US-Luftschlag in Syrien - Trump und die Unmöglichkeit der Untätigkeit

Die Entscheidung von Donald Trump zur Intervention in Syrien nach dem mutmaßlichen Giftgas-Angriff des Assad-Regimes gewährt einen wichtigen Einblick in die US-Strategie unter dem neuen Präsidenten. Gleichzeitig wird klar, wie sich Russland ins Abseits manövriert hat. Eine Analyse von George Friedman

Donald Trump bei einer Rede
Von der außenpolitischen Realität eingeholt: Donald Trump / picture alliance

Autoreninfo

George Friedman ist einer der bekanntesten geopolitischen Analysten in den Vereinigten Staaten. Der 67 Jahre alte Politologe leitet den von ihm gegründeten Thinktank Geopolitical Futures und ist Autor zahlreicher Bücher. Zuletzt erschien „Flashpoints – Pulverfass Europa“ im Plassen-Verlag.

So erreichen Sie George Friedman:

Die USA holten zum Gegenschlag aus und attackierten einen syrischen Luftwaffenstützpunkt als Reaktion auf einen mutmaßlichen syrischen Chemieangriff in der syrischen Provinz Idlib. Der Angriff der USA wirft etliche Fragen auf und verlangt eine generelle Betrachtung der US-Strategie unter Präsident Donald Trump.

Wie kam es zum Giftgas-Angriff?

Die erste Frage ist, warum der Angriff von syrischer Seite überhaupt ausgeführt wurde, wofür alle Anzeichen sprechen. Die Erklärung des Regimes scheint zu sein, dass seine Kämpfer ein Al-Qaida-Waffenlager angegriffen hatten, woraufhin sich Giftgas freisetzte. Dieses Szenario ist nicht völlig unmöglich, jedoch sehr unwahrscheinlich. Sarin-Gas wird durch hohe Temperaturen zerstört, die von einer Explosion erzeugt werden können. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Gas erhalten bleibt, freigesetzt wird und sich auf das gesamte Dorf verteilt, ist so gering, dass man die Theorie verwerfen kann.

Zwei weitere Erklärungen sind jedoch realitätsnaher. Erstens besteht die Möglichkeit, dass ein lokaler Kommandeur es in die eigene Hand nahm, die Chemikalien einsetzte. Dies ist zwar möglich, aber ebenfalls unwahrscheinlich, da die Syrer den Einsatz von Waffen sehr streng kontrollieren.

Die dritte Erklärung ist die wahrscheinlichste: Das syrische Regime hat mit Unterstützung von Russland einen erheblichen Teil Syriens zurückerobert. Dieses Gebiet Syriens ist widerspenstig, um es milde auszudrücken, und die syrische Regierung wollte ein Exempel statuieren, was mit widerspenstigen Gegenden geschieht. In diesem Szenario war der Anschlag dafür bestimmt, potenzielle Aufständische innerhalb des vom Regime kontrollierten Territoriums einzuschüchtern. Weil das Regime von Präsident Baschar al-Assad in den von seiner Regierung zurückeroberten Gebieten ohnehin nie sonderlich beliebt sein wird, diente der Angriff in erster Linie dazu, die Bevölkerung das Regime fürchten zu lassen.  

Russland unter Rechtfertigungsdruck

Eine zweite Reihe von Fragen dreht sich um das Verhalten Russlands. Russische Streitkräfte griffen in Syrien ein, um Assads Regime zu unterstützen und um Russlands Macht gegenüber der eigenen Bevölkerung zu demonstrieren. Die Intervention verschaffte Russland eine starke Kontrollfunktion über Assad, also sollten Russlands Geheimdienste wissen, was durch den Giftgasangriff erreicht werden sollte.

Russland sieht sich ohnehin schon internationaler Kritik für seine Unterstützung des Assad-Regimes ausgesetzt. Umso monströser das Verhalten des Regimes ist, umso schwieriger wird es für Russland sein, sich für seine Positionierung zu rechtfertigen. Russland hat keine strategischen Interessen bezüglich Assads Machterhalt – das Argument, es wolle einen Kriegshafen in Syrien errichten, hält nicht stand. Diese Basis zu unterhalten, würde davon abhängen, ob die Türken einen Korridor zu ihr erlauben. Die Basis wäre überdies extrem ungeschützt gegenüber US-amerikanischen Angriffen. Außerdem haben die Russen wichtigere Probleme als die Fantasterei, eine Mittelmeermacht zu werden.

Russen Verbrecher oder Stümper?

Die Intervention in Syrien war darauf ausgelegt, Russlands Macht zu demonstrieren und seine Klugheit gegenüber dem amerikanischen Durcheinander im Irak zu beweisen. Ein Chemiegasangriff von syrischer Seite lässt Russland entweder wie Assads brutaler Komplize dastehen, oder aber als unfähig, Assads Pläne zu kennen beziehungsweise sie zu kontrollieren. Im Moment wirken die Russen entweder wie Verbrecher oder wie Stümper. Das russische Versagen, seinen Mandanten unter Kontrolle zu haben, untergräbt das Bestreben des Landes, sein Ansehen neu zu formen.

Der russische Einspruch gegen die US-amerikanischen Anschläge lässt Russland in einer ungünstigen Lage zurück. Haben doch die Russen offenbar versagt, das Regime zu kontrollieren, nachdem sie dieses durch ihre Intervention zuvor noch gerettet hatten. Russland hätte nicht in Syrien sein müssen, aber sie haben sich nun für diesen Weg entschieden. Es bleibt ungewiss, warum Russland nicht in der Lage war, den chemischen Angriff abzuwehren.

Trump überraschend konventionell

Vielleicht wird die wichtigste Folge des US-amerikanischen Angriffs sein, dass man einen Einblick in Trumps nationale Sicherheitspolitik bekommt. Diese scheint sehr viel konventioneller zu sein, als es sein Kommunikationskonzept vermuten ließ. Im Laufe der Zeit haben die USA eine Strategie entwickelt, militärischen Handlungen, die sie nicht befürworten, mit Luftangriffen entgegenzutreten.

Luftangriffe verursachen Leiden, aber auf lange Sicht gesehen ist es unwahrscheinlich, dass sie tatsächlich eine Änderung der Strategie des Gegners bewirken. In Zeiten von Bill Clintons Regierung, als solche Angriffe eine Antwort auf Al-Qaida Angriffe in Ostafrika und des Kriegsschiffes USS Cole waren, war das Quidproquo, dass man Leid auslöste, ohne die Bereitschaft oder die Fähigkeit zu haben, gezielt einzugreifen.

Nachhaltige Eingriffe unmöglich

Im Moment sind entscheidende Eingriffe in Syrien unmöglich. Die USA haben zur Zeit ungefähr 1000 Soldaten in Syrien. Mehr als hundertmal so viele wären notwendig, um das Assad-Regime zu stürzen und das Land zu befrieden. Die USA haben aus dem Irakkrieg gelernt, dass es viel schwieriger ist, ein Land zu befrieden, als dessen Armee und Regime zu zerstören. Die Truppen in der Region reichen nicht aus, um ein weiteres Regime zu stürzen und Aufstände einzudämmen. Die Trump-Regierung hat es zu einer Priorität gemacht, die Truppen, die über 15 Jahre im Kriegsgeschehen verschlissen wurden, wieder aufzubauen. Eine Intervention in Syrien im Ausmaß eines Regimewechsels wäre daher nicht sonderlich praktikabel.

Realität holt Trump ein

Trump konnte jedoch nicht einfach ignorieren, was vorgefallen war. So wie es immer der Fall ist bei Präsidenten, hatte er mehrere Gründe für diese Entscheidung. Erstens verbreitet die Anwendung von Chemiewaffen globale Angst und angesichts der Angst vor dem Terror reicht diese auch bis in die USA. Zweitens schien, trotz Überlegungen, dass die USA weniger in die Welt eingreifen sollten, in diesem Moment nichts zu tun, auch keine Option zu sein. Und schließlich wollte sich Trump von seinem Vorgänger Barack Obama abgrenzen, der sich nach einer ähnlichen Giftgas-Attacke entschlossen hatte, nicht zurückzuschlagen.

Jeder Präsident entwickelt eigene Vorgehensweisen und spricht darüber. Aber letztendlich werden sie in ihrem Handeln immer wieder von der Realität eingeholt. Nichts zumindest ansatzweise Effektives zu tun, wäre eine Einladung für die Gegner gewesen, ihre eigenen Handlungen nach der Prämisse auszurichten, dass die USA nicht reagieren.

Trump hat eine Abneigung angedeutet gegenüber einer hohen Beanspruchung der USA bei aktuellen Konflikten. Wären seine Worte in Stein gemeißelt gewesen, dann könnten die potenziellen Auswirkungen größer sein, als es wünschenswert wäre. Demnach war er dazu gezwungen, das zu tun, was andere Präsidenten an seiner Stelle auch getan hätten: eine Maßnahme auszuführen, die beides ist: kleinstmöglich und machbar, ohne weitere hohe Beanspruchungen vor Ort. Er hat sowohl amerikanische Macht als auch ihre Grenzen demonstriert. Er stand vor der Unmöglichkeit der Untätigkeit und hat sich für den ausgetretenen Pfad entschieden.

Aus dem Englischen übersetzt von Hannah Fuchs.

Der Originaltext erschien auf der Internetseite des von George Friedman gegründeten Thinktank Geopolitical Futures.

Thum KommR. Rudolf | Sa, 8. April 2017 - 13:22

Sie schreiben: Trump holt zum Gegenschlag aus, was bitte war der Erstschlag von Syrien gegen die Amerikaner ?

Nach der Genfer Konvention ist der Einsatz von Giftgas ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Das muß ohne wenn und aber sanktioniert werden, auch wenn es den linken Putin Verstehern in Deutschland nicht paßt.

Und wie sieht die Sanktionierung aus wenn heraus kommt das die Tat durch, von den USA unterstützten, Rebellen begangen wurde? Was ja durchaus schon einmal vor kam. Haben aber viele schon wieder vergessen. Erstmal wird wieder behauptet das Regime steckt dahinter. Die Wahrheit kommt, wenn überhaupt, erst viel später heraus, da sind die Raketen schon geflogen.
Ich verstehe nicht wie man so resistent gegenüber vergangener Entwicklungen sein kann.
Also? Sanktionen gegen die Rebellen oder gar die USA?

Renate Brunner | Sa, 8. April 2017 - 13:33

Selbstverständlich gilt auch für CICERO die Presse- und Meinungsfreiheit, die Vielfalt der Interpretationen zu den verschiedensten Themen.
Aber muss es ausgerechnet Georg Friedman sein?
Andererseits wer erwartet von diesem Mann etwas
anderes als das war hier geschrieben steht, wahrscheinlich niemand, der schon andere Äußerungen von ihm gehört oder gelesen hat.

Wünsche noch ein schönes Wochenende.

Karin Zeitz | Sa, 8. April 2017 - 13:56

bevor der Ursprung des Anschlags vor Ort aufgeklärt ist? Solche besserwisserische
Kommentare sind angesichts des Leidens der Opfer und der politischen Brisanz des Vorgangs nicht hilfreich. Statt dessen sollten sich die Journalisten bemühen, die Hintergründe aufzudecken.

Volker Eberhardt | Sa, 8. April 2017 - 14:36

Angesichts des 100-jährigen Jubiläums des Eintritts der USA in den Ersten Weltkrieg geht wieder die Formel des damaligen Präsidenten Wilson um, die USA wolle "die Welt sicher für die Demokratie machen".

Stattdessen fragen sich viele Amerikaner, wie Jim Bovard formulierte, ob die USA nicht die Demokratie unsicher für die Welt gemacht haben.

Der ehemalige republikanische Präsidentschaftskandidat und Abgeordnete des Representantenhauses, Ron Paul, zum Beispiel würde dieser Einschätzung von Herrn Friedmann widersprechen und sogar "alle Anzeichen" für den syrischen Giftgasangriff in Frage stellen. Dies tat übrigens gestern auch der Hessische Rundfunk oder der ehemalige ZEIT-Redakteur und heutige Berater des Auswärtigen Amtes, Michael Lüders.

Volker Leyendecker | Sa, 8. April 2017 - 14:40

Die Vereinigten Staaten von Amerika haben die Öffentlichkeit schon so oft Belogen und damit die ganzen Kriege ausgelöst. Die Giftfässer die nach dem Krieg im Irak gezeigt wurden waren alte Ölbehälter und keine Giftgranaten. Es wird den Russen alles mögliche unterstellt. Bei den anderen Giftgas Einsatz wurden die Türkei in Zusammen Arbeit mit der ISIS als Täter festgestellt. Aber Amerikanische Strategie ist erstmal Bomben abwerfen und eventuell dann Fragen wer ist der Kriegsverbrecher gewesen ? Wir bekommen die Auswirkungen der USA Strategie in Form von Flüchtlingen gratis geliefert. Amerika First ? Wie Lange noch darf der selbsternannte Weltpolizist sich über das Völkerrecht stellen ??

Volker Eberhardt | Sa, 8. April 2017 - 14:45

Sicher, die USA haben das Imperium der Briten und damit auch die Verantwortung um die Nichtwiedereinführung der Sklaverei geerbt, die vor allem gegen muslimische Stammesgesellschaften erkämpft werden musste.

Aber ist es denn eigentlich in Stein gemeißelt, der Durchschnittsamerikaner müsse den Verfall seiner Gesellschaft für die die Missionarisierung2.0 in Kauf nehmen?

Wenn Herr Friedman so genau weiß, welche Politik in Syrien die richtige wäre, wieso zieht er dann nicht nach Syrien und wird Politiker?

Wenn es für die USA mittlerweile "konventionell" ist, illegale Angriffskriege zu führen, während seine Apologeten nicht einmal erwähnen, dass die Ölfirma GENIE ENERGY von Dick Cheney und Jacob Rothschild in Syrien nach Öl bohren, wäre es dann nicht einmal Zeit für etwas "Unkonventionelles"?

Albert Schultheis | Sa, 8. April 2017 - 14:55

Der Simplizius Simplizissimus Trump ist in die von den Terroristen aufgestellte Falle hineingetapscht. Ein weiterer Massenmord ohne Sinn und Verstand. Keiner ist mehr an den Hintergründen interessiert, alle glauben genaustens Bescheid zu wissen, wer hinter dem Giftgasangriff steckt. Die gesamte deutsche Presse hat darüber längst ihr unzweifelhaftes Urteil gesprochen. Und plötzlich ist der Tölpel im Weißen Haus zum nützlichen Idioten geworden. Die Halsabschneider, das sind wir. Unheil, nimm deinen Lauf!

Sepp Kneip | Sa, 8. April 2017 - 15:17

Man steht als einfacher Bürger fassungslos dem gegenüber, was auf den Kriegsschauplätzen der Welt passiert. Das unermessliche Leiden der Betroffenen muss wohl immer zurückstehen gegenüber den meist kaum nachzuvollziehenden Zielen und Ineressen der Konfliktparteien. Ein Wahnsinn. Wie kann eine Welt im 21. Jahrhundert zu so etwas fähig sein? In einer Zeit, in der die zivilen Völker in der Breite ein Bildungsniveau erreicht haben wie noch nie. Hat also Bildung nichts mit den Untaten zu tun, die hier vollbracht werden? Scheinbar nicht. Denn Bildung prägt den Verstand, nicht das Herz. Im Verstand schlummert die Gier nach Macht und Geld, die Hauptantriebsfeder für solche Untaten, nicht im Herzen. Warum gibt es keine Politiker mehr, die beides haben, Herz und Verstand? Wenn es in der aufgeklärten und zivilisierten Welt solche Politiker gäbe, müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn man dann nicht einen Weg zum Frieden finden würde - auch ohne Waffen.

Josef Garnweitner | Sa, 8. April 2017 - 15:18

Friedman eigentlich erklären. Einerseits sagt er, es sei nicht erwiesen, wer den Giftsgasangriff zu verantworten hat. Es seien Mutmaßungen. Die US-Regierung aber setzt 1 Tag nach dem Angriff in die Welt, nur Assad sei der Schuldige. Wie im Radio zu hören war.

Weiter unten schreibt Friedman aber so, als wäre alles erwiesen und Trump "mußte" reagieren.

Bei all den Lügen die bisherige US-Regierungen in die Welt gesetzt haben, um eigene Interessen durchzusetzen, fällt es schwer der US-Politik zu glauben.

Achim Scharelmann | Sa, 8. April 2017 - 16:55

Das sind doch keine handfesten Argumente die Friedman zu diesem Thema von sich gibt. Es ist lediglich die Wiedergabe aus Amerikanischer Sicht mit reichlich Spekulation, ohne dabei Beweise ins Feld zu führen. Assad müßte ja verrückt sein, in einer Phase der vorsichtigen Annäherung durch Trump, gerade jetzt mit Giftgas zu operieren und warum spekuliert man nicht auch noch über andere Möglichkeiten, denn viele Länder rings um Syrien, einschließlich der Terrororganisationen haben nicht das größte Interesse, daß sich Assad stabilisieren könnte. Unter diesem Aspekt halte ich den Aufsatz von Friedman mehr als einseitig und er setzt mehr Fragezeichen, als Antworten. Im übrigen ist dieser Angriff nach dem Völkerrecht ein rechtswidriger Akt und es wäre zumindest angebracht gewesen auch hierzu etwas zu sagen.

Heinrich Niklaus | Sa, 8. April 2017 - 17:04

George Friedman ist ein Artikel seines Kollegen Seymour M. Hersh zu empfehlen: „The Red Line and the Rat Line“. https://www.lrb.co.uk/v36/n08/seymour-m-hersh/the-red-line-and-the-rat-…

Dass er auf diesem Hintergrund eine Fals-Flag-Operation gar nicht erst in Betracht zieht, deutet nicht auf eine völlige Durchdringung der Interessenlage der „Akteure“ vor Ort hin.

Und dass nun all jene, die in ihrer Trump-Kritik längst Maß und Mitte verloren haben, nun, da der US-Präsident eine direkte Konfrontation mit Russland heraufbeschwört, ihn nach dem „Tomahawk-Bombardement“ in den Himmel loben, ist nicht mehr nachvollziehbar.

Robert Müller | Sa, 8. April 2017 - 18:09

In dieser Analyse fehlt einiges. 1) Russland spielt nicht auf der selben Bühne wie der Westen, da Putin die eigene Presse vollständig kontrolliert. 2) In dieser Analyse fehlt der Iran, der wesentlich mehr Truppen als Russland in Syrien kommandiert und diverse Länder in der Region beeinflusst (Irak und Libanon).

Meiner Meinung nach ist das ein Trumpscher Versuch sein Gesicht gegenüber der Weltöffentlichkeit zu wahren und sich in der USA gegenüber Obama abzusetzen. Auf den Kriegsverlauf in Syrien sehe ich keine Wirkung. Oder glaubt irgendwer, dass Assad sonst einen Gaskrieg beginnen würde?

Hannelore Altmeyer | Sa, 8. April 2017 - 19:36

Der Hintergrund zu George Friedman sollte
nicht unbeachtet bleiben. Lt. Handelsblatt
vom 2.3.2012: Stratford bekennt, der enttarnte Chef der Schatten-CIA. und noch besser auf
YouTube von 3/2015 "Der Tod kommt aus
Amerika. Ziel der US-Politik seit 100 Jahren ist,
eine Allianz Deutschland-Russland zu verhindern.
Dann kann man die Zusammenhänge viel
besser verstehen, z.B. Ukraine ...

Sabine Schönfeld | Sa, 8. April 2017 - 19:59

"George Friedman (born February 1, 1949) is a geopolitical forecaster and strategist on international affairs. He is the founder and chairman of Geopolitical Futures, a new online publication that analyzes and forecasts the course of global events.[1] Prior to founding Geopolitical Futures, Friedman was chairman of Stratfor, the private intelligence publishing and consulting firm he founded in 1996. Friedman resigned from Stratfor in May 2015."

Über Stratfor, den privaten Geheimdienst, den dieser Friedman aufgebaut hat, darf sich jeder gerne selbst im Netz informieren. Sehr enttäuschend, dass Cicero diesem Mann eine Stimme gibt. Warum gibt man dem US-Establishment hier eine Stimme??

Nun mein erster Gedanke war ebenso aber auf der anderen Seite ist es wichtig auch diesem Mann in Cicero eine Stimme zu geben. Denn die Informierten Menschen wissen wer dieser Mann ist und kennen seine Ansichten und Ausführungen. Diejenigen die diesen Mann noch nicht kennen (was bei Cicero-Lesern fast undenkbar ist), lesen seine Ausführungen und ich denke und hoffe auch die Kommentare der Leser und können so seine Ausführungen besser einordnen.

Kostas Aslanidis | So, 9. April 2017 - 06:14

kommen täglich zu Wort.
Das völkerwidrige Bomben der USA wird nicht mal hinterftagt. Russland hat sich überhaupt nicht ins Abseits gebracht, sondern der Doppelmoralwesten. USA ist die "IS" luftünterstützung und Helfer beim abschlachten aller Christen. Interessiert sich jemand für diese Menschen ausser Rusdland, Iran und Syrien. 2 islamische Länder beschützen diese Menschen und die angeblich christlichen Länder, servieren sie den Islamrassisten aufs Tablett. Das Wort Scham ist unbekannt. Das dieser Kriegstreiber zu Wort kommt ist ein unwürdiges Schauspiel. Cicero dreht sich auch wie Trump.

Erich Haug | So, 9. April 2017 - 07:43

Ein sehr naiver Artikel des Herrn Friedmann.
Seine Begründungen und Vermutungen sind so wohl nicht haltbar. Man sollte nicht dauernd versuchen alle für dumm zu verkaufen.
Die Bilder von Powell mit einem Reagenzgläschen Sand, die bei der UN-Sitzung von Abgeordneten gezeigt wurden, kommen der Sache bestimmt näher. Es wurde kein einziger Beweis vorgelegt für das, was angeblich passiert ist.
Nur auf "Verdacht" drückt ein US-Präsident auf den Knopf. Dies so schnell nach dem Vorfall, dass man den Eindruck bekommt er hätte es gar nicht erwarten können.
Hier geht es um Öl und Gebietserweiterung für einige Anliegernationen und nichts anderes.
Trump ist für mich zu einer gesteuerten Nullnummer geworden.

Dieter Erkelenz | So, 9. April 2017 - 08:34

Es ist interessant festzustellen, dass etliche Verschwörungstheorien aus der Feder sogenannter "Thinktanks" (an ugly word, ideed!) kommen, deren Enthusiasten oft aus der Höhe ihres professoralen Elfenbeinturms uns Minderbemittelten die "unabänderliche Wahrheit" oktroyieren wollen.

Peter Wagner | So, 9. April 2017 - 10:02

im Weißen Haus spielten sich in letzter Zeit ja auch einige Konflikte ab. Ein russlandfreundlicher Berater musst schon gehen, dann noch der rechte und interventionskritische Bannon.
Diejenigen, welche das betrieben haben, wollten offenbar Trump zu einer außenpolitischen Wende bewegen. Mit dem Angriff auf Syrien zeigte sich, das sie damit Erfolg hatten.
Der Trump, der nun regiert, ist nicht mehr der Trump, der die Wähler mobilisiert hat. Das Establishment hat ihn übernommen, und damit die außenpolitischen Ambitionen der Mächtigen nicht durchkreuzt werden, wurde Trump auf Linie gebracht. Weil er brav war, bekam er dann auch seinen Richter.

Ralf Grünewald | So, 9. April 2017 - 10:57

Immer wenn ich etwas von Thinktank lese beschleicht mich das Gefühl der Einseitigkeit.
Seit wann benötigt man Thinktanks? Aus meiner Sicht sind das Alles letztendlich Lobbyvereine
die herzlich wenig mit Unabhängigkeit zu tun haben. Okay, aber viel interessanter finde
ich dass der Autor davon ausgeht dass das Assad Regime für den Giftgasangriff verantwortlich ist.
Aufgrund welcher Beweise? In einem Rechtsstaat verbieten sich Vorverurteilungen, insbesondere dann wenn damit Stimmung gemacht wird. Leider scheint aber genau das die Absicht dahinter zu sein. Statt echten Fakten wird einem die Sicht einer Person als gegeben verkauft. Nein Cicero, das könnt Ihr wirklich besser.

Bernhard Kopp | So, 9. April 2017 - 11:08

Was wäre gewesen, wenn die USA sich darauf beschränkt hätten, Assad und die Russen einfach nur über die UNO, und alle Medien weltweit, zu beschimpfen und verbal und massiv zu diskreditieren, und damit die emotionalisierte Empörung über den Giftgasvorfall abzufangen. Wenn Trump und seine Generäle , wenn auch unausgesprochen, eine R2P-Politik verfolgen, dann begeben sie sich damit wahrscheinlich auf den 'konventionellen Holzweg' auf dem sie sich seit 2011 befinden, und der nirgendwo zu einer positiven Lösung geführt hat.

Alexander Mazurek | So, 9. April 2017 - 15:54

... kennt die Ursachen, die nahen und die fernen, sowie deren Wirkungen, seine Firma Stratfor gar die Zukunft. Er sprach vor dem Chicago Council on Foreign Affairs am 4.2.2015 darüber und hat dabei so schön treffend die 100-jährige Strategie der USA im Hinblick auf Europa zusammengefasst, die causa remota, siehe: https://www.youtube.com/watch?v=efAOEExv_e4
Damals hätte ich gewettet, das sich die Europäer nicht mehr für dumm verkaufen und auseinander dividieren lassen. Ich hätte wohl verloren. Unsere Regierungen dienen wohl immer noch nicht dem Wohl ihrer Völker, warum denn nur und warum ändern wir es nicht? Und, wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.

das Völkerrecht ist doch für Sie egal. Oder haben Sie von so was garnicht gehört?

Macht man automatisch etwas richtig, wenn man handelt?
Entscheidend ist, was ist die Basis meines Handelns.
In diesem Fall nur reine Vermutungen, also eine denkbar schlechte Basis.
Was ist das Ziel meines Handelns? Was steht am Ende meines Handelns?
eine Strategie ist weit und breit nicht zu erkennen!

@Herrn Müller: Natürlich war nicht gemeint, daß es richtig ist, daß Trump irgendetwas, egal was, macht. Der Nahe Osten ist ein vermintes Gelände und ich bin mir bewußt, daß ein einziger Militärschlag dort nicht die Probleme löst. Ich bin aber sehr wohl der Auffassung, daß man Assad schon viel zu lange gewähren läßt und Nichthandeln keine Option für den Westen ist. Für dezidiertere Analysen ist dieses Forum sicher nicht der richtige Platz; dafür haben wir ja die (in aller Regel sehr klugen) Cicero-Autoren.

Ralf Mueller | Mi, 12. April 2017 - 23:15

In reply to by Dr. Roland Mock

Hallo Herr Mock,
Gestatten sie mir noch eine Anmerkung.
Mir fällt immer wieder auf, das nur von Assad die Rede ist, der die Waffen ruhen lassen soll. Kaum einer redet von den Rebellengruppen, Oppositionsgruppen oder wie man die Gegner von Assad auch immer nennen mag.
Es handelt sich um 50 bis 70 militärische Gruppen die im Bürgerkrieg in Syrien kräftig
mit kämpfen, morden und zerstören.
Ich nenne nur einige Akteure: Farouq-Brigaden, Freie Syrischen Armee, Ahrar al-Scham, Muslimbruderschaft Syriens, Madschlis Schura al-Mudschaheddin, Peschmerga u.s.w.
Ich kann mir nicht vorstellen, das diese unterschiedlichen Gruppen nach dem Rücktritt von Assad sich in die Arme fallen und den Frieden verkünden.

Wilhelm Maier | So, 9. April 2017 - 17:32

„von der Realität eingeholt.“ Da muss man sich fragen wer! hinter „der Realität“ steckt, und wen meinte Autor unter Realitäts- bringer?, oder soll man in Verschwörungstheorie Bücher nachlesen?
"Und wir sind nicht nur die Gute, wir sind die Beste!, und auch die Stärkste!"- meint der Autor in:
https://de.wikipedia.org/wiki/The_Next_100_Years
https://de.wikipedia.org/wiki/George_Friedman:_The_Next_Decade
Als Hellseher (oder -vordenker?) hat Hr. Friedmann was grausames (aus meiner Sicht) vor. Armes Kügelchen namens ERDE!. Trotz allem, alles Gute.

Karl Schmidt | Mo, 10. April 2017 - 09:08

Zitat: "Sarin Gas wird durch hohe Temperaturen zerstört, die von einer Explosion erzeugt werden können. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Gas erhalten bleibt, freigesetzt wird und sich auf das gesamte Dorf verteilt, ist so gering, dass man die Theorie verwerfen kann"
1. das 'Gas' kann man wohl weglassen, im Deutschen würde man auch "Saringas", also in einem Wort schreiben (für diejenigen, die nicht wissen, dass es sich um ein Gas handelt). Aber der ganze Satz strotzt vor Verblendung. Kein Mensch würde sonst behaupten, dass bei einer Explosion überall so hohe Temperaturen auftreten, dass das Gas venichtet würde, denn schon geringe Mengen, die z.B. aus einem beschädigten Behälter austreten, können sich dramatisch auswirken. Und kein Mensch hat je davon gesprochen, dass sich das Gas auf das ganze Dorf verteilt hätte.

Karl Schmidt | Mo, 10. April 2017 - 09:18

Es gibt auch noch weitere Erklärungen.
4. Rebellen haben dieses Gas freigesetzt. Es wäre nicht das erste Mal, da Al Nusra schon einmal Giftgas, das es von der Türkei erhalten hatte, einsetzte.
5. Agenten aus der Türkei, den USA oder Katar haben diesen Angriff inszeniert, Pläne dazu gab es schon.

Christa Schreiber | Mo, 10. April 2017 - 12:41

'Trump stand vor der Unmöglichkeit der Untätigkeit und hat sich für den ausgetretenen Pfad entschieden'. Mit anderen Worten - alles wie gehabt. Beweise für einen Angriff braucht man nicht, es genügt die Wahrscheinlichkeit. Also ist ein Militärschlag 'nachvollziehbar', wie auch unsere Bundeskanzlerin findet. Es gibt eben gute und es gibt böse Bomben.
Die guten Absichten Amerikas mit Frau Clintons Worten “:The Russians were afraid of us because we were going to stand up for the rights, the human rights, the dignity and the future of the Syrian people.”
Zynischer geht es kaum noch.
Im Übrigen, Herrn Friedmanns Kommentare sollten im Cicero keine Platform finden.

Roland Weinert | Mo, 10. April 2017 - 14:34

1. Welche unabhängigen Quellen belegen, was die US-amerikanische Regierung behauptet? Zu oft haben US-amerikanische Regierungen die Weltöffentlichkeit seit 1945 belogen, um übelste Kriege zu führen bzw. 'Militärschläge' auszuführen: u.a. Vietnam, Irak ...
2.1 Die USA haben wieder einmal einen Völkerrechtsbruch begangen.
2.2 Die Bundesregierung Merkel ( CDU ) / Gabriel ( SPD ) zeigte im Verbund mit Frankreich Verständnis für diesen Völkerrechtsbruch.
2.3 Ich lehne den Bruch des Völkerrechts kategorisch ab. Niemand kann mir einen Völkerrechtsbruch 'schönreden'.
3. Ferner: Ich jedenfalls lasse mir nicht einreden, dass ein Krieg / militärische Schläge insgesamt sinnvoll sein könnten. Ich lasse mich nicht auf einen 'bellum iustum' konditionieren, wissend, dass westliche Rüstungskonzerne direkt oder indirekt in Krisengebiete und an Schurkenstaaten Waffen liefern. Dabei beste, allerbeste Geschäfte machen z.B. mit Zustimmung der Bundesregierung.

Georg Henkel | Mo, 10. April 2017 - 16:16

Der Artikel trieft ja vor Propaganda.USA und Gegenschlag?Wurden die USA angegriffen?
Kämpfen Sie jetzt gegen Assad und für den IS? Oder für die Kurden und Ihren Kanton,aber gegen die Türkei.
Wer glaubt,dass es hier um Humanität der USA oder sonstwas geht ist ein Schwachkopf und wer George Friedmans Buch von Beirut nach Jerusalem gelesen hat ,weiß dass er ein Zionist ist.Das alles wird unterschlagen und er fungiert als Gründer eines Thinktanks,sprich Lobbyorganisation ,die von wem bezahlt wird?
Fazit
Afghanistan Desaster
Irak Desaster
Libyen Desaster
Syrien,natürlich auch Desaster.
Wer zahlt die Technung wir.
Wer hat den Vorteil?

Karl Brenner | So, 16. April 2017 - 09:07

So lange nicht geklärt ist, wer für das Giftgas verantwortlich ist, sollte man die Worte richtig wählen.

"Mutmaßlicher Giftgas-Angriff des Assad-Regimes" ist eine Vorverurteilung.

Frieder Rohwinkel | Mo, 17. April 2017 - 22:00

- der obige Artikel ist von der Sorte "Hofberichterstattung" der westlichen Kriegsparteien. Die Amis und der Westen haben in Syrien nichts zu suchen. Was würden wir sagen, wenn syrische Bomber bei uns herumbombardierten und Syrien verlangen würde, Merkel müsse weg. Vorher könne das Bombardieren leider nicht beendet werden. Was würde der Verfasser des Artikels dazu sagen ?

Christop Kuhlmann | Di, 18. April 2017 - 02:12

Wer immer es versucht muss sich in die Gedankenwelt eines imperialistischen Despoten hineiversetzen, der internen Systemzwängen unterliegt, die kein Außenstehender wirklich kennt. Tatsache ist, das Russland als Schuzmacht der Schiiten erheblichen Einfluss im Nahen und Mittleren Osten erhält und dabei dasselbe Problem hat wie der Westen. Die Verbündeten verfolgen ihre eigenen Ziele. Nun cerscjleißt Russland seine militärischen Ressourcen, währen daheim an der Gesundheitsversorgung gespart wird. Kriege sind teuer und haben die Tendenz zu eskalieren. Die russische Ecpansion steht nicht unbedingt im Gegensatz zu den Interessen des Westens. Im Gegenteil, in Afghanistan böte sich eine Kooperation an, wenn der Westen seine Truppen weiter reduziert. Auch Russland hat kein Interesse an einem Talibanstaat vor seiner Haustür.

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