AfD - Die Selbstzerstörungspartei

Ihr Parteitag hat gezeigt: Die größte Leidenschaft der AfD ist die politische Intrige, gegen andere, vor allem aber gegen sich selbst. Die Wichtigkeit in ihrem Paralleluniversum scheint den Parteispitzen wichtiger zu sein als Einfluss in der Gesellschaft. Warum die Partei so keine politische Alternative sein kann

Alexander Gauland sitzt in Kremmen auf dem Landesparteitag der AfD mit gefalteten Händen auf seinem Platz
Traurige Alternative: AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland / picture alliance

Autoreninfo

Christoph Seils ist Ressortleiter „Berliner Republik“ von Cicero. Im Januar 2011 ist im wjs-Verlag sein Buch Parteiendämmerung oder was kommt nach den Volksparteien erschienen.

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Es gibt Menschen, die sich absichtlich Verletzungen zufügen, die ihre überbordende Energie, ihre Wut und ihre Aggressionen nicht nach außen richten, sondern zerstörerisch gegen sich selber wenden. Sie bestrafen sich selbst, fügen sich selbst Verletzungen oder Schaden zu und zerstören sehenden Auges ihre Gesundheit oder ihre Lebensperspektiven. Es gibt offenbar auch Parteien, die von diesem autoaggressiven Selbstzerstörungsdrang getrieben werden. Mit großer Hingabe richten die Mitglieder solcher Parteien ihre politische Wut gegen sich selbst. Weil sie sich ohnmächtig fühlen gegenüber den politischen Eliten, die sie verachten, zerstören sie ihre eigenen politischen Perspektiven. Weil sie sich ausgegrenzt fühlen, richten sie ihre Aggression gegen die eigenen Reihen. Weil ihnen ein kleines bisschen Wichtigkeit im eigenen Paralleluniversum am Ende mehr bedeutet, als das Streben nach Macht und Einfluss in der Gesellschaft, ist die politische Intrige ihre größte Leidenschaft. Die AfD scheint so eine Partei zu sein, eine Selbstzerstörungspartei.

AfD nutzt ihre zweite Chance nicht

Als die AfD vor vier Jahren gegründet wurde, hatte sie alle Chancen, sich als bürgerliche, rechtskonservative und nationalliberale Partei zu etablieren. Eine in die Mitte drängende CDU hatte rechts von ihr ein politisches Vakuum hinterlassen. Konservative Christdemokraten, eurokritische Volkswirte und Liberale, die von der FDP enttäuscht waren, hatten sich aufgemacht, dieses politische Vakuum zu füllen. Beinahe wäre dieser Partei 2013 der Einzug in den Bundestag gelungen. 2015 jedoch war die Partei eigentlich am Ende, weil schon damals starke Selbstzerstörungskräfte wirkten. Die Partei spaltete sich. Angela Merkels Flüchtlingspolitik jedoch eröffnete der AfD ab Herbst 2015 eine zweite Chance. Doch offenbar weiß die AfD diese zweite Chance nicht zu nutzen.

Auf ihrem Parteitag am Wochenende in Köln offenbarte die AfD stattdessen einmal mehr ihren manischen Selbstzerstörungswillen. Auf strategische Debatten wurde verzichtet, das Programm zusammengeschustert, das politische Profil auf die Feststellung reduziert, dass die Flüchtlinge – vor allem die Flüchtlinge aus muslimischen Ländern – in diesem Land irgendwie an fast allem Schuld sind. Dazu kommen noch die 68er natürlich. Außerdem wurde die populäre Parteivorsitzende Frauke Petry demontiert, so wie vor zwei Jahren der Parteigründer Bernd Lucke demontiert und aus der Partei getrieben wurde. Wobei Lucke und Petry sicherlich beide mit ihrer eigenen Lust zur politischen Selbstzerstörung einen entscheidenden Beitrag zu dieser Demontage geleistet haben.

Gauland? Weidel? Höcke!

Zum Spitzenkandidaten der AfD wurde in Köln mit Alexander Gauland ein 76-jähriger Ex-Christdemokrat gekürt, dessen einziges Trachten es zu sein scheint, sich mit der puren Existenz der AfD an seinen ehemaligen Parteifreunden von der CDU zu rächen. Ein Politiker, der viele Jahre als konservativer Intellektueller galt, dessen größte intellektuelle Leistung in der AfD jedoch darin besteht, selbst offensichtlich nationalistischen und demokratiefeindlichen Parolen seinen altväterlichen Segen zu erteilen.

An die Seite wurde ihm mit Alice Weidel eine junge Frau gestellt, der der Ruf vorauseilt, den liberalen Flügel der Partei zu repräsentieren. Nur muss man die liberalen Gedanken im Wahlprogramm der AfD mittlerweile mit der Lupe suchen. Als politischer Gewinner dieses Selbstzerstörungswochenendes kann sich darüber hinaus ein AfD-Politiker fühlen, der gar nicht nach Köln angereist war: Björn Höcke, der Rechtsausleger aus Thüringen treibt seine Partei mit seinem national-revolutionären Gerede und seinen Machtergreifungsfantasien weiter nach rechtsaußen. Dass gegen ihn ein Parteiausschlussverfahren wegen parteischädigenden Verhaltens läuft, scheint ihn regelrecht anzuspornen.

Keine politische Alternative 

Wenn es in Deutschland genug Wähler gibt, deren Hass auf das politisches Establishment so groß ist, dass sie jeden autoaggressiven politischen Dilettantismus verzeihen, und danach sieht es aus, dann wird die AfD trotzdem bei der Bundestagswahl im September die Fünf-Prozent-Hürde überspringen. Eine politische Alternative wird diese Partei dennoch nicht werden. Im Gegenteil: Es gehört zu den Paradoxien des Erfolges der AfD, dass ihr Einzug in den Bundestag vermutlich dazu führen wird, dass die Kanzlerin, die aus Sicht der AfD eigentlich weg muss und zwar sofort, weitere vier Jahre das Land regieren wird. Aber vielleicht brauchen die Mitglieder der AfD ja in Wirklichkeit die Kanzlerin, um auch weiterhin ihre Lust an der politischen Selbstzerstörung ausleben zu können.

Marco Holter | Mo, 24. April 2017 - 17:26

Diesen Kommentar hätte man auch über den Zustand der "Grünen" aus den beginnenden Achtzigern schreiben können. Parteiname und handelnde Personen austauschen und ins Jahr 1983 beamen. Niemand würde etwas merken. Zur AFD. Erstmal abwarten. Ein Endergebnis steht noch nicht fest.

Monika Schmidt | Mo, 24. April 2017 - 17:42

"Warum die Partei so keine politische Alternative sein kann."
Gemach, gemach, wenn man an die Anfangszeit der Grünen zurückdenkt, da hätte man auch nicht gedacht das dieser zerstrittene, ungehobelte Haufen mit schlechten Manieren es schafft in den BuTa zu kommen und zu bleiben.
Die AFD betreibt nur Teambuilding. Da geht's manchmal etwas rauer zu; man muss schliesslich testen wo seine und andere Grenzen sind; nicht wahr.
(In Firmen ist diese Sichtweise ganz normal - geht es um die AFD ist's hunderte Meldungen wert. Alles eine Frage des persönlichen Standpunktes.)

Dieser Vergleich mit den Grünen ist sehr passend. Erst antäuschen und so tun, als wäre man eine ernstzunehmende Alternative, und dann das gleiche Postengeschacher und Machtspiel spielen wie die etablierten Parteien. Hauptsache, die Diäten fließen... Noch eine Partei, die nichts zuwege bringt, braucht kein Mensch. Je eher dieser Haufen Fortschrittsverweigerer wieder in der Unbedeutsamkeit verschwindet, um so besser.

Worin besteht noch gleich der Fortschritt, dem sich die AfD verweigert? Meinen Sie die Nobelpreis-würdigen wissenschaftlichen Durchbrüche in der Genderforschung? Oder sind es die revolutionären Technologieverbote der Grünen, die Sie begeistern? Ist es gar die lebendige Meinungsvielfalt in den öffentlichen Medien? Oder sind Sie stolz auf die Risikofreude und Innovationskraft der deutschen Industrie und die beeindruckende Qualifikation unseres akademischen Nachwuchses? Denkbar wäre natürlich auch, dass Sie die gewaltbereite Kompromisslosigkeit des Islam für einen Fortschritt gegenüber dem schwach gewordenen Christentum halten. In jedem Fall bin ich froh, Ihren Kommentar gelesen zu haben. Sie sind ein scharfsinniger Analyst und unabhängiger Denker. Freigeister wie sie sind in unserer Zeit leider selten geworden.

Die Mitglieder dieser Partei haben eine Menge Erfahrung im politischen Geschäft.
Das größte Problem war und ist, dass in dieser Partei ehemalige verärgerte Mitglieder, der CDU herum laufen, die es der ehemaligen Partei zeigen wollen.
Des weiteren fehlt es der Partei an Programm. Wo geht die Reise hin. Das Thema Flüchtlinge ist da etwas dünn dieses unterscheidet sie von den Grünen. Die Grünen hatten ein Ziel das war die Umwelt. Die Themen reichten von Atomwirtschaft, eine friedliche Welt bishin zu Reinhaltung des Wassers. Das waren in den 70ern und 90er Jahren die Themen. Dafür hat man mit unorthodoxen Mitteln gekämpft, was davon übrig geblieben ist steht auf einem anderen Blatt.
Die AFD ist eine Dagegenpartei mit einem Hang zur Selbstfindungsgruppe, dass hat man in Köln gesehen. Frau Petry ist daran gescheitert genauso wie Herr Lucke der Partei eine gewisse Progamatik einzuziehen. Ob das neue Spitzenduo es schaffen wird kann ich nicht sagen

sondern an ihrem Ego, also an sich selbst. Sie hat leider den gleichen Fehler gemacht wie seinerzeit Lucke, beide habe ich eigentlich geschätzt, da sie viel in die AfD investiert, die AfD mit aufgebaut haben. Wollten dann jedoch beide Alleinherrscher sein und ganz alleine die Richtung bestimmen.

Sie waren und sind beide keine strategisch denkende Menschen, was in der Politik u.a. notwendig und wichtig ist. Sie haben sich beide in vielerlei Hinsicht überschätzt und deshalb normale, demokratische Abstimmungsniederlagen erlitten.

Ein Herr Seils würde sich nicht in dieser negativen Form an der AfD abarbeiten können, wenn Frauke Petry nicht überflüssigerweise viel zu früh ein "Fass (Koalititionsfähigkeit) aufgemacht" hätte.

Meine Bitte: Nur gemeinsam ist man stark, deshalb vergeigt nicht leichtfertig eure guten Chancen im Lichte der anstehenden Wahlen!

Grabenkämpfe überlasst doch bitte den Konsensparteien.

Hannelore Altmeyer | Mo, 24. April 2017 - 17:55

Das Thema AFD scheint ja Herrn Seils mächtig
zu Schmäh-Artikeln zu animieren.
Überhaupt habe ich keine Sorge, daß die AFD
auch die 5% am 24.9.2017 schaffen wird.
Es gibt halt zuviele Baustellen, die die GroKo,
auch weil sie unüberlegt erst eröffnet wurden,
nicht abbauen wird/will.

Hans Beyer | Mo, 24. April 2017 - 18:09

Frauke Petry hat in Wirklichkeit die AfD in den letzten Monaten gelähmt. Statt Höcke und seine Rede mit welcher Maßregel auch immer abzuhaken, kochte sie das Ganze zur Freude der gegnerischen Medien groß auf. Von Angriffen auf Merkel und Co. hörte man dagegen nichts.

Nun hat die Mehrheit der AfD sich dafür entschieden, in den Wahlkampfmodus zu gehen, mit entsprechendem Personal. Daran ist nichts überraschend und auch nichts selbstzerstörend.
Selbstzerstörung hätte vielmehr dann stattgefunden, wenn man lang und breit Petrys Antrag für einen "realpolitischen", also stromlinienförmigen Kurs behandelt hätte und am besten auch noch eine Aufhebung des Höcke-Ausschlussverfahrens. Das hätten die AfD-Hasser gerne gesehen: Stundenlanges Hadern und Schimpfen - doch mussten sie darauf verzichten.

Stattdessen gab es Meuthens klare und motivierende Rede (zentraler Bestandteil eines erfolgreichen Parteitags), die Verabschiedung eines unverwechselbaren Wahlprogramms, die Führungswahl.

Carola Schommer | Mo, 24. April 2017 - 18:38

Sehr geehrter Herr Seils,
dass Frau Petry sich vor der Bundestagswahl von einem Herrn Höcke abgrenzen möchte, kann ich gut verstehen. Daraus hat sie aber eine strategische Richtungswahl konstruiert: auf der einen Seite die Fundamentalisten, die nur "Herumstänkern" wollen, auf der anderen die eigene, 'vernünftige' Richtung, die in kurzer Zeit koalitionsfähig sein will. Diese Fragestellung scheint verfrüht und der aufgestellte Gegensatz tatsächlich konstruiert. Denn Frau Petry teilt die Inhalte derer, die zur Zeit reine Opposition sind und sein wollen (bis auf Höckes, gegen den aber sowieso ein Ausschlussverfahren läuft). Die Delegierten wollten sich mit ihrem Antrag nicht beschäftigen, weil sie diesen Gegensatz wohl nicht so sahen. Man kann doch nicht dem Antrag der Vorsitzenden nur deshalb folgen, weil sie die Vorsitzende ist. Frau Petry ist nicht zurückgetreten und ihr wurde die Hand gereicht. Keine Selbstzerstörung und außerdem ein interessantes Spitzenteam.

Nur Hamanda | Mo, 24. April 2017 - 19:12

Irgendwann wird die Debatte geführt werden müssen, was man politisch bewegen will und wie man das bewerkstelligen kann. Diese Debatte 6 Monate vor der BTW zu veranstalten, wäre nicht klug gewesen. Diesen Spaltkeil zu setzen war eine schlechte Idee der Vorsitzenden. Aber so abgeblockt zu werden wie geschehen ein Fehler der Teilnehmer des Parteitages. Profis machen das anders....
Leider suhlt sich die Partei in den Angriffen der Medien und anderen Parteien und fühlt sich wohl in der Opferrolle. Aber - pardon- das ist noch keine Politik. Das ist Kindergarten.

Mathias Trostdorf | Mo, 24. April 2017 - 19:18

Ob es nun die AfD sein wird, oder andere neue Bewegungen: Es wird sich die Parteienlandschaft überall in Europa weiter verändern, denn die letzten Jahre haben gezeigt, daß weder die sich konservativ nennenden, noch die sich sozialdemokratisch oder grün nennenden Parteien Antworten auf die drängenden Fragen dieser Zeit haben. In Deutschland kann man froh sein, daß "die Mitte" noch relativ stark ist, weil es die Trägheit der Masse gibt, die Veränderungen scheut. Aber ewig wird es so sicher nicht weiter gehn.

Andreas Ulbrich | Mo, 24. April 2017 - 19:30

ist keine Basis für einen unvoreingenommene Betrachtung.
Vielleicht ist es ja eine konsequente Entscheidung der Delegierten, sich konsequent rechts zu verorten. Und der Petrysche Versuch, sich kurzfristig als Koalitionspartner für wen auch immer anzubiedern war ja auch geradezu unpolitisch. Wenn die CDU sich lange genug in Linkskoalitionen gegrämt haben wird, wird sie von allein auf die AfD zugehen. Das haben wir bei SPD/PDS auch gesehen. Und die Linkspartei hat bis heute nicht mit Lenin und Stalin gebrochen.

Sepp Kneip | Mo, 24. April 2017 - 19:50

Selbstzerstörungspartei? Eine Art Masochismus scheint mir in der AfD schon gegeben. Aber eine Partei, in der nicht gerungen wird, ist keine politische Kraft. Man kann von so einer jungen Partei icht erwarten, dass sie von heute auf morgen die organisatorische Augenhöhe der "Etablierten" erreicht. Die Partei besteht aus Menschen mit all ihren Haken und Ösen, bei denen es auch um Machtspielchen geht. Nicht wie bei der CDU, wo alles vor der omnipotenten Vorsitzenden kuscht. Oder bei der SPD, die ihren Kanzlerkandidaten mit 100 % "wählt". Die bloße Existenz der AfD hat doch schon einiges bewirkt. Die "Etablierten" kupfern bereits bei ihr ab. Und das soll keine politische Alternative sein? Obwohl eine beispiellose Hetzjagd auf die Partei veranstaltet wurde, hat sie einen erstaunlich guten Parteitag hingelegt. Für mich ist wichtig, dass die AfD den deutschen Masochismus und Selbsthass geißelt, der von den "Etablierten" so gepflegt wird. Herr Seils, gehen Sie bitte objektiver mit der AfD um.

Larissa Tscherkow | Mo, 24. April 2017 - 20:59

Wer aufmerksam die Kommentare im Netz liest, muss sagen: An diesem Wochenende hat sich die AfD vernichtet.

Zahllose Posts von Menschen, die trotz großen Unwillens, bis zu diesem Wochenende AfD gewählt hätten, es nun aber nicht mehr tun.

Mit Petry hat die AfD die einzige Politikerin da abgeschossen, die für die Mehrheit Deutschen eine normale Konservative war, die einzige, die viele Bürger wirklich geschätzt haben!

Wer immer die AfD jetzt vertritt ist entweder wirklich soweit rechts, dass sich jeder Konservative mit Grausen abwendet, oder aber muss wie A. Weidel dem Höcke soweit entgegenkommen, dass die meisten Bürger keine Unterschiede mehr sehen.

Herzlichen Glückwunsch Herr Gauland - Meuthen- Höcke: Sie haben Deutschlands Niedergang besiegelt. Denn ohne starke AfD geht es weiter wie bisher! Die Titanic nimmt nun volle Fahrt auf!

Ich werde nun doch wieder CSU wählen, in der kleinen Hoffnung, dass sie was ändern kann.

Ist wenig Hoffnung, aber besser als keine!

Giesela Kramski | Di, 25. April 2017 - 11:28

In reply to by Larissa Tscherkow

In welchem Netz lesen Sie?
Die meisten Wähler der AfD wählen diese nicht wegen Frauke Petry. Sie ist keine Sympathieträgerin. Die meisten Wähler der AfD wählen diese, weil in der existenziellen Frage der (muslimischen) Zuwanderung die sogenannten Altparteien NICHTS für unser Land zu bieten haben - außer Kopf in den Sand und weiter so.

Armin Latell | Di, 25. April 2017 - 13:12

In reply to by Larissa Tscherkow

diejenigen, die die AfD nicht wählen wollten, werden sie auch weiterhin nicht wählen, und die, die sie wählen wollten, werden sie trotzdem (oder jetzt erst recht?) wählen. Auf Kommentare im Netz gebe ich nichts, da weiß keiner, wer oder was sie warum geschrieben hat. Eine Partei auf eine Person zu reduzieren, kann kein Erfolgsrezept auf Dauer sein. Auch die CDU wird das erkennen müssen. Wenn die SPD reichlich Stimmen an die ADD (ja A D D) verloren haben wird, werden die Karten neu gemischt werden und bis zum 24.09. fließt noch so einiges Wasser den Rhein hinab.

Ingrid Hornung | Di, 25. April 2017 - 14:29

In reply to by Larissa Tscherkow

Liebe Frau Tscherkow,
ja, wenn man die Möglichkeit hat. Und was machen wir hier in NRW?

Elisabeth Zillmann | Di, 25. April 2017 - 17:42

In reply to by Larissa Tscherkow

Frau Petry hat riesigen Beifall bekommen,Frauke-Rufe nach ihrer Rede-und,ja,ihr antrag wurde nicht zur Diskussion angenommen--sehr kluge Entscheidung,wie ich finde.Sie wurde nicht zum Rücktritt als Partei-Vorsitzende aufgefordert,einer ihrer "Widersacher" (was nichts anderes heißt,als daß er nicht mit allen ihren Vorstellungen einverstanden ist),Herr Gauland,hat sich letztlich sehr honorig und respektvoll ihr gegenüber benommen--so what??Ich bin froh,daß diese Partei keine Jubel-Bande ist,die 100% einer Meinung ist,oder deren Vorsitzende immer und immer und immer in allem Recht haben muß und für ihr ungeheuerlichstes Versagen noch standing ovationes bekommt.Weiter so,Streit gehört dazu--und von der Sachlichkeit in den Diskussionen dieses Parteitages könnten sich alle anderen 100 Scheiben abschneiden!

Dean Reef | Mi, 26. April 2017 - 00:35

In reply to by Larissa Tscherkow

Irrtum! Wenn die Titanic, um Ihren Vergleich zu bemühen, links eine enorme Schlagseite aufweist, wird sich jeder vernunftbegabte Mensch nach rechts lehnen, um den Kahn nicht vollends zum kentern zu bringen. Die Idee von Petry (die ich wirklich sehr schätze) die AfD zu einer CDU light zu machen, war denkbar dumm.
War ich bisher noch unentschlossen, so bin ich nun ganz sicher mein Kreuz bei der AfD zu machen. Sowohl bei der LW in NRW als auch bei der BW.

Robert Müller | Mo, 24. April 2017 - 21:21

Ein Richtungsstreit ist immer hässlich, das ist nichts neues. Ich erinnere an Merkel versus Seehofer, als Seehofer auf eine Obergrenze beharrte, Merkel aber keines Falls die Einwanderung begrenzen wollte. Oder als in der CDU verschiedene Politiker einen Plan B oder Plan A2 vorschlugen und Merkel alles wegbügelte, mit dem Erfolg, dass die CDU in allen Landtagswahlen heftige Niederlagen einfuhr. Nur die Grünen in BW "beteten" für Merkel und gewannen haushoch.

Ich denke, manchmal braucht es diese Richtungsentscheidungen, weil eine bestimmte Strategie in die Irre führt und deshalb müssen die Politiker, die diese Richtung stützen attackiert werden oder die Partei geht unter. Der CDU hatte Merkel damals massiv geschadet, heute ist es die AFD, die möglicherweise sich selbst ins Aus befördert. Weiß man aber immer erst hinterher mit Gewissheit.

christiane bohm | Mo, 24. April 2017 - 21:30

Der Konkurenzkampf ist bei Politikern besonders heftig. Es geht nicht nur um Posten, sondern auch um öffentliche Aufmerksamkeit. Da fliegen die Fetzen etwas heftiger als in anderen Berufen, ausgenommen Geldberufe, da Geldgier die niedersten Instinkte entfesselt.

Rolf Lindner | Mo, 24. April 2017 - 21:39

Eine sehr seltsame Interpretation der Ergebnisse des AfD-Parteitages. Klingt ziemlich missgünstig. Ich bin dankbar, dass eine personelle wie auch programmatische Klärung herbeigeführt wurde. Wenn auch Teile von Petrys Wischiwaschi-Vorschlägen übernommen wurden, ist die Partei nicht gut beraten, wenn sie vor dem Medienspektakel einknickt. Deutschland braucht keine weitere Partei, die um die Realitäten wie die Katze um den heißen Brei herumschleicht, sondern eine, die Ross und Reiter beim Namen nennt. Der "Cicero" sollte sich auch nicht an dem Rummel um Bernd Höcke beteiligen. Irgendein österreichischer Publizist sagte, dass sich in Österreich keiner über dessen Äußerungen aufregen würde. Die Äußerungen Höckes, die ich kenne, waren zwar drastisch, aber über nachweisliche Tatsachen. Sind Tatsachen weniger real, nur weil sie politisch unkorrekt benannt werden? Mir scheint, im real existierenden Multikultilaberismus ist das so. Fatal.

Henrik Dörenhaus | Mo, 24. April 2017 - 21:51

Die Partei hat in der Tat weit mehr Energie auf Personalkämpfe verwendet als auf den politischen Gegner. Das aber ist keine Autoaggression. Das ist vielmehr Folge der Tatsache, dass die Partei aus dem Boden gestampft wurde, jede, aber auch jede helfende Hand brauchte und sämtliche Gremien inklusive Bundesvorstand aus dem Nichts und wild zusammengewürfelt wurden. Jeweils 5-7 Minuten Vorstellungsreden der endlosen Kandidatenschlangen machten es vollends unmöglich für die jeweiligen Wahlversammlungen, eine halbwegs fundierte Auswahl zu treffen. Es ging nach Eindruck und das jeweils hundertfach und durcheinander. Dass im Resultat wilde Zusammensetzungen der Vorstände sowie sämtlicher Gremien und Listen für wilde Diskussionen und noch wildere Annullierungsversuche bei lukrativen Mandaten in Ländern und Bund sorgten, ist die ganz natürliche Folge.

Jeder Sozio-Analytiker hätte angesichts der Ingredientien diesen wilden Verlauf prognostizieren können. Alles also völlig im Rahmen.

Tobi Werlander | Mo, 24. April 2017 - 23:55

Ich nenne hier nur eine Unfähigkeit, obwohl es mehr gibt.
Meuthen, Co-Vorsitzender (zentrale Verantwortung), hat den Strategie-Antrag als Fehler bezeichnet, und trägt damit den Hauptanteil am Scheitern des Vorschlags. Die Folge nach der BT Wahl: Vergleichsweise kleinere Opposition im Bundestag, und bei vielen naiven Anhängern Verwunderung über die dortige Machtlosigkeit.

Erfolg wäre einfach gewesen: Man hätte Petry nur folgen brauchen, um in ein paar Monaten mehr Stimmen zu erhalten. Für die koalitions-ängstlichen AfDler ist mehrstufiges Denken bereits zu kompliziert:
1) Zeitpunkt der Wahl: AfD ist für mehr Wähler attraktiver, bekommt mehr Sitze und Macht
2) Nach der Wahl: Koalition, unwahrscheinlich, aber theoretisch nicht ausgeschlossen:
Parteien stellen jeweils Koalitionsbedingungen. Bleibt die AfD infolgedessen allein (wahrscheinlich), dann bleibt immer noch (1), d.h. immer noch ein realer Machtgewinn.

Jürgen Althoff | Di, 25. April 2017 - 01:10

bis jetzt kannte ich Sie nicht als undifferenzierten Haudrauf. Ihr Kommentar ist etwa so rational wie das Schimpfen eines Verlassenen über die Verlasserin.
Wussten Sie übrigens, dass das so "zusammengeschusterte Programm" das Ergebnis einer Internet-Befragung ist, an der sich, glaube ich, etwa ein Viertel der Parteimitglieder konstruktiv beteiligt hat? Lauter Idioten?
Und haben Sie jemals die Programme der von Ihnen präferierten Parteien gelesen? Das würde Ihre pauschale Herabwürdigung etwas fundierter erscheinen lassen. Übrigens war auch die von Ihnen anscheinend geschätzte Frau Petry an diesem Programm beteiligt und hätte sich als Spitzenkandidatin damit identifizieren müssen.
Wenn Sie mit der Strategie nicht einverstanden sind, dann hören Sie die Rede von Herrn Meuthen an. Bei seiner Aussage "mit diesen Figuren werden wir niemals koalieren" erhielt er standing ovations.

Martin Krenz | Di, 25. April 2017 - 06:05

Ich finde es arg übertreiben, den Streit um die politische Ausrichtung einer Partei als "Selbstzerstörung" zu bezeichnen. Vielmehr trifft hier die Bezeichnung Pluralismus zu, den man von den anderen Parteien in Deutschland kaum noch kennt. 100%-Schulz und die politische Gleichschaltung in der CDU (Zitat vom CDU-Generalsekretär Peter Tauber: "Wer nicht für Merkel ist, ist ein Arschloch") lassen wohl vergessen, daß Pluralismus ein sehr wichtiger Bestandteil der Demokratie ist.

Volker Leyendecker | Di, 25. April 2017 - 07:54

Warum lassen Sie der AFD nicht ein klein wenig Zeit den richtigen Weg zu finden ? Wenn Sie sehen das aus den -ETABLIERTEN- Parteien Mitglieder nach langjähriger Zugehörigkeit austreten, weil die Parteien sich geändert hat und der Kurs nicht mehr mit getragen werden kann. Das die AFD sich als Deutsche Partei empfindet und für das deutsche Volk eintritt ist doch in Ordnung. Toleranz ist keine Einbahnstraße.

Robert Flag | Di, 25. April 2017 - 08:00

Was sind die Fakten ? Z.B. der vorbildliche basisdemokratische Ablauf dieses Programmparteitages. Zu jedem Programmvorschlag erläuterte eine Fachreferentin das für und wider, darauf folgten Rede und Gegenrede und nachfolgend eine Abstimmung. Die AfD bekennt sich zur deutschen Leitkultur. Diese fußt auf den Werten des Christentums, der Antike, des Humanismus und der Aufklärung. Die Forderung, auch der Religionsausübung nach GG Art 4 Schranken zu setzen, wenn eine Religion mit den Grund- und Menschenrechten unvereinbar ist. Ich unterstütze auch die Forderung, dass nur derjenige die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erhalten darf, an dessen dauerhaft erfolgreicher Integration und Loyalität zu seiner neuen Heimat keine Zweifel bestehen.
Wer sich an parteiinternen Intrigen stört, sollte sich mal die Union ansehen.

Michael Sander | Di, 25. April 2017 - 08:03

Der Drang zur politischen Selbstzerfleischung lässt sich bei ausnahmslos allen neuen politischen Parteien mit ausreichender Machtoption beobachten. Der Grund ist ebenso einfach wie menschlich: Da werden plötzlich Leute von der Macht gekitzelt, die damit noch keine Erfahrung haben und noch nicht gelernt haben, ihre Machtgelüste langfristig und nachhaltig zu verfolgen. Ausserdem sind die Strukturen noch nicht so gefestigt, so dass ein Durchmarsch auch für Neulinge jederzeit möglich erscheint. Da wäre es sicherlich hilfreich gewesen, wenn die Partei mehr seriöse bürgerliche Unterstützung hätte gewinnen können. Doch das haben die etablierten Parteien mit einer beispiellosen Hetzkampagne erfolgreich zu verhindern gewusst - übrigens in trauter Einigkeit mit praktisch allen führenden deutschen Medien. Ich halte dieses selbstgerechte Gekeifere gegen die momentan einzige Oppositionspartei für weitaus abstoßender, als die zugegebenermaßen unschönen Machtintrigen innerhalb der AFD.

Dieter Weise | Di, 25. April 2017 - 08:29

Ich hatte mir den Parteitag am Sonntag auf Phoenix angeschaut, die Mitglieder schienen mir aus der Mitte der Gesellschaft zu kommen. Es ging sachlich und unaufgeregt zu. Und was die sogenannten Rechtsausleger heute sagen, war vor etlichen Jahren noch CDU/CSU Parteiprogramm. Übrigens, Gauland war unter Koch in der hess. CDU und Koch hatte noch ganz andere Sprüche drauf.....Heuchelei + Lügen wohin man schaut. Sorry, nennt sich ja Realpolitik !

Ines Schulte | Di, 25. April 2017 - 08:41

...soll wohl herbeigeschrieben werden? Ist hier der Wunsch Vater des Gedankens? Der Cicero steigert seine Auflagen, - weil er sich etwas vom gängigen Mainstream gelöst hat? So ich beim aufstrebenden CICERO einen Wunsch frei hätte, wäre es der, der journalistischen " Vielfalt" zum Durchbruch zu verhelfen und die Berichterstattung über das AfD-Personal nicht nur e i n e m Redakteur zu überlassen. Mit dem zugeschriebenen Wort "Hass" ,das mehrmals verwendet wurde, wird jegliche seriöse Debatte erstickt. Interessant auch die posthumen Lobeshymen auf den immer schon integren und seriösen Bernd Lucke, dem man pressemäßig damals nicht genug " rechts" anhängen konnte. Bitte dazu die Plasberg-Sendung aufrufen, als es um die Unterstellung zum Wort " entartet" ging. Es ist auch nicht schlüssig, die jeweils Amtierenden niederzuschreiben und wenn sie sich zurückgezogen haben, (auch Petry) rückwirkend mit dem Lorbeer zu bekränzen. Hat man die guten Eigenschaften also so lange zurückgehalten?

Ich kann Ihnen, liebe Frau Schulte, nur hundertprozentig zustimmen. Mich wundert, dass der Chefredakteur einen solchen Artikel von dem Herrn Seils in die Cicero News aufnehmen lässt. Die meisten Kommentare anderer Leser sagen ja alles. Herr Seils war weder beim Parteitag dabei noch hat er sich gut informiert. Diesen Artikel mit seiner vorgefertigten Meinung hätte er auch schon vor einigen Wochen schreiben können. Übrigens empfehle ich die Kolumne von Herrn Fleischhauer in Spiegel online von gestern "Jagdszenen am Rhein" zu lesen. Je mehr ein Teil der Journalisten auf die AFD einhauen, je mehr Kirchenvertreter sich gegen die AFD in Stellung bringen, je mehr um ihre Posten bangenden Parteienvertreter der Etablierten Hass-Reden halten, um so mehr neue Wähler wird sie bekommen. Die deutsche Mittelschicht ist gebildet genug, um hier voll durch zu blicken.

Thomas Radl | Di, 25. April 2017 - 08:46

"Wenn es in Deutschland genug Wähler gibt, deren Hass auf das politisches Establishment so groß ist, dass sie jeden autoaggressiven politischen Dilettantismus verzeihen, und danach sieht es aus, dann wird die AfD trotzdem bei der Bundestagswahl im September die Fünf-Prozent-Hürde überspringen."
Insbesondere, weil die Beschreibung der AfD ja so gar nicht unzutreffend ist, fällt es einem immer schwerer, FÜR die AfD zu reden. Tatsächlich ist es aber doch so: Der CDU-Parteitag beschließt mit deutlicher Mehrheit, den Doppelpass wieder abzuschaffen, gleich nach der Abstimmung stellt sich die "Alternativlose" vor die Kameras und erklärt: "Interessiert mich nicht!" Noch dieses Wochenende habe ich einen Journalisten vortragen sehen, dass die Beschlusslage mit ca. 76 % dem Mehrheitswillen der Bevölkerung entspricht. Es gibt in den etablierten Parteien offensichtlich eine derartige Gleichgültigkeit gegenüber dem, was das dumme Stimmvieh will, dass man der AfD noch viel mehr verzeiht, Herr Seils!

Stefan Jess | Di, 25. April 2017 - 08:49

Die personalpolitischen Gefechte in der AfD sind doch für eine junge Partei normal.

Ich bin Mitglied in einer der beiden "grossen" Volksparteien und kann aus eigener Erfahrung sagen dass es dort genau so übel zu gehen kann bzw. geht. Nur wird das besser kaschiert, es gibt mehr personelle Masse und mehr Themen um das in der Aussenwirkung auszugleichen.

Die AfD wird auch weiterhin am rechten Rand der CDU wildern. Das Wählerpotenzial ist vorhanden und wird auch in Zukunft nicht weniger werden.

Gerdi Franke | Di, 25. April 2017 - 09:08

Eine junge Partei muss immer erst über eine Phase hinwegkommen in der ältere Herren nur rechthaberisch um Pöstchen und Visitenkarten streiten. Erst nach einer gewissen Reife kann man dann Themen angehen.

Stefan Voß | Di, 25. April 2017 - 09:31

Wenn man den Argumenten der beiden Leserkommentaren folgen sollte, dann würde die AfD wohl dann im Laufe ihrer Geschichte zu einer ähnlich angepassten Partei wie die Grünen mutieren. Es gibt aber in der Entstehungsgeschichte beider Parteien zwei wesentliche Unterschiede: 1. Die Flügelkämpfe der Grünen bestanden in der Gründungsphase zwischen grob gesagt linken und konservativen Kräften, wobei die linken Kräfte am Ende die Oberhand gewannen. Bei der AfD entzünden sich die Flügelkämpfe nur innerhalb der rechten Szene, wobei jetzt die extrem rechten Kräfte die Oberhand gewonnen haben. Zweitens hatten die Grünen eine gesellschaftspolitische Vision und Inhalte gehabt. Davon ist in der AfD wenig vorhanden. Mit dem Schüren von Ressentiments hat noch niemand in der Politik einen Blumentopf gewonnen. Außerdem gibt es auch gescheiterte Gründungsgeschichten, wie die Steuerpartei von Herrn Fredersdorf, die Republikaner oder die Piraten. Nach den Wahlen ist vor den Wahlen.

stephan lang | Di, 25. April 2017 - 09:35

Diese Partei ist nicht selbstzerstörerisch, nur konsequent rechts bis rechtspopulistisch und somit genau das, was ihre WählerInnen will...

Es geht ihnen nicht um sachliche Diskussion, sondern nur um Dagegensein, Schwarzmalerei und alternative Fakten... Namen sind austauschbar, und vollkommen unwichtig. Damit werden sie sicher mit 10 % oder mehr in den BT einmarschieren, witzig, dass man in deren Reihen immer die Banken und Finanzeliten kritisiert, aber mit dieser Weidel eine wählt, die vorher bei Goldman Sachs arbeitet... bei dieser Partei passt nichts zusammen, und irgendwie alles.... absolut unertäglich.

Arne Bruhn | Di, 25. April 2017 - 19:50

In reply to by stephan lang

Der Mitarbeiter der katholischen Kirche, eine gewisser Herr Luther, gründete sogar selbst eine "Partei" - gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber! Und? Heute feiert man den Herrn Luther fast wie einen Halbgott. Wenn Sie seinen Werdegang lesen, war es ein Weg über Leichen! Ob Frau Weidel den gleichen Weg geht - niemand weiß es - auf jeden fall hat sie hinter die Kulissen von Goldman-Sachs gesehen - genau wie der Herr Luther. Das kann nur positiv sein für diese junge Partei! Im BT sitzen viele, die außer Studium (falls überhaupt beendet) keinerlei berufliche Erfahrung vorweisen können. Die sind - zumindest für mich - keine Alternative!

Udo Dreisörner | Di, 25. April 2017 - 10:11

Zitat:"Wenn es in Deutschland genug Wähler gibt, deren Hass auf das politisches Establishment so groß ist, dass sie jeden autoaggressiven politischen Dilettantismus verzeihen, und danach sieht es aus, dann wird die AfD trotzdem bei der Bundestagswahl im September die Fünf-Prozent-Hürde überspringen."

Herr Seils, was glauben Sie warum sich trotz der inneren Querelen viele nur noch von der AFD verstanden fühlen? Weil die derzeitige politische Situation der etablierten Parteien so gloreich ist? Autoaggressiven politischen Dilettantismus gepaart mit Gleichgültigkeit gegenüber einer großen Menge besorgter Bürger haben gerade die Politiker an den Tag gelegt die die (Un-) Geschicke dieses Landes lenken. Und wenn dann noch die Kirche ihren Senf dazu abgibt zeigen genau die Richtigen schadendfroh auf die AFD. Ich finde es sehr sehr schade das die AFD sich gerade so zerfetzt. Sie verpassen gerade die wichtige Zeit eine tatsächliche Alternative zu sein. Warten wir mal ab was kommt.

Herr Dreisörner, auch ohne „Hass“ auf das politische Establishment, würde ich mir wünschen, dass die Fünf-Prozent-Hürde von der AFD übersprungen wird.
FDP, Grüne und Linke reichen allein nicht aus, um wieder ernst zu nehmende Debatten im Bundestag etc. zu führen.

Was ich hier in den Foren vermisse sind Stimmen die vorher eindeutig zur AFD standen.
Ist es Feigheit oder Abkehr?

Bernhard Jasper | Di, 25. April 2017 - 11:28

Herr Seils, bildete die ökonomische Lage in bestimmter Hinsicht auch die politischen Parteien, so haben wir es nach der erhofften allgemeinen Ent-Ideologisierung erneut mit starken Bewegungen zu tun, die nicht Integration wollen, sondern Eigenständigkeit fordern.
Man könnte jetzt behaupten, dass politische „Links-Rechts-Schemata“ für eine Analyse nicht mehr greift, ebenso die Begriffe „konservativ“ und „progressiv“ nicht, denn Entscheidungen die uns betreffen, werden heute nicht mehr national, sondern oft global getroffen. Da gibt es auch keine staatliche Autorität, die das steuern könnte.

In der Betrachtung kann man den ökonomischen und sollte jedoch auch den symbolischen Aspekt betrachten. Beide Aspekte finden sich in der politischen Wirklichkeit stets gleichzeitig. Was diese Partei betreibt (als Unterscheidungsmerkmal), ist reines Symbol, wenn Forderungen aufgestellt werden die nicht umsetzbar sind. Sie wird daher ihre Wählerinnen und Wähler bitter enttäuschen.

Ralf Müller | Di, 25. April 2017 - 12:12

Petry war Störenfried, jetzt ist sie kaltgestellt. Damit hat sich AfD selbst befreit, statt selbst zerstört. Das Duo Weidel/Gauland ist klasse und wird der partei richtig Wahlerfolg bringen. Das Wahlprogramm ist auch gut und wird die Partei für viele Wähler attraktiv machen. 20 Prozent sind möglich. En marche, AfD, Ihr schafft das!

Christop Kuhlmann | Di, 25. April 2017 - 12:56

is tes, Wähler anzusprechen, für welche die übrigen Parteien nicht mehr wählbar sind. Das tut sie. Die Walbeteiligung dürfte steigen und Wähler, die ihre Partei früher unter Sonstige wiederfanden, werden im Bundestag vertreten. Bis die CDU in Sachen Migration eine glaubwürdige ALternative ist, dürften noch Jahre vergehen. Verwässern kann die AfD ihr Profil immer noch. Es gibt schon genug Volksparteien, bei denen man vorher nie weiß woran man ist. Ein, zwei Terroranschläge und sie sind wieder bei 15%. Deshalb können sie es auch gar nicht abwarten den Muslimen die Schuld nach Attentaten in die Schuhe zu schieben.

Gerhard Hein | Di, 25. April 2017 - 13:37

Der Streit,ob man schon in einer relativ frühen Phase sich programmatisch koalitionsfähig aufstellen sollte, ist verfrüht und der Zeitpunkt vor einer Wahl denkbar ungünstig. Der Fehler von F.P. , welche in ihrer persönlichen Situation die dazu erforderliche Power nicht zur Verfügung hat, wird sich nachteilig auf das Wahlergebnis
auswirken. Auch Herr Meuthen befördert mit seiner Aussage, mit keiner etablierten Führungs -kraft koalieren zu wollen, den Abwärtstrend.
Das jetzt aufgestellte Führungsteam hat eine
sehr geringe Anziehungskraft und Herr Höcke
sorgt für zusätzlichen Abwärtstrend.
Fazit : Fundamentalopposition wird die AfD nicht zerstören, sondern das Wahlergebnis könnte dafür sorgen, dass die gegenwärtigen Kräfte "abgewählt" werden und F.P. die Chance ergreift, erneut mit einem Programm anzutreten, welches auf Sicht koalitionsfähig
wird.

Renate Aldag | Di, 25. April 2017 - 13:58

Ich schließe mich dem ausgezeichneten kommentar des Vorkommentaristen, herrn Dreisörner, an. Auch ich sehe eine Autoaggressivität der im Bundestag vertretenden Parteien, speziell: S,R,G gegenüber dem Wahlvolk (Pack, Stinkefinger). Das bedeutet, daß die von uns gewählten Volksvertreter gegen die Interessen der Wähler handeln (keine Sicherheit, Ausländer-kriminalität, illegale Invasion in unser Sozial-system, Banken-,GR-rettung, höchstes Steueraufkommen bei gleichzeitiger Verschwendung usw). Sie haben unser Vertrauen total verspielt und dazu sehe ich nur eine Alternative (auch wenn sie sich innerparteilich noch am Finden ist) und ich hoffe auf ein blaues Wunder im September.

Johann Vetter | Di, 25. April 2017 - 14:08

Ich fand es gut, dass eine von Frau Petry erfundene "Richtungsentscheidung" nicht auf die Agenda genommen worden ist.

So ist es bei neuen Parteien:
Die Phase mit B. Lucke ist vorbei. Die Phase mit F. Petry geht gerade vorbei.
Das ist nicht schlimm, wenn gute, überzeugende Leute dadurch in der Vordergrund kommen.

Mir hat nicht gefallen, dass die Anträge zu "Rente" nicht behandelt worden sind.
"Das, was die Leute betrifft, wird nicht besprochen", sagte ein Delegierter.

Meine Sorge ist, dass mit der AfD wieder eine Partei von Beamten und Unternehmer dominiert wird und die vielen Millionen Arbeitnehmer mit ihren berechtigten Interessen wieder vollkommen unzureichend repräsentiert werden.

Herr Vetter, dass die Anträge zur Rente nicht besprochen und mit "Nichtbefassung" an die Fachausschüsse weitergeleitet wurden, lag in der Natur des Parteitags. Die wirklich guten Vorschläge zu einer lange überfälligen Rentenreform waren derart komplex, dass man sie nicht auf die Schnelle mit einer Minute Vorstellung und jeweils einen pro- und contra Beitrag zur Abstimmung stellen konnte. Soetwas braucht Zeit für intensive Debatten, die wir an diesen beiden Tagen in Köln einfach nicht hatten. Wir mussten ein Programm verabschieden, ein Kandidatenduo und ein neues Bundesschiedsgericht wählen und konnten uns weder auf eine grundsätzliche Strategiedebatte einlassen, noch komplexe Programmfragen ausgiebig erörtern. Das war im Kölner Format nicht vorgesehen.

Gottfried Meier | Di, 25. April 2017 - 14:46

Eigentlich kann man eine Partei, die Leute wie den Höcke in ihren Reihen duldet, nicht wählen. Aber wo ist die konservative Alternative? Ich werde die AfD aus Protest wählen und nicht aus Überzeugung. Dann muss man mal sehen, wie das nach der nächsten Legislatur aussschaut. Vielleicht besinnt sich die Union bis dahin wieder auf ihre konservativen Wurzeln.

Walter Wust | Di, 25. April 2017 - 15:05

Petry's Aufforderung zur Realpolitik ist genaugenommen das genaue Gegenteil dessen, weshalb diese Partei gewählt wird. Wir brauchen dringend eine Opposition im Bundestag, die Alles beobachtet und gegebenenfalls unterbindet, was dem deutschen Volk Schaden zufügt. Schon jetzt hat die AfD dafür gesorgt, daß man einige Beschlüsse hinterfragt und kritisiert, die vormals einfach Programm gewesen wären. Schon Heute können die sog. Etablierten nicht mehr so einfach vor sich hinregieren. Dazu braucht es keine Koalition sondern Wachsamkeit und Unbestechlichkeit. Die Wähler werden es noch schätzen lernen, daß ein paar Regierungsvertreter die Interessen des Volkes vorrangig bedienen.

siegfried schaefer | Di, 25. April 2017 - 15:07

Schade Herr Seils, dass Sie in Ihrem Artikel nur Polemik betreiben. Sie hätten sich doch besser intensiv informieren sollen.
Frauke Petry, erst mit schäbigsten Methoden den liberalen, konsensualen, koalitionsaffinen Lucke verjagen, ein stückweit nach rechts driften und dann wieder den Weg a la FDP 2.0 einschlagen wollen. Eine junge Partei ist a priori heterogen und hat Flügel mit jeweiliger Anhängerschaft, die es zu vereinen gilt. Im konsistenten Grundsatz-Programm ist das auch sichtbar. Ihr ging es aber durchsichtig nur um eine Alleinherrschaft gegen mögliche Konkurrenten. Mit einer Establishmentlösung FDP 2.0 würde sie ebenso scheitern wie seinerzeit Lucke. Denn was im deutschen politischen System fehlt, ist gerade eine gute Opposition und nicht ein weiterer auf verlorenem Posten agierender Koalitionspartner.
Deshalb ist sie zu Recht von der Partei abgestraft worden für Ihr Vorhaben eines unsinnigen"Richtungswechsels".

Beate Maier | Di, 25. April 2017 - 15:14

Wer es noch nicht bemerkt hat: Frauke Petry ist hochschwanger. Spitzenkandidatin für einen BT-Wahlkampf kann man da nicht sein. Schon längere Zeit merkt man, dass sie mit dem veränderten Hormonhaushalt auch ihre Aggressivität und ihren politischen Instinkt etwas verloren hat. Das ist nicht schlimm. Sie wird bald zurücksein in der politischen Arena.
Was mich am meisten langweilt bei den Statements gegn die AfD ist die Behauptung, "alles von gestern". Reine Vorurteile! Keine Bereitschaft für programmatische Auseinandersetzungen.

Heinz Meier | Di, 25. April 2017 - 15:31

Herr Seils,
sie schreiben einen merkwürdigen Artikel, der auch nicht erkennen läßt ob Sie direkt Merkelanhänger sind oder sich eine Alternative wünschen. Ich denke dass die AFD z.Zt. für alle Menschen, die eine weitere, unbegrenzte Zuwanderung nicht wollen , eine weitere Zentralisierung Europas ablehnen und gegen die Eröffnung eines Rüstungswettlaufes sind, keine andere Wahl haben.
Die AFD braucht nicht die Kanzlerin, Deutschland braucht die AFD oder überhaupt einmal eine Opposition.

Klaus D. Lubjuhn | Di, 25. April 2017 - 15:42

Bitte mit gleichem Maß messen, Christoph Seils.
"Die Wichtigkeit in ihrem Paralleluniversum scheint den Parteispitzen wichtiger zu sein als Einfluss in der Gesellschaft"(Zitat). Diesen Satz kann man getrost auch für die christliche Union, den Streit Seehofer contra Merkel, um die Flüchtlingspolitik zitieren. Natürlich gilt es auch für die strapaziösen Zerreißproben, die sich die Grünen früher geleistet haben. Und aktuell finden sich auch in der Partei Die Linke enorme Fliehkräfte von der verordneten Linie der Katja Kipping.
Also stellt sich die Frage, warum wird allein die AfD für innerparteilichen Zwist ins Rampenlicht gezerrt? "Die AfD scheint so eine Partei zu sein, eine Selbstzerstörungspartei" (Zitat). Bei anderen Parteien spricht man in solchem Zusammenhang auch gern von innerparteilicher Demokratie, oder? Die aber unterwirft sich eben nicht immer dem Urteil politischer Klugheit.

Michael Janoschka | Di, 25. April 2017 - 15:53

Wenn man sich die Reden von dem Vorstand während des Parteitages und vor dem Parteitag angeschaut hat, kann man auf die Machtverschiebungen im Hintergrund kommen.
Das aktuelle Spitzenduo mit Gauland und Weidel ist gut ausgewählt. Weidel ist die "Angreifende" und das neue "Gesicht". Gauland ist der Ruhepol im Hintergrund - der auch die Fraktion um Höcke und Poggenburg ruhig stellen soll.
Was Frauke Petry wirklich wollte, kann keiner wissen - eine alleinige Spitzenkandidaten hätte sie schwer mit Ihrer Schwangerschaft vereinbaren können. Für Sie ging es aber auch nie um die Wahl 2017 - sondern um 2021. Nur da bringt sich auch bereits eine 2te Person ins Gespräch. Jörg Meuthen. Er ist zwar bis 2021 in Baden-Württemberg seinem Land und wegen seinen Kindern gebunden. Danach wäre er frei. Und Ihn zieht es nach Berlin. Vielleicht ging es hier gar nicht mehr um die Wahl 2017 sondern bereits 2021. Nicht zu vergessen: Alice Weidel ist ebenfalls aus BW und Gauland bereits 76. 2021 wäre er 80.

Martin Wienand | Di, 25. April 2017 - 16:06

Islam, Migration, EU. Die vielen Bürger dieses Landes, die das nicht wollen, hätten in ihrer Verzweiflung jede halbwegs passable Topfpflanze gewählt. Mit ein bisschen Geschick hätte die AFD über 30 Prozent kommen können. Statt einer neuen großen Partei hat sich die AfD entschieden den Weg der NPD ins Nichts zu gehen. Das elementare Programm der AfD und ihre tiefste Essenz ist gnadenlose Inkompetenz. Die schlechteste Deutschland-Performance der Nachkriegsgeschichte. Und die wollen in D etwas besser machen? Die kriegen sich ja selbst noch nicht mal hin. Eine Partei der Lächerlichkeit. Sorry, ich mag keine Leute wählen, die ich definitiv für unfähig halte. Einen Mindest-Level setze ich voraus. Beauftragen wir irgendeine Werbeagentur, für den Bundestagswahlkampf ein paar Gartenzwerge als Retter der Republik zu vermarkten, hätten die Agentur garantiert einen besseren Job gemacht.

Armin Latell | Di, 25. April 2017 - 16:08

das Szenario, das Sie beschreiben, Herr Seils, zeigt auf, was es ist: eine hochgradig engagierte Diskusion und Konsensfindung, in der auch Emotionen eine Rolle spielen. Es ist genau das, was den Konsensparteien, die mittlerweile unter massivem Burnout leiden, fehlt. Da entscheidet ein Parteitag, den Doppelpass abzuschaffen, die Vorsitzende sagt nein, der anvertraute Zustimmverein akzeptiert diskussions- und
widerspruchlos. Dann eben nicht. Wo haben Sie zu Kohls Zeiten gelebt? Eine in die Mitte strebende CDU? Das ist so daneben wie Sonne und Mond. Das Programm der AfD heute ist wie das der CDU von 2002. Ihre Behauptung, dass die Partei schon 2015 am Ende gewesen wäre, hat sich offensichtlich überlebt. Wurde nicht auch gerade ein P. Tauber gerade demontiert? Sie unterstellen den AfD Wählern Hass als Motivation, aber bei allem Respekt, Herr Seils, alle Ihre Artikel zu diesem Thema sind Paradebeispiele dafür.

gert friedrich | Di, 25. April 2017 - 16:10

2025,nicht 2021,gibt es eine Koaltion zwischen Union,FDP und AfD.

Michael Ludwig | Di, 25. April 2017 - 17:13

In reply to by gert friedrich

Glauben Sie ernsthaft, dass es den Euro bis 2021 noch gibt. Die Einschläge
werden immer lauter. In Frankreich ist es schon auf Messers Schneide. Wenn sich die
EU auflöst (und das dauert keine 4 Jahre mehr), wird es an der Börse und in der Weltwirtschaft ein Massaker geben. Da werden werden Sie froh sein wenn Sie noch
heil über die Straße kommen. Immer schön glauben uns kann ja nichts passieren.

Hermann Bill | Di, 25. April 2017 - 16:54

Herr Seils, uns ging es erstmals wie Ihnen als wir in den Nachrichten vom Verlauf des Parteitages hörten: wie kann eine Partei so blöd sein und sich kurz vor der BT-Wahl derart "zerlegen". Wir schauten uns dann die Meuthen-Rede auf Youtube an und hörten und sahen einige Hintergrundberichte und Analysen und siehe da, uns war plötzlich klar, dass das was vorgefallen war ein notwendiger Ortsbestimmungs- und Reinigungsprozess war, wie er für andere Parteien (abgesehen von der Merkel-CDU!) selbstverständlich ist und wie er insbesonders für neu konstituierte Parteien unabdingbar ist! Also was soll dann Ihr Kommentar und die Schlagzeile dazu: einfach eines "Cicero" nicht würdig!
Für uns behält die AfD weiterhin ihre Attraktivität, da wir in der Bundespolitik nichts dringender brauchen als eine Opposition, die diesen Namen verdient, damit endlich dieses Land wieder eine Perspektive bekommt!

"Wir": das sind eine Ärztin und ein Unternehmer - man würde sagen: oberer Mittelstand!

Horst Johnson | Di, 25. April 2017 - 17:41

Die Delegierten wollten Geschlossenheit und keine weitere Abspaltungstendenzen. Zudem kann der Einzug in 11 Parlamente kaum als Selbstzerstörung bezeichnet werden. im Unterschied zu den Grünen der Anfangszeit führt mit Hr.Gauland ein Politprofi an vorderster Spitze die Belange beim kommenden Wahlkampf, auch hier eher Geschlossenheit im Tandem mit einer hochtalentierten Fr.Dr.Alice Weidel.

Wolfrich T. Wilde | Di, 25. April 2017 - 21:26

Im Übrigen hatte ich als jemand, der die Ereignisse des jüngsten Parteitages neutral verfolgt hat, einen völlig anderen Eindruck - nämlich den, dass die AfD gerade nicht der Prognose (oder vielmehr dem Wunsch?) sehr vieler Journalisten entsprach und sich eben nicht in autodestruktiver Manier selbst zerfleischt hat, sondern vorwiegend sachlich und sogar relativ diszipliniert an ihrem Wahlprogramm gearbeitet hat. Warum unterzieht man nicht lieber dieses einer objektiven Analyse oder geht näher auf die Wahl der beiden Spitzenkandidaten ein, statt über eine mögliche Selbstzerstörung oder Spaltung zu spekulieren?

Marcus Keller | Mi, 26. April 2017 - 05:01

Habe einige Reden von führenden AFD-Leuten auf Phoenix , später auf YOUTUBE gesehen. Das hilft mehr als diesen Kommentar zu lesen, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Wer maßt sich an, die Zukunft einer Partei vorherzusagen? Ich halte das für anmaßend, zumal einzelne Personen und tagesaktuelle Ereignisse (Stichwort "Silvesternacht in Köln"...) die politischen Entwicklungen oftmals stark beeinflussen... Also - kritisch beobachten, nachdenken und sich ne eigene (!!) Meinung bilden - das ist mein Vorschlag!

Hans Reitz | Mi, 26. April 2017 - 10:45

Ich finde den Artikel sehr überzogen! Man könnte daraus schliessen, das bei allen anderen alles Optimal ist. Das ist es eben nicht! Man könnten unzählig viel von den anderen Parteien aufzählen, was wirklich nicht nur schlecht, sondern sehr schlecht, gar unerverantworlich schlecht gemacht wurde. Dieser Artikel ist nur eine sehr schlechte Stimmungsmache gegen die AFD. Ich habe im Fernsehen den Parteitag verfolgt und für mich ist das alles noch in einem Findungsprozeß und das ist gut so. Ich trage mich mit dem Gedanken die AFD zu wählen, weil ich von allen anderen Parteien auch von der Presse schon so oft belogen wurde. Das schlimmste ist, dass sie immer über andere Richten und sich aussen vor lassen. Wie der Pfarrer der angeblich Sünden vergeben kann.

Euer Hans

Lara Engelhardt | Mi, 26. April 2017 - 13:49

Vorhersagen sind schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen!
Sorry, Herr Seils, aber Ihr Artikel atmet den Geist derer, die auch den sicheren Wahlsieg von Hillary Clinton und das Scheitern des Brexit vorhergesagt haben. Stets nur eigene Wunschprojektion, nach der sich die Realität aber nicht richtet.
Wenn die AfD wieder nicht in den Bundestag einziehen könnte, weil wieder einmal nur 4,99999 % erreicht wurden, darf man mit großer Sicherheit von Wahlbetrug ausgehen. Dank großer Koalition und besonders der gegenüber der AfD außer Rand und Band geratenen SPD / Grünen sind wir diesbezüglich bereits in einer Bananenrepublik angekommen.
Nachsatz: Innerparteiliche Konkurrenz und innerparteiliche Diskussionen gab es früher (Jahrzehnte her) auch bei der CDU und der SPD. Hätten Sie da auch von "Selbstdemontage" gesprochen? DEMOKRATIE IST STREIT, Herr Seils! Einheitsmeinung wie bei CDUSPDFDPLINKEGRÜNE Meinungsdiktatur! Der reden Sie mit Ihrem Artikel ohne zu wollen das Wort!

Larissa Tscherkow | Mi, 26. April 2017 - 14:11

Da ich viele Antworten auf meinen Beitrag bekommen habe, eine kleine Erwiderung:

In der AfD mag Petry nicht mehr beliebt sein, aber ich kann nicht sehen, dass eine AfD, die sich Petry bei der Abgrenzung nach Rechtsaußen verweigert, jemals mehr als 10% bekommen wird.

Konservative haben Schamgrenzen nach rechts, die sie nicht überwinden wollen und werden!

Und was soll eine 10% Partei, mit der niemand koaliert, bewirken? Meuthens zuwarten darauf, dass die eigenen Positionen mehrheitsfähig werden ist nur ein Warten auf den St. Nimmerleins Tag.

Aber was will man von einer Partei erwarten, in der es häufiger vorkommt, dass die eigene Vorsitzende (Petry) und die eigene Spitzenkandidatin (Weidel) als die U Boote einer ( angeblichen ) jüdischen Weltverschwörung betrachten werden? Nichts!

Und das die AfD solche obskuren Mitglieder hat, weiß ich nicht etwa von den MSM, denen ich nichts einfach glaube, sondern von der Lektüre der Kommentare bei JF, Epoche Times und anderswo.

Rolf Pohl | Mi, 26. April 2017 - 18:14

In reply to by Larissa Tscherkow

Ihre Sicht, "Konservative haben Schamgrenzen nach rechts, die sie nicht überwinden wollen und werden!", könnte ich auch als Beleidigung von deren Intelligenz werten. Die Betonung liegt hier auf könnte, denn ich werte Ihren Ansatz so nicht, denn:

Auch Konservative verfügen über den Hirnschmalz der sie erinnern lässt, dass strikte Abgrenzung nach stramm rechts sozusagen auch eine lebensrettende Wirkung haben kann.

Torsten Knecht | Mi, 26. April 2017 - 18:45

... die Mainstream-Medien, die Hetze der "Volksparteien" gegen die AfD sowie neuerdings die Meinungsmache der Kirchen gegen die AfD zeigen eines ganz deutlich: Die AfD ist der Sand im Getriebe des "alternativlosen weiter so".

Gauland hat ganz Recht, das die AfD als Oppositionspartei langfristig erfolgreicher sein wird, als sich im politischen Tagesgeschäft als Anhängsel aufreiben zu lassen.

Es läuft so viel schief in der GroKo, dass die AfD auch ohne Parteiprogramm den Einzug in den Bundestag schafft - hauptsächlich mit der Unterstützung der Groko-Einheitspartei.

Larissa Tscherkow | Do, 27. April 2017 - 18:13

Es ist mir schleierhaft, wie man meine Aussage, dass Konservative Schamgrenzen nach ganz rechts haben, als Beleidigung ihrer Intelligenz deuten könnte. Beleidigen wollte ich nicht. im Gegenteil!

Schamgrenzen bewahren Menschen davor Dinge zu tun, für die sie sich schämen. Und Konservativen geht Anstand über alles! Und deshalb werden sie solche Grenzen nie überschreiten.

Eher unterstützen Sozialdemokraten Kommunisten als Konservative völkische Rassisten unterstützen.

Konservative wollen Deutschland bewahren, wie es ist. Sie wollen keine revolutionären Veränderungen.

Zwar lehnen sie die multikulturelle Revolution der Göring Eckhardt kateogorisch ab, aber eben auch die nationalrevolutionäre Revolution des B. Höcke. Alles soll bleiben, wie es ist!

Für Konservative ist die Abgrenzung einer Mitte rechts Partei zu den Rechtsaußen also keine Frage der Strategie, sondern eine Notwendigkeit.

Genau das scheint die AfD aber nicht zu begreifen.

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