Großbritannien und die EU - Gar nicht mehr so höflich

Beim EU-Gipfel in Brüssel setzte sich die britische Premierministerin Theresa May für einen sanften Austritt Großbritanniens ein. Doch in ihrem Land grassiert eine neue Fremdenfeindlichkeit, auch Westeuropäer fühlen sich nicht mehr willkommen

Wütende Demonstranten in London
Was ist bloß in die sonst so gelassenen Briten gefahren? / picture alliance

Autoreninfo

Tessa Szyszkowitz ist Londoner Korrespondentin des österreichischen Wochenmagazins Profil. Zuvor war sie Nahost-, Russland- und EU-Korrespondentin.

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Für eine Debütantin wirkte Theresa May bei ihrem ersten EU-Gipfel gelassen. Die britische Premierministerin setzte sich am Donnerstagabend in Brüssel zu Jakobsmuscheln, Lamm und Vanille-Parfait mit den EU-Staatschefs an den Tisch und wartete brav bis ein Uhr morgens, um ihre Brexit-Erklärung loszuwerden. „Britannien soll im Herzen Europas bleiben“ – zumindest bis zum Austritt aus der Europäischen Union. Etwaige Unsicherheiten ließ sich die 60-jährige Konservative auch in dieser heiklen Lage nicht anmerken.

Selbst die bisher engsten Verbündeten der Briten in der EU, Deutschland und die Niederlande, geben sich kühl. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz sagte in seiner Rede an die EU-Chefs, dass Britannien nicht im EU-Binnenmarkt bleiben kann, wenn es die Einwanderung beschränkt: „Ich möchte nicht in einem Europa leben, in dem es für Lastwagen keine Grenzen gibt, für unsere Bürger aber schon.“

Welle xenophober Gewalt

Die EU-Führung kündigte der Britin „harte Verhandlungen“ an. Nicht allein, um Nachahmer abzuschrecken. Die Kontinentaleuropäer sind auch persönlich enttäuscht, fühlen sich verraten und sind obendrein pikiert: Seit dem EU-Referendum am 23. Juni ist Großbritannien von einer xenophoben Welle erfasst worden – Pöbeleien und Rüpeleien richten sich hauptsächlich gegen Polen und andere Osteuropäer. Auch Deutsche und Franzosen berichten von unerfreulichen Begegnungen. Was ist bloß in die sonst so gelassenen Briten gefahren?

Am Tag nach dem Brexit-Referendum war das polnische Kulturzentrum mit xenophoben Parolen beschmiert worden. Durch Briefschlitze wurden Exkremente gesteckt. Die Polizei verzeichnete einen Anstieg von 41 Prozent Hass-Delikten seit dem 23. Juni. Im ersten Monat nach dem Referendum kam es zu 5.468 religiös oder rassistisch motivierten Vorfällen. Im August dann der bisherige Höhepunkt: Eine Gruppe von Jugendlichen fiel in Harrow über zwei Männer her, die sich auf Polnisch unterhalten hatten. Arkadiusz Jozwik starb an den ihm zugefügten Wunden. Osteuropäische Einwanderer fühlen sich seitdem nicht nur als Sündenböcke für alles missbraucht, was in Großbritannien schiefgeht. Sie fühlen sich ihres Lebens nicht mehr sicher.

Stimmungsmache gegen Ausländer

Großbritannien erntet jetzt, was in der Referendumskampagne gesät wurde. Brexitiere wie UKIP-Chef Nigel Farage oder der jetzige Außenminister Boris Johnson hatten rücksichtslos Stimmung gegen EU-Immigranten gemacht. Theresa May hat trotz ihrer besonnenen Art ihr Team noch nicht im Griff. Der konservative Parteitag in Birmingham Anfang Oktober verkam zum Triumphzug der Brexitiere, die sich auch für die plumpesten Seitenhiebe auf das EU-Personal nicht zu schade waren.

„Monsieur Juncker, wollen Sie nicht nach Westminster kommen, um mit uns über einen Handelsvertrag zu reden“, höhnte etwa Tory-Rechtsaußen Jacob Rees-Mogg bei einem Treffen der harten Brexit-Befürworter: „Aber nur, wenn Sie ein Visum bekommen.“ Selbst jene Regierungsmitglieder, die im Frühling für einen Verbleib in der EU geworben hatten, gaben sich besonders hart: Firmen werden künftig dazu angehalten, anzugeben, wie viele Ausländer sie beschäftigen, kündigte etwa Innenministerin Amber Rudd an.

„Naming and shaming“ von EU-Bürgern im toleranten Einwandererland Britannien? Diese Anleitung zum Anprangern ging selbst dem EU-kritischen Steve Hilton, David Camerons ehemaligem Strategiedirektor, zu weit: „Dann kann man den Ausländern gleich Nummern in den Unterarm tätowieren.“ Man sei da sehr missverstanden worden, heißt es im Umfeld der Premierministerin: „Wir müssen unseren Werten treu bleiben“, sagte eine britische Beamtin. „Wir sind eine offene Nation. Wir werden hart gegen Hassverbrechen vorgehen.“ Die Listen mit Namen von Ausländern, die Firmen künftig vorlegen sollen, seien ja nur für den internen Gebrauch bestimmt.

Die besondere britisch-deutsche Beziehung

Nicht nur Ost-, auch Westeuropäer fühlen sich in diesem Klima nicht mehr willkommen. „Gerade die Deutschen nehmen den Brexit persönlich“, glaubt ein hoher britischer Diplomat. Das liegt zum einen an der Nähe und dem Respekt, den Briten und Deutsche füreinander hegen. Einst hatte man gemeinsam Napoleon bekämpft. Die europäischen Königshäuser wachten jahrhundertelang eifersüchtig über ihre Einflusszonen, heirateten aber auch untereinander, weshalb die britische Königsfamilie zeitweise recht deutsch war. In diesem Herbst frischte die BBC-Verfilmung der Liebesgeschichte zwischen Königin Victoria und ihrem deutschen Prinzen Albert jeden Sonntagabend die Erinnerung daran auf, wie genau schon damals die Briten darüber gewacht hatten, dass ein deutscher Regent ihr Parlament nicht am Gängelband führte. Gleichzeitig verdeutlichte die stürmische Liebesgeschichte auch die Nähe der beiden Völker. Über fünf Millionen Briten – und etliche Deutsche – sahen jeden Sonntag bei „Victoria“ zu.

Noch tiefer eingebrannt ins kollektive britische Gedächtnis sind allerdings die Zerwürfnisse des 20. Jahrhunderts. Während des Ersten Weltkriegs, in dem Deutschland gegen Britannien kämpfte, wurden 20.000 deutsche Zivilisten für vier Jahre im sogenannten Knockaloe Camp auf der Isle of Man eingesperrt. Dann der Zweite Weltkrieg, in dem die Nazis im „Blitzkrieg“ 1940-41 britische Städte und Industrieanlagen bombardierten. Der Historiker Christopher Clark, dessen Frau Deutsche ist, beschreibt in seinem Buch „Die Schlafwandler“ das heikle Gleichgewicht der europäischen Mächte, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts kippte, weil Deutschland schlicht zu stark geworden war.

„Leider sind die Menschen nicht klug genug, um aus der Geschichte zu lernen“, beklagt Clark heute. Über die „De-Europäisierung Britanniens“ diskutierte er Anfang Oktober mit seinem Kollegen Richard Evans in einer Londoner Buchhandlung. Als überzeugte Pro-Europäer sehen beide Historiker mit Schrecken, dass die Briten Europa den Rücken kehren: „Dabei war auch die britische Sicht auf Europa immer, dass Britannien dazu gehört.“

Kooperation statt Isolation

Diese Position versuchte auch Theresa May beim EU-Gipfel in Brüssel zu betonen. Sie wird in den kommenden Jahren harte und weiche Brexitiere in ihrer Regierung moderieren müssen. Die „splendid isolation“, in der das Empire unter Benjamin Disraeli Ende des 19. Jahrhunderts sein Wohl frei von Allianzen gesucht hat, ist weder den Briten noch Europa gut bekommen. Aus ihrer Zeit als Innenministerin weiß May, dass Konfrontation statt Kooperation im heutigen Europa kein gangbarer Weg ist.

Vorerst hat sie ihren ersten Auftritt in der „Höhle der Löwen“ gut überstanden. EU-Ratspräsident Donald Tusk meinte: „Es handelt sich hier sowieso eher um ein Taubennest.“ Solange Britannien noch in der EU sei, versprach die britische Regierungschefin, wolle das Land ein „verantwortungsvoller Partner“ sein. Danach werden die Briten weiter „eng mit der EU zusammenarbeiten“.

Die EU-Bürger in Großbritannien hoffen, dass die vom Brexit-Votum aufgescheuchten Hooligans ihrer Premierministerin gut zugehört haben. Nach Angaben des Innenministeriums gehen die ausländerfeindlichen Attacken inzwischen wieder zurück.

Bernhard K. Kopp | Fr, 21. Oktober 2016 - 11:51

Die xenophobe Gewalt ist natürlich sehr schmerzlich, dort wie hier. Aber, sie zeigt nur, dass schon lange zuviel Druck im Kessel war, dem die Politik, dort wie hier, nicht ausreichend begegnet ist. Das Übel beginnt nie mit dem Gewaltausbruch. Es ist in anderer Form schon lange vorher da.

dem die Politik vorher nicht begenet war? Das Übel beginnt nie im Gewaltausbruch, sondern war schon viel länger da. Hmmm, wenn ich da so unsere jüngere Geschichte betrachte und die aktuellen xenophoben Wellen in Ihrer Betrachtung, dann dürften wir ja auch für den Holokaust sicher nichts dafür können, weil den eh nur die Politik der anderen ausgelöst hat. Und wenn die ja nur besser und früher reagiert hätten, hätten die paar Millionen umgebrachten ja schön und friedlich weiterleben können...

Jetzt stellt sich mir die Frage, haben wir es uns in der Aufarbeitung unsere schrecklichen Vergangenheit nur künstlich schwer gemacht oder machen Sie es jetzt nur viel zu einfach?

Kostas Aslanidis | Fr, 20. Januar 2017 - 07:42

In reply to by ingid dietz

Sie sehr gut. So wird das Volk kleingehalten und wenn es auf Misstaende hinweisst ist es Nazi. Sogar mir als Griechen der in Deutschland aufgewachsen bin, haengt es aus den Ohren raus. Es ist alles gut durchdacht.

Die sogenannte "xenophobe Gewalt" geht auf die kin selection, die Verwandtenselektion zurück, wie Frank Salter und Eibl-Eibesfeldt, aber auch Tatu Vanhanen in seinem großen Wurf "Ethnic Conflicts: Their Biological Roots in Ethnic Nepotism" und Salter in "On Genetic Interests" dargelegt haben.

Wer von "Xenophobie" spricht, _muß_ die wissenschaftliche Literatur, auch von Kevin Macdonald, kennen und verstanden haben, sonst wird meist nur, pardon, Unsinn geäußert.

Sie können nicht Millionen Menschen, die genetisch weit entfernt sind -- nach Cavallis-Sforzas Berechnungen -- in unserer Länder pferchen und dann glauben, dieser Angriff auf die _genetische Substanz_ würde ohne Widerstand hingenommen. Jedes Land, das sich nicht selbst verachtet, handelt so, daß kaum oder gar keine genetisch weit entfernten Menschen einwandern. Siehe z. B. die Nordostasiaten, die Japaner und Südkoreaner. Diese werden das kommende Chaos auch besser überstehen, da ethnisch homogen. Ohne Hartz4 gibt's Krieg.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 29. Oktober 2016 - 12:35

In reply to by Gerrit Geschwandter

wird es wohl kaum kommen.
Das Problem ist die Ablehnung des derzeitigen Islam.
Dieser kann sich selbst stark "vermehren", aber wohl wenig als Hineinwachsen in europäische Genpools.
Ich halte das für eine weltfremde Idee, obwohl ich muslim. Verwandte habe.
Meist wählen Wesen lieber das Aussterben als in ihren Augen nicht "Lust-bringende" Partnerschaften.
Davon zeugt schon die Singlekultur Europas.
Für den Islam ändern diese Leute sich nicht.
Es ist aber evtl. von Belang unter welchen Bedingungen man "ausstirbt".
Viele mögen und ich gehöre dazu, Vertrautes um sich.
Vertrauen ist dasjenige wovon sich m.E. der Islam am weitesten entfernt hat.
Ich schätze, dass Japan seine Kultur liebt ohne heutzutage andere für minderwertig zu erachten.
Behutsame Annäherungen, gerne auch naturwüchsig, eine Verwandte von mir ist Japanerin, stelle ich mir als von den Deutschen geschätzt vor.
Massenmigration a la Merkel lässt Europäer egal aus welchen Motiven, einfach nur schaudern, gethest.

Fremdenhass kennt man aus bestimmten Kreisen Englands schon lange, resultierend vor allem m. E. aus der eleganten Art der englischen Oberschicht, sich durch Privatschulen aus der unübersichtlich gewordenen Gesellschaft zurückzuziehen.
Oder der Idee von Thatcher "There is no such thing as society".
Die Monarchie bewältigt all diese Probleme in einer Art Klammerfunktion schliesslich auch nicht mehr.
Vielleicht wäre es mit Diana anders geworden, was wir m.E. jetzt sehen ist das Vorleben dynastischen Ablebens, um es überspitzt zu sagen.
In dieser Situation zu glauben, dass man England EU-Probleme aufzwingen darf, mit Deutschland im Rücken fast zu "erpressen", zeugt m.E. von einer Weltferne Brüssels.
Wäre Europa im Vordergrund geblieben, hätten nationale Sonderprobleme begrenzt verhandelt werden müssen.
Vor allem die Bevölkerung hätte unter die Souveränität der Staaten gehört.
Sehr wohl darf ein LKW frei hin und herfahren/Freihandel, migrierende EU-Bürger jedoch nicht besiedelnd.

Karl Kuhn | Fr, 21. Oktober 2016 - 12:16

"Die Polizei verzeichnete einen Anstieg von 41 Prozent Hass-Delikten seit dem 23. Juni. Im ersten Monat nach dem Referendum kam es zu 5.468 religiös oder rassistisch motivierten Vorfällen."

Dazu Brendan O'Neill auf Spiked-Online ("It’s time to shoot down the post-Brexit hate-crime hysteria"):
"... these ‘crimes’ (the police and Home Office have given up on the word ‘allegations’) are simply things that have been told to the police, often through their phone or email hotlines. And then the police instantly – instantly – record them as hate crimes, with no need for questioning or investigation of any kind. Every single person who phones a hate-crime hotline is believed."

Take it with a pinch of salt.

Oder nehmen sie die jüngste Aussage bei Radio rbb von Brandenburgs Ministerpräsident Woidke, "jeden Übergriff, bei dem NICHT erwiesen ist, dass er KEINE rechtsextreme Motivation hat, ihn TROTZDEM in die Statistik hineinzuzählen".
Diese Sowjet Methoden zwingen zur aufwendigen Recherche, da man anscheinend kaum jemanden trauen kann.

Christop Kuhlmann | Fr, 21. Oktober 2016 - 12:30

Auf dem Tory-Parteitag klang Teresa May noch ganz anders. Das ganze macht Sinn, wenn man sich einen harten Brexit in Bezug auf EU-Arbeitsmigranten wünscht und einen weichen Brexit in Bezug auf die Handelsbeziehungen. Solange keine konkreten Verhandlungspositionen bekannt sind, ist es müßig über Inhalte zu spekulieren. Es muss erst einmal geklärt werden, ob der Austritt nach Artikel 50 ohne die Zustimmung des englischen Parlamentes erfolgen kann, bevor die Verhandlungen überhaupt beginnen können. Das man sich als Deutscher in England vor Schlägern in acht nehmen musste, war schon Ende der 70er so, als ich mit einer AWO-Jugendgruppe dort war.

Gerdi Franke | Fr, 21. Oktober 2016 - 13:00

Es ist eine irrige Meinung dass ich in jedem beliebigen Land und ob eingeladen oder nicht willkommen geheißen werden muss. Das muss ich schon dem Land und den Personen überlassen. Inzwischen gibt es aber viele die meinen, ein Recht darauf zu haben! Ich jedenfalls gestehe ihnen dieses Recht nicht zu!

welch schreckliches (Un)wort -
Leider war/ist es so, dass wer sich nicht dieser sogen. "Willkommenskultur" anschließt, einfach und praktischerweise in die Schublade der "Rechten" oder "Ausländerfeinde" gestopft wird.
Die Realität sieht allerdings etwas anders aus.

welch schreckliches (Un)wort -
Leider war/ist es so, dass wer sich nicht dieser sogen. "Willkommenskultur" anschließt, einfach und praktischerweise in die Schublade der "Rechten" oder "Ausländerfeinde" gestopft wird.
Die Realität sieht allerdings etwas anders aus.

Arndt Reichstätter | Fr, 21. Oktober 2016 - 13:08

Hassverbrechen?

So wie der völkerrechtswidrige und bisher nicht geahndete Irak Krieg oder die permanenten Verletzung des Luftraums souveräner Staaten wie Libyen, Syrien oder Drohnenangriffe wie in Pakistan?

Die Xenophobie der Engländer ist eine Schande, aber verglichen mit anderen Kulturen immer noch um Meilen besser (Deswegen kamen und kommen ja die vielen Einwanderer).

Ich sehe einen Hauptschuldigen im jahrzehntelangen, kulturmarxistischen Fahrplan, der den Hass an die Oberfläche bringt, weil er weißen Selbsthass fördert. Dass sich der Hass genau gegen die Falschen richtet, ist eine Nebenwirkung staatlicher Kultur- und Bildungspolitik. Der Erzieher- und Bevormunderstaat soll uns Menschen endlich in Ruhe lassen.

Der Hauptfeind des -im doppelten Sinne- gemeinen Engländers ist die korrupte und ideologische Elite, die sich wahrscheinlich denkt....sollen sie doch Jakobsmuscheln und Vanille-Parfait essen...

England muss zurück zum freien Markt und zum Common Law...

Jacqueline Gafner | Fr, 21. Oktober 2016 - 13:58

auch wenn überzeugte Anhänger der Union sich noch so viel Mühe geben, den gegenteiligen Eindruck zu erwecken. Der Trend in Bezug auf die EU geht jedenfalls nicht Richtung "mehr davon", soweit damit anderes als die demokratischen Mitbestimmungsrechte der Basis gemeint ist. Die spöttisch-herablassenden bis offen feindlichen Drohbotschaften, die "Brüssel" vor und vor allem auch nach dem Brexit-Votum in Verkennung der britischen Mentalität über den Ärmelkanal geschickt hat, haben zudem ganz entscheidend zur Verhärtung der Fronten mit beigetragen. Viele Kontinentaleuropäer dürften heute weit mehr Verständnis für die britische Position haben als der EU-Nomenklatura lieb sein kann, die offenbar immer noch daran glaubt, ihre Vision von Europa gegen den veränderten Zeitgeist "durchdrücken" zu können. Das wird nicht klappen. Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit, das ist durch die ganze Geschichte hindurch belegt, gerade auch in Europa.

Man könnte auch sagen, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben ...

Ich habe den Eindruck, die Bürger Europas sind schon viel weiter als die Nomenklatura da oben, die mit der Gleichsetzung von EU mit Europa und von EU-Kritikern mit "Europafeinden" nur Nebelbomben wirft und Zwietracht sät.
Während Brüssel stur und unbeirrt einen europäischen Bundesstaat ansteuert, wollen die Völker lieber einen lockeren Staatenbund, der ihre Besonderheiten und ihre Selbstständigkeit wahrt.

Gefragt wurden sie nie!

Robert Flag | Fr, 21. Oktober 2016 - 14:07

Ich glaube daß unabhängig von diesen Gewaltauswüchsen auch die englische Mittelschicht einfach die Nase voll von der ungezügelten Masseneinwanderung hat, die mit einer Ausweitung des Billiglohnsektors und Lohndumping einhergeht.
Dazu kommt, daß selbst Traditionsfirmen wie Clarks ihre Fertigung nach Fernost verlegt haben. Alles was zählt ist billig. Das ist auch das Erbe der Thatcher-Jahre, die den Manufacturing -Sektor quasi eingestampft hat und ihren gesamten Fokus auf den Banken-Sektor gelegt hat. Nun bekommen sie die Quittung. Spätestens Brit Rail hat gezeigt, daß Privatisierung auf Teufel komm raus kein Allheilmittel ist.

Dimitri Gales | Fr, 21. Oktober 2016 - 15:13

Ich kenne England gut. Man muss unterscheiden zwischen dem Mob, der gelegentlich auch Fussballstadien unsicher macht, und den Durchschnittsbürgern, die sich zwar etwas nationalbewusster geben als Deutsche, aber viel chauvinistischer nun wieder auch nicht. Der Engländer geht vom Prinzip der getrennten Identität aus: du bist anders, wir sind Engländer, wir respektieren euch, aber das ist alles.
Eine exaltierte "Willkommenskultur" wie Hierzulande wäre dort nicht vorstellbar.

Tatsache ist aber auch, dass ausländische Arbeitnehmer, oder die es in England werden wollen, nicht in allen Fällen willkommen sind; das war aber immer schon so.
Und die Worte von Martin Schulz sind zu hinterfragen: funktioniert die angebliche Freizügigkeit der Arbeitnehmer innerhalb Europas in der Realität? Ich bezweifle das. Was in Dokumenten steht, kann in der Wirklichkeit nicht unbedingt umgesetzt werden.
Wie auch immer, England wird Teil Europas bleiben.

Jens Winkelmann | Fr, 21. Oktober 2016 - 15:21

Die Arbeitnehmerfreizügigkeit muss dann eingeschränkt werden
wenn Fremdenängste überhand nehmen.
Gute Politik muss den Menschen mit allen seinen Eigenschaften
und Fehlern einkalkulieren.
Herr Martin Schulz kämpft für ein Idealbild der EU.
Dabei erreicht er genau das Gegenteil.

Renato Rinner | Fr, 21. Oktober 2016 - 15:35

Betrachtet man die Geschichte, speziell der europäischen, so war diese eine Aufeinanderfolge von Kriegen zwischen den verschiedenen Volksgruppen. Unwahrscheinliche Gemetzel fanden statt, erinnere da nur an den 30jährigen Krieg. Erst seit etwa 60 Jahren herrscht relativer Frieden. Relativ, bedenkt man Ex - Jugoslawien, Nord-Irland, Basken, Wallonen, Schotten usw. Der Lack ist also sehr dünn und die Reaktionen der Rest-EU Länder auf den Brexit waren alles andere als "freundlich". Speziell gewisse Politiker und Medien schürten da kräftig. Man meinte beinahe die Welt stürze ein am Vorabend des Referentums und kurz danach. Momentan scheinen mir fast alle verantwortlichen Politiker in Europa und den USA ziemlich auf Konfrontation (um nicht auf Krieg zu sagen) gebürstet. Wie schon gesagt, der Lack ist sehr dünn.

Arne Bruhn | Fr, 21. Oktober 2016 - 15:45

"Martin Schulz sagte in seiner Rede an die EU-Chefs, dass Britannien nicht im EU-Binnenmarkt bleiben kann, wenn es die Einwanderung beschränkt:" Derselbe Martin Schulz "kämpft" gerade um einen Vertrag mit einem Land, das die Einwanderung beschränkt - d. h. sehr restriktiv handhabt! Seltsam - oder doch nicht? Einfach, weil es da nur um einen spezielle Art des "Freihandels" geht, nämlich den, Konzernen endlich das total freie Handeln - ohne Rücksicht auf Regeln und Gesetze anderer Staaten oder Regionen. Umwelt-, Sozialstandards? Die schmälern doch nur den Ertrag aus Investitionen - oder auch nur deren Planung, die ja auch ins Geld gehen.
Die Briten sind selbst eine Handelsnation und sie wissen, daß der Kunde König ist. Will die EU mit ihnen Handel treiben (ihnen etwas verkaufen), dann sitzen sie am längeren Hebel, nicht ein Herr Schulz.

Thorsten Rosché | Fr, 21. Oktober 2016 - 15:52

Herr Kopp, ich stimme ihnen zu. Den Druck auf dem Kessel haben wir auch in Deutschland. Nur der Michel ballt erst mal die Faust nur in der Tasche. Nur im Osten ist man schon etwas weiter.

Marcus Hallmoser | Fr, 21. Oktober 2016 - 16:07

Daher hegen und pflegen sie wie andere Inselbewohner auch ihren Status als Inselbewohner. Die übergrosse Mehrheit der Briten war nie dem Kontinent zugeneigt. In historischen Zeiten haben das die dem europäische Festland ausgerichteten Eliten Englands körperlich zu spüren bekommen, sie wurden schlicht und ergreifend hingerichtet.

Wer über die durchschnittlichen Briten etwas erfahren möchte, dem empfehle ich das Buch von Kate Fox Watching the English. Das wurde vor der unbegrenzten Öffnung des UK für die neuen osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten geschrieben.

Vieles von der ursprünglichen Britishness der Briten ist seitdem durch die von Labour ermöglichten und geförderten massiven Zuzüge von EU-Bürgern verloren gegangen. Vielen Briten wurde ihre Heimat fremd und sie empfanden und empfinden es als Raub ihres Landes.

EU-Bürger "wandern" übrigens nicht in ein an anderes EU-Land ein, weil die Freizügigkeit genau das überflüssig macht. Richtige Einwanderer hat das UK nur begrenzt.

ingid dietz | Fr, 21. Oktober 2016 - 16:21

dass die anderen Regierungschef und die EU-Elite den Brexit rein "persönlich" sehen.
Und jetzt spielen alle gemeinsam "beleidigte Leberwurst".
Ähnliches erlebt man nur noch, wenn ein Sektenmitglied eine Sekte verlassen will.

Ursula Schneider | Fr, 21. Oktober 2016 - 16:38

Langsam glaube ich auch, dass wir im "postfaktischen" Zeitalter leben. Geht's nicht eine Nummer "faktischer"?

Auch Schulz und Juncker, inzwischen völlig abgehoben, scheinen dort angekommen zu sein. Spielen die beleidigte Leberwurst, wollen England bestrafen und hart verhandeln, um Nachahmer "abzuschrecken". Anstatt sinnvolle Reformen einzuleiten und die Bürger damit zu überzeugen. Die Briten kehren ja nicht Europa den Rücken (wie sollte das auch gehen?), sondern der EU in ihrer jetzigen Form. Und das mit gutem Grund nach den verheerenden Erfahrungen mit der Migrationskrise, der Euro-Konkursverschleppung, der Missachtung nationaler Parlamente und den zahllosen Rechtsbrüchen.

Wie wäre es mal mit echtem europäischem Geist - Vernunft, Freiheit, Toleranz, Selbstbestimmung, Vertragstreue usw. anstelle arroganter Selbstbezogenheit, Machthunger und bürokratischem Größenwahn.

Josef Garnweitner | Fr, 21. Oktober 2016 - 17:04

es auch einfach so sehen. Die "Eliten" haben es halt nicht geschafft - oder war es gewollt? - genügend Befürworter für den Verbleib zu den Wahlurnen zu bringen. Es war zu lesen, daß nur ca. 3o % der, vor allem jungen, Befürworter zur Wahl gegangen sind. So kann man eben keine Wahl gewinnen.

Worüber regt man sich also bittesehr auf ?

Und mit Verlaub, die Herren Juncker, Schulz & Co haben mit ihrer unerträglichen Arroganz mehr als genug dazu beigetragen, daß die Brexitbefürworter gewonnen haben.

Reiner Kraa | Fr, 21. Oktober 2016 - 17:05

EU-Austritt = ängstlich, verzagt, zum Untergang verurteilt, dumm, frech, fremdenfeindlich, egoistisch, reaktionär, kurz: Nazi.
All das und mehr in diese Richtung soll uns immer wieder neu eingebleut werden, bis wir es endlich schlucken. Aber das tun wir nicht. Denn wir wissen: Die EU ist nicht Europa. Europa ist und bleibt die Vielfalt seiner Nationalstaaten.

Hanno Huber | Fr, 21. Oktober 2016 - 17:07

tönt „Ich möchte nicht in einem Europa leben, in dem es für Lastwagen keine Grenzen gibt, für unsere Bürger aber schon.“ Unsere Bürger??? Es sind die Bürger aller Herren Länder, die diese unverantwortlichen Politiker zu Millionen über die (immer noch) weit offenen Grenzen ins Land gelassen (oder geholt?) haben. 'Unsere' Bürger sind das nicht, auch wenn man sie in Eilverfahren zu solchen erklärt!
Mag sein, dass es unter den Briten 'xenophobe' Reaktionäre gibt... Der Begriff des 'Reaktionärs' kommt jedoch von 'Reaktion'. Also muss man fragen, Reaktion auf was? Und so kommt man zu einer plausiblen Antwort und wenn man denn will zu den wahren Schuldigen an dieser Misere: Es sind jene rot-rot-grünen MultiKulti-Ideologen (zu denen auch die Deutschland-Verrecke-Brüller gehören), die hemmungslos ihre Länder und Kulturen verraten. Die 'Reaktionäre' und 'Populisten' Europas sind nichts als eine Reaktion auf deren unverfrorene Masslosigkeit!

"Deutschland verrecke" wenn er glaubt hier leben zu können und zu wollen?
Ist mir noch nie begegnet.
Die Idee, dass Deutschland vor allem als nicht Deutschland gut und lebenswert ist halte ich für eine "Kopfgeburt".
Nach den Schrecken des II. Weltkrieges habe ich mich hier aber lange Zeit nicht wohl gefühlt, bis ich irgendwann über Erfahrungen aus politischer Arbeit und überhaupt Leben in Deutschland, aber auch im Vergleich, einen Zugang dazu fand.

Sylvia Zarnack | Fr, 21. Oktober 2016 - 18:12

Das ganze Problem, auch für uns Kontinental-Europäer, ist doch nur deshalb so hochgekocht, weil die Mehrheit der Brexit-Befürworter Lügen und Halbwahrheiten sowie Stimmungsmache aufgesessen ist. Und die Jungen, die angeblich für einen Verbleib GBs in der EU sind, gingen in Mehrheit nicht zur Wahl. Im übrigen war GB noch nie sonderlich EU-freundlich, auch "Europa" interessierte nur, um die Märkte leichter zu erreichen. Dann müssen eben jetzt tatsächlichn neue Verträge ausgehandelt werden, nüchtern, sachlich, win-win.

Bernd Schwiers | Fr, 21. Oktober 2016 - 20:58

Warum verwenden Sie ein Wort, dessen Bedeutung ich erst im DUDEN nachlesen muss? Soll das besonders exclusiv, wissenschaftlich oder gebildet klingen?
Laut DUDEN bedeutet dieses Wort "ausländerfeindlich" - Was haben Sie gegen dieses Wort? Trifft es etwa nicht zu auf die geschilderten Umstände?

Silas Loy | Fr, 21. Oktober 2016 - 22:38

EU abschaffen, EG wieder einführen und die Briten werden bleiben. Die EU ist eine verhängnisvolle Fehlentwicklung, sie schafft Probleme und kann sie nicht lösen. Nicht nur die Briten haben das bemerkt.

Bernd Fischer | Sa, 22. Oktober 2016 - 00:19

Die "Politniks" in Brüssel haben wohl ( absichtlich ) nichts aus den Fehlern der alten senilen Männer aus dem Ostblock gelernt.

"Völkerfreundschaft" kann nicht par ordre du mufti verordnet werden.

Wer "Hungerleidende europäische Länder" ( im Schnellverfahren ) in die EU einlädt, wo Regierungen.....Justiz....Polizei...und die Sozialstandards "unter aller Sau" sind, muss sich nicht wundern wenn sich Einheimische, (die schon ganz unten sind) in Europa ( wo auch immer ) gegen die wehren , die bereit sind für schamlose Löhne zu arbeiten bereit sind.

Martin Wienand | Sa, 22. Oktober 2016 - 00:31

. . . . plus befreundete Nachbarländer mit ihrer Personenfreizügigkeit. Und diese heißt zu 95 % nichts anderes als Migration von Millionen von Osteuropäern. Sagt man dazu nicht ja, gibt es keine Geschäfte mit der EU. Terror und Erpressung nennt man so was. War nicht der ursprüngliche Gedanke der EU mehr Frieden und Freiheit in Europa? Das Gegenteil ist der Fall.

Larissa Tscherkow | Sa, 22. Oktober 2016 - 08:09

Für die Polen da ist das bitter. Dieser Hass ist so unfair. Hauptschuldige sind jedoch die deutschen Politiker!

Ich hätte nichts gegen einen Multikultistaat wie Kanada, wenn er die Einwanderer klug aussucht, aber die Mehrheit der Menschen auf der Welt bevorzugt den klassischen Nationalstaat.

Die meisten Briten wollen, dass ihre Insel mit Mehrheit britisch bleibt. Die meisten Franzosen wollen das für Frankreich. Und die Mongolen für die Mongolei. Fast jedes Volk will das! Außer Deutsche und klassische Einwanderungsländer.

Nichts erzeugt deshalb mehr Fremdenfeindlichkeit in Europa als die Obsession deutscher Eliten einen EU Superstaat, auch noch mit dutzenden Millionen Nichteuropäern darin, gegen die Mehrheit der Europäer durchzusetzen.

Der pathologische Zwangsgedanke deutscher Politker Nationalstaaten abzuschaffen zu müssen, um einen zweiten Hitler zu verhindern, erzeugt genau das, was er verhindern will: Immer mehr übersteigerten Nationalismus in ganz Europa!

Reiner Jornitz | Sa, 22. Oktober 2016 - 09:25

Sehr geehrter Herr Völler, ihre Grundeinstellung zum Verhalten der Briten gegen die EU und deren Ursachen stimme ich voll zu. Aber was die deutsche Vergangenheit anbelangt- damit das ätzende Thema der 70 jährigen Dauerschuld am Krieg geht mir auf die Nerven. Die Alliierten Mächte Britannien, Frankreich USA haben nach dem Versailler Vertrag in den 20iger Jahren Deutschland finanziell ausgepresst das Massenarbeitslosigkeit entstand und die schwache Demokratie versagen musste. Die Demütigung des deutschen Souveräns öffneten Adolf Hitler Tor und Tür- Wie das Ausging weiß schon jeder Flüchtling und Kindergartenkind. Also last not list. Die Schuldzuweisung ist klar aber Sekundär. Wenn die Politik auch wie die unsere, Schwach und sich vom Volk entfremdet und Eigenleben führt kann zum Schluss immer sowas herauskommen. Danke

Patrick Feldmann | Sa, 22. Oktober 2016 - 09:54

Ich habe bei meiner Reise in England und Schottland kurz vor dem Referendum die großen Städte gemieden, weil ich deren Problemlage auch bei uns sehen kann.
Die Menschen in den mittelgroßen Städten (Oxford, Canterbury pp) und auf dem land /Campingplätze etc. waren durchgehend freundlich.
Sie wunderten sich, daß ich als Deutscher pro Brexit war und die größte Befürchtung der Meisten war, daß sie dann für den Untergang der ohnehin hinfälligen EU verantwortlich gemacht würden. Letzteres hat sich auf recht hässliche Weise dann leider bewahrheitet. Deutsche Medien dienen hier fast der Hetze.
Erstaunlich war, daß die Briten die muslim.Problematik trotz Rotherham,Luton etcpp. geringer als ich einschätzten, dafür sahen sie v.a. in #Polen, die ihnen als kriminell galten, eine Bedrohung.
Die Polen, die ich als Tourist erlebte, arbeiteten mit gutem Englisch. Die Fehlentwicklungen habe ich als Tourist nicht gesehen. Hier in D sehe ich sie übergenau! Wir sind GB näher als wir meinen.

Sven Bergmann | Sa, 22. Oktober 2016 - 11:55

Mal wieder kein Wort davon, dass Großbritannien zu lange eine extrem großzügige Einwanderungspolitik gefahren hat, gegen die zu protestieren einem politisch-gesellschaftlichem Selbstmord gleichgekommen wäre.

Wie viele traditionell-britische Engländer leben in London? Diese Leute haben verständlicherweise das Gefühl, eine Minderheit zu sein.
Gerade den Mindergebildeten dabei dann auch noch das Maul zu verbieten, war nicht schlau.

Briten MUSSTEN Einwanderung akzeptieren, sie durften sich dazu nicht äußern. Was meinen Sie eigentlich, was in Deutschland losbricht, sobald wir einen entsprechenden Dammbruch haben?

Dieser Dammbruch wird bei uns nicht EU-Ausstieg heissen, sondern Terroranschlag.

Und dann wird das Entsetzen den Symptomen gelten und nicht dem Demokratieversagen davor.
Politische Korrektheit ist keine Ursache. Sie verhindert aber Rückmeldungen solange, bis sie wirklich häßlich werden.

Die Briten werden dabei verlieren.
Aber die Eskalation läuft jetzt.

Hans Beerstecher | Sa, 22. Oktober 2016 - 18:46

Man erinnere sich nur an die ständigen unteschiedlichen Äußerungen von Schulz im Rahmen der griechischen Finazkrise. Ein Schwäzer ohne Substanz.
Selbstverständlich ist ein freier Markt möglich
mit Beschränkungen bei der Zuwanderung.
Polen, Rumänen, Bulgaren... Durften erst nach
Jahren in Deutschland arbeiten, Großbritannen
hat den Arbeitsmarkt sofort bei EU- Beitritt
geöfnet. Warum sollte es in Zukunft keine Gestaltungsmöglichkeiten geben. Frau Nahles
sucht gerade die freizügige Einwanderung in die
sozialen Netze zu bremsen. Auch eine Gestaltung
der Freizügigkeit. Martin Schulz hat übrigens als
Parlamentspräsident kein politisches Mandat.
Seine ständiges Gehabe als würde er für die EU
sprechen ist eine schlichte Anmaßung.

Hubert Knapp | So, 23. Oktober 2016 - 07:14

Kaum ein Satz ohne triefende Emotionen. Sorry aber bei dem Artikel kommen mir mal wieder die Fakten zu kurz. Die Gefühle werden durch Geschehen und Wetterlage bestimmt und verfliegen mitunter so schnell wie die (dafür) berühmte britische Höflichkeit.

Hermann Neumann | So, 23. Oktober 2016 - 19:58

O-Ton Schulz.:" ich möchte nicht. ...Aufwiedersehen Herr Schulz keiner hält sie und keiner weint ihnen eine Träne nach.
GB macht das einzig richtige und sichert seine Zukunft.
Ob D eine Zukunft hat? Sicherlich, nur in der möchten 80 % der Bürger nicht leben. Es wird allerhöchste Zeit, dass diese Generation ausstirbt Herr Vogel hat mit seinem Auftritt in Hart aber Fair eindrucksvoll dokumentiert, dass unsere Politiker unfähig sind auf die Anforderungen der heutigen Zeit Änderungen vorzunehmen.
Ihr Dogma versetzt sie in einen Wahn des Startsignal und dies zum Schaden eines ganzen Landes.

Hermann Neumann | So, 23. Oktober 2016 - 20:14

O-Ton Schulz.:" ich möchte nicht. ...Aufwiedersehen Herr Schulz keiner hält sie und keiner weint ihnen eine Träne nach.
GB macht das einzig richtige und sichert seine Zukunft.
Ob D eine Zukunft hat? Sicherlich, nur in der möchten 80 % der Bürger nicht leben. Es wird allerhöchste Zeit, dass diese Generation ausstirbt Herr Vogel hat mit seinem Auftritt in Hart aber Fair eindrucksvoll dokumentiert, dass unsere Politiker unfähig sind auf die Anforderungen der heutigen Zeit richtig zu reagieren.
Ihr Dogma versetzt sie in einen Wahn des Starrsinns und dies zum Schaden eines ganzen Landes. Alle Gesetze stehen auf Papier geschrieben. Sie können verändert werden, wenn es notwendig ist. Soweit mir bekannt ist, wurden nur die 10 Gebote in Stein gemeisselt. Unser Grundgesetz steht auf Papier und es ist an der Zeit es zu überarbeiten. Die Politiker reden nur all zu gern von der Globalisierung, am Grundgesetz geht diese jedoch beharrlich vorbei.

Dorothee Sehrt | Mo, 24. Oktober 2016 - 12:09

hat sicherlich eine Geschichte.
Aber ich würde eine andere erzählen.
Sie handelt von Polen und evtl. anderen ehemaligen Ostblockstaaten, die in Bezug auf die alte EU der Weststaaten eine Politik des Beharrens fahren auf Freizügigkeit und Austausch, die Ungleichzeitigkeit jedoch verschweigen.
Polen z.B. geht es darum, sich möglichst ungehemmt auszubreiten als Polen, von Freizügigkeit profitierend innerhalb der EU.
Die Unterschiede zwischen Merkel und Kaczynski sehe ich eher als Streit darüber, wer der Primus inter Pares ist.
In Bezug auf die Russlandfeindlichkeit der NATO ziehen beide an einem Strang.
In Bezug auf EU-Migration zu schnell und zu ungeregelt bei dem Aufkommen für das aufnehmende Land, England.
Prinzipienreiterei gegen England hiess dann Gesetze zu benutzen, um einseitig eigene Interessen zu bedienen, statt EU-Ausgleich zu suchen.
Polen hat England aus der EU getrieben, Merkels eigenmächtige Einladungspolitik war nur die Bestätigung deutsch/ polnischer Alleingänge.

einzig durch seinen Papst Johannes Paul den II eine hohe Ansicht.
Ich hoffe, dass die Misstöne, die sich für mich einschleichen vor allem mit dem wie ich einmal las, hohen Einfluss der Jesuiten in Polen zutun haben. "Mit Polen in England gegen die anglikanische Kirche?" Genau dieser Bruchstelle hätte man Beachtung schenken müssen und die ist ein Klacks gegenüber Christentum und Islam. Scheints aber nicht bei eher schlichten Gemütern. Da wo "nichts" ist, zugegeben, können auch keine unterschiedlichen Gewichtungen auftreten.
Wenn Johannes Paul auch nur leichte Ambitionen in diese Richtung gehabt hätte, hätte er nicht unseren Papst Benedikt schon früh an seiner Seite gehabt und gefördert und gefordert.
Mit Papst Franziskus könnte Rom gefallen sein...in die Hände der Jesuiten?
Sollte mich wundern, wenn dies im Cicero stehen bleiben darf.
Also nur an die Redaktion.

Andreas Müller | Mo, 24. Oktober 2016 - 13:29

"..,dass die Briten Europa den Rücken kehren."
Das ist nicht wahr. Kein Brite, der etwas zu sagen hat, will Europa den Rücken kehren. Eine der ersten Aktionen des neuen Außenministers Boris Johnson war, dass er den Franzosen (auf Französisch) das Gegenteil versichert hat.
Zu einer anderen Schlussfolgerung kann nur kommen, wer Europa und die EU verwechselt. Hinter dieser Verwechslung steckt aber (leider) Methode. Wer das betreibt, denkt aber zu wenig nach, zum Beispiel über die veränderte Lage Irlands oder Skandinaviens:
https://hintermbusch.wordpress.com/2016/07/30/brexit-wie-geht-es-weiter/

Kostas Aslanidis | Fr, 20. Januar 2017 - 07:36

ist auf einmal ueberall bei den "Experten" zu lesen seit dem Brexit. Alles wie ueblich plumpe Propaganda. Das Dach brennt schon. Fehleinschätzung eine nach der anderen. Die EU Granden die wie die Made im Speck leben, wollen ihre fuerstlichen Loehne behalten. Ich verstehe die Britten. Bin Grieche und hoffe das der Tag schnell kommt wo wir auch austreten koennen. Mit Gewalt und Drohungen, ist der Laden nicht zusammenzuhalten. EU ist Deutschland, das einzige Land das profitiert. So eine EU kommt nicht gut an.

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