außen vor lässt um irgendwelcher statements Willen, dann aber bitte richtig und zu 100%!
Und klar sind Juden, Danke auch! Menschen wie alle anderen und haben keine Extrawurst verdient. Sieht man ja auch bei uns überall. Wie sie wie selbstverständlich mit Kippa und Davidstern locker-flockig und völlig unbehelligt mit dem 72er-adidas-statement-Schuhwerk durch Berlin Neukölln spazieren, die Uni besuchen usw. Ihre wie Sie es nennen Sonderbehandlungen bekommen nur u. ausschließlich Mitbürger, die wegen unserer integrativen Versäumnisse u. Nachlässigkeiten schutzbedürftig sind.
Der LKW-Lenker vom Breitscheidplatz hatte übrigens ein Faible für rote sneakers!

teile Ihre Auffassung in der Regel, hier aber vergreifen Sie sich im Ton, Sie machen das, was sonst der Linksmensch macht, Sie verlassen die sachliche Ebene und gehen unter die Gürtellinie.

Sie begründen ein Unrecht mit einem anderen, der Islam gehört nicht zu Europa, Sippenhaft aber auch nicht!

Ich habe keine Schuld an dem, was 33-45 geschah, meine Eltern und Kinder auch nicht, ich weigere mich eine „besondere Verantwortung“ gegenüber den Juden und oder Israel anzuerkennen, ich weigere mich ebenfalls mir eine Schuld einreden zu lassen. Ich bin diese Debatte und die damit verbundenen Moralkeulen die auch Sie schwingen grundsatt!

Ich werde mir die Adidas Model 72 bestellen, auch wenn ich sie nie tragen werde. Es ist lachhaft einen Zusammenhang zwischen einem Schuh und dem Antisemitismus herbei zu fabulieren. Und noch lachhafter ist es, daß diese Art der Effekthascherei ernst genommen wird.

Dauerhafte „Schuld“ ist eben ein sehr einträgliches Geschäft!

Sind und waren nicht mein Thema! Sondern was sich diese Werbetypen dabei denken ihre Schuhe mit der Erinnerung von Menschen, die die damalige Tragödie bis heute verfolgt, z.B. die Angehörigen der getöteten israelischen Sportler, und ADIDAS ist nun mal ein "Sportschuh"-Hersteller und Ausstatter, in dieser Art zu verbinden. Ihre Äußerungen, man sollte endlich lockerer mit dem Thema Antisemitismus oder dem Umgang mit unseren jüdischen Mitbürgern/innen umgehen weil unsere "Schuld" schon lange beglichen wäre durch die Gnade auch meiner späteren Geburt, teile ich angesichts dieses unverhohlen gezeigten Hasses oder auch nur Desinteresses am Schutz von Mitbürgern nicht. Denn lächerlich finde ich das keineswegs. Das wird ADIDAS vielleicht nicht bei Ihnen bezüglich Kaufverhaltens merken, doch Juden bzw. Israelis könnten sich noch an den Slogan unserer Vorfahren erinnern, der da hieß "Kauft nicht bei A......!" MfG

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi., 24. Juli 2024 - 08:50

aus dem Marvel-Universum "Bekanntschaft" gemacht.
Ich gebe zu, dass sie mich nicht sonderlich interessiert haben.
Es schien mir von außen wie eine Welt verschiedener "Supermen" und "Supergirls", die vor allem US-amerikanisch waren.
Es schien mir gerade nicht interessant, woher sie kamen, sondern wer sie als "Amerikaner" sind.
So eine Figur kann natürlich aus Israel kommen, aber als Israelin kann ich sie mir darin nicht vorstellen.
Marvel sollte sich besser erklären.
Vielleicht ist ja das Ziel, dass aus jedem Land ein Superheld kommen kann und also auch aus Israel?
Der Artikel scheint eine Kenntnis des Marvel-Universums vorauszusetzen.
Das ist bei mir nicht gegeben und wird auch nicht sein.
Es sei denn, was für eine europäische Superheldin wäre denn denkbar?

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi., 24. Juli 2024 - 09:16

europäische Superheldin im Marveluniversum sich anböte und so wenig ich mit ihr anfangen kann, so fiel mir doch sofort Greta Thunberg ein.
In chinesischen Serien wimmelt es ja auch nur so von Göttern, Dämonen etc.
Wäre das ein möglicher Zugang zum Marvel-Uniersum?
Das sind in chiesischen Serien aber doch eher Ancient Times?
Ich hoffe sehr auf Moderne Zeiten, weshalb ich eben zu Marvel-Figuren bislang keinen Zugang habe.
Ich habe ein Faible für Kant "Sapere Aude" oder Archimedes "Gib mir einen festen Punkt und ich hebe die Welt aus den Angeln", "Panta Rhei", Heraklit ff.;
keine "Besonderen Menschen", sondern solche, die Allgemeine/Große Aussagen treffen konnten...

Ernst-Günther Konrad | Mi., 24. Juli 2024 - 11:39

Die Schauspielerin, ihre Kollegen, die gesamte Film Crew und die Geldgeber, einfach nicht mehr mitmachen. Würde man gegen schwarze Menschen so etwas inszenieren wäre genau die Klientel lautstark unterwegs, die jetzt Menschen aufgrund ihrer Herkunft/ihres Glaubens verfolgen. Niemand sollte deswegen Ausgrenzung oder irgendeinem, wie auch immer gearteten Hass oder Verfolgung ausgesetzt sein. Die amerikanische Filmindustrie sollte endlich auf die Barrikaden gehen und jede Form von Diskriminierung entgegen treten. Nicht wenige sind Juden oder jüdischen Glaubens. Es müsste eigentlich die Arbeitsleistung, das künstlerische Talent im Vordergrund stehen und nicht die Volkszugehörigkeit/Glauben oder Herkunft.
Marvel Studios hat sich für mich disqualifiziert und der halbherzige Rückzieher ist nur Opportunismus. Hätten die einen Ar... in der Hose gehabt, wäre die Identitätsfrage nie ein Thema gewesen. Diese links-grünen woken Sektierer sind einfach nur krank.

Michael Klein | Mi., 24. Juli 2024 - 13:28

Hat sich einer der hier Diskutierenden tatsächlich schon einmal einen dieser Filme angeschaut?
Ich hoffe nicht.