- Die totale Reinheit
Bilder werden abgehängt, Kunstwerke zensiert, Gedichte übermalt. Prüderie und radikale Schuldzuweisung greifen um sich. Aufklärung bekämpft im Zeitalter der Migration sich selbst. Was darf die Kunst heute noch thematisieren?
Eine enorme Gereiztheit plagt die deutsche Gesellschaft, und diese Gereiztheit kreist um einen Bezugspunkt: die Alternative für Deutschland. Man ist entweder wie die AfD – das ist schlecht. Oder man ist nicht wie die AfD – das ist gut. Dabei geht es am allerwenigsten um diese kleine rechtskonservative, nationale Partei, die dieser Gereiztheit ihren Zuwachs verdankt.
Vielleicht geht es stattdessen um den Versuch, in einer Epoche des nach Westen wandernden und im Westen sich verbreitenden Islam zu Hause im christlichen Abendland verzweifelt und verbissen Ordnung zu schaffen durch radikale Schuldzuweisung und öffentliche Anklage. Das alles ereignet sich womöglich nicht von ungefähr, da mit den Flüchtlingen aus der islamischen Welt rigide Sittlichkeitsnormen Anspruch auf freie Entfaltung erheben. Der Kompass solcher Systeme gibt ebenfalls nur zwei Richtungen vor: gut oder schlecht.
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Der Marsch durch die Institutionen ist vollendet, in der obersten Etage des Elfenbeinturms befinden sich die Redaktionsstuben des entdemokratisierten, mediokratischen Staates. In Deutschland wird immer vom linksliberalen Geist der Aufklärung geredet. Aufklärung ist aber der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit und nicht der Eingang in die ideologische Verblendung, sapere aude und nicht sapere ade. Der Deutschlandzug ist entgleist, Sie können nur noch um der Selbstachtung willen Widerstand leisten. Die selbsternannten Eliten, die große Teile des Volkes verachten, werden die Macht nicht wieder aus den Händen geben.
Hoffentlich bleibt uns wenigstens die Inquisition erspart.
Ob das "Gedicht" besonders gelungen ist, wage ich nicht zu beurteilen. Ich bin weder Germanist noch Literaturkritiker. Nur dass es wegen Sexismus übermalt werden muss halte ich für Schwachsinn.