Referendum in Italien - Wir nähern uns dem Ende des Euro

Das italienische Referendum am kommenden Sonntag wird von vielen zur Entscheidung über den Euro stilisiert. Dabei ist es völlig egal, wie die Italiener abstimmen. Der Euro ist kaum noch zu retten

Eine italienische Euromünze auf der Landkarte Italiens.
Auf 360 Milliarden Euro werden die faulen Forderungen der italienischen Banken geschätzt / picture alliance

Autoreninfo

Daniel Stelter ist Gründer des auf Strategie und Makroökonomie spezialisierten Diskussionsforums „Beyond the Obvious“. Zuvor war Stelter von 1990 bis 2013 Unternehmensberater bei der Boston Consulting Group (BCG), zuletzt als Senior Partner, Managing Director und Mitglied des BCG Executive Committee. Heute berät Stelter internationale Unternehmen bei der Vorbereitung auf die Herausforderungen der fortschreitenden Finanzkrise. Im September 2014 erschien seine Piketty-Kritik Die Schulden im 21. Jahrhundert. Sein aktuelles Buch heißt „Eiszeit in der Weltwirtschaft“.

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Das Gegenteil von „gut“ ist bekanntlich „gut gemeint“. So ist es auch beim Euro. Gedacht als Vehikel um die europäische Einigung voranzutreiben, entpuppt er sich immer mehr als Spaltpilz, der nationalistische und populistische Strömungen befeuert. Wenn etwas verwundert, dann, dass der Euro die vergangenen acht Jahre überstanden hat. Zu verdanken ist das nicht dem beherzten Handeln unserer Politiker, sondern einzig und allein der Europäischen Zentralbank, die alle Grundsätze ordentlicher Geldpolitik über Bord geworfen hat, um den Euro und letztlich die eigene Existenz zu retten.

Die Eurokrise ist eine Schulden- und Wettbewerbsfähigkeits-Krise. Private und Staaten haben die tiefen Zinsen im Zuge der Euroeinführung zu einer beispiellosen Verschuldung genutzt, und die Löhne stiegen im Zuge des Booms weit schneller als die Produktivität. Nun sind die Krisenländer in einer Dauerstagnation mit immer weiter steigenden Schulden gefangen.

Dauerhafte Krise in Italien

Das gilt auch für Italien: Das italienische Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt heute rund acht Prozent unter dem Niveau von 2008. Die Krise im Land dauert nun schon länger an als die Rezession in den 1930er Jahren. Nimmt man die Zeit seit der Euroeinführung im Jahre 1999, ist das Land seither um sechs Prozent gewachsen. Zum Vergleich: Deutschland und Frankreich haben im selben Zeitraum um rund 25 Prozent zugelegt. Die Arbeitslosigkeit verbleibt auf einem hohen Niveau, ohne Aussicht auf Besserung. Dennoch sind die Lohnstückkosten seit der Euroeinführung deutlich stärker gewachsen als in Deutschland, was die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutlich gesenkt hat. 

Folge der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung ist die Bankenkrise Italiens. Immer mehr Unternehmen und Bürger haben Schwierigkeiten ihren Verpflichtungen nachzukommen. Auf immerhin 360 Milliarden Euro (rund 20 Prozent des BIP) werden die faulen Forderungen der italienischen Banken geschätzt, mehr als die rund 250 Milliarden Eigenkapital der Banken. Kein Wunder, dass niemand mehr bereit ist, den Banken Geld zu leihen, aus Angst bei der Bereinigung der faulen Schulden gemäß den neuen europäischen Regelungen für die Bankenabwicklung zur Kasse gebeten zu werden.

Schulden wachsen stetig an

Zwar gehören die italienischen Privathaushalte zu den vermögendsten in Europa, deutlich vermögender beispielsweise als die deutschen. Der italienische Staat hingegen ist nach Griechenland und knapp gefolgt von Portugal der am höchsten verschuldete Staat in Europa. Obwohl der Staat einen Teil seiner Zinskosten aus Steuern bezahlt – also einen sogenannten Primärüberschuss von immerhin 1,4 Prozent des BIP erzielt – ist die Gesamtlast der Zinszahlungen mit 4 Prozent vom BIP immer noch so hoch, dass die Schulden relativ zur stagnierenden Wirtschaft immer mehr anwachsen.

Das italienische Bankensystem ist pleite und der Staat auch. Pleite in dem Sinne, dass es nach menschlichem Ermessen unmöglich ist, die Schulden zu bedienen. Wachstum kann man in Italien angesichts einer nun rasch schrumpfenden Erwerbsbevölkerung und chronisch schlechter Produktivitätsentwicklung nicht erwarten. Damit ist die Schuldenlast untragbar. Der Versuch, sie irgendwie zu stabilisieren, verstärkt die Krise nur noch. 

Der Euro als Korsett

Aus den genannten Gründen ist Italien schon lange mein Favorit, wenn es um die Frage des ersten Landes geht, welches den Euro verlässt. Noch könnte Italien einen Rest seiner industriellen Basis retten und mit einer eigenen Währung wieder wettbewerbsfähig werden. Natürlich ist der Euro nicht alleine Schuld an der Misere des Landes. Natürlich wäre die Einführung der Lira keine Lösung. Ein Aufschwung könnte es jedoch leichter machen, Reformen wirklich durchzuführen.

Was wirklich verwundert, ist, wie lange die Italiener bereit sind, das Korsett des Euro trotz der negativen Wirkungen zu ertragen. Oftmals hat es damit zu tun, dass sie wissen, dass die eigenen politischen Instanzen noch schlechter sind als die Beamten aus Brüssel. So hilft die Mitgliedschaft in der Währungsunion und in der EU, die eigene Politik zu disziplinieren.

Der bereits angesprochene Wohlstand der Privathaushalte dürfte ebenfalls dazu beigetragen haben, dass die Stimmung noch nicht gekippt ist. Nun droht sie, es zu tun. Selbst wenn das Referendum am Sonntag doch, wie von den Euro-Befürwortern erhofft, positiv ausgeht, ist das keine Entwarnung. So oder so ist es nur eine Frage des „wann“ nicht des „ob“ der Euro zerfällt.

Druck im politischen Kessel immer höher

Im Falle eines negativen Votums könnte der Zerfallsprozess gar länger dauern. Angesichts der Sorge vor Bankpleiten als Folge der Abstimmung – die Financial Times spricht von immerhin acht Banken denen dann lebenswichtige Finanzierung fehlen würde – dürften die EZB und die Politik alles tun um eine Krise in Italien zu verhindern und die Stimmung vor einer dann absehbaren Neuwahl positiv zu beeinflussen. Mögliche Maßnahmen wären noch größere Interventionen der EZB. Sie könnte neben dem Kauf von Staatsanleihen auch den Banken faule Papiere abnehmen und europaweite Staatsausgabenprogramme initiieren.

Die deutsche Bundesregierung dürfte angesichts der eigenen Bankenprobleme und der bevorstehenden Bundestagswahl alles daran setzen, die Illusion der gelungenen Euro„rettung” aufrecht zu erhalten. Das mag bis in den nächsten Herbst gelingen. Doch mit einer echten Lösung der Probleme hat das nichts zu tun. Irgendwann wird es zu einem Austritt aus dem Euro kommen, einfach weil der Druck im politischen Kessel zu hoch ist. Dann werden wir den Preis für die Konkursverschleppung unserer Politiker während der vergangenen sieben Jahre bezahlen müssen. Den Preis für ein politisches Projekt, dem von Anfang an der ökonomische Boden fehlte. 

Jörg Müller | Do, 1. Dezember 2016 - 18:16

einer der besten und kürzesten Artikel, den ich zum Thema Euro gelesen habe. Was sagen denn die ökonomischen Hofschranzen wie Fratzscher, Bofinger und Hickel dazu?

Klaus Hillebrandt | Do, 1. Dezember 2016 - 18:25

Sie hängt doch so am Euro. Und was wird sie ihren Wählern dann sagen?

Martin Landvoigt | Fr, 2. Dezember 2016 - 13:25

In reply to by Klaus Hillebrandt

... eben Stammtisch, wie alles, was nicht auf Linie getrimmt ist. Und um Ausreden war sie auch noch nicht verlegen. Alles sieht danach aus, dass man es eben durchregiert.

Ulrich Berger | Mo, 5. Dezember 2016 - 11:42

In reply to by Ruth Falk

...tja, da müsste man noch überlegen, wie man die per einsamem Merkel-Dekret durchgepeitschte Energiewende und den Flüchtlings-Ukas von 2015 bezeichnen soll.
"Durchdiktieren" vielleicht?
Oder "Experimentalpolitik" dieser Physikerin?
Fragen über Fragen...

Alexander Stopp | Do, 1. Dezember 2016 - 18:29

Danke für diese konzise, kristallklare Analyse. Was mir immer fehlt ist ein Hinweis dazu, wie es ohne Euro (oder mit einem Rest-Euro Nord) gehen soll? Unabhängige nationale Währungen oder wieder eine (flexible) "Währungsschlange"? Welche institutionellen Veränderungen sind denkbar? Es wäre doch Aufgabe auch der Ökonomen dazu Vorschläge zu machen.
Denn mit dem Schreckensszenario "Euro oder Tod" der großen Kanzlerin Angela Fidel Merkel betoniert man ja nur den Status Quo.

Wulf Richartz | So, 4. Dezember 2016 - 16:10

In reply to by Alexander Stopp

Ja, die Einführung des Euros war ein Fehler (ich war damals sehr dafür)
"witzigerweise" nicht, weil das Geld an Wert verlor, sondern weil jeder einfach weiter nationale Geldpolitik gemacht hat, ud es jetzt kaum auflösbare Schieflagen gibt.

Die alles entscheidende Frage ist aber, was passiert, wenn der Euro zerbricht?

Passiert dies auf einen Schlag, befürchte ich wirtschaftlich den Absturz (riesige EZB-Geldmengen, denen plötzlich nicht mehr viel gegenüber steht) und letztendlich eine echte Währungsreform wie 1948.

Der einzige Weg wäre, einzelne Länder nach und nach zu entlassen und deren Schulden abzuschreiben - wird trotzdem noch: Richtig Teuer

Nicolas Wolf | Do, 1. Dezember 2016 - 19:05

Oha, erschreckende Analyse obwohl ich eher verwundert bin, dass der Euro bis heute überdauert hat. Das Ende hätte ich schon längst erwartet, aber naja, da habe ich mich wohl getäuscht. Dennoch ist es auch für die nächsten Jahren eine Zitterpartie, denn das Ergebniss der Abstimmung in Italien, kann bestenfalls ein weiter so für den Euro bedeuten, oder schlimmstenfalls, je nach Sichtweise. Die Probleme sind bekannt und insbesondere das Merkel weitermacht verschlimmert die Lage dramatisch. Sie hat bis heute keine zufriedenstellende Lösung gefunden, also gibt es keinen Grund davon auszugehen, dass Ihr das in Zukunft gelingt. So wird das ganze weiterverschleppt und jede schaut auf den richtigen Moment für den Absprung und am Ende sind wir Deutschen die Dummen, naja vielleicht auch nicht, vielleicht haben wir ja auch mal Glück...

... der Euro wäre in der Tat schon viel früher am Ende gewesen, wenn es mit rechten Dingen zugegangen wäre. Aber mit so vielen Vertragsbrüchen, Konkursverschleppungen sowie der unerschöpflichen Notenpresse unserer "unabhängigen" EZB konnte nun wirklich niemand rechnen.

Gerdi Franke | Do, 1. Dezember 2016 - 19:25

Die Gründerväter sterben langsam aus oder haben zumindest politisch nichts mehr zu sagen. Und die Nachfolger sehen im Euro keine Vorteile mehr. Die Chance wurde verpasst, weil Brüssel die Harmonisierung der EU nicht weiterbetrieben hat. Hat nur Geld verteilt und mit Geld neue Mitgliedsländer zugekauft. Aber die Mitgliedsländer haben eben anderes erwartet.

Bernhard K. Kopp | Do, 1. Dezember 2016 - 20:06

Leider sind die rechtspopulistischen Parteien in Europa machtpolitisch viel zu klein, um den Euro ruiniert zu haben. Das müssen dann wohl andere gewesen sein. Aber die sind ja nicht böse.

Ursula Horvath | Sa, 10. Dezember 2016 - 16:27

In reply to by Bernhard K. Kopp

Da weiß ich schon wer der Schuldige ist, kann nur Einer sein, "Putin"! Inzwischen ist dieser neue "Böse Bube", dem man im Auftrag von Obama und Clinton sowie deren geopolitischen Befehlshaber die da heißen, Soros & Konsorten auch als Frühlingsbringer im Nahen Osten verrufen, Putin, der Verhinderer aller geostrategischen Pläne, dieser Verbrecherbande!

Gudrun Philipp | Do, 1. Dezember 2016 - 20:32

und dann? Fragen über Fragen, welche Maßnahmen werden unsere Politiker ergreifen, damit Deutschland nicht in ein noch schlimmeres Chaos stürzt. Ein Chaos ist uns Deutschen bereits mit der Einwanderungspolitik beschert worden und in Abwandlung des Spruches "Ein Unglück kommt selten allein" wird es dann möglicherweise heißen: Ein Chaos kommt selten allein. Ob wir Deutschen das alles schaffen? Hoffentlich hat Donald Trump nicht recht, als er Deutschland bürgerkriegsähnliche Zustände prophezeite.

welches Chaos meinen Sie? Finanziell geht es uns Deutschen so gut wie selten zuvor, nur sehen viele mittlerweile die Bedrohungen realistischer wie früher. Ist das etwa auch so eine Art von "rude awaikining" a la USA ? Die Trump Wahl war ein Hilferuf aus der Bevölkerung, wohl in der allgemeinen Erkenntniss, das es so nicht viel länger weitergeht. Deutschland war der große Profiteur des Euro - und am wenigsten würde Deutschland mit einer Rückführung zur alten D-Mark zu schaffen haben - im Gegensatz zu anderen Euro-Ländern. Verbleibt dennoch für jeden eine Geldentwertung von ca. 40 %, wenn wir jetzt wieder umkehren zur D-Mark (Wahnsinn)
Das hätte wahrhaftig Bürgerkriegspotential. Aber wer von uns faulen, trägen, obrigkeitshörigen und verwöhnten Deutschen hätte denn genug Arsch in der Hose, so etwas anzuzetteln oder besser noch durchzuziehen ? Und vor Allem: wofür ?

Bitte mal nachdenken !

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 5. Dezember 2016 - 11:38

In reply to by Olli Schäfer

Wenn ich es richtig verstehe, profitiert das besonders in der EU aktive Deutschland von einer Einheitswährung dieses Raumes.
Deutschland sollte also ein Interesse haben daran, dass die einzelnen Länder mit dem Euro leben und arbeiten können.Also stellt man Ländern in Krisen das versammelte know how der Eurozone zur Verfügung, es zu meistern.
Geld, um die Krisen zu überdauern, für Restrukturierungen, aber nicht für eine vollständige Alimentierung wie es Griechenland evtl. forderte.
Es würde mich wundern, wenn die Italiener für einen Euro eine Milliarde Lire bezahlen wollen.
Deutschland kann für den Profit aus dem Euro währungspolitische Sicherheit bieten sogar ganz alleine.
Man muss es wirklich nur einmal der Bevölkerung erklären.
Die Flüchtlingskrisenbewältigung durch Merkel hat evtl. diese Finanzkraft Deutschlands erheblich geschwächt.
Der Zwang zur Integration wird ein übrigens tun. Aber gäb es den Euro nicht, müßte man ihn, würde man ihn erfinden.
Warum ihn dann abschaffen?

Dimitri Gales | Do, 1. Dezember 2016 - 20:39

Es stimmt leider, dass auch Italien in der Euro-Falle gefangen ist und keinen Rat weiss. Der einzige Ausweg wäre ein Befreiuungsschlag:ein geordneter Austritt. Da Deutschland bisher vom Euro profitiert (diese künstliche Währung ist ja nur eine Fortsetzung der lieben alten DM), wird die Merkel-Regierung alles tun, um Potemkinsche Dörfer zu errichten.
Jetzt kommt alles darauf an, ob man dem italienischen Volk noch Märchen vom Euro und einer verheissungsvollen Zukunft in EU-Europa erzählen kann. Aber es ist möglich, dass die italienische Nation jetzt genug hat und agiert.

Behzad Farhouman | Do, 1. Dezember 2016 - 20:54

Dank Frau Merkel gebe ich Euro höchstens 2 jahre .bis jetzt sind andere Länder duch Euro ausgenutzt worden,genauso wie herr dobrindt uns mit seine ideen ausnutzen wlll. Wenn etwas in ordnung ist warum sollte man es ändern,es sei denn hat man daraus gewinne ohne rucksicht auf verluste von anderen leute

Michaela Diederichs | Do, 1. Dezember 2016 - 21:16

Ich verstehe nicht genug von Finanzpolitik, um einschätzen zu können, ob Herr Stelter mit seiner Einschätzung im Recht ist. Aber es beschleicht mich das unangenehme Gefühl, dass uns die ganze EU bald um die Ohren fliegen wird. Italien pleite, Griechenland pleite, ein Rettungspaket jagt das nächste, ohne dass damit geholfen wäre. Es widerspricht dem gesunden Menschenverstand, dass das gut gehen wird. Besorgniserregend ist insbesondere dabei, dass die Jugendarbeitslosigkeit in diesen Ländern extrem hoch ist und sowohl Griechenland als auch Italien mit immer mehr Flüchtlingen rechnen müssen, die kaum noch untergebracht werden können, und die Solidarität in Europa für sie gering ist. Die Menschen dieser Länder werden das auf Dauer kaum akzeptieren. Sind Euro und EU nur noch Illusion? Hängt der europäische Patient am Tropf und kann er überhaupt überleben?

sondern die Flüchtlingspolitik Merkels bzw. die Idee, die EU wäre ein Reisebüro.
Sogesehen hat Renzi zuwenig Politik gegenüber Brüssel gemacht in der Flüchtlingsfrage und zuwenig im Inland in der Eurofrage.
Italien kann nur gesunden über den Euro, d.h. die billige Möglichkeit, sich an den Finanzmärkten zu verschulden und die Zeit, die Brüssel geben kann, diese Schulden zu handhaben.
Das kann eigentlich nichts mit der Verfassung zutun haben sondern wenn damit, dass die schon nicht greift.
Die dann noch effizienter und schlanker gestalten zu wollen, aber das gesellschaftliche Chaos bestünde weiterhin, bedeutet doch eher Kollaps als Fortschritt.
Mit den Möglichkeiten des Euro ist die italienische Bevölkerung reicher/sicherer geworden, ohne dass neue gesellschaftliche Strukturen eingerichtet worden wären.
Italien sollte sich beraten lassen.
Im Euroraum kann die Staatsverschuldung viel höher sein als ohne den Euro.
Dieser Raum ist sehr viel Geld wert.
Man muss es nur steuern.

Ralph Barthel | Do, 1. Dezember 2016 - 21:29

Ich glaube es wird Zeit darüber nachzudenken wer die nötige Bildung und Disziplin mitbringt, das Geld der Bürger zu verwalten und auszugeben. Oder ist Politiker eine ausreichende Qualifikation um alles nach eigenen Gutdünken machen zu dürfen? So und mit solchem Personal wie z.Z. wird das jedenfalls nichts mit der EU.

Ich gehe ins Bett, zum Träumen.

Andreas Müller | Do, 1. Dezember 2016 - 21:52

Sehr geehrter Herr Stelter,

ein sehr interessanter Artikel!
Doch eine Sache stört mich.
Am Ende reden Sie von einem "Preis" den wir bezahlen müssen, liefern aber keine konkrete Erklärung was dieser "Preis" denn genau beinhaltet.

Kommt da noch eine Fortsetzung?

Eins ist natürlich klar, falls Ihre Prognose eintreten sollte, wird es zu turbulenten Zeiten kommen.

Doch wie wird unsere Legislative reagieren? Werden die alten Währungen wieder eingeführt? Kommt es zu Schuldenerlassen und damit womöglich zu enormen Abschreibungen in der hiesigen Bankenlandschaft und deren Folgen? Ein weiterer Steilvorlage für die AFD? Wie sieht es mit den den Renten aus? Vielleicht kommt es zu steigende Zinsen. Das bei dem jetzigen Bauboom kommt mir irgendwie bekannt vor...

Das waren nur ein paar Fragen die mir durch den Kopf geschwirrt sind. Vielleicht können Sie ja helfen etwas Klarheit zu verschaffen.

Mit freundlichen Grüßen
Müller

Ursula Schneider | Fr, 2. Dezember 2016 - 18:05

In reply to by Andreas Müller

Die deutschen Garantien und Haftungssummen (ESM, EFSM, Anteile an Rettungsschirmen, Bürgschaft für EFSF, EZB-Staatsanleihekäufe, Target-Verbindlichkeiten usw.) dürften inzwischen die Billionengrenze weit überschritten haben. Alles Verluste für uns, wenn das Eurosystem wegen Zahlungsunfähigkeit einiger Mitglieder auseinanderbricht. Wer zuletzt noch Geld hat, ist zwangsläufig der Dumme. Nach dem Vertragsbruch bezüglich des Beistandsverbots (No-Bail-Out-Prinzip) gibt es jetzt kein Halten mehr ...

Konrad Kugler | Fr, 2. Dezember 2016 - 21:28

In reply to by Andreas Müller

"Die Rente ist sicher" hat Norbert Blüm gesagt und viel Hohn dafür kassiert. Diese Behauptung ist richtig, von der Höhe hat er ja nichts gesagt. In vielen Fällen wird sie in den Bereich Sozialhilfeniveau fallen. Über die Rentenfrage bestimmen Leute, die den Generationenvertrag nicht verstehen. Achten Sie einmal darauf, wie oft von Großfamilie geschwafelt wird, wenn es um eine große Familie geht - ab 4 Kinder aufwärts.

Den Beweis, daß DE pleite ist, kann man mit einer Rechenaufgabe führen:

2 Billionen geteilt durch 20 Milliarden ist gleich 100 Jahre!

Arnold Heisterbach | So, 4. Dezember 2016 - 09:53

In reply to by Andreas Müller

Sehr gute Frage, die Sie da stellen. Herr Stelter ist nicht nur ein hervorragender Analyst, nein, er raunt auch sehr gerne. Und ich habe noch keinen Beitrag von ihm gelesen, wo sich nicht jedesmal ein Gefuehl der Angst oder Hoffnungslosigkeit in mir breit machte.

Patrick Feldmann | Do, 1. Dezember 2016 - 22:23

weswegen ich 2013 in die AfD eingetreten bin.(die erste Partei, deren Mitglied ich jemals war)

Leider sind die meisten Deutschen noch in der Angst-frisst-Seele-Ecke und da der Euro inzwischen wie ein nachrangiges Problem erscheint (wiewohl seine Effekte hier in D alles verfrühstücken) , wenn er implodiert, wird auf einen Schlag alles auf dem Tisch liegen, was man so mühsam unter den Teppich gekehrt hat.
Italien haftet meines Wissens mit 17% für die EZB. Tritt Italien aus, so werden diese auf den verbleibenden Rest aufgeschlagen, den Großteil der Lasten übernimmt dann D (u.Frankr., das selbst vor der Frage des Austritts steht).

Niemand kann sagen, daß es nicht genug Warnungen gab, auch schon lange vor der AfD!

... lieber Herr Feldmann, wie sich meine Handlungen mit den Ihren decken.
Auch ich bin 2013 als bisher keiner Partei zugehörig in die AfD eingetreten
wegen der verantwortungslosen Euro-Politik. Vielen Leuten, die so denken und urteilen wie Sie und ich, wird es ähnlich ergangen sein, sonst hätte die AfD nicht auf Anhieb viel Zulauf erhalten.
Aber - wie Sie sehen - die meisten Menschen in D kapieren bis heute nicht, was
da auf dem Spiel steht. Traurig...
Herzliche Grüße an Sie!
C. Wallau

Eine Partei, die in dieser historisch günstigen Stunde - so viele Menschen wie nie zweifeln an den Regierungsparteien und sehen wie Deutschland gegen die Wand gefahren wird - noch keine 30 Prozent auf Bundesebene geschafft hat, wird den Job nicht besser machen.

Diese fantastische Jahrhundert-Chance in einem Parteien- und Machtvakuum nicht zu ergreifen und sich mit internen Power- und Wer-Ist-Der-Rechteste-Im-Ganzen-Land-Spielchen energetisch zu zerfleddern, lässt nur Kopfschütteln übrig. Scheinbar ist da ganz einfach definitiv nicht genug Intelligenz manifestiert. Eine gewisse Masse und Dynamik braucht es schon um Dinge in Schwung zu bringen.

Liest man zusätzlich davon, dass die AfD den Klimawandel leugnet, wendet sich jedes menschliche Wesen mit einem IQ über 80 schnurstracks ab, ohne sich noch einmal umzusehen.

Zwei Bemerkungen, sehr geehrter Herr Wienand, zu Ihrem Kommentar:
1. Daß die AfD noch keine 30% auf Bundesebene geschafft hat, liegt einzig und allein an der ungeheuren Diffamierungskampagne, die v o n A n f a n g a n (Beim tadellosen Lucke, dem Sie sicher einen IQ von über 80 zubilligen werden!) durch alle bestehenden Parteien im trauten Einklang mit den Medien erfolgreich durchgezogen wurde. D e s h a l b fehlen jetzt gute Leute! Wer will schon in einer Partei mitwirken, die konstant als rechtsradikal verunglimpft wird? Es gehört viel Überzeugung und Mut dazu, t r o t z des ungeheuren Gegenwindes bei der Stange zu bleiben. Und mutig sind viele kluge Leute eher nicht. Daher sind die in j e d e r Partei vorhandenen minderbegabten Mitglieder in der AfD leicht überproportional vertreten. Logisch, oder?
2. Was den Klimawandel anbetrifft, so leugnet in der AfD niemand klimatische
Veränderungen. Was bezweifelt wird, sind die Möglichkeiten des menschlichen Einflusses auf das Klima.

Christian Glob | Do, 1. Dezember 2016 - 23:17

Gehen wir davon aus, dass die Bundesregierung Ihre Analyse nicht teilt, jedenfalls nicht als zwangsläufige Entwicklung. In der Güterabwägung geht sie immer lieber ein weiteres Stück des Weges, als die Lage zu eskalieren. Können Sie das erklären? Wohlwissend, dass auch kleine Schritte, beispielsweise eine großzügige Auslegung des Mandats der EZB u.v.m., in der Summe einen irreversiblen Weg beschreiten.

Stefan Fischer | Do, 1. Dezember 2016 - 23:23

Das ist zum Hauptinhalt der Bundespolitik geworden, die Illusionen aufrecht zu erhalten. Und es geht dabei sicher nicht nur um den Euro. Ich bin nur mal gespannt wie man nach dem Einsturz des Lügengebäudes gedenkt zu Regieren, mit einem vollkommen desillusionierten Volk wird das nicht ganz so einfach werden.

Robert Müller | Fr, 2. Dezember 2016 - 01:34

Ich sehe keinen prinzipiellen Grund warum Italien aus dem Euro austreten muss. Das beste Gegenbeispiel ist Griechenland, wo man innerhalb des Euro die Wettbewerbsfähigkeit nach vielen Jahren erreicht hat. Auch in Frankreich hat man sich unter Hollande zu Reformen durch gerungen und mit Fillion könnten wesentliche weitere hinzukommen. Dagegen hat Renzi sich leider auf politische Reformen, wenige wirtschaftliche Reformen und Wahlgeschenke beschränkt, was nicht ausreicht. "Flexibilität" ist keine Reform. Halb Italien wird von der Mafia und Korruption beherrscht und dann auch noch die linke Einwanderungspolitik. Und was machen die Wähler? Die setzen ihre Hoffnung auf einen Ex-Komiker! Ich glaube übrigens nicht an einen Dominoeffekt nach einem Austritt Italiens aus dem Euro, weil niemand das Erreichte riskieren will.

Damit das Griechenland sich erholt hat, meine ich, dass Tsipras die von außen vorgegebenen Reformen ins Parlament einbringt und sie dort verabschiedet werden. Das geht in GR in einem Tempo das man sich für Deutschland wünschen würde. Die Zahl der Staatsangestellten wurde fast halbiert und seit diesem Jahr wächst wieder die Wirtschaft. Zuletzt fast 2% (aufs Jahr hochgerechnet), so dass die für nächstes Jahr angekündigten fast 3% vielleicht erreicht werden können. Also ähnlich wie in Spanien. Übrigens, auch Portugal hat zuletzt einen großen Sprung beim Wirtschaftswachstum hingelegt. Was das mit weiteren Krediten betrifft. Meines Wissens plant man in GR bald wieder so normal zu sein, dass man sich am Kapitalmarkt wieder ein wenig Geld holen kann. Aktien +10%. Natürlich ist deshalb noch nicht alles wieder in Ordnung. Die Wirtschaftsstruktur in GR ist nicht die eines Indusrielandes, die Arbeitslosigkeit und Armut ist hoch und letztlich sind die Reformen von außen aufgezwungen.

Uwe Dippel | Fr, 2. Dezember 2016 - 14:32

In reply to by Robert Müller

Prinzipieller Grund? Erst einmal nicht, das stimme ich überein. Aber wenn - bisher 360 Milliarden - fällig werden zur Bankenrettung; und geschätzte 1000 Milliarden bis zum Licht am Ende des italienischen Tunnels, da ist Griechenland ein kleines Fischlein im Vergleich.

Holland, Fillon? Das ist doch zu verkürzt dargestellt. Unter Holland hat sich nichts verbessert, sonst stünde er nicht mit einer einstelligen (!) Prozentzahl an Unterstützung da. Und Fillon hat ja noch gar nichts getan.

Wenn Sie schon wissen, dass Italien von der Mafia, und Korruption, ... und Grillo; dann verraten Sie mir mal, wie Sie sich ein Erreichen der Wettbewerbsfähigkeit vorstellen. Andernfalls würde ich Ihre Argumentation als widersprüchlich ansehen müssen.

Faktisch austreten müssen, natürlich nicht. Aber sollen alle nur zuwarten, bis die Hungersnot in Italien anfängt? Oder eben, bis die Resteuropäer, voran die Deutschen, alle Rechnungen übernehmen? Besser eine Neo-Lira als ein Bankrott!

Robert Müller | Sa, 3. Dezember 2016 - 02:06

In reply to by Uwe Dippel

Wesentliche Reformschritte in IT waren Reformen beim Kündigungsrecht. Suchbegriffe: Arbeitsmarktreform Italien. Kündigungen waren so teuer, dass man lieber niemanden eingestellt hat. Stattdessen wurde ein weiteres Miniunternehmen gegründet, da die Arbeitsgesetze erst mit 50 Mitarbeitern heftig wurden. Wenn ich mich richtig erinnere, dann ist sogar die Arbeitslosigkeit leicht gefallen. Natürlich passen derartige Reformen nicht denjenigen, die einen "unkündbaren" Job haben und die damit auch ihre arbeitslosen 30 Jährigen Kinder finanzieren. Aber ineffiziente Strukturen sind auf Dauer schlecht. Die Bankenrettung in IT steht dagegen kurz bevor. Meines Wissens ist da das Problem, dass man eigentlich weiß wie das gemacht werden müsste -> Zypern. Aber politisch ist das Selbstmord, weil die Banken ähnlich wie in ES wenige Jahre zuvor Geld gebraucht haben und deshalb Millionen Bankkunden Banken-Schrott verkauft haben, dessen Wert bei einer Bankenrettung Null würde.

Felix Haller | Fr, 2. Dezember 2016 - 06:20

Eine Gegenrede:
Es wird weder einen Eurokollaps noch einen Italexit geben.
Der Geldpritzenmann Draghi steht Gewehr bei Fuß. Solange die europäische Nomenklatura in Zusammenarbeit mit der EZB durch Geldschöpfungsaktionen und Billigstzinen das gigantische Ausmaß der Krise verschleiern und verstecken können, wird es immer wieder zu Kollapsverzögerungen kommen. Die geldpolitischen Manöver und Zaubertricks sind:
Aufkäufe sämtlicher Schuldentitel, Laufzeitverlängerungen, Verlängerung der zins- und tilgungsfreien Phasen, Billigstzinsen, bis hin zu Schenkungsaktionen.
Ich bin als Geldlaie nicht kompetent genug, um weitere Möglichkeiten der EZB aufzulisten. Aber wir können davon ausgehen, dass die EZB zusammen mit der europäischen Politik auch weiterhin in dieser Hinsicht eine äußerst trickreiche und hochinnovative Produktivität gebären wird.
Statt Kollaps langsames Siechtum, auch bei uns in Deutschland.

Live aus Buxtetown am Esteriver
Bakwahn
Hamburg Bangkok Düsseldorf

Uwe Dippel | Fr, 2. Dezember 2016 - 15:17

In reply to by Felix Haller

Möglicherweise haben Sie Recht mit dem 'kein *xit' und kein Kollaps.

Und dann? Das Geld kommt doch nicht aus der Presse! Nach einer beliebig langen Zwischenfinanzierung kommt irgendwann der Tag der Wahrheit: Es kann nur das ausgegeben werden, was anderswo erarbeitet wurde. Auch EZB und Draghi können da nichts dran ändern.
Dann muss das Geld aus GR kommen, so wie man es jetzt schon auszuquetschen versucht, also äquivalent aus Italien; oder alles wird 'fair' über ganz Europa verteilt, und 500 Millionen Europäer legen zwangsweise zusammen. Entweder in Geld, Naturalien, oder einfach in Absenkung der Kaufkraft.

Gabriel Zuber | Fr, 2. Dezember 2016 - 07:36

Vielleicht sollte man den Euro auf ein gesundes Maß vergleichsweise homogener Staaten zurückstutzen, statt die Gemeinschaft aufzugeben. Das Gleiche könnte man auch für die EU insgesamt sagen: in Kompetenzen und ggf. Mitgliedern auf Handhabbarkeit zurückführen, dann einen soliden, guten Job hinlegen, um verlorenes Vertrauen wieder aufzubauen.

helmut armbruster | Fr, 2. Dezember 2016 - 08:50

was muss man sich konkret vorstellen unter "werden wir den Preis für die Konkursverschleppung zahlen müssen?"
Kann mir jemand eine konkrete Antwort geben?

Gerne. Versuchen Sie mal, einen Kredit aufzunehmen. Gut, und dann nehmen Sie Kredite auf, diesen Kredit abzuzahlen, und weitere Kredite um diese Kredite ... .
Wie auch immer. Am Schluss bleibt die Gesamtsumme stehen, die Sie aufgenommen und nicht zurückgezahlt haben. Egal wie hoch die ist.

Natürlich lässt sich immer 'Zwischenfinanzieren', in diesem Falle durch EZB, zur sogenannten 'Entschuldung' - so wie das im oben konstruierten Falle auch wäre. Aber ohne Schuldenschnitt, oder Bankrott, müssten Sie dann doch den Gesamtbetrag zurückzahlen.
Und so ist das im Grossen auch. Wenn der Versuch einer Griechenlandrettung scheitert, also so dass Griechenland nicht soweit auf die Füsse kommt, seine Schulden abzutragen (die gering im Vergleich zu Italien sind), ist am Ende ein Staatsbankrott föllig, oder ein Verzicht auf Rückzahlung (Schuldenschnitt), oder - und das wird wohl passieren - Sie und ich kommen indirekt (zur Not aber auch mit Zwang) dafür auf. Für jeden Euro.

michael müller | Fr, 2. Dezember 2016 - 09:18

Es wird sowohl in den Mainstreammedien als auch in der gesamten politischen Klasse, außer der Partei DIE LINKE seit Jahren verschwiegen bzw. nicht zur Kenntnis genommen, daß Deutschland mit seiner unsäglichen und verantwortungslosen Austeritätspoplitik und seinem, in Europa größtem Niedriglohnsektor, die Peripherieländer ohne Rücksicht auf Verluste niederkonkuriert und unsere Arbeitslosigkeit dadurch in höchstem Maße exportiert hat und somit für die Eurokrise zum großen Teil mitverantwortlich ist !!! Der deutsche Ökonom Heiner Flassbeck, leider ein einamer Rufer im Walde, weist schon seit Jahren in seinen höchst erhellenden Vorträgen sowie auf seiner Website "MAKROSKOP" auf dieses sich immer weiter verschärfenden Problems hin, auch bezgl. des italienischen Problems.
Hier noch ein sehr beunruhigendes Kurzinterwiew des Wirtschaftspuplizisten Roland Tichy zum Thema Euro & EZB:

http://dbate.de/videos/roland-tichy-ezb-politik-dbate-interview/

Wolfgang Lang | Fr, 2. Dezember 2016 - 09:27

Die klugen Warner wurden knallhart bekämpft, diffamiert und vor Gericht ins Leere laufen gelassen. Jetzt naht aber der Zahltag und der wird grausam werden. Und die Verantwortlichen werden sich rechtzeitig davon schleichen. Merkel auch. Vielleicht taucht vorher ja auch ihre Stasiakte auf. Dann kommt UvdL dran. Die Bilderberger haben sie gebrieft. Ob die verbliebene Vasallen-CDU das überlebt wird man sehen. Eins ist sicher, der Steuerzahler wird zur Kasse gebeten. Notfalls mit Zwang.

ingid dietz | Fr, 2. Dezember 2016 - 10:12

Fakt ist auch, dass Griechenland PLEITE ist !
Fakt ist auch, dass wohl wieder einmal gutes Steuergeld in Fässer ohne Boden geworfen werden !
Fakt ist, dass die Zahl der EU-Kritiker stetig
wächst !
Die Politiker sind einfach nicht lernfähig !
Flickschusterei ist immer noch angesagt !

Robert Flag | Fr, 2. Dezember 2016 - 10:45

Der größte Fehler ist erst nach der Euro-Einführung passiert. Da haben sich unsere Staatenlenker kräftig auf die Schultern geklopft und sich dann schlafen gelegt. Die fiskale sollte die politische Union beschleunigen und das Gegenteil ist passiert.
Man hätte z.B. als erstes die Mehrwert- und Unternehmenssteuersätze vereinheitlichen müssen. Daran haben allerdings die Herren Dijsselbloem und Juncker kein Interesse.
Es regiert nach wie vor der nationale Egoismus.
Draghi setzt dem mit seiner Nullzinspolitik die Krone auf. Dabei sollte er gemerkt haben, dass gerade weil alle zinsfinanzierte Altersvorsorge wertlos geworden ist, die Leute zum Sparen gezwungen werden. Aber das ist ihm egal, weil er nur seiner Klientel, den Banken, verpflichtet ist.
Aber wie immer, wird den gutbetuchten Herren nichts passieren und die Bevölkerung muß es ausbaden.

Bianca Sollreich | Fr, 2. Dezember 2016 - 11:06

Wie sagte doch ein weißer Grieche vor nicht allzulanger Zeit: "Egal was die Deutschen sagen, am Ende zahlen sie doch."

Hier verkauft man uns dieses abgewrackte Europa als Friedensgarant und in Deutschland selbst führt man dafür einen Vernichtungskrieg gegen die eigenen Bürger.
Reformieren will man offensichtlich nicht.
Man müsste vorher die Bankrotteure austauschen.
Ich hoffe auf einen europäische Rechte in den Mitgliedsstaaten, die die Kraft haben diesen Ausverkauf der EU zu beenden.
Frau Merkel kann bei Erdogan ja dann die Ehrenbürgerschaft beantragen, wenn ihr in diesem Chaos ein Beitritt des Kalifenstaats so wichtig ist und dann aber bitte all ihre Claqueure mitnehmen. Mit Anpassung hat man bei Erdogans Regime sicher keine Probleme.

Heinz Pelzer | Fr, 2. Dezember 2016 - 12:59

Es ist immer schon leichter gewesen, den Stein bergab, als ihn mit Mühe bergauf zu rollen.

Der Euro muss weg, damit die Nationalstaaten wieder ihre eigene Währung bekommen. So heißt das Zauberwort. Damit glaubt man, dass dann die Verschuldung in Europa langsamer wachse. Mit Abwertungen, Wiedereinführung der Grenzkontrollen für Güter und Dienstleistungen hätte man das Mittel der Wahl in der Hand, das alles besser würde. Das Heil läge dann in einem Kontinent alter Vielstaatlichkeit.

Was wäre damit gewonnen? Höchstens, dass das Mittel der Geldfälschung von der EZB auf die Nationalbanken übertragen würden. Und wer glaubt man könne die Anspruchslage der Bevölkerung und deren Erfüllung mit nationaler Geldfälschung besser zufriedenstellt, als mit der Geldfälschung durch die EZB, der irrt gewaltig

Hermann Neumann | Fr, 2. Dezember 2016 - 13:22

Euro und EU sind wie eine alte Kuh.
Jeder weiß, dass sie nicht mehr lange lebt und trotzdem wird sie jeden Morgen gemolken bis sie einfach tot umfällt.
Was übrig bleibt, taugt nicht mal mehr als Wurst, sondern wird zu Hundefutter verarbeitet.
Kein Hahn wird mehr nach Euro und EU krähen.
Bleibt nur zu hoffen, dass mit Euro und EU auch die verantwortliche "Elite" verschwindet.

Franz-J. Twittenhoff | Fr, 2. Dezember 2016 - 13:25

Sehr zutreffende Analyse,sehr guter Artikel.
Man bekommt in den meisten Fällen nur vorgekauten Einheitsbrei in etablierten Medien vorgestzt.Ein so einmaliges Projekt wie Europa so in den Sand zu setzen,
ist ein armuts Zeugnis der agierenden Politischen Klasse.Scholz verlässt das sinkende Schiff um das nächste Schiff Deutschland zu versenken. Hoffe nur das nach dem Schlamassel sich fähige Politiker finden die Europa 2.0 neu und vernünftig aufbauen. Die Menschen in Europa hätten es verdient!!!

Johann Merkl | Fr, 2. Dezember 2016 - 15:06

Voll d'accord, was ich aber nicht kapiere, sind die beiden Sätze: "Natürlich wäre die Einführung der Lira keine Lösung. Ein Aufschwung könnte es jedoch leichter machen, Reformen wirklich durchzuführen." Wenn die Rückkehr zur Lira keine Lösung ist, was ist denn dann die Lösung?

Reinhard John | Fr, 2. Dezember 2016 - 15:10

Von je her ist das eine unheilvolle Konstellation und war von Anbeginn des Euros die größte Gefahr, weil Politiker immer nur Geld ausgeben können ohne wirklich zu wissen wie schwer es verdient werden muss. Schaut euch die Riege der momentanen führenden Politiker an, da ist keiner dabei, der je bewiesen hat ohne Alimentation auf den eigenen Beinen zu stehen.

Christian Trummer | Fr, 2. Dezember 2016 - 16:04

Wieder einmal ein Artikel und Kommentar im Cicero, der messerscharf analysiert und Fakten, nicht Wunschdenken oder Phantastereien oder gefälschte Statistiken behördlicher Institutionen wiedergibt, sondern die Dinge beim Namen nennt und die Zwangsverheiratung mit dem Euro als gelenkte Scheinehe entlarvt, von der der wirtschaftlich vernünftig geführte Teil auch noch in den Ruin gezogen werden soll.
Der Euro war von Anfang an zum Scheitern verurteilt, weil die verantwortungslose Politik der Befürworter von niederen Motiven geleitet war, nicht von Vernunft, Wirtschaftlichkeit und Verstand. Jetzt ist Zahltag, aber zahlen müssen all jene, die das von vornherein nicht wollten.

WolfgangDubbel | Fr, 2. Dezember 2016 - 16:30

es wird bei dem Thema zu selten gesagt,
bei wem der Staat verschuldet ist. In Italien ist der Staat in erster Linie bei seinen Bürgern verschuldet....
ein grosser Unterschied zu GR z.B..

franz wanner | Fr, 2. Dezember 2016 - 17:30

die Lageeinschätzung mag zutreffen. Die Ursachen sind zu analysieren und dann könnte man lindern.
Die Usachen benennen will niemand und geht vielleicht heute nicht mehr.
Bleiben die Zukunftsalternativen. Welche wird wohl teurer?
Weil immer nur eine Variante sich mit Leben erfüllt, wäre rückwirkend ein Vergleich unmöglich.
Aber es gibt begründbare Prognosen und es gibt unterschiedliche Maßstäbe.
Nehme ich mal additiv die Gesamtheit der Euroländer als Maßstab wäre die Kostensumme (auf 15 Jahre?) für die Rettung sicher geringer als beim scheitern. (Wenn die eigentlichen Ursachen bewältigt werden)
Zahlen wird in jedem Fall der, der positives Vermögen hat und zahlen kann, wer nicht zahlen kann, dem wird das Inkasso verlängert.
Eine Schadensminimierung des Einzelnen, verteilt die Kosten nur anders, erhöht aber den Gesamtschaden.
Fragt der Boss: Befristete Gehaltskürzung oder lebenslang keine Gehaltserhöhung?
Ohne Euro verliert DT die Hälfte des Exports und der Arbeitsplätze.

Patrick Feldmann | Fr, 2. Dezember 2016 - 23:02

In reply to by franz wanner

Sehen Sie, Herr Wanner, das ist genau die Frage: "Ohne Euro verliert DT die Hälfte des Exports und der Arbeitsplätze".
Die Ökonomen, mit denen ich als Nichtwirtschaftler diskutierte, gingen eher davon aus, daß Deutschland als Technologieland gerade durch eine teurere und stabilere Währung gezwungen wäre, technologisch zu investieren. Und daß man genau dadurch immer jenen Vorsprung hätte, der einen höheren Preis rechtfertigt. Das Paradebeispiel ist die Schweiz.

Jetzt ist diese Argumtation in Bezug auf den Euro/ Nordeuro/ DM zwar richtig, aber die Fragestellung wird durch die Merkelsche Muslimmigration nivelliert: Deutschland wird absehbar den Status eines führenden Technologielandes nicht mehr halten können, denn dazu gehören hervorragend ausgebildete Arbeitskräfte (die wir bis dato auf jedem Niveau hatten!).
Insofern ist die Eurofrage nur noch der Korken auf der Flasche. Der Geist kommt eh raus, weil die Flasche kaputt geht.

Linda Berckhemer | Mo, 5. Dezember 2016 - 02:47

In reply to by franz wanner

Auch mit der DM war Deutschland Exportweltmeister....

Robert Flag | Mo, 5. Dezember 2016 - 09:50

In reply to by franz wanner

Die Auswirkungen einer Abschaffung des Euros käme sicher kurzfristig einem Erdbeben gleich. An einen Langzeit-Negativeffekt glaube ich allerdings nicht.
Die deutsche Außenhandelsbilanz hat sich nach der Euro-Einführung um keinen Cent verschoben.

Hans-Jürgen Schulze | Fr, 2. Dezember 2016 - 19:09

Irgendwie müssen die früheren Gründer der AFD doch nicht so doof gewesen sein. Haben sie doch damals, 2013, den Euro schon verpönt, den Untergang der europäischen Union prophezeit, die Einführung von wirkungsvollen Einwanderungsgesetzen in Deutschland gefordert. Haben die „geschlossen“ auftretenden führenden Politiker gar nichts mit bekommen vom Wandel in Europa? Nur weil es eine aufstrebende Partei versucht hat die Lage in Europa und in der Welt realistisch zu erkennen und zu vermitteln, ja, daraus wurden mit einem Schlag Populisten. Noch heute möchte keine der o.g. Parteien mit den damaligen Sehern und Propheten etwas zu tun haben, aber längst selbst Änderungen vorgenommen und als selbst erfunden dargestellt. Nur weil sie sich als die Schlaueren Leute dünken und die AFD´ler und dessen Wähler als Leute mit einer niedrigen Intelligenzquote darzustellen versuchen.
Bitte lesen Sie auf der Seite -2- weiter

Hans-Jürgen Schulze | Fr, 2. Dezember 2016 - 19:10

Nein meine Damen und Herren, dass wird und kann nicht ihre Wahlergebnisse steigern, im Gegenteil, für Dumm lassen sich die Wähler nicht verkaufen. Das „Pack“, die Dumpfbacken und ähnlicher regierender Sprachgebrauch hat schon bei den Landtagswahlen als Bumerang gewirkt. Selbst in unseren Anrainerstaaten wo so ein großer Hass nicht posaunt wurde, haben und werden die Wähler ihre demokratische Macht verstanden und werden sie wie in Deutschland auch einsetzen. Davor dürfen sie in der Tat angst haben. Auch werden sie durch eventuell vorgesehenen eiligen Gesetzesänderungen nicht mehr schaffen die demokratischen Rechte einzuschränken.Mein persönlicher Vorschlag wäre, von anderen Parteien lernen heißt eventuell auch Siegen lernen, will sagen, arbeiten sie nicht gegen Volkes Wille.Wir haben nicht mehr die DDR, wo die Partei die Partei, immer Recht hatte.

Reiner Jornitz | Sa, 3. Dezember 2016 - 09:37

Ich bin kein Ökonom, doch hatte ich 14 Jahre mit der Finanzwirtschaft zu tun im Bereich Mittelstandsförderung. Meiner Meinung nach ist die Grundidee Euro für die Zukunft gesehen eine tolle Sache: Gegenpol zum US- Dollar ( was die USA nicht akzeptieren kann) und einfachere Handhabung im Welthandel. Aber was ist daraus entstanden. Neid auf erfolgreiche Nationen z.B Deutschland, weiter auf großem Fuss leben mit gigantischen Schulden, Griechenland, Italien, Spanien,Frankreich usw. Das tragische dabei das Hr. Dragi von der EZB gigantische Staatenfinanzierung aus Frankfurt betreibt aus vorwiegend deutschen Sicherheiten. ( Spareinlagen und Sachwerte) In Deutschland ist ein Kapitalvolumen von ca. 9,8Billionen € Kapitalvermögen gebunden und das weckt Begehrlichkeiten in USA und Europa Diese Länder sind aber nicht bereit Reformen durchzuführen. Es gibt ja die 0 Zins Politik der EZB. Derweil droht,- nein , es kündigt sich eine große Altersarmut hier in Deutschland an mit verheerenden folgen.

Ursula Horvath | Do, 8. Dezember 2016 - 07:50

In reply to by Reiner Jornitz

2017, so kündigte Prof. Heiner Flassbeck es schon lange an wird der Euro crahsen, dafür wurden alle Warner bei der alternativlosen Bankenrettung als die ewig Gestrigen oder gleich als Demokratiefeinde diffamiert, weil die Politik ihr Scheitern nicht eingestehen wollte, gewarnt wurde diese schon vor der Einführung von Ökonomen. Ein politisches Projekt ohne jede Vernunft und nicht nur gigantische Altersarmut wird drohen sondern eine verlorene Generation, wie zu Beginn des 20.Jahrhunderts. Das Buch, Der Eisener Gustav, zeigt, wie es ausgeht, wenn Banken keine Kredite mehr vergeben, wie Arbeitslosigkeit, Hunger und Elend die Bürger treffen und aus diesen Elend konnte ein Hitler hervorgehen. Diesen heutigen Politikern in ganz Europa einschließlich Brüssel, traue ich nicht zu, dass sie Fähigkeiten haben, solch eine monströse Pleite zu verhindern, im Gegenteil, sie werden alternativlos bis zum Untergang weiter murkseln und Draghi wird faule Kredite weiter aufkaufen.

Reiner Jornitz | Sa, 3. Dezember 2016 - 09:56

Kurz um, die Entscheider in der Politik ( Fr. Merkel
mächtigste Frau der Welt laut Forbes) hat bewusst zugeschaut, wie Deutschland vor die Hunde geht. Was ist mit Deutschland , wenn die Altersarmut wirkt, nach 40 -50 Jahren im Arbeitsleben? Die verantwortlichen Politiker werden nicht mehr da sein ,aber was heißt das für ein Volk? Es werden sich ein paar Staaten die Hände reiben! Freunde! engste Verbündete die sehr abenteuerliche Ziele mit Deutschland verfolgen. Es sind zu viele Staaten die am Tropf hängen in Europa. Es sollte ein Europa geschaffen werden einer für alle, und alle für einen ! mit gesundenden Staaten die wirklich partnerschaftlich zusammen arbeiten und einen Gegenpol zur USA bilden. Die anderen Staaten müssten gezwungener Weise ihr Hausaufgaben machen, dann hätte der Euro eine Chance und Jens Weidmann müsste der EZB Präsident sein ! dann wird es funktionieren .

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 7. Dezember 2016 - 17:00

In reply to by Reiner Jornitz

aber der finanzpolitische Sachverstand des Herrn Weidmann beruhigt mich doch enorm.
Nur höchstqualifizierte Experten helfen einem Politiker und auch dem einfachen Bürger einen Sachverhalt gut zu bewerten.
So ein Experte wird es immer in relativ einfachen Zusammenhängen auf den Punkt bringen können.
Man merkt aber sehr schnell, wenn gerade Politiker überhaupt keine Ahnung von den Zusammenhängen haben.

axel vetter | Sa, 3. Dezember 2016 - 11:28

liebe leser, rufen Sie sich vor Augen, das die zinsen in Deutschland durch den Euro niedriger und in Italien tendentiell höher sind , als mit getrennten währungen. dies ist ein mega-konjunkturprogramm für uns und eine belastung für italien. somit ist der Eur mehr in Deutschem interesse, als viele verstehen: er macht unsere preise im ausland billiger. ohne Euro droht uns der wachstums-schock, nicht italien, weil sich unsere währung verteuerte. trotzdem stimme ich zu das der euro wenig zukunft hat, weil die länder zu unterschiedlich sind. ein kleinerer währungsraum im zentrum mitteleuropas wäre wirtschaftlich sinnvoller.

Jan Nový | Sa, 3. Dezember 2016 - 11:39

Die Politiker sind alles, nur nicht die verantwortungvollen Verwalter unserer Länder. Die Perspektiv aus ihrer Gesichtspunkt ist nur eine Wahlperiode und sie vermissen langfristige Vision für die Zukunft der EU. Die Geschichte von Euro bestätigt das nur. Leider sind es wir, die Bürger, die es ihnen leichter machen . Unsere Interesselosigkeit für die Wahlen, für das Verhalten der Politiker, unsere Passivität und untätiges Zusehen dazu wie sie langsam aber sicher Europa zum Chaos und Zerfall führen. Wir sind nich in der Lage sie dazu zwingen unsere und nicht ihre Interessen zu vertreten. Wir sollten mehr fragen „Qui bono?“ und etnsprechend reagieren. Das betrifft vor allem die Jungen.
Europa braucht ihre Trumps und wir sollten als Wähler ihnen eine Chance geben, obwohl sie auch mit bestimmten Risiko verbunden sind. Wenn wir das nicht tun, werden wir die Komplizen des jetzigen unfähigen Establishments, welches uns mit Sicherheit zum Desaster führt.

Jens Schellhammer | Sa, 3. Dezember 2016 - 12:50

Die Löhne stiegen vielleicht in manchen Südländern kurzzeitig schneller als die Produktivität (kurzzeitig, weil das ja jetzt alles brave Merkelschüler sind, und die Löhne in der Deflationsspirale fast überall wieder hinter die Produktivität zurückgefallen sind), aber in Deutschland sind die Löhne brachial von der Produktivitätssteigerung abgekoppelt worden. Wie ein ICE-Triebwagenführer der zum Mars rasen will, und angeschlossenen Abteile nur noch als Ballast empfindet. So einen irren Zugchef braucht niemand in Europa. Deutschland raus aus dem Euro, damit Resteuropa wieder vernünftig wirtschaften kann!

Ruth Teibold-Wagner | Sa, 3. Dezember 2016 - 14:38

Die Analyse des Autors teile ich völlig.

Aber der Euro kann auf andere Weise gerettet werden - Durch verstärkte "Harmonisierung" (="Integration"):

- Einheitliche Sozialpolitik (z.B. gemeinsame Renten- und Arbeitslosenversicherung)
- Einheitliche Wirtschaftspolitik
- Einheitliche Steuerpolitik
- Usw. usf.

Die Pläne sind in der Schublade.

Wenn man alles zusammenaddiert, heißt das, dass die EU ein STAAT wird: Die "Vereinigten Staaten von Europa".

Für diesen Staat wären dann die bisherigen Nationalstaaten föderative Glieder, so wie die Länder für die Bundesrepublik Deutschland, zwischen denen es Finanzausgleich, also institutionalisierten Bailout, gibt.

Um den Euro zu "retten", basteln sie am europäischen Staat. Der Staat, den sie schon immer wollten. So kommen sie zum eigentlichen Ziel, den „Vereinigten Staaten von Europa“.

Der Euro war von Anfang an ein politisches Projekt. Er sollte Pfadabhängigkeiten schaffen, die die Staatsbildung erzwingen.

Franz M.Schmieder | Sa, 3. Dezember 2016 - 15:25

Nach der Publikation von Stiglitz dürfte am absehbaren Ende des Euro auch bei den größten Optimisten kein Zweifel mehr bestehen. Als Wirtschaftsprofessor mit Schwerpunkt "Geld und Währung"stelle ich mir die Frage, wer bezahlt dieses Abenteuer. Je länger wir das Ende hinausschieben, um den Verantwortlichen in Frankfurt, Berlin und Brüssel eine Schonfrist einzuräumen, um so höher wird der Schaden. Allein die Verzögerung durch Herr Schäuble und Frau Merkel dürfte uns ca. eine Bio. € kosten.

Hamanda Nur | Sa, 3. Dezember 2016 - 15:53

So lange schon wird die Leiche beerdigt und sie ist immer noch nicht begraben. Sie stinkt schon lange und wird herumgereicht, gepudert, fein gemacht - aber sie ist halt tot.
Früher haben Politiker und die Eliten die Staaten und Völker durch ruhmreiche vaterländische Kriege zerstört, heute machen sie das mit alternativloser Politikkunst. Kein deutsches Phänomen übrigens.
Aber alle machen mit, jeder zeigt auf den anderen, wenn es schief gegangen ist. Und danach geht´s wieder von vorne los.
Sisyphus und Murmeltier, die Krone der Selbstüberschätzung und vor allem der Selbstsucht. Das ist der Mensch. Die Ergebnisse seines intelligenten Handelns sind historisch und gegenwärtig zu betrachten. Ist nich so toll! Mensch.

Alexander Mazurek | So, 4. Dezember 2016 - 00:59

... und halte es für provinziell, lokale Währungen einzuführen. Eine sehr protestantische (kleinliche!) Idee, die der globalen Herausforderung nicht gerecht wird. Wie es in DEU einen Länderfinanzausgleich gibt, muss es im Europa der Nationen einen entsprechenden Mechanismus geben. Eine gemeinsame Finanz-, Steuer-, Außenpolitik, einschließlich einer Europa-Armee danach lasst uns alle streben. Lasst uns nicht gegeneinander hetzen, das bringt nichts, das haben wir Jahrhunderte lang leidvoll erfahren müssen. Wer nicht dazu bereit ist, mag gehen. Freier Wille und kein Erbarmen.

Hans Beerstecher | So, 4. Dezember 2016 - 16:08

Den Einschätzungen des Artikels kann nicht wiedersprochen werden. Aber:
Veilleicht gibt es mit Fillon in Frankreich einen
wirklichen Wandel.
Vielleiicht findet Renzi doch noch einen Reformansatz für Italien.
Vielleicht bleibt Spanien auf einem Wachstumspfad.
Vielleicht erleichtert ein Wachstumsschub in USA
mit einem stärkeren Dollar die Eurosituation.
Vielleicht verbessert sich das Wachstums in der EU weiter.
Vielleicht?
Vielleicht kann sie der Euro mit Hilfe Draghis weiter
durchwursteln. Schaun mer mal.

Wolfgang Lang | So, 4. Dezember 2016 - 18:13

sobald die Druckmaschinen der EZB-Druckerei überlastet sind und den Dienst versagen, wird der Euro zusammenbrechen. Solange das Drucken, wie geschmiert funktioniert, wird die Wahrheit, der Pleite mit buntem Papier zugekleistert. Man denke nur daran, wie lange schon die USA Dollars drucken und damit in der ganzen Welt Waren einkaufen und ihre Armee finanzieren. Samt den Kriegen die dran hängen. Aber es ist klar: Der Tag kommt, an dem das absurde, irrationale zinsbasierte Schuldgeldsystem zusammenbricht. Bedrucktes Papier, FIAT-Geld hat nun mal den realen Wert Null. Und dahin kehrt es auch immer wieder zurück. In regelmäßigen Abständen. Es kann dann nur noch zum Anheizen dienen.

Peter Wagner | Mo, 5. Dezember 2016 - 04:28

Es gibt zwei Möglichkeiten den EURO zu retten.
1. Man muß die Wettbewerbsfähigkeit in den südlichen Krisenländern durch Reformen verbessern! Dieses ist wie wir alle wissen trotz Null Zinspolitik und Millardenspritzen gescheitert.
2. Die Wettbewerbsfähigkeit der starken Länder muss erheblich reduziert werden! Genau daran arbeitet unsere Kanzlerin seit Jahren. Eine ihrer Bemühungen war ihre Energiewende. Durch die höheren Stromkosten sollten die Produktionskosten steigen. Das reichte aber noch lange nicht um den gewünschten wirtschaftlichen Anpassungsprozesse gegenüber den Krisenländern zu erreichen. Dann kam ihr plötzlich die rettende Idee. Sie holte über 1 Million Menschen, aus Ländern in denen die Produktivität noch weit unter der Griechenlands liegt, nach Deutschland. Jetzt muss Sie nur noch auf unseren wirtschaftlichen Abschwung warten, und zur Not nachregulieren durch die Aufnahme weiterer Millionen!

Klaus Klein | Do, 8. Dezember 2016 - 21:45

Die Analyse ist zwar prägnant, aber nicht zu Ende gedacht. Der Euro hat die Staatskredite billiger gemacht und zum Schulden machen verleitet. Und die EU hat keine Vorgaben für die Haushalte der Mitglieder gemacht bzw. durchgesetzt.

Aber das Problem liegt woanders:
Die Regierungen verteilen Geld statt die Wirtschaftsstrukturen zu verbessern, Korruption und Steuerflucht zu bekämpfen und Startbedingungen für Unternehmensgründungen zu schaffen. Da spielt es keine Rolle, welche Währung verwendet wird.

Und dann zum Ende des Euro:
Entscheidend ist, wer für den Staatsbankrott aufkommt, auf die Rückzahlung der Staatkredite verzichten muss. Der Ausstieg aus dem Euro löst die Probleme der Gläubiger nicht, sondern verschlimmert sie nur.

Isolde Gruber | Mo, 12. Dezember 2016 - 16:05

Leider muss ich Herrn Stelter voll zustimmen.
Und die Konsequenzen werden alles andere als schön sein. Angeblich war Deutschland ja einer der größten Profiteure des Euros und "Deutschland" geht es angeblich deshalb sehr gut. Ich frage mich nur immer wieder, auf welchen Teil der Bevölkerung das zutrifft. Ich gehöre zur Mittelschicht und ich habe bei der Einführung des Euros erlebt, dass mein Einkommen plötzlich nur noch die Hälfte wert war, weil die Preise sich schlagartig verdoppelten und verdreifachten bis hin zur Miete. Enteignung nennt man das. Wurde von der Politik jahrelang strikt geleugnet. Ich konnte diese Enteignung nie mehr ausgleichen. Die wenigen minimalen Gehaltserhöhungen wurden durch steigende Sozialabgaben aufgefressen und ich stehe heute finanziell wesentlich schlechter da als vor der Euro-Umstellung, es ging stetig rückwärts statt vorwärts. Der Zusammenbruch des Euros wird sich noch viel krasser auswirken. Er wird sicher auch schlagartig und unvorbereitet stattfinden.

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