Lektionen von Hannah Arendt zu Trump - „Die Massen flüchten in die Fiktion“

Hannah Arendt veröffentlichte 1951 ihr Buch „Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft“. Heute liest es sich wie eine unheimliche Analyse des Aufstiegs von Donald Trump. Ein fiktives Gespräch über die Atomisierung der Gesellschaft, den Niedergang der Parteien und das Spiel mit der Wahrheit

Hannah Arendt
Die Jüdin Hannah Arendt emigrierte 1933 aus Deutschland / picture alliance

Autoreninfo

Constantin Wißmann schreibt für verschiedene Zeitungen und Magazine. Er hat in London Geschichte studiert und die Berliner Journalisten-Schule absolviert. Er arbeitet für Cicero Online. 

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Frau Arendt, wenn man Donald Trump agieren sieht, fragt man sich immer noch, wie er in einem aufgeklärten Land wie den USA Präsident werden konnte. Ohne die beiden gleichsetzen zu wollen, gibt es in Deutschland unzählige Bücher darüber, wie Hitler hier an die Macht gelangte. Sie haben einige davon geschrieben. Klären Sie uns auf!
Totalitäre Bewegungen sind überall da möglich, wo Massen existieren, die aus gleich welchen Gründen nach politischer Organisation verlangen. Massen werden nicht von gemeinsamen Interessen zusammengehalten, und ihnen fehlt jedes spezifische Klassenbewusstsein, das sich bestimmte, begrenzte und erreichbare Ziele setzt. Der Ausdruck „Masse“ ist überall da zutreffend, und nur da, wo wir es mit Gruppen zu tun haben, die sich, entweder weil sie zu zahlreich sind, oder weil sie zu gleichgültig für öffentliche Angelegenheiten sind, in keiner Organisation strukturieren lassen, die auf gemeinsamen Interessen an einer gemeinsam erfahrenen und verwalteten Welt beruht, also in keinen Parteien, keinen Interessenverbänden, keinen lokalen Selbstverwaltungen, keinen Gewerkschaften, keinen Berufsvereinen. Potenziell existieren sie in jedem Lande und zu jeder Zeit; sie bilden sogar meist die Mehrheit der Bevölkerung auch sehr zivilisierter Länder, nur dass sie eben in normalen Zeiten politisch neutral bleiben und sich damit begnügen, ihre Stimmen nicht abzugeben und den Parteien nicht beizutreten.

Tatsächlich hat Trump in den USA eine Bewegung in Gang gesetzt, die der weißen Mittelklasse. Weder die etablierten Kandidaten seiner Partei, den Republikanern, noch die gegnerischen Demokraten konnten diese aufhalten. Warum gelingt es den etablierten Parteien nicht, so eine Bewegung aufzunehmen oder zu absorbieren?
Wie immer der Prozess der Entfremdung von Volk und Regierung verlaufen mochte, das parlamentarische Parteiensystem ist seit Ende des 19. Jahrhunderts offenbar ständig im Niedergang begriffen und gilt in der Volksmeinung mehr und mehr als eine kostspielige und eigentlich unnötige Institution. Das Phänomen, dass jede Gruppe, die außerhalb des Parlaments mit einem Programm jenseits von Parteien- und Klasseninteressen auftritt, die Chance echter Popularität hat, ist mehr als hundert Jahre alt. Dass diese Gruppen dem Allgemeinwohl dienten und zur Führung der Staatsgeschäfte geeigneter sein würden als das parlamentarische Parteiensystem, war freilich nur ein Schein: sie alle verfolgten in Wahrheit nur das Ziel, ihr eigenes partikulares Interesse an die Stelle der vielen, widersprechenden Interessen der Klassengesellschaft zu setzen und in Form der Parteidiktatur die Macht, also den Staatsapparat, zu ergreifen.

Unterschätzen die Parteien also die Kraft der Masse?
Es war charakteristisch für den Aufstieg der totalitären Bewegungen in Europa, der faschistischen wie der kommunistischen, dass sie ihre Mitglieder aus der Masse jener scheinbar politisch ganz uninteressierten Gruppen rekrutierten, welche von allen anderen Parteien als zu dumm oder zu apathisch aufgegeben worden waren. Der Massenerfolg der totalitären Bewegungen bedeutete das Ende zweier Illusionen, die allen Demokraten teuer gewesen waren. Die erste Illusion war, dass alle Einwohner eines Landes auch Bürger sind, die ein aktives Interesse an öffentlichen Angelegenheiten nehmen, und dass jeder einzelne zwar nicht notwendigerweise in einer Partei organisiert zu sein brauchte, aber doch mit irgendeiner von ihnen sympathisierte und sich von ihr auch dann vertreten fühlte, wenn er selbst niemals wählte. Die Bewegungen bewiesen, dass politische neutrale und indifferente Massen die Mehrheit der Bevölkerung auch in einer Demokratie bilden können und dass es also demokratisch regierte Staaten gibt, die zwar im Sinne des Mehrheitsprinzips funktionieren, in denen aber dennoch nur eine Minderheit herrscht oder überhaupt politisch repräsentiert ist.

Und die zweite Illusion?
Die zweite Illusion war, dass diese politisch neutralen und indifferenten Massen auch ohne politisches Gewicht seien, dass sie wirklich, wenn es sie schon gab, neutral seien und nur den Hintergrund des politischen Lebens der Nation bildeten. Die tiefe Erschütterung des gesamten politischen Lebens, welche die totalitären Bewegungen auslösten, zeigt deutlich, dass eine demokratische Verfassung auf die schweigende Duldung aller politisch inaktiven Elemente in der Bevölkerung angewiesen ist und von dieser inartikulierten und unkontrollierbaren Massenstimmung ebenso abhängt wie von artikulierten und organisierten öffentlichen Institutionen.

Wahlkampfautritt von Donald in North Carolinae
Donald Trump im Wahlkampf: „Inartikulierte und unkontrollierbare Massenstimmung“ / picture alliance

Und warum bricht diese Duldung auf?
Mit dem Wegfall der Klassenstruktur verwandelten sich die potenziellen, apathischen Mehrheiten, die bisher hinter jeder Partei gestanden hatte, in eine unorganisierte, unstrukturierte Masse verzweifelter und hasserfüllter Individuen, die nichts verband außer der allgemeinen Einsicht, dass die Hoffnungen der Parteimitglieder auf die Wiederkehr der guten alten Zeit sich nicht erfüllen und dass sie jedenfalls diese Wiederkehr schwerlich erleben würden und dass daher diejenigen, welche bisher die Gemeinschaft vertreten und als ihre artikuliertesten und bestinformierten Glieder respektiert worden waren, in Wahrheit Narren waren, die sich mit den bestehenden Mächten verbündeten, um alle übrigen entweder aus schierer Dummheit oder aus schwindelhafter Gemeinheit in den Abgrund zu führen. Diese Masse verzweifelter und ressentimenterfüllter Individuen wuchs sehr rasch nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland und Österreich, wo Inflation und Arbeitslosigkeit in kurzen Abständen der militärischen Niederlage und ihren Konsequenzen gefolgt waren.

Das bindende Element der Masse ist also der Hass auf die Eliten?
Vom Mob hat die totalitäre Propaganda gelernt, dass sie in das Zentrum der Agitation immer das stellen muss, was die öffentliche Meinung und die Propaganda der Parteien jeweils mit Schweigen übergehen. Denn im Unterschied zu der erst später entwickelten totalen Massenherrschaft, die an Existenz von Wahrheit überhaupt nicht glaubt, glaubt der Mob in aufrichtiger Beschränktheit, dass wahr sei, was immer die Heuchelei der guten Gesellschaft oder der offiziellen Kundgebungen der Regierungen verleugnen oder mit Korruption zudecken.

Aber warum macht der „Mob“ dann bei den Bewegungen mit, die ihn doch auch mit oft unhaltbaren Versprechen ködern? Warum sind die Menschen da nicht genauso misstrauisch wie bei den etablierten Parteien?
Die Mitgliedschaft der Bewegungen bestand aus Leuten, die nie zuvor auf der politischen Bühne erschienen waren. Dies erleichterte natürlich die Einführung ganz neuer Methoden politischer Propaganda ungemein, es ermöglichte vor allem das Totschweigen der Argumente der politischen Gegner; die Bewegungen stellten sich nicht nur prinzipiell außerhalb des Parteiensystems, sie rekrutierten sich auch eine Mitgliedschaft, die niemals von diesem Parteiensystem erreicht und dadurch auch nie durch es „verdorben“ worden war. So brauchten sie sich um gegnerische Argumente nicht zu kümmern, sie brauchten überhaupt nicht eigentlich zu überzeugen, wenn Überzeugung voraussetzt, dass der Überzeugte vorher eine andere Meinung gehabt hat; sie konnten mitten im Frieden und ohne dass dies von revolutionären Umwälzungen begleitet worden wäre, die Methoden des Bürgerkriegs in die normale politische Propaganda tragen. Sie gingen immer von der Voraussetzung aus, dass ihre eigenen Anhänger mit allen anderen Bürgern nicht das mindeste gemein hätten, und deuteten alle Meinungsverschiedenheiten als unabänderliche Unterschiede sozialer oder völkischer oder psychologischer Natur, die weder von Vernunft erfasst noch von dem Individuum kontrolliert werden konnten.

Wie entsteht denn eigentlich der Eindruck, dass das Parteiensystem verdorben ist? Steckt da nicht auch Wahrheit drin?
Das Einzige, was sich dem Verständnis der Massen, die mit jedem neuen Unglücksschlag leichtgläubiger werden, von der wirklichen Welt noch darbieten will, sind gleichsam ihre Lücken, das heißt die Fragen, die die Welt nicht öffentlich diskutieren will, oder die Gerüchte, denen sie nicht öffentlich zu widersprechen wagt, weil sie, wenn auch in entstellter Weise, irgendeinen wunden Punkt berühren. An diesen wunden Punkten ziehen die Lügen der totalitären Propaganda jenes Minimum an Wahrheit und realer Erfahrung, dessen sie bedürfen, um die Brücke zu schlagen zu können von der Realität in die totale Fiktion. Wo immer sie reale Bedingungen treffen, deren Existenz verborgen gehalten wird, gewinnen sie den Anschein einer überlegenen Realitätsnähe. Skandale in der besseren Gesellschaft, politische Korruption, überhaupt das gesamte Gebiet des Revolverjournalismus liefert totalitärer Propaganda eine Waffe, deren Bedeutung weit über den Sensationswert solcher Dinge hinausgeht.

Können Sie ein Beispiel nennen?
Bekanntlich wurde die Fabel von einer jüdischen Weltverschwörung zur wirksamsten Fiktion der Nazipropaganda vor der Machtergreifung. Es war nur natürlich, dass die antisemitische Stimmung desto mehr anstieg, je beharrlicher alle der Republik ergebenen Parteien eine Diskussion der Judenfrage vermieden. Dass diese als „nicht salonfähig“ galt, war für den Mob der schlüssigste Beweis dafür, dass die Juden die wahren Repräsentanten der herrschenden Gewalten sind und machte die Behandlung der Judenfrage als solche zum Symbol für den Kampf gegen die „Heuchelei“ und die „Verlogenheit“ des Systems.

Verlogenheit ist ein gutes Stichwort. Die Propaganda-Lügen von Hitler sind bekannt, wegen Trumps, sagen wir, kreativem Umgang mit der Wahrheit, kam das Wort postfaktisch auf.
Dabei handelt es sich um die Einführung der Lüge als ein organisatorisches Mittel. Dass eine fiktive Welt nur durch Lügen zu etablieren ist, ist evident, aber ihre Sicherung bedarf eines in sich zusammenhängenden, dichteren Truggewebes, als es die bekannte Kurzbeinigkeit von Lügen gewähren zu können scheint. Den Lügen wird in totalitären Organisationen dadurch Konsistenz verliehen, dass sie strukturell in die Organisation selbst, und zwar graduiert, eingebaut werden, so dass man schließlich die gesamte Hierarchie der Bewegung, vom naiv Sympathisierenden über die Parteimitgliedschaft und die Eliteformation bis hin zu dem engsten Kreis um den Führer danach beurteilen kann, in welcher Mischung Leichtgläubigkeit und Zynismus sich miteinander vereinen.

Menschen bejubeln Adolf Hitler, der in einem offenen Auto sitzt, in Berlin 1994
Adolf Hitler in Berlin: „Revolte der Massen gegen den gesunden Menschenverstand“ / picture alliance

Welche Rolle spielen die Anführer der Bewegungen darin?
Die Kunst des totalitären Führers besteht darin, in der erfahrbaren Realität geeignete Elemente für seine Fiktion herauszufinden und sie so zu verwenden, dass sie fortan von aller überprüfbarer Erfahrung getrennt bleiben. Dies geschieht dadurch, dass man Erfahrungselemente isoliert und verallgemeinert, also sie dem Bereich der Urteilskraft, die ihnen ihren Platz in der Weltgeschichte angewiesen hatte, entzieht, um dann die so vom gesunden Menschenverstand unabhängig gewordene, aus ihrem allgemeinen Zusammenhang gerissene Erfahrung, in das ihr logisch inhärente Extrem zu treiben. Damit wird eine Konsequenz und Stimmigkeit erreicht, mit der die wirkliche Welt und die nicht verabsolutierte Erfahrung nie und nimmer in Konkurrenz treten können

Man fragt sich aber doch, warum die Menschen so anfällig sind für diese Lügen. Es ist doch gar nicht so schwer, herauszufinden, ob jemand die Wahrheit spricht. Oft genügt doch der gesunde Menschenverstand.
Bevor die totalitären Bewegungen die Macht haben, beschwören sie eine Lügenwelt der Konsequenz herauf, die den Bedürfnissen des menschlichen Gemüts besser entspricht als die Wirklichkeit selbst, eine Welt, in der die entwurzelten Massen mit Hilfe der menschlichen Einbildungskraft sich erst einmal einrichten können und in der ihnen jede ständige Erschütterungen erspart bleiben, welche wirkliches Leben den Menschen und ihren Erwartungen dauernd bereitet. Nicht, weil sie dumm oder schlecht sind, sondern weil im allgemeinen Zusammenbruch des Chaos diese Flucht in die Fiktion ihnen immerhin noch ein Minimum von Selbstachtung und Menschenwürde zu garantieren scheint. Die besessene Blindheit, die der Realitätsflucht der Massen in eine in sich stimmige Welt eigen ist, entspricht ihrer Heimatlosigkeit in einer Welt, in der sie nicht mehr existieren können, weil der anarchische Zufall in Form vernichtender Katastrophen ihrer Herr geworden ist. Die Revolte der Massen gegen den Wirklichkeitssinn des gesunden Menschenverstands und das, was ihm im Laufe der Zeit plausibel erscheint, ist das Resultat einer Atomisierung, durch die sie nicht nur ihren Stand in der Gesellschaft verloren, sondern mit ihm die ganze Sphäre gemeinschaftlicher Beziehungen, in deren Rahmen der gesunde Menschenverstand allein funktionieren kann. Nur wo der gesunde Menschenverstand seinen Sinn verloren hat, kann ihm die totalitäre Propaganda ungestraft ins Gesicht schlagen.

Die Menschen wollen also belogen werden? Oder warum wählen sie einen offensichtlichen Blender wie Donald Trump?
Das Beisammensein von Leichtgläubigkeit und Zynismus war charakteristisch für die Mobmentalität, bevor es eine alltägliche Erscheinung moderner Massen wurde. In beiden Fällen entstand diese Mischung dort, wo Menschen in einer ständig wechselnden und immer unverständlicheren Welt sich darauf eingerichtet hatten, jederzeit jegliches und gar nichts zu glauben, überzeugt, dass schlechterdings alles möglich sei und nichts wahr. Das Beisammensein von Leichtgläubigkeit und Zynismus war an sich merkwürdig genug, denn es bedeutete das Ende jener Illusion, derzufolge Leichtgläubigkeit das Zeichen primitiver „ungebildeter“ Menschen, während Zynismus das Laster souveräner und raffinierter Geister ist. Diesem Vorurteil macht die Massenpropaganda insofern ein Ende, als sie mit außerordentlichem Erfolg ein Publikum voraussetzt, dass jederzeit bereit ist, leichtgläubig alles hinzunehmen, und sei es noch so unwahrscheinlich, und es doch nicht im mindesten verübelt, wenn der Betrug sich herausstellt, weil es offenbar jede Aussage ohnehin für eine Lüge hält.

Es spielt also gar keine Rolle, ob die Wahrheit verkündet wird?
Totalitäre Führer haben ihre gesamte Propaganda auf die psychologisch richtige Annahme begründet, dass dieselben Menschen heute dazu gebracht werden können, die unglaublichsten Märchen zu akzeptieren, und morgen, wenn sie sich von der Unrichtigkeit der Märchen überzeugt haben sollten, dazu gebracht werden können, zynisch zu behaupten, sie hätten die Lügen von vornherein durchschaut und seien stolz darauf, Führer zu haben, die so souverän andere Leute an der Nase herumzuführen verstünden.

Dieses Interview ist, natürlich, selbst eine Fiktion. Die Philosophin und Schriftstellerin Hannah Arendt, geboren 1906 in Hannover, starb 1975 in New York. Alle Antworten sind unverändert dem Text des Buches „Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft“ entnommen, bis auf wenige, geringfügige Ausnahmen, um den Lesefluss zu erhalten. Mit freundlicher Genehmigung des Piper Verlags.

 

Buchcover Hannah Arendt

Hannah Arendt, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Antisemitismus, Imperialismus, Totalitarismus. Piper Verlag 1991, 1024 Seiten, 26 Euro.

 

 

Mathias Trostdorf | So, 26. Februar 2017 - 11:37

Im Artikel klingen viele Dinge sehr plausibel und sind es wahrscheinlich auch. Trotzdem findet eine Einteilung in schwarz und weiß statt. Wer nicht gut und demokratisch ist, muß böse sein. Natürlich spielt Frustratition bei der Ablehnung des herrschenden Systems immer eine große Rolle, denn auch die "unpolitischen" haben ja Rechte und Interessen, die möglichst gut von denen wahrgenommen werden sollen, die mal dafür gewählt wurden.
Was heute festzustellen ist, ist, daß ja inzwischen viele Schwächen der repräsentativen Demkratie auf dem Tisch liegen, aber dort niemand bereit ist, sich mit denen zu befassen, und stattdessen in moralischer Überhöhung die "Dummen und Abgehängten" zu diskreditieren, da deren Interessen, nicht ins "weiter so" passen. Natürlich treten solche Konflikte in wirtschaftlich besseren Zeiten weniger auf, trotzdem ist das ja bei weitem kein rein ökonomisches Problem. Auch haben viele Leute unabhängig vom Bildungsgrad ein Gefühl für (Un-)Gerechtigkeit.

Ich möchte mich dem Kommentar von Herrn Trostdorf in allen Punkten anschliessen:
Genau das waren auch meine Gedanken bei der Lektüre dieses Artikels - der übrigens für Menschen ohne Abitur wohl kaum verständlich ist und ihm bestensfalls den Eindruck vermittelt, dass er zu "dumm" ist um das alles zu verstehen und ihn schlimmstenfalls darin bestätigen, dass er für die "Eliten" schlichtweg zum "Pack" zählt und ihm deshalb gar nichts anderes übrig bleibt, als zu hoffen, dass die "Populisten" seine Interessen vielleicht besser vertreten als die etablierten Parteien.

Denken, wenn man es nicht im hegelschen Sinn "dialektisch" nennt, ist mehr oder weniger immer antagonistisch, ambivalent dichotomisch, zumindest ambiguer (schwarz-weiß).
Insofern ist Ihr Beitrag, wohl als eine zeitbezogene Erweiterung bzw. Ergänzung zu verstehen.

Ich möchte dem Autor ausdrücklich danken Hannah Arendt, die ein Muß für jeden Journalisten sein sollte, hier explizit "zu Worte" hat kommen lassen !!

hatten immer e i n e n "Gehalt": nämlich verstörend zu sein.

Angefeindet "von allen Seiten" hat sie sich niemals "unterkriegen" lassen.

Das "Trump-Getöse" des Autors verrät wenig vom Mut einer Hannah Arendt ...

Markus Michaelis | So, 26. Februar 2017 - 12:04

Mir scheint folgender Punkt wichtig: "Staaten, die zwar im Sinne des Mehrheitsprinzips funktionieren, in denen aber dennoch nur eine Minderheit herrscht oder überhaupt politisch repräsentiert ist". Das ist bis zu einem gewissen Grad so gewollt in unseren Demokratien und ab einem Punkt wird es disfunktional. Dazu kommt, damit überlagernd, dass ein Staatskonstrukt in den Köpfen zunehmend mit einer sich ändernden Realität konfrontieren kann. Bei Trump würde ich unter anderem sehen, dass die Erzählung der starken Mehrheitsgesellschaft und der zu schützenden Minderheiten zwar noch stimmt, aber nicht mehr genug. Ich glaube es wäre einen Versuch wert zusätzliche demokratische Elemente einzuführen, die solche Zustände/Entwicklungen aufdecken. Irgendetwas in der Art von nicht bindenden Volksentscheiden mit Teilnahmepflicht - oder so ... sicher nicht so einfach.

Christa Wallau | So, 26. Februar 2017 - 12:04

Die Ausführungen von H. Arendt lassen sich nur bedingt auf das anwenden, was sich in den USA ereignet hat.
1. "...die Bewegungen stellten sich nicht nur prinzipiell außerhalb des Parteiensystems, sie rekrutierten sich auch eine Mitgleidschaft, die niemals von diesem Parteiensystem erreicht worden war..."
Diese Aussage trifft auf die meisten Amerikaner, die Trump gewählt haben, nicht zu. Die Mehrheit seiner Anhänger besteht aus eingeschworenen
Republikanern.
2. "Die Kunst des totalitären Führers besteht darin, in der erfahrbaren Realität geeignete Elemente für seine Fiktion herauszufinden und sie so zu verwenden, daß sie fortan von aller überprüfbarer Erfahrung getrennt bleiben."
Genau das macht Trump nicht! Er riskiert mit seinen leichtfertigen Behauptungen täglich, widerlegt zu werden, und er wird ja auch stets eifrig widerlegt. Dennoch schadet es ihm nicht. Da muß schon eine unbegreiflich hohe Frustration vorliegen, die nur denen zuzuschreiben ist, die vor
Trump regierten.

Olaf Romer | So, 26. Februar 2017 - 12:07

es wird den Massen unterstellt einfach manipulierbar und ohne jede kritische Selbstreflexion den vermeintlichen Heilsbringern hinterher zu laufen. Dem ist aber nicht so.Vielmehr ist das Problem vielschichtig..Hier spielen Ängste, gesellschaftliche Stigmatisierung und staatliche Meinungs-und Mediendominanz u.a. eine grosse Rolle. Weiterhin welchem Bildungsstand der einzelne agehört. Schwarz weiss war Gesellschaft eben noch nie.

Christa Wallau | So, 26. Februar 2017 - 12:32

"Die Revolte der Massen gegen den Wirklichkeitssinn des gesunden Menschenvertandes und das, was ihm im Laufe der Zeit als plausibel erscheint, ist das Resultat einer Atomisierung, die durch sie nicht nur ihren Stand in der Gesellschaft verloren, sondern mit ihm die ganze Sphäre gemeinschaftlicher Beziehungen, in deren Rahmen der gesunde Menschenverstand allein funktionieren kann.
NUR WO DER GESUNDE MENSCHENVERSTAND
SEINEN SINN VERLOREN HAT, KANN IHM DIE TOTALITÄRE PROPAGANDA UNGESTRAFT INS GESICHT SCHLAGEN."
S o ist die Situation in Deutschland!
Die Meinungsäußerung, wie sie z.B. im Zusammenhang mit der Massenimmigration von
allen Parteien im Einvernehmen mit Medien und
fast allen offiziellen Institutionen betrieben wurde und wird, geht auf den Verlust des gesunden Menschenverstandes zurück u. dieser wiederum auf die Dauer-Verunsicherung der eingesessenen Bevölkerung durch stetig zunehmende Unterminierung ihrer "alten", festen Anschauungen ihrer Bezugsgruppen.
(Bearbeitet)

das Heute dieser Welt. Ich empfehle dazu Arno Plack "Hitlers langer Schatten" verlegt 1993. Hier nur ein Zitat Seite 227 - Staatsverdrossenheit - Hitlers Ungeist vermag am kräftigsten nachzuleben in jener Unzufriedenheit mit Entscheidungen "von oben", die von den Repräsentanten der bestehenden Ordnung als "Staatsverdrossenheit" beklagt wird. Angesichts der Langwierigkeit demokratischer Entscheidungsprozesse, der Schwerfälliger unserer rechtsstaatlicher Ordnung wagt hie und da immer noch sich die Hoffnung ein Hitler (oder Führer) würde in mancher Hinsicht "kurzen Prozess" machen oder rücksichtslos durchgreifen Das Buch ist lesenswert für alle Trump und AFD Fans. Vielleicht wachen auch einmal die Eliten und die armen kleinen Geister auf. Für Deutschland dachte ich sollte der Test mit Demagogen und Verführern a la Hitler auch für einfältige Naturen passe sein. In Amerika der Vorzeige Demokratie erkennt die Welt es geht auch hier noch die Adolf Methode. Einfache Lösungen für einfache G

Zunächst einmal Frau Wallau, wie immer volle Zustimmung für Ihre Ausführungen! Gesunden Menschenverstand, gibt es in der deutschen Politik nur noch sehr selten. Wenn nun aber auch Ihre Kommentare bearbeitet werden, wird es Zeit für Sie sich vom Cicero zu verabschieden. Es gibt nun einmal Verhaltensweisen, z.B. von bestimmten Politikern, oder auch Autoren usw., welche besonders harte Kommentare provozieren. Diese dann zu bearbeiten oder gar nicht erst zu veröffentlichen, hat bei mir dazu geführt, dass ich nun wieder mehr Zeit für andere Dinge habe. Das heisst, ich werde nach wie vor behaupten, dass ich die Flüchtlingspolitik auch heute noch für bescheiden halte, dass eine bestimmte Dame und ihr Anhang abtreten sollte, dass bestimmte Parteien und deren Politiker, sowie der Islam diesem Land schaden und überflüssig sind und bestimmte Künstler, welche sich als Autoren bemühen, dieses besser lassen sollten, usw. usw. Nur nicht mehr hier im Cicero!

Joana Stella Kompa | So, 26. Februar 2017 - 12:37

Vielen Dank für die sehr treffende Montage. Hannah Arendt beschreibt sehr gut die Flucht in die parallele Scheinwelt und politische Fiktion der Massen die sich jeder Urteilskraft entziehen. Interessant ist ja dass Trump, der Grossgrundbesitzer aller Fake News die Medien im Gegenzug als ‘Fake News’ beschimpft und damit versucht sich jegliche Rechenschaftspflicht zu entledigen. Wenn Hannah Arendt recht behalten sollte dann kommt aus den USA noch einiges auf uns zu.

"Hannah Arendt beschreibt sehr gut die Flucht in die parallele Scheinwelt und politische Fiktion der Massen die sich jeder Urteilskraft entziehen."

Und genau das trifft nicht auf die US- amerikanischen Wähler zu, die, in Ablehnung der bisherigen Politik der Demokraten, nun einen Republikaner als Präsidenten gewählt haben.

Was da passiert ist, nennt man schlicht und einfach DEMOKRATIE.
Oder ist jede Wahl, die nicht den eigenen Vorstellungen entspricht. eine "Flucht in die parallele Scheinwelt"?

Die stärkste republikanische Anhänger Trumps sind eher in der ausserparteiische "Tea Party" Bewegung zu finden, eine Bewegung die die etablierten Politikern der Republikanischen Partei ablehnten. Viele traditionelle Republikaner haben Trump nur mit gehaltener Nase gewählt. Viele der Trumpianer waren auch unglückliche Arbeiter aus der Demokratische Partei. Trump hat hier eine Massenbewegung der Unzufriedenen zusammengeschmiedet, genau so wie Hannah Arendt es beschreiben hat. Wir sollten auch nicht vergessen, dass diese Massenbewegung eine Minderheit der Stimmen bekommen hat. Hm, genau wie damals der Hilter.

Steffen Unnewehr | So, 26. Februar 2017 - 13:28

Wenn es "Totalitarismus nur in der Masse gibt", wieso hatte dann Alice Miller so viele gute Argumente dagegen?

Wenn Trump die "weiße Mittelklasse in Gang gesetzt hat", wieso hat er dann 2,5 mal mehr Stimmen von Minderheiten als Bush oder Romney erhalten?

Wenn Trump die "Masse in Bewegung" gebracht hat, wieso haben ihn dann nur 25% aller Wahlberechtigten gewählt?

Wenn ausgerechnet Trump die Erschütterung ist, wieso hatten die Massen dann nach Obamas Wahl nicht so stark protestiert, wie derzeit die Linken?

Wenn die Trump-Masse Eliten hast, wieso hat sie dann einen Milliardär gewählt?

Wenn die "Menschen belogen werden wollen", wieso setzt Trump derzeit seine Wahlversprechen in die Tat um?

Und warum nennt man hier die Trump-Masse einen wilden "Mob", obwohl die Trump-Wähler ganz klar nach ihren Werte gewählt haben?

Besser als rumzurätseln wäre mal einen der amerikanischen politischen Bestseller zu lesen.
Zum Beispiel Ann Coulter.

Monika Medel | So, 26. Februar 2017 - 13:42

Gefühlt hundertste (?) Variante des Themas. Diesmal unter Nutzbarmachung von Hannah Arendt, das macht sich immer gut und die Frau kann sich nicht mehr wehren. Unterstellt, der Trump sei wirklich so eine Mischung aus Scheusal und Witzfigur, was haben dann unsere lieben, guten Eliten alles für eine Politik gemacht, bzw. wie haben sie diese verkauft, dass der böse Bube gewählt wurde? So läuft das pseudointellektuelle Wortgeklingel doch nur wieder auf Larmoyanz hinaus: "Wir finden uns so toll, warum mag man uns nicht mehr?"

Thomas Robert Rausch | So, 26. Februar 2017 - 13:45

"Its the economy, stupit" manifestiert sich ein ökonomisches Denken, das sich in Krisenzeiten harter
Verteilungskämpfe überall durchsetzt, aber verschleiert wird.
Wir sollten, um das besser zu verdeutlichen, einmal eine Aktiva eines Unternehmens mit der Wettbewerbsfähigkeit des Arbeitnehmers vergleichen. Die Aktiva des Arbeitnehmers sind seine Kenntnisse,seine Mobilität, seine Sozialkasse.
Seine Aktiva ist nicht nur veraltet im Zuge der technischen Entwicklung, sie wurde auch enteignet
(Agenda Politik). Verglichen mit einem Unternehmen hat man ihm die Anpassung verweigert, und die Abschreibungsbeträge einbehalten. Dadurch verstärkt sich das ökonomische Denken. Alles zusätzliche-wie Flüchtlinge- werden zusätzlich als existentielle ökonomische Bedrohung wahrgenommen. Diese Angst als rassistisch zu verschleiern, besorgen dann die echten Rassisten. Mit in "Fiktion flüchten" hat das eigentlich nichts zu tun! Sondern mit Existenzangst!

Andreas Fischer | So, 26. Februar 2017 - 13:57

Dieser Kommentar ist, natürlich, reine Fiktion.

Alle Zitate darin sind unverändert dem Text des Artikels "Lektionen von Hannah Arendt zu Trump" entnommen, bis auf wenige, geringfügige Ausnahmen, um den Lesefluss zu erhalten.

Ohne Trump mit Hitler gleichsetzen zu wollen, gibt es in Deutschland unzählige Bücher darüber, wie Hitler hier an die Macht gelangte. Ich habe einige gelesen & kläre Sie auf.

Hitler hatte eine SA, die in Verbänden bis runter auf Kreisebene organisiert, inklusive Jugendabteilung, über Jahre hinweg aufgebaut wurde. Es gab ja auch KPD, Spartakusbund und ähnliches, wissen wir doch alles. Nationalisten & Kommunisten führten quasi Krieg auf den Straßen, um die Herrschaft derselben. Da gabs schwerste physische Auseinandersetzungen.

Diese Form des Machtanspruchs, die Legitimation über physische Gewalt, sehe ich bei Trump nicht.

Ein fiktives Interview mit Zitaten von Hannah Arendts, ohne Kenntlichmachung, was abgeändert wurde - nicht zu fassen.

Karin Zeitz | Mo, 27. Februar 2017 - 14:06

In reply to by Andreas Fischer

und auch die guten Analysen von Hannah Arendt zur Machtergreifung Hitlers können nicht ohne Weiteres auf die heutige Zeit angewendet werden. Wer sich mit der Geschichte Deutschlands von 1900 bis 1933 ernsthaft befasst wird feststellen, dass die damals in Deutschland Regierenden sowohl durch Ignoranz, Geld- und Machtgier als auch einer gehörigen Portion Dummheit das deutsche Volk unablässig ins Verderben geführt haben. Hitler konnte dadurch leider bei vielen Menschen die Illusion erwecken, dass er der Heilsbringer sei. In den USA sind viele Menschen der selbstgewählte Rolle der Regierenden ihres Landes als Weltpolizist überdrüssig, weil sie dadurch in zahlreiche Konflikte und Kriege verwickelt worden sind, für die sie mit ihrem Wohlstand bezahlt haben. Vielleicht sollte der Autor sich mit der Befindlichkeit der Mehrheit der Bevölkerung in den USA und auch in Deutschland befassen als laufend über eine angebliche Leichtgläubigkeit und über Zynismus von "Mob" zu reflektieren,

Marianne Bernstein | So, 26. Februar 2017 - 14:12

Wieder und wieder wird Trump schlicht und ergreifend als das "Böse" dargestellt. Es erfolgt aber nirgendwo eine sinnvolle Diskussion wie es dazu kommen konnte. Die Menschen, die von den Eliten abgehängt werden, sind also dumm, faul und der Mob schlecht hin.
Macht man es sich da nicht etwas zu einfach?
Noch gibt es keinen totalitären Führer, nein, Trump ist das nicht. Der totalitäre Führer wird aber kommen, wenn die Eliten nicht befreifen, dass es ihre Schuld ist, dass es abgehängte Menschen gibt, wenn sie weiter leugnen, dass sich die Walt ändern muss, damit mehr Menschen von der Demokratie profitieren.
Worin besteht denn letzlich der Unterschied zwischen einem totlitären System und einer Demokratie der Wenigen?

Henry Sawallisch | So, 26. Februar 2017 - 15:14

Ich bezweifle ob Frau Arendt damit einverstanden wäre ,ihren Text, für eine sehr gewagte Vergleichsanalyse der Machtübernahme der Nazis in Deutschland ,mit der der von Trump,zu verwenden.Hier werden doch Äpfel mit Birnen verglichen. Das fängt schon damit an,dass die Amerikaner eher staatskritisch sind.Wogegen die Deutschschen doch eher staatsgäubig(opportunistisch)sind,und einem ,,Führer`` wohl eher hinterherlaufen würden. Selbst wenn letzteres wahrscheinlich so nicht mehr stimmen sollte, der Opportunismus ist hier immer noch latent vorhanden.Um aber alte,untaugliche Strukturen aufzubrechen,ist es oft nötig ,dass solche ,,aussergewöhnlichen'' Persönlichkeiten für eine gewisse Periode das politische Parkett erobern(übrigens demokratisch).Die subtile, intellektuell verbrämte Naserümpferei seitens der,,Eliten'', wird übrigens bei dem doch nicht so unbedarftenVolk,genau als eine solche wahrgenommen. Demokratie kann eben manchmal ,für die einen oder die anderen, sehr schmerzhaft sein.

Chris Teigeler | So, 26. Februar 2017 - 15:24

Mit "Elite" sind weniger "die da oben" als die Profiteure einer schlechten, ideologischen und politisch korrekten Kultur gemeint.
Nur weil der Autor nicht die Meinung von Trump oder die Werte seiner Wähler teilt, gehört er noch lange nicht zu einer geistigen Elite, die alles besser weiß.
Hannah Arendt hat gute Arbeit gemacht, weil sie sich Grundlagen angeeignet hat und ihre Gegner kannte. Wann hat Herr Wissmann zuletzt mit einem Rechten gesprochen?
Donald Trump steht mehr in der angelsächsischen Tradition als Obama, der sich als Islamapologet betätigte und das Gesundheitssystem verstaatlichte.

Berthold Bohner | So, 26. Februar 2017 - 15:43

"Man fragt sich aber doch, warum die Menschen so anfällig sind für diese Lügen. Es ist doch gar nicht so schwer, herauszufinden, ob jemand die Wahrheit spricht. Oft genügt doch der gesunde Menschenverstand."
Vorausschicken muß ich , dass ich mich nicht auf die Vorgänge in den USA beziehe , die sind für mich und die meisten Leser hier nicht relevant.
Ich greife hier auf einige Behauptungen zurück , die in der politischen Diskussion in Deutschlandaufgekommen sind und für die das oben zitierte gilt :
Wenn der Euro scheitert , scheitert Europa .
Die als Flüchtlinge in unser Land gekommenen sind als Fachkräfte für unsere Wirtschaft nützlich.

Da ich diese Aussagen als Lüge erkannt habe , wende ich mich von Parteien ab , die diese Aussagen verbreitet haben.
Gehöre ich jetzt zur unbedarften ( und demokratiefeindlichen ) Masse ?

Rene Falk Thomasius | So, 26. Februar 2017 - 16:37

Zitat "Der Ausdruck „Masse“ ist überall da zutreffend,..., wo wir es mit Gruppen zu tun haben, die sich,...,in keiner Organisation strukturieren lassen,..." Kommentar. Wer des Lesens mächtig ist liest den Widerspruch in dieser dreisten Aussage sofort. Denn! Eine angebliche "Gruppe" ist bereits eine Bezeichnung für "gemeinsame Eigenschaften". Eine "Gruppe" hat ergo immer inhärente Eigenschaften die Ihr zugesprochen werden sonst könnte man diese Individuen nicht als "Gruppe" definieren! Und welche "Gruppe" ist gemeint. Ist es die "Soziale Gruppe" oder ist womöglich die "Bevölkerungsgruppe"? Daher! Die Idee Individuen die sich nicht organisieren wollen zu Gruppen oder einer "Masse" zusammenphantasieren zu wollen und selbigen Individuen "undefinierte" Gruppen-Eigenschaften zu zusprechen ist bereits schnöde "Ideologie"! Das Individuum ergo bleibt eben solange Individuum wie es keine Gruppeneigenschaften aufweist! Womöglich sollte man Hannah Arendts Werk auf Unlogik hin überprüfen! ;)

Elfie Jung | So, 26. Februar 2017 - 16:57

das h a ben Sie sehr gut auf den Punkt gebracht. Wenn in der repräsentativen Demokratie Meinungen vertreten werden, die Politik, Medien, Künstler nicht goutieren so wird mit moralischer Überhöhung und Diskriminierung reagiert.In der Nacht vor den Wahlen in den USA habe ich im ÖR
Fernsehen eine Talkshow verfolgt,in der die moralische Überhöhung der
Gäste in geradezu peinlicher Art und Weise zum Ausdruck kam. Als ich dann die Wahl in den USA verfolgte, und Trump Präsident wurde, hat mich nichts mehr gewundert. Ich würde es einfacher ausdrücken als H.Arendt: Das Volk braucht die Elite, aber die Elite braucht auch das Volk. Je besser sich beide verstehen und akzeptieren, auch für einander da sind, um so reibungsloser gelingt das Zusammenleben.

Wolfgang Thiemig | So, 26. Februar 2017 - 17:04

Dieses montierte Interview beschäftigt sich m. E. Mit den Themen Kommunikation, Propaganda, Agitation, Marketing usw. und wie so etwas funktionieren kann. Aber Trump als Diktator in USA, das ist doch etwas zu hoch gegriffen. Es passt schon gar nicht der Vergleich zu Deutschland und Österreich nach dem 1. Weltkrieg. Es gab keine tiefe Rezession in Amerika. Was es allerdings gibt, sind strukturelle Verwerfungen durch die Globalisierung. Die Massenproduktion hat uns gelehrt, dass in den vergangenen 100 Jahren prosperierenden Zivilgesellschaften Wohlstand fair verteilten. Das gilt zur Zeit wohl nicht mehr und muss korrigiert werden. Eigentümer, Vermögende und wenn es nur Investments sind, die keine Steuern zahlen, der Gemeinschaft praktisch nichts zurück geben, müssen geächtet werden, wie Kriminelle. Ob es die EU Globalisierung ist oder die Weltwirtschaft, hier gibt es zwingenden Korrekturbedarf. Tun wir es nicht freiwillig, werden andere Mächte aktiv.

Reiner Kraa | So, 26. Februar 2017 - 17:25

Die dummen Plepse von der Straße, die ewig und drei Tage nie etwas begreifen, brauchen die klugen Parteien, um sich auch nur halbwegs im Leben zurechtzufinden. Diese Looser müssen den guten Parteien dankbar dafür sein, dass sich diese überhaupt all der hoffnungslosen Fälle annehmen. Und nun wollen die Plepse auch noch mitreden, etwa durch Volksabstimmungen. Igitt!! Sowas Undankbares!! Da bleibt ja kein Stein mehr auf dem anderen!! Aber so ist es nicht.
Der Autor hat nur nicht begriffen, dass die Plepse von der Straße, sowohl in Amerika als auch in Europa, all diese selbstsüchtigen, nur auf das eigene Wohl fokussierten Parteischranzen, die die Parlamente bevölkern, endlich los werden wollen. In Deutschland hat dieses Schranzentum einen Namen : "System Merkel". Ob dieser Wählerwille mit Donald Trump in Amerika durchgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten. Aber dieser Wille war es, der ihm zum Sieg verhalf, nicht die Unbedarftheit der Wähler.

Joost Verveen | So, 26. Februar 2017 - 17:33

Hillary Clinton war die Kandidatin der obersten 1%. Sie bezeichnete unter Freunden mal eben kurz alle Trump-Wähler als "despicable". Nichts interessierte sie weniger als das blöde Volk. Wer Trump mit Hitler gleichsetzt, der muß Hillary gleichsetzen mit Franz von Papen. Es ist einfach falsch zu sagen die Masse "fühlt" sich nicht mehr vertreten- sie wird nicht mehr vertreten. Auch nicht in Zukunft. Kurz gesagt: Wer Hillary wählt macht definitiv einen Fehler. Trump ist in der Situation das kleinere Übel, denn es besteht die - wenn auch geringe- Chance, das Trumps Versprechen funktionieren. Bei Hitler wird das ähnlich gewesen sein. Der Gedanke, daß ein Kanzler Franz v.Papen die Interessen des deutschen Volkes vertreten würde, war damals so abwegig, daß er noch nicht mal Papen selbst kam.

Bernhard K. Kopp | So, 26. Februar 2017 - 17:55

Das brilliante Buch von 1951 behandelt das Thema aus damaliger Sicht, und mit Bezug auf die Zeit zwischen den Kriegen. Weder in Italien, noch in Deutschland, sind die autoritären Führer nur von den Massen an die Macht gebracht worden. Auch wesentliche Teile der staatlichen und wirtschaftlichen Eliten waren für das Autoritäre und gegen die parlamentarische Demokratie. Dagegen ist heute fast niemand mehr, trotzdem ist die repräsentative, parlamentarische Demokratie bis zur Selbstblockade verlottert. In Europa stammen mehrere Bewegungen, deren demokratische Zielsetzungen nicht so verlässlich sind, aus den 1980ern. Nur in Deutschland ist die Bewegung erst seit wenigen Jahren nicht mehr nur marginal. Trotzdem, niemand hat den Eindruck, dass die langjährigen Parteien und Eliten grundsätzlich viel ändern möchten. Deshalb nimmt die Intensität des Protests überall erheblich zu. In den Ländern, und in Bezug auf die EU. Reformverweigerung bis die Abrissbirne kommt.

Bert Gerner | So, 26. Februar 2017 - 18:37

Es ist aber schon verblüffend, mit welcher Selbstverständlichkeit die Arendt Position annimmt, dass die herrschende Elite, Obama, Clinton, George Clooney, Madonna, Merkel, Anton Hofreiter, Neven Bertelsmann, Bono Grönemeyer etc. den gesellschaftlichen Bereich der "Wahrheit" repräsentieren, während die Lüge und das Böse an sich bei Trump, Petry, Sammael Satan und Henryk M. Broder zu verorten ist. Die amerikanischen Verhältnisse kenne ich nicht, aber wer sich mit den seriöseren Texten der dunklen Seite der Macht beschäftigt wird erkennen, dass berechtigte Zweifel an dieser Dichotomie bestehen. Und wenn die "Wahrheit" darin besteht, dass ein chaotischer Migrantenmassenansturm nur durch den Pakt mit einem islamofaschistischen Despoten abgefedert werden kann, wenn die "Wahrheit" Kinder bedeutet, die nicht mehr wissen sollen ob sie Männlein oder Weiblein sind, Kinder die jeder Kultur Respekt zollen, nur nicht der eigenen u. dergleichen mehr - dann glaube ich lieber an die Lüge, Pardon.

Heinrich Niklaus | So, 26. Februar 2017 - 19:16

Artikel, wie dieser von Constantin Wißmann zeugen von großer Voreingenommenheit gegenüber dem gewählten US-Präsidenten.

Woher will Herr Wißmann nach so kurzer Amtszeit von Donald Trump wissen, ob der neue US-Präsident ein „Blender“ ist? Trump ist von 29 Prozent der Latinos und Asiaten gewählt worden und kann deshalb kaum nur eine „Bewegung der weißen Mittelklasse in Gang gebracht“ haben.

Die „Masse“-„Mob“-Überlegungen erinnern ein wenig an die Studie Mitte 2016. In der Studie kritisierte man zurecht, dass der eindeutig feststellbare Rückgang der Zustimmungswerte bei eindeutig rechtsextremen Thesen im Bereich Antisemitismus oder Verharmlosung des Nationalsozialismus durch Einführung neuer Fragen doch noch in die „gewünschte Richtung „ gebracht werden sollte.

Entlarvend ist die letzte Frage: „Es spielt also gar keine Rolle, ob die Wahrheit verkündet wird?“

Ja, das wünschen sich die medialen und politischen „Eliten“: Der „Masse“ die „Wahrheit verkünden“.

Andreas Müller | So, 26. Februar 2017 - 20:20

Sehr gelungene Zusammenstellung von Texten Hannah Arendts.
Was aber ist zu tun, wenn dieser Zustand erreicht ist:
"dass wahr sei, was immer die Heuchelei der guten Gesellschaft oder der offiziellen Kundgebungen der Regierungen verleugnen oder mit Korruption zudecken."
Die Antwort kann ja in diesem Zustand nicht "Weiter so!" lauten, sondern die Heuchelei muss aufgebrochen, die Leugnung beendet, die Korruption bekämpft werden.
Dazu ist es konkret in Deutschland nötig, dass auch andere Gruppierungen als die AfD tatsächliche Fehlentwicklungen und Missstände deutlich benennen und eigene Lösungen vorschlagen. Genau davon sind wir noch weit entfernt: wann immer Kritiker z.B. objektive Mängel der EU und des Euro angesprochen haben, wurden sie in die rechte Ecke gestellt (woher sie auch immer kommen mochten), und die Mängel wurden von einer riesigen Koalition als alternativlos und gottgegeben verteidigt. Durch reine Dämonisierung der "Populisten" ist dieser Zustand nicht aufzulösen.

Dimitri Gales | So, 26. Februar 2017 - 20:26

Hannah Arendt prägte den bekannten Begriff der "Banalität des Bösen"; das Nazi-Regime, seine Anführer und Ausführenden, waren tatsächlich von einer bemerkenswerten Banalität. Gerade diese Charakteristik diente ihnen zur Tarnung. Die Katastrophe kommt immer im Gewand der Banalität.
Heute aber sind die Ursachen von damals nur annähernd identisch. Damals führte das Versagen der "Eliten" zur hitlerischen Apokalypse, ebenso wie schon vorher die russische Revolution von 1917: es herrschte Hunger, die deutsche Armee richtete an der Front ein für die Russen entsetzliches Massaker an. Das Zarenregime war gänzlich unfähig, die Probleme zu lösen.
Daher sollte man sich bei Trump fragen, wie und warum es zur seiner Wahl kam. Trump ist schliesslich kein Ausserirdischer, der vom Himmel fiel.
Seine Wahl hat Ursachen. Man sollte sich hüten, wie es die Deutschen heute tun, sich in seine Person zu verbeissen.

Lieber Herr Gales,

zu den Hintergründen des Krieges zwischen Russland und dem Deutschen Kaiserreich empfehle ich ihnen die Lektüre eines Artikels von Prof. Rainer F. Schmidt, Uni Würzburg. Der Titel lautet: Revanche pour Sedan.

Der Artikel beschreibt sehr anschaulich, wie sehr Frankreich Russland in den Jahren vor Kriegsausbruch „benutzt“ hat, für Deutschland einen Mehrfrontenkrieg heraufzubeschwören. Und Massaker, ja, die gab es auf beiden Seiten.

Im Hinblick auf die "blinde Fokussierung auf Trump" stimme ich Ihnen zu.

Holger Stockinger | So, 26. Februar 2017 - 20:39

Herr Wißmann scheint im aktuellen Anti-Trump-Affekt so gefangen zu sein, daß er in Arendts Analyse nicht sieht, daß hier von "totalitären Führern" und nicht von einem demokratisch gewählten amerikanischen Präsidenten die Rede ist.

Selbstkritischer hätte er Arendt versuchsweise auf die schleichende Totalisierung (GEZ und Medien, "Kampf gegen rechts" als pseudoreligiöser Glaubensbegriff etc.) in unserer hiesigen Gesellschaft abfragen dürfen und er wäre vermutlich auf stichhaltigere Ähnlichkeiten "in den Anfängen" gestoßen als mit einer thymos-geleiteten Interview-Nummer.

Holger Stockinger | So, 26. Februar 2017 - 23:05

Hätte der Autor Hannah Arendt "begriffen", hätte er nicht zur Pseudorolle eines "Interviewers" greifen müssen ...

Holger Stockinger | So, 26. Februar 2017 - 23:51

Herrn Wißmann vorzuwerfen, er wolle nichts wissen, ist gewiss ungerecht.

Mit "moralischem Blick" zu werten, ist allerdings das Gegenteil dessen, was man in den Zeilen von Hannah Arendt lesen kann!

Holger Stockinger | Mo, 27. Februar 2017 - 02:45

Herr Wißmann ist zu jung, glaubt aber wie Jakob Augstein vielleicht, eine Speerspitze zu sein.

Von "Zeit" und "Spiegel" amüsiert liest man gelegentlich die "taz", das Rollentheater eines fiktiven Interviews bestätigt erneut, dass "Jungspunde" zwar kräftig gackern können, aber weder einen Hund noch ein Huhn zu unterscheiden in der Lage sind.

Frank Linnhoff | Mo, 27. Februar 2017 - 07:31

Treffen diese Zeilen von Hannah Arendt auf die heutige Situation der USA unter Präsident Trump zu? Ich meine NEIN. Die USA sind kein totalitärer Staat und sind auch nicht auf dem Weg hierzu. Mich wundert, dass so viele europäische Journalisten so überrascht sind vom Wahlsieg des Donald Trump, hat sich doch seit vielen Jahren in den USA eine politische Bewegung aufgebaut, welche sich in der jährlich stattfindenden Konferenz CPAC artikuliert. Dank YouTube kann sich jeder, soweit er Englisch versteht, die verschiedenen Gesprächsrunden und Interview anschauen und anhören. Die Absichten und das politische Programm der neu gewählten Administration findet man hier klar und deutlich artikuliert. Dies zur Frage, wie es geschehen konnte, dass D. Trump gewählt wurde. Es war absehbar.

Ralf Vormbaum | Mo, 27. Februar 2017 - 07:42

In ihrem Buch „Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft“ geht es um bürokratisierte Herrschaft, die sich sukzessive verabsolutiert. Insofern ließe sich vieles, was Hanna Arendt an solcher sich bürokratisierenden Herrschaft aufzeigt, auch auf politische Strukturen übertragen, die wir heute allenthalben sehen. Auch die politische Wirklichkeit unter Obama entbehrte eben nicht genau der Muster, die Hannah Arendt in ihrem Buch aufzeigt. Der Verdienst von Hannah Arendt liegt ja gerade darin, die Eigendynamik einer sich verabsolutierenden Bürokratie mit ihrem totalen Herrschaftsanspruch analysiert zu haben. Dass Trump gerade eine radikale Entbürokratisierung der politischen Strukturen anstrebt, scheint dem Autor des Artikels schlicht entgangen und so zwingt er Hannah Arendts Gedankengang in eine Richtung, die ihm nicht entspricht. Das Leidige an solcher Zurichtung ist, dass der Wille zur freien Interpretation sich alles gefügig macht und so den wahren Wert einer Analyse zunichtemacht.

Dr. Lothar Sukstorf | Mo, 27. Februar 2017 - 09:28

Jetzt wird Hannah Arendt noch hervorgekramt, um Trump zu erklären. Konstruiert! Schwache Thesen! Die Mehrheit der Weissen in den USA wollte und will Trump. Egal, wem das passt oder nicht. Es ist Realität. Und wenn das Land vor diesem Hintergrund "umgekrempelt" wird, so what...no matter! Bei uns sollte man auch mal krempeln. Aber, man findet hier nur allerorten links-grün-spät68ziger-ideologisierten- politisch überkorrekten, gendermässig 100% durchgeformten "Krempel". Hoffentlich setzt Merkel nicht schon wieder auf den Slogan..."Sie kennen mich...", ja, wir haben sie kennengelernt, Griechenlandhilfe(rausgepulvertes Geld), 2015 Flüchtlinge-Überfremdung, Erdogan-Unterwerfung, Islam-Unterwerfung, doppelte Staatbürgerschaft und ihre Definition, wer und was deutsches Volk ist...nämlich alle Hierlebenden...soweit jommt das noch, dass sie das bestimmt...wir haben sie kennengelernt!!! Hoffentlich lernt sie demnächst, dass es sich ausgeträumt hat, dass sie zum "alten Krempel" gehört.

Wilhelm Maier | Mo, 27. Februar 2017 - 10:26

was der Logik streng entspräche, so Nietzsche.
"In ewig wechselnder Gestalt
Zeigt sich des Zweifels Allgewalt,
Wenn wir am Scheidewege steh'n, –
Wo Irrthum, Wahrheit vor uns geh'n."
Heinrich Martin

Gunvald Steinbach | Mo, 27. Februar 2017 - 11:22

"Dabei handelt es sich um die Einführung der Lüge als ein organisatorisches Mittel."
Grundgütiger, jetzt verstehe ich es erst: die "Hier-Kommen-Fachkräfte"-Lüge, die "Wir-bekommen-Menschen-geschenkt"-Lüge, die "Wertvoller-als-Gold"-Lüge, die "Soziale-Gerechtigkeit"-Lüge, die "Einwanderungsland"-Lüge, dann, etwas älter schon: die "Mit-uns-gibt-es-keine-MWST-Anhebung"-Lüge, die "die-Renten-sind-sicher"-Lüge... naja, wenigstens gehört der Islam inzwischen zu Deutschland, dann war wenigstens das nicht gelogen. Wer sich da nicht in Fiktion rettet, ist selber schuld!

Jürgen Winzig | Mo, 27. Februar 2017 - 11:48

Ich habe eher den Eindruck unsere Eliten flüchten in die Fiktion. Die Massen dürfen das dann zahlen und unter der angeblich sinkenden Kriminalität sowie diversen Terroranschlägen leiden.

... Herr Winzig, trügt Sie nicht.
Leider fehlt vielen Menschen in der "Masse" die Artikulationsfähigkeit, um der
"Elite", die sich zunehmend Illusionen (Fiktionen) hingibt, die rosarote Brille von der Nase zu reißen. Zusätzlich sitzen die Illusionisten an den Schalthebeln der Macht, der politischen ebenso wie der medialen. Fatal!

peter Weih | Mo, 27. Februar 2017 - 11:53

Der Begriff der "Masse" im politischen bzw. soziologischen Kontext ist seit mindestens den 60er Jahren komplett überholt und hat einen ähnlich hohen Erklärungswert wie wenn man "das Volk" als Erklärungs-Kategorie heranzieht, nämlich keinen.

Viel geeigneter erscheint es mir hier auf die diversen "Milieus" einer Gesellschaft und deren Interessen zu schauen. Und, oh welch Wunder, dann ist das scheinbar so irrationale Wahlverhalten "der Masse" plötzlich überhaupt nicht mehr irrational sondern entspricht durchaus einem rationalen Kalkül (des jeweiligen Milieus). Der große Vorteil ist dann, dass man nicht ein abschließendes apodiktisches Urteil hat (das großartig klingt, mit dem man aber in keiner Weise weiterkommt) sondern dass man dann die hinter solchen Wahlentscheidungen stehenden Motive sieht und damit besteht zumindest theoretisch die Möglichkeit, dass die Interessen von den entsprechenden Bevölkerungsgruppen in der Politik beachtet werden.

Bernhard Jasper | Mo, 27. Februar 2017 - 12:34

Frau Prof. Arendt, Sie haben ja auch vom Prozess gegen Eichmann in Jerusalem berichtet. Als „Nachkriegsgeborener“ hat mir imponiert, dass Sie Eichmann als „größten Verbrecher seiner Zeit“ beschreiben, jedoch auch als „Hanswurst“. Ein Befehlsempfänger, der die Vernichtung der europäischen Juden vorantrieb. Der selbst dem „Gesetz des Führers“ folgend, seinen eigenen Vater umbringen würde.

Frau Prof. Arendt, in längeren Beiträgen haben Sie sich auch ausführlich mit „Macht und Gewalt“ beschäftigt, sprechen von horizontaler Macht, im Gegensatz zu vertikaler Macht. Wie wird das jetzt in Amerika? Befürchten Sie nicht auch einen US-amerikanischen Re-Import, also von in Europa entwickelten Vorstellungen von Nationalismus im neuen Gewand? Wird es erneut starke Bürgerrechtsbewegungen geben, gegen diesen Wahnsinn? Fragen über Fragen.

Frau Prof. Arendt, wieder einmal will man in Deutschland aus der Geschichte nicht lernen (siehe hierzu diese „AfD“-Protagonisten).

Johannes Luig | Mo, 27. Februar 2017 - 17:14

In reply to by Bernhard Jasper

Das Interview ist fiktiv, Frau Arendt schon lange verstorben. Bitte geben Sie sich etwas mehr Mühe. Auch bei Ihrer Beurteilung von uns bürgerlichen und rechtschaffenden Afd-wählern.
Mit freundlichem Gruß
Johannes Luig

Ich hätte ihm gern Ähnliches geschrieben, aber er hat sich schon vor
mehr als einem Jahr jegliche Ansprache meinerseits verbeten. Mit einer "Person"
wie mir, die ich mich immer als AfD-Mitglied zu erkennen gegeben habe,
will er expressis verbis "nichts zu tun haben".
Nun ja, es gibt eben Menschen, die sich für etwas Besseres halten,
aber offenbar nicht wissen, daß Hannah Arendt seit 41 Jahren tot ist.
MfG
C. Wallau

Was kann es Besseres geben als Menschen, denen ihr Land nicht egal ist, Frau Wallau?!

Leider trifft das auf viele Gegner/Feinde der AfD nur selten zu und bei manchen jener AfD-Feinde findet man sogar offene Feindschaft gegenüber ihrem Vaterland (C.R.:"D Du mieses Stück Scheiße" etc.). Wie wir seit einiger Zeit sehen, ist das auch Merkel -Doktrin (Nie wieder D, Nie wieder Volk...)

Wie wir Bremer sagen.
Im September gibt es die Quittung für diese unglaublich dumme, undifferenzierte, moralisierende, alternativlose, Hetzte auf die AfD. Unsere Demokratie wird sich wehrhaft zeigen und eine neue Partei entstehen lassen, die endlich wieder eine streitbare Politik ermöglichen wird. Die sog. einfachen Leute lassen sich nicht einlullen. Mfg Johannes Luig

Christop Kuhlmann | Mo, 27. Februar 2017 - 13:42

bezogen sich allesamt auf den Nationalsozialismus. Trump mit den Nazis gleichzusetzen, stellt für viele Menschen eine Verharmlosung der NS-Diktatur da. Ich finde es unredlich Zitate aus dem Kontext zu reißen um die eigene Wertungen mit der Reputation der Zitierten aufzuwerten. Da reicht schon ein propadeutisches Proseminar, in dem man sich mit Hermeneutik beschäftigt, um zu erkennen, dass es nicht angeht einen Text zu dekontextualisieren um ihn politisch zu instrumentalisieren. Das ist das Gegenteil von Wissenschaft unter Verwendung eines wissenschaftlichen Textes. Man versteht den Antielitarimus großer Teile der Gesellschaft. Die elitären Lügen sind nicht wahrhaftiger, sie sind nur geschickter und wesentlich komplexer. Wir hatten schon so viele selbsternannte Eliten, die im Namen der Moral, gegen die Interessen der Mehrheit agitierten und dieser gleichzeitig die Zurechnungsfähigkeit absprachen. Durch diese Agitation den Holocaust zu verharmlosen, ist jedoch der Gipfel der Infamie.

Reiner Jornitz | Mo, 27. Februar 2017 - 13:43

Frau Arendt sieht diese Konfliktprobleme aus einer sehr intellektuellen 68 er Denkweise in ihrem Kommentar. Das Hauptproblem ist , das die politischen Eliten sich soweit vom Volk entfernt haben, das nur nach theoretischen Gedanken getroffen werden und nicht Verantwortungsvoll praktisch entschieden wird. Die Allgemeinheit ist aufgewacht und schaut ganz genau auf die Finger der Eliten . Was für Konsequenzen? Die Allgemeinheit sieht wie sie nicht ernst genommen wird, funktionalisiert und instrumentalisiert wird - siehe Trump USA. - Barack Obama hat den NSA - Überwachung der deutschen Bundesregierung entschieden. Lagert Atombomben auf deutschen Gebiet .Clinton und Bush waren dumm und der Wirklichkeit enthoben! Da wundert man sich das Donald Trump gewählt wurde von der überwiegenden Mehrheit ! In Deutschland ist noch schlimmer! Inkompetenz , Kanzlerin duckt sich vor Erdogan und Obama als wären Deutschland ein Kindergarten . Wundert man sich noch das ein Wirbelsturm aufkommt ?

Harro Meyer | Mo, 27. Februar 2017 - 14:06

Es ist das Dummgeschwätz der selbsternannten Eliten, irgendeiner breite Masse von Mitmenschen, die man näher nicht kennt oder definieren kann, eine böses Verhalten zu unterstellen, was man auch nicht kennt, aber trotzdem gern als Populismus bezeichnet.
Der Glaube des Adolf Hitler war da konkret, er hat Millionen gläubiger getaufter Christenmenschen gefunden, deren Potentiale ihrer Glaubensbereitschaft, den Willen zur Herrschaft und die Feindschaft zur religiösen Konkurrenz, schon seit Jahrzehnten gewachsen waren. Und es gibt sie heute noch, weniger bei den Nazis – diese Geschichte wiederholt sich nicht -, als bei vielen, die da im Trüben fischen mit Weltverantwortung, Hunger, Klimawahn, Flüchtlingsmanagement, nationale und internationale Verantwortung, Terror immer in der Hoffnung, in diesem Leerraum etwas zu finden, was sie nach oben katapultiert, wobei sie kein Risiko scheuen.

Hans-Hasso Stamer | Mo, 27. Februar 2017 - 14:44

Das war interessant, aber ernst nehmen kann ich das nicht, halte es nicht für fair Hannah Arendt gegenüber, die ich instrumentalisiert sehe.

Hitler war ein Symptom für deutsche Verhältnisse, Trump ist ein Symptom für amerikanische Verhältnisse und Putin ist ein Symptom für russische Verhältnisse. Wenn man der Wirkung der jeweiligen Führer auf die Spur kommen will, muss man genau bei den Verhältnissen im Lande bleiben und sich im Einzelnen damit auseinandersetzen. Und dann kommt man in allen drei Fällen u.a. darauf, dass die Alternativen jeweils sehr, sehr, sehr unattraktiv waren.
Es ist die Schwäche der Demokratie, die sich in allen drei Fällen zeigt. Und die hat vor allem mit Arroganz zu tun: mit Arroganz von Macht, wirtschaftlicher und politischer, und mit der Ohnmacht der Beherrschten und Belogenen.

Gottfried Meier | Mo, 27. Februar 2017 - 16:04

Die Massen rächen sich, ganz einfach. Da ist Wahrheit oder Lüge völlig egal.

Olaf Walter | Mo, 27. Februar 2017 - 17:12

'Frau Arendt, wenn man D. T. agieren sieht, fragt man sich immer noch, wie er in einem aufgeklärten Land wie ...' - das ist Real Satire in Reinform. Selbstverständlich sind sämtliche Namen und Bezeichnungen nur als Platzhalter anzusehen. Statt Trump können Sie auch Kohl, Schröder, Merkel oder Schulz schreiben.

Egal wie viel Bücher Arendt oder sonst wer darüber geschrieben hat oder man noch schreibt: Die Sachen entstehen - immer wieder oder ist Merkel nicht?, und Schulz die Wahlmöglichkeit?, genau wie Hillary Clinton. In so einem Fall gibt es für die Bevölkerung nicht einmal die Wahl für etwas Sinniges, Sinnvolles.

Das alles ist auch nicht entscheidend, denn wenn eine Masse in Bewegung ist, ist sie in Bewegung. Entscheidend ist, wie man sich selbst verhält, wenn man gewahr wird, dass die Sache aus dem Ruder läuft - und das gerade auch als jemand aus der Masse.

'Dort wo man Bücher Verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.' Heinrich Heine

Olaf Walter (56), Tuttlingen

Michaela Zimmer | Mo, 27. Februar 2017 - 17:13

Seit Monaten werden wir von allen Seiten mit Begriffen wie "post faktisch", "alternativen Fakten", Rechtspopulismus und nun neuerdings (gutem) linken Populismus einer regelrechten Gehirnwäsche unterzogen.
Neusprech; den nichts hat sich geändert:
Lügen, Halbwahrheiten, Demagogie und Propaganda gab es schon immer, ebenso entgegengesetzte politische Ansichten.
Neu hingegen ist, dass ein Teil der politischen Akteure glauben, die Deutungshohheit über die "Wahrheit" zu besitzen und jeder, der dieser Meinung nicht folgt, gehört an die Seite gedrängt.
Man kann trefflich über Gott und die Welt philosophieren, man sollte sich in der Tagespolitik aber an Fakten halten.
Fakt ist:
Wenn Menschen mit der Politik der gerade herrschenden Partei nicht einverstanden sind, dann wird diese Partei abgewählt.
Das war immer so und wird auch so bleiben.
Und die unterlegene Partei hat dies zu akzeptieren und nicht mit pseudophilosophischen Gesprächen den politischen Gegner zu diffamieren.
Punkt.

Wilhelm Gebken | Mo, 27. Februar 2017 - 17:28

Die obige Analyse ist zu einhundert Prozent zutreffend - auf den Aufstieg der Grünen in Deutschland, der z. Zt. ausschließlich mit populistischen Lügen auf dem Rücken der Bauern in Deutschland ausgetragen wird.

Bernhard Jasper | Mo, 27. Februar 2017 - 18:06

Guten Tag Herr Luig,

Hannah Arendt, Emigration ab 1941 nach New York. 1963 Professorin für Politische Theorie in Chicago, ab 1967 an der New School for Social Research. Am 4. Dezember 1975 in New York verstorben.

Übrigens bei Karl Jaspers und Heidegger Philosophie studiert.

Meine Name ist JASPER ohne S. Bitte ein wenig mehr Mühe geben, Herr Luig.

Olaf Metzger | Mo, 27. Februar 2017 - 18:34

belogen wir dman doch eher von der aktuellen Politik.....

GR ist auf einem guten weg.... wir haften nicht für andere.... oder der Soli wäre nur vorüber gehend....

oder die wahlrecht änderung in NRW die man klammheimlich vollzieht etc etc etc...

wie sagte mal wer schlaues "man kann die Realität ignorieren, aber icht die konsequenzen aus dieser ignorierten Realität"...

und genau da sind wir nu....

Gundlach Lutz | Mo, 27. Februar 2017 - 20:00

Vielleicht wollen die menschen auch nur mal wieder IDEALE und VISIONEN von ihren Führern(auch, wenn die vielleicht auf wackligen beinen stehen), einen kontrast zum allgegenwärtigen MERKANTILISMUS(Konkurrenzdenken,Egoismus).Die menschen wollen für etwas leben, was z.B. ein Gemeinschaftsgefühl trägt(Nationalbewußtsein /kulturelles Gut). Und da das sicherlich ein schwieriges terrain ist, wird es heute sehr vernachlässigt/diffamiert und es wird mehr auf das Meßbare, Reale(Faktische) verwiesen. Man überläßt das feld der Emotionen den leuten, die entweder nicht in der lage sind, diese heren ziele zu erreichen oder sich später als Betrüger entpuppen

Martin kleber | Mo, 27. Februar 2017 - 20:46

Kein Mensch kann sich lange genug der Wahrheit verschließen."Es rächt sich früher oder später,wenn eine Regierung dem Volk zu viel zumutet..."Trump sicher kein "Hitler",auch keine wirkliche Alternative,aber die Gegenseite ist altbacken und latent agressiv und in ihrer Argumentation recht nebelhaft.Man will weiter unter sich bleiben.Wenn man näher hinsieht,ein doch sehr träger,selbstgerechter Irrglaube.Fatal.

Bernhard Jasper | Mo, 27. Februar 2017 - 20:59

Hannah Arendt, eine Zeugin und große deutsche Philosophin, die auch „ohne Geländer Denken konnte“ und auch viele andere Deutsche aus Wissenschaft und Kunst, die alle Deutschland verlassen mussten.

Während meines ersten Amerika-Aufenthalts, habe ich Werke von deutschen Künstlern im MOMA in New York gesehen, die in Deutschland nicht mehr zu sehen waren, die galten in Nazi-Deutschland als „entartet“.

Als Hommage für alle diese Vertriebenen

B. B. King - The Thrill Is Gone (Live at Montreux 1993)

https://youtu.be/4fk2prKnYnI

Michael Ludwig | Mo, 27. Februar 2017 - 22:24

Herr Wißmann ganz schön subtil. Sie beteiligen sich natürlich nicht am MSM Trump Basing, aber Sie legen die Worte einer verstorbenen in den Mund.
Als Obama demokratisch gewählt wurde, haben die Konservativen so einen Hype gegen den Herrn aufgeführt? Einen Präsidenten dessen Bilanz aus Luftblasen und angezettelten Kriegen besteht. Sie bezeichnen Trump als Blender, jemand der gut einen Monat im Amt ist. Was sind Sie für ein Journalist der das nach 6 Wochen beurteilen kann.
Sie kolportieren Ihre Meinung und das ist meiner Meinung nach das Grund, an dem unsere Gesellschaft zerbrechen wird. Die MSM mit Ihrer unglaublichen Macht sind als Regulativ bei uns und in den USA ausgefallen, weil sie ihre Neutralität verkauft haben. Das wird in die Katastrophe führen. Dieses Kartenhaus bricht zusammen wenn die Konjunktur auf Pump nicht mehr künstlich gepuscht werden kann. Wenn Sie sich mal mit den
Blendern befassen würden, die hier schon 12 Jahre
Gesetze brechen, wäre es mal ein Anfang.

Albert Schabert | Di, 28. Februar 2017 - 08:00

er war wohl zu emotional.Jetzt versuche ich es naturwissenschaftlich zu begründen.Ein Interview mit einer toten Frau ist nicht möglich!Meiner Meinung nach ist so etwas nicht statthaft.Es mag die Genehmigung des Verlags vorliegen,aber hätte die Frau so geantwortet?Sicher nicht.

so geantwortet, zumal ich Ihr zu Gute halten würde, daß Sie seit 1954 (wie jeder kluge Mensch, der die Welt überdenkt) einige andere Ansichten der Welt entwickelt haben würde.
Die hiesigen "Antworten" sind, wie der Autor des fiktiven Interviews in Vorspann und Nachtrag schreibt, Zitate aus Ihrem damaligen Werk. Ich halte so ein fiktive Interview für sehr legitim, um jemanden auf die Gegenwart hin zu befragen!
Aber da sind wir dann auch bei der methodischen Schwäche: Der Autor suggeriert, daß die Aussagen Arendts eindeutig in der heutigen Situation verwendbar wären und dies auch noch eindeutig in eine Richtung (Trump und Anhänger, zu denen ich nicht gehöre, aber seine Gegner stoßen mich zunehmend ab!). Ich denke aber, daß man diesen Text A.s als Grundsätzlichen eben nicht zur politischen Kampfschrift machen kann und daß genau das, was hier zitiert wird, gegen den Mainstream und seine Antifa- Amadeo- Hilfskräfte in Anschlag gebracht werden kann!

Patrick Feldmann | Di, 28. Februar 2017 - 08:12

zu suchen, ist eine sinnvolle Kulturtechnik und Wißmann macht das sehr klug.
Allerdings versagt die Methode wenn die Fragen als Wahrheit insinuieren oder oktroyieren, was erst zu befragen wäre!
Arendt spricht vor der Erfahrung des nationalsozialistischen Totalitarismus. Die Fragen wollen suggerieren, daß die Trump-Wähler totalitär seien.
Mir erscheint hingegen der Duktus des Links mainstream in seinem Gestus und seinen Aktionen totalitär. Das sind aber eben jene, die als Gegner Trumps das Wahlergebnis nicht anerkennen wollen und deren Putztruppen in Städten wie Leipzig, Berkeley und Berlin die zweifelhafte #Erleuchtung von Straßenzügen und Campus pflegen.
Ich sehe die Züge der totalitären Propaganda bei der Maasi, den gina-lisa-Teams der Republik etc..

Kurz:
Der vorliegende Beitrag scheint mir doch etwas zu s3hr auf die Resentiment-geleitete Nutzanwendung gegen die Falschen zu zielen.

Bernhard Jasper | Di, 28. Februar 2017 - 11:57

Guten Tag Frau Wallau,

genau wegen derartiger Unterstellungen Ihrerseits bleibt es dabei. Einfach akzeptieren. Ich vertrete hier eben keine Partei. In meinem Bücherschrank stehen übrigens noch andere „Klassiker“.

Übrigens ist es ein Stilmittel, so wie es der Autor Constantin Wißmann getan hat. Hannah Arendt, ist am 4. Dezember 1975 in New York verstorben.

da Sie es wohl für unumgänglich gehalten haben, mir zu schreiben, hier meine (Versprochen!) einmalige Replik:
1. Ich vertrete auf diesem Forum auch keine Partei, sondern äußere ausschließlich meine persönliche Meinung, so lange es in "diesem, unserem Lande" noch möglich ist. 2. Meine AfD-Mitgliedschaft habe ich kundgetan weil es Mut kostet, sich dazu zu bekennen. Feigheit in einem Rechtsstaat verachte ich nämlich.
3. Was die Erwähnung "anderer Klassiker" in Ihrem Bücherschrank soll,
erschließt sich mir nicht. Ich kann Ihnen aber versichern, daß die Regale
in unserem Haus auch "klassische" Werke aus div. Sachgebieten u. der Literatur bereithalten.
Im Gegensatz zu Ihnen würde ich niemandem verbieten, mir hier zu antworten, es sei denn, er hätte mich beleidigt o. verleumdet. Mit konträren Meinungen setze ich mich gern auseinander. Was allerdings Ihre Beiträge anbetrifft, so verstehe ich sie oft inhaltlich nicht, auch nicht beim zweiten Lesen. Das liegt sicher an meiner Beschränktheit.

Georg Dallmann | Di, 28. Februar 2017 - 12:44

Hannah Arendt war eine blitzgescheite Analystin des Zeitgeschehens und weit darüber hinaus. Sie hat die wahren Zusammenhänge und Wirkmechanismen innerhalb von Gesellschaften und politischen Systemen vortrefflich und prägnant benannt.
Die entscheidende Frage, die sich den Menschen in diesem Land heute stellt ist jedoch, wie kann man die Demokratie in der BRD retten? Demokratie bedeutet - bekanntlich - Herrschaft des VOLKES. Davon sind wir heute jedoch de facto weiter entfernt als jemals zuvor seit 1945. Die politischen Parteien mitsamt ihrem Lobbyisten- und Klüngelbetrieb haben sich vollkommen verselbständigt. Sie "vertreten" längst alles (vor allem ihre eigenen Pfründe und Pöstchenverteilung und Pensionsversorgung), nur nicht mehr das Interesse des GEMEINwohls und damit die Verbesserung der LebensUMSTÄNDE aller. Durch die Abkoppelung,Abgehobenheit und schlichte Ignoranz gegenüber den echten und oft genug essentiellen Problemen der großen Mehrheit der Bürger*innen schaffen die

Georg Dallmann | Di, 28. Februar 2017 - 12:53

"etablierten" Parteien jedoch den Grund für diese "Flucht" der Bürger*innen in die "Fiktion" der selbsternannten "Heilsbringer" wie AfD, Le Pen & Co. Aufgrund dieser geradezu kriminellen Ignoranz gegenüber den wahren und elementaren Problemen und Sorgen der "einfachen" Menschen, schaffen die "Etablierten" somit überhaupt erst den NÄHRBODEN für die radikalen Parteien, die erst dadurch und deswegen mit ihren "Fiktionen" und "Heilsversprechen" die Massen zu ködern vermögen.
AfD wählen die meisten der "AfD-Wähler" NICHT wegen des "tollen Programms" dieser Partei, sondern aus BERECHTIGTER WUT auf die "Verselbständigung" der Etablierten im Verbund mit dem Medienkartell zu einer eigenen Welt, in der die "normalen" Menschen nicht mehr vorkommen. Diese Politikerkaste betreibt eine "Politik" bekannten Willen der Mehrheit der Gesellschaft vorbei oder gar bewusst GEGEN diese. Das dies nicht ewig gut gehen kann, liegt auf der Hand. DAS ist das KERNproblem, welches die Gesellschaftsordnung nach

Georg Dallmann | Di, 28. Februar 2017 - 13:01

und nach erodieren läßt. Viele Menschen gehen nicht mehr zur "Schein"-Wahl, weil es dort - wie ihnen bewusst ist - schlicht NICHTS mehr ZU WÄHLEN gibt!
Durch ein derart abgehobenes, geradezu verantwortungsloses "Geschäftsgebaren" schaufeln die Etablierten auf kurz oder lang selbst das Grab für die Demokratie ebenso wie für den Rechtsstaat. Der -sich zusehends selbstbeschleunigende - Erosionsprozess ist seit langem sichtbar. Mit Demokratie hat dies längst REIN GAR NICHTS mehr zu tun. Das Schlimme ist, dass auch das Medienkartell (dessen Mitglieder sich selbst ja auch zu den "Intellektuellen" zählen), dieses verantwortungslose Treiben noch bejubelt und beklatscht. Hier ist nicht einmal mehr unter dem Elektronenmikrosop auch nur ein Hauch von Intellekt zu erkennen. Statt Information über (kalte aber harte) Fakten, werden die persönlichen, Meinungen der Schreiberlinge unters "Volk" gebracht. (Bearbeitet)

Georg Dallmann | Di, 28. Februar 2017 - 13:03

So verwundert es nicht im geringsten, daß viele Menschen versuchen, diesem Irrsinn zu "entfliehen", was de facto jedoch nur Fiktion ist und schlussendlich aller Voraussicht nach in einem furchtbaren Desaster enden wird.
Die ebenso arrgonte wie ignorante Politikerkaste trägt hierfür jedoch die Hauptverantwortung.

Christa Wallau | Di, 28. Februar 2017 - 13:11

ich teile Ihre Ansichten bezüglich der Form des fiktiven Interviews, die sich auch grundsätzlich für zulässig halte, und ebenso bei der Bewertung des vorliegenden Beitrags von Herrn Wißmann, der "in seiner Nutzanwendung gegen die Falschen zielt".

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