Meistgelesene Artikel 2016 - Redefreiheit nur für Gleichgesinnte

Gestern musste eine Veranstaltung der AfD-Hochschulgruppe Magdeburg nach Studentenprotesten abgebrochen werden. Im Oktober 2016 hatte der Asta einen Auftritt des Historikers Jörg Baberowski an der Universität Bremen bereits im Vorhinein verhindert. All das widerspricht dem Geist der Aufklärung

Der Historiker Jörg Baberowski
Jörg Baberowski: Bei Bremer Studenten nicht willkommen / picture alliance

Autoreninfo

Dr. Klaus-Rüdiger Mai, geboren 1963, Schriftsteller und Historiker, verfasste historische Sachbücher, Biographien und Essays, sowie historische Romane. Sein Spezialgebiet ist die europäische Geschichte. Foto: Herder

So erreichen Sie Klaus-Rüdiger Mai:

Wer am vergangenen Donnerstag zur Bremer Universität ging, um einen Vortrag des Historikers Jörg Baberowski zu hören, stand vor verschlossenen Türen. Sollte ihn aber noch die Nachricht erreicht haben, dass die Veranstaltung verlegt wurde, dann sah er vor den Räumlichkeiten der Konrad-Adenauer-Stiftung 22 Polizisten patrouillieren. Den Professor hatten Personenschützer des Staatschutzes zu seinem Vortrag begleitet. Eingeladen hatten ihn die Konrad-Adenauer-Stiftung und der „Ring Christlich-demokratischer Studenten“ (RCDS), um über sein im S. Fischer Verlag erschienenes Buch „Räume der Gewalt“ zu diskutieren, in dem er sehr präzise untersucht, wie und unter welchen Bedingungen Gewalt entsteht.

Freiheit der Universität in Frage gestellt

Was war geschehen? Im Vorfeld der Veranstaltung  hatte der Asta (Allgemeine Studierendenausschuss) die Universitätsleitung aufgefordert, die Zusage an die Konrad-Adenauer-Stiftung und den RCDS über die Bereitstellung von Räumlichkeiten zurückzunehmen. Bereits mit dieser Forderung verließ der Asta den Boden der Demokratie, deren Grundlagen Meinungsfreiheit und politischer Diskurs bilden. Dann veröffentlichte der Asta ein Flugblatt, in dem er den renommierten Historiker verleumdete, seine international anerkannten wissenschaftlichen Leistungen herabwürdigte und drohte, dass es am Asta liege „zu verhindern, dass rechtsextreme Ideolog*innen ihre Lehren an dieser Universität propagieren“. Was der Asta unter „friedlich“ versteht, hat er bereits in der Überschrift klar und deutlich definiert: „Rechtsradikalen das Podium nehmen!“ Damit stellte die Studentenvertretung die Freiheit der Bremer Universität zur Disposition.

Nur in den Zeiten der Diktatur wurden in Deutschland Autonomie und Freiheit der Lehre aufgehoben. Gerade um diese notwendige akademische Freiheit zu erhalten, achtete die Universität von jeher auf ihre Privilegien, deren bedeutendste die Selbstverwaltung ist. Ohne die Freiheit der Lehre und Forschung und die Selbstverwaltung der Universitäten hätte der wissenschaftliche, technische, wirtschaftliche und soziale Aufstieg des modernen Europas nicht stattgefunden.

Atemluft unserer Demokratie

Unsere Demokratie beruht auf der Freiheit, zu der die Meinungsfreiheit gehört. Ihre Atemluft besteht aus dem frei geäußerten Gedanken, der Vielzahl der Meinungen und Lösungsvorschläge, die im fairen argumentativen Wettbewerb sich beweisen und auch überzeugen müssen. Ihr Prinzip ist glasklar in dem Voltaire zugeschriebenen Diktum formuliert: „Ich bin zwar nicht Ihrer Meinung, aber ich werde alles tun, damit Sie Ihre Meinung frei äußern können.“ Oder in der Diktion Rosa Luxemburgs: „Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden. Nicht wegen des Fanatismus der Gerechtigkeit, sondern weil all das Belebende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die Freiheit zum Privilegium wird.“

Erinnerung an Selbstgleichschaltung der Wissenschaft

Schränken wir diesen Anspruch auch nur ein, befinden wir uns bereits in einer Diktatur. Der im schottischen  Aberdeen lehrende Historiker Thomas Weber schrieb zu dem beschämenden Vorgang an der Universität Bremen: „Ich dachte Universitäten bestanden dafür, dass Ideen miteinander in Wettstreit treten könnten. Dies kann doch nur dann passieren, wenn man sich auch einmal mit Ideen auseinandersetzt, die einem nicht behagen. Der Aufruf ist meines Erachtens daher dem gleichen Geiste entsprungen, der die Puritaner in der frühen Kolonialgeschichte Nordamerikas und der die Selbstgleichschaltung der deutschen Wissenschaft 1933 angetrieben hat. Wir können den Geist der Aufklärung zu Grabe tragen, wenn wir uns nicht inhaltlich mit Thesen, die uns nicht behagen, auseinandersetzen.“

Der Asta muss Baberowskis Vorstellungen nicht gutheißen, auch nicht übernehmen, aber er hätte sich natürlich an der Diskussion beteiligen und in ruhiger, logischer Argumentation widersprechen können, wobei allerdings die logische Stringenz und nicht die Lautstärke die Qualität des vorgebrachten Arguments bestimmen – so ist es seit Jahrhunderten Brauch an den Universitäten. Überdies stellt sich die Frage, welch geringe Meinung der Asta der Universität Bremen von den Studenten hat, wenn er eine Veranstaltung verbieten will, weil er den Kommilitonen nicht zutraut, sich vermöge ihres eigenen Verstandes mit dem Vortrag des Professors auseinanderzusetzen. Diese geistige Bevormundung steht zum Menschenbild einer auf den Werten der Aufklärung beruhenden Demokratie nicht nur konträr, sondern stellt auch die Bürger- und Menschenrechte in Frage. 

Arndt Reichstätter | Fr, 21. Oktober 2016 - 15:49

Universitäten werden für Denker und Forscher zunehmen unattraktiv werden.

Der freie Markt löst die Debatte zum Teil fast kostenlos per Informations-Reformation: das Internet.

Während die Gesellschaft sich freut (und das mit entsprechenden Absatzzahlen belohnt), wenn ein Philosoph wie Richard David Precht, endlich einmal mal wie ein normaler Mensch klingt, hat der Kanadier Stefan Molyneux die weltweit einflussreichste Philosophie-Sendung, deren Inhalte man kostenlos herunterladen kann und die geistig anregender sind, als alles was ich an Unis bisher erlebt habe.

Während sich die Ökonomen zu Tode mathematisieren und in keynesiansischer Manier die Zukunft planen wollen - und trotzdem Finanzkrisen nicht vorhersehen, wie 2008! - veröffentlich das MISES INSTITUT kostenlos alle Bücher, die für das ökonomische Grundverständnis notwendig sind.

Vergessen Sie die Unis.

Sollte das Internet (meinungs-)frei bleiben, wird der Markt die Probleme lösen.

ASTA ist von gestern.

Solange die Gestrigen finanziert werden, sind sie nicht vom Fenster.
Es gibt genug Seilschaften, die die Finanzierung absurder Lehrstühl*innen gesichert haben - und wer jetzt eine unbefristete Stelle hat, verlässt die Uni eh nur qua Pensionierung.
Ein Grundproblem unseres Bildungswesens, denn diese Leut*innen werden weiter agitieren und den Ruf ihrer Hochschule schädigen.

was bitte ist mit "absurder Lehrstühl*innen" gemeint, Herr Bergmann ?

eigentlich erübrigt sich ja meine Frage,
da Sie ja selbst schon den irren - und GRÜN gegenderten - Ausdruck Lehrstühl*innen als absurd bezeichnet haben !

Guten Tag Herr Bergmann,
Ich grüße Sie. Ihr Kommentar war ja recht amüsant, ebenso wie der betreffende Artikel, muss ich sagen. Aber mit "Leut*innen" treiben Sie es zu weit. Verstehen Sie mich nicht falsch, an sich ist eine solche Schreibweise im Kampf gegen Alltags- und latente wie unterbewusste Diskriminierung eine gute Sache. Aber Menschen wie Sie, die entweder den Sinn nicht verstehen und aus übermäßiger politischen Korrektheit überall und unüberlegt dieses Zeichen verwenden, mit dem Ziel, seine oftmals fragwürdigen Gedanken um einen Angriffspunkt zu erleichtern, verschandeln diesen eigentlich gut gemeinten Gedanken.
Oder aber, Sie nutzen das "Gender-Sternchen" absichtlich falsch, um seine eigentliche Bedeutung zu diskreditieren.
In beiden Fällen muss ich Sie doch sehr bitten, zum Wohle aller hier anwesenden, in den Weiten des Internets also nicht weniger als zu dem der gesamten Menschheit, das nächste Mal zumindest nachdenken, bevor Sie sich hier kreativ auslassen.
Danke.

Sorry, aber ich fand die Bezeichnung Leut*innen recht amüsant. Was bitteschön ist denn die eigentliche Bedeutung des "Gender-Sternchens", und was bringt Sie persönlich so auf der/die/das Palme (die übrigen 57-Facebook Geschlechter erspare ich mir mal).

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr, 21. Oktober 2016 - 16:00

Der Mann war laut Wiki als Schüler? beim KB.
Ein Bericht über ihn beim Standard hatte mir soweit gefallen.
Ein aufrüttelnder Artikel von Prof. Mai.
Mein Gott an der Uni war doch Hickel.
Muss man/frau anfangen, sich zu schämen?
Ich verlange eine öffentliche Erklärung des ASTA.
Es ist nicht zu fassen.
Ich hoffe aber sehr, dass Prof. Barberowski damit umgehen kann, wenn Studenten meutern.
Solange es sich um eine politische Auseinandersetzung handelt, sind Studenten sehr oft an vorderster Front.
Ich hoffe, sie stehen da auch, wenn Merkel einen Krieg mit Russland riskiert.
Ich frage nur mal so ins Blaue, lieber Jürgen Trittin, waren wir früher in Göttingen auch so schlimm.
Sag doch mal was und entschuldige vorsichtshalber bitte mein Duzen.
Mit mir will ein grüner Linker sicher auch nichts zutun haben...
Dann greife ich zum Text? der Zauberflöte:
"Die Wahrheit und wäre sie Verbrechen"
Einstweilen stehe ich an der Seite Barberowskis, bis Fakten genauer Auskunft geben.

Die Wahrheit der Pamina ist auch die der Königin der Nacht, wenngleich diese in der Zauberflöte von Pamina abgelöst wird.
Im Requiem huldigt m.E. Mozart wieder der Königin der Nacht.
Das erkannte wohl auch Nietzsche - Goethe auch - der ihr seinen Zarathustra widmete, denn ich liebe Dich o Ewigkeit.
Gott, die Königin der Nacht sind Menschen und auch genealogische Prinzipien. Wahrheit betrifft diesen genealogischen Prozess auch als Gesellschaftlichkeit.
Alles ist getauft am Born der Ewigkeit.
Wer Diskurs-willigen Menschen den Zutritt zu einer Diskussion verweigert, zeigt keinen Respekt.
Die Würde des Menschen wird angetastet.
Aber wie gesagt, ich glaube nicht, dass ich immer ganz frei davon war.
Für eine politische Kultur in Deutschland.
Muss ich linke Denker daran erinnern, mit welcher Begeisterung wir damals die französischen Philosophen lasen. Die waren nicht immer links.
Wer das Denken unterbinden will, sollte sich schämen, egal ob r/links oder l/rechts.

bei Wiki, was nicht stimmen muss, steht KBW.
Übrigens von Göttingen her gesehen, ganz gewiss nicht meine Linie damals.
Die Leute hatten vor allem m.E. theoretisch-verantwortlich "nichts drauf".
Aber Baberowski soll als Schüler dort orientiert gewesen sein.
Ich sage aber gerne meine Linie in Studententagen: Sozialistisches Büro, SB, vor allem wegen der Gewerkschaftsorientierung.
Über die Reflexion auf die zivile Gesellschaft(Gramsci) habe ich mich dann in den 80 er Jahren für die SPD entschieden, trotz Helmut Schmidts Nato-Doppelbeschluss.
Ich wählte aber immer schon SPD, weil ich erwarte, dass Sozialdemokraten keine Kriege forcieren.
Strucks "Deutschland wird am Hindukusch verteidigt", lehne ich ab. Ich werde gegen "Kriegstrommeln" seitens Merkel aufstehen.
Ich rufe die Friedensbewegung auf sehr genau auf Merkels Politik gegenüber Russland und Syrien zu achten.
Oder um im Jargon des web.de Artikels über Hillary Clinton zu bleiben, auf evtl. Merkels Schattenseite zu achten.

Christa Wallau | Fr, 21. Oktober 2016 - 16:29

An diesem Vorfall zeigt sich exemplarisch, wie
diktatorisch inzwischen eine meinungsbeherrschende Clique an deutschen Universitäten ebenso wie in den deutschen Medien darüber entscheiden darf, wer redet und wer nicht.
Es ist das Gegenteil von Freiheit des Denkens und das Gegenteil von Kultur, was hier in aller Schändlichkeit zu Tage tritt. Dabei handelt es sich um kleinkarierte, l i n k e, sich moralisch überlegen dünkende Meinungsdiktatoren.
Zum Haare-Ausraufen!
Warum - um Himmels Willen - erhebt sich kein vernehmbarer akademischer Widerstand gegen solche vor-aufklärerischen Zustände???

Die künftige sogenannte Elite (Universitätsabsolventen) ist leider nicht in der Lage sich bei den ASTA-Wahlen zu einer Wahllteilnahme aufzuraffen, um die regelmäßig linksdominierten ASTA-Zusammensetzungen zu ändern. Wahlbeteiligungen von 25% o.ä. sind die Folge. Man hat als geistiger Überflieger wichtigeres und besseres zu tun - Fußnägel schneiden, vielleicht.
Ein Sargnagel für die Demokratie.

Liebe Frau Wallau, ich glaube das ist einfach zu erklären. Soweit Sie Professoren meinen, darf man nicht vergessen, dass eine Professur i. d. R. ein öffentliches Amt ist, das entzogen werden kann. Akademiker, die noch promovieren oder habilitieren wollen, werden sich hüten, sich politischer Kritik auszusetzen. Sonst ist es aus mit der Karriere, bevor sie begonnen hat.

Möglicherweise war solches auch der Grund, warum Professor Lucke damals plötzlich zurückruderte, nachdem ihm zum zigsten Mal Rechtsradikalismus vorgeworfen wurde, und er sich veranlasst sah, mit ALFA eine von gesellschaftspolitischen Themen wie Flüchtlingspolitik weitestgehend bereinigte Partei zu gründen. Aus Euro-Kritik ist ein Vorwurf des Rechtsradikalismus ja schwerlich abzuleiten.

Unsere einzige Chance ist, per Wahlzettel unsere Gesellschaft vom Joch der Linken zu befreien. Allerdings bezweifele ich, dass dies so funktionieren wird, sondern befürchte, dass dies nicht ohne Gewalt abgehen wird.

ist sowas von nichtssagend, als ob die "Rechten" was Besseres wären. Schon lange ist eine vernünftige Dikussionskultur verloren gegangen, nicht nur in D, keiner hört mehr zu: wer am lautesten den Partner niederbrüllt hat gewonnen, so scheint es. Sogar persönliche Angriffe, auch unter der Gürtellinie, ganz zu Schweigen von der primitive Sprache, sind die Norm. Wenn auch die Unis mit in dieses Niveau abgesunken sind, dann "Gute Nacht" Land der Dichter und Denker.
Nur wer bereit ist, auch entgegengesetzte Meinungen zu hören, kann die Richtigkeit seiner eigenen Denkweise kontrollieren, eine Binsenweisheit.

Klaus Ramelow | Mo, 24. Oktober 2016 - 23:24

In reply to by Ruth Falk

hier ist es ziemlich optimistisch, Frau Falk, von
"Wenn auch die Unis mit in dieses Niveau abgesunken sind"

auf welchem Bereich kann denn nach der Bologna-Konferenz noch von studieren
- als eine Möglichkeit der freien Entfaltung der Persönlichkeit - gesprochen werden ?

ist die allgemeine Absenkung des Niveaus an den Universitäten nicht schon durch die so vorgegebene "Bologna-Verschulung" gegeben ?

Karin Zeitz | Fr, 13. Januar 2017 - 18:56

In reply to by Ruth Falk

sollten ein Hort der kultivierten Auseinandersetzung zwischen gängigen und neuen Auffassungen sowohl auf wissenschaftlicher als auch auf politischer Ebene sein. Es hat sich gezeigt, dass es an den Universitäten in Bremen und Magdeburg offenbar nicht möglich ist, eine vernüftige politische Diskussion zu führen, weil abweichende Meinungen nicht toleriert werden. Das wirft das ein verheerendes Licht auf die Freiheit von Meinungen, Forschung und Lehre an diesen Universitäten. Die Professorenkollegien beider Unis sollte sich ernsthaft damit beschäftigen, wie es zu solchen Entgleisungen kommen konnte und ihren eigenen Anteil nicht vergessen, den sie ggf. bei der Herausbildung der undemokratischen Haltung bei vielen ihrer Studenten beigesteuert haben.

Das Gewaltmonopol liegt beim Staat und wir haben die parlamentarische Demokratie, diesen zu bestimmen.
Würde Ihnen diese Möglichkeit genommen hätten Sie evtl. das Recht zum Widerstand.
Einstweilen kann man darüber nachdenken und darüber diskutieren, welche "parlamentarischen Nebenformen" benötigt werden, um z.B. Alleingänge von Kanzlern zu verhindern, so oder so.
Hartz wäre dann evtl. auch anders gekommen. Macht also in vielerlei Hinsicht Sinn.
Wenn die Machtverhältnisse nach Wahlen so sind, dass Merkel ihre Politik fortsetzen kann, wird man damit leben müssen oder wandert aus.
Was aber bislang passierte hat Merkel nur zu Beginn bestimmt, danach wurde sie Stück für Stück zurückgepfiffen.
Auch aus dem europäischen Ausland.
Die "Schönschreiberei" eines Ehepaars Münkler bietet immerhin Füllstoff der Leere um Merkel.
Andersherum wäre es mir lieber.
Ehepaar Münkler erarbeitete Migrationspläne, würde den Bundestag abstimmen lassen und Merkel würde Blockflöte spielen.
Verkehrte Welt

Sehr geehrte Frau Wallau, ohne abgehobene hochintellektuelle Ergüsse auf den Punkt gebracht. Besonders erschreckend finde ich, dass dieses Volk irgendwann einmal möglicherweise Führungspositionen übernimmt oder den einfacheren Weg in die Politik geht. Da ich nicht studiert habe, kann ich nicht verstehen, dass scheinbar das Brötchen und nicht der Bäcker das Heft in der Hand hält. Und wie wir alle wissen, ist dieses asoziale Verhalten nur ein Teilaspekt dieser sozialen Vergewaltigung unserer Gesellschaft durch Menschen, die in ihrem Leben noch nichts geschaffen haben, aber glauben, den Stein der Weisen zu besitzen und uns ihre abstruse Vorstellung von "wie es zu laufen hat" vorschreiben möchte. Für diese Art von Studierenden würde ich mir Gebühren nach US Amerikanischem Vorbild wünschen. Wie dem auch sei, Frau Wallau, Haare raufen hilft nicht :-)

Sehr geehrte Frau Wallau!
Die Erosion beginnt in der Schule. Hier beginnt die Indoktrination damit, dass kritisches Denken, abweichende Meinungen, Logik und Vernunft sanktioniert werden. Auch ist die Form und das genaue Befolgen von Anweisungen wichtiger als Inhalte. Schreihälse, Wichtigtuer und Egomanen kommen gut voran, alle anderen halten besser den Mund.

Marcus Hallmoser | Fr, 21. Oktober 2016 - 16:58

Die allmähliche Errichtung einer totalitären "Demokratie" begann mit der Agenda 2010 und ihrem Kernstück, dem Workfare-System Hartz-IV.

Damals wähnten bürgerliche Kreise sich nicht betroffen von den damit verbundenen massiven Grundrechtseinschränkungen oder -aufhebungen, der Aushebelung rechtsstaatlicher Grundsätze, wie sie jüngst ihren Ausdruck in den "Rechtsvereinfachungen des SGBII" fanden.

Die zunehmende Denunziation von Bürgern als "Islamfeinden" und vielen anderen Denunziationen mittels politischer Korrektheit wurde ebenso nicht als massiver Angriff auf die Grundrechte verstanden.

Hier wurde und wird offensichtlich die Moral des Juste Milieus von Grünen, Linken, SPD und Willkommensjublern über Recht und Gesetz gestellt. Wenn jemand wie Jörg Baberowski offenbare Zusammenhänge ausspricht und damit das Juste Millieu blossstellt, zeigt dieses sein wahres Gesicht, was man von den gewalttätigen maoistischen K-Gruppen der 1970-1980er kennt, die den Kern der Grünen bildeten.

Josef Garnweitner | Fr, 21. Oktober 2016 - 17:22

aber auch festhalten, daß die Politik der letzten paar Jahre eine gehörige Mitschuld, wenn nicht Totalschuld, an Entgleisungen wie der des ASTA in Bremen hat. Denn nur alles was links ist, wurde und wird nicht nur geduldet, sondern mit allen Mitteln gefördert. Und dazu gehörten auch finanzielle Mittel. Wofür es Beweise gibt.

Wenn sich konservative Kreise das erlaubt hätten, was sich linke Kreise wie die ANTIFA erlauben dürfen und dafür von der Politik noch beklatscht werden, dann wären längst Sondereinheiten der Polizei aufmarschiert.

In anderen Ländern wären Personen wie eine Frau Roth, und viele mehr, längst ihrer Postens enthoben worden. Ich erinnere nur an das Plakat "Deutschland verrecke." Diese Leute fürdern doch das Verhalten von ASTA & Co.

Wolfgang Tröbner | Mo, 24. Oktober 2016 - 11:10

In reply to by Josef Garnweitner

Da kann ich Ihnen nur zustimmen, Herr Garnweiler. Ich frage mich, ob dies von der Politik eventuell sogar gewollt ist. Bei einigen Parteien kann ich mir durchaus vorstellen, dass eine Diktatur angestrebt wird. Gab es in der ehemaligen DDR nicht mal die "Diktatur des Proletariats"? Offensichtlich eilen wir derzeit mit Riesenschritten in diese Richtung.

Josef Garnweitner | Mo, 24. Oktober 2016 - 16:20

In reply to by Wolfgang Tröbner

ich bin felsenfest davon überzeugt, daß das von Seiten der Politik gewollt ist. Denn wie sonst ist es zu erklären, daß linke Kreise, auch extrem linke Kreise öffentliche Gelder bekommen. Und wie sonst ist es zu erklären, daß massivste Auschreitungen der ANTIFA in den Medien praktisch totgeschwiegen werden. Während jeder noch so harmlose Bürger, der Angst vor Überfremdung äußert, als Nazi beschimpft und sogar bedroht wird.

Frau Merkel hat die SPD doch schon längst links überholt. Habt Ihr alle schon vergessen, aus welcher Schule die Dame kommt ? Glaubt wirklich jemand, die Frau hat sich zur Wende schlagartig geändert?

Wenn ja, dann glaubt ihr auch, daß der Zitronenfalter Zitronen faltet.

Ursula Schneider | Mo, 24. Oktober 2016 - 18:29

In reply to by Josef Garnweitner

nicht Frau Merkel, richtig, Herr Garnweitner. Das zeigt auch der Fall des designierten Justizministers Ott in Mecklenburg-Vorpommern, der mit ihrer Intervention zurückgezogen wurde, weil er auf Facebook AfD-Seiten mit "Gefällt mir" markiert hatte.

Merkels Begründung: Ott sei zwar ein exzellenter Mann, aber man solle die Koalition nicht gleich vor "äußerste Zerreißproben" stellen.

Meinungsfreiheit als "äußerste Zerreißprobe"? Gute Nacht, Deutschland!

Nicolas Wolf | Fr, 21. Oktober 2016 - 17:25

Vielleicht ist das ja in Bremen anders aber was ich so vom Asta weiß und höre, denke ich mal das der Artikel am Thema vorbeigeht. Asta ist ein linksextremistisches Sammelbecken und gehört aufgrund seiner Ansichten und Methoden von jeder staatlichen Zuwendung freigestellt. Wie gesagt, vielleicht sind das ja in Bremen normale Leute, die sich nur mal in Ton vergaloppierten, ich glaube aber eher nicht. Ohne die Kohle anderer Leute würde diese Bagage sicherlich einen klareren Blick auf die Dinge bekommen (okay am Anfang wirds bestimmt noch lauter, aber das gibt sich). Gewählt hat diese Kasper in der Regel auch keiner, also eine demokratische Legitimation sollte man denen auch gleich noch absprechen.

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr, 21. Oktober 2016 - 22:04

In reply to by Nicolas Wolf

Zu meinen Zeiten wurde ein ASTA gewählt. Die Gruppen stellten sich auch vor und die Bedeutung studentischer Interessenvertretung an Hochschulen stellt der Artikelschreiber meines Wissens nicht in Frage.
Ich wäre beruhigter, wenn die Debatte nicht in ein Rollback in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts mündete.
Gleichwohl finde ich den Artikl wichtig.
Die durchaus berechtigte Kritik an Tendenzen zur Selbstermächtigung in sogenannten rechten Kreisen, trifft dann eben auch linke Kreise, die glauben, sich nicht gesellschaftlich rechtfertigen zu müssen.
Wie gesagt, ich hätte ganz gerne gewußt, wie der ASTA dieses Verhalten begründet.
Und was sagt Prof. Baberowski dazu?

Uwe Schnelle | Fr, 21. Oktober 2016 - 17:30

Wer heutzutage kein linkes Weichei mit Radikalabonnement zur Meinungsführerschaft abgibt, gehört dem rechten Mob an. Die breite Mitte scheint gänzlich abgetaucht! Einige (Fernseh-)Journalisten, Professoren,Politiker +Studenten haben Redeverbot, wenn ihre Auffassungen den linken Meinungsdiktatoren nicht passen. Auf diesem Fundament hat die DDR 40 Jahre bestanden! Wie lange wollen sich eingefleischte Demokraten diese Intoleranz
noch gefallen lassen? Wo bleiben die Aufstände gegen diese seit Jahren keimende Diktatur?

Herr Schnelle, Sie haben ja Recht was die Meinungsfeiheit in der heutigen Gesellschaft angeht. In der DDR gab es in den Medien zwar auch keine Meinungsfreiheit. Im universitären Bereich sah es allerdings anders aus, da konnten kritische Geister durchaus abweichende Meinungen äußern. Nur ist das leider selten nach außen gedrungen.

Dennis Staudmann | Fr, 21. Oktober 2016 - 18:07

Wie sagte schon Ulbricht, als er aus Moskau kommend 1945 in der SBZ in Berlin eintraf, zu seinen KPD- Freunden: "Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.". An dieser Auffassung der politischen Linken hat sich anscheinend nicht so viel geändert, wenn man bei jedem Ruck nach links gleichzeitig eine Einschränkung der Freiheit spürt. Wenn heute ein Transparent auf einer Demonstration mit dem Schriftzug "Merkel muss weg" als rechtsradikal und nicht als legitimes Recht des Bürgers, seine Meinung zu äussern oder sich einen anderen Kanzler zu wünschen, erklärt wird, fragt man sich, wie lange es wohl noch dauern wird, bis wir unsere Wahlzettel wieder falten und einwerfen werden, weil jeder, der die Wahlkabine benutzt, notiert und als potentieller Staatsfeind betrachtet wird. Wer sich das nicht vorstellen kann, sollte sich, nachdem er diesen Artikel gelesen hat, fragen, ob er das vor fünf Jahren für möglich gehalten hätte.

Sven Neumann | Fr, 21. Oktober 2016 - 18:15

"Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden" hat Rosa Luxemburg gemeint als "Freiheit des Sozialismus ist immer die Freiheit des andersdenkenden Sozialisten". Sie stand den herrschenden Bolschewiki kritisch gegenüber und sah sich als Andersdenkende innerhalb der Sozialisten. Ihr Ziel war die proletarische Diktatur bzw. sozialistische Demokratie. Sie verstand unter Freiheit etwas ganz Anderes als wir heute unter der freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes. Die bürgerliche Demokratie und bürgerlichen Rechte hatte Rosa Luxemburg nicht im Sinn. Die politische Linke hat dann diese Worte immer wieder zitiert, um Gehör zu finden und Toleranz für ihre Positionen einzufordern. Das war und ist grotesk. Eine Gegnerin unserer Verhältnisse für Ansichten heranzuziehen, die sie garnicht hatte ! Als sei Rosa Luxemburg eine Demokratin gewesen, die unserer Zeit voraus gewesen wäre ! Schlicht falsch.

Jürgen Sauer | Fr, 21. Oktober 2016 - 18:43

Seit meiner Uni Zeit ab ca. 1986 wurden bereits Andersdenkende und nicht konforme Meinungen in den Asten diskriminiert.

Eine Debatte/Diskussion war dort nie möglich!
Niederschreien - selbst Verprügeln - ist gegenüber fremden Meinungen normal.

Meine persönlichen Erlebnisse 1986 - 1992, Uni Hannover.

Sven Bergmann | Fr, 21. Oktober 2016 - 18:52

Wie wir hier sehen, ist das kein Einzelfall, in Berlin ist es wohl noch schlimmer:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/attacken-gegen-professoren-mu…

Das einzige, was diese Spinner*innen erreichen, ist, dass der Nazivorwurf in D immer weniger ernst genommen wird.
Wer im Fünfminutentakt auf den Feuermelder drückt, erzielt irgendwann eine Abstumpfung.
Politische Desensibilisierung, ich empfehle der selbsternannten Moralwächter*x*innen die Lektüre der Sonntagsumfragen.

Offenbar brauchen wir die AfD dringend als Korrektiv. So unangenehm ich das auch in vielen Aspekten finde.

Ursula Schneider | Mo, 24. Oktober 2016 - 17:50

In reply to by Sven Bergmann

Von dem Politikwissenschaftler und Islamforscher Hamed Abdel-Samad war über Facebook zu hören: "Die Meinungsdiktatur in Deutschland schreitet fort! Die Uni Augsburg, die mich einst als Muster-Muslim mit Preisen geehrt hat, verweigert mir nun eine kritische Diskussion über den Koran ..." Na ja, er ist wenigstens in guter Gesellschaft, dieser Kreis scheint immer größer zu werden.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 24. Oktober 2016 - 21:47

In reply to by Sven Bergmann

schön, wenn sie sich auch um Debattenkultur verdient machen würde.
Dazu zählen meines Erachtens nicht nur ein gesitteter Tonfall, sondern auch die Inhalte.
Aber geschenkt.
Wichtig ist dass alle zu Wort kommen dürfen.
Wenn ich Herrn Münkler reden sehe oder jetzt lese, regt sich bei mir vehementer Widerspruch, aber Mobbing an Hochschulen lehne ich ab, so oder so.
Dafür erwarte ich Transparenz und Gewaltlosigkeit auf beiden Seiten.
Professoren haben auch so etwas wie "Machtstrategien".
Aber der Osten hatte immer zuwenig Diskussionskultur..
In Bremen ist evtl. noch die alte?
Jedenfalls keine Kriminalisierung von nun ja denkenden Jugendlichen.
Und wenn es noch so schwer fällt.
Ich würde schlicht zu Solidarität innerhalb der Lehrenden raten.
Trink mit Deinem angefeindeten Kollegen einen Kaffee in der Cafeteria und schütze ihn.
Gesellschaft ist halt auch oft Stress, weshalb man ja hofft, dass Politik etwas davon wegnimmt und es nicht noch verschärft.
Jetzt habe ichs: Mediatoren!

Sehr geehrte Frau Dorothee Sehrt-Irrek

"Der AfD geht es um die Darlegung ihrer Ansichten schön, wenn sie sich auch um Debattenkultur verdient machen würde. Dazu zählen meines Erachtens nicht nur ein gesitteter Tonfall, sondern auch die Inhalte."
Flotter Gedanke, flotte Antwort mit Ihren Worten leicht abgewandelt:
"Allen und jedem geht es um die Darlegung eigener Ansichten, schön wenn sich dann auch alle um die Debattenkultur verdient machen würden. Dazu zählen meines Erachtens nicht nur ein gesitteter Tonfall, sondern auch die Inhalte."

Habe ich ins schwarze getroffen?
Die AFD ist z.Z. noch ein politisches Embryo, wie alle mal. Das aber ein Embryo schon so viel Diskussionen auslößt ist erstaunlich. Irgendwie denke ich dabei immer an die letzten (Mon-)Tage der DDR oder an Kalkriese.

Sven Bergmann | Fr, 21. Oktober 2016 - 19:04

Der Mann hat nicht gekniffen, sich von linken Blockwarten nicht den Mund verbieten lassen.
Solcher Mut ist in der Uni-Landschaft selten geworden.

Siegfried Stein | Fr, 21. Oktober 2016 - 19:16

ASTA, sind das die genetisch prädisponierten Studienabbrecher?
Dann ist ja alles klar.

Jürgen Möller | Do, 19. Januar 2017 - 22:21

In reply to by Siegfried Stein

In der Regel 20 Semester in der Uni rumtreiben und dann in die linke/grüne Politikschiene wechseln - kennt man bei diversen BT-Abgeordneten/innen doch zur Genüge (gell Frau Nahles und Co)

Bernd Fischer | Fr, 21. Oktober 2016 - 19:20

Abweichler wurden damals schon...und werden heute schon wieder von weichgespülten Kommunisten"...Linken...Maoisten...Grünen...
Gutmenschen... mit dem „Bannstrahl“ belegt.

Mich wundert hier nichts mehr.

Johann Kappa | Fr, 21. Oktober 2016 - 20:06

Wenden wir doch dann einfach mal die autoritären Repressionsmittel, die die Asta-Leute an den Tag legen, an sie selber an. Exmatrikulieren. Ausschluss und Aberkennung jeglicher wissenschaftlicher Leistungen. Verbot, jemals wieder in die Wissenschaft zu gehen. Eintrag ins Strafregister. Kurzum gesellschaftlich ruinieren, dass sie bei McDonalds Burger wenden dürfen, zu mehr sind sie eh nicht reif genug.

Ingbert Jüdt | Fr, 21. Oktober 2016 - 20:48

... dann wird sie halt zur Senkgrube von derlei Gelichter. Oder müssen wir das als Teil der Bremer Exzellenzinitiative verstehen? Damit soll ja "der Wissenschaftsstandort Deutschland international sichtbar gemacht werden".

Insofern: tolle Leistung - international sichtbar ist Bremen jetzt im "Exzellenzcluster Dozentenverbrennung"!

Petra Wilhelmi | Fr, 21. Oktober 2016 - 21:18

Honeckers Worte: Der Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf" scheinen Wahrheit zu werden. Gehen die Studenten offenen Auges in ein schwarzes Loch des Nichtswissens, Nichtskönnens und Nichtdenkens? Wer kann solche Unis noch ernst nehmen? Wo soll an solchen Unis wissenschaftliche Arbeit erfolgen? Wissenschaftlich zu arbeiten bedeutet schließlich abarbeiten an These und Antithese, aber nie Unterdrückung von Meinungen. Wohin marschiert dieses Deutschland? Ich erlebe täglich ein déjà vu. Ich weiß wohin das führt - ins Nichts. Nicht für umsonst ist die DDR gescheitert. Auch die vielen Denkverbote taten das ihrige. Kein Land kann durch Denkverbote - egal wo - in führender Position bleiben. Deutschland wird stagnieren und untergehen. Uns wird Schaden zugefügt, von dem Deutschland sich kaum wieder erholen werden wird.

Leyendecker, Volker | Fr, 21. Oktober 2016 - 22:15

Es ist Traurig das ein Sozialistischer Studentenbund in einer Deutschen Universität die Vorlesungen bestimmt. Warum geht nicht durch die Presse ein Aufschrei für die Meinungsfreiheit in Deutschland? Der Rote Filz ist leider in allen Ebenen Etabliert und wie im Real existierenden Sozialismus ( DDR ) ist die Presse weder Unabhängig noch Neutral.

Jonathan Odeson | Fr, 21. Oktober 2016 - 22:43

Wenn der Faschismus wieder kommt wird er nicht sagen, ich bin der Faschismus. Er wird sagen, ich bin der Antifaschismus.

Ursula Schneider | Fr, 21. Oktober 2016 - 23:27

der linken Meinungsdiktatur.

Im Übrigen ist auch bei Linken - nach einem Bonmot Ulrich Schachts - der herrschaftsfreie Diskurs oft weniger beliebt als die diskursfreie Herrschaft.

Georg Egger | Sa, 22. Oktober 2016 - 00:09

Das ist die Aufgabe der Toleranz im Namen der Toleranz und der Freiheit. Junge Studenten müssen endlich wieder lernen anderen Sichtweisen argumentativ zu begegnen. Das ist ja gerade der Reiz an der politischen Debatte. Wie sonst kann Demokratie blühen? Die übertriebene politische Korrektheit der vergangenen Jahre hat jedoch eine regelrechte Zivilreligion mit inhaltlichen Dogmen geschaffen. Die jungen Studenten der Asta sind ihre gehorsamen Jünger und der erschreckende Beweis für eine viel zu angepasste Generation.

Martin Wessner | Sa, 22. Oktober 2016 - 00:25

Warum werden in allen Diktaturen der Welt oppositionelle Meinungen verboten? Es ist die Angst vor der eigenen Unterlegenheit. Wer das bessere Argment auf seiner Seite hat, der muss den politischen und weltanschaulichen Wettbewerb indes nicht fürchten.

Ein gutes Beispiel: Die SED wurde im Jahr 1989 bei den noch unfreien Kommunalwahlen in der DDR zu 98,85% gewählt. Nach den ersten freien Wahlen im Jahr 1990 war sie als PDS nur noch mit 16,4% in der Volkskammer vertreten. Die KPD, die im Grunde genommen die Ideologie der alten Staatspartei SED übernommen hatte(und dessen Neumitglied übrigens Erich Honecker war) erhielt nur noch 01%(8819 Stimmen) Tja, von 98,85% auf 16,4% bzw. 0,1% abgerutscht. Da weiß man dann schon, wozu Verbote gut sein können.

Andreas Thomsen | Sa, 22. Oktober 2016 - 01:56

Das eigentliche Problem ist die abgrundtiefe Feigheit der akademischen Verantwortungsträger, die, anstatt sich dem Mob entgegenzustellen, einfach kapitulieren - ob es nun um einen Vortrag von de Maiziere an der Humboldt-Uni, von M. van Crefeld in Trier, um die Position von Tim Hunt am University College of London (UCL), um analoge Vorfälle an US-Universitäten, oder auch nur um einen Vortrag von E. Steinbach an der Uni Potsdam handelt.

In jedem Fall kapituliert man vor einem wildgewordenen Mob (dem man immerhin jugendliche Unzurechnungsfähigkeit zugute halten könnte) , anstatt die innere Ordnung der Hochschule durchzusetzen, z.B. indem man durch die Polizei die Identität gewaltbereiter Störer feststellen läßt, sie aus dem Gebäude und Gelände entfernt, und ggfs. disziplinarische Maßnahmen bis hin zur Relegation vornimmt.

Dieser erbärmliche Mangel an Zivilcourage beim leitenden Personalist der Grund dafür, dass sich diese Verhaltensweisen ausbreiten können.

die Polizei hebt doch nichts mehr auf, wenn vorher mit "nicht-argumentativen" Methoden Menschen am Reden gehindert werden. Sondern der ASta hebt das auf, was Sie "Universität" nennen, indem er Meinungn unterdrücken will, die nicht ins Konzept passen.

Die Polizei stellt den Zustand wieder her, in dem Pluralismus herrscht und Argumente ausgtauscht weden statt des Rechts des Stärkeren.

Wenn ich mich richtig erinnere, passt das sehr gut zu Baberowskis Thesen (habe ihen, wenn er es ist, mal in einer ZDF-Diskussion gesehen, wo ihn Özdemir mit einem extrem entstellten Zitat angriff, auf unterstem Niveau), nämlich: der Staat hat das Gewaltmonopol, um damit Streit und Auseiandersetzungen zu befrieden, damit also nicht das Recht des Stärkeren gilt. Deshalb muss der Staat seine Verantwortung dann aber auch wahrnehmen und nicht zulassen, wenn Starke andere unterdrücken. Sonst wehren die sich irgendwann selbst.

Dorothee Sehrt-Irrek | So, 30. Oktober 2016 - 13:31

In reply to by Christoph Terchow

für diesen klugen Kommentar.
Der Cicero hebt meine Laune entschieden an, weil Diskussionskultur den Kopf frei macht.
Herr Terchow, ich will Ihnen gar nicht widersprechen, ziehe also meine Argumentation in dieser Ausschliesslichkeit zurück.
Die Ausschliesslichkeit ergibt sich als Schein aber auch durch nachvollziebar beschränkte Zeichenmenge.
Für mich "ist" Polizei als Staats-GEWALT ein nicht mehr dem Friedenszustand angemessener Faktor, weshalb ich folgerichtig ein Anhänger auch einer sogenannten passiven Staatsgewalt bin, die ich hier aber im Forum weniger vertreten sehe.
Diskussionen zu veranstalten mit durch Polizei gesicherter Freiheit würde ich nur im Notfall als richtig empfinden.
Polizei wirkt auch provozierend.
Ich würde mich also zunächst um ein Uniinternes Gespräch zwischen ASTA und Prof. Baberowski bemühen incl. eines Schlichters, Mediatoren.
Es wäre schade, wenn Baberowski die Uni Bremen nicht mehr betreten würde.
Mein Anliegen ist immer die Gesundheit aller.

Christoph Terchow | Di, 1. November 2016 - 00:02

In reply to by Dorothee Sehrt-Irrek

mit einer solchen Lösung könnte ich auch leben, noch besser wäre gewesen, einfach einen Vertreter des Asta mit auf die Bühne zu bitten, damit er Kritik äußern kann.
Was natürlich nur bei einem zivilisierten Publikum möglich ist.

Georg Dallmann | Fr, 13. Januar 2017 - 11:14

In reply to by Dorothee Sehrt-Irrek

Sehr geehrte Frau Sehrt-Irrek,

wenn sie jede Diskussion erst von einem Schlichter und Mediator "diskutieren lassen" wollen, reden Sie der Zensur und Meinungsunterdrückung geradezu das Wort. In einer freien Gesellschaft muß JEDER JEDERZEIT an JEDEM ORT das sagen dürfen, was er sagen will, soweit es nicht offensichtlich gegen Gesetze verstößt. DAS ist MeinungsFREIHEIT.
Die Studenten, die Vorträge von Personen, deren Meinung ihnen nicht passt und deren Meinung nicht in ihr ideologisiert-verklärtes Weltbild passt, agieren dagegen unmittelbar gegen das GRUNDRECHT der MeinungsFREIHEIT und damit gegen elementare Grundwerte dieses Landes. Eine Minderheit versucht die die Meinungs- und Deutungshoheit in einer Debatte zu erringen, die ihr NICHT zusteht. Das ist FATAL und sollte Konsequenzen nach sich ziehen, für die Meinungsäußerungsverhinderer. Diese stellen sich bewusst und inakzeptabel außerhalb unserer Werteordnung.

Willi Mathes | Sa, 22. Oktober 2016 - 02:26

Der Ungeist der Rechthaberei ist in diesem Land zum
Gesinnungsterror verkommen !

Herr Mai spricht dies , dankenswerter Weise explizit an.

Danke und freundliche Grüsse

Larissa Tscherkow | Sa, 22. Oktober 2016 - 04:37

Und für viele Linke ist schon Merkels CDU beinahe rechtsextremistisch. Auch nur einen Millimeter rechts von Merkel hört für die deshalb berechtigte Meinungsfreiheit auf.

Und das ist die Ansicht von vielen Menschen mit viel Einfluss in Deutschland. Und deshalb ist Herr Baberowski auch kein Einzelfall!

Was Rechtskonservative in Polen nur halbherzig
und deshalb erfolglos anstreben, die Abschaffung echter Medienvielfalt, ist bei uns längst Alltag.

Und was da niemand anstrebt, die berufliche Diskriminierung von Andersdenkenden in vielen Berufen, ist bei uns auch Alltag!

Nur unwichtige Menschen können bei uns noch unbekümmert sagen, was sie denken. Jeder mit einer wichtigeren Stellung, kann das nicht mehr. Nicht ohne berufliche Nachteile zu riskieren.

Egal ob Schauspieler, Manager, Fussballspieler oder Beamte!

Das Rechtsstaatlichkeits-Verfahren der EU gegen Polen mag begründet sein, dass es kein Verfahren gegen Deutschland gibt, ist dann aber unfassbar!

deshalb schreibe ich ja.
Überspitzt gesagt, "Wo ich schreibe, da lass dich ruhig nieder, Gewalt kennt keine GesprächsforenPunkt"
Ich halte diese Debattenkultur für eine der wichtigsten Erneuerungen der parlamentarischen Demokratie in der Moderne überhaupt.
Für einen Quell aus dem sie schöpfen kann.
Wir werden hoffentlich verhindern, dass die politische Kultur in Deutschland sich selbst lahmlegt oder abgleitet, weil unsere Gespräche Räume enstehen lassen, Gedanken in die Gesellschaft und die Parteien tragen und hier im Forum selbst Reflexionen anregen in einer komplexen Gesellschaft, die die gemütliche Runde beim Bier in der Kneipe nebenan nicht mehr wirklich als Prinzip leben kann.
Die AfD sehe ich nicht nur positiv, aber mit Frau Wallau kann ich reden.
Wenn es uns nicht möglich ist einen solchen Friedenszustand zu bestärken, werden wir aber Zeugnis darüber ablegen für Spätere, warum dies wohl nicht möglich war.
Mein Schreiben ist also der Verantwortung geschuldet, die ich sehe.

Barbara Kröger | Sa, 22. Oktober 2016 - 05:06

Der Bremer Asta Hand in Hand mit den öffentlich-rechtlichen Medien. Das nenne ich nun mal wirklich mutig und so revolutionär! Nur peinlich.

Bernhard K. Kopp | Sa, 22. Oktober 2016 - 08:51

Die Uni-Bremen liefert ein deutliches Beispiel dafür, was mit dieser polemischen Charakterisierung gemeint ist. Student*innen und Professor*innen ziehen am gleichen Strang in die Tyrannei.

Siegfried Stein | Sa, 22. Oktober 2016 - 08:54

Eine umgehende Zwangsexmatrikulation dieser ASTAs und seiner Nährlösung. Selbstverständlich auch Immatrikulationsverbot an allen deutschen Universitäten.
Schicken wir sie zurück in ihre Höhlen.

Jürgen Gabriel | Sa, 22. Oktober 2016 - 10:37

Einen wirklich guten, auf den Punkt argumentierenden Artikel wie diesen, sollte man loben. Ja, die Studentenräte haben den Boden der Demokratie an vielen Unis bereits verlassen. Der betroffene Historiker kennt dies bereits von seiner "Hausuni", an der er per "Steckbrief" von Studierenden regelrecht vogelfrei erklärt wurde und im Netz eine Schmähkampagne losgetreten worden war.
Das so viele Mitglieder dieser Zunft den Mund halten, statt kollektiv vor diesem massiven und freiwilligen Schritt in Richtung Gesinnungsdiktatur warnen ist ein Trauerspiel.
Historiker: wenn ihr eurer wissenschaftlichen Aufgabe gerecht werden wollt, wäre es nun an der Zeit gemeinsam für die Freiheit der Wissenschaft, der Rede und der Gedanken aufzustehen und die Gesellschaft aufzurütteln.

Detlev Bargatzky | Sa, 22. Oktober 2016 - 11:07

Aus meiner beruflichen Praxis in einem größeren Unternehmen weiss ich, dass vielen Mitarbeitern einfach nicht bekannt ist, wie Betriebsratswahlen und Wahlen für den Aufsichtsrat ablaufen.
Es gibt MA, die sich zwar viele Jahre ärgern über BR-Vorsitzende, die "mit den Chefs unter einer Decke stecken", aber sie wissen nicht, wieso "immer die gleichen" zur Wahl stehen und wie man dieses Bewerber-"Monopol" beendet.
Sie wissen nichts darüber wie aus einer Personenwahl mit Hilfe einer weiteren Liste plötzlich in eine Listenwahl mit neuen Gesichtern wird.
Wer schon mal die langen Gesichter der alten BR-Mitglieder gesehen hat, wenn plötzlich über die Hälfte dieser Leute im BR durch neue abgelöst werden, weiss wovon ich spreche.
Was also müssen Studenten wissen, wenn sie mit dem Handeln der aktuellen AStA-Mitglieder nicht einverstanden sind und etwas in der Zusammensetzung dieses Gremiums ändern wollen?

zu verteten in Bezug auf die Universität und Forschung, eigedenk der Verantwortung, die die Wissenschaft für die Gesellschaft hat.
Sie müssen sich dafür organisieren und aufstellen lassen.
Das ist viel Arbeit, die sich manch Konservativer nicht antut, um reibungslos die Ausbildung zu beenden.
Ich werfe denen nichts vor, aber dann gegen diejenigen zu wettern, die sich dieser Arbeit aussetzen, finde ich nicht in Ordnung.
Der Protest gegen Baberowskis Ansichten geht doch wohl okay, nur nicht wie der ASTA vorgegangen ist.
Wenn "Ihr" erst spät im Leben beginnt zu protestieren, könnt "Ihr" es nicht zur allgemeinen Regel machen.
Die Studis sagen, Nein, das lernen wir nicht.
Das darf auch in der Schule passieren.
Jeder Lehrer, der um die Bildung und den freien Geist seiner Schüler und Studenten ringt, setzt sich zu Ihnen oder achtet sie mindestens.
Habermas ist trotzdem in die Jahre gekommen.
Politische Auseinandersetzung ob im Betrieb, an der Uni oder Strasse ist auch Stress.

Andre Vogel | Sa, 22. Oktober 2016 - 12:15

Man fühlt sich unweigerlich an die DDR erinnert. Nach dem Motto "regimkritischen Stimmen darf keine Plattform geboten werden".
Was an der Bremer Uni gelaufen ist,ist ein Armuts- und Unfähigkeitszeugnis insbesondere für die Unileitung. Der Rektor sollte zurücktreten. Das Zurückweichen vor demokratiefeindlichen linksextremen Studenten ist für eine Unileitung beschämend. Der lange Schatten der 68 er verdunkelt Deutschland immer mehr.

Alex Kraemer | Sa, 22. Oktober 2016 - 12:22

Meinungsfreiheit und offene Diskussion ist hierzulande de facto nicht mehr möglich, ohne Repressalien ausgesetzt zu werden. Und das ist mehr als erschreckend. So muss es auch in der DDR gewesen sein.

Wer erinnert sich noch an die Ausladung von Henryk M. Broder auf Betreiben von Fräulein Claudia Roth aus einer Talkshow im März 2016 des Bayer. Rundfunks mit dem Thema "Flüchtlingskrise: Schafft Merkel noch die Wende?" (was ich persönlich übrigens als ausgemachtes Armutszeugnis des BR betrachte).

Herr Broder äußerte damals, nicht mit ihm an einem Tisch sitzen zu wollen, sei Roths gutes Recht. Warum aber dann nicht Roth, sondern ER ausgeladen wird, diese Frage stellte sich seinerzeit nicht nur Henryk M. Broder, und sagt doch alles aus über Meinungsfreiheit und Demokratie im Jahre 2016 in Deutschland.

Alexander Steinmann | Sa, 22. Oktober 2016 - 14:32

Mehr 70 Jahre nach Ende des Nationalsozialismus ist "Antifaschismus" und der "Kampf gegen Rechts" geradezu en Vogue. Allerdings ist angesichts der intoleranten, ideologischen und aggressiven Haltung der heutigen Protagonisten die Vermutung angebracht, dass diese vor 1945 im Gleichschritt marschiert wären. Von Geistes- und Gedankenfreiheit hat man sich weit entfernt.

Georg Dallmann | Sa, 22. Oktober 2016 - 15:56

Das zeigt sich überall wo man hin sieht. So werden z.B. von Spiegel Online zu "sensitiven" Themen keine Kommentare mehr zugelassen (die könnten ja von der SPON-Weltsicht abweichen) und wo Kommentierungen - scheinbar - zugelassen sind, werden sie nicht veröffentlicht, wenn sie von der Meinung/Weltsicht des jeweiligen Schreiberlings abweichen oder diesem gar widersprechen. So wird das auch gehandhabt bei ZEIT, der TAZ, etc.
Also all denjenigen, die sich sonst bei jeder Gelegenheit als DIE DEMOKRATEN und Kämpfer für Meinungs-und Pressefreiheit präsentieren.
Und in ihren eigenen Artikeln wird jeder, der eine andere Meinung vertritt, als sie selbst, als Rechtspopulist oder Rechtsextremer beschimpft.
Soviel zum "Demokratieverständnis" dieser durch und durch verlogenen und bigotten LINKSPOPULISTEN, die (was die Verlage betrifft) alles tun, um ihren Ruf als LÜGENPRESSE zu verfestigen. Armes Deutschland kann man da nur sagen, was ist mir dir passiert?!

Kann man noch um die Produkte der Funke-Gruppe wie WAZ usw ergänzen, bei denen bestimmte Linksausleger einen Bonus geniessen, während sachliche, aber von der Meinung der "unabhängigen und überparteilichen" (so die Eigenwerbung der WAZ) Moderation abweichende Meinungen idR bis auf einige kleine Alibi-Beiträge gesperrt werden.

Romuald Veselic | Sa, 22. Oktober 2016 - 16:09

wenn wir uns nicht inhaltlich mit Thesen, die uns nicht behagen, auseinandersetzen.“
Dies geschah bereits. Mit dem Wissen der Frau Merkel u. ihrer Regierung.

Wer das Aberglaube, wie den Islam kritisiert, wird zum Swastika Anbeter gebrandmarkt. Wobei die linken Materialisten u. Gottlosen die die Antiaberglaube Avantgarde die erste Frontreihe für sich reklamierten. Schon seit den Zeiten, als die für sich, die Rote Fahne der wahren Revolutionären beanspruchen.

Nun zum Thema: Asta/ASTA erinnert mich an die Rote Khmer Agitatoren/Büttel, die die Kambodscha Bevölkerung auf das Neue u. Alte Volk aufteilten. In dem das Neue Volk (in diesem Fall Asta/ASTA selbstbestimmend) im Besitz der Wahrheit stand und ohne jegliches Mandat, über "Andere" urteilte. In 99% dieser Urteile, wurde die Hinrichtung ausgesprochen. Dass man sie davor bestialisch gefoltert hat (wie es heute im Iran/Saudi Arabien praktiziert wird), vertiefe ich nicht weiter.

Robert Müller | Sa, 22. Oktober 2016 - 16:52

Ich habe mir einige von ihm in der FAZ publizierte Texte aus dem letzten Jahr angesehen. Das trifft hundert Prozent meine Meinung und ich verstehe warum der linke ASTA dagegen rebelliert.

Petra Schaefer | Sa, 22. Oktober 2016 - 17:16

Vollkommen richtig. W E R studiert in diesem Land?
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
DANKE Cicero für die Meinungsfreiheit.

Yvonne Walden | Sa, 22. Oktober 2016 - 17:40

Leider arbeitete Klaus-Rüdiger Mai nicht dezidiert heraus, was dem AStA an Professor Jürg Baberowski mißfällt.
Deshalb können Außenstehende den Vorgang rund um die RCDS-Veranstaltung in Bremen kaum nachvollziehen und bewerten.
Grundsätzlich gilt das Recht auf freie Meinungsäußerung für jeden und alle. Dieses Grundrecht wird lediglich begrenzt durch das Verbot von Äußerungen, die gegen das Grundgesetz oder sonstige Gesetze verstoßen.
Klaus-Rüdiger Mai hat nicht dargelegt, ob Professor Baberowski gegen diese Normen verstoßen hat oder die Befürchtung bestand, Baberowski könnte mit seinen Äußerungen gegen unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung verstoßen.
Wenn dies alles im Vorfeld nicht zu befürchten war, hätte Professor Baberowski an seinem Vortrag keinesfalls gehindert werden dürfen.
Dies sollte die Universitätsleitung dem AStA mißbilligend ins Stammbuch schreiben.

Günter Tretrop | Sa, 22. Oktober 2016 - 18:15

In Deutschland gibt schon seit Jahren keine freien Debatten mehr, es gibt nur noch Debatten unter linken Gleichgesinnten. Das gefährliche daran ist, das es kaum jemand bemerkt oder bemerken will. Das Land geht einer linken Meinungsdiktatur entgegen. Jeder, der nicht die Meinung des Mainstreams vertritt, wird einfach platt gemacht. Gott sei Dank lebe ich in einem Land in dem es möglich ist,seine eigene Meinung zu äußern, egal in welche Richtung sie geht!

Volker Toebber | Sa, 22. Oktober 2016 - 19:13

Hier in Deutschland soll es Meinungsfreiheit geben ? Nach dem Prinzip von Voltaire ? Dann ist bewiesen, das Deutschland schon lange keine Demokratie mehr ist. Diejenigen, die trotzdem dieser Ansicht sind, müssen blind und taub sein. Natürlich, in seinem für fremde Ohren abgeschirmten Kämmerchen oder anonym im Internet kann jeder frei seine Meinung äußern. Was ist aber in der Praxis, wenn Meinungen vertreten werden, die nicht mit denen der herrschenden Parteien übereinstimmen ? An der AfD & Pegida konnte man es sehen. Entweder versuchte man es mit der Antisemitismus-Keule, oder mit der Rechten Keule. Noch nicht mal über die Geschichte von Deutschland vor 1945 sind abweichende Meinungen erlaubt (noch nicht mal für unabhängige Historiker !) und stehen sogar unter Strafandrohung. Selbst wenn man nur Fragen stellt, kann man ins Gefängnis kommen. Das gilt selbst für fast 90-jährige Frauen ! Das es hier eine Meinungsfreiheit geben soll, zeugt doch nur von Realitätsferne !

Hubert Knapp | So, 23. Oktober 2016 - 03:20

Der Asta hat es sicher gut gemeint. Leider ist angesichts der üblichen Wahlbeteligungen meist nicht allzuviel von den Leuten zu erwarten. Traditionell speist er sich aus einem kleinen Kreis von verbohrten linken IdeologEn, die keine wirkliche Legitimation als studentische Vertretung besitzen. Vielleicht muß das leidige Thema doch bald mal auf die Agenda.

Patrick Feldmann | So, 23. Oktober 2016 - 09:21

Man darf sich keinen Illusionen hingeben, Demokratie funktioniert nicht aus dem Bauch, sondern ist das Ergebnis intellektueller Auseinandersetzung.
Wer den freien Diskurs verhindern will, der ist mithin ein Feind der Demokratie. Dies gilt nicht nur für jene alternativlos-Kanzlerin, sondern vllt. noch mehr für mainstream-Bürger. Es verwundert nicht, daß eine Linke, die keine Antworten auf die Fragen der Zeit hat und auch nicht das Werkzeug, sich diese zu erarbeiten,- qua manistream den Diskurs einschränken will(Bsp. Gender, Polit.correctness, Refug.welcome-Lügen, hate-thinking-Inquisition...etcpp.). Nur hat die Linke den intellektuellen Kampf damit aufgegeben und jede Legitimation der Begriffshoheit verloren. Das hier vorliegende Beispiel ist nur eines unter Vielen.
Daß das Verbot des freien Diskurses damit die Aufgabe jeder Legitimation bedeutet und damit nur noch Gewalt als Mittel politischer Behauptungsversuche bleibt, macht die Straßentruppe antifa-grünejugend mehr als deutlich.

Mo Lindt | So, 23. Oktober 2016 - 10:52

Interessant scheint mir, dass den ASTA niemand in die Schranken weist, oder doch?

Warum setzten sich der Hochschulpräsident und die Professoren nicht mit diesen Studenten auseinander? Da muss man reden! Die Studenten verleugnen mit Ihrem Verhalten den Geist der Hochschule, ja der Demokratie selbst.

Und wenn so ein Gespräch nicht geht wäre auch an weitergehende Maßnahmen zu denken. Diesen Un-Geist kann keine Hochschule dulden!

Mir scheint, dass heute niemand mehr Grenzen setzen will? Denn dann müsste man auch Verantwortung übernehmen.

Setzt ein Beispiel und weist den ASTA in die Schranken!!

Stefan Zotnik | So, 23. Oktober 2016 - 19:05

was an deutschen Unis läuft.

Ich studiere nun im letzten Jahr und bin seit fast 5 Jahren in dieser Parallelwelt Uni unterwegs.
In meinem Fall ist es die FU Berlin, genauer das OSI.

Was im Artikel beschrieben wird, erlebe ich im Uni-Alltag in abgeschwächter Form sehr häufig.
Meine Uni hat eine recht perfide Masche entwickelt, "Konformitäten" der "Mitarbeitenden" auszuprägen.
Näher kann ich hier nicht darauf eingehen.

Auch in Richtung der Studenten geschieht in Bezug auf einen inken Meinungsmainstream und auch die Gender-Ideologie in vielen Seminaren eine regelrechte Gehirnwäsche.

Da ist die Uni eigentlich ein Ort, an dem Debattenkultur gepflegt und kontroverser Diskurs geführt werden soll, um im Ergebnis zu neuen Einsichten und in der persönlichen Entwicklung weiter zu kommen.
Was ich erlebe, ist das Gegenteil.

Was nicht konform (a.k.a. sehr links) ist, wird bestenfalls ausgelacht, in der Regel aber seehr skeptisch beäugt und mitunter sogar offen angefeindet.

Thomas Radl | So, 23. Oktober 2016 - 20:49

Warum sollte es dem Herrn Professor denn besser gehen als dem "Otto Normalbürger", der sich mittlerweile lt. Bertelsmann-Studie nicht mehr traut, seine politische Meinung offen zu sagen, weil sofort die Nazikeule niederschwingt, man als "Pack" beschimpft wird, die "falsche" Gesinnung womöglich berufliche Konsequenzen haben kann.
Die Kanzlerin erkennt "postfaktische Zeiten". Auf die "falschen Gefühle" wird nicht mit Argumenten, sondern mit einem "sicheren Gefühl" geantwortet. Deutschland verändert sich! Die grüne Frau Göring-Eckardt (die nächste Spizenkandidatin von Begräbnis 90/GRÜNE) ist überzeugt, dass diese Veränderung Deutschland besser machen wird. Kann man so sehen - muss man aber nicht! Deutschland verändert sich gerade rapide und man kann zusehen, wie der Karren vor die Wand fährt. Wäre spannend zuzusehen, säße man nicht drin! Und warum sollte sich das beste Deutschland, das wir in den letzten Jahrhunderten hatten, verändern? Und dann auch noch so, wie wir es gerade erleben?

wieviel Semester hat die angesprochene Dame gebraucht, um keinen Abschluß zu erreichen? Man liest da ja abenteuerliche Zahlen. Und sowas ist Spitzenkanditin der Grünen.

Wenn diese Zahlen stimmen, sagt das eigentlich alles.

Na dann Prost Mahlzeit Deutschland.

Zum ASTA. Mein Bruder sagte schon vor zig Jahren, wer sein Studium wirklich ernst nimmt, hat für den Schwachsinn dieser Schmarotzer gar keine Zeit.

Das sagt eigentlich auch alles.

Unverständlich ist ja nur, daß sich die Gemeinschaft das gefallen läßt und dafür auch noch bezahlt.

Dorothee Sehrt-Irrek | So, 30. Oktober 2016 - 14:21

In reply to by Thomas Radl

Sie hat ein freies, offenes Deutschland erst spät kennengelernt und sollte diesen Lernprozess ihrer Landsleute wenigstens respektieren.
Sie hat nur deshalb diese Möglichkeit, weil Menschen lange vor 1989 ihr Leben in der DDR riskierten und nun endlich selbstbestimmt leben wollen.
Seit aber nun 25 Jahren hatte sie Zeit, die Entwicklung im Westen Deutschlands mitzuverfolgen und VOR ALLEM der arabischen Welt.
Deren Motto m.E. nicht lautet, Freiheit in der Religion und für Andersdenkende.
Die Entwicklung in der arab. Welt vor Augen, die Zunahme dieses Einflusses in Europa zu beklatschen ohne auch nur im Mindesten soviel Wirtschafts/Gesellschaftsverständnis zu zeigen, dass sie es als notwendig darlegen könnte, finde ich für eine Studierte, wenn auch nicht Akademikerin zu wenig.
Dass es kein Problem werden kann, ist sie m.E. zu sagen nicht wirklich qualifiziert.
Dazu hätte sie evtl. im Westen groß werden müssen oder in der DDR-Opposition.
Gleiches vermute ich bei Frau Merkel.

Mahdi Sameh | So, 23. Oktober 2016 - 21:04

Aus meiner Sicht stellt diese Vorgehensweise unter den sogenannten "Asten" keinerlei Neuigkeit dar und erfreute sich bereits in der 2. Hälte der 80er Jahre weiter Verbreitung. Alle Versuche diesen Herrschaften das faschistoide an ihren "antifaschistischen" Aktivitäten zu vermitteln laufen seit je her ins Leere. In diesem Zusammenhang darf man wohl auf den Artikel "Keinen blassen Schimmer, aber eine Meinung" von Herrn Grau hinweisen.

Albert Schaller | Mo, 24. Oktober 2016 - 15:27

Rot-grüner Stalinismus! Mehr lässt sich dazu kaum sagen; außer: Wann erheben wir, wann erheben sich die Studenten endlich gegen diese Meinungs-Diktatur einer kleinen, undemokratischen aber lautschreierischen Minderheit rot-grüner Jakobiner!? Wenn es so weiter geht, dann werden sie uns auf's Schafott schleifen, während Maas noch Jagd macht auf Pegiden, 'Nazis', 'Rassisten' und 'Rechtspopulisten'. Interessant überdies, was 'Political Correctnis' und Genderwahn schon so alles möglich gemacht haben: Der 'Allgemeine Studentenausschuss' Asta ist klammheimlich zum 'Allgemeinen Studierendenausschuss' mutiert - oh CICERO, warum beugst du dich nur den Sprachschöpfungen dieser Irren!?

Herbert schiffner | Mo, 24. Oktober 2016 - 18:42

Vielen ist seit langem bekannt, dass es auch in Bremen eine Uni gibt. Und was für Eine!
Auch dort enden Studiengänge mit Abschlüssen. Auch für diejenigen, die es für unter aller Würde halten, sich jeden Tag in irgendeinem der dortigen Gebäude sinnlos zu langweilen.
Und wie es der Teufel so will: Hat sich das doch herumgesprochen!! Wo? Bei den potentiellen Jobgebern.
Nur: Dort sitzen bei der Personalauswahl selten die Dümmsten. Wenn Sie überhaupt einladen.

Axel Heinzmann | Mo, 24. Oktober 2016 - 21:29

Diesen linken Terror gibt es schon seit Jahrzehnten, spätestens seit den "68-ern". Ich habe ihn an der Uni Tübingen ab 1970 selbst erlebt, kurze Zeit, nachdem ich aus politischer D"D"R-Haft in den Westen freigekauft wurde. Seitdem hat sich nichts, aber auch gar nichts verändert, die vornehmlich gewalttätig geschaffene Hegemonie der Linken ist geblieben, zumal von der bürgerlichen Seite bestenfalls geredet, aber nicht gehandelt wurde. 1989, im Zusammenhang mit der „Wende“, gab es eine kleine Chance zum Besseren. Doch die wurde, insbesondere von der CDU, vergauckt. Besonders schändlich beim Marsch nach links haben immer wieder Hochschulleitungen und Professorenschaft durch aktives Wegschauen und dröhnendes Schweigen mitgewirkt. Gottfried Benn hat recht: „Das Abendland geht nicht zugrunde an seinen totalitären Systemen , auch nicht an seiner geistigen Armut, sondern an dem hündischen Kriechen seiner Intelligenz vor den politischen Zweckmäßigkeiten.“

aber verständlich diese Haltung für den Dichter dieser Worte "Ein Wort, ein Glanz, ein Flug, ein Feuer, ein Flammenwurf, ein Sternenstrich und wieder Dunkel, ungeheuer im leeren Raum um Welt und ich" oder so ähnlich.
Aber wie dem gerecht werden?
Ich finde, durch viele Worte und eine Haltung, die diese Räume freihält.
Und da dürfen getrost Rechte und Linke mit Grundsätzlichen etc. zusammen wohnen.
Das gefällt mir hier im Cicero, dass wir offenbar hauptsächlich "Multipolare" sind, allerdings mit unterschiedlichen Gewichtungen. der, die eine, säkularer, religiöser, philosophischer, linker, rechter, freundlicher, krasser, grüner etc.
Alle aber wissend darum, dass Gesellschaft auch ein Wunder dieser Welt und des Universums ist, das uns miteinschliesst, ohne dass wir es beherrschen wollen?

Axel Heinzmann | Mo, 24. Oktober 2016 - 21:32

Wenn sich nun verschiedentlich besorgte Bürger Abhilfe durch die AfD versprechen, so habe ich da erhebliche Zweifel. Müssen die doch die letzen Jahrzehnte ziemlich verschlafen haben . Ergo: Mit Weicheierei und Anpassung, gar dem Schielen auf Regierungskoalitionen und immer neuen wohlfeilen Abgrenzungen nach rechts ist dem ANTIFA-Terror nicht beizukommen!

Gerd Taddicken | Mo, 24. Oktober 2016 - 22:01

Zum Rot-Grünen Stalinismus...

in Deutschland lässt sich noch die Wikipedia als Teil der Meinungsdiktatur anführen.

Kurz vor der Landtagswahl am 10. März 2016 in Baden-Württemberg wurde die Seite über Dr. Marc Jongen gelöscht und das Neu-Anlegen durch einen Administrator blockiert.

Fadenscheinige Begründung war angeblich fehlende Relevanz, obwohl der Beitrag/die Seite bereits rund 9.200 Zeichen umfasste.

MfG!

2016-10-24 (TPJX), Mo., gg. 22:03 Uhr

Frank Herrmann | Di, 25. Oktober 2016 - 00:37

beim Lesen dieses Kommentars werden auch bei mir ungute Erinnerungen an unsere eigene 68iger Zeit wach ...... .

Ja, auch wir waren zutiefst unduldsam, rechthaberisch, selbstverliebt, ideologisch verblendet und alles andere als "demokratisch", offen und tolerant gegenüber dem Andersdenkenden - wenn nur das rechte Feindbild stimmte.

Selbst heute, einige Jahrzehnte der Besinnung und des Umdenkens später - immer noch reichlich Stoff, um verschämt Abbitte zu tun.

F.H.

bruno leutze | Di, 25. Oktober 2016 - 00:52

Die Frage muß sich der Guteste schon gefallen lassen, denn sein Artikel taugt dazu, die angefallenen Kommentare hervorzurufen. Seine Verteidigung akademischer Auseinandersetzung ohne universitäre oder staatliche Verbote ist substanzlos und eher von der Befürchtung gespeist, selbst davon betoffen zu werden. Weder bringt er die Argumente des ASTA vor, noch wie dieser sich zusammensetzt. Die Reaktionen sollten ihn erschrecken, denn sie sind genauso wie das was er anprangert.
Das Cicero einen solchen saumäßig recherchierten Artikel überhaupt veröffentlicht bringt den Verdacht auf, daß es eigentlich um die Kommentare geht. Wie diese ausfallen sollte den Cicero nachdenklich stimmen, ob die Strategie der Sache dient, ein kritisches, tolerantes Blatt zu sein, wo auch unliebsame Meinungen Raum finden.
Aber vielleicht irre ich auch und Cicero ist zu einem "rechtskonservatimen" Forum verkommen.
Herr Mai sollte sich jedoch für diesen hetzerischen Artikel schämen, wenn er kann bzw. es will...

Es gibt hier ein paar Kommentare, die sehr rechtspopulistisch klingen, die meisten aber verteidigen - wie der Artikel - das Recht auf freie Meinungsäußerung, die Wissenschaftsfreiheit und den gewaltfreien Diskurs. Ich sehe nicht, was der Autor insoweit falsch gemacht haben soll.

Zu den "Argumenten des Asta" stelle ich die Frage: welches Argument kann es geben, Menschen am Reden zu hindern. Wenn der Asta inhaltliche Argumente gegen die These des Professors hat, soll er sie mit ihm diskutieren. Aber Argumente für ein "Redeverbot" kann es nicht geben, wenn es nicht gerade um strafbare Reden geht, was ich hier ausschließe.

Wer auf "Gewalt" und "Verhinderung" von Meinungsäußerung setzt, verweigert sich der Diskussion und steht eher totalitären Ideologien nah als unserer Verfassung. Er wäre vielleicht an einer Militärakademie besser aufgehoben, wo er an Waffen geschult wird, als an einer wissenschaftlichen Einrichtung wie der Uni, wo es um Argumente geht.

Frage, vielleicht sogar eine Antwort, wenn der Herr Mai sie nur gebracht hätte. So bleibt sein Artikel ohne Inhalt zum Asta, der eine Bewertung oder Kritik zuließe.
Insofern bleibt alles dazu nur Spekulation, wie auch Sie Herr Terchow spekulieren, wenn Sie etwas ausschließen ohne den Hintergrund zu kennen.
Und so ist und bleibt der Mai'sche Artikel in seiner Empörung tendenziös, was sich in den meisten Kommentaren spiegelt.

Ach ja Herr Terchow, WEN meinen Sie in ihrem letzten Absatz, die Asta-Mitglieder oder Herrn Mai ?
Egal wen.
Gottseidank ist die Be- oder Verhinderung einer Meinungsäußerung oder Demagogie k e i n TOTSCHLAG (auch wenn es "Totschlagsargumente" heißt), sodaß die Strafe für den Sünder Militärakademie und Ausbildung an Waffen lautet, um als Soldat sich ans wirkliche TÖTEN zu gewöhnen. Das wäre doch zu krass Herr Terchow.
Aber wie wäre es mit einer Ausbildung zum BERUFSPOLITIKER ...?!!

Christoph Terchow | Di, 1. November 2016 - 00:10

mit dem letzten Absatz meine ich alle, die anderen den Mund verbieten wollen und nicht auf die besseren Argumente vertrauen, sondern auf das Recht des Stärkeren. Ob das durch Lautstärke (Trillerpfeifen) oder Gewalt ist. Im konkreten Fall ist das natürlich ein Asta, der sich nicht einer Diskussion stellt, sondern Sätze verhindern will, die ihm nicht gefallen.

Militärakademie empfehle ich deshalb im Vergleich zur Uni, weil man dort lernt, die Gewalt zu perfektionieren, die das gewählte Mittel wäre. An der Uni sollte man auf die Kraft des Argumentes vertrauen. Das tut der Asta eben nicht.

Und zuletzt: es kann kein Argument geben, anderen die Meinungsfreiheit zu nehmen, solange es nicht um strafbare Handlungen geht, wovon man bei Prof. B. wohl nicht ausgehen muss. Und für deren Ahndung gäbe es die Polizei, nicht den Asta. Mit anderen Worten: die können kein Argument haben, das vor den Menschenrechten und dem Grundgesetz Bestand hat. Dann kann man es auch weglassen.

Rudolf Winkler | Mo, 7. November 2016 - 18:49

Ich bin einer derjenigen, die noch rechtzeitig von der Verlegung des Vortragsortes erfuhren. Nur mäßig entsetzt war ich, als ich von den Umständen der Ortsverlegung hörte. Es ist beileibe keine Überraschung, steht dieser "ASTA" durchaus in der geistigen Tradition der meisten "ASTA" der Bremer Uni der letzten Jahrzehnte. "Legitimiert" von durchschnittlich 5 % der Wahlberechtigten ohne jedes politische Mandat, ist dieses Kremium im Wesentlichen mit sich selbst und seiner Wichtigkeit befasst. Es wäre bestimmt eine erfreuliche Nachricht, wenn die Studenten sich den Anteil für den "ASTA" im Rahmen ihres Semesterbeitrags sparen könnten.
Dies sage ich als ehemaliger Vorsitzender des Bremer "ASTA".

Reiner Schöne | Fr, 13. Januar 2017 - 11:00

Redefreiheit und Meinungsfreiheit stehen auf dem Prüfstand. Von Gender bis linke-grünen Ansichten ist alles erlaubt solange man nicht davon abweicht. Abweichler werden diskriminiert, in die rechte Ecke gestellt ohne eine genauere Prüfung. Jeder der sich gegen diese Ideologie stellt wird abgestempelt. Das ist die Ansicht der links-grünen Meinungsfreiheit. Sieht man sich aber das Für und Wider an, gibt es viele Beispiele wo gerade diese Abtrünnigen recht behalten haben, was aber weder anerkannt noch berücksichtigt wird. Im Gegenteil dazu, wird ein Fehler der links-grünen Argumente erkannt, was irgendwie auch einmal vorkommen soll, ist die Meinungsfreiheit gefährdet und stellt dies sofort fest. Diese links-grüne Ideologie nimmt sich die Gesetze wie sie gebraucht werden, für sie alles, alle anderen weniger. Denn nur ihre Ideologie ist die Richtige. Wer sagt das?? Wenn sie so richtig wäre, wo sind ihre Vorzeige Staaten abgeblieben? Die Bevölkerung will sie jedenfalls nicht.

Georg Dallmann | Fr, 13. Januar 2017 - 11:01

Die Studenten-"Proteste" sind nicht überraschend, sondern geradezu prägend u. repräsentativ für die gesamte derzeitige politische "Debatte" um "Populismus" u. "Fake News" etc...
Nicht nur, aber vor allem das LINKE LAGER dieser Republik in all seinen Facetten zeichnet sich zuvörderst darin aus, daß es alle Meinungen, Argumente und Standpunkte, die von der eigenen abweichen, als rechtspopulistisch oder gar rechtsextrem verunglimpft u, denunziert. Das LINKE LAGER (Linke, Grüne, etc) versuchen mit aller Gewalt die Meinungs- u. Deutungshoheit für alles und jedes im Land zu erringen u. zu behalten. Das ist FATAL. Scheinbar ist es ein Kampf für "Demokratie" u. "Weltoffenheit" u. "Multikulti" und "Toleranz" etc.
In Wahrheit ist es IGNORANZ gegenüber FAKTEN, Meinungsdespotismus, Zensur (vor allem in den "Qualitätsmedien" ) u. der Versuch einer Minderheit,die Mehrheit meinungstechnisch zu beherrschen. Das ist mehr als undemokratisch u. das entscheidende GIFT für die Spaltung der Gesellschaft.

Gerhard Hellriegel | Fr, 13. Januar 2017 - 11:12

Genau aus diesem Grund haben sich damals wohl viele, jedenfalls ich, aus der linken Studentenbewegung verabschiedet. Auf der anderen Seite muss man zugestehen, dass damals eben nur der SDS das Unbehagen artikulierte. Ale anderen waren eben "graue Männer". Und diese unselige Tradition des "Alleinvertretungsanspruchs", die wohl bis heute wirkt, bestand ja nicht nur bei der Linken.

Volker Häußler | Fr, 13. Januar 2017 - 16:48

Hat sich offenbar nicht viel verändert:

Deutsche Verzweiflung

Nicht Mord, noch Brand, noch Kerker,
Noch Standrecht obendrein, Es muß noch
kommen stärker, Wenn's soll von Wirkung sein.

Zu Bettlern sollt ihr werden, Verhungern allesamt.
Zu Mühen und Beschwerden Verflucht sein und
verdammt.

Euch soll das bißchen Leben So gründlich sein verhaßt,

Daß ihr es weg wollt geben Wie eine schwere Last.

Dann, dann vielleicht erwacht doch In euch ein neuer Geist,

Ein Geist, der über Nacht noch Euch hin zur Freiheit reißt!

( Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1798 - 1874 )

Martin Lederer | Sa, 14. Januar 2017 - 09:03

In reply to by Volker Häußler

Heinrich Hoffmann von Fallersleben ist nach heute erlaubter Definition ein Nationalist schlimmster Sorte? Wundert mich, dass seine Schriften nicht schon lange verboten sind?

Ruth Müller | Fr, 13. Januar 2017 - 16:49

Wer ist die Anti-Fa?
Wer sind die Spin-Doctoren hinter den "Studenten"?

Ein Rückblick.
«Die Liebe zu Mutter und Vater gleicht nicht der Liebe zu Mao Zedong.» Dadurch sollten Kinder aufgefordert werden, ihre Eltern als Feinde der Revolution zu denunzieren. ...
Etwas über ein Jahr nach Beginn der Kulturrevolution brauchte er (Mao) die Roten Garden nicht mehr. Im Oktober 1967 ordnete die Partei an, dass der Schul- und Universitätsunterricht wieder aufgenommen werden sollte. Doch die jugendlichen Rotgardisten leisteten keine Folge. Mao hatte die Kontrolle über sie verloren. Schliesslich musste die Armee zu Hilfe eilen und die Garden gewaltsam entwaffnen. Zahlreiche ereilte das Schicksal ihrer Opfer: Sie wurden von der Armee hingerichtet.

Was sagt uns das?
Die Krakeeler sind nicht das Problem.
Das ist Aufgabe der Polizei.

Wer sind die Profiteure und Drahtzieher?

http://www.nzz.ch/international/asien-und-pazifik/kulturrevolution-in-c…

Andreas Müller | Fr, 13. Januar 2017 - 19:49

Es ist richtig, dass aktuell die Meinungsfreiheit stärker von links als von rechts bedroht wird. Das liegt einfach daran, dass es eine linke Mehrheit in der Politik und einen linken Mainstream in der Öffentlichkeit gibt. Aus diesem Grund ist es derzeit auch angemessen, konservative und rechte Meinungen gegen ihre Unterdrückung von links zu verteidigen.
Gleichzeitig sei aber an die Äußerung von Bertrand Russell aus den "Unpopular Essays" erinnert, dass es ein klassischer Irrtum sei, den Unterdrückten eine höhere Moral zuzusprechen. Im Falle der Rechten muss man also befürchten, dass auch sie wieder Andersdenkende unterdrücken wird, sobald sie aus dem Zustand der Unterdrückung heraus zur Macht aufsteigt. Derjenige, dem es um die Freiheit geht, wird also mit Voraussicht heute gegen die Unterdrückung der Rechten sprechen, damit er schon morgen wieder glaubwürdig für die Redefreiheit der Linken eintreten kann.

Hans Beyer | Sa, 14. Januar 2017 - 01:00

Erinnern wir uns:
2010. Sarrazin bringt sein Buch heraus: "Deutschland schafft sich ab."

Die Kanzlerin urteilt "nicht hilfreich". Das Feuilleton verdammt das Buch - nicht weil diese oder jene These falsch sei, aus diesem oder jenem Grund. Sondern weil man "das nicht so sagen" dürfe. Warum nicht?
Ist es falsch? Und wenn nicht, warum darf man es dann nicht sagen?

Wie sagte Luther auf dem Reichstag von Worms:
Ich werde nicht widerrufen, es sei denn ich werde widerlegt durch klare Vernunftgründe oder die Heilige Schrift.

Da der ASTA Baberowski nicht durch klare Vernunftgründe widerlegen konnte (denn der Kommunismus unter Lenin und Stalin war tatsächlich ein entsetzlich verbrecherisches System), so müssen die Linken sich wohl auf eine Art heiliger Schrift beziehen, auf welche sie ihren Anspruch auf das Rechthaben und daher die Herrschaft gründen: Sie gründen ihn eben darauf, dass sie Recht hätten.

Ja, das ist zirkulär. Und falsch.
Wir sollten es ihnen sagen.

Hermann Neumann | Sa, 14. Januar 2017 - 15:03

Nach dem Vorfall in Bremen, kann ich mich nicht dem Eindruck erwehren, dass das Pack nicht auf der Straße, sondern in den UNI'S seine Heimat hat.

Dr. Horst Combe | Sa, 14. Januar 2017 - 23:46

Der Artikel legt eine klaffende Wunde unserer Gesellschaft offen: Wenn die Freiheit der Meinung "im Kleinen"
verhindert wird, wie kann sie "im Großen", das heißt für uns alle noch bestehen?

Daniel Sunnus | Mo, 6. Februar 2017 - 19:18

Unter ihren Haaren Inquisition von fünfzig Jahren.

Oder, im Fall altersbedingter Unbehaartheit: Unter ihren Glatzen fünfzig jahrlang nichts als Fratzen.

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