TV-Kritik „Hart aber fair“ - Doch kein Che Guevara aus Würselen

Ist Martin Schulz der Heilsbringer der SPD oder kocht er auch nur mit Wasser? In der Runde bei „Hart aber fair“ erwies sich der SPD-Kanzlerkandidat als Diskussionsvariable. Jeder darf mal sagen, wofür Schulz angeblich steht oder nicht

Frank Plasberg und Gäste bei der TV-Sendung "Hart aber fair"
Der „Schulz-Check“ bei „Hart aber fair“ brachte nur ein mageres Ergebnis / WDR

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Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Fernsehdebatten über Martin Schulz haben den Vorteil, dass sie thematisch alles andere als eng geführt werden. Auf den Kanzlerkandidaten der SPD können offenbar derart viele Erwartungen projiziert werden, dass die Zuschauer sich nicht wundern würden, käme das Gespräch irgendwann auch auf Raumfahrttechnik oder Tiefkühlkost. Jeder darf mal sagen, wofür Schulz angeblich steht oder wofür er nicht steht, und so dient der ehemalige Präsident des Europaparlaments als eine Art Diskussionsvariable. Sicher ist eigentlich nur, dass er als „der Alternative“ bei der nächsten Bundestagswahl „gefährlich“ für Merkel werden kann, um den Titel der gestrigen Sendung von Frank Plasberg aufzunehmen.

Merkel-müde Bürger

Viele Bürger dieses Landes seien eben „Merkel-müde“, bekannte ein Herr, den das „Hart aber fair“-Team in einer Fußgängerzone für eine Straßenumfrage gekeilt hatte. Und der Studiogast aus der Mitte des Volkes, eine junge Frau namens Katharina Litz, die „wegen Martin“ soeben Sozialdemokratin geworden ist, bekannte freimütig: „Programmpunkte sind jetzt eh nicht die oberste Priorität.“ Dass ausgerechnet ein alter weißer Mann zum Hoffnungsträger von Mitte-Links werden würde, entbehrt da nicht einer gewissen Ironie der Stunde. Wie überhaupt der aktuellen Schulzomanie etwas Aberwitziges anhaftet.

Das wurde schon beim ersten Statement der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin deutlich. Auf die Frage, wie sie sich den kometenhaften Aufstieg ihres Kanzlerkandidaten zum Publikumsliebling erkläre, antwortete Hannelore Kraft freimütig, dieser sei jetzt eben „neu“, was den Vorteil habe, dass die Menschen ihm zuhörten. Zwar saß der 61-jährige Schulz fast das gesamte vergangene Vierteljahrhundert im Europäischen Parlament, so dass man sich wundern könnte, ob sein gefühlter Neuigkeitswert heute nicht eher gegen ihn spricht. Aber das ist egal, wenn das Gefühl eben da und einfach stärker ist als die Frage, welche Politik Martin Schulz zwischen 1994 und 2017 in Straßburg und Brüssel denn so betrieben hat.

Spielverderber Herbert Reul

Vor diesem Gefühlshintergrund hatte der CDU-Europaparlamentarier Herbert Reul naturgemäß schlechte Karten. Der versuchte zwar hartnäckig, Wasser in den Schulz-Messwein zu gießen, indem er etwa zu Protokoll gab, der heilige Martin habe sich in der Flüchtlingskrise und beim entsprechenden Türkei-Deal als „gnadenloser Opportunist“ erwiesen. Aber das prallte irgendwie an der Runde ab, und Reul stand da wie der Spielverderber vom Dienst (wobei erschwerend hinzukam, dass er mit seinem verkniffenen Gesichtsausdruck glatt als Vater des sozialdemokratischen Sympathieträgers Ralf Stegner durchgegangen wäre).

Eine lustige Erklärung für das von Martin Schulz initiierte Umfragehoch der deutschen Sozialdemokratie kam ausgerechnet vom Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge, den die Linkspartei unlängst als Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl aufgestellt hatte: Der Reiz von Schulz liege darin, dass die SPD über lange Zeit an inhaltlicher Schwäche gelitten habe. Aber vielleicht hat Butterwegge ja auch nur messerscharf erkannt, dass das inhaltliche Programm von Martin Schulz im wesentlichen „Martin Schulz“ heißt. Denn ob die vom vermeintlichen SPD-Retter artikulierte Kritik an der von seiner eigenen Partei erfundenen Agenda 2010 ausreicht, um einen kompletten Wahlkampf zu bestreiten, das erscheint doch ein wenig zweifelhaft. So blieb dem Journalisten Hajo Schumacher der Hinweis darauf überlassen, dass Authentizität und Kampfgeist noch kein Parteiprogramm ersetzen.

Versöhnliche Worte von Christian Lindner

Interessant waren die recht versöhnlichen Worte, die der FDP-Vorsitzende Christian Lindner für die auferstandenen Sozialdemokraten fand: „Die SPD war über lange Zeit unterbewertet“, so Lindner. Das klang schon beinahe wie eine Bewerbung als künftiger Koalitionspartner. Und seine Spitze gegen die „narkotisierende“ Bundeskanzlerin Merkel dürfte auch eine kleine Revanche für die unfreundlichen Worte gewesen sein, die der CDU-Generalsekretär Peter Tauber unlängst in Richtung FDP abgefeuert hatte. Jedenfalls wirkt die Union derzeit irgendwie ziemlich alleingelassen. Daran konnten oder sollten auch Lindners dezente Attacken gegen Schulz nichts ändern von wegen, dieser sei Anhänger einer europäischen Arbeitslosenversicherung und wolle die Schulden vergemeinschaften.

Eine hübsche Volte war der „Schulz-Check“, den sich die „Hart, aber fair“-Leute zum Schluss der Sendung ausgedacht hatten, um den Kanzlerkandidaten der Herzen auf die inhaltliche Probe zu stellen. Das Ergebnis war erwartungsgemäß zwar eher mager. Aber die Kameraeinstellung zeigte das ikonische Porträt von Martin Schulz in Verbindung mit den Worten „Schulz-Check“ so, dass ausgerechnet die letzten beiden Buchstaben nicht zu sehen waren. Wer als Zuschauer in diesem Moment aus dem Dämmerschlaf erwachte, musste deshalb glauben, dass Schulz schon als Wiedergänger von Che Guevara gehandelt wird. Doch dafür fehlt dann wohl sogar dem Rebellen aus Würselen das revolutionäre Potential.

Robert Flag | Di, 21. Februar 2017 - 10:35

Ist doch eh völlig wurscht wen wir wählen.
Ein Christdemokrat war Kanzler der Einheit, ein Sozialdemokrat hat Hartz IV durchgeboxt, ein Grüner hat die Bundeswehr zum Auslandseinsatz geschickt, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Das einzige, was dem frustrierten Wahlbürger noch bleibt, ist wenigstens ein bißchen Spaß zu haben beim Tanz auf dem Vulkan.

Roland Mock | Di, 21. Februar 2017 - 19:04

In reply to by Robert Flag

Interessant, gegen was Sie so alles sind, Herr Flag. Ausgerechnet die drei Beispiele, die Sie genannt haben, gelten vielen eher als Beweis, daß Politiker ab und zu doch einmal mutig entscheiden. Oder hätte z.B. der von Ihnen zitierte " Kanzler der Einheit" stattdessen die DDR konservieren sollen? Vorschlag: Sagen Sie im nächsten Kommentar doch mal, wofür (!) Sie sind.

Georg Dallmann | Di, 21. Februar 2017 - 10:47

Nichts als HEISSE LUFT produzieren diese Debatten und Talkshows. Was bitte hat Schulz anderes zu bieten, als die SPD in den letzten 20 Jahren (ER (!) in führender Position) geboten hat?
Dieser ganze "Hype" ist nichts weiter als das übliche hysterische Mediengeschrei.
WAS aber bleibt in der SUBSTANZ,fragt sich wohl der interessierte Bürger? Die Antwort steht aus, das ist das einzige FAKTUM, was bislang "erkennbar" ist. Wer keine WIRKLICH GUTEN Argumente hat, produziert zur Not eben viel heisse Luft, wie jetzt die ESPEDE. Damit will ich mich NICHT (!) als Merkelfan outen. Gott behüte! Doch die einzig interessante Frage ist doch: WARUM aus welchem GUTEN (!) Grund sollen die Leute denn jetzt den Schulz wählen (statt Merkel)? Ich kann jedenfalls bis dato keinen erkennen. DAS ist das eigentliche KERNproblem, das die Leute umtreibt. Es gibt zu der unsäglichen Politik der letzten Jahre, an der auch die SPD MASSGEBLICH beteiligt war, keine ECHTE Alternative.

Solch einen Kandidaten-Hype hatten wir auch schon 1994, als Rudolf Scharping zum Kanzlerkandidaten aufgestellt wurde, dieser verpuffte aber schon nach wenigen Monaten.
Martin Schulz ist auch nicht mehr als eine Leuchtrakete, die in spätestens 3 Monaten restlos ausgebrannt ist.Es reicht halt nicht, nur eine einzige Personalie auszuwechseln, um einen echten Politikwechsel herbeizuführen !
Eine Partei die jahrelang Politik gegen ihre eigene Klientel betreibt und sie mit dieser unsäglichen Agendapolitik verraten hat, wird auf Dauer in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.
Das Ganze gleicht eher einer Euphorie-Simulation mit ein paar Jubelsozis.

Lasst dem "zerstrittenen Haufen SPD" (Hajo Schumacher) doch ein wenig Zeit, selbst auszuprobieren, wie weit der Wunsch nach Veränderung und Politikwechsel gehen soll. Wenn da nichts mehr kommt, behalten Sie recht – 3 Wochen nach der Verkündung der Kandidatur, die offensichtlich die Mehrheit der Partei selbst überrascht hat, den Scharping-Vergleich zu ziehen, halte ich für prophetisch.

Wer übrigens nach 12 Jahren Merkel immer noch der Meinung ist, etwas anderes als Agendapolitiker in der Regierung sitzen zu haben, ist weniger Prophet als Blender.

Der "Pseudo-Debatten-Irrsinn", den Sie zu recht beklagen, sehr geehrter Herr
Dallmann, hat Ursachen, die klar zu benennen sind: Dieser Unsinn wurzelt im freiwilligen Gleichschritt a l l e r Medien mit der political correctness, die sich in den letzten Jahrzehnten wie Mehltau über die Hirne gelegt hat.
Am schlimmsten entwickelte sich der öffentl.-rechtliche Rundfunk und
das Fernsehen, was umso leichter fiel, als sich die Politiker selber immer stärker in ihren Meinungen einander annäherten. "Große" Koalitionen waren das Ergebnnis davon.
Als 2013 eine echte inhaltliche ALTERNATIVE durch Prof. Dr. Bernd Lucke aufkam, wurde dieser tadellose Mann derart angegriffen, verleumdet und übelst mit allen Mitteln bekämpft, daß seine AfD es nicht schaffte, die 5%-Hürde zu nehmen. Viele Leute (Auch Sie?) waren zu feige, dem freien Disput eine Chance zu geben. Die AfD und Deutschland sähen heute besser aus, wenn Lucke 2013 Erfolg gehabt hätte.
Leider haben die Deutschen ihre Chance vertan...

Sehr geehrte Frau Wallau,

wie kommen Sie dazu, ausgerechnet mein Interesse und meine Bereitschaft zu FREIEM DISPUT in Frage zu stellen? Gibt es dazu irgendwelche Anhaltspunkte? Falls ja, bitte konkret benennen. Danke.

Christa Wallau | Mo, 27. Februar 2017 - 12:10

In reply to by Georg Dallmann

... bitte verzeihen Sie mir meine direkte Anfrage, die nichts anderes bezwecken
sollte, als zu erfahren, o b und w a r um Sie bei der Bundestagswahl 2013
(wie Millionen anderer, die damals bereits sehr die EU-Politik bzw. speziell
den Umgang mit dem Euro u.der Verschuldung von EU-Ländern kritisierten und
ablehnten) nicht AfD gewählt haben.
Ich war damals zuversichtlich, daß diese neue Partei es in den Bundestag schaffen würde, weil sie genau das fehlende Glied in der Parteienkette war, auf das viele Menschen mit Verstand gewartet hatten.
Wie richtig die Standpunkte des damaligen Co-Parteivorsitzenden und Gründers der AfD, PRof. Dr. Bernd Lucke, waren, hat sich ja inzwischen in aller Deutlichkeit gezeigt.
Aber was geschah realiter????
Die AfD schaffte die 5%-Hürde nicht.
Können Sie, Herr Dallmann, mir dieses Phänomen bitte erklären?
N A C H H E R jammern und Zustände beklagen, nützt nämlich nichts, wenn man
am "point of no return" nicht aufgepaßt hat.

Sehr geehrte Frau Wallau,

die Frage nach de "WARUM" der Wähler so wählt wie er wählt, kann ich Ihnen beantworten:

Schauen Sie sich dazu den Auftritt von Urban Priol an, in dem er genau diese Sorte Wähler als "Eistütchen" tituliert haz.............einfach KÖSTLICH und SEHENSWERT.
Wenn Sie den Auftritt gesehen haben, wissen Sie genau WIE viele "Wähler" ticken und woran diese sich bei der "Wahl" orientieren. Dann wundert Sie NICHTS MEHR..........
In diesem Sinne: Lasst du "wählen" gehen..............die Eistütchen sind schon ganz aufgeregt.......

Herr Dallman, Sie sprechen mir aus der Seele. Diese Altparteien sind so ausgebrannt, wie eine Fackel nur ausbrennen kann. Sie bieten keine richtigen Alternativen, man sieht keine jungen und wachen Gesichter nur die alte stramme Garde, die seit Jahrzehnten an ihren Stühlen festgebunden scheint. So kann und wird keine Partei überleben, da sie innerlich tot und ausgeblutet sind. Die SPD macht sich mit ihrer Euphorie noch lächerlicher als sie schon ist und die CDU glaubt mit dem gleichen Mitsch-Matsch dem Wähler zu genügen. Ich denke, es wird in nächster Zeit ein viel stärkerer Umbruch kommen als wir ihn uns vorstellen können.

Georg Dallmann | Do, 23. Februar 2017 - 12:40

In reply to by Hans Herzberger

Oh doch Herr Herzberger. Sehr wohl kann SO (!) eine Partei überleben. Das zeigt die ESPEDE ebenso wie die anderen Parteien seit Jahrzehnten. Alle haben sich immer weiter vom VOLK und dessen WAHREM WILLEN,dessen WAHREN VORSTELLUNGEN und dessen WAHREN GEMEINWOHLINTERESSEN abgewandt. SCHULD an diesem Umstand sind die statten und trägen BÜRGER*INNEN dieses Landes selbst, die sich in alles und jedes FÜGEN, egal ob es ihnen passt oder nicht. Bürger die sich alles gefallen lassen, sind der TOD der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit obendrein.
Bsp.: Heute meldet der Verfassungsschutz, daß die Zahl der Salafisten sprunghaft GESTIEGEN ist. Warum ist das so? Wie ist das möglich? In einem Land, in dem die Politiker aller Parteien bei jeder Gelegenheit von den - angeblichen - WERTEN heucheln, aber dann, wenn es DRINGEND darauf ankommt, diese auch WEHRHAFT zu verteidigen versagen, weil sie uns allen vorgaukeln, das habe etwas mit ReligionsFREIHEIT und Toleranz zu tun. In Wahrheit sind diese

Georg Dallmann | Do, 23. Februar 2017 - 12:54

In reply to by Hans Herzberger

"Werte" längst der Beliebigkeit preis gegeben. Jeder kann illegal ins Land kommen, Identitäten vortäuschen, Straftaten ohne Ende begehen, ohne dass dies ERNSTHAFTE Konsequenzen (STRAFEN, Abschiebung) hätte. Wie kann das sein, fragt sich der "normale" Bürger? ALLE großen Städte haben sich zu einem Gutteil längst in RECHTSFREIE RÄUME verwandelt, besetzt von kriminellen Migranten, die die Sicherheit des Landes und seiner Bürger massiv GEFÄHRDEN. Kriminelle Migranten, die nicht den geringsten Respekt gegenüber der Polizei und damit gegenüber UNS ALLEN (!) haben. Die LINKEN sagen: Das ist ja "nur" eine Minderheit. 5 % sind eine Minderheit. Aber 5 % von 2 Millionen sind 100.000 STRAFTÄTER. Das stimmt auch!° Und DAS ist der eigentliche SKANDAL. Sie werden NICHT abgeschoben, weil in diesem Land der TÄTERSCHUTZ längst Vorrang genießt gegenüber dem OPFERSCHUTZ. Das ist Deutschland HEUTE. TROTZDEM (!) leben SPD & CDU und alle anderen Parteien BESTENS, weil die BÜRGER nicht entschieden aufbegehren

Markus Starkenberg | Di, 21. Februar 2017 - 10:51

Wenn man solche Sendungen sieht, hat man den Eindruck, dass es im deutschen TV die Stürme nur noch in der Schneekugel gibt. Abgeschnittene Buchstaben im Titel lassen einen bei Assoziation an Che hochschrecken. Aus dem Dämmerschlaf.

Man merkt bei jedem Teilnehmer, dass er ein gnadenloses Weißwaschprogramm bei einem hochdotierten Bildwirkungs-Coach hinter sich hat. Diese Coaches schaffen es auch, aus einem Herrn Ralf Stegner einen sozialdemokratischen Sympathieträger zu machen.
Schade, dass Herbert Reul das Geld für den Coach gespart hat. Wenn er die offensichtliche Wahrheit mit einem telegenen Lächeln vorgetragen hätte, wäre sie vielleicht (?) besser angekommen.

Ein Claqueur ist ein Mensch, der von Leuten bezahlt wird, im Theater zu klatschen und damit andere animieren soll, auch zu klatschen. Bisher waren die aus wohlverstandenen Gründen anonym. Jetzt tritt ein Mädchen unter ihrem Klarnamen (?) Katharina Litz im Schneekugel-Theater auf, die „wegen Martin“ soeben Sozialdemokratin geworden sei. Auf die Frage `warum` sagt sie: „Programmpunkte sind jetzt eh nicht die oberste Priorität.“

Die Sendung müsste heißen: hart unfair aber dumm.

Erich Schmidt | Do, 23. Februar 2017 - 15:02

In reply to by Alexander Wildenhoff

... und die synchron eingeblendete Mimik und Gestik von Frau Kraft hat mich etwas an die inszenierten Auftritte 12-jähriger Junger Pioniere auf SED-Parteitagen erinnert, die bei diesen Gelegenheiten mit einstudiert-witzigen Bemerkungen ihre unbedingte Treue zur Partei verkündet haben. Die führenden SED-Genossen haben sich dabei vor Begeisterung auf die Schenkel geklopft.
Es musste auch unbedingt der Begriff "postfaktisches Zeitalter" fallen, der zwar inhaltlich deplatziert war, aber trotzdem irgendwie cool ist, weil ihn nun mal alle nachplappern.

RickDullweber | Di, 21. Februar 2017 - 11:02

Fand eigentlich noch jemand, dass Plasbergs parteiische Moderation kaum zu ertragen war?
Es war so auffällig wie plump und aggressiv er versucht hat, Lindner und Reul mundtot oder lächerlich zu machen, indem er ihnen über den Mund fuhr oder sie behandelt hat wie Schuljungen.
Sowas von anmaßend. Beim nächsten mal kann er ja direkt sein SPD-Parteibuch in die Kamera halten oder im "I-love-Martin-Schulz"-T-Shirt moderieren... Zutiefst unprofessionell und beschämend, wenn man bedenkt, dass er aus Gebühren-Geldern bezahlt wird. Billige Meinungsmache!

Gut gebrüllt, Herr Dullweber. Besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können. Der Typ hat BILDzeitungsniveau erreicht. Die Zeiten, in denen ich TV-Gebühren aus ideologischen Gründen (gegen die Privatbilligsender) gezahlt habe, sind lange vorbei. Auch in den öffentlich-rechtlichen Sendern gibts fast nur noch Tendenzjournalismus, anders ausgedrückt, Propagandismus. Die Tragödie ist, dass die Bürger mit dem Bauch wählen. Inhalte sind egal. Die Wahl entscheiden die Medien. Wir sind Zuschauer in einem Politzirkus, der an Peinlichkeit nicht zu übertreffen ist. Die neoliberalen Auftraggeber für die Figuren in Berlin und Brüssel ziehen den größten Raubzug der Menschheitsgeschichte durch. Und es ist völlig egal, wer da als Politmarionette dranhängt. 1984 wird übererfüllt: "Krieg ist Frieden! Freiheit ist Sklaverei! Unwissenheit ist Stärke!"

Plasberg, der bislang eher dadurch auffiel, dass er nicht ganz so parteiisch wie seine Kollegen moderierte, war gestern tatsächlich unerträglich. Vielleicht hat er von seinen Chefs den Rat bekommen, den politischen Gegner einfach zu unterbrechen und das Wort zu entziehen, wenn dieser nicht genehme Sachen zu verkünden hatte? Wie auch immer, das Verhalten Plasbergs zeugte nicht gerade von guter Kinderstube und entsprach genau dem, was man von den ÖR seit Jahr und Tag kennt.

Es mag ja sein, dass Herr Reul etwas unglücklich agierte. Das, was er sagen wollte, aber kaum dazu kam, weil nicht nur Plasberg, sondern auch die penetrante Kraft ihm ständig ins Wort fiel, wäre eigentlich ziemlich wichtig gewesen, um etwas über die Person Schulz zu erfahren. Zumal Schulz ja wenig bis nichts Programmatisches zu bieten hat, sondern nur seine Person. Überhaupt Kraft. Wie sich diese Person aufspielt und das bei ihren bisherigen "Leistungen" (nur Wegducken, sonst nichts).

Sehr geehrter Herr Tröbner,
vielleicht wissen Sie es noch nicht, aber alle TV-Moderatoren in Live-Sendungen
sind mittels Ohrhörer oder Computer mit der Regie verbunden
, und von dort bekommen sie ihre
Anweisungen wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten sollen,
wer auch immer dort sitzen mag.
Frau Illner oder Frau Maischberger (ich weiß nicht mehr genau, wer von den beiden)
war einmal in der MDR-Sendung "Sonntagsbrunch" zu Gast und erzählte genau
diese oben erwähnte Tatsache.
Die Talkmaster sind also mehr oder weniger nur "Ausführende".
Mit freundlichen Grüßen
St. L.

BLASberg. Dieser Name wäre zutreffender ! Ich erspare mir diese Sendungen, seitdem sind meine Magengeschwüre zurück gegangen. Gleicher Tag, gleiche Zeit, gleiche Teilnehmer, gleiche Witze - oder meinen die das ernst ?

Sehr geehrter Herr Dullweber, zu Ehren von Herrn Plasberg muss gesagt werden, dass er seine Sendungen nicht immer so parteiisch moderiert, wie diese Letzte. Aber Sie haben recht, diese Sendung war nur hart zu ertragen und nicht fair. Es erinnerte mehr an den Einheitsbrei, den wir seit Jahren in den öffentlich-rechtlichen Medien ertragen müssen, und bei dem anderslautende Meinungen nicht opportun sind und deshalb abgewürgt oder lächerlich gemacht werden. Die offensichtliche Anbiederei vom LINKEN Butterwege und dem FDP-Vorsitzenden Lindner an den "Heilsbringer Schulz" lässt Schlimmes für den Wahlkampf ahnen. Leider war Herr Reul nicht medienerfahren genug, um sich gegen die Phalanx der Wortabschneider durchzusetzen. Ein Wolfgang Bosbach hätte die Fakten der verfehlten Europa-Politik von Martin Schulz deutlicher zum Ausdruck bringen können. Die "Rolle rückwärts" bei der Agenda 2010, sowie in der Flüchtlingspolitik ist Populismus pur und nur dem Wahlkampf geschuldet.

Die Moderation von Plasberg war gegenüber Reul und Lindner unfair, da er ihnen dauernd ins Wort fiel und ihrer Argumentation kaum Raum ließ, während H.Kraft ihre inhaltslose Laberei und DiskussionsUNKULTUR durch permanentes Dazwischenreden unbeanstandet ausleben konnte. Was die ahnungslose junge Maid in der Sendung zu suchen hatte, bleibt Plasbergs Geheimnis. Schade, dass Plasberg sich als parteiischer Schulz-Jubler hat missbrauchen lassen.

Michaela Diederichs | Di, 21. Februar 2017 - 11:14

Das ist die bislang einzige Botschaft des Martin Schulz, die zu mir durchgedrungen neben ein wenig Agenda-Nachbesserung. Frau Merkel sagt: "Sie kennen mich." Herr Schulz signalisiert einfach nur "Ich bin." Knapper formuliert ist dann nur noch "Ich." Das nenne ich mal Reduzierung auf das Wesentliche. Darüber eine Talkrunde zu machen, entspricht dem Geist der ÖR.

Wolfgang Tröbner | Di, 21. Februar 2017 - 11:57

In reply to by Michaela Diederichs

Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren. Und ich vermute, da ist wirklich nichts außer "ich".

Gerdi Franke | Di, 21. Februar 2017 - 11:22

Ist es die SPD die diesen Hype verursacht? Oder sind es die Medien? Ein neuer, der sich traut, Kanzler zu werden? Da ist viel Hoffnung enthalten. Auf beiden Seiten. Ich warte darauf, dass die SPD-Basis beginnt, ihm ihre Fussfesseln anzulegen. Dann ist es wahrscheinlich vorbei mit dem Hoffnungsträger.

Willi Mathes | Di, 21. Februar 2017 - 11:25

Top Herr Marquier !

Diese Diskussion verlief nach dem Motto : Der Berg kreiste und gebar ein Mäuschen !

Herr Schulz als " Hoffnungsträger " ?

Na,ja...

Freundliche Grüsse

Juliana Keppelen | Di, 21. Februar 2017 - 11:33

Vorausschickend möchte schreiben, dass es gut ist über wer wofür steht mal ernst, mal lustig auch mal ironisch zu debattieren so weit so gut.
Anmerken möchte ich jedoch, dass ich bis heute noch nicht herausgefunden haben für was unsere Regentin trotz ihrer 12jährigen Kanzlerschaft und ihrer diversen Minister-Ämter steht und seltsamerweise wurde das auch nie so intensiv diskutiert und hinterfragt. Wenn sie, was ja nicht selten vorkam, mal wieder eine Pirouette drehte wurde es als "pragmatisch" und als "alternativlos" gelobt. Aber bei Herrn Schulz ist das gaaanz anders da muss und will offensichtlich jeder genau wissen was er vor hat.

Karin Zeitz | Di, 21. Februar 2017 - 15:06

In reply to by Juliana Keppelen

Er hat die Kürzungspolitik in Griechenland mit durchgedrückt und die Sozialdemokratie in Frankreich und Italien auf Reformen zur Lohn- und Rentenkürzungen wie mit der Agenda 2010 in Deutschland eingeschworen und für ihre eigenen Kürzungsmaßnahmen gelobt. Die unverantwortliche Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin 2015 hat seine ausdrückliche Zustimmung gefunden. Den Heilsversprechungen dieses Menschen Glauben zu schenken finde ich blauäugig. Die einzig wahre Antwort auf die Frage, was er vorhat, beantwortet er: "Ich will Bundeskanzler werden", und das darf man ihm gewiss glauben.

ursula keuck | Mi, 22. Februar 2017 - 10:53

In reply to by Juliana Keppelen

Wo Schulz Recht hat, hat ER Recht: "Flüchtlinge sind mehr Wert als Gold".
Die Flüchtlingsindustrie ist begeistert, sie hat seit Jahren Hochkonjunktur.
Jedoch - passend zur Karnevalzeit -:" Wer soll das bezahlen....."????

Thoralf Krüger | Di, 21. Februar 2017 - 11:48

"Die schlaue Art Menschen passiv und folgsam zu halten, ist das Spektrum akzeptabler Meinungen streng zu begrenzen, aber innerhalb dieses Spektrums lebhafte Debatten zu erlauben." Noam Chomsky

Franz Otto Hegger | Di, 21. Februar 2017 - 12:09

Der Schulz Hype ist ein Produkt der Medien, in Zusammenarbeit mit dem uniformierten Leser oder Zuschauer, der sich dem Mainstream anschließt um nicht out zu sein. Mir geht schon auf den Nerv, das in den Talk Show's jeder seine eignen Klatscher dabei hat. Bei manchen ausgesuchten, unliebsamen Parteien dürfen sie halt nicht rein........

Jürgen Möller | Di, 21. Februar 2017 - 18:08

In reply to by Franz Otto Hegger

Und schon etwas merkwürdig, daß bei Politikern mißliebiger Parteien (hier mal die AfD) die Medien "unschöne" Aufnahmen veröffentlichen, während bei Abrechnungen-Martin und anderen wohlgelittenen Persönlichkeiten schöne Grinsefotos herausgeholt werden.

Jacqueline Gafner | Di, 21. Februar 2017 - 12:28

Dass der 45. Präsident der USA heute Trump und nicht Clinton heisst, dürfte auch dadurch zu erklären sein, dass breite Wählerschichten eines ganz sicher nicht mehr wollten: eine Verlängerung des Status Quo um weitere vier Jahre. In Deutschland ist die Ausgangslage vor den Wahlen im Kern keine wesentlich andere. "Merkel for ever", in welcher Konstellation auch immer, dürfte bis weit ins bürgerlich-konservative Lager hinein keine berauschende Option mehr sein. Nochmals vier Jahre "alternativlose" Politik im Stil der laufenden Legislatur, die zudem über weite Strecken die Handschrift der Juniorpartnerin der CDU/CSU in der aktuellen Koalitionsregierung trägt, dazu dürfte selbst der sprichwörtlich geduldige deutsche Michel kaum mehr zu überreden sein. Ergo schlägt die Stunde der Alternativen, beinahe schon egal, durch wen sie verkörpert werden, Hauptsache sie versprechen einen Politikwandel.

Brigitte Karpenkiel | Di, 21. Februar 2017 - 12:37

Ich schaue diese Werbesendung des Herrn Plasberg nicht mehr, schade um die schöne Zeit, die man damit vergeuden wird. Zu Schulz ist schon alles gesagt.

Werner Schick | Di, 21. Februar 2017 - 13:45

Nur eine Frage:

Warum schauen sich Menschen mit gesundem Verstand (in diesem Falle Cicero Anhänger) eine solche Volkverdummung an. Um nichts anderes handelt es sich bei dieser Sendung und nicht erst seit heute, sondern schon seit vielen Jahren.
Boykottiert doch einfach solchen Unsinn. (Das Wort, das ich gerne für Unsinn benutzt hätte, wäre der Zensur zum Opfer gefallen, klingt aber so ähnlich).

Holger Stockinger | Di, 21. Februar 2017 - 14:27

Falls jemand des Jiddischen sich noch erinnern könnte, ist die "Vorzeigesendung" von Plassberg nur eine Variante von ANNE WILL will eine Stunde für sich alleine: Ob mit Merkel oder BURKA ist schnuppe ...

Dr. Schmitz-Keitel | Di, 21. Februar 2017 - 14:36

Ein offensichtlich immer groesser werdender Teil in der Bevoelkerung scheint zu glauben, dass man den "Teufel nur mit dem Belzebub" (Schulz mit rot-rot-gruenem Anhang) austreiben kann.
Ob man damit dann vom "Regen in die Traufe" kommt, ist von der "Schwarmintelligenz" in der Buergerschaft noch nicht ausgemacht.

Holger Stockinger | Di, 21. Februar 2017 - 14:47

Die "Vollveridiotung" des Mediengenießers hat längst jede Grenze überwunden.

Vom Zwangssystem der DDR sind wir zum GEZ-Zahler geworden, dessen Wirklichkeit in unendlichen Tatortserien sich manifestiert.

Mathias Trostdorf | Di, 21. Februar 2017 - 15:08

Ich muß an das bestellte jugendliche Neu-SPD-Mitglied aus dem Publikum denken. Wie ahnungslos junge Leute heute doch sind. Und wie logisches Denken oder Hinterfragen selbst bei vielen Student*xlnnen* heutzutage abhanden gekommen zu scheint.

Bettina Diehl | Di, 21. Februar 2017 - 15:24

Herr Schulz sei neu und das habe den Vorteil, dass man ihm zuhöre. Immerhin hat die CDU nun eine Vorsitzende mit Namen Angela Dorothea Kasner. Gilt das auch als NEU und ob das den gleichen Effekt hat?

helmut armbruster | Di, 21. Februar 2017 - 15:33

noch zieht er dahin mit weithin sichtbarem Feuerschweif, doch sobald er in die Atmosphäre eintritt ist die Schau vorbei. Zum Aufschlag mit Freisetzung großer Energiemengen, die das Potenzial für Veränderungen hätten, wird es nicht kommen. Denn dieser Komet besteht nur aus leerem Geröll und Schutt.

Schon lange nicht mehr so gelacht. Es beschreibt die Situation wie sie ist und die ist leider bitter ernst. Leeres Geschwätz und nichts dahinter. Er profitiert von der Merkel-Müdigkeit und der mangelnden Personal-Alternative der CDU, die Merkel jahrelang verhindert hat.

Vielen Dank für diesen Kommentar. Treffender geht es wohl nicht mehr. Und für Heiterkeit meinerseits haben sie so nebenbei auch noch gesorgt. Und für meine Gesundheit...lachen soll ja gesund sein. Nochmals vielen Dank !

Ernst Laub | Di, 21. Februar 2017 - 15:41

Sowenig ich wegen Gauck Lutheraner würde, so wenig würde ich wegen Schulz Sozialdemokrat (War ich bereits bis 1987. Bin bedient.) Dabei geht es mir nicht um Schulz oder Merkel: Die ganzen Parteiapparate, die eigentlich den Volksinteressen dienen sollten, befinden sich in Geisselhaft. Egozentrische Karrieristen und volksferne Ideologen haben von ihnen Besitz ergriffen. Einige Jahrzehntelang konnten sie „Lösegeld“ einfordern. Ihre Drohung, „wählt ihr nicht uns, so kommen die bösen Populisten“ brachte viel Kapital ein. Doch nun finden die Wähler hoffentlich heraus, dass dieses Geschichtlein – genauso wie das Märchen von Rotkäppchen und dem Bösen Wolf – eigentlich nicht für Erwachsene ist.

Mag.Britta Nielsen | Di, 21. Februar 2017 - 15:45

Die Naivität bezüglich des Islam der "Umma " und der fehlenden politischen Bildung ist beeindruckend. Ebenso die eklatanten Fehlleistungen der diversen Regierungen. Die Merkel mit Bart wird die Lage immer mehr verschlimmern bis eine Umkehr nicht mehr möglich ist.

Ulrich Bohl | Di, 21. Februar 2017 - 15:46

Es war also richtig ein gutes Buch zu lesen
und dann richtig schlafen zu gehen anstatt
vorher dahin zu dämmern. Eine Person
mit dem Stallgeruch von Brüssel, in dem
er jedes Futter mit Freude gegessen und
uns erklärte wie gut es uns allen schmeckt,
ist und bleibt keine Alternative zur
Stallmeisterin, die Ihm das Futter gab.
Sind es nicht dieselben Medien, die
Merkel hofierten und jetzt Schulz als neuen
Politstern feiern. Die Supernova um den
Politstern der SPD wird hoffentllich so
wie bei einer realen Supernova
verlaufen. Kurzes helles Aufleuchten am
Ende seiner politischen Lebenszeit. Zu
lange haben er und seine Konkurrentin in Brüssel
aus gutem Stroh Mist gemacht. Den kann
man nur noch als Dünger für etwas Neues
gebrauchen.

Lieber Herr Bohl, Sie überraschen mich immer wieder mit Ihren
gut formulierten Kommentaren. Diesmal nehmen Sie Ihre treffenden Bild-Vergleiche überwiegend aus dem bäuerlichen Umfeld: Stallgeruch, Futter, Stroh, Mist, Dünger...
Es macht (Mir jedenfalls!) große Freude, beißende Kritik in solch geschliffener Sprache zu lesen, und angesichts der miserablen Lage, in der sich Deutschland mit seinen sogenannten "Volksvertretern" befindet, braucht es Momente der Freude genauso wie das tägliche Brot.
Deshalb: Herzlichen Dank an Sie! Der heutige Tag ist für mich mal wieder gerettet.

Liebe Frau Wallau, mir geht es wie Ihnen in diesem Land.
Damit man es manchmal etwas lockerer sehen kann, emp-
fehle ich Ihnen öfter folgende Seite zu besuchen. Es ge-
fällt einem sicher nicht alles, aber hier wird auf eine Art
Kritik geübt bei der man hin und wieder auch mal schmunzeln
kann. Z.B. hier: SPD läutet traditionelles linkes Halbjahr
vor wichtigen Wahlen ein .
MfG. U.Bohl
Der Link: http://www.der-postillon.com/2017/02/traditionelles-linkes-halbjahr.htm…

Sehr geehrter Herr Bohl, Ihr Kommentar ist gleichnishaft erhellend, also verständlich und zutreffend. Vielen Dank dafür! SIe haben offensichtlich auch die richtige Distanz gefunden zum aktuellen, aufgeblasenen Politzirkus.

Joachim Fehr | Di, 21. Februar 2017 - 15:49

1. Plasberg, der schwächste Plasberg - den es je gab
2. Kraft, kraftlos - wie immer
3. Butterwege, olle Konzepte, die schon in der DDR scheiterten
4. Schumacher, leider immer wieder abgewürgt
5. Reul, Mimik und Gestik Note 4-, was nützen gute Dokumente, wenn diese nicht ankommen sollen und dürfen
6. Lindner, unter Wert geschlagen, weil Plasberg es nicht wollte
7. Schulz, nicht anwesend, so konnte ihn auch keiner Fragen
Meine Fragen an Schulz:
A. Warum hat er früher die Agenda 2010 so fehement unterstützt?
B. Warum hat er als mächtiger Präsident des EU-Parlamentes zugelassen, dass die EU sich um Gurkenkrümmung, Glühbirnen usw. gekümmert hat und nicht um ein Europa in Vielfalt?
C. Warum will er mit Hilfe der Europonds Griechenland und Co. retten, wohl wissend, dass dann die Sparer und Rentner dieser Republik die Zeche zahlen?
D. Wo unterscheidet er sich von Merkel politisch?

Wir brauchen keinen besseren Dampfplauderer, sondern Politiker mit Weitblick für 4.0 und Empathie.

Marianne Bernstein | Di, 21. Februar 2017 - 16:17

Ich kann es doch nicht so machen, weil a) ich als Kanzler einer großen Koalition auf den Koalitionspartner Rücksicht nehmen muss,
oder
b) ich als Juniorpartner in einer großen Koalition das nicht durchsetzen kann.
Je nach Befindlichkeit kann man sich für a) oder b) entscheiden.

Dimitri Gales | Di, 21. Februar 2017 - 16:30

Tatsächlich könnte der Überdruss bezüglich Kanzlerin Merkel der SPD Auftrieb verleihen. Dann käme es so wie in Frankreich: man votiert für die Opposition, nur um den Amtsinhaber loszuwerden.

Wenn Schulz das Kunststück gelingt, keinen bedeutenden Linksruck zu vollziehen, sondern ein Programm zu präsentieren, das dem der CDU ähnelt (die SPD ist ja schon eine neoliberale Partei), dann könnte er eventuell die Hürde nehmen. Die verärgerten ehemaligen SPD-Schäfchen wird er mit seinen Äusserungen zu den Hartz-Gesetzen wohl nicht wieder zur Herde zurückbringen, zumal seine Änderungsvorschläge ziemlich dünn sind, und reine Hypothesen sind sie auch noch. Sie würden an Hartz nichts grundlegendes ändern.

Harald Neubauer | Di, 21. Februar 2017 - 16:42

Das von den Medien befeuerte Interesse an Martin Schulz beweist eigentlich nur eines: dass man der Frau im Kanzleramt selbst in Kreisen überdrüssig ist, die bislang so taten, als verkörpere Angela Merkel das bessere Deutschland. Tatsächlich aber haben sehr viele Mitmenschen nur darauf gewartet, dass sich eine personelle Alternative auftut - und sei sie noch so windig. Hauptsache, Merkel verschwindet. Natürlich steht Schulz nicht für eine andere Politik. Die kann nur von oppositionellen Kräften kommen. Deshalb tut jeder auf Wandlung Bedachte gut daran, sich nicht blenden zu lassen. Merkel und Schulz - das ist letztlich Jacke wie Hose.

Bernhard Jasper | Di, 21. Februar 2017 - 16:53

Einige scheinen wirklich die schöne Illusion zu haben, dass der Bildschirm Ihres Empfängers so eine Art Fenster ist, ein Fenster, das den Blick in die Welt öffnet, als die Veranschaulichung der Vorgänge des politischen Lebens und für das Bekanntmachen zwischen Wählern und Abgeordneten oder Staatsbürgern und Regierung.

Mediales Dabei- Sein, hat scheinbar den Erlebnisstatus erreicht (mit den transportierten vielfältigen Vorurteilen), persönliche Erfahrung und Interaktion ersetzen zu können. „Negativ Campaining“, „Alternative Fakten“, „Fake News“ und „Social Bots“ das Ergebnis.

In einer Aufmerksamkeitsökonomie wo die Welt schon jetzt aus Reality-TV besteht, wo skandalöse und provokative Kommentare das Publikum unterhalten sollen, gibt es kein Vertrauen mehr.

Nur Medienkompetenz ist die Lösung.

Erwin Staub | Di, 21. Februar 2017 - 16:59

Schulz gehörte zur EU-Führungselite. Und wo steht die EU heute? Betrügereien und nicht Einhaltung von Verträgen! Enorme Milliarden Überschuldungen der EU. Minuszinsen und Enteigung der Sparer. Ungelöste, unkoordinierte Flüchtlingsprobleme! Auseinanderbrechen der EU? Strebt man mit der möglichen Wahl von Schulz jetzt auch noch solche Verhältnisse in D an? Warum wird nun als offensichtliches Ablenkungsmanöver auf Plasberg herumgeritten? Ihm steht doch die Aufgabe zu, kritisch zu hinterfragen. Das möchte man nun mit allen Mitteln verhindern. Ist die SPD und ihre Wähler auf beiden Augen blind? Leistungsausweis???

Reinhard Czempik | Di, 21. Februar 2017 - 17:07

Ohne Plasberg könnte das Format dieser Sendung echt Klasse sein. Ich schaue ihn schon lange nicht mehr, da ich vergeblich nach einem Grund suche. Ähnlich wie bei Maischberger oder Anne Will werden die eingeladenen Gäste nur als Alibi-Kasperlsfiguren benutzt, um eine längst vor der Sendung ausbaldowerte Meinung dem doofen Publikum als "Ergebnis" eines Talks zu suggerieren,

Peter Wagner | Di, 21. Februar 2017 - 18:36

Viele Wähler haben weder die Zeit noch die Lust, oder sind aus anderen Gründen nicht in der Lage, sich ernsthaft mit Politik zu befassen! Zudem sind sie schutzlos der links-grünen Meinungsdiktatur in Politik und Medien ausgeliefert. Was vielen bleibt ist ein manipuliertes Bauchgefühl, von dem auch Schulz profitiert. Einer der Gründe für seine Beliebtheit ist, dass viele glauben er hätte mit der unsäglichen Flüchtlingspolitik nichts zu tun. Aber auch sein Stern wird an Leuchtkraft verlieren, wenn er zu den zur Zeit sehr großen Problemen klare Kante zeigen muß!
In der Talkshow "Hart aber fair" hat auch Frank Plasberg bestätigt, dass fast alle TV-Talkshows von links-grünen Medienvertretern geleitet werden! Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Redebeiträge die nicht ihrem und dem Weltbild des Senders entsprechen, spontan zu unterbrechen! Das Verhältnis 3-5 linke gegen einen andersdenkenden unsympatischen Gast, sollte möglichst eingehalten werden! Ein hoch auf unsere Demokratie!

Theo Klein | Di, 21. Februar 2017 - 18:54

... wenn das der einzige Weg ist, weitere 4 Jahre Merkel zu vermeiden. Wer fragt da noch nach Inhalten. Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel, um einen berühmten Philosophen zu zitieren.

Jens commentz | Di, 21. Februar 2017 - 23:37

Ach, das war gar nicht Frau Künast, ich hab mich schon gewundert, wie alt die geworden ist.....

Ruth Falk | Di, 21. Februar 2017 - 23:44

Da Merkels Programm ausschliesslich darin besteht, Merkel zu sein, warum soll Schulz nicht sich selber anpreisen? Ich jedenfalls ziehe einen freundlich lachenden SPD Bart einer saure-Zitronen-Schnute von der CDU vor. Die Programme unterscheiden sich eh kaum.

hermann klein | Mi, 22. Februar 2017 - 10:15

Wetten das…
Ich wette, nach dem Bewerbungsschreiben von Christian Lindner als künftiger Koalitionspartner in Richtung Martin Schulz bei Plasberg, das keine 25 neue Mitglieder i. d. FDP eingetreten, sondern 25 ausgetreten sind.
Ich hatte vor nach langer Zeit die FDP zu wählen. Bei solch einer armseligen Anbiederung:“ Sorry FDP, nein danke“.

Jürgen Lehmann | Mi, 22. Februar 2017 - 12:38

Alle politischen Talkshows sind als Volks- (unterhaltungs ) verdummungen anzusehen.

Man sollte jedoch hierzu nur einen Kommentar abgeben, wenn man eine Sendung selbst gesehen hat - und das habe ich mir einmal wieder "angetan“.

Nachdem nun bereits seit längerer Zeit – und von einer nicht geringen Zahl der Bundesbürger - der Wunsch geäußert wird MERKEL MUSS WEG, kann solch eine Sendung nicht dazu dienen zu erkennen, dass SCHULZ DRAN MUSS.

Betrachtet man jedoch die politische Arbeit von Frau Merkel, dann kann man immer noch sagen: sie gehört von der großen Politik entfernt.

Warum soll der neue Kanzler nicht Schulz heißen, nachdem alle anderen (evtl. tauglichen) Anwärter, auch „entfernt" wurden?

Harro Meyer | Mi, 22. Februar 2017 - 14:22

Wer diese politische Taktiererei, diese moralische Selbstbeweihräucherung sowie die lockere Bewältigung der Themen Eigenverantwortuung, Liebe, Hilfe, nationaler und internationaler Umgang , Humanität und universale Menschlichkeit in diesem Land sieht, wird eines riesigen Leerraums gewahr, der besetzt sein will. Diese geistige, religiöse und politische Krise schreit doch geradezu nach einem Mann, der das Zeug hat, Millionen unzufriedener Menschen den Glauben an sich selbst und ihr Land wiederzugeben.
Das hatten wir doch schon mal.

Bernhard Jasper | Mi, 22. Februar 2017 - 16:50

Ich habe mir die wichtigsten Argumente einmal nachträglich angehört.

Zitat: „10 Abgeordnete mehr für die SPD, als 10 Abgeordnete für die AfD. Da gönne ich der SPD diesen Erfolg.“ Christian Lindner, FDP

Werner Schick | Mi, 22. Februar 2017 - 17:40

Werter Herr Klein,
mit viel Freude habe ich ihre bisherigen Kommentare gelesen. Seit heute frage ich mich, wieviele Millionen hat Herr Klein auf seinen Konten gebunkert, um so eine Klientelpartei zu wählen, nur dann macht es halbwegs Sinn. Was haben sie von dieser Partei anderes als Anbiederung erwartet, die können sonst nichts. Beispiel gefälligst: Letzte Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Wenn sie selbstsüchtige und opportunistische Verhaltensweisen unterstützen wollen, sind sie bei der FDP richtig.
Eines sollte ihnen aber klar sein, wo FDP draufsteht ist entweder Merkel oder Schulz drin, je nach dem was opportuner ist. Wenn sie einen wirklichen Politikwechsel wollen, müssen sie sich nach einer geeigneteren Alternative umsehen.
Wenn ich ihre Vermögensverhältnisse unterschätzt habe, möchte ich hiermit Abbitte leisten und seien sie mir nicht allzu böse, ich schätze sie sehr

ANKE Kreimendahl | Mi, 22. Februar 2017 - 19:04

Eine perfekte Werbesendug für die SPD...Veranstalter: Die öffentlich rechtlichen, ARD.

Nächste Wahlsendung, nächste Woche...wahrscheinlich für die CDU....und dann FDP und die grüne Gefahr...

Und die letzte Sendung zu diesem Thema wird der AFD gewidmet...Thema...Keine Chance der AFD..

Man bekomnt Schnappatmung, angesichts der einseitigen Wahlhilfe durch die öffentlich rechtlichen Sender...ein echter Skandal.

Andreas Götte | Mi, 22. Februar 2017 - 19:39

Der nette Herr Schulz hat die bei der SPD-Basis verpönte Agenda 2010 damals mitgetragen. Jetzt plötzlich distanziert er sich vom schröderschen Machwerk. Hier ist mal wieder der Machtinstikt eines Politikers deutlich stärker ausgeprägt als Glaubwürdigkeit und Authentizität.

SigismundRuestig | Do, 23. Februar 2017 - 12:29

Es ist schon erstaunlich, dass ein Mann wie Reul in den Medien seine unbewiesenen, z.T schon von der EU richtiggestellten, Flatulenzen ohne Widerspruch so umfangreich und intensiv ausbreiten darf.
Die Union hat, was sie aus der Vergangenheit besonders gut kann, Dossiers über Schulz erstellen lassen:
Einmal im Europaparlament durch ihr CDU-Vorstandsmitglied Reul über Martin Schulz' Amtsführung als EU-Parlamentspräsident. Möglicherweise ist er dabei von der Strauß-Tochter und jetziger Europa-Parlamentarierin Holmeier unterstützt worden. Denn sie hat sich in München einen besonderen Namen gemacht, als sie über CSU-Parteimitglieder Dossiers angefertigt hatte. Als das aufgeflogen war, hat man sie - in alter CSU-Manier - nicht vollständig aus der Politik entsorgt, sondern in das Europa-Parlament abgeschoben, wo man jetzt möglicherweise auf ihre "Dossier-Expertise" zurückgegriffen hat. Übrigens, Herr Kauder: Die betroffenen Holmeier-CSU-Parteifreunde hatten damals sehr empfindlich reagiert

SigismundRuestig | Do, 23. Februar 2017 - 12:30

...
Und Sie verlangen jetzt von der SPD, nicht so empfindlich zu reagieren? Damit haben Sie sich, zumindest moralisch, auch die Hände schmutzig gemacht, Herr Kauder!
Zum anderen kreist ein von sogenannten Unions-Strategen erstelltes Dossier in der Unions-Fraktion und im Bundesvorstand, das stärker auf die Persönlichkeit von Martin Schulz fokussiert sein soll.
Aus bisherigen Erfahrungen dienen Unions-Dossiers insbesondere zur Desavouierung von politischen Gegnern. Von den einschlägigen Medien wird das gierig aufgegriffen. Der Focus tut sich hier besonders hervor: er ist mittlerweile zum Kampfblatt der Union mutiert.
Zu den Inhalten der Unions-Dossiers läßt sich feststellen: Kein Vergleich ist zu abgeschmackt, keine Beleidigung zu infam, keine Lüge zu dreist, keine Behauptung zu falsch, kein Gerücht zu weit hergeholt, als dass diese nicht unter das Volk gebracht werden wollen: erbarmungswürdig, um es mit den Worten von Herrn Schäuble auszudrücken.
Und die Union hatte noch kürzlich..

SigismundRuestig | Do, 23. Februar 2017 - 12:32

...
Und die Union hatte noch kürzlich über ein Fairnessabkommen für den Wahlkampf schwadroniert: entlarvend! Und jetzt, nachdem die Union erkannt hat, dass die angezettelte Schlammschlacht von den Wählern nicht goutiert wird, wollen sie doch noch schnell ein Wahlkampfabkommen mit Schulz. Dann muß die Union aber erst mal ihre keifenden Hunde zurückholen und wieder an die Leine legen!
Schulz und seiner SPD wird es damit bisher leicht gemacht: sie müssen nur auf diese Schmutzwerfer zeigen, um sie zu entlarven.
Die Union glaubt, indem sie ihren Daumen für Schulz grobschlächtig nach unten zeigt, hätte sie die Grundlagen für ihren Wahlsieg gelegt. Wenn sich im Herbst nur nicht herausstellt, dass dies der Daumen eines Däumlings war!
Wer diese Art von Wahlkampf führt, hat wohl schon aufgegeben, mit politischen Inhalten Punkten zu wollen. Er muß sich darüberhinaus vorwerfen lassen, die Politikverdrossenheit weiter zu fördern.

SigismundRuestig | Do, 23. Februar 2017 - 12:34

...
"... Die Kommentare anderer Leute:
teils Verschwörer der übelsten Sorte,
teils dumpfbackige, hirnlose Beute
einer versponnenen, verbohrten Kohorte...."

http://youtu.be/sBom50KrkBk

Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Anhören.

henry sawallisch | Do, 23. Februar 2017 - 13:37

Das passt der jetzigen und auch zukünftigen Koalition der ,,Guten und Willigen'' doch prima ins Konzept.Man serviert einen scheincharismatischen EU- Flüchtigen ,als Alternative zur noch farbloseren und alternativloseren Kanzlerin der latent AfD zugeneigten Wählerschicht ,als eine sehr naheliegende Beruhigungspille. Dazu kommt,dass man, sehr offensichtlich, der AfD in den ÖRM kein Forum mehr bieten will.Eine offenbare indirekte Zensur!Herr Schulz stand und steht für weitere Schuldenmacherei insbesondere in der EU aber auch in Deutschland. Ein ,,Sieg'' der GROKO ist so gut wie sicher.Also keine echte Kehrtwende in der Flüchtlingspolitik und eine fortgesetzte schleichende Enteignung der braven(dann aber dummen)Sparer. Deutschland wird mit (oder ohne)Schulz ,insbesondere nach dem Brexit,die Defizite der verschuldeten EU-Länder begleichen.-Vorwärts immer-Rückwärts nimmer.Oder: Die EU, mit Schulz, hält in ihrem Lauf weder Ochs noch.....

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