Umverteilungskampf - Es geht zu Lasten der Mittelschicht

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hatte die wachsende Ungleichheit im Land angeprangert. Der Ökonom Daniel Stelter widerspricht. Statt für Umverteilung plädiert er für eine Reform des Banken- und Geldsystems und für eine Begrenzung der Zuwanderung

Obdachlose in Hannover
Obdachlose in Hannover / picture alliance

Autoreninfo

Daniel Stelter ist Gründer des auf Strategie und Makroökonomie spezialisierten Diskussionsforums „Beyond the Obvious“. Zuvor war Stelter von 1990 bis 2013 Unternehmensberater bei der Boston Consulting Group (BCG), zuletzt als Senior Partner, Managing Director und Mitglied des BCG Executive Committee. Heute berät Stelter internationale Unternehmen bei der Vorbereitung auf die Herausforderungen der fortschreitenden Finanzkrise. Im September 2014 erschien seine Piketty-Kritik Die Schulden im 21. Jahrhundert. Sein aktuelles Buch heißt „Eiszeit in der Weltwirtschaft“.

So erreichen Sie Daniel Stelter:

Im Herbst 2014 besuchte der französische Ökonom Thomas Piketty den deutschen Wirtschaftsminister Gabriel. Auf großer Bühne wurde im Wirtschaftsministerium sein Buch „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ besprochen und diskutiert. Der Hausherr stellte damals fest, dass es ihm letztlich egal sei, ob die Thesen Pikettys zuträfen oder nicht. Politisch relevant sei die Forderung nach höherer Besteuerung von Vermögen und Einkommen allemal. Und er würde sich danach richten.

Gabriel ist damit nicht alleine. Das Deutsche Institut der Wirtschaft (DIW) mit seinem umtriebigen Präsidenten Marcel Fratzscher hatte in einer Studie die zunehmende Ungleichheit im Lande angeprangert. Dass die zugrundeliegenden Zahlen falsch waren und nach Korrektur beileibe nicht den alarmistischen Schlagzeilen entsprachen, wurde von den Medien nur in Fußnoten erwähnt. Wir alle sollten die Schlagzeilen in Erinnerung und die politisch gewünschte Message im Hinterkopf behalten.

Symptome statt Ursachen

Sowohl Piketty als auch Fratzscher beschreiben Symptome wie steigende Vermögen und zunehmende Ungleichverteilung von Vermögen und Einkommen. Doch statt auf die wirklichen Ursachen einzugehen, liefern sie mehr oder weniger überzeugende Begründungen für die von ihnen bedauerte Entwicklung. Nur über mehr Besteuerung ließen sich die Probleme lösen, ist sodann die Schlussfolgerung.

Dabei lohnt es sich, tiefer zu blicken. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs und dem Eintritt Chinas in die Weltwirtschaft erhöhte sich das weltweite Arbeitskräfteangebot um mehrere hundert Millionen Menschen. Die sogenannte Globalisierung erlaubte es diesen Menschen, die Armut zu überwinden, führte jedoch zugleich zu einem intensiveren Lohnwettbewerb. In der Folge gingen Arbeitsplätze in den Industrieländern verloren und das Lohnniveau geriet unter Druck. Die zwangsläufige Folge: eine Spreizung der Lohnentwicklung.

Wer nun den Eindruck erweckt, dies einfach ändern zu können, muss entweder zu Protektionismus greifen – nicht zufällig eine offene Tendenz beider Präsidentschaftskandidaten in den USA – oder aber zu Lohnbezuschussung aus Steuermitteln. Die einfache Erhöhung von Mindestlöhnen stößt bei offenen Märkten rasch an Grenzen.

Vermögenszuwächse durch Schulden

Auch hinter dem Anstieg der Vermögen seit Mitte der 1980er Jahre, wie von Piketty beobachtet, steht die Globalisierung. Im Bemühen, die Folgen für die westlichen Gesellschaften zu mindern, haben die Politiker auf eine Deregulierung des Bankensystems und immer tiefere Zinsen gesetzt. So sollte Verschuldung fehlende Einkommen ersetzen.

Zu immer tieferen Zinsen und mit immer geringeren Eigenkapitalanforderungen haben Banken den Kauf von Vermögenswerten, vor allem Immobilien, finanziert. In der Tat ist es so, dass der einzige Vermögenswert, der in den vergangenen 30 Jahren nach dem Anstieg der Vermögen relativ zum Bruttoinlandsprodukt steht, die Immobilien sind. In Großbritannien beispielsweise liegen die Ausleihungen der Banken an die Realwirtschaft seit 1990 stabil bei rund 30 Prozent des BIP, im selben Zeitraum haben sich Konsumentenkredite und vor allem Hypotheken verdreifacht. Ohne diesen Verschuldungsanstieg, den Piketty übrigens mit keinem Wort erwähnt, wären die Vermögenswerte nicht so angestiegen und auch die Vermögenskonzentration nicht, profitieren doch naturgemäß nur jene von Vermögenszuwächsen, die Vermögen besitzen.

Wer die ungleiche Vermögensentwicklung bekämpfen will, muss offensichtlich an unserem Bank- und vor allem Geldsystem ansetzen. Wir brauchen eine Begrenzung des Kreditwachstums, was aus Sicht von Politikern die unerfreuliche Nebenwirkung hat, dass man nicht mehr kurzfristig die Wirtschaft stimulieren kann. Deshalb ist es bequemer wie Piketty und Fratzscher bei den Symptomen zu bleiben und die populistische Steuerkeule zu schwingen.

Sozialausgaben auf Rekordniveau

Noch nie haben in Deutschland so viele Menschen Arbeit gehabt wie heute. Dennoch geben wir so viel Geld für Soziales aus wie nie. Offensichtlich läuft wirklich etwas falsch im Lande.

Es ist interessant, dass gerade bei boomender Wirtschaft und Rekordausgaben des Staates für Soziales eine „Gerechtigkeitsdebatte“ geführt wird. Mit Blick auf die Einkommen lohnt es sich, daran zu erinnern, dass als „arm“ gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verdient. Wenn wir morgen alle Gehälter in Deutschland real verdoppeln könnten, wäre die Armut nach dieser Definition unverändert. Allein schon dieses Beispiel zeigt, wie man mit dem Begriff der Armut agieren kann, um ein gewünschtes politisches Ergebnis zu erzielen.

Besonders Türken sind armutsgefährdet

Nehmen wir dennoch diese Armutsdefinition, lohnt es sich, genauer hinzuschauen, welche Bevölkerungsgruppen unter den Armen überproportional vertreten sind. Wie die FAZ berichtet, sind es vor allem Menschen mit Migrationshintergrund und dabei vor allem Türken. Neben der deutlich höheren Kinderzahl ist es die mangelnde Bildung, die zu einem tieferen Familieneinkommen führt. Gerade Zuwanderer aus muslimischen Ländern – so das DIW – haben weit unterdurchschnittliche Einkommen, zudem eine weitaus geringere Erwerbsbeteiligung der Frauen und zugleich eine höhere Geburtenrate. Es dürfte eine zutreffende Annahme sein, dass diese Bevölkerungsgruppe, obwohl nach hiesigen Maßstäben als „arm“ charakterisiert, sich selbst verglichen mit den Landsleuten in der Heimat keineswegs als „arm“ versteht.

Schon 2014 hat die Bertelsmann Stiftung auf die erhebliche Finanzierungslücke der Zuwanderung hingewiesen und auf eine drastische Umkehr in der Einwanderungspolitik gedrängt. Auf keinen Fall dürfe der Fehler früherer Jahre wiederholt werden, sondern es müsse eine gezielte Zuwanderung von qualifizierten Ausländern erfolgen, die einen entsprechenden Beitrag zur Finanzierung des Sozialstaates leisteten. Wie das geht, zeigen andere Einwanderungsländer eindrücklich. Kanada, Australien und auch die USA sind in der Lage, gezielt qualifizierte Einwanderer anzuziehen. Dazu bräuchten wir allerdings einen deutlichen Wandel in unserer Einwanderungspolitik mit einem an unseren Interessen ausgerichteten Auswahlprozess.

Wenn wir aus humanitären Gründen Flüchtlinge aufnehmen, bedeutet dies nichts anderes, als unseren Wohlstand mit diesen zu teilen. Dies muss zu einer Belastung führen und diese muss letztlich die Mittelschicht tragen. Statistisch gesehen führt die Art der Zuwanderung, wie sie in Deutschland erfolgt, zu immer mehr „Armut“ und demzufolge zu immer mehr Eingreifen der Politik, um das Symptom durch Umverteilung zu lösen.

Yvonne Walden | Mo, 8. August 2016 - 12:25

Auch der Verfasser Daniel Stelter stößt nicht zum Kern des Problems vor.
Die arbeitende Bevölkerung, also insbesondere wir Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, aber auch die selbständig Tätigen, finanzieren im Wesentlichen unser Staatswesen.
Einerseits durch die Lohn- bzw. Einkommensteuer, andererseits durch die Umsatzsteuer, auch als Mehrwertsteuer bezeichnet.
Diejenigen, die ihr Einkommen ausschließlich aus Dividenden, Kursgewinnen und Zinsen (dazu zählen auch Mietzinsen) beziehen, zahlen für ihre Kapitaleinkünfte lediglich eine Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent, während der Spitzensatz der Einkommensteuer oberhalb von 50 Prozent liegt.
Warum wird diese Tatsache nach wie vor eher verschwiegen und nicht permanent thematisiert?
Warum läßt sich die Politik bei der Neuregelung der Erbschaftssteuern von den Vermögenden leiten?
Warum kehren wir nicht wieder zu einer maßvollen Vermögenssteuer zurück?
Das sind die Fragen, die den Kleinen Leuten auf den Nägeln brennen. Wirklich!

Während mein lokaler Staatsfunk, der Hessische Rundfunk, in dieser Sekunde einen Bericht über wilde Papageien in Hessen sendet (kein Scherz), habe ich von meinem Vater gehört, dass derselbe Hessische Rundfunk für zwei Wochen das Nachbarhaus gemietet hat, um dort -während der Nachbar im Urlaub ist- einen Film zu drehen. Die Herrschaften dort sollen den gesamten Garten umgraben und sogar eigens eine Mauer errichten, um den Ort passend für die Filmkulisse zu gestalten.

Diesen Verein finanzieren wir durch unsere Steuergelder, während die Nachrichtenredakteure des gleichen Rundfunks nicht fähig sind, die Drohnenangriff aus Rammstein als Kriegsverbrechen zu benennen.

Bitte informieren Sie sich über die Vorzüge des freien Marktes, wonach Sie sich hoffentlich anschließend für eine ANPASSUNG des Steuersatzes auf Kapital- bzw. Einkommenssteuern NACH UNTEN einsetzen würden.

Ich bin kein Steuerexperte, aber bei der Steuerlast eines GmbH-Gesellschafters ist Ihre Behauptung bezüglich der ach so niedrigen Abgeltungssteuer definitiv falsch.
Das Betriebsergebnis wird im Durchschnitt, je nach Hebesatz, mit 30 % versteuert. Auf das versteuerte Ergebnis entfallen bei einer Ausschüttung ca. 25 % Abgeltungssteuer.
Beispielrechnung:
Unternehmensergebnis 100 €
Unternehmenssteuer 30 €
Ergebnis nach Steuern 70 €
Ausschüttung (brutto) 70 €
Abgeltungssteuer 17,5 €
Ausschüttung (netto) 52,5 €
Das entspricht einem Steuersatz von 47,5 %
Da könnte der Gesellschafter doch auf die Idee kommen und anstatt ein Betriebsergebnis zu erwirtschaften, sich eine Tantieme von 100 € auszuschütten und mit dem Spitzensteuersatz von 42 % (45 %) zu versteuern. Da sagen die Finanzbehörden halt, das akzeptieren wir nur in klar definierten Grenzen. Wir wollen die Abgeltungssteuer und nicht den Spitzensteuersatz. Warum wohl?

Dies trifft im übrigen auch für Dividenden zu, da ein Aktionär (Teil-) Eigentümer der Aktiengesellschaft ist.
Warum die Argumentation von Frau Walden in vielen Talk-Shows und Presse Artikeln fortwährend unwidersprochen wiederholt werden kann (und übrigens auch in allen Bundestagsdiskussionen zu diesem Thema), spricht entweder für die äußerst geringe Qualifaktion der Teilnehmer (bzw. Redakteure oder Bundestagsabgeordneten) oder (was eher zu vermuten ist) für die bewußte Manipulation.

Frau Walden, das stimmt nicht. Nach § 21, Einkommensteuergesetz zählen Mieteinnahmen zu Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, die gemäß § 2, Absatz 1, EStG der Einkommensteuer unterliegen. D. h. Mietzinsen unterliegen dem persönlichen Steuersatz des Steuerpflichtigen.

Leider ist Ihre Aussage nicht korrekt. Die 25 %ige Steuerbelastung plus Soli trifft nur für Kapitalerträge aus Geldanlagen zu. Alle anderen von Ihnen genannten Einkünfte (Dividenden, Kursgewinne auf Aktien, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung usw.) unterliegen dem jeweiligen persönlichen Steuersatz und werden den sonstigen Einkünften aus Nichtselbständiger Arbeit etc. hinzugerechnet. Es wäre wünschenswert, Aussagen vor Veröffentlichung auf Korrektheit zu prüfen.

Sehr geehrte Frau Walden,

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, und dazu zählen "Mietzinsen", werden mit dem persönlichen Steuersatz des Steuerpflichtigen besteuert und nicht pauschal mit 25 %.

Mit besten Grüßen
Gerlinde Pfante

Auch das Problem der Steuereinnahmen hängt eng mit der Globalisierung zusammen. Unternehmen, die sich Steuerzahlungen entziehen können, machen das natürlich - die Flexibilität Dank Globalisierung macht es möglich. Durch neue Wirtschaftsphänomene, wie Arbeitslosigkeit, Prekarität (das heisst auch sinkende Steuereinnahmen), Demografie.....also kurz, steigende Sozialausgaben, müssen Kredite auf den Finanzmärkten helfen. Manche europäischen Länder wüssten sonst nicht, wie sie die Renten, Sozialhilfe etc. bezahlen sollten.

Frau Walden stellt hier falsche Tatsachenbehauptungen auf. "Mietzinsen" sind Einnahmen aus Vermietungen und Verpachtungen und unterliegen dem individuellen Steuersatz. Der Spitzensteuersatz der Einkommensteuer liegt nicht "oberhalb von 50 Prozent", sondern beträgt 42 bzw. 45 Prozent.

Yvonne Walden | Mi, 10. August 2016 - 12:11

In reply to by Volker Huber

Vielen Dank für die diversen Korrekturen.
Natürlich unterliegen Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung gemäß Einkommensteuergesetz einer regulären Versteuerung nach dem persönlichen Steuersatz.
Bei meinem Statement ging und geht es einzig darum, zu verdeutlichen, daß wir als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer oder kleine Selbständige, also Mittelständler im weitesten Sinne, zur regulären Einkommensteuer veranlagt werden, deren Spitzensteuersatz bei über 50 Prozent angesiedelt ist.
Dagegen werden Einkommen als Geld- und Finanzvermögen lediglich mit einer sogenannten Abgeltungssteuer belegt, deren Steuersatz gegenwärtig 25 Prozent beträgt.
Ich stelle also fest, daß "Arbeit" massiv besteuert wird, während "Nichtarbeit", also "Einkommensbezug ohne jede Arbeit" mit nur 25 Prozent "abgegolten" wird.
Es ist für mich ein Phänomen, daß dies so ist und sich keine Partei oder sonstige Organisation (Gewerkschaften etc.) für eine sofortige Änderung einsetzt.
Es gibt also viel zu tun....

"Mietzinsen" sind steuerlich Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Darum geht es hier nicht.
Es gibt bekanntlich eine ganze Reihe von Menschen, die "leistungslose Einkommen" beziehen.
Das sind etwa Zinsen aus Geldanlagen und sonstigen Anlagevermögen, beispielsweise auch Immobilienfonds.
Wir alle, die wir körperlich und/oder geistig "arbeiten", werden nach unserer Einkommenshöhe besteuert, und zwar bis zu 53 Prozent.
Diejenigen, die ihren Lebensunterhalt aus Geldanlagen, etwa Aktien, Aktienfonds und anderen Wertpapieranlagen, fristen, zahlen für diese Einkünfte lediglich eine Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent ihrer Einkommen.
Dies wollte ich zum Ausdruck bringen, um die schreiende Ungerechtigkeit nochmals klar zu definieren.

dies ist in mehreren Punkten nicht zutreffend. Auf Mieteinkünfte zahlt man den individuellen Steuersatz. Die Abgeltungssteuer greift nicht. Dieser liegt bei max. 42% zzgl. SolZ und ggf. KiSt. Bei Einkünften über 250/500 T€ greift die sog Reichensteuer mit 45%; diese nimmt aber wiederum gewerbliche Einkünfte aus.
Bei Dividenden ist zu berücksichtigen, dass die von der Körperschaft gezahlte KSt nicht mehr angerechnet wird. Nimmt man die von der Körperschaft gezahlte KSt und GewSt - die definitiv ist - hinzu liegt man bei etwa 48%.
Ihre Forderung wird ja nur all zu gerne von links-Politikern erhoben, die da eine sogenannte Gerechtigkeitslücke ausmachen. Dem ist nicht so. Würde man die Ausschüttungen ebenfalls mit 42% belasten würden von KapGes. erwirtschaftete Gewinne mit fast 70% Gesamtsteuerbelastung belegt!!
Recht haben Sie bei den Zinsen aus der Überlassung von Fremdkapital. Da dieser aber schon länger bei NULL liegen dürfte dies ohne praktische Relevanz sein.

Nicolas Wolf | Mo, 8. August 2016 - 12:34

eine sehr interessante Zusammenfassung. Vielleicht sollte man aber noch auf einen entscheidenden Punkt hinweisen. Gerade die momentane Zuwanderungspolitik in Deutschland steht der qualifizierten Zuwanderung im Wege. Denn wer will schon nach Deutschland auswandern/einwandern, um dann seine Wohlstand mit den Unqualifizierten zu teilen. Ein Nachteil der einen vernünftigen Wettbewerb mit Ländern wie Kanada oder USA unmöglich macht.

Arndt Reichstätter | Mo, 8. August 2016 - 12:39

Der Autor zeigt in angenehmer Unaufgeregtheit, dass die heutige Ausbeuterklasse über den Staat arbeitet.

Die Bankiers umgeben sich mit schlecht ausgebildeten und ideologischen Idioten wie Sigmar Gabriel, der sich mit Idioten wie Thomas Piketty umgibt, dessen Bücher weniger die Wirtschaftenden sondern die intellektuelle Klasse begeistert.

Dieses dreiköpfige Monster aus privaten Finanzinteressen, den staatlichen Parasiten und deren intellektuellen Bodyguards ist die wahre Ausbeuterklasse.

Es ist eine Schande, dass dieses teuflische Gespann die Hoheit über das Bildungssystem an sich gerissen hat, über welches es den Kindern der ausgebeuteten Klassen einredet, ausgerechnet jene, die ihre Arbeitskraft an deren Kunden vermitteln, sein für Ungleichheit verantwortlich.

Der Hinweis des Autors auf das Geldsystem ist richtig, denn die Schuldenwirtschaft a la Fiat Money ist ein geschickter Betrug. Schade nur, dass hier nie ein Vertreter eines privaten Geldmarktes zu Wort kommt.

Wolfgang Tröbner | Mo, 8. August 2016 - 13:16

Ihr Artikel sollte Pflichtlektüre für die im Bundestag vertretenen Parteien werden. CDU, SPD, Grüne und Linke könnten daraus lernen (falls Interesse besteht), was sie mit ihrer planlosen chaotischen Zuwanderungspolitik der Bevölkerung in Deutschland, insbesondere den ärmeren Schichten damit eigentlich antun. Das hierzulande für die Integration der neu Zugewanderten ausgegebene Geld wäre wesentlich besser investiert, wenn man die Bildung der bereits im Lande Lebenden fördern würde.

Leider, leider sind unsere Politiker ziemlich beratungsresistent, so dass sie Ihren Artikel wohl nicht mal lesen werden.

Auch ich stimme Herrn Stelter in allem zu, lieber Herr Tröbner.

Wenn Sie schreiben, die Politiker seine beratungsresistent, so möchte ich
allerdings zu bedenken geben, daß sie dies nur gegenüber den Ökonomen und
anderen Wissenschaftlern sind, welche auf die berechtigten Belange des
gemeinen V o l k e s hinweisen. Für die "Beratungen" (den Lobbyismus) der Industrie und der Banken haben alle Politiker immer ein offenes Ohr!

Diese Herren sind nicht nur beratungsresistent, sondern so sehr von eigenen "Leistungen" geblendet, daß Alles um sie herum im strahlenden Licht erscheint. Dank unserer deutschen Medienlandschaft erfahren diese "Volksvertreter" auch immer wieder wie wertvoll sie für das Land und die Bevölkerung sind. Letztere ist allerdings auch extrem leicht manipulierbar und leider Gottes noch immer viel zu satt, um wirklich zu erkennen, was da gespielt wird. Wir Deutsche werden wieder einmal in die Geschichte eingehen, wieder einmal mehr als das verlorene Volk, hoffen wir, daß uns wenigstens der Krieg erspart bleibt. Wir schaffen das.

Christa Wallau | Mo, 8. August 2016 - 19:28

In reply to by Walter Wust

Ja, Herr Wust, ich sehe das auch so:
Die Deutschen werden wieder alles mühsam Aufgebaute verlieren!
Auch ohne Krieg kann ein Land total ruiniert werden...

Menschen aus dem Ausland (Tschechien, Schweiz, Österreich, England usw.),
mit denen ich Kontakt habe, fragen übereinstimmend und konsterniert,
w a r u m und w i e wir Deutschen es eigentlich immer wieder schaffen, von katastrophalen Politikern regiert zu werden, die dem Land großen Schaden zufügen.
Ich selber frage mich das auch längst schon. Ein Grund ist sicher der, daß die
meisten Deutschen zu fleißig für Haus, Garten, Auto und Urlaub arbeiten, als daß sie noch dazu kommen, über wichtigere Interessen nachzudenken und sie zu vertreten. Sie l a s s e n sich gern von Obrigkeiten etwas vormachen
und merken erst, daß sie betrogen wurden, wenn es zu spät ist.
M. E. gibt es nationale Mentalitäten, die unausrottbar sind. Das zeigt sich ja auch beim "Projekt" Euro, das wegen der Unvereinbarkeiten nicht gelingen kann.

Robert Revet | Mo, 8. August 2016 - 14:51

das Problem liegt in der extrem ungleichen Vermögens- und Einkommensverteilung. Und es liegt daran, das just diese extrem Vermögende sich nicht gemäß ihre finanzielle Leistungsfähigkeit an den Kosten des Gemeinwesens beteiligen.
Dies außer Betracht zu lassen, ist einen Fehler der schon viel zu lange gemacht wurde.
Auch wenn einzelne Faktoren in Pikettys Aussage vielleicht nicht ganz stimmen: global gesehen hat er trozdem Recht.

Joachim Walter | Mo, 8. August 2016 - 15:13

sollte denn die Last tragen? Die Vermögenden können in der globalisierten Welt jederzeit ausweichen, und diejenigen die nichts haben werden durch die ungesteuerte Armutszuwanderung in einen gnadenlosen Verteilungskampf gezwungen.

Das geht so lange gut, wie aus der Mittelschicht noch genügend Mittel herausgezogen werden können, um die wachsenden Alimentierungen zu zahlen.

In der nächsten Wirtschaftsflaute werden wir aber sehen, wie der Mittelstand, gerade auch durch Industrie 4.0, eine Vielzahl von Jobs verliert, und immer weniger zum Alimentieren zur Verfügung steht.

Mit der unumgängliche Beschneidung der Alimente, werden gerade die Zuwanderer aus weniger zivilisierten Gegenden der Welt, das gesellschaftliche Klima mit Angst anreichern.

Das wird der Zeitpunkt sein, wo auch die "Rotweingürtel" verstärkt darüber nachdenken werden statt einer "Wir schaffen das" Merkel, andere, Law & Order Parteien zu wählen.

Dann werden wir unser Land nicht mehr wiedererkennen.

Ursula Schneider | Mo, 8. August 2016 - 16:06

schön formuliert von Herrn Stelter in seiner ausgezeichneten Analyse. Außer Steuererhöhungen und Umverteilung fällt unseren Linken bei ihrer ständigen Gerechtigkeitsdebatte nichts ein.
Dabei wächst unser Sozialstaat schneller als die Wirtschaft (2015 flossen lt. FAZ über 888 Mrd. Euro in Sozialetats, 4,5 % mehr als ein Jahr zuvor. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs nur um 3,8 %). Die Wohlfahrtseffekte à la Merkel werden sich nun mit ihrer chaotischen Einwanderungspolitik auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung mit weiteren Milliardenssummen erhöhen.

Herr Stelter hat recht: Verschuldung begrenzen, Geld stabilisieren, Bildung verbessern, den Mittelstand stärken, um Arbeitsplätze zu schaffen - dazu eine gezielte Zuwanderung entsprechend den Bedürfnissen des Marktes (wie in Kanada, Australien und den USA) sind immer noch die besseren Rezepte.

Leider halten unsere Politiker in ihrem Lauf weder Ochs noch Esel auf ...

Ruth Falk | Mo, 8. August 2016 - 16:11

Das alte Sprichwort gilt auch heute, wie eh und jeh:
Der Teufel scheisst immer auf den höchsten Haufen.

Andreas Müller | Mo, 8. August 2016 - 16:36

darf man haben, dass ausgerechnet diejenigen durch Steuererhöhungen das Problem lösen werden, die in den vergangenen Jahrzehnten dem Wachstum der Ungleichheit assistiert haben.
Wenn Leute wie Sigmar Gabriel die Umverteilung von der arbeitenden Mittelschicht zur nur teilweise hart arbeitenden Unterschicht organisieren, werden sie mindestens die Hälfte für sich selbst abzweigen. Unten wird wieder nichts oder jedenfalls nicht am richtigen Ort ankommen. Pikettys Arbeit wird weithin überschätzt und hochgeschrieben. Daniel Stelter hat Recht, dass er diese Interessennetzwerke bloßstellt.

Wolfgang Henning | Mo, 8. August 2016 - 16:55

Eine interessante Sichtweise von Herrn Stelter über sog. "Wirtschaftsweisen", die schon immer besser wussten, was dem deutschen Volk gut tut. Die ideologische Allianz zeigt sich dann auch im Mainstream der Medien, die natürlich gern auf "die Kapitalisten" einprügeln und das Tabuthema "unkontrollierte Zuwanderung" verschweigen möchten. Wen wundert es da, wenn Schlagworte wie "Lügenpresse" die Runde machen?
Über eine gerechtere Besteuerung von Vermögenswerten ließe sich durchaus debattieren, wenn auch die anderen Ursachen der mangelhaften Wohlstandsverteilung in die Diskussion aufgenommen würden. Das beginnt schon bei dem Begriff "Kinderarmut", wobei gemeint ist, dass die Eltern ihren Kindern, das ihnen zustehende Kindergeld hinterziehen und lieber für sich selbst verbrauchen. Kein Kind müssste heute hungernd zur Schule gehen. Von den arabisch-türkischen Großfamilien, die bis zu zweitausend Euro Kindergeld beziehen, gar nicht zu reden. Hoffen wir also auf einen baldigen Politikwechsel.

Herbert Trundelberg | Mo, 8. August 2016 - 16:56

so oft gepostet gibt es eine Gruppe, welche zu 40% keinen Schulabschluss und zu 60% keine Berufsausbildung sprich Qualifikation besitzt. Da die Rot - Grünen Bundesländer schon seit längerer Zeit dabei sind wenigstens den Hauptschulabschluss Leistungslos zu vergeben, will auch keine Ausbildungsfirma solche AZUBIS mehr haben. Man kann also sagen was früher zur Ausbildung qualifizierte der Volksschulabschluss ist heute das Papier nicht wert. Und so wird man halt Hiwie im Dönerladen oder fährt Pizza spazieren und kassiert nebenbei Hartz4. Aber wir wollten es ja so, unsere GROKO plus Grün, Gelb und Violett. Nur der Bürger wird nicht gefragt.

Petra Wilhelmi | Di, 9. August 2016 - 11:37

In reply to by Herbert Trundelberg

Falls die Statistik stimmen sollte, die man uns sehen lässt, will die Bevölkerung genau das. Was sagt die Statistik? Etwas über 30 % will CDU/CSU, etwas über 20 % die SPD und etwas um die 10% wollen Grüne und Linke immer noch wählen. Die Deutschen wollen gerade diejenigen wieder wählen, die uns das alles eingebrockt haben, die fest im Schulterschluss der Nationalen Front der DDR 2.0 stehen. Meine Schlussfolgerung: Die Deutschen wollen es so. Die dagegen sind und mit offenen Augen in der Weltgeschichte herumlaufen, sind immer noch eine Minderheit. Also es wird mit der Zerstörung unseres Landes genauso weitergehen.

Willy Ehrlich | Di, 9. August 2016 - 13:34

In reply to by Herbert Trundelberg

Wieso gelb? Hat die FDP jemals Leistungslosigkeit gepredigt? Doch wohl eher das Gegenteil, oder?
Fragen Sie doch lieber mal, wieso die "soziale Gerechtigkeit" immer nur von links definiert wird!
Im Mainstream besteht soziale Gerechtigkeit doch darin, dass diejenigen, die etwas können und etwas machen- und deshalb etwas haben - denjenigen den Wohlstand erhöhen sollen, die nichts können und nichts machen und deshalb auch nichts haben.
Ob über Steuern oder Sozialabgaben oder Transferleistungen ist doch egal.

Krempeln Sie lieber die Ärmel hoch und bringen Sie einen Flüchtling zur Integration; das dauert 5 Jahre, aber er hat vorher kein Kindergeld, keinen KITA-Platz und keinen Schulunterricht gekostet.

Peter Bigalk | Mo, 8. August 2016 - 17:27

Die (vor allem untere) Mittelschicht hat sich die Enteignung jahrelang gefallen lassen ohne Murren und ist auch jetzt der große Verlierer zwischen Eliten, Prekariat und Migranten. Ich wundere mich nicht darüber, dass Herr Trump gewählt wird.

Joachim Walter | Di, 9. August 2016 - 10:40

In reply to by Peter Bigalk

Lieber Herr Bigalk,

geben Sie sich keiner falsche Hoffnung hin. Die Mächtigen, welche diese unheilvolle Entwicklung in Gang gesetzt haben, und die in der Auflösung der freiheitlichen, aufgeklärten Gesellschaftsordnung münden wird, sitzen fester denn je im Sattel.

Sie haben es geschickt geschafft, alle zu Abhängingen ihres Geldes zu machen und konnten erfolgreich die Medien und ehedem unabhängigen Journalisten korrumpieren.

Anstelle die absehbaren Konsequenzen der unkontrollierten Einwanderung auf unser Gemeinwesen offen darzustellen und zur Diskussion zu stellen, liegt der Fokus auf Nebensächlichkeiten, z.B Medaillen bei Olympia.

Noch funktioniert es die Verlierer durch Alimentierung und Informationsüberflutung einzulullen (klappt besser als jede Zensur).

Und der "Rotweingürtel" wird erst begreifen auf was er sich mit der "Willkommenskultur" eingelassen hat, wenn sich seine Nachbarschaft zu einer "Gated Community" umwandelt.

So lange wird weiter Merkel gewählt :-(

Georg Dallmann | Di, 9. August 2016 - 16:59

In reply to by Peter Bigalk

WER sein KREUZCHEN brav und sklavenhaft immer im selben Kästchen macht, hat es nicht besser VERDIENT..........
Jedes VOLK bekommt DIE Regierung (bzw. was als solches bezeichnet wird), DIE sie WÄHLT. Alte Weisheit (real erprobt).

Karola Schramm | Mo, 8. August 2016 - 18:01

Na ja, nun ist "das Kind in den Brunnen gefallen" und wir haben eine ungezügelte Einwanderung mit allen negativen Konsequenzen.
Warum ausgerechnet die Mittelschicht darunter leiden sollte, verstehe ich nicht, denn es sind überwiegend unausgebildete junge Männer hier, die eher den unteren Lohngruppen die Arbeitsplätze wegnehmen könnten, als Angestellten.
Außerdem ist "Die Mittelschicht" zu pauschal dargestellt, denn diese wird tatsächlich noch unterteilt in obere, mittelere und untere Mittelschicht. Wer also zahlt wirklich drauf und verliert und wer sind die Gewinner dieser Zustände ?
Meiner Meinung wäre eine Besteuerung der ganz hohen Einkünfte notwendig und die Beseitigung der schwarzen Null (auch so eine psychopathische Haltung von Schäuble) damit wieder von Staat, Stadt und Gemeinden richtig investiert werden kann, Bauen, Straßen, Verwaltung, Gesundheit, Medizin, Schulen, Bildung etc. Genug zu tun und Arbeit für alle kann es geben, wenn es politisch wirklich gewollt wird.

Die Mittelschicht bezahlt die ganze Choose und zwar nur die. Die Oberschicht kann sich dank der Steuergesetze arm rechnen und manch einer hinterzieht noch Steuern. Die Unterschicht verdient so wenig, dass sie oft unter die steuerpflichtige Einkommensgrenze fällt oder nur ein paar Eurochen zahlen muss, die nicht ins Gewicht fallen. Die Aufstocker bezahlen schon mal gar keine Steuern, sondern bekommen noch aus Steuermittel Gelder. Die Mehrwertsteuer bezahlen wir alle, nur, wer nicht sehr viel konsumieren kann, der zahlt auch weniger davon. Die Mittelschicht kann noch konsumieren, zahlt eben auch dort den höchsten Anteil an Mehrwertsteuer. Es geht nicht allein um Arbeitsplätze, wer welche besetzt, sondern WER das Geld erarbeiten muss.

Kurt Brand | Mo, 8. August 2016 - 19:03

Die Steuereinnahmen des Bundes betrugen in 2005, dem Jahr von Angela Merkels Amtsantritt, 190 Mrd. €. Im Jahr 2015, zum zehnjährigen Amtsjubiläum von Angela Merkel, betrugen sie 281 Mrd. €. Das entspricht einer Steigerung um 91 Mrd. € oder 48%. Rund 100 Mrd. € oder 50 % mehr hat der Bund also heute mehr zur Verfügung als noch 2005 - und das nicht nur einmalig, sondern revolvierend Jahr für Jahr mit steigender Tendenz. Hinzu kommt, dass der Bund bedingt durch die EZB-Niedrigzinspolitik als Folge der globalen Finanzkrise seine Zinskosten dramatisch senken konnte – von 37,4 Mrd. € in 2005 auf 21,1 Mrd. € im Jahr 2015. Trotzdem hat sich die Investitionsquote des Bundes kaum erhöht: 2005 gab der Bund 9,1% seines Etats für Investitionen aus, 2015 waren es 9,9%. In absoluten Zahlen entspricht dieser Zuwachs 5,8 Mrd. €, d. h. gerade mal knapp 6% der Steuermehreinnahmen in Höhe von rund 100 Mrd. Euro waren für zusätzliche Investitionen übrig. Wo bleibt das ganze Geld?!?

... lässt sich sehr einfach nachvollziehen, wenn man die Haushalte von Bund, Ländern und Gemeinden betrachtet.

Insbesondere Gemeinden mit hohem Migrantenanteil - man könnte auch sagen mit herausragender Willkommenskultur - geben enorme Summen für "Soziales" aus. Und das ist nicht erst seit der Einwanderungswelle im letzten Jahr, da hat dies nur noch einmal eine sichtbare Steigerung erfahren.

Schon 2014 hatten 35% der Bevölkerung mit Migrationshintergrund im Alter von 25 bis 64 Jahren keinen berufsqualifizierenden Abschluss, bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund waren es 9 % (Stat. Bundesamt).

Die enormen Summen für "Soziales" verteilen sich entsprechend.

Zur Erinnerung: angeblich wären die Komunen in den Ruin getrieben worden, wenn man den Kita-Angestellten die geforderte Lohnerhöhung zugestanden hätte.

Das wären 0,5 Mrd pro Jahr gewesen - vor dem "Wir schaffen das".

Jetzt haben wir plötzlich 25 Mrd p.a. für die Einwanderer - alles kein Problem ;-)

Karin Domig | Mo, 8. August 2016 - 19:42

….gibt es, je nachdem, wie das System funktioniert sicher eine Obergrenze, welche allerdings m. E. einem kontingentähnlichem Wert entspricht, gestaffelt nachdem was zu schaffen ist und was nicht...diesen Wert gibt es für weniger qualifizierte sowie auch für gutqualifiziert... wichtig ist nur zu wissen wie hoch dieses Kontingent ist (vielleicht auch gestaffelt nach Qualifikation) und in welchen Abständen es wieder einen Zuzug zulässt...bezüglich der Armut stimme ich vollkommen überein und glaube auch, dass der gleiche Effekt bei einem sogenannten 'bedingungslosen Einkommen' eintritt...

Thomas Nichterlein | Mo, 8. August 2016 - 20:22

Wen stört es, wenn Einige ganz reich sind, wenn es den Anderen akzeptabel geht? Niemanden, nicht wahr? Nur, was ist akzeptabel? Z.B. wenn die Mittelschicht ihren Status halten kann, oder wenn dies auch die "Armen" (ja, die Armen) können. Die Armen können es derzeit nicht mehr, die Mittelschicht sehr wohl. Nicht, dass sie hungerten, sie können sich aber weniger Zigaretten kaufen. Also sind die Armen der Indikator, nicht die Mittelschicht. Und auch die, welche den Politikern Probleme machen werden, denn sie konkurrieren direkt mit den Migranten.

Dimitri Gales | Mo, 8. August 2016 - 21:32

Mit der Feststellung, dass Migration nicht den Wohlstand erweitern wird, bin ich einverstanden; wir schreiben nicht mehr das Jahr 1960, und immer leistungsfähigere Roboter übernehmen so manche Tätigkeiten.
Das Problem, das die Politik nicht lösen kann, liegt tatsächlich in der Wirtschaftsglobalisierung. Der Welthandel ist seit 1965 immer schneller gewachsen; dieser rasant steigenden Kurve folgt leider auch die Massenarbeitslosigkeit, die öffentliche wie private Verschuldung. Bisher hofften die Regierungen durch Lenkung der Geldmenge und der Kreditallocation, die Kaufkraft des Mittelstandes zu erhöhen. Ich erinnere mich, als nach dem Platzen der Internetblase ein Herr Greenspan verzweifelt nach einem Ersatz, das heisst einer neuen Blase suchte. Man fand sie in der Immobilienblase.
Insofern ist es richtig: Das Finanzsystem, darunter auch das Eurosystem, ist marode, nicht mehr der Zeit angepasst. Man bekämpft die Symptome, will aber die Krankheit nicht beim Namen nennen.

peter hauser | Di, 9. August 2016 - 06:03

Im "Westeh Nichts Neues".......(Schon einige Zeit her)
Der Mensch kann wohl wirklich nichts aus der Geschichte lernen.
Enweder bin ich zu alt, oder Neues ist nur noch moralich zu diskutieren.
Erdogan, jetzt(!) mit Putin mit gemeinsamen Interessen verereint.......bereift denn Europa so gar nichts von Politik und dessen Bedeutunng? Haben die geschlafen Oder habe sie einfach nut Angst ??

Abgewirtschaftet .............und Merkel in die Produktion.

(Laberkultur und und Gerede, aber wenig Handeln.Wie lange soll das nur noch so weiter gehen ")
Man verliert wirklich jede Orientierung und Wahlalternativen.
Ukraine, Türkei, Syrien imer mahl wieder und dann die Olympische Spiele sooooo wichtig, gedopt oder auch nicht, hauptspache es macht spaß.(Nebenschauplätze mit unmengen Toten sind ausgeblendert.....wir sind ja leider heute imme bestens informiert.)

Erhard Senders | Di, 9. August 2016 - 08:06

Nachdem ich heute morgen von führenden Politikern gehört habe : Alleinerziehende werden besser unterstützt, die Bürokratie wird abgebaut, Steuern für den Mittelstand werden gesenkt, Steuerformulare vereinfacht, Flüchtlinge bei der Einreise besser kontrolliert und viele andere Wohltaten mehr........aber erst nach der Bundestagswahl ! Wie immer wird NIX passieren !

Hallo, es gibt Code-Wörter für den Neoliberalismus, wie Rainer Mausfeld, Prof. für Medienanalyse und Kognition feststellte. So heißt im Neusprech "Bürokratie wird abgebaut" tatsächlich "Entlassungen" werden stattfinden. "Reformen weiter treiben" bedeutet: Sozialabbau, Bildungsabbau, Versicherungsschutzabbau. "Privatisierung" bedeutet: Abbau demokratischer Grundrechte, usw.

Wenn es heißt, dass Alleinerziehende besser unterstützt werden, können Sie gut und gerne vom Gegenteil ausgehen. Gleiches gilt für die anderen "guten Taten" die Sie erwähnen.

< "Privatisierung" bedeutet: Abbau demokratischer Grundrechte, usw. >(vielleicht nicht grundsätzlich durchdacht, aber...."Eigentum soll ja Diebstahl" sein......:-)

Sie haben ja auch so recht, auch wenn Sie feststellen : <Wir befinden uns in einem Krieg: Reich gegen Arm.>........;
doch wann hatte es diesen nicht gegeben und ist es vielleicht eher ein anthropologisches, als ein soziales Problem ? Denn Unterschiede hat und wird es mit höchster Wahrscheinlichkeit immer geben. Und diese werden Dissonanzen schaffen, die dann ein Engagement wie das Ihrige nötig machen.....
Politik, im heutigen Verständnis, bedarf es Menschen wie Sie, die immer noch hoffen und glauben____ernst gemeint !

Alfred Bronner | Di, 9. August 2016 - 08:22

Irgendwann, ist bei jedem das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Bevölkerung kann nicht mehr bezahlen, als sie es ohnehin schon macht. Mehr Geld gibt es nur durch höhere Verschuldung. Wo das Geld dann landet (von bekloppten Bauprojekten bis hin zur Versorgung/Finanzierung unserer ungesteuerten Einwanderungspolitik) kann jeder selbst sehen.
Anstatt dieses Geld dann mit vollen Händen rauszuschmeißen, sollte der Leistungsgedanke eines jeden einzelnen gefördert und auch belohnt werden. Die Regierung sollte das Geld in die Schulbildung stecken. Die Klassenzimmer verkleinern, mehr Schulen bauen, Lehrer, Sicherheitskräfte, Psychologen, lernanreize schaffen. Die unwissenden, lernunwilligen Schüler von heute, werden später zu genau solchen Eltern, die dann Ihren Frust an den Kindern auslassen und diesen keine Perspektive bieten. Manchmal, weil sie es einfach nicht besser wissen. Mehr wissen, bedeutet mehr Wohlstand und Sicherheit, und davon profitiert dann jeder.

Ingo Kolumjewski | Di, 9. August 2016 - 10:08

Ich bin noch jung und habe mein eigenes ( Wahl ) Programm. Ich werde als Deutscher aus der EU austreten. Geht nicht ? Geht doch ! Am 1. Dezember geht mein Flug nach Kanada - für immer !
Aus meiner Sicht ist Deutschland schon gegen die "Wand" gefahren worden - und das wissen auch die meisten.

Christa Wallau | Di, 9. August 2016 - 10:54

In reply to by Ingo Kolumjewski

Wenn ich jung und ungebunden wäre, würde ich es mir auch überlegen, auszuwandern.
Deutschland wurde durch unglaublich unfähige Politiker (und weil die Wähler geschlafen haben bzw. sich bis heute ein X für ein U vormachen lassen) in ein derartiges Desaster geführt, daß es erst immer weiter abwärts gehen bzw. endlich einen gewaltigen Crash geben m u s s , um den Tiefstpunkt zu erreichen, von dem aus - wenn überhaupt - ein mühsamer Aufstieg wieder starten kann. Das können Sie dann in aller Gemütsruhe von Kanada aus
beobachten.
Schade um die Aufbauarbeit, die Ihre und meine Vorfahren nach dem Krieg
in Deutschland geleistet haben. Sie dürften in den Gräbern rotieren...

Bernd Eifländer | Di, 9. August 2016 - 10:56

........wenn der Bürger die Parteienlandschaft verändert, auch durch die Gründung neuer wählbarer Parteien rechts von der Mitte. Aktuell haben wir nur "linke" Parteien und "linke" unkritische Medien inkl. der Ö/R TV Programme. Davon nehme ich den Cicero aber nur eingeschränkt aus. Vieles gefällt mir auch nicht......ist aber noch erträglich.

... an der Kluft zwischen Arm und Reich durch:

1) Steuerreform
2) Änderung des Finanz- bzw. Bankenwesen
2) Revolution
3) Krieg

Das Grundübel liegt doch im Wesen des Geldes selber, wie es eingesetzt wird.
Wenn mit Geld noch mehr Geld erzielt werden kann, entstehen Abhängigkeiten und Ungleichheiten. Mehr Geld erzeugt noch mehr Ungleichheit. Es gibt auf der ganzen Welt (auch in D, sogar Bayern) "Regionalwährungen", da bleibt das Geld (bzw. die erwirtschafteten Werte in abstrakter Form) in der Region und wird nicht durch Spekulation oder Konsum auf fremden Märkten entzogen - mit positiven Ergebnissen. Allerdings klappt das so bisher nur regional und nicht global.

Jacqueline Gafner | Di, 9. August 2016 - 11:01

der eine der Hauptursachen dafür ist, dass Güter stets knapper und damit teurer werden, derweil die Menschen, die davon etwas abhaben wollen, immer mehr werden. Die Erde ist bekanntlich nicht nur rund, sondern auch endlich. Und Menschen müssen essen, trinken und ein Dach über dem Kopf haben, so sie überleben wollen. Also musst du produzieren, was sie an Gütern brauchen, wenn es nicht in Mord und Totschlag enden soll, und dafür sorgen, dass sie nicht immer noch mehr werden. Geschehen tut genau das Gegenteil. Hinter dem ganzen schönen FIAT-Money stehen keine produzierten Güter, sondern bloss Fiktionen, die man weder essen noch trinken noch bewohnen kann. Wer FIAT-Money hat, wandelt es daher vorab in Güter um, die endlich sind, allen voran in Grund und Boden, der stets Ertrag abwirft und an Wert gewinnt, ohne viel eigenes Risiko und eigene Arbeit. Das übernimmt das Heer derer, die nicht in den FIAT-Money-Kreis eingebunden sind und dafür sorgen, dass die Ware "Mensch" nicht knapp wird.

Georg Dallmann | Di, 9. August 2016 - 15:57

Es ist ja ohnehin schon zum Haare raufen, daß uns immer wieder die Spezies der Ökonomen erklären will, daß das was OHNEHIN JEDES KIND weiß - angeblich - nicht so ist, sondern natürlich GAAAAAAAAANZ anders.........
Fakt ist: Die Vermögen der SUPERREICHEN sind die letzten 10 Jahre geradezu EXPLODIERT, frei nach dem Motto, der Teufel scheißt immer auf denselben Haufen!
Die Einkommen der - sogenannten - "Mittelschicht, haben sich - inflationsbereinigt - so gut wie kaum bewegt während des GESAMTEN (!) Zeitraums. Dazu kommt, daß die MILLIONEN ARMEN (!) gerne "vergessen" werden (auch und gerade von der Ökonomenzunft). Das sind diejenigen, die tagtäglich ausgegrenzt, gedemütigt, benachteiligt, diskriminiert ......werden.
Die Zuwanderung MUSS gestoppt werden. DAS ist - wenigstens einmal richtig - ALTERNATIVLOS. Denn das Heer der ARMEN ist jetzt schon riesig.
Und bekanntlich ist für die ARMEN doch nie Geld da. Woher soll also das Geld kommen, das man für all die Zuwanderer braucht?

Georg Dallmann | Di, 9. August 2016 - 16:05

Das ist überfällig. Seit mehr als einem Jahrzehnt scheffeln die WIRKLICH REICHEN Millionen und Milliaren mit ihren VERMÖGEN an der BÖRSE, und mit ihren weitverzweigten Unternehmensbeteiligungen, für die sie DIVIDENDEN kassieren, die - lediglich - mit 25 % versteuert werden.
Das ist SKANDALÖS.
Die REICHEN nutzen die Infrastruktur, die SICHERHEIT im Lande, den sozialen Frieden im Lande (könnte bald anders kommen!), UND sie NUTZEN AUS (!) und zwar SCHAMLOS (!) das HEER an Arbeitnehmern, die - oft genug PREKÄR - zu Mindestlöhnen und oft noch weniger (getrickst wird trotzdem !) bis zum Umfallen dafür schuften, daß bei den Reichen die GEWINNE SPRUDELN wie aus einer ÖLQUELLE. DAS ist die WAHRHEIT!
Und die WAHRHEIT ist auch, daß ABERMILLIONEN dieser "SCHUFTER" anschließend eine lächerliche Rente für ihr "Lebenswerk" bekommen, welches auf Sozialhilfeniveau oder gar darunter ist.
Das ist SKANDALÖS und ALLE (!) sog. "etablierten Parteien" tragen DAFÜR (!) die VERANTWORTUNG.

Walter Wust | Di, 9. August 2016 - 17:20

Ich erinnere mich noch an Grundrechnen in der Volksschule, wo es hieß, drei von zwei geht nicht, hol ich mir einen runter. Diesen ominösen Einen, den holen sich Merkel und die gesamte Flüchtlingsindustrie in milliardenfacher Auflage immer und immerwieder runter. Das sind natürlich unproduktive Zahlen mit ebensolchem wirtschaftlichem Wert, sind aber in der Summe beeindruckend und letztendlich hat sie sogar irgendwer gutgeschrieben. das mit dem Bilanzieren ist dann so eine Sache. Järlich erstellt wäre solch eine Bilanz selbstverständlich kontraproduktiv, aber auf Generationen hochgerechnet lässt sich mit etwas Geschick und Goodwill sogar etwas Positives darstellen und für eine oder mehr Legislaturperioden hilft es allemal. Was dann kommt, geht nur die Anderen etwas an, die die immer Alles genau wissen müssen, die sind dann selbst schuld. Egal, gut gelebt gedenkt einem ewig. Wir schaffen das.

Siegfried Stein | Di, 9. August 2016 - 17:22

Betroffenheitspolitiker im Verein mit Betroffenheitswissenschaftlern - das Ergebnis sehen wir dann, wie von Ihnen beschrieben.
Oder, das Ergebnis kriecht dann aus der Brieftasche des Steuerzahlers.

Martin Wienand | Mi, 10. August 2016 - 00:13

Ich lese ihre Beiträge auch gern in der Wirtschaftswoche oder im Manager Magazin. Mit das beste und fundierteste, was man z. Zt. kriegen kann.

Sehr klar auch der Satz: "Wenn wir aus humanitären Gründen Flüchtlinge aufnehmen, bedeutet dies nichts anderes, als unseren Wohlstand mit diesen zu teilen". Die Deutschen sollten zumindest mal gefragt werden, ob sie alles teilen möchten. Denn sie teilen auch mit den Osteuropäern, die im Rahmen der EU-Freizügigkeit hier einwandern, und sie teilen mit vielen, vielen anderen. Nur eine einfache Frage an die Menschen hier: "Ist das alles noch so okay für euch?"

Renate Aldag | Mi, 10. August 2016 - 14:50

Genau, es ist die Mittelschicht, die immer wieder am meisten steuerlich geschröpft wird, weil: bei den Armen ist nichts zu holen und die Reichen verschieben ihre Gewinne ins Ausland. Folge: im letzten Jahr sollen 2 Mio "Flüchtlinge" hier in die BRD eingewandert sein, aber es sind 800 TSD ausgewandert und ich befürchte, das waren unsere jungen deutschen FachKräfte (siehe oben Hr. Kolumjewski). Die Willkommskultur einiger Weniger nebst der Asylindustrie wird auch hauptsächlich durch die Altersarmut Vieler finanziert. Wer in die Sozialkassen eingezahlt hat, bekomm am Ende ein Almosen und Zugewanderte, die nix eingezahlt haben, bekommen für deren Verhältnisse fürstliche Zuwendungen.

Ich stimme ihnen zu, ausgebildete, junge "deutsche" Fachkräfte sind in der ganzen Welt willkommen. Nur sollte man sich beeilen, ich fürchte das man sich in naher Zukunft genauer anschauen wird was aus Deutschland "kommt". Trump läßt sowas ähnliches schon mal durchblicken.........

SigismundRuestig | Do, 25. August 2016 - 22:51

Dass die Ungleichheit bzw. soziale Spaltung seit Jahren zunimmt, und mittlerweile auf einem inakzeptablen Niveau angelangt ist, dürfte wohl unstrittig sein. Lediglich dort, wo dieses Ergebnis politisch nicht gewünscht wird, wird versucht, dagegen zu argumentieren, indem i.d.R. die Zahlenbasis bestritten wird. U.a. auch von namhaften Wirtschaftswissenschaftlern (nicht nur von IW und IFO) - wird immer wieder versucht, dies zu negieren bzw. zu relativieren! Auch die Welt, die ja kürzlich die wachsende Ungleichheit noch als Märchen abgetan hatte, reiht sich ein in diese Riege der Zahlenakrobaten, jüngst mit dem Artikel "Der wahre Spaltpilz der amerikanischen Gesellschaft":
http://www.welt.de/wirtschaft/article157451200/Der-wahre-Spaltpilz-der-…
Dort werden willkürlich die Jahre 2007 und 2015 herausgegriffen und für diesen Zeitraum eine weitere Vergrößerung der Einkommensungleichheit zwischen den obersten 1% der Einkommenspyramide und den restlichen 99% ..

SigismundRuestig | Do, 25. August 2016 - 22:53

...
restlichen 99% in den USA bestritten.
Bei einer weiter zurückreichenden Langfristbetrachtung kommt man jedoch zu ganz anderen Ergebnissen:
US real income growth 1993-2015: +94.5% for top 1%; +14.3% for the rest. Top 1% captured 52% of income growth, rest 48% (Quelle: http://eml.berkeley.edu/~saez/saez-UStopincomes-2015.pdf …)
Noch extremer wird die Entwicklung der Ungleichheit, wenn man nicht das Einkommen, sondern das Vermögen betrachtet bzw. wenn man nicht die top 1% sondern die top 0,1% der Einkommenspyramide zum Vergleich heranzieht.
Aber das hören die Leugner der Einkommens- bzw. Vermögensungleichheit nicht so gerne!
Was ist zu tun?
1. Die Politik überzeugen, dass die Themen Ungleichheit und soziale Gerechtigkeit endlich umfassend anzugehen sind.
2. Diejenigen in die Ecke stellen, die die Thematik mit Floskeln wie "den anderen Leuten in die Taschen greifen" aushebeln wollen. Die "anderen Leute" sind die Superreichen, die sich angemessene Beiträge zur sozialen ...

SigismundRuestig | Do, 25. August 2016 - 22:56

Lesen Sie nicht Sinn oder Hüther oder Fuest. Deutsche "Starökonomen" spielen international bei der Frage der Verteilung von Einkommen und Vermögen keine Rolle!
Lesen Sie stattdessen Piketty!
Die Themen Mittelschicht, kalte Steuerprogression, Rentenniveau, Erbschaftsteuer, Vermögenssteuer, Lohnlücke zwischen Frauen und Männern bei gleicher Arbeit, Versicherungsbeiträge, Sozialstaat, Schere zwischen Arm und Reich etc müssten einmal im größeren Zusammenhang diskutiert werden. Dass die Ungleichheit bzw. soziale Spaltung seit Jahren zunimmt, und mittlerweile auf einem inakzeptablen Niveau angelangt ist, dürfte wohl unstrittig sein. Dennoch wird immer wieder - auch von namhaften Wirtschaftswissenschaftlern (nicht nur von IW und IFO) - versucht, dies zu negieren bzw. zu relativieren! Eine der Konsequenzen: die Mittelschicht (entspricht 26% der Nettoeinkommen) trägt rd. 54% zu den Beiträgen der Sozialversicherung bei, die Reichen (entspricht 11% der Nettoeinkommen) nur rd. 6%. Und jetzt ...

SigismundRuestig | Do, 25. August 2016 - 22:57

...
Und jetzt will die Union einmal mehr die Lasten der Flüchtlingspolitik durch die Verlängerung des Soli bzw. durch eine Benzinabgabe vorwiegend den Steuerzahlern und damit der Mittelschicht aufbürden! Last, but not least findet durch die aktuelle EZB-Politik (Fluten der Finanz-Märkte mit frischem Geld, negative Zinsen) in Verbindung mit Schäubles "Schwarzer Null-Politik" die größte Umverteilung bei Sparern und Rentnern seit der Währungsreform von 1948 statt, was zu einer weiteren Verarmung von Sparern und Rentnern führen wird. Und dann noch das Demografie-Problem, das mutig verdrängt wird!
Die Grundfrage ist: wohin steuert unsere Gesellschaft in der Frage einer gerechten und angemessenen Einkommens- und Vermögensverteilung? Wer hat wann beschlossen, dass wir heute in Bezug auf diese Verteilung da stehen, wo wir stehen? Wer legt fest, wo wir morgen stehen wollen? Mit welchen Maßnahmen? Um diese Grundfragen drückt sich unsere Politik herum und beschließt bzw. unterlässt Maßnahmen..

SigismundRuestig | Do, 25. August 2016 - 22:58

...
unterlässt Maßnahmen, die letztlich die Schere zwischen Arm und Reich weiter öffnen, obwohl das kein Politiker so benennt und zugibt.
In der Sozialpolitik gäbe es eine einfache Maßnahme, die auch das Problem der demographischen Entwicklung (Alterung, Bevölkerungsrückgang, immer mehr Rentnern wie auch Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherung stehen immer weniger Beitragszahlern gegenüber) berücksichtigt: auch große Einkommen und Vermögen (also auch die Produktionsfaktoren Kapital und Boden) beitragspflichtig machen!
Bis das passiert, mein Tip:
http://youtu.be/mQvThNJkKb

In der Steuerpolitik gibt es einen neuen Lichtblick: das Bundesverfassungsgericht hat bei der Erbschaftsteuer mal wieder eine verfassungskonforme Wegweisung gegeben (Eigentum verpflichtet). Auch wenn die Politik erwartungsgemäß dem nicht folgen wird (wie z.B. das von der CSU angekündigte Veto zu Schäubles Vorschlag belegt). Und dass die Familienunternehmer aus allen Rohren schießen, war wohl nicht ...

Die Fakten, die SigismundRuestig sehr ausführlich dargelegt hat, sind nicht zu widerlegen.
Stellt sich also die Frage, weshalb die etablierten Politikerinnen und Politiker nicht endlich klar Farbe bekennen und alles daransetzen, die offensichtlichen Ungerechtigkeiten aus der Welt zu schaffen?
In allen diesen etablierten Parteien (CDU, CSU, SPD, FDP, sogar bei den BÜNDNISGRÜNEN) gibt es inzwischen Personen oder Gruppierungen, die alles daransetzen, einer wirklichen sozialen Gerechtigkeit, die auch unser Grundgesetz fordert (Art. 14), zum Sieg zu verhelfen.
Diese "Beeinflussung" erfolgt über klandestine Kanäle und nicht unbedingt über Geldzuwendungen an die Entscheidungsträger.
Es gibt bekanntlich auch andere Mittel illegaler Korrumpierung.
Nehmen wir die Unionsparteien. Dort bestimmt eindeutig der sogenannte "Wirtschaftsrat", wo es langgeht.
Die "Arbeitnehmervertretung", angeführt vom früheren Minister Laumann, wird dort nur milde belächelt. Das sind die wirklichen Fakten. Schlimm!

Vielen Dank für Ihre Mühe die Fakten aufzuzeigen!
Noch einige Anmerkungen von mir:
Artikel, wie dieser von Herrn Stelter lese ich fast täglich in der FAZ (Rainer Hank, Sven Astheimer, Patrick Bernau, Heike Göbel, Kerstin Schwenn, u. a.). Man braucht sich nur seine Vita anzusehen, dann sieht man, dass auch er sich am "Klassenkampf von Oben" (Warren Buffett) beteiligt.
Bezüglich unseres Sozial/Rentensystems möchte ich an die Schweizer erinnern, die bereits vor Jahren ihr System total änderten. Das betrifft auch insbesondere unsere Staatsdiener, die sich noch immer auf das auf den preußischen Soldatenkönig geschaffene Alimentationsprinzip berufen und eine erheblich bessere Altersversorgung als die "Normalbürger" erhalten.
Gottseidank gibt es ja noch Stimmen wie die "Nachdenkseiten" des ehemaligen Brandt-Gefährten Albrecht Müller.
Leider, das erkenne ich täglich in den Medien, wird die "Rohe Bürgerlichkeit" (Heitmeyer) zunehmen: Die Schwachen werden auf die noch Schwächeren gehetzt:

bruno leutze | Mi, 31. August 2016 - 21:12

Herr Steltner, ich kann nicht nachvollziehen, warum die vielen Foristen ihre "Analyse" für zutreffend halten. Wahrscheinlich wegen der tatsächlich spürbaren Folgen auf den Geldbeutel, den Sie im Anschluß an den grottenfalschen Grundgedanken der Verarmung ursächlich benennen: die Globalisierung.
Seit wann produziert die Globalisierung oder kreditiert mit dem Zweck aus Geld mehr Geld zu machen usw.?
Seit wann stellt die Globalisierung Arbeitskräfte ein oder entläßt sie?
Seit wann ist die Globalisierung ein wirtschaftliches, kapitalistische Zwecke verfolgendes Subjekt, um aus Geld mehr Geld zum machen(G-G') ?
Es sind Kapitalisten, das Finanzkapital, das die Globalisierung für seine Zwecke zu nutzen weiß u. als Lieblingsbürger
vom Staat darin unterstützt werden. Die Verarmung ist eine Folge, der man zukünftig zu begegnen weiß:bsw. Grundeinkommen. Und bei 4.0 wirds zukünftig noch harscher mit der Verarmung, bei den vom Lohn abhängigen, die nicht mehr gebraucht werden...

Ganz Genau Herr Leutze, ich teile ihre Ansicht.

Gewinnstreben ist systemimmanent im Kapitalismus. Möglich in der Realwirtschaft oder durch Finanzgeschäfte. Da Finanzgeschäfte aber auf zukünftige Wertsteigerungen spekulieren, sind sie (z.T.) abgekoppelt von der Realwirtschaft. In D. gab es, seit Kohl, Steuergeschenke an die Vermögenden. Dieses "entgangene Steuergeld" floss nicht in die Realwirtschaft (und diente damit der Schaffung von Arbeitsplätzen), sondern gelangt auf dem Finanzmarkt, um noch mehr Geld anzuhäufen. Nur irgendwann platzt jede Blase und das hat durchaus Auswirkung auf die Realwirtschaft (siehe Bandenkrise). Tolles Geschäftsmodell der Banken übrigens. Das Übel ist, die Motivation mit Geld noch mehr Geld anzuhäufen. Geld fließt dahin, wo die Rendite am höchsten oder die Steuern am niedrigsten sind. Der ursächliche Grund der Verarmung liegt nicht im globalen Markt, sondern im menschlichen Verhalten - der Gier. Und hier fängt dann spätestens die Moral an.

Markus Michaelis | Mi, 7. September 2016 - 17:10

Zum Protektionsimus: selbstverständlich braucht es für manche der heutigen Probleme mehr Protektionismus. Das Wort wird oft als das Böse schlechthin verwendet, etwas, das zu P. führt oder P. benötigt muss falsch sein. Das ist nicht ok.

Zu Piketty: natürlich haben wir ein ungezügeltes Kreditwachstum. Das widerspricht Piketty überhaupt nicht. Solange ich unbegrenzt sparen kann, Geldwert staatlich gesichert ist, keine Inflation, kein Krieg (mit Staatsbankrott) etc. wird Vermögen irgendeine Anlage mit Zinsen oder Wertzuwachs finden (bis zur psychologisch bedingten "Piketty-Grenze" (5-7 faches BIP)). Ob dazu Sparkassenkredite oder OTC-Geschäfte oder neue CDO-Konstrukte oder kreditfrei sich aufblasende Immobilienpreise beitragen: da lässt Piketty viel Spielraum.

Gisela Korte | Di, 18. Oktober 2016 - 11:19

Zuerst mal sollten wir die ständig wachsende Einkommen-Differenz zwischen Reichen und dem "Rest der Welt" dadurch bremsen, dass die sehr hohen Erbschaften und Schenkungen besteuert werden. Dadurch vermeiden wir eine Bevölkerungsschicht, die ohne eigene Leistung direkt vom Kapitalvermögen gut leben kann (die Nachkommen der Super-Reichen).
Es ist auch wichtig, die Politiker und Manager für die Finanzkatastrophen und Miswirtschaft wie z.B. BER-Airport persönlich in die Verantwortung zu nehmen um die Steuerverschwendung zu minimieren.
Als dritte Maßnahme würde ich die Sozialabgaben von allen Bürgern proportionell zu Ihrem Einkommen als Pflicht einführen, damit mehr Geld für die Rente und Arbeitslosenhilfe da ist (auch von Selbstständigen). Das alles ist so nahe liegend, dass ich nicht verstehe, was eigentlich die SPD macht -diese Punkte habe ich in deren Programm vergeblich gesucht.

Esther Frank | Do, 20. Oktober 2016 - 18:45

Hallo, ich bin Esther Frank Ich bin die glücklichste Person auf dem Gesicht der Erde, nach 6 Monaten Traurigkeit und Trauer, ohne dass ich mit dem ein Ich liebe, versuchte ich alle meine mögliche Bestes, um sicherzustellen, dass ich meinen Liebhaber glücklich machen Es scheint nie gut zu funktionieren, es war wie alles vergebens tun, aber alle dank geht an DR BELLO für kommen alle meine Sorgen und Traurigkeit zu Joy ändern. Ich wusste, der große Mann, wenn ich einige wunderbare Zeugnis über DR BELLO, wie er geholfen hat viele Menschen auf ihre Beziehungsprobleme Ich las eine Zeitschrift, als ich große Zeugnisse sah, sowie meine Zwangslage dann entschied ich nicht Zeit zu verschwenden, weil ich habe Verpasst mein Liebhaber so viel ich beschlossen, ihn zu kontaktieren und teilen alle mein Problem mit ihm, die er sagte mir, nicht zu befürchten, dass er mir versichert, dass innerhalb von 48 Stunden alles würde aussortiert Ich glaubte DR BELLO so sehr, weil, wie er war Hilfe für viele Mensc

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns über jeden Kommentar und wünschen uns eine konstruktive Debatte. Beleidigende, unsachliche oder obszöne Beiträge werden deshalb gelöscht. Auch anonyme Kommentare werden bei uns nicht veröffentlicht. Wir bitten deshalb um Angabe des vollen Namens. Darüber hinaus behalten wir uns eine Auswahl der Kommentare auf unserer Seite vor. Um die Freischaltung kümmert sich die kleine Onlineredaktion von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr. Am Wochenende werden Forumsbeiträge nur eingeschränkt veröffentlicht. Wir danken für Ihr Verständnis.