Aktion „keingeldfürrechts“ und die Folgen - Blasenschwächen

Ein Angestellter einer Werbeagentur startet eine private Aktion gegen angeblich rechtsextreme Webseiten. Was folgt, ist ein schmutziges Lehrstück über die Entfachung von digitaler Wut und das Spiel mit ihr

Ein Mann rollt eine aufblasbare Blase aus Plastik neben sich her während einer Demonstration gegen die "Finanzblase" in Nordspanien im Jahr 2010
In der Digitalwelt werden wir immer mehr zu Gefangenen unserer eigenen Filterblase / picture alliance

Autoreninfo

Constantin Wißmann schreibt für verschiedene Zeitungen und Magazine. Er hat in London Geschichte studiert und die Berliner Journalisten-Schule absolviert. Er arbeitet für Cicero Online. 

So erreichen Sie Constantin Wißmann:

Den Begriff der Filterblase hat der US-amerikanische Autor Eli Pariser schon vor fünf Jahren geprägt. Er definiert das Phänomen so: „Das persönliche Informationsuniversum, das Sie online bewohnen – einzigartig und nur für Sie aufgebaut von den personalisierten Filtern, die das Web jetzt antreiben.“ Damit entlarvte Pariser die Idee des freien Internets, in dem die Informationen ungehindert und von jedem gleichermaßen erreicht werden, als Illusion. Wir entscheiden nicht selbst, argumentiert Pariser, was Teil unserer Blase ist und sehen nicht, was außerhalb von ihr geschieht. Dafür sorgen insbesondere Google und Facebook mit ihren Algorithmen. Die entscheiden, was wir sehen, oft anhand bereits gespeicherter Informationen, und erzeugen damit eine Anpassung an das vorige Verhalten.

Die Folge ist häufig eine voranschreitende Radikalisierung der jeweiligen Ansicht. Was passieren kann, wenn diese Blasen aufeinanderklatschen, zeigt in Deutschland gerade der Fall des bisher unbekannten Werbers Gerald Hensel: Es gibt einen großen digitalen Knall.

Die Aktion eines Werbers

Was ist passiert? Gerald Hensel war Strategieexperte der großen Werbeagentur Scholz & Friends. Er ist es nicht mehr, dazu später mehr. Auf seiner eigenen Webseite davaidavai.com und über verschiedene Soziale Netzwerke hatte er Ende November die Privatinitiative „#keingeldfürrechts“ gestartet. Die Webseite ist online nur noch über eine Registrierung zu erreichen, auch dazu später mehr. Der Aufruf liegt Cicero Online vor. Darin steht: „Liebe Kollegen aus Media, Werbung und von Markenartiklern: Ein einfacher Weg, nicht unpolitisch zu sein, geht so: Lasst uns gemeinsam die Finanzierung von rechtsextremen Websites und Meinungsportalen wie Breitbart und vielen anderen stoppen.“ Breitbart ist das US-amerikanische Nachrichtenportal, das Steve Bannon leitete, bis ihn der neue Präsident Donald Trump zum Chefstrategen ernannte. Während des Wahlkampfes in den USA galt Breitbart, benannt nach ihrem 2012 plötzlich verstorbenen Gründer Andrew Breitbart, als Hauptinformationsquelle für viele Trump-Wähler. Die großen Medienportale hatten überwiegend Hillary Clinton unterstützt. Kürzlich hatte das Portal verkündet auch nach Deutschland expandieren zu wollen.

Welche Webseiten in Deutschland „rechtsextrem“ seien, das definierte Hensel in seinem Aufruf selbst. Er hatte dazu eine Liste erstellt (Auch sie liegt Cicero Online vor). Hensel empfahl großen Marken und Konzerne in Deutschland, ihr Werbegeld für diese Webseiten zu stoppen, sie auf ihre eigene „Blacklist“ zu setzen.

Hintergrund ist, dass auch Werber mit den Algorithmen und Filterblasen arbeiten. Meistens sind das Angehörige von  außenstehenden Dienstleistern, sogenannte Mediaagenturen. Im Auftrag der Firmen buchen sie nicht direkt die Schaltung von Bannern oder anderen Werbebotschaften auf Webseiten, sondern sie legen lediglich das jeweilige gewünschte Umfeld fest. Das können Senioren, musikinteressierte Menschen, Singles oder Eltern sein. Möchte nun eine Firma auf einer bestimmten Webseite nicht zu sehen sein, muss sie dies ausdrücklich kundtun, indem sie diese Seite auf eine „schwarze Liste“ setzt. So wollen die Firmen vermeiden, dass sie von den Kunden mit unerwünschten oder abstoßenden Inhalten in Verbindung gebracht werden.

Die Webseiten schlagen zurück 

Für eine Webseite, deren Finanzierung fast immer zum großen Teil von Werbung abhängt, wäre die Nennung auf so einer Liste verheerend. Das Autorenblog Die Achse des Guten erscheint zwar nicht auf Hensels Liste.  Diese enthalte „rechtsextreme Medien, die wir für massiv manipulativ halten und die den Ungeist der Neuen Rechten … vorantreibt“, ist da zu lesen. Und: „Wir haben bewusst konservative und auch einfach ‚gemäßigt‘ rechtspopulistische Medien (Tichy [Tichys Einblick www.tichyseinblick.de, Anm. der Redaktion], Achgut.com) ausgeschlossen.“ In dem Text auf Hensels Seite wird die Achse des Guten jedoch mehrfach erwähnt. Dort wird das Blog unter anderem als „Wutbürger-Seite“ tituliert, auf der sich „wackere neurechte Freiheitskämpfer (…) gerne informieren“.

Dazu muss man wissen, dass die private Aktion Hensels stark der ähnelt, die auf der Seite www.netz-gegen-nazis.de stattfand. Die Seite wird von der Amadeu-Antonio-Stiftung und zahlreichen Unterstützern (darunter Die Zeit und der Deutsche Fußball-Bund) betrieben. Auch dort gab es eine Liste mit deutschsprachigen Blogs, Webseiten und – in Gänsefüßchen – „Medien“, die „aktuell in der rechtsextremen und rechtspopulistischen Szene beliebt“ seien. Auch diese Liste ist nicht mehr verfügbar. Auf Anfrage von Cicero Online hieß es aus der Stiftung, die Entscheidung, die Liste der „Digitalen Hass-Quellen“ zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu veröffentlichen, sei redaktionsintern gefallen. Weiter kommentieren wolle man das nicht (die Liste ist hier einzusehen).

Gerald Hensel
Gerald Hensel / privat

Die Betreiber der Seite Achgut.com reagierten auf die Aktion Gerald Hensels empört. Sie würden an einem Boykott durch die Werbe-Branche leiden. Alle Kunden der Seite hätten ihre Buchungen zurückgezogen, in Gesprächen sei die Rede von einer schwarzen Liste gewesen, auf der das Medium angeblich stehen soll. In gewohnt giftiger Manier schrieb der wohl bekannteste Achse-des-Guten-Autor Henryk M. Broder mehrfach gegen Hensels Aktion an. Diese erinnere an „fesche SA-Leute, die am 1. April 1933 vor jüdischen Geschäften Posten bezogen, einen Boykott jüdischer Geschäfte im Sinn hatten. Vielleicht wollten sie die Passanten nur darauf aufmerksam machen, wem die Geschäfte gehören, wobei es jedem Kunden überlassen blieb, ob er in dem jeweiligen Geschäft einkauft oder nicht.“ Damit wolle er aber, fügt Broder geschickt hinzu, „weder suggerieren noch andeuten, dass Gerald Hensel (…) ein später Nazi sein könnte“. Auch das Cicero-Magazin war schon mal Gegenstand von Broders Zorn.

Der Shitstorm nimmt seinen Lauf 

Was auf die vielen Texte folgte, war ein Sturm der Entrüstung selbsternannter Unterstützer von Broder und Co., ein so genannter Shitstorm gegen Gerald Hensel und seinen Arbeitgeber. Nach Angaben von Scholz & Friends gab es Drohanrufe, Boykottaufrufe, Beschimpfungen, auf der Facebook-Seite der Firma wurden mehr als 2.000 Negativbewertungen gepostet. Verstärkt wurde der Sturm von weiteren Artikeln auf Achgut.com. In einem wurden raunenhaft „unheimliche Zufälle“ aneinandergereiht, die wohl eine konzertierte Aktion der Werbeagentur erahnen lassen sollen. Auch die Seite Tichys Einblick sah sich als Opfer eines Boykotts, auch wenn weder auf Hensels Webseite noch auf seiner Liste aufgefordert wurde, diese „zu blacklisten“. Hensel selbst trug zur Eskalation bei, indem er sich heftig gegen die Vorwürfe Broders wehrte und seinerseits von einer gewollten Aktion sprach: „Ich wurde geframed. Und mein Arbeitgeber auch. Warum? Damit diese Leute mehr Abos verkaufen. Und die manipulierte Digitalmeute frisst das ungefragt.“

Wegen der Drohungen abgetaucht

Die Konsequenzen für Hensel sind einschneidend. Aufgrund der vielen Drohungen, die er in den vergangenen Tagen erhalten hat, hält er sich mittlerweile an einem geheimen Ort auf. Scholz & Friends-Mitinhaber Stefan Wegner veröffentlichte eine gleichzeitig in Schutz nehmende und sich distanzierende Stellungnahme. Hensel sei ein „sehr guter Digitalstratege, politischer Kopf und Querdenker“, keingeldfürrechts aber an einigen Stellen „unnötig provozierend“ steht da. Inzwischen hat Hensel bekannt gegeben, sein  Vertragsverhältnis mit Scholz & Friends beendet zu haben, obwohl die Firma rückhaltlos hinter ihm stehe.

Gegenüber Cicero Online räumt Hensel ein, „einige Formfehler“ gemacht zu haben. Allein das spräche schon dagegen, dass seine Aktion „eine Weltverschwörung“ gewesen sei. Eines aber hätten ihm die vergangenen Wochen klar gemacht. „Ich habe seit 20 Jahren von diesem großartigen Internet gesprochen, das unseren Horizont ständig erweitert. Nun habe ich gemerkt, dass oft das Gegenteil geschieht, dass das Netz zu einer Verengung führt.“ Dahinter steckten „systematisch manipulierende Player, die Menschen im Netz steuern und lenken. So wird Wut produziert“. Die schiere Masse der Drohungen mache es ihm fast unmöglich, gegen sie strafrechtlich vorzugehen. „Dabei kann ich mir ja gar nicht sicher sein, ob die wirklich von Menschen stammen oder von Computerprogrammen.“ Mit einzelnen Leuten, die anderer Meinung waren, würde er gerne mal analog ein Bier trinken und reden. „Vielleicht können wir so die Filterblase platzen lassen.“

Chris Lock | Fr, 16. Dezember 2016 - 17:56

Ich habe die Vorgänge mitverfolgt und war als Leser von Tichys Einblick und Achgut ebenfalls sauer, denn der Wegfall der Werbung war ganz offensichtlich eine Folge von #kein Geld für ... des Herrn Hensel. Und ich halte es für eine gefährliche Entwicklung, politische Gegner ruinieren zu wollen, statt die Argumente in die Diskussion zu werfen. Mit anderen Meinungen muss man in einer Demokratie leben können.

Dass Herr Hensel deshalb seine Tätigkeit aufgegeben hat/aufgeben musste, halte ich für bedauerlich, die Aktionen gegen Scholz&Friends sind m.E. über das Ziel hinaus geschossen.

Die Fälle, in denen Leute wegen deren politischer Orientierung entlassen, Aufträge gekündigt oder Handwerkern keine Aufträge mehr erteilt werden, nehmen zu. Das waren gängige Methoden im 3. Reich und in der DDR. Diese Büchse der Pandora sollte nicht geöffnet werden.

Arndt Reichstätter | Fr, 16. Dezember 2016 - 17:57

Die freiheitliche Sicht auf die Dinge ist einfach:

Private Diskriminierung ist in Ordnung:

Niemand darf Hensel zwingen, auf Werbekunden von (z.B. rechten) Medien zuzugehen, und sie zu einem Boykott zu überreden. Genau wie niemand die Werbekunden zwingen darf, diesen Boykott abzulehnen. Das Recht auf Meinungsfreiheit darf ohnehin nicht eingeschränkt werden.

Staatliche Diskriminierung ist nicht in Ordnung:

Die wissenschaftliche und rechtliche Revolution und der damit einhergehende Wohlstand hat gezeigt, dass "Sonnelicht das beste Desinfektionsmittel" ist. Es ist mir schlichtweg egal, ob Hensel die Meinung von manchen Journalisten auf ACHGUT oder BREITBART nicht passt. Und es ist mir egal, ob dem Staat das nicht passt. Persönlich profitiere ich von den beiden Webseiten sehr, weil meine Position mit jeder anderen Meinung verfeinert wird.

Die größte "Filterbubble" ist übrigens das staatliche Bildungssystem.

Nicolas Wolf | Fr, 16. Dezember 2016 - 17:58

Na toll. Auch Tichys Blog fühlte sich bedroht und Herr Müller-Vogg, siehe einen Artikel weiter unten, veröffentlich auch dort nicht nur hier! Sehen sie den Zusammenhang? Nein? wahrscheinlich eher nicht! Herr Holms hat den Konflikt begonnen und kann nun nicht mit den Konsequenzen leben, geschieht ihm recht. Was soll dieser Gesinnungsterror und diese Rechtfertigungsversuche dafür. Erinnert an Ihre Lügen über Facebook an eben dieser Stelle. Sehr ähnliche Argumentation, gibt es rechtlich was auszusetzen, nein? Dann geht's wieder gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung und in diesem Fall um das Gejammer von einem der seine eigene Medizin nicht verträgt!

Stefan Fischer | Fr, 16. Dezember 2016 - 17:58

Was macht denn ein "Digitalstratege" so den ganzen Tag? Macht er sich vielleicht Gedanken darüber wie sich eine Werbeagentur strategisch aufstellen muss um einen Teil vom digitalen Kuchen abzubekommen?

Die Onlinewerbung ist eine Bedrohung für das klassische Geschäftsmodell der Werbeagenturen. Onlinewerbung geht ohne sie, dazu braucht man sich als Unternehmen nur direkt an Google wenden. Da wäre es doch aus strategischer Sicht sehr schön wenn es auch im Online-Werbegeschäft ertwas gäbe wozu man die Werbeagenturen bräuchte. Vielleicht den Schutz der Marke davor durch Anzeigen auf "falschen" Plattformen Schaden zu nehmen? Da kämen dann Markenhersteller die im "rechten" Dunstkreis werben gerade richtig. Und wenn man keine solche Werbung findet, dann erfindet man halt neue "Rechte".

Nur hat Hensel die Rechnung ohne die Blogger gemacht, die sehen es irgendwie nicht ein die Bauernopfer der Strategie zu sein.

Dass die erpressten Markenhersteller da mitmachen verwundert mich mehr.

Ruth Thrasolt | Fr, 16. Dezember 2016 - 18:11

Sie lassen in Ihrem Text eine wichtige Tatsache weg. Dem Autorenblog achgut.de ist ein finanzieller Schaden entstanden durch Gerald Hensels Aktion. Wer trägt dafür die Verantwortung und wer ist haftbar? Sie schreiben, Herrn Hensels Internet-Aktion #keingeldfuerrechts sei seine private Aktion gewesen, lassen aber weg, dass Herr Hensel sich für diese Aktion seiner Stellung bei Scholz & Friends bediente und der Kontakte, die er durch seine Tätigkeit dort hatte. Welchen Zusammenhang gibt es also zwischen Herrn Hensels Aktion und seinem ehemaligen Arbeitgeber genau? Dies und weiteres wird zu ermitteln sein. Dass da einiges nicht mit rechten Dingen zuging, sieht man an den Versuchen, Spuren zu verwischen.

Maxwell Anderson | Fr, 16. Dezember 2016 - 18:35

Täter, die sich als Opfer gerieren, Denunziantentum, Boykottaufrufe, schwarze Listen mit den Namen von Regierungskritikern ... Glückwunsch, Deutschland hat zu seiner alten Hochform zurückgefunden. Und hinterher will dann wieder niemand etwas gewusst haben. Man darf gespannt sein, ob Cicero die Lage noch so distanziert-entspannt sehen wird, wenn Gesinnungstäter auch auf Sie zeigen und alle Ihre Unterstützer aus Duckmäusertum und Opportunismus einknicken.

Siegfried Stein | Mo, 19. Dezember 2016 - 15:10

In reply to by Maxwell Anderson

Erst holten sie die ... ich habe geschwiegen. Dann holten sie ...
Da war es bereits zu spät.

Reinhard Bauer | Fr, 16. Dezember 2016 - 18:49

Wenn ich Jemanden die Luft zum Atmen nehme, dann ist klar, dass dieser sich wehrt und um sich tritt. Soviel zur Reaktion von Herrn Broder.
Und die These, dass systematisch manipulierende Player die Menschen im Netz steuern und Wut produzieren trifft meines Erachtens den Punkt nicht. Viele Menschen sind auch ohne Internet wütend. Würden die Politiker nicht derart versagen, würde nicht jede kritische Stimme weg zensiert, diffamiert und beschimpft, wäre also noch ein Dialog unterschiedlicher Meinungen zugelassen, dann hätten wir eine andere Situation.
Ich bin in der DDR aufgewachsen, kann also eine Diktatur einschätzen und sehe jetzt mit immer größerer Sorge, wohin dieses Land driftet.

Christoph Kuhlmann | Fr, 16. Dezember 2016 - 19:17

Was waren das noch für Zeiten, als Meinungsfreiheit und Internet noch Synonyme waren. Die Kommerzialisierung hat dem Ganzen nicht gut getan. Die Hexenjäger und selbsternannten Inquisitoren der freien Meinungsäußerung schaffen es eine geradezu mittelalterliche Progromstimmung zu entfachen, die sich in Form von Shitstorms oder Blacklists gegen Andersdenkende richtet. Das dabei die Grundlagen der Demokratie ruiniert werden, interessiert diese kleinen, hasserfüllten Nerds nicht, deren Horizont sich meistens auf das aktuelle Frontend reduziert. Wenn Macht ein positiv besetzter Begriff ist, der sich primär auf die installierte Software bezieht, liegt es nahe sie ebenso unreflektiert einzusetzen, wie irgendein Tool, ohne auch nur einen Gedanken an größere Zusammenhänge, oder nichtintendierte Handlungsfolgen zu verschwenden.

Monika Schmidt | Fr, 16. Dezember 2016 - 20:14

Tut mir leid, aber für mich ist das Verhalten von Hr. Hensel einfach nur Selbstjustiz.
Ich habe schon vor langer Zeit vor der Tendenz gewarnt, dass immer mehr Bürger eigenständig über andere richten und urteilen und die Justiz umgehen. Was Hr. Hensel gestartet hat ist reine Denunziation im klassischen Sinn mit der Zielführung anders denkenden und schreibenden Menschen Schaden zuzufügen.
Das mag in der schreibenden und nun auch wohl in der werbenden Klasse inzwischen 'en vogue' sein, ist aber im Kern zutiefst undemokratisch.
Menschen wie Hr. Hensel umgehen unsere Justiz vorsätzlich, wohl weil sie wissen, dass sie, mangels Straftatbestand, keine rechtmäßige Verurteilung erwirken würden. Verleumdung, Vorverurteilung, Verunglimpfung - das ist der politische Werkzeugkasten aus dem Diktaturen erwachsen.
Menschen wie Hr. Hensel sind die 'Henker' der Demokratie, die die freie Meinungsäußerung auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Sie merken nur nicht, dass sie die 'Brandstifter' sind.

Barbara Kröger | Fr, 16. Dezember 2016 - 20:35

Hallo Herr Wissmann, wollen Sie die Aktion von Herrn Hensel verharmlosen? Das Recht der freien Meinungsäußerung ist ein unveräußerliches Grundrecht, dass die Basis eines demokratischen Staates bildet!
Es ist unsere Pflicht, die demokratischen Grundrechte unseres Landes zu verteidigen Herr Wissmann!

Hallo Frau Kröger,

Das Bundesverfassungsgericht stellte in einem Grundsatzurteil vom 15. Januar 1958 (Lüth-Urteil) fest, dass der Aufruf zu einem Boykott eine zulässige Ausübung der Meinungsfreiheit ist.

https://openjur.de/u/183740.html
 

Beste Grüße

Constantin Wißmann, Online-Redaktion 
 

und alles, was zulässig ist, ist anständig und demokratisch? Selbst Ihr Artikel ist rechtlich zulässig. Anständig und demokratisch gesinnt ist er nicht. Ihre Auffassung,die aus Ihrer Antwort erkenntlich ist, spricht Bände. Wenn man Andersdenkende nicht verbieten kann, dann darf man versuchen, sie wirtschaftlich fertig zu machen. Ist legal. Mir wird schlecht, wenn ich so etwas sehe.

Sehen Sie, Herr Stiller, ich denke, da liegt der Hund begraben. Wer definiert denn besser als das Bundesverfassungsgericht, was demokratisch ist? Sie? Ich? Noch schwieriger ist wohl eine Definition von Anstand. Ich habe weder Herrn Hensel noch die Gegenseite verteidigt oder verurteilt. Falls Ihnen immer schlecht wird, wenn Ihrer Meinung nicht entsprochen wird, tut es mir leid für Sie.

Beste Grüße
CW

Das Urteil des BVerfG in dieser Weise heranzuziehen ist starker Tobak! Veit Harlan war für einen großen Zeitabschnitt des Hitler-Reiches der "Nazifilm-Regisseur Nr. 1" und durch seinen "Jud Süß"-Film einer der wichtigsten Exponenten der mörderischen Judenhetze der Nazis war. Die von Gerald Hensel genannten, zu boykottierenden Medien mit Veit Harlan zu vergleichen ist ehrabschneidend!

Bernd Fischer | Fr, 16. Dezember 2016 - 20:41

aber auch nicht mehr.

Erstens möchte ich feststellen das der Broder nicht den Cicero unflätig angegriffen hat, sondern nur die schon etwas merkwürdigen Aussagen ihrer damaligen Kolumnistin Amelie Fried kritisiert hatte.

Aber diesen feinen kleinen Unterschied wollte wohl der Herr Constantin Wißmann nicht erkennen.

Albert Keller | Fr, 16. Dezember 2016 - 21:03

Netter Versuch, Hensels Aktion zu verharmlosen. Wer die Hintergründe kennt und die ganze Aktion verfolgt hat (u.A. auv davaidavai, W&V, FB etc) kommt zu anderen Erkenntnissen als der Autor. Wundert mich aber nicht.

Steffen Sommerfeld | Fr, 16. Dezember 2016 - 21:22

Aus der Gedankenwelt des ach so mißverstandenen Hr. Hensel:
"Die liberale Mitte muss die Samthandschuhe gerade in den neuen digitalen informationellen Kriegen mit der Neuen Rechten ausziehen. Wir müssen den Spieß umdrehen und Populismus auch und gerade im Netz lernen. Neue Institutionen müssen “guten Populismus” zum politischen Gegner tragen und ihn dort stören, wo er, auch digital, sein Rückzugsgebiet hat. Es gilt darum, an vielen kleinen Punkten digital übergriffiger und deutlich unsympathischer im Umgang mit den Leuten zu werden, die uns ihre Zukunft aufdrücken wollen — und das lange vor der nächsten Bundestagswahl."

"Wir brauchen “gute” Trollfabriken im Kampf gegen Frauke Petry, Beatrix von Storch, Geert Wilders, Marine Le Pen und den dicken blöden weißen Männern hinter ihnen."

https://medium.com/das-horribilicribrifax/lasst-uns-populisten-werden-2…

Joachim Schmidt | Fr, 16. Dezember 2016 - 21:28

Wenn ich als Angesteller "Strategieexperte" meiner Firma ein solches Desaster bereite, brauche ich mich nicht wundern, dass ich rausfliege. Wer glaubt denn wirklich ernsthaft, dass er selbst gegangen ist.

Boykottaufrufe (kauft nicht beim Juden etc.) sind schon immer grenzwertig. Wenn aber ein Brancheninsider seine Macht ausnutzen will und namentlich genannte Marktteilnehmer zum Boykott empfiehlt, kann das schon zivilrechtliche Schadensersatzansprüche begründen. Mal sehen, ob da noch was kommt.

Wie kann man sich nur so abgrundtief dämlich anstellen. AchGut und Tichys Einblick sind in etwa so rechts wie die CDU vor Merkel. Ich wüsste nicht, dass die CDU damals vom Verfassungsschutz beobachtet worden wäre.

Wenn man das Ganze noch vor dem Hintergrund der Bemühungen, das Internet im Sinne der Regierung zu regulieren ansieht, wundert man sich wahrlich nicht mehr. Werber, bleib bei deinen Leisten und werbe FÜR etwas!

Sabine Weber-Graeff | Fr, 16. Dezember 2016 - 21:32

Der saubere Herr Hensel und DavaiDavai ist sicher der neue Aufruf der Meßdiener.Dem Herrn und der Agentur sind ihre eigenen Handlungen und Duldungen gewaltig auf die Füße gefallen.Das analoge Bierchen hätte er mit Broder doch privat schlabbern können,ehe ihm der Einfall kam,dessen
Blog komplett von seinen Anzeigenkunden abzuschneiden.Nein,die moralisch imperative Angela Ära im Rücken sah er seine Zeit gekommen,missionarisch zu wirken,nur das die Schäflein sich eben nicht haben bekehren lassen und den Wolf im Pelz rausgekehrten. Grandiose Selbstüberschätzung?Ohne Frage.Früher an der Uni haben sich rechts und links in der Cafete gestritten,desshalb habe ich noch lange nicht den Kommilitonen verpfiffen,der den kleinen Strafrecht mit dem Buch auf den Beinen schrieb.Wann also hat diese ungustiöse Welle begonnen zu rollen,Andersdenkende zu diffamieren.Wer weiß,vielleicht ist ab morgen der Cicero rechts,der Focus,oder die Welt.Also Journalisten,bleibt wach.

Steffen Sommerfeld | Fr, 16. Dezember 2016 - 21:53

Gedankenwekt des Hr. Hensel II:

"In einem langen Text über Ihre Aktion stellen Sie den von Henryk M. Broder betriebenen Blog allerdings in einen Kontext mit "Breitbart" und "Pi-News". Warum haben Sie das gemacht?
Ganz einfach, weil ich manchmal ein naiver Idealist bin. Ich bin ein Mensch, der eine Idee hatte. Ich habe einen definitiv nicht rechtsicheren Text geschrieben. Dennoch haben sich diese Leute demaskiert und gezeigt, wer sie wirklich sind."

"Nicht weil ich denke, ich hätte etwas falsch gemacht. Ich habe alles richtig gemacht. Aber der Erfolg war insgesamt so groß, dass ich mich für zukünftige Ideen selbst freier machen muss - und meinen Arbeitgeber auch. In dieser einen Woche haben sich Menschen demaskiert. Wer bisher noch nicht den Schuss gehört hat, da kann ich nur sagen: Guckt mal, was hier passiert."

Uwe Wenzel | Fr, 16. Dezember 2016 - 21:53

Vielleicht lässt man es auch einfach und lässt die Leute selbst lesen und sich ihre Meinung bilden. Der Grünenwähler wird kaum die Junge Freiheit, Tichy oder achgut lesen. Wie der Braunwähler keine TAZ oder ähnliches liest. Obwohl das eigentlich notwendig wäre, um demokratische Konsenze zu finden. Die Filterblasen stehen doch schon. Von daher war doch diese Aktion mehr als unnötig und ist streng genommen auch undemokratisch. Der hat eine andere, aus meiner Sicht falsche Meinung? Dann stecke ich ihm mal einen Stock in die Speichen und bin nachher ganz erstaunt, wenn mir der Fahrradfahrer im braunen Hemd an den Kragen will. Aktion -> Reaktion. Das war schon immer so.
Eine Aussage finde ich jedoch ganz wichtig. Die Neutralität des Netzes. Es ist tatsächlich alles andere als neutral und die Filterblasen begünstigen diese Entwicklung. Die Leute haben einfach keine Ahnung davon, was in den Köpfen ihrer Nachbarn abgeht. Das ist erschreckend.

Michael Sander | Fr, 16. Dezember 2016 - 22:53

Soso - die Achse und Roland Tichy waren also laut Hensel gar nicht auf "seiner Liste". Dann muss es wohl reiner Zufall gewesen sein, dass bei der Achse plötzlich sämtliche Inserenten und bei Tichys einige Große absprangen?
Diese "Aktion" war dazu geeignet, zwei der wichtigsten regierungskritischen Seiten die wirtschaftliche Grundlage zu entziehen. Dabei hat Hensel, der von seinem Arbeitgeber bis zuletzt gedeckt wurde, seine Insiderkenntnisse und Kontakte genutzt, um Seiten mit aus seiner Sicht missliebigen Meinungen wirtschaftliche zu schaden. Wobei noch hinzuzufügen wäre, dass Scholz &Friends als Werbeagentur u.a die Bundesregierung vertritt. Eine Regierung aus deren Justiz und Familienministerium eine private Stiftung unterstützt wird, die es sich zum Ziel gemacht hat, u.a FB Nutzer zu bespitzeln und zu denunzieren, wenn deren Meinung ins Beuteschema passt. Das hat vor einem wichtigen Wahljahr schon ein Geschmäckle.
Alles nur Blasenschwäche?

Michaela Diederichs | Fr, 16. Dezember 2016 - 23:07

Danke für Ihren Beitrag, viel Arbeit - auch für den Leser durch die (guten) Verlinkungen. Erschreckend ist die einseitige Sicht eines Strategieexperten auf das Internet mit seinen Möglichkeiten. Was in die eine Richtung geht, geht auch in die andere. Was Herr Hensel betrieben hat, durfte und darf nicht durchgehen. Dass es ihm derartig heftig auf die Füße fällt, ist zu bedauern. Andererseits hat er versucht, Betreiber von Internetseiten und auch deren Autoren wirtschaftlich zu vernichten. Dahinter steckt eine unglaubliche moralische Anmaßung. Auch wenn Sie und ich, Herr Wißmann, vielleicht nicht immer einer Meinung sind, ich käme nie auf die Idee, Ihnen schaden zu wollen und umgekehrt ist das sicherlich auch richtig. Anstand und Respekt sind Werte, an die ich glaube und die ich bei den meisten Menschen immer noch finde. Trotz Internet mit seinen "Echoräumen". Und ein gemeinsames Bier - face to face - ist dem Internet allemal vorzuziehen. In diesem Sinne: ein virtuelles Prost! :-).

Michael Sander | Fr, 16. Dezember 2016 - 23:10

Der Cicero hat hiermit leider eine gute Chance verpasst, sich mit den Kollegen von Tichys Einblick und der Achse zu solidarisieren. Stattdessen macht sich Herr Wissmann mehr oder weniger die Sichweise von Gerald Hensel zu Eigen. Das ist traurig und beschämend. Den notwendigen und berechtigten Protest der Leser gegen diese zweifelhafte Aktion als wütenden Shitstorm zu deklassieren, schmerzt ebenfalls. Es mag ja einige Ausreißer gegeben haben. Der größte Teil des Protestes erfolgte jedoch kultiviert und auf hohem Nivau. Der Cicero sollte sich glücklich darüber schätzen, denn es hätte ebensogut sein können, dass er selbst Ziel des Angriffs gewesen wäre. Auch in diesem Fall hätten sich seine Leser entsprechend engagiert. Wer seine Leser als dumpfe Wüteriche herabwürdigt, kann diesen Kredit jedoch auch verspielen.

Guten Tag Herr Sander,
wo mache ich mir denn die Sichtweise Gerald Hensels zu eigen? Ich schreibe zum Beispiel:  „Für eine Webseite, deren Finanzierung fast immer zum großen Teil von Werbung abhängt, wäre die Nennung auf so einer Liste verheerend“.  Oder hier:  "Hensel selbst trug zur Eskalation bei, indem er sich heftig gegen die Vorwürfe Broders wehrte und seinerseits von einer gewollten Aktion sprach.“ Außerdem habe ich aufgeschrieben, dass Herr Hensel achgut.com zwar nicht auf seiner Liste, wohl aber in dem Text genannt hat. Ich habe auch die Nähe zu der ebenso zweifelhaften Aktion der Seite Netz-gegen-nazis.de thematisiert. 

Viele Grüße

Constantin Wißmann, Online-Redaktion

Hallo Herr Wißmann,
danke für Ihre Anmerkung. Der Artikel ist weitgehend aus der Sicht Hensels geschrieben und daher habe ich wohl Ihrerseits zu viel hineininterpretiert. Gerade, wenn man sich aufregt, sollte man über das Geschriebene besser ein zweites Mal nachdenken, bevor man den "Speichern" Button drückt. Von daher: Mea culpa.
Andererseits hätte ich mir vom Cicero wirklich gewünscht, dass man den Kollegen deutlicher beispringt. Es ist ein Unterschied, ob jemand normale Verbraucher zum Boykott aufruft, oder seine beruflichen Kontakte dazu nutzt, Firmen ihrerseits unter Druck zu setzen, einen Boykott zu unterstützen, der den Betreibern dieser Seiten die wirtschaftliche Grundlage entziehen kann. Hier schießt nicht David gegen Goliath - hier schießt Goliath gegen David. Ob das noch eine zulässige Form der Meinungsäußerung ist? Unter dem Deckmantel "Kampf gegen Rechts" findet in diesem Land eine sehr bedenkliche Entwicklung statt. Da sollte der Cicero wissen, wo er steht.

Lieber Herr Sander, lieber Herr Wißmann,
ich habe mir aufgrund der vielen heftigen Kritiken den Artikel mit allen Links noch einige Male durchgelesen und nicht erkennen können, warum Herr Wißmann derartig angegriffen wird. "Giftige Manier" von Herrn Broder - okay, muss nicht sein, ist aber journalistisch legal oder? Herr Hensel hat derbe Sprüche gegen Herrn Broder raus gehauen. Konnten wir im Artikel auch nachlesen. Das hat Herr Wißmann uns alles zugänglich gemacht. Was mir auffällt: Menschen interpretieren mitunter in derart heftiger Art und Weise, dass es weh tut. Was gar nicht bös gemeint ist, wird auf eine böse Stufe gestellt. Warum? Das ist doch kein Umgang miteinander. Und - ja Herr Sander, ich gebe Ihnen recht - der Kampf gegen andere Meinungen, wird mit unerträglichen Mitteln gekämpft - häßliche Unterstellungen, Umdeutungen. Da müssen wir alle noch besser werden. Herr Wißmann, sieht so aus, als müssten Sie mal ein Bier spendieren, aber warum eigentlich? :-) VG MD

Heinz Jaskolla | Fr, 16. Dezember 2016 - 23:31

Lieber Herr Wißmann, wie steht es mit Ihrer ganz persönlichen Filterblase, in der man logiert und die abgebildete Welt durch den Spiegel, selbstgeschliffen, für das Ganze hält?
Ich vermute, Sie bemerken gar nicht die eigene Blase? Auf den Artikel bezogen: Sie sprechen über und mit Herrn Hensel, zeigen unverhohlen Sympathie, verlieren kein Wort über den Einsatz von Informationsmacht, um unliebesame Meinungsäußerungen zu unterbinden (früher ein linkes Thema: der Einsatz wirtschaftlicher oder anderer Machtmittel zur Disziplinierung Andersdenkender) - aber vor allem, sie sprechen nicht mit Broder, nicht mit Tichy. In Ihrer Blase sind das die Schmuddelkinder, die "rechten" (der neue Kampfbegriff der Monopolisten), die man gar nicht erst zu Wort kommen zu lassen braucht. Der mediale Pranger funktioniert auch so: durch gezielte Informationslenkung ein Gefälle erzeugen.
Die Spurenverwischeung von Herrn Hensel (8 Jahre Facebook geläscht), sein geschlossenes Portal - alles keine Frag wert.

Heinz Jaskolla | Fr, 16. Dezember 2016 - 23:48

Das frappierende an journalisten wie Ihnen, Herr Wißmann, ist die selbstgefällige Gewißheit, selbst in keiner Blase zu leben, quasi ungefilterten Zugang zur Wirklichkeit zu besitzen, und die Blasenschwäche als Kriterium zu benutzen, um a priori die störende anweichende Interpretation von Fakten als blasenbedingt und der eigenen Sicht unterlegen zu kategoriesieren. Denn natürlich gibt es keine reinen Fakten, sondern jede Handhabung von Fakten ist zugleich Interpretation, Auswahl aus Deutungsmöglichkeiten - und die je nicht eigenen sinden eben einer Blasenschwäche geschuldet.
Der neue Linke ist autoriätshörig - das Internetunterliegt keiner Autorität, keiner journalistsichen Vorauswahl oder Interpretationshilfe. Und so bedeutet es einen Machtverlust - die Hoheit, auch über fake-news, geht verloren, man kann nicht mehr blasenwirksam sein. Und die Klage, das Internet sei die Blasenkammer, die natürliche Zeitungen oder andere Medien nicht sind - welch blinde Hybris!

Guten Tag Herr Jaskolla, 

jeder Text zeigt eine Auswahl, anders geht es allein wegen Platzmangel nicht. Ich lasse Broder und Co. alle durch Ihre eigenen Worte zu Wort kommen. Wo ich unverhohlen Sympathie für irgendeine Seite aufzeigen soll, weiß ich nicht. Ich thematisiere durchaus, dass Hensel seine Beiträge gelöscht hat und auch das von Ihnen vermisste Problem der Informationsmacht: "Für eine Webseite, deren Finanzierung fast immer zum großen Teil von Werbung abhängt, wäre die Nennung auf so einer Liste verheerend"

Viele Grüße,

Constantin Wißmann, Online-Redaktion 

Man muss nicht mit jeder Zeile , die Sie schreiben einverstanden sein. Ich finde es toll und sage auch Ihnen ein Dankeschön, dass Sie sich sogar hier im Forum der Diskussion stellen. Ihnen und der gesamten Cicero Redaktion wünsche ich Frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr.

haben Sie in Ihrem Artikel so objektiv wie möglich geschrieben, meiner bescheidenen Meinung nach. Und danke dafür! Ich bin in keinem der sozialen Medien vertreten und würde nie im Leben meine Daten auf Facebook oder Google etc bekanntgeben. Auch kaufe ich nicht im Internet, mit Ausnahme des Ersteigern von Büchern bei Ebay. Ich kenne auch keine Blogs, ich lese nur die Leserkommentare auf Artikel Von Cicero, FAZ und Washington Post. Und ich bewundere den Mut von Journalisten überhaupt noch brisante Themen aufzugreifen.
Es ist schon erhellend zu lesen, was manche Menschen so denken, erstaunlich und oft schrecklich d eprimierend, das glaubt man einfach nicht. und das im Land der "Dichter und Denker".
Sie müssen hart im Nehmen sein - meine Sache wäre das nicht. Weiterhin viel Mut und ich freue mich auf Ihren nächsten Artikel.

Michael Sander | Mo, 19. Dezember 2016 - 16:35

In reply to by Caroline Schwarz

Gerade, wenn Sie mutigen und niveauvollen Journalismus schätzen (und Cicero lesen), sollten Sie auch mal bei Roland Tichy und der Achse des Guten vorbeischauen.

Jeder Text zeigt eine Auswahl, richtig, Herr Wißmann: er ZEIGT sie, und daran ist bei Ihrem Text sofort eine Tendenz erkennbar: was Sie auswählen, wen Sie direkt zu Wort kommen lassen und wen nicht, - das zeigt die Sympathie. Das zentrale Thema Meinungsfreiheit, Einsatz von Informationsmacht oder wirtschaftlicher Macht gegen Andersdenkende - d.h. die Grundpfeiler des freiheitlichen Systems, sind in einer Nebenbemerkung enthalten, als quasi zweitrangig, und nur unter dem finanziellen, nicht dem grundsätzlichen Blickwinkel des Einsatzes der Machtmittel. Sie verniedlichen so die eigentliche Problemstelle. Statt dessen pflegen Sie die erlogene Opferrolle des Herrn Hensel, seine unwürdige Jammerei, Gegenwind erhalten zu haben, wo er sich doch als Gott oder Teufel-Separator fühlt.
Sie wollen Ihre Parteilichkeit nicht zugeben - aber Herr Wißmann, das ist vergebliche Mühe, denn offensichtlich haben doch viele hier diese erkannt. Warum man Offenichtliches leugnet bleibt unverständlich.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 17. Dezember 2016 - 00:03

Man kann übers Ziel hinausschiessen, aber dass wir nach doch auch Aufrufen?, Nestle nicht zu unterstützen, weil die Firma
Afrikanerinnen dazu bringe, ihre Kinder nicht zu stillen, um Säuglingsnahrung zu verabreichen obwohl die hygienischen Bedingungen meist nicht gegeben seien, wenn ich richtig erinnere, aufschreien, dann meine ich, dass Aufklärung immer wichtig ist.
Aber diese Aktion sieht - nur von Ferne - so für mich aus, als wäre da der Herr Hensel seinen eigenen Instrumenten und deren angeblichen Möglichkeiten aufgesessen.
Zu bedenken ist auch, dass Geschäftschädigung schnell eintritt, gerade weil man sich diese Vorwürfe nur en passent merkt, aber dennoch beeinflusst wird.
Diese Gefahr sehe ich weniger, wenn die Meinungen der Menschen im Internet bedient werden, schliesslich lese ich die Zeitung, in der meine Kriterien Berücksichtigung finden.
Jetzt zu beginnen, alle zu Einem zu "zwingen" ist das DDR-Pädagogik?
Die Wut ist da. Diskutiert sie.
Danke an Cicero
GEGEN GEWALT

Heinz Jaskolla | Sa, 17. Dezember 2016 - 00:07

Jeder, der sich für eine Zeitung und gegen eine andere, eine Quelle und gegen andere entscheidet, begibt sich in eine Blase. Das Internet ist (noch) frei. Das Verhalten von Nutzern mit Unfreiheit des Internets zu verwechseln ist schlicht ein Denkfehler, den man nicht Pariser, sondern Ihnen anlasten muß. Die Informationen fließen ungehindert und sind von jedermann erreichbar, wenn er auswählt, ist das die Entscheidung des Nutzers, Einseitigkeit ist nicht dem Internet anzulasten. Die Versuche, das Internet zu regulieren um die Wahl des Nutzers zu beschneiden - das ist der Skandal, das ist die Meinungs- und Freiheitsfeindschaft der Aktion des Herrn Hensel, und es ist beschämend, dass Sie dem in Ihrem Duktus das Wort reden.
Ein Zeichen der erwähnten Autoritätshörigkeit, der Sie erliegen, ist Ihre Rede vom "selbsternannter Unterstützer". Wer muß Unterstützer ernennen? Der Staat? Sie? Und wer hat Herrn Hensel "ernannt"? Nicht "selbsternannt"? Die üblichen Doppelstandards - unbemerkt?

hans peter dietz | Sa, 17. Dezember 2016 - 00:12

macht sich zum Opfer. Wo er doch ganz offensichtlich ein bekanntes neues Medium in Deutschland in den Bankrott zu treiben versucht hat. Grotesk. Und Cicero hilft mit...

Bernd Windisch | Sa, 17. Dezember 2016 - 00:14

Langsam nimmt die Diskussion über die angebliche Macht des Internets groteske Züge an. Wer Cookies auf seine Rechner lässt, nimmt automatisch auch an den dunklen Seiten des Internets Anteil. Gerald Hensel tut mir kein bischen leid. Er hat sich lediglich beim Spiel mit dem Feuer die Finger verbrannt. Es gilt auch für den Umgang im Netz: „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst“. Herr Hensel kann an seinem geheimen Ort jetzt einmal 10 Minuten darüber nachdenken. 10 Minuten? Schafft er schon!

Renate Simon | Sa, 17. Dezember 2016 - 01:13

und was sich der Herr Hensel herausgenommen hat, hat noch eine ganz besondere Qualität. Nicht genug, dass Maas und Schwesig die Kahane-Stiftung und antifa mit Bundesmitteln gegen rechts unterstützen, erscheint mir die geradezu panische Angst vor rechts fast paranoid.

Niemand definiert, was rechts ist, das bleibt der Stiftung u.a. überlassen. Heute als Beschäftigter öffentlich kundzutun, für die AfD zu sein, hat schon Folgen, die dem Berufsverbot vergangener Tage gleichkommen.
Ich frage mich, in welchem Land lebe ich eigentlich, dass jeder hergelaufene Hanswurst den Kampf gegen rechts aufnehmen und andere in den wirtschaftlichen Ruin treiben kann. Wozu haben wir Staatsanwaltschaften und Gerichte, wenn die Verurteilung anderer jedem möglich ist. Das erinnert doch sehr an Stasi- und noch frühere Methoden und hat mit Demokratie absolut nichts zu tun.
Herrn Hensel hier in Schutz zu nehmen, ist also völlig überflüssig und gänzlich daneben.

Markus Große-Schware | Sa, 17. Dezember 2016 - 08:02

Das Hr. Hensel sich in der Opferrolle inszeniert, halte ich ja noch für nachvollziehbar.
Aber dass Sie auf seinen Trick der Umkehrung von Ursache und Wirkung hereinfallen, überrascht mich.
Herr Hensel versucht, mit Boykott-Aufrufen darauf Eingluss zu nehmen, welches Meinungsspektrum man lesen kann und darf und was nicht. Das steht ihm nicht zu. Das steht im Grunde im Sunne der Meinungs- und Pressefreiheit niemandem zu.

Gerade Sie hätten das Wissen und seinen Trick bemerken müssen!

Juliane Müller | Sa, 17. Dezember 2016 - 09:28

Danke für die Berichterstattung zu diesem Thema, viele Medien verschweigen das einfach. Deswegen lese ich gerne den Cicero, weil man hier auch mal andere Informationen und Sichtweisen bekommt, die aber trotzdem seriös sind.
Was mich jetzt aber irritiert ist die Verlinkung auf sciencefiles.org und damit deren Aufwertung. Ging es da nur um die Liste? Dann hätte man zumindest darauf hinweisen müssen was für eine zweifelhafte Quelle das ist.

Christian Dörr | Sa, 17. Dezember 2016 - 09:52

Linke Kritik ist gut, konservative Kritik ist böse, ist rechtspopulistisch.
Rechte Gewalt ist böse, linke Gewalt wird totgeschwiegen !!!
Leider ist die mehrheitlich links besetzte deutsche Medienszene so undifferenziert.
Da nützen auch keine semantischen Haarspaltereien: die Achse und Tichy als "rechtspopulistisch" zu diffamieren, hat Blockwartqualität. Und die Botschaft kommt bei den Budgetverantwortlichen an.
Hierfür wieder Relativierungen und Rechtfertigungen zu suchen, passt in die Lagermentalität des Autors.
Schade.

Lilo Start | Sa, 17. Dezember 2016 - 09:57

Herr Wißmann verteidigt Gerald Hensel! Ich mißtraue Hr. Hensel zutiefst, schon allein wegen der ,naiv, wie auch immer, eingesetzten Stalinismus-Symbolik. Diese Relativierung findet man bei Menschen, die mit Linksextremen sympathisieren. Sollte das nur Deko sein? Ich traue dem nicht, Herr Wißmann.
Zweitens! Dem Aufruf von Hr.Hensel folgten anscheinend viele, die Die Achse des Guten ideoligisch nicht mögen und Firmen unter Druck setzten. Die Achse ist weit entfernt vom "Rechts" sein, vielen Artikeln, glaube ich, kann jeder zustimmen kann. Meinungen, die ich inzwischen auch in anderen eher liberal-linken Medien finde. Daher ist die Konsequenz dieses Aufrufs "KeinGeldfürRechts" Verleumdung übelster Art. Das auf diesen "Field-Day" natürlich auch Massen an Hassbürgern aufspringen, hat die relevante Gegenwehr erzeugt, die das Thema publik gemacht hat. Ansonsten möchte ich nicht wissen, wie es um regierungs-kritische Stimmen in einigen Jahren hier aussieht. Das ist mir das Opfer Hensel wert.

Lilo Start | Sa, 17. Dezember 2016 - 10:14

...mit der sollten Sie sich mal genauer auseinandersetzen!
Diese kassiert viel Kohle für zweifelhafte Leistungen.
..mit zu 85% als eindeutig falsch erwiesenen behaupteten
Hatespeech- Vorfällen ist diese Stiftung bei Fake-News ganz vorne dabei. Ein wahrhaft kreativer Konstrukteur (ganz Methode Stasi, übrigens) "rechter Bedrohung".
Ein Gutachten, welches wohl wegen der Pfründe, von einem erimitierenden Professor kreiert wurde, ist ebenfalls als unterirdisch unprofessionell, entlarvt.
Der Unterstützerkreis dieser Stiftung sollte das sinkende Schiff verlassen, sonst ist deren Ruf ebenfalls bald beschädigt.

Dirk Nowotsch | Sa, 17. Dezember 2016 - 10:46

Auf Grund der 1000 Zeichenbegrenzung hier noch mein Schlusssatz!
Mit krassen Worten habe ich versucht, meinen Standpunkt der Demokratie zu vermitteln. Mein Standpunkt ist, dass es nur Demokratie geben kann, wenn jeder (ich und ihr allee), selber aus dem Pool aller Meinungen und Strömungen, aussuchen kann! Herr Hensel und andere wollen diese Auswahl nicht! Sie wollen filtern und uns zu Dummies machen! Also sind es keine Demokraten! Auch wenn sie es gut meinen. Eine stabile demokratische Basis gibt es nur, wenn die GROSSE Mehrheit ihre Meinung gebildet hat, durch das Sichten aller Informationen.

Johannes Schmid | Sa, 17. Dezember 2016 - 11:15

Dass ein (Ex-)Strategiedirektor einer Manipulationsindustrie (Werbung), offensichtlich im Bewusstsein seiner Macht, solche Strategien wählt. In welchem Paralleluniversum leben die eigentlich? Die Im Artikel erwähnte Zeit hatte vor 10 Jahren im selben Blatt noch wirklich kontroverse Standpunkte nebeneinander abgedruckt. Jetzt wird alles in den Einheitsbrei mit reingerührt. Die Bundespressekonferenzen scheinen Audienzen zu sein. Alle sind verbandelt. Journalisten sind Werber sind Politiker. Wo bleibt die konstruktive Kritik? Cicero ist eine Ausnahme!

Wolfgang Tröbner | Sa, 17. Dezember 2016 - 11:33

Nein, das glaube ich nicht. Herr Hensel wollte das linke Meinungsspektrum verteidigen, indem von seinem Weltbild abweichende Meinungen (also "rechte" Meinungen) nicht mehr publiziert werden und zwar ganz einfach dadurch, dass den "rechten" Webseiten die wirtschaftliche Basis vollständig entzogen wird. Und was "rechts" ist, definiert er der Einfachheit halber selbst.

Dass das Pendel jetzt zurückschlägt, ist doch ganz normal, oder? Sollen wir jetzt Mitleid haben, dass er seinen Job verloren hat? "If you can''t stand the heat, get out of the kitchen"

Wie kommt übrigens ein Werbetexter auf die Idee, Meinungen, die nicht seinem Weltbild entsprechen, auf diese Weise unterdrücken zu wollen? Und war es überhaupt seine Idee? Vertraut er den Argumenten der Linken nicht? Glaubt er, dass diese Argumente nicht gegen die Argumente der Rechten bestehen können?

riccardo borghese | Sa, 17. Dezember 2016 - 11:41

Ein Mann wird Opfer seiner eigenen Schmutzkampagne und lamentiert über das Internet.
Es bedarf wohl einer besonderen Unbedarftheit, wenn ein Werber sich auf ein derartiges Abenteuer einläßt, dessen Ausgang jeder Dilettant vorhergesehen hätte.
Bleibt noch die Frage nach dem(ehemaligen ) Arbeitgeber. Wenn der angeblich vorbehaltlos hinter Hensel steht, warum wird er dann kielgeholt? Faszinierend auch der anschließende Versuch der Täter-Opfer-Umkehr von S&F und Hensel.
Ein Lehrstück der Inkompetenz.

Markus Rhonheimer | Sa, 17. Dezember 2016 - 11:43

Ich bin ja nun wirklich kein Fan von vielen der genannten Websites, aber dieser letzte Satz ist ja so ziemlich das Scheinheiligste, was ich mir vorstellen kann. Wenn sich alles so zugetragen hat, wie hier berichtet, dann hat Herr Hensel aktiv versucht eine Filterblase nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere zu errichten. Warum er das OK findet? Na weil er die Wahrheit für sich gepachtet hat und deswegen entscheiden darf was gut ist und was nicht. Solche Aktionen sind der Motor für Seiten wie Breitbart. Da wirkt der letzte Satz geradezu lächerlich: „Vielleicht können wir so die Filterblase platzen lassen.“ erinnert an Doublespeak aus Orwells 1984.

Alexander Steinmann | Sa, 17. Dezember 2016 - 12:32

Der Autor verwechselt hier Ursache und Wirkung. Ein leitender Mitarbeiter einer führenden PR-Agentur, die u.a. Großaufträge der Bundesregierung und der diese tragenden Parteien akquiriert, macht Boykottdrohungen gegen Andersdenkende. Es ist dann kein "schmutziges Lehrstück"' sondern ein Zeichen von Zivilvourage, dass dann eine Gegenbewegung im Netz, vulgo "Shitstorm", aufkommt. Wer ein zensiertes Internet will, kann jederzeit gerne nach China oder Nordkorea ausreisen. Ich halte es lieber mit der im Grundgesetz verbrieften Meinungsfreiheit.

Siegfried Stein | Sa, 17. Dezember 2016 - 13:47

Ich zititiere, G. Hensel:
"„Liebe Kollegen aus Media, Werbung und von Markenartiklern:..."

Das noch Privataktion zu nennen, hat schon was - oder.
Und wenn dann noch Herr Nico Lumma, 2009 von Scholz & Friends als Direktor des Bereichs Social-Media-Strategien engagiert, nunmehr Medien- und Netzpolitische Kommission des SPD-Parteivorstandes, nachlegt, und das in getreuer Gefolgschaft von Herrn Oppermann - ja, dann werde ich hellhörig.

Andreas Balmert | Sa, 17. Dezember 2016 - 13:56

Solange Online-Meinungsseiten - egal ob links, rechts oder dazwischen verortet - keine strafrechtlich relevanten oder grundgesetzwidrigen Inhalte veröffentlichen, sollte jegliche Art der Diffamierung unterbleiben. Auch mehr oder weniger gut getarnte.
Die Feststellung, ob ein veröffentlichter Inhalt als strafrechtlich relevant oder grundgesetzwidrig einzustufen ist, sollte der Staatsanwaltschaft überlassen werden.

Ronald Asch | Sa, 17. Dezember 2016 - 14:17

Die Achse hat einen screenshot des Beitrags von Davai.davai (davai-Märsche waren im Rußland Stalins übrigens Todesmärsche) publiziert. Falls er nicht gefälscht ist, zeigt er, dass Herr H. zumindest in einer Passage Breitbart, Compact und die Achse wirklich in einem Atemzug genannt hat. Firmen hat er darauf aufmerksam gemacht, es werde ihrer Reputation schaden, wenn sie mit solchen Blogs in Verbindung gebracht würden. Daraufhin haben einige Firmen entsprechend reagiert, können sie im Fall der Firma innogy sogar auf dem Twitter account von Tapio Liller nachlesen, der seinerseitso die Firma Innogy dezidiert fragte ob, sie denn wirklich „auf einem neurechten Onlinemagazin werben“ wolle. Ich frage mich ob sich angesichts dieser Umstände Ihre Bewertung des Falles halten lässt, vor allem frage ich mich, was Sie so sicher macht, dass nicht demnächst auch gegen Cicero zum Boykott aufgerufen wird, denn als eher konservativ (also rechts?) und regierungskritisch gilt ja auch Cicero, nicht wahr?

Cornelius Angermann | Sa, 17. Dezember 2016 - 15:09

Es tut mir sehr leid, Herr Wißmann, aber Ihrem Narrativ kann ich keinerlei Realität abgewinnen. Wer meint, dass er einfach andere Menschen angreifen kann, weil die aus seiner Sicht "rechts" sind, der muss sich über das Echo nicht wundern!

Aus Ihren Zeilen lese ich die schon immer merkwürdig anmutende Differenzierung in der Beurteilung von Taten, die, obwohl gleich, je nach Herkunft der Täter unterschiedlich gewertet werden. Würde ein "Rechter" zu solchen Aktionen aufrufen, wie es Hensel getan hat, wäre die Empörung groß, wahrscheinlich würde es eine Innenministerkonferenz geben, mit dem Ziel, diesem "Hass" einen Riegel vorzuschieben. Bei Hensel ist das alles in Ordnung. Dass erinnert mich fatal an die Differenzierung zwischen Bränden in menschenleeren Flüchtlingsheimen (ganz schlimm) und brennenden, mit Polizisten besetzten Streifenwagen (is schon ok...). Diejenigen, die heute Menschen in Gefahr bringen, sind links, dieselben, die vor 40 Jahren Gewalt gg Sachen gut hießen!

franz xaver | Sa, 17. Dezember 2016 - 18:44

Naja, das mit der "Filterblase" lies man ja in letzter Zeit immer wieder. Ist im Prinzip ja nichts neues, wird aber gerne als neue Erkenntnis verkauft. War doch auch vorm Internetzeitalter so : die meisten Menschen kaufen oder lesen ja auch die Zeitungen oder Magazine oder sehen politische Talkshows die die eigene Meinung widerspiegeln. Abgesehen davon scheint man zu glauben, das der Bürger so unmündig ist, das er nicht in der Lage ist selber gezielt im ww nach Informationen zu suchen.
Der Rest des Artikels könnte man, je nach Perspektive, auch als victim blaming ( Täter/Opfer Umkehr) bezeichnen.

"Filterblasen", das ist auch wieder so ein Wort mit Hilfe dessen Bürgen mit nicht genehmen Meinungen diffamiert werden. Jetzt sitzen sie halt in ihren Filterblasen. Vorher waren sie postfaktisch oder rechtspopulistisch. Es ist immer das gleiche Spiel um Begriffe, die man regelmäßig ebensogut auf die andere Seite anwenden könnte. Letztendlich geht es immer um Grundüberzeugungen und Wahrheiten, welche die andere Seite nicht teilt. Aber da es sich der jetzige links grüne Mainstream nicht vorstellen mag, dass er auch nur einer Ideologie unterliegt, wird halt alles, was in die eigene Erzählung nicht reinpasst, diffamiert.

margit kästner | Sa, 17. Dezember 2016 - 19:48

Ja Herr HENSEL;
wie war das, wer andern eine Grube gräbt...........
die INDEX Angaben sind TOPP!!!!!!!

Clara Schwarze | Sa, 17. Dezember 2016 - 21:19

Es wäre sinnvoller, Kritik ernstzunehmen, als diese Theatervorstellung von der Filterblase, Trollen aus St. Petersburg oder "Social Bots".
Das nimmt irgendwann niemand mehr ernst. Und es bleibt auch fragwürdig, ob wirklich eine Privatperson auf solche Tricks verfällt.

Samuel von Wauwereit | Sa, 17. Dezember 2016 - 21:27

Schon im Stern hat Hensel sich als verfolgte Unschuld inszeniert. Da kann ich doch nur ein altes englisches Sprichwort zitieren: "If you can't stand the heat, don't go to the kitchen!"

Annekathrin Meissner | So, 18. Dezember 2016 - 00:34

Wenn die Achse des Guten und Tichys Einblick nicht auf der Liste standen, wieso haben die Blogs dann ihre Werbekunden verloren? Paßt doch nicht zusammen. Und da soll Broder nicht scharf reagieren? Wieso maßt sich ein Hensel an, darüber zu entscheiden, welche Blogs existieren dürfen und welche man hinterhältig von hinten finanziell vernichten darf? Schon mal was von Meinungsfreiheit gehört? Meinungen bekämpft man mit Argumenten, nicht mit Gesinnungsterror.

Walter Sobchak | So, 18. Dezember 2016 - 00:47

Meiner Meinung nach sollte man nicht Ursache und Wirkung in diesem Fall verwechseln.

Der Zauberlehrling war allein zu Haus und hat ein Chaos angerichtet.
Sich jetzt, nach dem ganzen Wirbel den man verursacht hat, darüber zu beklagen “geframt“ worden zu sein, ist ein schon wenig weinerlich.

(Was mich noch beschäftigt- hier ist ja auch ein gewisser wirtschaftlicher Schaden entstanden.
Wie will man eigentlich zukünftig mit diesem Phänomen juristisch umgehen?)

Michael Ludwig | So, 18. Dezember 2016 - 08:40

Herr Wißmann, das ist schon der 2. Artikel von Ihnen innerhalb kürzester Zeit der mich am journalistischen Niveau des Cicero zweifeln lässt. Letze Woche präsentieren Sie einen "Syrienexperten" der sein Halbwissen von der Zentrale für politische Bildung bezieht.
In diesem Artikel beschleicht mich das Gefühl, dass Sie diesen Herrn Hensel irgendwie in Schutz nehmen müssen.
1. Der Herr war leitender Mitarbeiter und bezieht sich auf seine Kunden. Und wenn er das auf seiner
privaten Homepage tut ist es eben nicht mehr privat. Firmenknigge 1. Grundregel.
2. Er ruft zum Boykott gegen die Presse auf, Argumente gegen den politischen Gegner sind out,
zerstören ist Mainstream.(War da was vor vielen Jahren? )
3. Nun schlägt das Imperium zurück, und das hätten wir nicht erwartet - Hilfe- Rettet Robin Hood. Kümmert sich schon ein Psychologe um ihn.
Herr Wißmann was hätten Sie geschrieben, wenn Sie und Ihr Arbeitgeber auf seiner Liste gestanden hätten?

Guten Tag Herr Ludwig, 

ich freue mich, dass Sie meine Artikel lesen. Herr Gerlach bezieht sein "Vollwissen" aus vielen Quellen, sonst würden ihn wohl auch andere Medien wie Tagesschau oder Deutschlandfunk nicht so oft zu Wort kommen lassen. Außerdem ist das Magazin "zenith" ein von Wissen über den Orient vollgestopftes Magazin. Lesen Sie es doch einmal (neben dem Cicero natürlich). Wenn Sie ein Gefühl beschleicht, kann ich das nicht ändern, ich habe aber Herrn Hensel nirgends in Schutz genommen. Würde ich auf irgendeiner schädigenden Liste stehen, würde ich mich vermutlich wehren, nur standen weder achgut noch Tichy auf dieser Liste. Zugegeben, bei achgut ist die Sache komplizierter. Sie haben sich auch gewehrt, nirgends habe ich geschrieben, dass sie das nicht dürfen sollten.

Viele Grüße, Constantin Wißmann (Online-Redaktion)

Sie studiert haben. Aber kein Politikwissenschaftler nimmt das von Gerlach mitgegründete Magazin 'Zenith' ernst. Und ich weiss auch nicht, ob Sie Statistik gemacht haben (Broder ist übrigens Statistiker). Wenn doch, rechnen Sie sich einmal die Wahrscheinlichkeit aus, dass bei achgut und tichy die Werbekunden kündigen, nachdem Hensel seinen Senf abgelassen hat - aber beides soll nichts miteinander zu tun haben.

Karsten Rinas | So, 18. Dezember 2016 - 09:35

Mein Kompliment! Der Artikel von Herrn Wißmann bietet die sachlichste Darstellung dieser Affäre, die ich bislang gelesen habe. An einer Stelle möchte ich jedoch widersprechen: Die Behauptung, dass Hensel selbst definiert habe, welche Webseiten in Deutschland rechtsextrem seien, trifft so nicht zu, denn das bloße Erstellen einer Liste ist noch keine Definition. In seinem offenen Brief an Broder hat Hensel diese Definition sogar explizit verweigert und stattdessen dafür plädiert, "dieses Rechts-Links-Ding" zu "vergessen". Und das ist schon bemerkenswert: Da zieht jemand mit dem Ruf "Kein Geld für rechts" in die Schlacht, um anschließend einzuräumen, dass "rechts" eine unbrauchbare Kategorie ist. Hier ist offenbar auch eine Blase zerplatzt.

Dr. Franz Reinartz | So, 18. Dezember 2016 - 11:03

Sehr geehrter Herr Wißmann, werte LeserInnen,
ich habe die Auseinandersetzungen zwischen der Achse (und weiteren Blogs wie etwa Tichyseinblick) und Herrn Hensel und seinen Unterstützern verfolgt und vermag ihrer Darstellung nicht zu folgen. Sie schlagen sich deutlich auf Herrn Hensels Seite, die dieser z.B. auch beim Stern dargestellt hat.
Sie übernehmen ohne Nachweis Herrn Hensels Eigensicht als Opfer. Soweit ich die Beiträge verschiedener pro Achse-Kommentatoren auf den inkriminierten Seiten aber bspw. auch bei wuv.de zum Thema bewerten kann, ist deren weitaus überwiegende Zahl bemüht, eine kritisch wertende Position zu beziehen. Drohungen wider Herrn Hensel, die ich allerdings verurteile, finden Sie da nicht.
Da ich Cicero als normalerweise bedacht und ausgewogen argumentierendes Medium erfahre, finde ich Ihre unausgewogene Darstellung befremdlich. Bedenken Sie: Auch Cicero könnte in's Fadenkreuz der Gedankenpolizei geraten.
Die besten Grüsse zum 4. Advent
F.Reinartz

Klaus Ziegel | So, 18. Dezember 2016 - 12:31

Werter Herr Wißmann
ich bin gerne Leser des Cicero Magazin und ebenso auch begeisterter Leser bei Achse des Guten" wie auch bei "Tichy´s Einblicke. Die Aktion von Hensel kann ich nur als Angriff auf die Meinungsfreiheit werten. Nichts anderes ist es , wenn der politische Gegner wirtschaftlich geschädigt werden soll. Das hat in unserer Demokratie nichts verloren und letztendlich ist es eine ähnlich faschistische Aktion wie etwa verharmlosend genannte "Hausbesuche" oder "Entglasunen von Autos"durch links- Autonome.
Meinungsfreiheit ist eben das Boot, in dem sie auch mit politisch andersdenkenden sitzen.

Rainer Pflanz | So, 18. Dezember 2016 - 13:20

Der Sinn und Unsinn einer vom Bund unterstützten Antonio-Amadeu Stiftung und seiner Kopien bedarf einer breiten Diskussion. Denn insbesondere wenn man bedenkt dass eine Dame mit Stasi-Vergangenheit (so ist es im Internet zumindest zu lesen) diese leitet, hat es schon mehr als ein Geschmäckle. Der Kommentar Broders zu Hensels Liste im Internet, dass man die Achse des Guten zwar als rechtspopulistisch markiert aber nicht auf die Blackliste gesetzt hat, ist entlarvend, während Amelie Fried sich zu recht gewehrt hat. Der (un) Wert solcher Stiftungen und ihrer Listungen ist es wert, eine Debatte über mehrere Cicero Ausgaben zu führen. Mich persönlich erinnern sie an ungute Zeiten.

Reinhard Rogosch | So, 18. Dezember 2016 - 13:30

Für mich ist der Typ einfach nur plemplem. Er hätte die geistige Reife haben sollen, zu erkennen, daß der Tsunami, den er verursacht hat, umschlagen kann. Ein typischer Fall von Selbstüberschätzung.

Enrico Stiller | So, 18. Dezember 2016 - 13:41

Denn selbstverständlich wollte Hensel, dass Firmen ihre Werbung bei achgut und Tichy "überdenken". Dass die beiden sehr bald von den genannten Listen entfernt wurden, hat wohl mit Angst vor rechtlichen Schritten von Seiten der Angegriffenen zu tun. Was aber an dem Artikel besonders infam ist, dass er hier Täter und Opfer vertauscht. Einen solchen Stil der Berichterstattung kennt man eigentlich nur aus anderen Regimen.

nikolaus wittmann | So, 18. Dezember 2016 - 17:08

Die "Rechten" lernen dazu und verwenden die Methoden der "Linken". Shitstorms kann es wie Stürme überall geben. Wenn unsere fortschrittlichen Kräfte dies jetzt bejammern, sei an viele ihrer Aktionen erinnert. Ziviler Ungehorsam und Wiederstand ist Bürgerpflicht hängen halt von der Betrachtungsweise ab. Die andere Seite hat dazugelernt und die Methoden übernommen.

Wulf Richartz | So, 18. Dezember 2016 - 20:36

Es hat ihn niemand gezwungen, eine derartige Boykott-Kampagne los zu treten.

Mit Großer Sorge und Abscheu sehe ich, wie in diesem Land nicht mehr in der Sache diskutiert wird, sondern nur noch in Metaebenen.

Waren es bisher nur ausgrenzende, diskussionsverhindernde Diffamierungen und Kategorisierungen sei es als "Gutmensch" oder "Abernazi", um den Andersdenkenen mundtot zu machen und die Meinungshoheit zu erringen; wird jetzt ganz offensichtlich praktisch gehandelt, den Andersdenkenden in seiner wirtschaftlichen Existenz zu bedrohen/schaden/vernichten.

Mögen solche Privataktionen als abscheuliches Handeln eben Privater bei Seite schiebbar sein (wobei zivilrechtlich da evtl noch etwas nachkommt für Herrn Hensel); so ist die echte Gefahr zur Zeit bei den Unionsparteien und Herrn Maas gegeben, die staatlicherseits oder in PublicPrivatePartnership festlegen wollen, was die "Wahrheit" ist, und was als "Fake News" zu bestrafen ist.
Ohne Meinungsfreiheit stirbt jede Demokratie.

André Olejko | So, 18. Dezember 2016 - 21:20

"systematisch manipulierende Player, die Menschen im Netz steuern und lenken." – Ja, das ist der einzige Grund, den Hobby-Politbüromitglieder sich vorzustellen vermögen, warum es Menschen mit anderen Meinungen gibt. Alles nur Zombies, die hinter Rattenfängern her torkeln. Dass jemand unabhängig von fremder Anleitung zu einer abweichenden Meinung kommen kann, darauf kommen sie nicht, das können sie sich nicht vorstellen. Das zeigt, wie menschen- und demokratieverachtend sie sind. Und deswegen haben wir Zombies und "Kettenhunde" (Zitat Hensel) jetzt mal Gegenwind angezettelt. So muss das.

Walter Sobchak | So, 18. Dezember 2016 - 23:31

Meiner Meinung nach sollte man nicht Ursache und Wirkung in diesem Fall verwechseln.

Der Zauberlehrling war allein zu Haus und hat ein Chaos angerichtet.
Sich jetzt, nach dem ganzen Wirbel den man verursacht hat, darüber zu beklagen “geframt“ worden zu sein, ist ein schon wenig weinerlich.

(Was mich noch beschäftigt- hier ist ja auch ein gewisser wirtschaftlicher Schaden entstanden.
Wie will man eigentlich zukünftig mit diesem Phänomen juristisch umgehen?)

Sven Bergmann | Mo, 19. Dezember 2016 - 07:03

Von Auswirkung und Reaktion auf seine Aktion "überrascht" zu sein, würde ich jedem glauben, der als berufliche Kernkompetenz nicht gerade die Schnittmenge von Werbung, Internet und Kommunikation hat.

Er hat achgut massiv geschädigt.

Sein Arbeitgeber bewirbt sich in diesem Themenfeld offenbar auf einen großen Auftrag. Und es gibt in kaum einer Branche so wenig Trennung zwischen Beruf und Privatleben wie unter den Werbern.

Was wäre geschehen, wenn achgut oder Tichy gezielte Falschmeldungen zu einem fiktiven Elite-Koch eines Nachbarlandes abgesetzt hätte, der Hunde- und Katzenfleisch serviert?
Die Meldung professionell aufgemacht und nicht mit eigenem Absender erkennbar im Netz lanciert? Mit internationaler Empörung, vulgo Shitstorm.
"Xenophobe Fake-News" wären ein -pardon- gefundenes Fressen für Hensel und Kahane gewesen.
Aber natürlich gelten hier andere Maßstäbe.

Wer Andersdenkenden an die wirtschaftliche Existenz geht, spaltet die Gesellschaft.
Und das erzeugt Wut.

Jens Kaup | Mo, 19. Dezember 2016 - 09:54

Ich frage mich, ob jemand der seine Infos aus der Bild und dem ÖR erhält, wie viele Merkel-Wähler, nicht auch in einer Blase lebt. Und ich mag in einem "rechtspopulistischen" Informations-Universum leben. Den Mainstream-Medien-Inhalte bis hin zur Taz bekomme ich ja sowieso mit im ÖR und in unserer Lokalzeitung präsentiert. Ich gucke aber auch bei SPon oder Zon rein, allein schon um mich aufzuregen. Und nochwas - Cicero sollte nicht so locker tun. Wenn Tichys Einblick schon böse rächtz ist, dann ist der Cicero auch irgendwann dran - das geht ganz schnell!

Robert Flag | Mo, 19. Dezember 2016 - 09:55

Mit diesen "Filterblasen" wird es maßlos übertrieben. Auch in pre-digitaler Zeit hat kein 68er die FAZ und kein Konservativer den Spiegel gelesen.
Die Menschen haben immer bevorzugt das konsumiert, was ihre Meinung bestätigt.
Früher analog, heute eben digital.
Much ado about nothing.

Hans Page | Mo, 19. Dezember 2016 - 10:04

"Dahinter steckten „systematisch manipulierende Player, die Menschen im Netz steuern und lenken. So wird Wut produziert“? Sich selbst? Diesem Herrn fehlt das Verständnis dafür was er angerichtet hat und wie faschistisch seine eigenen Aktionen sind. Rufschädigung zur wirtschaftlichen Vernichtung ist dann doch keine kleine Sache. Die Tatsache, dass sich von Regierungsstelle (z.B. Maas) niemand zu Wort meldet, zu einem eklatanten Versuch die Meinungsfreiheit zu begrenzen, durch wirtschaftliche Vernichtung von alternativen Informationsquellen, müsste doch die Demokraten mobilisieren. Wo ist der Unterschied zur Spiegelaffäre? Wenn es sich nicht um 'links' handelt darf man mal ruhig undemokratisch sein? In was für einer Welt sind wir gelandet?

Norbert Jablonska | Mo, 19. Dezember 2016 - 10:26

Danke, Wißmann, für Ihren differenzierten Beitrag. Sowohl die Perspektive Hensels als auch der Angegangenen (Broder u.a.) werden kritisch geschildert. Meines Erachtens muss hier jedoch zwingend eine juristische Aufarbeitung gesucht werden. Fragestellungen: wer haftet für den durch Hensel und Gleichgesinnte in Folge eines Quasiboykottaufrufes mittelbar verursachten wirtschaftlichen Schaden (beispielsweise auf Seiten dieser Achse des Guten)? Sind Entschädigungsforderungen möglich? Sind im Rahmen des Aufrufes genutzte, mithin unzutreffende Stigmatisierungen i.S. von "rechtsextrem" noch durch die Meinungsfreiheit gedeckt? Können etwaige Entschädigungen auch tatsächlich eingetrieben werden? Die rechtlich qualifizierte Beantwortung dieser Fragen kann und sollte zukünftig darüber entscheiden, ob sich derartige Aktionen wie jene des Hensel wiederholen können. Mir selbst missfiel Hensels Tun. Letztlich dürfte er sich auch selbst geschadet haben.

Enrico Stiller | Mo, 19. Dezember 2016 - 11:59

ist hier. Unglaublich. Ich kann mir denken, weshalb. Es waren wohl keine widergebbaren darunter. Ich könnte die Leute verstehen. Denn dass im Cicero der Versuch, kritische, missliebige, aber vollkommen legale und keineswegs rechtsradikale Blogs mundtot zu machen, in einem Artikel unterstützt wird, ist ein unglaublicher Vorgang. Und ein solcher Versuch war es. Oder glaubt der Autor ernsthaft, die Aktion von Hensel habe mit den Werbeeinbussen von achgut und Tichy nichts zu tun? Die sind wohl schlechtem Wetter geschuldet? - Aber es ist lustig: Der Artikel
"passt" zu dem anderen Artikel über die Freiheit des Denkens - als Beleg, wie sehr diese gefährdet ist.

Constantin Wissmann | Mo, 19. Dezember 2016 - 14:15

In reply to by Enrico Stiller

Guten Tag Herr Stiller, 

am Wochenende bearbeiten wir keine Kommentare. Wie Sie sehen können, wurde diese Leerstelle inzwischen gefüllt. Ich weiß nicht, wo ich Herrn Hensel unterstützen soll, etwa indem ich ihn zitiere? Ist es für Sie "Freiheit des Denkens", wenn man nur eine Seite zeigt?

Viele Grüße, Constantin Wißmann (Online-Redaktion) 

 

Isabelle d'Aguerre | Mo, 19. Dezember 2016 - 13:56

Herr Wissmann, es ist ganz offensichtlich, dass Sie eine offene Rechnung (ob tatsächlich oder vermeintlich gerechtfertigt spielt hier keine Rolle) mit Broder begleichen, in dem Sie Hensels Aktion verharmlosen. Ganz gleich, was Broder in der Vergangenheit getan oder nicht getan hat, es erinnert fatal an die schlimmste Episoder der deutschen Geschichte. Zu Ihren Aussagen gilt also der englische Spruch: "Two wrongs don't make one right".

FritzXaver | Mo, 19. Dezember 2016 - 16:15

Ich lese hier grade ihre Antworten auf die Kommentare.
Dort sehen sie sich offensichtlich immer wieder "genötigt" zu behaupten sie hätten in ihrem Artikel nicht einseitig die Position von Hern Hensel bezogen.
Da stellt sich für mich die Frage, und diese sollten sie sich vielleicht mal selber stellen: warum nehmen die Leser ihres Artikels dieses so wahr?
Die Antwort auf diese Frage dürfte jemanden der sich offensichtlich zur selbsternannten Elite zählt doch nicht so schwer fallen, oder? Ein Tip für sie:
"Je klarer das Selbstbild ist, und je besser es mit den Fremdbildern übereinstimmt, desto eindeutiger kann der Unterschied zum Wunschbild gesehen werden. Daraus können dann persönliche Entwicklungsschritte abgeleitet werden."

Thomas Nichterlein | Mo, 19. Dezember 2016 - 18:10

-Was wird aus einem Aufruf zum Boykott, wenn er schadet. Dem Besitz, wohl gar Leib und Leben? --Was sagt das Bundesverfassungsgericht denn dazu? Was sagen die Strafkammern?
-Präzedenzfälle müssen sein, Dank an Herrn Broder. Übergriffe des Staates, gesteuerter Stiftungen und gelenkter Privatleute müssen benannt, verfolgt und bestraft werden.
-Menetekel muss man nicht sehen, nicht wahr, Herr Wissmann? Dafür ist eher Herr Broder zuständig.
-Und Werbeleute gehen abends einfach nach Hause und arbeiten an ihrem privaten Blog. Wie ganz normale Beamte eben. Nur dass diese vor Ihrer Firma verantworten müssen, was sie in Blogs schreiben.

Klaus Ludeloff | Mo, 19. Dezember 2016 - 18:36

Vorsicht! Wer Wahrnehmungsschwäche mit Blasenschwäche verwechselt, läuft Gefahr, Fake-News zu verbreiten und unwiderruflich Schaden an der journalistischen Reputation zu nehmen.

Sven Bergmann | Mo, 19. Dezember 2016 - 19:03

Lieber Herr Wissmann,

wie würden Sie denn reagieren wenn Herr Hensel Sie / den Cicero als Informationsquelle für Rechtsradikale dargestellt hätte und die Anzeigeneinnahmen kollabieren?

Das könnte Ihnen / dem Cicero nicht passieren?
Das haben auch schon andere gedacht.

Hensel ist Kommunikationsspezialist. Er weiss, dass die Wiederholung eines Namens in richtigen Kontext eher im Gedächtnis bleibt als die faktische Führung in der Blacklist.

Kleiner Test: wieviele Namen von sicherlich üblen Seiten auf der Blacklist fallen dem Durchschnittsleser nach der Lektüre seiner Texte wohl ein?
Ausser Tichy, achgut und vllt Breitbart?
Bingo.
Genau so hat das funktioniert.

Wer Diffamierung mit der Nazikeule erlebt hat, wer gutmenschliche Gesinnungsnachweise führen musste, weil für den Rechtspopulistenvorwurf ja die moralische Beweislastumkehr gilt, der wird nicht mehr erwarten, dass Leute wie Hensel Skrupel hätten, Andersdenkenden nach Kräften an die berufliche Existenz zu gehen.

Ernst Laub | Mo, 19. Dezember 2016 - 19:48

Nur in der sogenannten BRD werden Konservative, Rechte und Rechtsextremisten in den gleichen Topf geworfen, ohne dass sich die CDU dagegen wehrt: Wahrscheinlich verfügt sie weder über ein Leitbild noch über eine Strategie: C02-Hysterie, Bargeldabschaffung, Masseneinwanderung und Machterhalt; Mehr liegt einfach nicht mehr drin für die merkelsche Jubeltruppe.

Edgar Timm | Mo, 19. Dezember 2016 - 20:10

Ohne Zweifel hat Gerald Hensel vorsätzlich die wirtschaftliche Stellung der genannten Onlinemedien beeinträchtigt, als er Entscheidungsträger aus Media, Werbung und von Markenartiklern aufforderte: „Ein einfacher Weg, nicht unpolitisch zu sein, geht so: Lasst uns gemeinsam die Finanzierung von... stoppen.“

Und ohne Zweifel war Hensels Boykott-Initiative erfolgreich, denn er konnte alle relevanten Werbekunden dazu bringen, sich furchtsam von der „Achse“ zurückzuziehen.

Damit greifen gegen Hensel § 241a StGB (Politische Verdächtigung) und § 823 BGB (Schadenersatz). Inwieweit S&F als "Geschäftsherr" haftet, ist davon abhängig, wer bei S&F gewußt und widerspruchslos akzeptiert hat, dass ein leitender Angestellter („Executive Strategy Director Digital“) das aus seinem Arbeitsumfeld stammende Netzwerk missbräuchlich nutzte.

Leider kann ich die Gesetzestexte w/1000 Zeichen nicht zitieren - aber man kann ja suchen.

Jan von Werth | Mo, 19. Dezember 2016 - 22:06

Herr Hensel hat NUR einen Aufruf an die gesamte deutsche Werbebranche gerichtet, dass man Blogs etc., die ihm nicht ausreichend links sind, durch den Abzug der Werbemittel mundtot macht - dass man bei ihnen keinen Bannerwerbung kauft, sie also schädigt. Und Herr Broder hat NUR darauf hingewiesen, dass der Aufruf, bei einer bestimmten sozialen oder ethnischen Gruppe nicht zu kaufen, um diese zu schädigen, in unserem Land Tradition hat. Herr Hensels Unterstützer haben ihre Werbeausgaben von den entsprechenden Seiten zurückgezogen; Herr Broders Unterstützer haben den entsprechenden Seiten gezeigt, dass sie damit nicht einverstanden sind. Damit hatte der 'Strategieexperte' nicht gerechnet (das Internet und seine Mechanismen sind also nicht nur für die Kanzlerin 'Neuland'), und Scholz & Friends wollen nun verständlicherweise auf diesen 'Strategen' zukünftig verzichten. Warum Sie Hensels AKTION nicht ebenso geißeln wie Broders REAKTION, bleibt rätselhaft. Aber man darf ja vermuten...

Petra Führmann | Mo, 19. Dezember 2016 - 23:13

wieso denn so viele Firmen, und das waren sicher nicht nur kleine, sich von einem Herrn Hensel so haben einlullen oder verunsichern lassen? Es heißt doch, er habe privat gehandelt. Wenn nicht, und das wird eher der Fall sein, dann muss die Agentur voll dahinter gestanden haben, denn er hat Firmenkunden benutzt. Merkwürdig, geht es doch sonst überall nur um Geld, egal woher und von wem.. hier scheint ja mal die vermeintliche Rettung der Menschheit, die ja dermaßen von Rechts bedroht wird, Vorrang gehabt zu haben. Alles andere haben meine Vorreder schon gesagt; dem schließe ich mich an.

Olaf Romer | Di, 20. Dezember 2016 - 07:36

Hensels Einsicht kommt zu spät..Wenn er ein so genialer Denker und Fachmann ist den er vorgibt zu sein oder den sein AG ihm bescheinigt hätte er wissen müssen mit welchen geschichtlichen Parallelen er arbeitet. Nein er ja bewusst seine Meinungen definiert und sein AG hat Ihn bewusst laufen lassen. Wir brauchen Demokratie und Diskussion aber keine Denkverbote und Zensoren.

Olaf Walter | Mi, 21. Dezember 2016 - 13:42

Mir ist nicht klar, was jetzt Inhalt, Aussage und Kern des Beitrags ist. Geht es um 'Filterblasen - Idee des freien Internets eine Illusion'; 'Vor, Haupt, Nachgeschichte eines Shitstorms'; 'Gründe, Wege, Auswirkungen und Folgen rund um Schubladendenken'; 'Herrn Broder und seine Internetaktivitäten'; 'Vermischung berufl. Haupttätigkeit mit sich überschneidenden priv. Aktivitäten ohne Abstimmung mit dem Arbeitgeber'; 'Hashtagerschaffung'; 'Aktion gegen, insbesondere Selbst erkannte und Selbst benannte, Rechte Internetseiten'; 'Sich nicht Selbst und schon gar nicht den Arbeitgeber für die Gegenseite als Mittel zum Gewinn benutzen lassen'; 'Gegen Drohungen, auch als Masse, strafrechtl. vorzugehen'; 'Sich wegen gesellschaftl. einsetzendem Handeln und Tun aus Berufsleben zurückzuziehen und sich an geheimen Orten aufhalten zu müssen'?

MMn ist Herr Hensel kein Whistleblower. Ein Idealist? Privat und Geschäft ist, bei Überschneidung, klarstellend zu handhaben.

Olaf Walter (56), Tuttlingen

Ulf Müller | So, 1. Januar 2017 - 11:07

Vielen Dank für die interessanten Anregungen. Bisher kannte ich die beiden genannten Webseiten Achgut und TichysEinblick gar nicht.

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