Flucht aus Afrika - Afrikanische Renaissance in der deutschen Politik

Afrika gilt noch immer als das Sorgenkind der Welt. Hunderttausende flüchten aus ihrer Heimat, um in Europa eine bessere Zukunft zu finden. Dabei müsste vor Ort investiert werden. Ein Marshallplan für Afrika könnte den Anstoß geben

Ein völlig mit afrikanischen Flüchtlingen überladenes Schlauchboot treibt auf dem offenen Meer.
Ändern sich die Lebensbedingungen in Afrika nicht, werden die Flüchtlingsströme nicht abebben / picture alliance

Autoreninfo

Dr. Stefan Mair ist Afrikaexperte und seit 2010 Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Zuvor war er Forschungsdirektor bei der Stiftung für Wissenschaft und Politik.

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Stefan Mair

Afrika erfreut sich in Deutschland großer politischer Konjunktur. Der Bundespräsident, die Bundeskanzlerin, der Außenminister und die Verteidigungsministerin reisen dorthin, der Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit ist ein häufiger Gast auf dem Kontinent. Ein umfassender Marshallplan wurde für Afrika vom BMZ vorgeschlagen.

Der Beginn dieser Konjunktur ist leicht zu datieren. Gegen Ende des Jahres 2015, als sich die im Sommer rapide ansteigende Flüchtlingsbewegung aus dem Mittleren Osten langsam abzuschwächen begann, setzten sich dreierlei Erkenntnisse durch. Erstens: dass sich eine solche Flüchtlingsbewegung schwer kontrollieren lässt. Zweitens: dass sie zu großen innergesellschaftlichen und zwischenstaatlichen Verwerfungen in Europa führen kann. Und drittens: dass in Afrika sehr viel mehr Menschen als im Mittleren Osten leben, die entweder guten Grund zur Flucht haben oder sich nicht zu Unrecht ein besseres Leben in Europa erhoffen. Dies musste zwangsläufig die Aufmerksamkeit auf Afrika lenken und die Frage aufwerfen, wie ein massiver Wanderungsstrom aus dem südlichen Nachbarkontinent wenn nicht völlig zu verhindern, so doch in bewältigbare Bahnen zu leiten sei.

Kein Mangel an Entwicklungsplänen

Leider ließ diese Besorgnis zwei seit Langem zweifelhafte Annahmen fröhliche Urständ feiern: Erstens bedürfe es nur eines ausreichend ambitionierten und umfassenden Plans, um Afrika zu entwickeln. Zweitens müsse man einfach nur noch mehr Ressourcen in den Kontinent umleiten, um dies zu erreichen. Tatsächlich leidet Afrika nicht unter einem Mangel an grandiosen Entwicklungsplänen.

Der letzte davon mit umfassendem Anspruch, dessen Wirkung nur schwer nachweisbar ist, ist die New Partnership for Africa’s Development (nepad). Von afrikanischen Regierungen mithilfe amerikanischer und europäischer Berater 2000 entwickelt, von der Afrikanischen Union 2001 angenommen und von der G8 2002 im Rahmen des Afrikaaktionsplans mit weitreichenden Finanzierungszusagen versehen, fristet er mittlerweile ein Dasein in den Schubladen afrikanischer Institutionen und westlicher Entwicklungsbehörden.

Auch wenn die Finanzierungszusagen für nepad seitens der G8 kaum eingehalten wurden, kann auch die zweite Annahme als weitgehend widerlegt gelten: Addiert man sämtliche Zuflüsse an multilateraler und bilateraler Hilfe nach Afrika seit den sechziger Jahren auf, wird leicht ein Volumen erreicht, das weit über dem des Marshallplans für Europa liegt. Setzt man die zwischen 1960 und 2014 an Subsahara-Afrika geleistete Entwicklungshilfe in Höhe von 1.285 US-Dollar pro Kopf in Bezug mit der Summe von 166 US-Dollar pro Kopf, mit der im selben Zeitraum Ost-, Südostasien und der Pazifik unterstützt wurden, und vergleicht sie dann mit dem jeweiligen Zuwachs an BIP in beiden Regionen, ergibt sich für die Anwälte erhöhter öffentlicher Finanztransfers ein wenig überzeugendes Bild.

Dennoch: Die gegenwärtige Aufmerksamkeit für Migrations- und Fluchtursachenbekämpfung hat einen großen Vorteil: Sie lenkt den Blick stärker als bisher auf die Frage, wie es gelingen könne, Fluchtgründe zu mindern und wirtschaftliche Perspektiven für Abwanderungswillige im Heimatland zu schaffen. Sie rückt damit die Verantwortung für die Beilegung von Konflikten und die Beendigung politischer Unterdrückung sowie die Schaffung von Einkommensmöglichkeiten für potenzielle Migranten in den Fokus.

Motive für Flucht und Migration

Blickt man auf die Hauptherkunftsländer von Flüchtenden aus Afrika in Europa, ragen Eritrea, Nigeria, Somalia, Sudan und Gambia hervor. Im Vergleich zu der Menge von Repression und Kriegsgewalt unmittelbar betroffener Afrikaner ist die Zahl der in Deutschland registrierten Flüchtlinge aus Afrika relativ gering.

Der Hauptgrund hierfür dürfte sein, dass der großen Mehrheit der Betroffenen die ökonomischen Mittel für die Flucht nach Europa fehlen. Sie suchen deshalb vorerst in sicheren Regionen des Heimatlandes oder in einem Nachbarstaat Zuflucht. Die UNHCR geht von fast 4,5 Millionen Flüchtlingen in Afrika aus. Mittelfristig kann hieraus durchaus eine Zweitrundenmigration  erfolgen.

Für die Afrikapolitik erfolgen aus dieser Lage dreierlei Handlungsstränge: Ein nachdrückliches Engagement für die Herstellung von Frieden und Sicherheit ist nach wie vor unerlässlich. Daraus erwächst die weitere Verpflichtung auch für europäische Staaten, zu solchen Missionen militärisch beizutragen. Diese Aufgabe kann nicht von afrikanischen Streitkräften allein gestemmt werden.

Kein Rückgang der Flüchtlingszahlen

Eskalieren oder schwelen diese Konflikte weiter, werden die afrikanischen Flüchtlingszahlen kaum zurückgehen. Trotz der teilweisen Restauration autoritärer Regime nach den Demokratisierungswellen der neunziger Jahre, gibt es in Afrika nur wenige autoritäre Systeme, in denen die politische Repression so massiv ausfällt, dass sie zahlreiche Menschen in die Flucht treibt.

Die Versuche Deutschlands und Europas, diese Regime durch äußeren Druck zu ändern, waren bisher nicht sehr erfolgreich. Dennoch gibt es zu ihrer weiteren Isolierung und Sanktionierung kaum Alternativen – schon allein, um den Nachahmungseffekt einzudämmen.

Wirtschaftliche Perspektiven durch private Investitionen

Die Tatsache, dass das Gros der afrikanischen Flüchtlinge in Lagern des Heimatlandes oder des Nachbarstaates unterkommt, macht es notwendig, für sie dort wirtschaftliche Perspektiven zu schaffen. 

Die wirtschaftliche Stabilisierung von Flüchtlingsgemeinden und damit die Minderung des Anreizes, weiterzuziehen, wird aber nur gelingen, wenn die lokale und die internationale Privatwirtschaft in Arbeitsplätze investieren, die Einkommen schaffen. Diese Aufgabe stellt sich nicht nur für die Aufnahmeregionen von Flüchtlingen, sondern für die Entwicklung Afrikas generell. 

Darüber hinaus müssen afrikanische Regierungen entschlossene Maßnahmen zur Handelserleichterung treffen. Nur dann werden afrikanische Standorte für Investitionen im Rahmen globaler Wertschöpfungsketten attraktiv. Schließlich scheitern Markterschließung und Handelsverkehr nicht nur an nationalen Grenzen, sondern an den in vielen afrikanischen Ländern noch immer üblichen Straßensperren, die von Polizei und Staatsgewalt zur Erhebung informeller Steuern genutzt werden.

Geringe Verlässlichkeit von Recht und Politik

Diese Form der informellen Besteuerung, gemeinhin Korruption genannt, weist auf ein weiteres zentrales Investitionshemmnis hin: die geringe Verlässlichkeit von Recht und politischen Rahmenbedingungen. Investitionen, vor allem im verarbeitenden Gewerbe, haben stets mehrjährige Abschreibungsperioden. Wenn das Risiko hoch ist, dass während dieser Periode ein umfassender politischer Wechsel die Gültigkeit von Lizenzen, die bestehenden Marktkonstellationen und Geschäftsbedingungen infrage stellt, wird der Investor von einem Engagement Abstand nehmen. Ähnlich investitionshemmend wirkt sich mangelnde Rechtssicherheit aus. 

Fast alle afrikanischen Staaten nehmen hintere Plätze im Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International ein. Deshalb ist die Unterstützung für den Aufbau verlässlicher politischer Institutionen, von Rechenschaftspflicht und Rechtssicherheit eine unerlässliche und vordringliche Aufgabe für das deutsche Afrikaengagement.

Zu Recht ist in den vergangenen Jahren der Errichtung einer hinreichenden physischen Infrastruktur wieder mehr Aufmerksamkeit in der Entwicklungszusammenarbeit geschenkt worden. Sie ist Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung. Die größte Schwäche afrikanischer Infrastruktur liegt aber weniger in fehlenden Investitionen zu ihrem Aufbau als vielmehr in ihrer unzureichenden Instandhaltung. Hier mangelt es sowohl an der Effektivität der Gebührenerhebung wie auch an deren Verwendung zu notwendigen Reparatur- und Erneuerungsmaßnahmen. 

Investitionen bedürfen allerdings nicht nur einer physischen Infrastruktur, sondern auch eines Arbeitskräftereservoirs, das über hinreichende Fertigkeiten verfügt. Zwar steht außer Zweifel, dass die meisten afrikanischen Länder aufgrund des anhaltenden Bevölkerungswachstums künftig zu den wenigen Regionen gehören werden, in denen das Arbeitskräftepotenzial groß ist. Doch ohne ein Minimum an allgemeinbildenden Fertigkeiten ist dieses Potenzial für die meisten Investoren nicht zu heben.

Die neue deutsche Afrikapolitik

Vieles von dem bisher Beschriebenen macht deutlich, wie sehr sich die Voraussetzungen für einen Marshallplan im heutigen Afrika von denen im vom Krieg zerstörten Europa unterscheiden. Der Marshallplan war damit nicht mehr als eine Anschubfinanzierung, die weniger der Schaffung als vielmehr der Wiedererrichtung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Systeme diente.

Auch ein Marshallplan für Afrika bietet keine Abkürzung für die mühsame sozioökonomische Entwicklung des Kontinents. Herausforderungen werden nicht durch umfassende Entwicklungspläne, sondern nur durch funktionierende staatliche, gesellschaftliche und privatwirtschaftliche Institutionen bewältigt werden können. Die Überprüfung entwicklungspolitischer Glaubenssätze bietet aber die Chance, zwei Tendenzen zu verstärken, die sich in den vergangenen Jahren bereits abgezeichnet haben. Erstens hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Entwicklung nicht allein, wohl auch noch nicht einmal vorrangig Staatsaufgabe ist – weder aufseiten afrikanischer Regierungen noch aufseiten ihrer europäischen Partner.

Eine an der Schaffung von wirtschaftlichen Perspektiven ausgerichtete Afrikapolitik muss zweierlei leisten: Zum einen muss sie von der ganzen Bundesregierung und nicht nur einem Ministerium getragen werden. Fachressorts, die einen relativen Kompetenzvorsprung in bestimmten Politikfeldern haben, müssen vom BMZ noch viel stärker in die Ausgestaltung von Unterstützungsleistungen einbezogen werden, als dies bisher der Fall ist.

Chance für Deutschland

Zweitens ist es völlig illusorisch, darauf zu setzen, ganz Afrika könne sich mit dem gleichen Tempo und den gleichen Erfolgsaussichten entwickeln. Es wird auch in den nächsten Jahrzehnten einige wenige Länder oder Regionen in Afrika geben, die sich schneller und erfolgreicher entwickeln als andere. Drei aussichtsreiche Anwärter hierfür sind die Küstenregion, die nördlich den Golf von Guinea begrenzt und die urbanen Zentren der Elfenbeinküste, Ghanas, Togos, Benins und Nigerias umfasst, dann nach einem Regimewechsel in Simbabwe und Angola das südliche Afrika sowie Ostafrika.

Es bleibt zu hoffen, dass die intensive Beschäftigung mit Afrika in der deutschen Politik nicht von kurzer Dauer ist und nicht von Überlegungen dominiert wird, sich möglichst effektiv von Zuwanderung abzuschotten. Die Entwicklung des Nachbarkontinents ist für die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft eine große Chance, wird aber nicht notwendigerweise zu einer Verringerung des Migrationsdrucks führen. Ein relativ höheres Entwicklungsniveau in Afrika könnte auch zur Folge haben, dass sich mehr Afrikaner die Auswanderung nach Europa leisten können. Nur das Vertrauen in die Zukunftsperspektiven des eigenen Staats, der eigenen Wirtschaft und der eigenen Gesellschaft kann dieser Verlockung entgegenwirken.

Dies ist ein Auszug aus Dr. Stefan Mairs Aufsatz in dem von Wolfgang Ischinger und Dirk Messner herausgegebenen Band „Deutschlands neue Verantwortung“, der heute im Econ Verlag erschienen ist. Wolfgang Ischinger ist Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, die dieses Wochenende stattfindet.

ralph bähr | Fr, 17. Februar 2017 - 19:36

Na prima, wir entwickeln, wir schicken Soldaten, wir bringen einen Marshall-Plan in Gang, wir investieren Milliarden (in korrupte Systeme, Stammesgesell-schaften, Diktatoren, in ein Kontinent dessen Bevölkerung sich in 30 Jahren verdoppelt) und am Ende kommen mehr Migranten als zur Zeit. Nur die Wirtschaft hat ihren Spaß! Ich habe selten so einen Dilettantismus und Unsinn gelesen!!! Machen wir uns nichts vor, nichts auf der Welt wird diesen Kontinent retten, wenn er nichts selbst dazu beisteuert. Hilfe von aussen kann nur marginal helfen.
Was kommt auf uns zu: mehr Geld für die Nato, mehr Geld für die FL-Krise, allein 100 Milliarden bis 2020 für Asylanten, mehr Geld für Europa, Haftungs-gemeinschaft, Energiewende, Autowende, Infrastrukturkrise,mehr Entwicklungshilfe, mehr Geld für Sozialhilfe, mehr Geld für Armutsrentner............!

Verzeihung, keine Gesellschaft dieser Welt kann dieses alles leisten!
Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott oder Allah oder wer auch sonst!!!!!

Peter Bazelt | Mo, 20. Februar 2017 - 17:45

In reply to by ralph bähr

Ralph Bähr ich kann dir voll zustimmen, solange korrupte Regierungen an der Macht sind wird es nichts mit der Hilfe für Afrika.Nur unter absoluter Überwachung der Investitionen vor Ort,ohne Teilnahme der Politiker funktioniert das.Die halten ueberall die Hände auf.Ich war selbst vor Ort und habe es erlebt.
Dort muss sich grundsätzlich etwas aendern,sonst bekommen wir eine Invasion von Migranten,die niemand verkraftet.

Michaela Diederichs | Fr, 17. Februar 2017 - 21:39

Eine kluge, gute Analyse, lieber Herr Dr. Mair. Hilfe in Form privater Investoren wird, wie Sie schreiben, derzeit nur in einigen Ländern sinnvoll und möglich sein und eben auch nur dann, wenn Investitionsschutz garantiert ist. Die westliche Welt mit der Entwicklungshilfe hat Korruption in diesem Ausmaß erst möglich gemacht. Zwar besteht in fast allen Ländern Schulpflicht, aber wer die Dimensionen, Entfernungen und Lebensbedingungen der Menschen vor Ort kennengelernt hat, erkennt sofort, dass diese Pflicht nur bedingt und über einen kurzen Zeitraum möglich ist. Afrika und Europa dürfen nicht länger durch die unsägliche Kolonialpolitik vergangener Zeiten Abstand voneinander halten. Mut, Entschlossenheit und gegenseitiges Vertrauen auf beiden Seiten sind nötig, um aus Afrika den Kontinent der Zukunft zu machen. Der Investitionsstau in den einfachsten Lebensbereichen ist für Europäer unvorstellbar. Im humanitären und im eigenen Interesse sollten wir den Aufbau umgehend anpacken!

Ludwig Diembecke | Sa, 18. Februar 2017 - 00:07

Zunächst ist es völlig inakzeptabel, für Grenzschutzbeamte und Militär Steuern zu bezahlen, wenn diese unsere Grenzen "nur schwer kontrollieren können". Was sind denn das für Ansprüche!?

Wenn die Mazedonier mit ein paar Dorfpolizisten die Balkanroute dicht macht können, dann müssen wir auch ein paar Boote abwehren können. Und zur Not ziehen wir eben unsere Truppen aus Afghanistan ab.

Zum "Marshallplan": Nirgendwo auf der Erde wächst die Zahl der Millionäre schneller als in Afrika. Mittlerweile gibt es 15.4000 Millionäre, darunter sogar Mulitmilliardäre. Wieso investieren die nicht in Afrika?

Übrigens sagt Alhaji Dangote, der reichste Afrikaner: "Die Entwicklungshilfe muss eingestellt werden. Sie bringst nichts."

Christop Kuhlmann | Sa, 18. Februar 2017 - 00:35

Mit zunehmendem Einkommen in Afrika wird der Migrationsdruck nach Europa wachsen. Bei einem Bevölkerungswachsatum von bis zu 7% jährlich kann auch das schönste Wirtschaftswachstum nicht mithalten. Selhbst hocentwickelte Kulturen können nicht über Jahrzehnte 10% Wachstum jährlich schaffen, selbst wenn diese nicht von einer Kleptokratie beherrscht werden. China hat dem Westen vorgemacht, wie man Entwicklung in Afrika schafft, indem man Gewinne macht! Der Ansatz der Mildtätigkeit führt zun idealen Bedingungen für eben jene Kleptoktatie deren Korruption Entwicklung verhindert. Nur profitable Strukturen können an einigen Orten in Afrika Wachstum ermöglichen und Zukunft bieten. Das Dumme ist, dass diese Zukunft nur einem Bruchteil der Menschen erreicht. Ohne Abschottung wird es nicht gehen. Politiker, die Verantwortung für Beschäftigung wollen, sollen ihre Fähigkeit in Europa nachweisen. Wer hier an der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit scheitert, scheitert erst recht in Afrika.

Enrico Stiller | Sa, 18. Februar 2017 - 05:30

Hätte sich der Experte die nackten Zahlen (z.B. der Weltbank) angesehen, hätte er konstatiert, dass sich die Armutssituation in Afrika in den letzten Jahrzehnten enorm verbessert hat. Das hat die Migrantenzahlen nicht verringert, sondern vergrössert. Mehr Leute können sich jetzt die teure Migration (und hört endlich auf, das "Flucht" zu nennen) leisten. Marshallpläne u.ä. werden daran gar nichts verbessern. Im Gegenteil. Der Migrationsgrund ist nicht Armut absolut gesehen. Sondern - natürlich neben Krieg - vor allem der Wohlstands-UNTERSCHIED Europa-Afrika. Und den kann man nicht nivellieren. Schluckt endlich die Realität: Die Grenzen müssen dicht gemacht werden, sonst ist hier bald "Ende im Gelände".

ingrid Dietz | Sa, 18. Februar 2017 - 06:59

1. Afrika muss endlich einmal Eigenverantwortung übernehmen - gerade in Bezug auf Familienplanung !
2. Entwicklungshilfe wieder mal im Alleingang ?
Das wird nicht funktionieren .....
und so "wurschelt" jedes Land und/oder Nation mit selbstgestrickten und neugebastelten Entwicklungshilfeprogramme weiter vor sich hin.
Entwicklungshilfe von "außen" ?
Die Frage stellt sich doch: warum sollte zukünftig etwas funktionieren, was jahrelang bzw. jahrzehntelang nicht funktioniert hat !?

Willi Mathes | Sa, 18. Februar 2017 - 08:27

Fakt !

Allerdings schon seit Jahrzehnten bekannt !

Wann will man den Worten endlich Taten folgen lassen ?

Freundliche Grüsse

Bernhard K. Kopp | Sa, 18. Februar 2017 - 09:01

Der Marshall-Plan hätte für den Wiederaufbau Europas nichts gebracht, wenn es nicht funktionierende Staaten gegeben hätte, deren staatliche und wirtschaftliche Eliten, und deren Bevölkerungen, selbst für den Wiederaufbau gearbeitet hätten. In Afrika war dies nicht, oder nur sehr mangelhaft möglich. Wir müssen aufhören, die korrupten Eliten zu mästen, die dann mit dem gewonnenen Reichtum Macht zementieren, aus denen die Länder nie mehr herausfinden. Entwicklungshilfe war über Jahrzehnte weniger oder jedenfalls nicht mehr als die Kapitalflucht zugunsten der Eliten. Bildung, in all seinen Varianten, Stipendien bis Handwerker-Ausbildung, ist die einzige Entwicklungshilfe, die nicht von korrupten Eliten, und auch nicht von rücksichtslosen Ausbeutern, gestohlen werden kann.

Gerdi Franke | Sa, 18. Februar 2017 - 09:15

Afrikaner flüchten aus ihrer Heimat, um in Europa eine bessere Zukunft zu finden? Das machen sie nur wenn sie wissen, in Europa Aufnahme zu finden. Und das hat nichts mit Asyl zu tun! Also muss man ihnen erst einmal klar machen, dass Europa selbst genug Probleme hat! Und dann muss man die Wirtschaft, die Afrika ausbeutet und ausgebeutet hat, für einen Marshallplan zur Kasse bitten. Aber da schauen alle doch nur auf den Steuerzahler!

Heinrich Niklaus | Sa, 18. Februar 2017 - 10:54

Es geht nicht um „Abschottung“, Herr Mair! Es geht um „offene Außengrenzen“ der EU, den offenen Binnengrenzen Europas und den damit verbundenen Kontrollverslust.

Es geht um unkontrollierte Flüchtlingsströme, die unser Sozialsystem, unsere Arbeitsmärkte und den inneren Frieden unserer Gesellschaften zerstören.

Es geht um eine EU, die gar nicht in der Lage ist, mit diesen Problemen umzugehen, weil sie noch nicht einmal die riesigen Arbeitslosen-Probleme der Süd-Europäer in den Griff bekommt.

Es geht um eine EU, deren Mitglieder die Union verlassen(GB), weil sie die andauernde Inkompetenz des Brüsseler Machtapparats ihren Gesellschaften nicht mehr zumuten wollen.

Wachen Sie auf, Herr Mair, bevor uns der „ganze Laden hier um die Ohren fliegt“!

gabriele bondzio | Sa, 18. Februar 2017 - 11:23

Das ist ja der große Trugschluss dieser Menschen. Sie werden auch hier nicht finden was sie suchen und Außenseiter sein und zum großen Teil bleiben. Dazu muss man dieser Tage, nur nach Frankreich schauen wo Tumulte bis bürgerkriegsähnliche Zustände ausgebrochen sind. Hier leben die meisten Menschen mit Migrationshintergrund (Jugendarbeitslosenquote liegt bei 40% Prozent) Gleiches in Schweden/Malmö u. a. Städten. Auch Zuwanderer in Deutschland sind häufiger arbeitslos, geringer gebildet und eher von Armut bedroht als Menschen ohne Migrationshintergrund. Hier wird sich das Problem früher oder später genauso stellen. Das die Jugendarbeitslosigkeit unter Migranten rapide anwächst und die Wut sich ein Ventil schafft.

Hubert Bauer | Sa, 18. Februar 2017 - 15:09

Das größte Problem ist die gewaltige Bevölkerungsexplosion in Afrika. Entwicklungshilfe darf es nur noch für Länder geben, die ihr Bevölkerungswachstum in den Griff bekommen. Sonst generieren wir durch unsere Entwicklungshilfe nur die nächsten Migranten. Das zweite große Problem ist der islamische Extremismus und die damit zumindest mittelbar einhergehende Bildungsresistenz. Also muss die Entwicklungshilfe auch an Fortschritte in der Bekämpfung des islamischen Extremismus und an Fortschritte in der Bildung (PISA usw.) gekoppelt werden. Dann wäre auch noch die Korruption in Afrika zu nennen, die einen wirtschaftlichen Fortschritt sehr bremst. Aber das sind alles Ursachen, welche die Afrikaner selbst verursacht haben und selber lösen können und müssen. Wir sollten Staaten unterstützen, wenn sie hier Fortschritte machen und Entwicklungshilfe streichen, wenn sie sich bewusst für einen Steinzeitislam und Kinderreichtum usw. entscheiden. Dann ist nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe.

Gunter Uerlings | Sa, 18. Februar 2017 - 17:41

Pointiert ausgedrückt scheint mir die Idee „am westlichen Wesen (Demokratie, effiziente Ökonomie, etc.) soll Afrika genesen“ Basis der Empfehlungen in dem Artikel zu sein. Afrika helfen zu wollen ist eine zweifelsfrei hehre ethische Gesinnung. In wie weit man helfen kann, ja ob überhaupt eine an westlichen Werten orientierte Hilfe gewünscht wird, ist – zumindest bei den dortigen Herrschaftseliten – sehr zweifelhaft. Afrika wird größtenteils von korrupten oder schlimmer noch, Terrorregimen „regiert“. Ohne Korruption und Terror zu eliminieren – und das bedeutet realistischerweise Gewalteinsatz – lassen sich die Lebensverhältnisse nicht verbessern (Zitat: „…Verpflichtung auch für europäische Staaten, zu solchen Missionen militärisch beizutragen“). Einen Krieg zu gewinnen ist „dank“ überlegener westlicher Militärtechnik durchaus möglich (siehe Irak-Krieg). Ob aber auch ein von fremder Hand in einem fremden Kulturkreis oktroyierter, dauerhafter Friede erreichbar ist, wage ich zu bezweifeln.

Gunter Uerlings | Sa, 18. Februar 2017 - 17:44

Forts. zu "Was kann der westliche Kulturkreis in Afrika bewirken":
Selbst unter der Prämisse, dass der betreffende Staat frei von Terror und Korruption ist, sollte der Westen sich nicht anmaßen, anderen Kulturkreisen unsere westliche „40-Stunden-Woche“-Arbeitskultur überzustülpen, sondern nur da Unterstützung zu geben, wo dies auch wirklich gewünscht wird. Wir sollten andere Lebensphilosophien respektieren. Manche leben bekanntlich lieber nach dem Motto: arm aber sexy (hiermit meine ich selbstverständlich nicht existenzbedrohende Armut, sondern etwa das unbeschwerte, in unseren Augen kurzsichtige In-den-Tag-hinein-Leben-Wollen).

Hubert Knapp | Sa, 18. Februar 2017 - 18:59

sind nicht zuletzt auch falsche Verlockungen und unrealistische Vorstellungen, wie man auch relativ klar gerade von afrikanischen Migranten in der jüngsten Zeit erfahren konnte.

Die Bekämpfung von "Fluchtursachen" sollte also im eigenen Lande beginnen, bevor man sich aus reinem Eigennutz bzw. -Schutz veranlaßt sieht, einen Kontinent mit einem "Marshallplan" zu überziehen. Es käme einer aggressiven Invasion gleich, Jahrtausende existierenden Kulturen mal ruck-zuck die westliche überstülpen zu versuchen, in dem Glauben, dann Ruhe zu haben.

Damit bestraft man genau diejenigen, die alles richtig gemacht haben, die unter Berücksichtigung geografischer und kultureller Gegebenheiten die Existenz ihrer Völker über die Jahrtausende gesichert haben - was für Wirtschaftssyteme und Lebensweisen nach westlichem Muster völlig utopisch ist.

Sind die Probleme, die wir jetzt beobachten, nicht vielmehr auf *zuviel* Einfluß von unseren Kulturen zurückzuführen und müßten wir daraus nicht lernen?

Kurt Walther | Sa, 18. Februar 2017 - 19:31

Afrika ist m.E. aus ökonomischer Sicht ein traurig hoffnungsloser Kontinent. Vielleicht kann man einige Staaten gezielt fördern und sie zum Vorbild für andere machen. Man sollte aber nicht davon ausgehen, dass dies den Migrantenstrom nach Europa bremst. Es ist eine verbreitet naive Vorstellung, dass allein etwas mehr Wohlstand in diesen Ländern die Menschen zurückhält. Ich stimme hier dem Standpunkt von Dr. Mair zu: "Ein relativ höheres Entwicklungsniveau in Afrika könnte auch zur Folge haben, dass sich mehr Afrikaner die Auswanderung nach Europa leisten können." Es wird zudem immer Wohlstandsunterschiede zwischen Ländern, Regionen und den einzelnen Menschen geben und Versuche, auf der "besseren Seite" zu leben. Die wirklichen Probleme aber kommen erst noch mit den künftigen Klimaflüchtlingen.

Karin Zeitz | Sa, 18. Februar 2017 - 19:51

macht nicht glücklich. Die Milliarden, die in den vergangenen Jahren in Entwicklungshilfe, Welthungerhilfe und andere sozialen Projekte geflossen sind, haben keine grundlegende Verbesserung der Lebensverhältnisse in Afrika bewirkt. Das liegt begründet in Korruption und Misswirtschaft der dort Regierenden, ungünstigen Handelsbedingungen gegenüber europäischen Konzernen, Klimaproblemen und vor allem an der extrem hohen Geburtenrate. Wer helfen will muss heutzutage vor Ort sein und dort bleiben, um das Geschaffene zu bewahren. Ich denke z.B. an die Freiwilligen, die in Afrika Brunnen gegraben haben und zwei Jahre später bei ihren Besuchen feststellen mussten, dass die Brunnen von den Einheinmischen als Müllkippen missbraucht worden sind. Es braucht Bildung, Ausbildung und Aufklärung. Hinderlich sind die religiösen Verbote der Empfängnisverhütung, die dazu führen, dass die Armut immer schlimmer wird.

Hans Peter Dietz | Sa, 18. Februar 2017 - 23:25

den Mars zu terraformieren. Das ist ja OK, aber nicht in den nächsten 100 Jahren. Die Wirklichkeitsferne deutscher Akademiker und Politiker ist ein historisches Schauspiel. Eine Tragikomödie.

Marius Suder | Sa, 18. Februar 2017 - 23:29

Es wird nur mit Abschottung funktionieren. Ansonsten: Ab wieviel Prozent für die AfD wird das «Heerlager der Heiligen» erwachsen werden?

Afrika wird seine Bevölkerung in den nächsten 35 Jahren verdoppeln. Was in China dank einer devoten und disziplinierten Population gelang, wird in Afrika scheitern. Und selbst in China gibt es trotz 1-Kind-Politik und zweifach mehrstelligem Wachstum große Verwerfungen, die nur gerade so durch eine autoritäres Regime geklammert werden können.
In Afrika gibt es hunderte Regimes, unzählbar viele Warlords, Strömungen, Konflikte.

Die Hoffnung, ein wenig Wirtschaftswachstum könnte den Migrationsdruck auch nur geringfügig abschwächen, halte ich für blauäugig und illusorisch.

Ceterum censeo: Wir sollten uns raushalten. Es ist nicht unsere Aufgabe, uns um die Probleme der Welt zu kümmern. Immer wenn dies geschieht — egal auf welcher noch so guter Motivation basierend — enstand immer mehr Leid als Positives.

Jeder muss selbst laufen lernen.

Johannes Luig | So, 19. Februar 2017 - 14:23

Was habe ich Neues gelernt, aus diesem wissenschaftlichen Artikel? Ich soll mich schuldig, also verantwortlich fühlen und Afrika aufbauen helfen. Also zahlen. Ich habe 10 Jahre lange eine Patenschaft für einen muslimischen Jungen in Burkinafaso übernommen. Der Gutmensch Uli Wickert hatte gebürgt. Das einzige Projekt, dass in der Zeit realisiert wurde, war der Bau einer Latrine. Als der Vater das Kind vor der Schule genommen hat, habe ich die Patenschaft gekündigt.
Nun sollen wir also weiter Geld in korrupte Staaten pumpen, auch wenn dadurch , der 'Migrationsdruck nicht geringer, ja sogar stärker' wird. Warum? Ich fühle mich nicht verantwortlich für Afrika, aber für Deutschland schon.
Unsere Grenzen müssen umgehend geschlossen werden. Die sog. humanitären Rettungsschiffe, die Afrikaner in Italien abladen, müssen in Italien festgesetzt und dadurch die weitere Schleusertätigkeit beendet werden. Dann wird auch niemand mehr die Schlauchboote betreten und im Meer ertrinken. Joh. Luig

Ina Langer | So, 19. Februar 2017 - 15:18

Ein wichtiger Aspekt bleibt mal wieder unbeachtet, die besten Voraussetzungen im eigenen Land nützen nichts, wenn die Ressourcen knapp werden. Hätte Deutschland (ausgehend von 1960) ein Bevölkerungszuwachs wie Somalia, würden wir über 280 Mio. Einwohner zählen (im Falle von Eritrea sogar über 300 Mio). Wie würden wir wohl leben? Der Kriegsindex wird bei dieser Abhandlung völlig vernachlässigt. Solange die Bevölkerungsexplosion nicht gestoppt wird, werden die Menschen weiterhin Kriege führen und ins gelobte Europa „fliehen“. Wer die Grenzsicherheit mit dem Kampfbegriff „Abschottung“ brandmarkt, ist sich der Dimension zukünftiger Migration nicht bewusst.

Jochen Wegener | So, 19. Februar 2017 - 15:18

heißt nach den Regeln des Seerechtes die Schiffbrüchigen im nächsten Hafen abzusetzen und dazu ist von den zuständigen Behörden auch das Einlaufen zu genehmigen. Rettung aus Seenot heißt nicht die Schiffbrüchigen - die sich übrigens selbst mutwillig in die sie selbst gefährende Situation gebracht haben - per EU- und Nato-Taxi in ihren Wunschhafen zu transportieren. In Australien hat sich die rigide Haltung der Behörden mittlerweilen herumgesprochen und das wird im Mittelmeer auch der Fall sein wenn nicht nach jedem Sprung über die 3-Meilen-Zone sofort eine Fregatte ausrückt oder ein Hubschrauber aufsteigt. Im übrigen wird der Marshal-Plan als historische Parellele gnadenlos überschätzt: den wirtschaftlichen Aufsteig brachte der Korea-Krieg und die amerikanische Strategie die Bundesrepublik als gut genährte Russenbremse einzusetzen. Wenn Afrika sich offensichtlich nicht selbst zu helfen gewillt ist wird es Europa auch nicht schaffen. Kleptokratie und Korruption sind keine Erfolgsmodelle

helmut armbruster | So, 19. Februar 2017 - 16:45

denn sie hilft weder Afrika noch Europa.
1. Wenn halb Afrika in der Migration nach Europa den leichtesten und scheinbar einzigen Ausweg findet, so wäre Europa überfordert u. könnte die Aufnahme so vieler Millionen unmöglich bewältigen
2. Millionen junger, gesunder Männer würden in Afrika selbst fehlen. Statt dort Aufbauarbeit zu leisten würden sie in europ. Sozialhilfesystemen sinnlos herumlungern.
3. In Afrika selbst könnten sie Aufbauarbeit leisten. Notwendig wäre, dass sie begreifen, dass auch Europa kein Schlaraffenland ist und nicht auf sie gewartet hat.
4. Die Welt und Europa müssten Hilfe zur Selbsthilfe leisten, aber mehr auch nicht. Denn sonst wird Afrika immer am Subventions- und Entwicklungshilfetropf hängen und nie in der Lage sein auf eigenen Beinen zu gehen.
5. Die Welt und Europa müssten die Diktatoren, Familienclans u. Warlords, die bisher allein vom Reichtum u. den Hilfsgeldern für Afrika profitiert haben, kriminalisieren und ihnen gründlich das Handwerk legen.

Michael J. Glück | So, 19. Februar 2017 - 18:39

Die wirtschaftliche Hilfe Deutschlands und der gesamten EU für die afrikanischen Länder muss dreierlei berücksichtigen: 1. Die bäuerlichen Betriebe Afrikas können den rauen Wettbewerb mit der europäischen oder amerikanischen Agrarindustrie nicht bestehen. Wer hier Freihandelt fordert, der treibt die kleinen bäuerlichen Unternehmen in den afrikanischen Ländern ins wirtschaftliche Aus und zerstört Arbeitsplätze. 2. Die Großindustrie ist zwar als Entwicklungshilfe allemal spektakulärer, schafft in aller Regel aber weniger Arbeitsplätze als das Handwerk. 3. Die Abwerbung von qualifizierten Kräften in den afrikanischen Ländern hemmt die Entwicklung dieser Staaten. Nur wenn diese Gesichtspunkte bei der Entwicklungshilfe berücksichtigt werden, könnten zumindest die wirtschaftlichen Flüchlingsgründe abnehmen.
Michael J. Glück

Michaela Diederichs | So, 19. Februar 2017 - 19:37

lieber Herr Dr. Mair, muss m. E. benannt werden - die afrikanische Mentalität. Warum hat die Textilindustrie sich in Asien und nicht in Afrika angesiedelt? Das wäre theoretisch doch auch möglich gewesen. Ich denke, Investoren müssen auch die Mentalität im Auge haben. In Afrika ticken die Uhren anders - jedenfalls haben wir es in allen bereisten Ländern so erlebt. Das ist ausgesprochen liebenswert, charmant und entschleunigt und tut Menschen aus Industriegesellschaften außerordentlich gut, aber produktiv ist es nicht unbedingt. Man muss es behutsam angehen lassen und darf die Erwartungen nicht zu hoch schrauben, sonst ist die Frustration auf beiden Seiten vorprogrammiert. Gespräche mit führenden Politikern vor Ort, aber auch mit Weißen in Kenia, Südafrika, Namibia, Botswana, Sambia, aber auch vertriebenen Weißen aus Simbabwe könnten hilfreich sein, die afrikanische Seele besser zu verstehen. Dann fällt es möglicherweise allen deutlich leichter.

Jochen Krueger | So, 19. Februar 2017 - 20:05

1.: Afrika braucht keinen Marschallplan sondern 'good governance'.
2.: Wenn Politik und Verwaltung eines Landes den Grossteil ihres Einkommens durch Korruption bezieht, lässt sich so ein System nur durch Revolution ändern.
Wer lässt sich denn freiwillig sein Einkommen drastisch reduzieren?
Solange die Unzufriedenen die Möglichkeiten der Migration haben wird nur der Druck aus dem Kessel genommen und es ändert sich nichts.
3.: Solange die Einsicht fehlt das rasantes Bevölkerungswachstum mit ursächlich für viele Probleme ist, kann es in den Staaten mit den meisten Migranten nur weiter rasant bergab gehen.

Ralf Müller | Mo, 20. Februar 2017 - 09:46

Andere organisieren Afrika. Wieder der falsche Ansatz. Das hatten wir alles schon. Nannte sich Kolonialismus. Afrikaner wollten das nicht mehr.
Ein Befreiungskrieg nach dem anderen ging durch die 60er/70er Jahre. Die Folge ist eindeutig. Wer das eine will - Unabhängigkeit - , muss das andere - Selbstverantwortung - mögen. Afrika muss sich selbst helfen, selbst organisieren, selbst verantworten. Oder eben nicht. Das ist Sache Afrikas. Europa trägt hierfür keine Verantwortung. Nicht einmal Mitverantwortung. Auch nicht ansatzweise. Irgendwann endet jede Vergangenheit. Zu allererst muss Afrika seine Bevölkerungsentwicklung steuern. Wenn das nicht gelingt, wird auch nichts anderes dort gelingen. Mit der Hälfte an Menschen könnte Afrika gut dastehen. Alles in Afrika ist aus den Fugen geraten. Im Gegensatz zur Kolonialzeit. Ein schlichter Fakt, keine Wertung. Jeder mag seine Schlüsse ziehen. Migration ist keine Alternative. Migration erzeugt Konflikte, im südlichen Afrika tagtäglich.

Oliver Hoch | Mo, 20. Februar 2017 - 10:52

Unser wunderbares Asylrecht ist tot,zerstört durch millionenfachen Missbrauch verbunden mit maßloser Ausweitung von Ansprüchen uns fremder, oft feindlich gewonnener Personen. Die Tür muss geschlossen und verriegelt werden. Afrika muss sich selbst helfen. Statt korrupte Eliten mit einem neuesten und aller neuesten Marshallplan weiter zu stützen brauchen die Völker Afrikas Zeit, sich dieser zu entledigen. Ohne unsere "Hilfe". Ohne unsere Bevormundung oder unser wohl gemeintes Geld. Eigenverantwortlich.

Robert Flag | Mo, 20. Februar 2017 - 10:54

Immer die gleichen Ratschläge, die gleichen Reden, die gleichen Rezepte. Die gleiche Nutzlosigkeit.
Seit über einem halben Jahrhundert.
Ich hab´s sooo satt !

Peter Bigalk | Mo, 20. Februar 2017 - 12:41

Leider sehe ich wenig Ansatzpunkte für Verbesserungen. Weder hat die Entwicklungshilfe außer Bevölkerungswachstum und Korruption mehr Wohlstand gebracht, noch nützt die massenweise Aufnahme von Armutsflüchtlingen irgendjemandem in Europa, geschweige denn der Mehrheit der Menschen vor Ort. Gerne lokale Hilfe aber mit der klaren Bedingung der Rücknahme von Wirtschaftsflüchtlingen und Maßnahmen gegen die Bevölkerungsexplosion. Sonst kommen ganz bittere Zeiten auf uns zu.

Albert Schabert | Mo, 20. Februar 2017 - 14:35

Davon steht in dem Artikel kein Wort.Bildung mit dem Ziel die Wachstumsraten der Bevölkerung zu dezimieren und ihnen zu ermöglichen für sich selbst zu sorgen.Hilfe zu Selbsthilfe,mehr darf es nicht sein!Selbst Nahrungsmittelhilfe führt nur zur neuen Abhängigkeit,Geschäftemacherei und Korruption.Die Kosten wären viel,viel kleiner.
Viele Regierungen in Afrika lassen nichteinmal das zu,sie fürchten um ihre Existenz.

Gunter Uerlings | Mo, 20. Februar 2017 - 17:41

M .E. muss die fatale Sogwirkung des in den Augen von Hunderten Millionen Afrikanern traumhaften Lebensstandards in Deutschland (für jedermann garantiert aufgrund Asylantrag, Duldung, oder Abschiebehindernisse) deutlich reduziert werden. Das kann z. B. durch weitgehenden Ersatz von Geld- durch Sachleistungen und Einrichtung von Immigrationszentren an den Grenzen erreicht werden, in denen Identität und Aufenthaltsstatus geklärt und ggf. Rückführungen durchgeführt werden. Sind sich die hiesigen Gutmenschen bei der Migrantenhilfe eigentlich bewusst, dass sie Deutschland zum Weltsozialamt umfunktionieren und somit finanziell und kulturell auf Jahrzehnte in Haftung nehmen (welcher Hype angesichts Zig-Millionen potentieller Migranten)? Unsere europäischen Nachbarn haben offensichtlich einen klaren Kopf behalten und lassen sich von Verantwortungsethik anstatt hinsichtlich der Folgen blinder Gesinnungsethik leiten.

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