Liberale Moscheen - Eine wandelnde Provokation

Die Deutschtürkin Seyran Ates hat in Berlin eine liberale Moschee gegründet, um mit dem Islam den Islamismus zu bekämpfen. Nun steht sie unter Polizeischutz

Seyran Ates, Mitbegründerin und Ideengeberin der liberalen Moschee,  am 04.07.2017
Ates war schon immer eine wandelnde Provokation, vor allem für türkische Männer / picture alliance

Autoreninfo

Constantin Wißmann schreibt für verschiedene Zeitungen und Magazine. Er hat in London Geschichte studiert und die Berliner Journalisten-Schule absolviert. Er arbeitet für Cicero Online. 

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Zwei Dinge fallen auf, wenn man Seyran Ates in ihrer Mitte Juni eröffneten Ibn-Rushd-Goethe-Moschee besuchen will: Die Moschee befindet sich auf dem Gelände einer evangelischen Kirche in Berlin-Moabit. Und: Vor der Tür stehen drei Männer, in Zivil, aber einer trägt offen eine kugelsichere Weste. Es sind Polizisten. „Draußen im Hof sind auch noch welche“, sagt Ates lachend zur Begrüßung. „Viele von denen kenne ich noch vom letzten Mal.“

Die 53-jährige Frauenrechtlerin und Anwältin steht unter Polizeischutz. Wie zuletzt 2009, nachdem die Deutschtürkin ihr Buch „Der Islam braucht eine sexuelle Revolution“ veröffentlicht hatte. Bereits 1984 wurde sie mit 21 Jahren Opfer eines Überfalls. Sie arbeitete damals in einem Beratungszentrum für türkische Frauen in Berlin-Kreuzberg. Ein Mann drang in die Praxis ein und schoss ihre Klientin nieder. Die Frau starb. Ates wurde von einer Kugel am Hals getroffen, sie überlebte wie durch ein Wunder.

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