Politische Rhetorik - Mach mit oder mach dich vom Acker

Kisslers Konter: Die großen Begriffe boomen. Haltung, Mut, Weltoffenheit werden tagtäglich gefordert, jetzt hat sich dafür sogar eine „Allianz“ gegründet. Doch Tugenden kehren sich ins Gegenteil, begreift man sie als Mitgliedsmarken für Rechtgläubige

ünter Ernst-Basten (Paritätischer Wohlfahrtsverband), Anke Homann (LandesFrauenRat), Fatih Mutlu (Schura), Irene Johns (Kinderschutzbund), Bischof Gothart Magaard (Nordkirche), Uwe Polkaehn (DGB Nord), Wolfgang Baasch (Arbeiterwohlfahrt) und Beate Bäumer (Kath.Büro Schleswig-Holstein)präsentieren am 19.01.2017 in Kiel (Schleswig-Holstein) ein Transparent mit der Aufschrift "Die Würde des Menschen ist unantastbar". Anlaß dafür ist die Gründung der "Allianz für Weltoffenheit Schleswig-Holstein", der zahlreich
„Allianz für Weltoffenheit“: ein drohendes Wir / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Kissler ist Ressortleiter Salon beim Magazin Cicero. Er verfasste zahlreiche Sachbücher, u.a. „Dummgeglotzt. Wie das Fernsehen uns verblödet“, „Der aufgeklärte Gott. Wie die Religion zur Vernunft kam“ und „Keine Toleranz den Intoleranten. Warum der Westen seine Werte verteidigen muss“.

So erreichen Sie Alexander Kissler:

Man stelle sich vor: Menschen, die sich für besonders schön halten, gründen eine Allianz für Weltschönheit und erklären allen, die es wissen wollen, dass sie schön sind und für Schönheit stehen. Menschen, die sich für besonders klug halten, gründen eine Allianz für Weltklugheit und geben zu Protokoll, dass sie für Klugheit stehen und Klugheit gegen alle Unklugen verteidigen werden. Käme einem das nicht trotzig vor, hochfahrend, ein klein wenig kindisch? Und verhält es sich mit der neugegründeten „Allianz für Weltoffenheit“ wirklich ganz anders?

Begriffe machen Politik

In einer Zeit, in der die Politik zwischen Sachzwängen und internationalen Verpflichtungen antriebsarm dahin schlingert, sollen Begriffe einen klaren Kurs vorgeben. Deshalb erleben wir einen Boom der politischen Rhetorik. Neu- und umgeprägte Begriffe sollen leisten, wozu sich die große Politik derzeit außerstande sieht: Kohorten bilden, Zusammengehörigkeit stärken, Moral durchsetzen. Wie Mitgliedsmarken, nicht wie Benennungen funktionieren diese. Wer sie im Munde führt, der gehört dazu; wer sich das Recht auf Eigensinn und Freimut nicht moralisch abpressen lässt, der muss leider draußen bleiben.

Mitmenschlichkeit zum Beispiel. Offensichtlich ist das Wortungetüm gleichbedeutend mit Menschlichkeit, die ein Faktum benennt: dass jemand zur Gattung des Menschen gehört und sich infolgedessen menschlich verhält. Mitmenschlichkeit hingegen ist Benennung plus Appell. Der Mitmensch ist der gute Mensch, das Gattungswesen ohne alle Abgründe, der einreihungsbereite Homo sapiens, Subjekt der richtigen Politik, des sozial erwünschten, exekutiv geforderten, moralisch belobigten Umgangs. Mitmenschen sind jene, auf die man stolz sein darf. Menschen könnten stören. Sie sprengen Raster.

„Demokratiekongress“ für Mitmenschlichkeit

Kein Wunder also, dass sich die Mitgliedsmarke Mitmenschlichkeit bei besagter Weltoffenheitsallianz wiederfindet, die mit vollem und einigermaßen alarmistischem Namen „Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat – gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt“ heißt und die nun mit einem „Demokratiekongress“ in Köln das Licht der Öffentlichkeit suchte. Oder müsste es, der Selbstbezeichnung entsprechend, „Weltöffentlichkeit“ heißen? So klänge im superlativischen Stil der Gratisverdopplung das Offensichtliche. Wenn Mitmenschlichkeit ein Fahnenappell ist, dann wäre Weltöffentlichkeit das Tribunal, vor dem über jene verhandelt wird.

Das drohende Wir

Im Aufruf „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, den sehr, sehr viele Lobbyvereine und Weltanschauungsverbände zwischen Gewerkschaft, Kirche, Kultur und Naturschutz unterstützen, heißt es also: „Die ungebrochene Hilfsbereitschaft zeugt davon, dass Solidarität und Mitmenschlichkeit zu den prägenden Werten unserer Gesellschaft gehören.“ Und weiter: „Deutschland braucht erheblich mehr Investitionen in seine Zukunftsfähigkeit.“ Und: „Maßnahmen und Programme müssen zu einer Gesamtstrategie für die Schaffung ökonomischer und gesellschaftlicher Teilhabechancen zusammengeführt werden.“ Zukunft reicht nicht, sie muss zur Zukunftsfähigkeit aufgebläht werden, damit sie angeordnet, kanalisiert, befohlen werden kann. Teilhabe reicht nicht, damit Chancenverwalter ihr Geschäft betreiben können. Darum ist das Wir der vielen Unterstützer ein drohendes Wir: „Wir stehen für Solidarität und Weltoffenheit.“ Sag mir, hieß es in der DDR, wo du stehst. Mach mit oder mach dich vom Acker. 

Brauchen wir wirklich Haltung und Mut?

Auch Haltung gehört zu den derzeit forcierten Begriffen, die ein handlungspolitisches Vakuum ausgleichen sollen. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen sieht sich nicht an eigenen Defiziten gescheitert, sondern am „Haltungsproblem“ der anderen. Medien und Parteien reklamieren inflationär Haltung für sich und fordern sie vom jeweiligen Gegenüber. Haltung ist der Patriotismus einer nachpatriotischen Gesellschaft. Haltung ist Konsensbereitschaft und ist von der individuellen Tugend des aufrechten Gangs zur Bringschuld des Kollektivs geworden. Wer Haltung ruft, darf mitessen am Tisch der Großen.

Oder der Mut. Er wird mittlerweile gerne da in Anspruch genommen, wo der Schutz der Menge lockt. Demokratie brauche Mut, sagt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Schirmherr des „Demokratiekongresses“. Stimmt das? Braucht Demokratie nicht vor allem kompetente Politiker, transparente Verfahren und die Rückholbarkeit jeder mehrheitlich getroffenen Entscheidung? Demokratie toleriert Feigheit, indem sie auch den politisch unmusikalischen Bürger in Sicherheit und Freiheit leben lässt, ihn vor zivilgesellschaftlichem Moralaktivismus bewahrt. In Demokratien darf niemand gezwungen werden, auch nicht zum Guten, wie wünschenswert es sein mag. Der amerikanische Philosoph Jason Brennan schreibt: „Im Idealfall würde die Politik die Aufmerksamkeit des Durchschnittsbürgers kaum in Anspruch nehmen. Stattdessen würden die meisten Menschen ihre Tage mit Malerei, Poesie, Musik, Architektur, Bildhauerei und Töpferkunst verbringen, oder auch mit Fußball, Autorennen, Promi-Tratsch und Restaurantbesuchen.“

Tugend als Aushängeschild verliert ihren Kern

Keine Bange: Nie wird es in Deutschland so weit kommen. Politik ist hier nicht die aufwandsschonende Organisation guten Lebens, sondern die Verwaltung der guten Gesinnung. Schlechte Straßen sind weniger schlimm als schlechte Gedanken, öffentliche Sicherheit minder wichtig als die Sicherheit der Sprachspiele. Dabei sind Mut, Haltung, Menschlichkeit und Weltoffenheit tatsächlich Eigenschaften, die jeden Charakter adeln. Ihrer bedürfte es sehr. Werden sie aber verkürzt zum Fanfarenton der Rechtgläubigen, zur Grußformel bei der Moralausgabe, verlieren sie ihren Kern: die Überzeugung, dass Tugenden im Einzelnen wachsen und gedeihen und praktisch werden, in der Gruppe aber zerbersten.

es nur Kisslers gäbe, könnte der Cicero das Forum glatt abschaffen.

Was soll man denn bei deren Artikel noch kommentieren?

Konrad Kugler | Fr, 5. Mai 2017 - 21:01

In reply to by Josef Garnweitner

Ja, dann hätten wir Zeit und bräuchten nicht die Kommentare zu den Kommentaren lesen. Dann hätten wir (ausdrücklich ich!) auch Zeit, all das andere zu tun, vor dem wir uns so erfolgreich drücken.

Sie sprechen ein wahres Wort gelassen aus. Das erinnert mich an einen guten Spruch:

"Wir alle hätten mehr Freizeit - gäbe es nicht all die Freizeitaktivitäten, die sie aufbrauchen"

Aber ehrlich, während meines Berufslebens hätte ich nicht die Zeit für ein Forum gehabt.

Sabine Weber-Graeff | Fr, 5. Mai 2017 - 13:40

Demokratie lebt immer von Pluralität und gerade ein gewisser Prozentsatz derer,die nicht"mitmachen" zeigt an,dass sie noch funktioniert.Staatlich verordnete Lemminghaltung ist hingegen Bestandteil aller Dikataturen der Welt.Meinethalben könne die anderen also brav mitmachen,was ich auszuhalten habe,ich jedenfalls bleibe außen vor und hoffe,dass dann nicht zum Phone gegriffen und der Arbeitgeber informiert wird.

Klaus Göhn | Fr, 5. Mai 2017 - 13:42

Mal wieder eine treffende Analyse von Besserwisserei in diesem Land. Ein guter
Beitrag gegen Bevormundung in dieser
Gesellschaft. Herr Kissler ist eine wichtige
intellektuelle Stimme vom Cicero.

Matthias Gintz | Fr, 5. Mai 2017 - 13:45

Die Verantwortlichen müssen aufpassen, Deutschland und Europa nicht nur eine Überbetonung der Moral in eine Sackgasse zu fahren.

Der Schuss der Briten, die deutsche Wirtschaft durch Kennzeichnung ihrer Waren als MADE IN GERMANY abzuwerten, ging nach hinten los, als dies von der ganzen Welt als Qualitätssiegel empfunden wurde.

Bereits jetzt nennt sich mancher alternative Medienkanal absichtlich FAKE NEWS, um die Aufmerksamkeit zu nutzen und das Medienkartell auszuhebeln.

Wer die Weltoffenheit predigt, aber keine Rechtsextremisten einlädt, der trägt unter Umständen zu Spaltung der Gesellschaft bei. Und wer den modernen Rechtssaat vorschiebt, aber systematisch Ausländerkriminalität zensiert, der trägt zur Extremisierung bei.

Am Ende wird es noch eine ALLIANZ GEGEN WELTOFFENHEIT geben...

Sowohl die Bevölkerung als auch die Verantwortlichen sollten sich gegenseitig mehr zutrauen.

Franz Otto Hegger | Fr, 5. Mai 2017 - 13:47

Cicero und sein Team, ein Lichtblick am grauen Medien-Himmel ! Lob ist das einzige was mir zum brillianten Artikel von Herrn Kissler einfällt und schönes Wochenende.

Torsten Ulrich | Fr, 5. Mai 2017 - 14:00

Eine tolle Wortschöpfung. Muss ich mir merken. Einfach Klasse wie auch der ganze Artikel. Ich dachte schon ich liege mit meinen eigenen Ansichten falsch. Danke!

Dieser "zivilgesellschaftliche Moralaktivismus" ist m. E. den NGOs geschuldet, die inzwischen Politik ersetzen oder besser zersetzen mit ihren freiberuflichen, bezahlten Moralaktivisten, die überall ihre Gesinnung zur Schau stellen und andere niederbrüllen. Sie scheinen in der Mehrheit. Sind sie aber nicht. Das Politik darauf einsteigt, macht es nicht besser. Das wird nach hinten losgehen. Danke Herr Kissler für Ihren Konter.

Heidemarie Heim | Fr, 5. Mai 2017 - 14:08

Ach Herr Kissler.Einfach nur köstlich Ihr Spieglein,Spieglein an der Wand...!Vielleicht sollten wir zusammen eine "Allianz für Scheinheiligkeit" gründen? Ihr Wortwitz und mein,mir oben vorgehaltenes, mitmenschliche Defizit, welches Sie in einer wöchentlichen Kolummne wortgewandt abfedern.So wir nicht zusammen kommen,Ihnen
sowie dem Cicero trotzdem ein schönes Wochenende! Natürlich auch allen Mitkommentatoren! MfG

helmut armbruster | Fr, 5. Mai 2017 - 14:40

dieses Mal von einer sog. Allianz für Weltoffenheit. Vorher war es Political Correctness oder freiheitlich demokratische Grundordnung oder eine andere Strömung des Zeitgeistes.
Warum nur glauben sich andere fortdauernd berufen mir suggerieren oder gar befehlen zu müssen was richtig oder falsch ist?
Dabei sind es durchweg vergängliche Werte, die da angepriesen werden. Keiner hat Ewigkeitswert.
Nur ein solcher ist es wert respektiert zu werden. Als Beispiel eines solchen Wertes mit Anspruch auf Ewigkeit möchte ich die Forderung von Jesus zitieren: "was du nicht willst, was man dir antue, das tue auch keinem anderen an."

der Begriff Political Correctness ist lt. Heute Journal von gestern abend ein Kampfbegriff der rechten Populisten.
Da kann man nur noch den Kopf schütteln ob solch hanebüchenen Behauptungen und offensichtlicher Meinungsmanipulation.

Heiner Hannappel | Fr, 5. Mai 2017 - 15:04

Und der Bundespräsident macht mit.Aber wo war sein Wort, als in Köln am 22.4.2017 eine durch Wahlen legitimierte demokratische Partei,wie jede andere auch, die man zwar nicht mögen muss, die aber dort ihren Parteitag abhalten wollte, deren Teilnehmer aber immer wieder Polizeischutz brauchten? Es tut gut ihre Zeilen zu lesen Herr Kissler,.Es sind Gedanken eines Menschen , der sich noch nicht von der mit Wohfühlpuderzucker überpuderten Merkelrepublik seinen unverstellten Blick auf das, was sich jenseits der merkelchen “Gutsprech” Formurlierungskünsteanhänger mit deren unerträglichen Worthülsensalat in unserem Land abspielt, hat nehmen lassen.In Frankreich ist man ganz anders gestrickt und schockte die politische Elite mit einem Rausschmiss aus der tragenden Verantwortung.Und in Deutschland drohen die Fehler der Eurorettung und Flüchtlingsprobleme aus dem Ruder zu laufen und genau deswegen diese” Allianz für Weltoffenheit” , um das zu vertuschen. Quo vadis Deutschland

Peter Wagner | Fr, 5. Mai 2017 - 15:24

Dann hätte ich gerne weniger Hassreden von Politikern ("Unsere Geschichte...") und ich bitte auch um die baldige Abschiebung der illegal Eingereisten und derjenigen Ausländer, die in den letzten drei Jahren einen unserer Landsleute verletzt, vergewaltigt oder getötet haben.
Dem Genuss der Menschenwürde in ihrer Heimat steht dann nichts mehr im Wege. Zudem werden unsere Gesetze wieder grachtet und unsere Würde wieder hergestellt- eine Win-Win-Situation.

Rolf Pohl | Fr, 5. Mai 2017 - 15:35

... gegründet von acht netten Menschen für eine nette, alles umfassende Weltklugheit, putzig untermauert per Zitat aus dem Grundgesetz.

Acht nette Menschen die es sich locker leisten können derartige Standards als Allgemeingültig dastehen lassen zu wollen. Werden sie doch allesamt exakt von denen alimentiert die von ihnen per nettem Lächler als doof hingestellt werden.
Wer einer solchen Allianz, sozusagen einer mit Grungesetzauszug auf dem Cover, nicht umgehend folgen kann oder will, muß wohl einfach doof sein.
An der Stelle wird wieder mal klar, Allianzen dieser Art sehen sich jeweils fast schon im Rang von Religion stehn, putzig, aber durchschaubar.

Daniela Gmeiner | Fr, 5. Mai 2017 - 15:42

Danke Herr Kissler,
sehr treffend beschrieben. Bei diesen Veranstaltungen nach dem September 2015 mache ich nicht mit und mache mich auch nicht vom Acker.
Warum auch? Nur weil viele einer fragwürdigen Humanität und einem falschen Demokratieverständnis folgen, ist das nicht zwingend die Wahrheit.
Demokratie braucht den Diskurs, der soll unterdrückt werden.
Deshalb mein Dank auch an Cicero mit allen Mitarbeitern.

Elke Halefeldt | Fr, 5. Mai 2017 - 15:43

Wir haben ja bereits die Aktion „Demokratie leben!“ mit einer großen Anzahl von Beteiligten. Jetzt gibt es also noch eine Allianz für Weltoffenheit, in der sich rund 200 Organisationen verbündet haben, im „Aufstand der Anständigen für ein nachhaltiges, offenes und tolerantes Deutschland in Europa.“ Stimmt ja: „Die Eingliederung in den Arbeitsmarkt ist eine wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige Integration von Flüchtlingen.“ Wenn’s klappt.

Moralische Grundsätze – die trotzdem auf eine ganz KONKRETE Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung herunter gebrochen werden müssen, und genau daran mangelt es letztlich. Das Credo: „Nächstenliebe und Barmherzigkeit kennen keine Obergrenzen“ ist ... zu schön, um wahr zu sein. Und es stellt implizit all diejenigen, die, sachlich, eine Überlastung von Staat, Gesellschaft, Arbeitsmarkt, Sozialkassen durch die fortwährende Aufnahme einer hohen Anzahl von Flüchtlingen und Migranten befürchten, in die Ecke der “Unanständigen“. Das ist bitter.

Wenn man sich vor Augen hält, daß ein überwiegender Teil dieser moralinsauren Institutionen durch den braven Steuerzahler alimentiert wird, sollte man den Ausdruck "bitter" durch "infam" ersetzen. Wenn man durch sachliche Kritik schon als "unanständig" diffamiert wird, ist es schon weit gekommen.
In diesem Zusammenhang : was ist eigentlich aus der Aktion "Bürgen für Flüchtlinge" geworden - bei denen die guten Deutschen Bürgen doch tatsächlich mal zur Kostenübernahme herangezogen wurden ?

Manfred Engelbart | Fr, 5. Mai 2017 - 15:44

Warum muss ich nur immer an das 'Weltniveau' der DDR denken, wenn deutsche Bürger über 'Weltoffenheit' schwadronieren!

Reinhard Schröter | Sa, 6. Mai 2017 - 09:06

In reply to by Manfred Engelbart

Genau deshalb, weil das wiedervereinte Deutschland sich in ungeahnter Geschwindigkeit diesem Unrechtsstaat von damals an zu nähern droht. Was Polemik, Phrasen, Worthülsen und Propaganda betrifft, sind wir schon da !

Hans W. Koerfges | Fr, 5. Mai 2017 - 15:56

Jeder soll das machen, was er für richtig hält und keinen anderen Menschen belästigt. Der neue Verein ist rückwärtsgewandt. Für die Zukunft benötigen wir eine Meine neuer Organisationsformen. So sind die Sozialsysteme nicht reformierbar. Sie müssen durch Neues ersetzt werden. Am Horizont sieht man Industrie 4,0, Robotik, weitere neue Technologien usw. Wie will der Verein alles das einpassen, damit wir nicht 10 oder sogar 20 Millionen Dauer-Arbeitslose ertragen müssen. Lösungen gibt es, sie kommen entweder freiwillig oder gezwungen. Der Verein ist, sie gesagt, rückwärtsgewandt. Mit den definierten Begriffen des Vereins wird die Zukunft nicht organisiert.

Michael Maschke | Fr, 5. Mai 2017 - 15:58

Ich kann mich dem Lob der Foristen für diesen Beitrag nur anschliessen. Wieder einmal ist den Worten Herrn Kisslers nichts hinzu zu fügen.
Ein schönes Wochenende der Redaktion und den Kommentatoren.

Arne Bruhn | Fr, 5. Mai 2017 - 15:58

dieser Allinanz gehören die "Deutsche Bischofskonferenz" und die EKD an! Und die stehen für Mitmenschlichkeit ein? Nur damit andere sie leisten oder auch als eigenen Anspruch?
Ich kann und kann mich einfach nicht damit abfinden, dass Bischöfe/Erzbischöfe Kinder- resp. Jugendheime(die Heimat sind) schließen, weil sie "sich nicht rechnen" oder gar "ein Zuschussgeschäft" sind! Wenn Mitmenschlichkeit sich "rechnen" muss, besser noch ein Gewinngeschäft darstellen müssen, dann haben sich die "Nachfolger Jesu" mit dem Teufel der Gier verbündet! Diese buntgewänderten Figuren widern mich nur noch an.
Vollkommen richtig, Herr Kissler: Tugenden müssen im Einzelnen wachsen - entweder man pflegt sie und lässt sie wachsen - oder man wird (möglichst hochstehender) Geistlicher!

Reiner Schöne | Fr, 5. Mai 2017 - 16:59

Stimmt, die Würde des Menschen ist unantastbar, nur hat die ganze Momentane Situation in Deutschland nicht mit der Würde zu tun, sondern mit Freiheiten, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, und vor allem auch mit dem brechen von EU und deutschen Gesetzen von Frau Merkel und der gesamten Regierung. Da kann man Allianzen gründen wie man will, es ändert sich die Tatsachen nicht. Wer vor 1.5 Jahren schon sagte, wir wissen nicht was in unser Land kommt, ob Kriegsverbrecher, ob IS Kämpfer wurde gnadenlos in die rechte Ecke gesteckt. Heute sind diese Warnungen, nie passiert und es wird geraden von diesen Gruppen und Partei auch nie ein Wort darüber verloren. Alles vergessen, oder man möchte es am liebsten vergessen.

Holger Bachmann | Fr, 5. Mai 2017 - 17:06

Ich erinnere mich an einen politischen Aufsatz aus dem Schulunterricht der DDR: "Duckmäuser können wir nicht gebrauchen." Stimmt nicht - Duckmäuser sind eine tragende Säule offenbar jeder Gesellschaft, damals wie heute.

aber leider nicht den Verräter !

Wie wäre es, wenn die "seriösen" Politiker endlich mal eine Vereinigung bzw. Allianz nur für "seriöse" Politiker gründen ?

Dr. Florian Bode | Fr, 5. Mai 2017 - 17:29

Was soll das ganze inhaltsleere, dröhnende Gewäsch aus den Mündern dieser Politiker, Kirchenfürsten und "Vertertern der Zivilgesellschaft". Man riecht den schalen Mundgeruch meilenweit. Es gibt keine Verpflichtung die Politik "gut" zu finden. Es gibt auch keine Verpflichtung sein Land zum Shangri-La von Abermillionen zu machen, die mit ihrem Leben (möglicherweise zu recht) unzufrieden sind. Es gibt die Verpflichtung, Verfolgten (temporär) Hilfe anzubieten. Hier schleicht ein übler Totalitarismus durch die Straßen. Über diese giftigen Zeiten wird die Nachwelt anders denken, als die heute Handelnden und Schwafelnden. Wer im 1000-jährigen lebte, hatte auch einen anderen Blick auf die Zeit, als der heutige Geschichtsunterricht.

Susanne Dorn | Fr, 5. Mai 2017 - 17:43

…wie immer brillant formuliert und auf den Punkt gebracht. Gratulation!

Gut zu wissen, dass ich mit meinen Ansichten richtig liege. Und ich lasse mich auch von niemandem verbiegen oder gar einschüchtern!

Willi Mathes | Fr, 5. Mai 2017 - 17:47

Sitzt !

Moralisch selbsternannte " Tugendwächter " in Gedanken, Wort und Tat !
Toll !
Waren wir mit der Freiheit der Gedanken nicht schon weiter ?
Es fehlt nur noch die " Gemeinnützigkeit" mit Steuerabzugsfähigkeit .

Danke Herr Kissler und Freundliche Grüsse

Axel Kreissl | Fr, 5. Mai 2017 - 18:06

Hier mein Erlebnis aus den 80er Jahren: An einem großen internationalen Forschungszentrum in der Schweiz saßen die Deutschen immer separat an einem Tisch und die anderen Europäer saßen zusammen an einem Tisch und lernten sich kennen. Und so stelle ich mir die Allianz für Weltoffenheit vor. Die Abgebildeten sitzen separat an einem Tisch und diskutieren über Weltoffenheit, die anderen sind es einfach. Könnte es sein, daß die Österreicher deshalb für die Deutschen den wunderschönen Namen DIE PIEFKE erfunden haben?

Martin Lang | Fr, 5. Mai 2017 - 18:56

Sehr geehrter Herr Kissler,
Sie haben eine bemerkenswerte Gabe, der scharfen Beobachtung und vor allem die Gabe einer pointierten Formulierungskraft.
Die von Ihnen beschriebenen Phänomene empfinde ich in derselben Weise. Durch Ihre treffsichere, nuancenreiche und kreative Sprache und Wortschöpfungen geben Sie diesem diffusen Unbehagen konkreten Ausdruck. Sie benennen die ganze Heuchelei, die Einfalt und die unerträgliche Selbstermächtigung mit messerscharfer Klarheit.
Respekt.

Detlef Kleinert | Fr, 5. Mai 2017 - 19:37

Nein, kein Kommentar. Sondern nur ein Dank an den Kollegen Kissler und an die Redaktion cicero. Ich lese beglückt, daß ich nicht allein bin mit meiner Kritik an den Wichtigtuern, die sich für den Nabel der Welt halten und die Moral, wie sie meinen, für sich gepachtet haben.

Ronald Solle | Fr, 5. Mai 2017 - 19:46

„Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.“
―George Orwell
oder auch anders ausgedrückt mit Rosa Luxemburg ausgedrückt „Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden“ darüber sollten mal unsere selbsternannten Moralapostel nachdenken. Es gibt scheinbar kaum noch die freie Meinung ,aber es gibt Herrn Kissler der ein bisschen Licht ins dunkel unserer Presse bringt. Bitte weiter so.
Mit freundlichen Grüßén

Cornelia Hartmann | Fr, 5. Mai 2017 - 20:26

Danke für diesen Beitrag.

Die heutigen Forderungen nach Weltoffenheit, Toleranz und Wir-Gesellschaft erinnern mich oft an Freuds strengen Übervater (dem Über-Ich) als letzte moralische Instanz!

Jede Form von Idealismus muss immer Fehlbarkeit miteinschließen, da wir Menschen ja auch fehlbar sind. Gott sei dank!

Mahatma Gandhi hat sein gesellschaftliches Idealbild nie gewaltsam durchgesetzt. Dies sollte lediglich als Einladung verstanden werden. Er hat sich über seine Mitmenschen nicht moralisch "erhoben".

Dimitri Gales | Fr, 5. Mai 2017 - 20:33

Mein Eindruck ist, dass sich diese phrasendreschende Leute anderen und wohl auch sich selbst beweisen wollen, wie "gutmenschlich", "weltoffen" (was ist damit eigentlich gemeint?) etc. sie sind. Jemand, der die genannten Prinzipien internalisiert hat und praktiziert, braucht solche Phrasen nicht, ausser sie im politischen Kontext tendenziös zu gebrauchen.

Michael Mackel | Fr, 5. Mai 2017 - 20:57

Grob missachtete Menschenwürde in Herkunftsländern unserer Flüchtlinge, niederträchtig verantwortungslos gezeugtes Leben ohne Zukunft --- erst in Deutschland nach der Flucht und mit Deutschen als Adressaten Würde anzumahnen, ist Realitätsleugnung und Feigheit. Danke, Herr Kissler, wir brauchen Stimmen wie Ihre.

Ines Schulte | Fr, 5. Mai 2017 - 21:01

Es freut mich, dass vom überstrapazierten Begriff der bundesweiten, zahlreichen politisch korrekten "breiten Bündnisse" gegen wen und was auch immer, in diesem Forum mit Recht Gebrauch gemacht werden kann. - Und zwar f ü r etwas. Nämlich das breite Bündnis der Zustimmung für diesen hervorragenden Artikel von Herrn Kissler.

Sebastian Roob | Fr, 5. Mai 2017 - 21:43

Für mich wird sehr schwammig auch oft der an sich sehr schwammige Begriff "Zivilgesellschaft" genutzt.

Der Autor stellt es aber richtig dar, wir wenden weniger Energie auf um unser Leben zu verbessern, sondern verschwenden sie auf ideologisierte und korrekte Sprache, die kein Mensch mehr versteht.

Barbara Mosler | Fr, 5. Mai 2017 - 22:02

"Mitmenschen sind jene, auf die man stolz sein darf. Menschen könnten stören. Sie sprengen Raster" - genial wie der ganze Artikel! Danke!!

Hans-Hasso Stamer | Fr, 5. Mai 2017 - 22:30

"Wir haben ein Recht darauf, dich zu erkennen, nur nickende Masken nützen uns nichts, wir woll'n dich beim richtigen Namen nennen, und deshalb zeig' uns dein wahres Gesicht."

Vielen Dank Herr Kissler, ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Der oben zitierte Liedtext, der an Unverfrorenheit nichts zu wünschen übrig läßt und absolut typisch ist, hat zusammen mit Prag 1968 und meiner Lektüre von Lenins Dekreten (die mich entsetzten) während des Ingenieurstudiums dazu geführt, dass mich die DDR-Ideologie nie erreicht hat.

Leider kehrt aber der moralische Alleinvertretungsanspruch zurück. Und er ist genauso ideologisch besitzergreifend wie damals - die Analogien sind frappierend.

Ruth Falk | Sa, 6. Mai 2017 - 00:21

für Zuraufmerkamkeitsbringung des Deutschsprachenschwulstgeschwurbels. (Hatte keine Zeit ein noch blödsinnigeres Langwort zu erfinden, die Populistenreklamemacher benutzten es denn!)

bernd schmidt | Sa, 6. Mai 2017 - 01:35

diese allianz wendet sich a priori gegen die afd, was denn sonst? es war klar, dass sich im freien feld rechts der cdu eine partei formieren konnte oder musste. es gibt platz in dieser grossen politlandschaft - für eine echte mittelstandspartei, für eine deutsche version einer anti-steuer "tea-party", von mir aus auch für eu-gegner. aber: die afd hat ihre hausaufgaben nicht gemacht und versäumt rechts von ihnen eine brandmauer einzurichten- sie provozierte mit der gezielten abtastung ultrarechter potentiale ... und hat überreizt. wundern wir also nicht über moralische allianzen.

Franz Platz | Sa, 6. Mai 2017 - 10:37

Wie sieht die Zukunft einer Gesellschaft aus, die das Besondere, Außergewöhnliche, Eigenständige, Nicht-Wirhafte , Nicht-Normierte nicht mehr ertragen will?
Sie wird gerade das nicht mehr haben, was die neue Allianz propagiert: Mut, Haltung, Persönlichkeit, Weltoffenheit, Demokratie, Mitmenschlichkeit.
Sie werden alle im großen "Wir" untergegangen sein.

Nur Hamanda | Sa, 6. Mai 2017 - 11:40

Natürlich braucht Demokratie vor allem kompetente Politiker, transparente Verfahren und die Rückholbarkeit jeder mehrheitlich getroffenen Entscheidung... Schöner Wunsch.
Aber, was ein Albtraum steht dagegen. Ich sag nur: Merkel, Hannelore Kraft, Laschet, Wowereit, die Claudia, Stegner, von der Leyen, .... und könnte die Aufzählung locker auf 1000 und mehr erweitern.
Diese Personen sind "unser Personal".
Aber selbst gewählt.
Es bleibt oft nur der Rückzug in Zynismus oder Dauerlächeln mit Kopfschütteln um nicht depressiv zu werden...

Reinhard John | Sa, 6. Mai 2017 - 12:50

Wenn man sich das Verhalten der Bundesregierung und der Landesregierung in Hannover im VW Abgasskandal vor Augen hält, ist es mit den gut beschriebenen Tugenden schon lange vorbei. Es regiert die Lüge, die Gleichmacherei und im konkreten Fall das Vergessen!

Tomas Poth | Sa, 6. Mai 2017 - 12:55

Wenn man auf die Liste der Unterstützer dieser Initiative schaut, dann findet man sehr bekannte Name die sich für die Ausgrenzung eines Teils unserer eigenen Bevölkerung stark machen. Ausgrenzung kennen wir noch aus dem Nationalsozialismus.

Chris Groll | Sa, 6. Mai 2017 - 13:55

Vollkommen richtig Herr Kissler, vielen Dank für diesen Artikel.

Meander Tzin | Sa, 6. Mai 2017 - 21:15

Subjektive Wahrnehmungen können zu Massenphänomenem werden. An vielen neuen Bündnissen lässt sich erkennen, dass immer mehr Menschen bestimmte, für sie handlungsrelevante Werte in Gefahr sehen und sich deshalb für diese stark machen. Dies verschärft die politische Debatte und macht sie interessant. So wertneutral formuliert stehen auf einmal 'die Patrioten' und 'die Weltoffenen' im Licht des gleichen gesellschaftlichen Trends. Mitgliedsmarken für Rechtgläubige gibt es in den unterschiedlichsten politischen Farben. (Ein exemplarisches Beispiel: "Schlechte Straßen sind weniger schlimm als schlechte Gedanken, öffentliche Sicherheit minder wichtig als die Sicherheit der Sprachspiele." Ein Schelm, wer darin das weit verbreitete Bild der aktuellen Gefährdung des allgemeinen Friedens zu erkennen glaubt.)
Wenn Tugenden wirklich in der Gruppe zerbersten, gäbe es keinen Grund für einen solchen politischen Diskurs über gemeinsame Werte und Normen. Und das wäre dann wirklich bedauernswert.

Ruth Müller | Sa, 6. Mai 2017 - 23:13

Es verteilen die, die selber alimentiert werden.
Darüber sollten die Steuerzahler mal nachdenken.

Es gibt nur ein Problem und das sind wir selber - die das tag-täglich ermöglichen in dem wir diesen Menschen die Vollmacht geben uns vorzuführen damit diese sich "heilig" fühlen können in Ihrem sozialen Milieu, - auf unsere Kosten.

Darf man das heute noch sagen?

DLF 2017: Nach Auskunft der Bundesregierung ist die Zahl der Wohnungslosen in Deutschland auf rund 335.000 gestiegen - ein Plus von 35 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010. Unter ihnen sind 29.000 Kinder.

Mein Grossvater sagte immer : Folge der Spur des Geldes. Jetzt lese ich : "Mit Sorge sehen die Betreiber von Flüchtlingsunterkünften, dass die Politik den Zeitraum des „Sachleistungsbezugs“ ausweiten will."
...
usw. und sofort - jeder kann das selber googeln ...

Ralph Barthel | So, 7. Mai 2017 - 04:53

mit den Scheinheiligen aller Art anlegen müssen...
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Da braucht man keinen Senf mehr dazugeben. Das war wieder Spitze Herr Kissler. Weiter so und vielen Dank.

Romuald Veselic | So, 7. Mai 2017 - 09:15

Kein Mensch, kein Problem.

Oder die Kommunisten: Wer nicht mit uns geht, ist gegen uns.

Könnte es auch deshalb dazu kommen, dass man das Wort "Eliten" zum Schimpfwort herabstufte, weil diese Eliten, sich ohne jeglichen Mandat selbst dazu erklärten, anderen mit ihren "Tugenden" vorbildlich und moralisch richtweisend zu sein?
Ohne von dem "Plebs" und den "Underdogs" dafür gebeten zu werden.
Das Wort Mitmensch ist zu agitatorisch-propagandistischer Hülse geworden und von den Misanthropen/Eliten für ihre Zwecke missbraucht.
Der Mitmensch, kann nur mitmarschieren und schwarz-weiß mitdenken.

Claudia Martin | So, 7. Mai 2017 - 10:04

solange sie mich nichts kosten. Mein Vorschlag: Allianz für Steuersenkung oder Allianz gegen Transferunion. Weltoffen kann man trotzdem sein. Das sollte eigentlich nichts kosten.

Jacqueline Gafner | So, 7. Mai 2017 - 13:10

das stellt Herr Kissler mit scharfen Blick für die Wirklichkeit einmal mehr unter Beweis. - Was gehen mir all diese pädagogisch inspirierten Zeitgenossen auf den Geist, die der Allgemeinheit in organisierter Form mittels öffentlicher Appelle meinen beibringen zu müssen, wo es lang gehen muss, soll die Menschheit in Anstand und Würde überleben. Das Ganze regelmässig verbunden mit dem impliziten Anspruch, die lebende Vorhut des besseren Menschen der Zukunft zu sein. Und wer sich nun Asche übers sündige Haupt zu streuen anschickt und in eine tiefe Depression abzugleiten droht, für den gibt es einen Ausweg aus der Not: schliess dich dem Aktionsbündnis an, dann stehst du auf der richtigen Seite der Geschichte und bist von allfälligen Selbstzweifeln bis auf weiteres erlöst.

Ruth Falk | So, 7. Mai 2017 - 14:52

Mitmenschlichkeitsdemokratiekongressvorstandsvorsitzenden stellvertreter, SO muss heute die Sprache verhunzt werden!
Und so ist den auch der Verhunzer Geisteshaltung. Goethe dreht sich wie ein Ventilator im Grab rum.

Petra Maria Schaefer | Mo, 8. Mai 2017 - 09:18

i s t antastbar, indem man Anderstdenkende diskriminiert, ja sie "vom Acker schickt".
Demokratie sieht anders aus!
Danke Herr Kissler und Cicero für diesen Kommentar.

ingrid Dietz | Do, 11. Mai 2017 - 19:04

Ein Leben ohne Cicero geht gar nicht !

mfg Ingrid Dietz

MAG. wALTRAUD KREUNZ | Mo, 15. Mai 2017 - 21:22

Die Werte, mit denen man sich in politischen Kreisen so gerne brüstet wie Humanität, Mitmenschlichkeit oder Weltoffenheit sind keine christlichen Werte, denn sie kommen weder in den 10 Geboten noch unter den christlichen Tugenden vor. Vielmehr ergeben sie zusammen eine Ideologie, die zu Hilfsbereitschaft und Toleranz für alles und alle verpflichten will.

Lutz Schnelle | Mi, 17. Mai 2017 - 17:10

Wäre die Würde des Menschen unantastbar, gäbe es kein GEZ-Gesetz. Gewissensfreiheit, Glaubensfreiheit, hier ist alles antastbar. Versuche mal jemand, aus Gewissensgründen den Tribut abzulehnen. Gründe gibt es vielzahlig, und daß die Würde des Menschen jeden Tag vom Fernsehen angetastet wird, zeigte doch gerade die Sendung Extra-3. Die Nachbetrachtung findet man im Spiegel von heute.
Das Gesetz überlagert das Grundgesetz, es hat selber Verfassungsrang. Aber, daß GG ist gar keine Verfassung. Deshalb kann das Gesetz "nur" eine Selbstermächtigung sein.
Wer unsicher ist wegen des GG, schaue auf die Seite des bpb.
Was auch mal angemerkt werden könnte, daß die Weimarer Verfassung von Hitler formal nie außer Kraft gesetzt worden ist. Und später auch nicht.
Grübelts?
Und der Beschluß des BVerfG, daß die BRD identisch ist mit dem Deutschen Reich, ist bekannt, aber verbannt. Muß ja, weil wir sonst keine Reparationen zahlen müßten. Die für den 1. WK sind 2010 ausgelaufen.

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