CSU in der Krise - Danke Horst, das war‘s

Die CSU ist der größte Verlierer der Bundestagswahl. Horst Seehofer hat seine Partei in eine schier ausweglose Situation manövriert. Das Ende des bayerischen Sonderweges droht

Horst Seehofer
Horst Seehofer und seine Partei befinden sich in der politischen Sackgasse / picture alliance

Autoreninfo

Christoph Seils ist Ressortleiter „Berliner Republik“ von Cicero. Im Januar 2011 ist im wjs-Verlag sein Buch Parteiendämmerung oder was kommt nach den Volksparteien erschienen.

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Manchmal dauert es ein paar Tage, bis das ganze Ausmaß eine Katastrophe sichtbar wird. Das ist bei Naturkatastrophen nicht anders als bei politischen Katstrophen. Und eine solche hat am Sonntag Bayern erschüttert. Die CSU ist bei der Bundestagswahl am Sonntag tief gefallen, ziemlich tief. Sie hat 10,5 Prozentpunkte verloren, ist bei mageren 38,8 Prozent gelandet, gleichzeitig erzielte die AFD in Bayern 12,4 Prozent und damit das beste Ergebnis in den westlichen Bundesländern. Die selbst ernannte Bayernpartei ist damit der eigentliche Verlierer der Bundestagswahl. Nicht nur wegen der starken absoluten Verluste, sondern vor allem auch deshalb, weil der Parteivorsitzende und bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer seine Partei in eine strategisch schier ausweglose Situation manövriert hat.

Erste Rücktrittsforderungen

Ganz allmählich wird die schwierige Lage der CSU in ihrer Vielschichtigkeit deutlich. Die absolute Mehrheit in Bayern, die für die Partei quasi Gottgegeben scheint, ist bei den Landtagswahlen im September 2018 in akuter Gefahr. Zugleich könnte in einem Jamaika-Bündnis der politische Einfluss der CSU in Berlin sinken. Die Not der Christsozialen ist groß. Die einmalige Sonderstellung der CSU im bundesdeutschen Parteiensystem ist bedroht. Zugleich vermehren sich in der CSU die Zweifel daran, ob der wankelmütige Horst Seehofer noch derjenige ist, mit dem es gelingen kann, diese Herausforderungen zu bestehen. Die ersten Landtagsabgeordneten haben bereits dessen Rücktritt gefordert. Neben allen strategischen und programmatischen Herausforderungen, vor denen die CSU steht, könnte eine unschöne Debatte um die Seehofer-Nachfolge die Partei lähmen.

Zwischen rechter und liberaler Flanke

Wobei die Herausforderungen für die CSU in München und Berlin durchaus unterschiedlich sind. In München muss die CSU ihre absolute Mehrheit verteidigen und dafür die „rechte Flanke schließen“, so hat es Horst Seehofer am Sonntag formuliert. In Berlin muss sie bei den Sondierungen zur Bildung einer Jamaika-Koalition zwischen CDU, CSU, FDP und Grünen eine konstruktive Rolle spielen. Sie muss sich dort kompromissfähig gegenüber liberalen und ökologischen Ideen zeigen. In München muss die CSU klare Kante zeigen, in Berlin hilft ihr diese nicht viel weiter.

Es mag sein, dass die Jamaika-Gespräche scheitern werden, weil die vier Parteien keine tragfähige Grundlage für eine Zusammenarbeit finden. Aber die CSU darf am Ende nicht für das Scheitern verantwortlich sein, denn dies würden ihr viele Wähler in der Mitte extrem übel nehmen. Vor allem dann, wenn dies das Ende der Kanzlerschaft Merkel bedeuten würde. Vor lauter Ehrgeiz, die rechte Flanke schließen zu wollen, darf die CSU nicht vergessen, dass sie ebenfalls eine liberale Flanke hat und eine ökologische. Dass es zudem auch in Bayern nicht wenige Merkel-Fans gibt. Diese zu brüskieren, wäre ebenso fahrlässig und bringt der CSU die alte Herrlichkeit auch nicht wieder zurück.

Schwankender Wahlkampf

Das Erschrecken und die Ratlosigkeit angesichts der schier ausweglosen strategischen Lage ist führenden Christsozialen seit Tagen anzusehen. Bei der Frage der Schuld an dem Wahldesaster zeigten Seehofer und Co. schnell auf die Bundeskanzlerin und ihre Flüchtlingspolitik. Dabei sind eigene Fehler in den vergangenen vier Regierungsjahren und im Wahlkampf unübersehbar.

Da war allen voran das Schwanken der CSU in der Flüchtlingspolitik zwischen Fundamentalopposition gegen Merkel („Rechtsbruch“) und Kuschelkurs mit der Kanzlerin seit Beginn des Wahlkampfes. Für die einen blieb Horst Seehofer so ein Papiertiger, für die anderen der ewige Kanzlerinnen-Kritiker. Eine derart disparate politische Botschaft führt zwangsläufig zu massiven Mobilisierungsproblemen. Dass Bayern den Flüchtlingsansturm reibungsloser bewältigte als alle anderen Bundesländer, auch das geriet darüber in Vergessenheit.

Minister ohne Profil

Die Flüchtlingspolitik war jedoch bei weitem nicht der einzige Grund für den Absturz der CSU. Denn zugleich trugen die drei CSU-Minister in der Großen Koalition wenig zur bundespolitischen Profilierung ihrer Partei bei. Verkehrsminister Alexander Dobrindt war eine Fehlbesetzung. Er verbiss sich in die Einführung der PKW-Maut und kümmerte sich wenig um Themen wie Infrastruktur oder Digitalisierung. Auch beim Diesel-Skandal blieb Dobrindt blass. Christian Schmidt war als Minister zwar ein zuverlässiger Lobbyist der traditionellen Landwirtschaft, aber zu Themen wie Ernährung oder Verbraucherschutz war von ihm wenig zu hören. In Erinnerung blieb nur sein Feldzug gegen die vegane Currywurst. Entwicklungsminister Gerd Müller wiederum stand bei der Bekämpfung von Fluchtursachen und der Armutsbekämpfung in Afrika fest an der Seite der Bundeskanzlerin.

Zudem war die CSU immer dann stark, wenn die innere Sicherheit für sie nicht nur ein polizeiliches Thema war, sondern auch ein soziales. Doch auch die CSU hat in den vergangenen Jahren in Bayern und im Bund die politische Wucht zum Beispiel der Wohnungsnot in Ballungsräumen, des Pflegenotstands oder der prekären Arbeitswelt völlig unterschätzt. Kein Wunder, dass die CSU und allen voran Horst Seehofer ein massives Glaubwürdigkeitsproblem haben.

CSU erschwert Koalitonsverhandlungen

Doch statt sich an die eigene Nase zu fassen, schaltete die CSU in ihrer Not schon am Montag nach der Wahl wieder auf Attacke. Horst Seehofer zeigte kurz die Instrumente seiner Partei. Er kokettierte mit der Möglichkeit, die Fraktionsgemeinschaft von CDU und CSU aufzukündigen und verzichtete nicht auf den Hinweis, dass eine Jamaika-Koalition ohne die Stimmen der CSU-Abgeordneten im Bundestag keine Mehrheit habe. Und gerade weil Seehofer sogleich betonte, dies sei als Beschreibung einer Tatsache und nicht als Drohung zu verstehen, muss man davon ausgehen, dass der erfahrene politische Strippenzieher dies genauso gemeint hat: als Kampfansage und als Drohung.

Zugleich glaubte Alexander Dobrindt, Seehofers Statthalter in Berlin, darauf hinweisen zu müssen, die CSU sei nicht der 16. Landesverband der CDU, sondern eine „eigenständige politische Kraft“. Dazu betonte er, die Obergrenze müsse Teil einer Koalitionsvereinbarung sein. Das macht die Verhandlungen in Berlin nicht einfacher. Und so beginnen die Gespräche zur Bildung einer Regierung in Berlin mit einem Novum. Bevor CDU und CSU mit FDP und Grünen reden, sondieren sie erst einmal miteinander. In diesen Gesprächen werden CDU und CSU versuchen, eine gemeinsame Linie der Schwesterparteien für die Koalitionsverhandlungen abzustecken, vor allem in der Migrations- und Einwanderungspolitik. Noch sind diese gemeinsamen Linien nicht in Sicht.

Der Putsch ist verschoben, aber nicht abgeblasen

Ein Ausweg aus der strategischen Sackgasse, in die Horst Seehofer seine Partei manövriert hat, ist nicht in Sicht. Der Druck auf den Parteichef und Ministerpräsidenten wird also stark bleiben. Ein möglicher Putsch ist allenfalls verschoben, aber nicht abgeblasen. Solange die Koalitionsverhandlungen in Berlin laufen, wird die Partei still halten. Denn ein Aufstand in München würde die CSU in den schwierigen Gesprächen, die Berlin bevorstehen, zusätzlich schwächen. Aber sobald die Jamaika-Verhandlungen entweder zum Abschluss gebracht werden konnten oder gescheitert sind, wird es in der CSU rund gehen. So oder so wird in der CSU niemand glauben, dass die Landtagswahl im kommenden Jahr mit Horst Seehofer an der Spitze noch gewonnen werden kann. „Danke Horst, das war‘s“, werden sie sagen und darauf setzen mit einem Nachfolger ohne Glaubwürdigkeitsprobleme doch noch die absolute Mehrheit verteidigen zu können.

Wer glaubt, in einem knappen Jahr die vielen Fehler, die in den vergangenen Jahren gemacht worden sind, auf die Schnelle korrigieren zu können, macht sich Illusionen. So wird eine wichtige Aufgabe des Seehofer-Nachfolgers sein, seinen Parteifreunden nahezubringen, dass die CSU doch eine irdische Partei ist und das Abo auf die absolute Mehrheit in Bayern abgelaufen ist.

Gerdi Franke | Mi, 27. September 2017 - 16:24

Seehofer soll gehen. Schulz soll gehen. Aber von Merkel traut sich niemand zu reden. Hat die nicht auch Verluste eingefahren? Dann müsste doch das selbe auch für Merkel gelten!

Cora Steinberg | Do, 28. September 2017 - 08:17

In reply to by Gerdi Franke

Es ist nur so, dass der Ersatz von Frau Merkel rar ist. Vielleicht braucht es wie bei Kohl wieder einige Königsmörder, damit Merkel von ihrem Stuhl abtritt. Freiwillig wird das nicht passieren, auch wenn es tatsächlich Neuwahlen geben sollte.

Dr. Florian Bode | Do, 28. September 2017 - 13:24

In reply to by Cora Steinberg

Wieso ist der Ersatz für diese Dame rar. Höchstens im Sinne parteipolitischer Hirarchie- und Proporzerwägungen. Verfügt Frau Merkel über paranormale Begabungen, die sie unersetzlich machen? Ich glaube nicht. Es ist statistisch unmöglich, dass es in Deutschland niemanden gibt, der dieses Amt besser ausfüllen könnte. Was wäre denn, wenn Fr. Merkel morgen arbeitsunfähig erkrankt? Dann kann D nie wieder einen Kanzler haben?

Uwe Dippel | Do, 28. September 2017 - 16:31

In reply to by Cora Steinberg

Danke für den Lacher!
Eine Raute, ohne rhetorische Fähigkeiten, aber deutlich entscheidungsunfreudig, visionslos, eine Umfallerin und Aufsaugerin von Ideen anderer Leute ist an jeder Strassenecke zu finden.

Thomas Lotsch | Do, 28. September 2017 - 17:17

In reply to by Gerdi Franke

Haben Sie das nicht realisiert, daß die Verluste durch den Zick-Zack-Wischi-Waschi-Kurs von Horst und Konsorten verursacht wurden. Merkel hat auch verloren, ja, aber sie hat immer ihren glaubwürdigen Kurs durchgezogen. Dieses Wasch-mir-den-Pelz-aber-mach-mich-nicht-naß-Herumlavieren war die Topursache! Das ist im Artikel schön herausgearbeitet, bravo! Wer meint, daß die CSU die Obergrenze bei der CDU durchsetzen kann, ist auf dem Holzweg. Aber selbst wenn die CDU das noch irgendwie symbolisch übernehmen würde, was ich nicht glaube, wie sollen denn Grüne un dauch der Liberale Teil der FDP dies akzeptieren. Also wäre die CSU Schuld, wenn Jamaika und keine GroKo (hoffentlich bleibt die SPD stur!) geben würde und Neuwalhlen kämen! Dann aber scher ohne Horst und weitere Obergrenzen-Hardliner!

Arne Bruhn | Do, 28. September 2017 - 20:18

In reply to by Thomas Lotsch

Diesen Satz habe ich mir kopiert! Was bitte ist an Frau Merkels Kurs "glaubwürdig" ? Nehmen wir nur die Energiewende nach der AKW-Verlängerung. Glaubwürdig? Oder Flüchtlingskrise: Erst humanitärer Akt - natürlich alternativlos - dann "so etwas wird und darf sich nicht wiederholen - dann aber "ich würde immer wieder so handeln." Salto-mortale im Schweinsgalopp im Zack-Zick-Wendekurs! Da muss man wohl schon mehr als gläubig sein, um daran etwas "glaubwürdig" zu finden!

Rolf Pohl | Fr, 29. September 2017 - 14:00

In reply to by Gerdi Franke

So ist es liebe Frau Franke. Denn Herr Seehofer erlaubte mit seinen zunächst positiven Ansätzen zu Lösung des Migrantenproblems, plus seiner darauf folgenden Rückzüge davon, dass Frau Merkel das Problem welches sie selbst, Ihre CDU und die SPD gemeinsam Deutschland und Europa im Herbst 2017 schenkten, stetig rechtfertigen konnten.

"Schulz soll gehen."
Auch richtig, doch Herr Schulz und die SPD sind doch bereits am Wahlabend gegangen, in die Opposition gegangen. Gute Entscheidung übrigens, besonders aus Sicht der SPD.

"Aber von Merkel traut sich niemand zu reden."
Doch Frau Franke, das geschieht derzeit sozusagen auf allen Kanälen. Denn Frau Merkel und die CDU/CSU sind die eigentlichen, prozentual größten Verlierer der Wahl.
Frau Merkel sollte also gehen um der CDU/CSU zu helfen.

Mein Wunsch: Die CSU, selbstverständlich ohne Herrn Seehofer, sollte demnächst national antreten.

istvan polgar | Mi, 27. September 2017 - 16:38

Mir ist ein Satz im Kopf-wie ein Echo:
Angela,so wird es nicht gehen....
Passiert is nix.

Torsten Knecht | Mi, 27. September 2017 - 16:52

So lief das bisher in Bayern. Mag sein, das das Abo für die CSU auf die absolute Mehrheit abgelaufen ist. Aber das liegt nicht nur an der Personalpolitik sondern auch an den realen Tatbeständen. So ist z. B. in Bayern, jawohl in Bayern, jeder fünfte von Altersarmut betroffen. Auch in Bayern ist die Armut angekommen.

Wie definiere ich Armut?
Das Maß der Armut in Deutschland ist nicht die eigene Not, sondern der Reichtum/Wohlstand der Anderen.
In keinem Land auf dieser Erde wird die Armut (Sozialhilfe) vom Staat so unterstützt wie in Deutschland.
Über ein Drittel des Staatshaushalts wird für soziale Zwecke (u. a. Armut) ausgeben, derzeit über 900 Milliarden - die Billion läßt nicht lange auf sich warten.
Diese Summe muß der Steuerzahler erst einmal erwirtschaften.

Dr. Roland Mock | Do, 28. September 2017 - 16:04

In reply to by hermann klein

Richtig. Und solange eine riesige Soziallobby, allen voran die sog. Wohlfahrtsverbände, Unsummen an der "Armutsbekämpfung", sprich Umverteilung, verdient, wird sie, wenn es ihr nur nützt, selbst am Starnberger See noch "Arme" aufspüren.

wolfgang fubel | Fr, 29. September 2017 - 16:33

In reply to by hermann klein

Das ist Richtig: Der Steuerzahler muß die Armut in Deutschland
finanzieren. Die, Die keine Steuern,oder nur Geringe Beiträge
zur Finanzierung und Beseitigung der Armut zahlen, könnten ohne wesendlich
schlechter dazustehen ganz locker dafür sorgen,das die Probleme
der Armut so gut wie beseitigt würden.
Die Armut wird gebraucht, gefördert und verteufelt um bestimmte
Politische Srömungen entstehen zu lassen. ich kann darin eine Perfide Absicht
erkennen! Die "Verantwortlichen" sollten nur aufpassen
das diese Entwicklung nicht kippt, den dann geht es Ihnen an den Kragen

Caroline Schwarz | Fr, 29. September 2017 - 16:46

In reply to by hermann klein

wäre nicht so immens hoch bzw nötig, wenn hier nicht der größte Niedriglohnsektor Europas wäre! Der Steuerzahler muss aushelfen, weil die Löhne so vieler Menschen nicht zum Leben reichen. Und wer bitte ist dafür verantwortlich?

zwanzig Jahren durften Firmen die keine vernünftigen Löhne zahlen konnten Pleite gehen, seit Hartz IV werden diese Firmen, würde Marktwirtschaft noch funktionieren, schon längst Pleite. Heute werden diese Firmen mit Steuergeldern am Leben erhalten und zahlen Löhne die nicht mal für ein bescheidenes Leben reichen. Doch Mutti tönst dafür stetig von Deutschland geht es gut, übersieht seit Jahren, dass die Schande Deutschlands Tafeln heißt und nur der volle Bauch die Betroffenen davon abhält, vor ihren Glaspalast Raudau zu machen. Na ja, Merkel weiß bis Heute nicht, was sie anders hätte machen sollen oder können. Da ist man nur noch baff über soviel Kaltschnäuzigkeit!

Zwei Bemerkungen: Altersarmut erleiden 17% der über 65 Jährigen in Bayern, was an der grossen Zahl von Frauen liegt, die im ländlichen Raum keine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit hatten. Aber inzwischen sind die Aussichten besser geworden, denn in Zukunft erwartet man nur bei 9,2% der Senioren in Bayern Altersarmut. Das wäre der beste Wert eines Flächenstaats.
Seehofers Götterdämmerung ist deshalb mE nicht damit in Verbindung zu bringen. Sie ist eher in seiner Wackelpolitik gegenüber der merkelschen Zuwanderung begründet, Stichwort Verfassungsklage. Deshalb hiess es vor der Wahl bei vielen bislang treuen CSU Wählern:"Wer CSU wählt, kriegt Merkel" und das hat nun Seehofer voll getroffen.

jürgen waldmann | Mi, 27. September 2017 - 17:26

und auch die großen Parteien , die an die kleinen viele Wähler verloren haben ! ein neuer Anlauf klappt nur in den Verlierer - Parteien , wenn alle mit neuen Köpfen und neuen Ideen antreten . Merkel , Scholz und Seehofer werden das nicht seien , da werden schon im Hintergrund die Fäden gesponnen . Horst kann sich dann trösten , auch die anderen werden gehen müssen , er aber wird der erste sein , der im November seinen Posten verliert , das ist auch gut so , für die Partei . Auf lange Zeit wird die CSU nicht mehr alleine regieren können , Kampf - und Kuschelkurs geht nicht !

Ich sehe es auch so, daß die Zeit der absoluten Megrheit für die CSU abgelaufen ist. Im übrigen: Wenn der Seehofer Horst es ernst gemeint hätte mit seiner Rheorik, hätte er die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU aufgekündigt. Das wäre dann einmal echte "klare Kante". Von der nicht nur Horst, sondern auch fast alle meiner höchstverzweifelten bayrischen Freunde immer sprechen.

hermann klein | Fr, 29. September 2017 - 09:17

In reply to by Dr. Roland Mock

Ich sehe es genauso,
aber wer wird der Nachfolger: Eigner – wohl kaum, Söder - um Gottes willen, Scheuer- warum nicht, Gutenberg – der Beste!

Dr. Roland Mock | Fr, 29. September 2017 - 17:50

In reply to by hermann klein

@Herrn Klein: Was ist an Söder so schrecklich? Gut, er war mal der Watschenmann von Stoiber, gilt als Intrigant. Halt Politiker. Aber er hat eindeutig mehr Klarsicht als Umfaller-Horst (vgl. Griechenland-Krise). Guttenberg: Gute Wahl, aber ob das was wird?

Achim Scharelmann | Mi, 27. September 2017 - 17:34

Das kommt davon, wenn man sich selbst völlig unglaubwürdig macht. Wer selbst mit am Regierungstisch sitzt und viele Gesetze erläßt und diese dann auch noch bei mehreren Rechtsbrüchen des Koalitionspartners durchgehen läßt, der handelt unredlich oder macht sich unter Umständen mit zum Handlanger von Dienstvergehen und das haben die aufmerksamen Bürger registriert und deshalb mit der roten Karte gegen die CSU abgestimmt. Wer so naiv ist und glaubt, daß er mit seiner Partei als Kabinettsmitglied, Opposition und Regierung gleichzeitig sein kann, der hat die Situation total falsch eingeschätzt und auch die Wähler für dumm verkaufen wollen und das wurde nun der CSU unter seiner Verantwortung zum Verhängnis. Mit diesem Mann ist kein Kampf mehr zu gewinnen und wenn die CSU noch eine Zukunft haben will, wäre es ratsam, ihn so schnell als möglich in Pension zu schicken, bevor er noch bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen die Lage für die CSU weiter verschlechtert.

Dr. Lothar Sukstorf | Mi, 27. September 2017 - 17:39

Gar nie nix wird passieren...jedenfalls nicht jetzt. Horsti hat ja recht, vor den Sondierungsgesprächen sollte man ihn nicht schwächen. Er sollte jedoch nicht vergessen, daß er seit September 2015 angeblich wie ein " Löwe gebrüllt hat und gesprungen ist gegen die Flüchtlingsflut" ... und was kam dabei raus, nicht mal ein bayerischer Bettvorleger, nur Schaum auf einer WiesnMaß!

Jacqueline Gafner | Mi, 27. September 2017 - 17:41

Was würde die Schwesterpartei der CSU denn machen, sollte sich letztere aus den - meines Wissens noch nicht (offiziell) gestarteten - Koalitionsverhandlungen wider Erwarten vorzeitig ausklinken und sich auf die nächste "Bayernwahl" konzentrieren? Kommt die CDU im Verein mit der FDP und den Grünen auch noch auf die nötige Anzahl Sitze im Bundestag, um nicht versuchen zu müssen, als Minderheitsregierung irgendwie über die nächsten vier Jahre zu kommen? Ganz so einseitig, wie das der Autor darstellt, dürften die Karten zwischen CDU und CSU kaum verteilt sein. Dafür ist das Bemühen, die Kanzlerin herself möglichst aus dem Schussfeld der Kritik herauszunehmen, etwas zu deutlich spürbar - nicht nur in diesem Kommentar.

Heidemarie Heim | Mi, 27. September 2017 - 17:43

Also ich weiss nicht..Wo waren die als Horst seine
Angela mit Kraft seiner gesamten verbalen Subtilität demütigte in aller Öffentlichkeit? Noch subtiler der dem Wahlkampf geschuldeten (Schmieren)-Komödienstadl der danach folgte.Klar, da wäre ich als CSU-Mitglied oder Merkel-Fan auch vor Scham im Boden versunken.
Danach an eine politische Glaubwürdigkeit für
künftiges Handeln auch nur zu hoffen (denken),
fehlt mir jegliche Fantasie.Ein König sollte das Zepter an seinen Nachfolger abgeben bevor er
sich vollends zum Hofnarren macht.Und unfähige
Hofschranzen gleich mit in den Ruhestand nehmen.Vielleicht stossen in 2-4 Jahren noch ein
paar gute alte Bekannte aus der großen Schwesternschaft dazu,denen es mangels Nachfolgekandidaten momentan nicht möglich ist
entsprechende Wege zu beschreiten.Fällt das unter die Kategorie "böswilligen kommentierens"?
Wahrscheinlich,jedoch leide ich immer noch wie
einige unter den Nachwehen dieses schlimmen,
schlimmen Wahlk(r)ampfes! MfG

Bernd Lehmann | Mi, 27. September 2017 - 17:43

Das Problem ist, das Merkel mit der CSU das gleiche gemacht hat wie mit den anderen. Umarmen bis zum Tode.Der Bevölkerung Bayerns ging gerade die fehlende Geradlinigkeit bei der illegalen Invasion auf den Zeiger. Erst sagen machen wir nicht und dann einknicken, keine klare Meinung mehr ,so wie die AfD.
Das Bayern die Krise besser gelöst hat, lag daran , das sie wie die Balkanroute agiert haben. 1,5 Mio durchgeleitet. In München sind gerade mal 10000 Mann, fast so viele waren bei mir in Berlin schon vor dem Wahnsinn nur in meinem Stadtbezirk. In ganz Bayern sind nur 100000 meist in kleinen Dörfern, in Berlin sind mehr. Da haben sich die Flächenländer einen schlanken Fuß gemacht. Wenn die CSU eine Koalition mit den Grünen macht, sind sie bei der nächsten Wahl weg vom Fenster. Ich sage voraus , man wird mit Merkel eine Obergrenze verkünden, die sich später als nur für Bayern gültig herausstellt. Für gut bezahlte Posten macht man alles.

Peter Briller | Mi, 27. September 2017 - 17:51

Zitat: „Wir als CSU müssen es schaffen, das Vertrauen jener Wähler zurückzugewinnen, die dieses Mal nicht für uns, sondern für die AfD gestimmt haben“, sagt Stoiber. „Dabei ist die Obergrenze für Flüchtlinge einschließlich nachziehender Familienangehöriger nicht nur eine Zahl, sondern vor allem Synonym für eine Flüchtlingspolitik, die von breiten Schichten der Bevölkerung akzeptiert wird.“

Man spricht über eine Akzeptanz in breiten Schichten der Bevölkerung und hat sich
jedoch dessen nicht vergewissert, z.B. mit
einer Volksbefragung konkret zum Thema.
Es wird in breiten Schichten der Bevölkerung über vorübergehendes Stoppen der Immigration nachgedacht, um sich eine Übersicht zu verschaffen, denn 20 Millionen Einwohner mit ausländischen Wurzeln leben bereits in Deutschland.
In den letzten Jahrzehnten spricht eine Ghettoisierung im Land eine klare
Sprache.

87 Prozent der Wähler haben sich gegen eine Obergrenze und für den weiteren massenhaften Zuzugs moslemischer und afrikanischer Fachkräfte entschieden. Eine eindeutigere Abstimmung kann es doch nicht geben. Alle Parteien, auch die FDP hat kein Heel daraus gemacht, mehr Flüchtlinge durch Familiennachzug und keine Obergrenze.

Thomas Schmid | Mi, 27. September 2017 - 18:03

Leider lässt der Autor offen, wie das geschilderte strategische Problem von einem möglichen Nachfolger entschärft oder gelöst werden könnte.
Richtig, dies ist ohne weitere Glaubwürdigkeits- und Vertrauensverluste schlicht unmöglich.
Von PROFIL mag ich gar nicht mehr sprechen.
Das wird bei Jamaika nämlich endgültig eingeebnet und dann haben wir sie endlich, die CED, die Christliche Einheitspartei Deutschlands. Für die CSU-Parteiführung läuft es auf die schon lange beantwortete Frage zu: Was ist für die CSU wichtiger, Bayern oder der Bund?
Die CSU wird, wie alle anderen Merkel-Claqueure auch, auf den Ausgang der Niedersachsenwahl warten. Wenn die dann auch noch in die Hose geht, brennt der Baum und das hoffentlich nicht nur bei der CSU.

"Aber die CSU darf am Ende nicht für das Scheitern verantwortlich sein, denn dies würden ihr viele Wähler in der Mitte extrem übel nehmen."

Da schient mir nichts Kluges dran zu sein. Und welche 'Mitte'? Und wenn schon, warum sollte die Mitte so scharf auf Jamaika sein? Hier häuft sich doch das argumentative Gestolpere.
Will 'die Mitte' wirklich 'no borders - no nations' der Grünen, und Transfers bis zum Abwinken? Oder würde 'die Mitte' nicht vielleicht eher eine Obergrenze und den Verzicht auf eine Transferunion wollen? Nein, nicht mal ein Widerspruch zu den Bayern den der Autor hier vergeblich zu konstruieren versucht, denn die Bayern wollen all das sicherlich eben *nicht* und werden einer CSU, die das verhindert, ihre Stimmen zuschanzen.
Der ganz grossen Mehrheit der Bayern ist sicher total egal ob die Kanzlerin AM ist. Die will keine Unsinns-Politik, egal ob von AM oder XYZ. Im Gegenteil, die will eine sinnvolle Politik, egal von AM oder XYZ.

Dr. Roland Mock | Mi, 27. September 2017 - 18:13

Ich sehe es auch so. Seehofer war immer ein Umfaller und Wankelmütler; in jeder Hinsicht. Bayern, dem es wirtschaftlich phantastisch geht, zehrt von der Substanz. Von der gewachsenen industriellen Infrastruktur (BMW, Siemens & Co.), der Tradition einer soliden Finanz- und Sozialpolitik bis hin zu immer hervorragenden Innenministern mit bestem Personal bis hinein in die unterste Polizeiebene. Doch Seehofer ist schon länger auf dem Weg, dies alles durch populistische Entscheidungen und Symbolpolitik (Beispiel: Maut) aufs Spiel zu setzen. Man mußte Horst in den letzten Tagen nur reden hören: Er äußerte mehrfach sein Entsetzen, daß sich der Wahlschwerpunkt in den Wochen vor der Wahl- unerwartet, wie er meinte- wieder in Richtung Flüchtlingspolitik gedreht hatte. Ja was denn? War das für ihn auch nur ein Symbolthema, welches er -à la Merlel - nur "abräumen" wollte? Der Mann hat keinen Kompass. Er wird definitiv n i c h t die Mehrheit in Bayern im Jahr 2018 holen. Falls er dann noch da ist.

Heinrich Kehmeier | Mi, 27. September 2017 - 19:11

Die ganze Diskussion erscheint schief und einseitig.
1. Zunächst einmal gibt es Verluste der CDU (ohne CSU) von 7,1 Prozent. Es sind die zweithöchsten Verluste einer Partei bei dieser Wahl. Merkel erklärt fröhlich, dass sie nicht erkenne, was sie falsch gemacht habe und im Konrad Adenauer Haus wird gejubelt. Dabei wäre doch mindestens die gleiche Diskussion wie bei der Schwesterpartei angebracht. Und der unbedarfte Wähler fragt sich, wie hoch denn die Verluste sein müssen, bis die CDU über Spitzenpersonal und politischer Ausrichtung diskutiert?
2. Das Wahlergebnis der CSU fand im Rahmen einer Btw statt und die gemeinsame Spitzenkandidatin war Merkel, Bayernplan hin, Hermann her. Also dieses Ergebnis ist erzielt worden unter oben angegebener Prämisse.
3. Will die CSU, dass Merkels subversive Art der Konkurrentenkaltstellung durch ein von ihr verschuldetes Wahldebakel ihren Parteivorsitzenden trifft? Die CSU sollte so stolz bleiben und die Weichen selbst stellen.

Sven Kleb | Mi, 27. September 2017 - 19:13

Herr Seils, Ihre Einschätzung hätte sehr gut zu SPON gepasst. Die CDU hat Stimmen verloren, weil Herr Seehofer sich nicht konsequent gegen Frau Merkel durchgestezt hat und nicht weil er sich AfD-Positionen genährt hat. Hätte er eine Verfassungsklage angestrengt, dann wäre das Wahlergebnis durch die Decke gegangen. Wenn er Frau Merkel zu Fall bringt werden ihm die Wähler wieder akzeptieren und als Demokratieretter wahrnehmen. Mit Jamaika kann er nur verlieren.

Guido Schilling | Mi, 27. September 2017 - 19:14

Genau genommen müsste das gesamte "Spitzenpersonal" zurücktreten. Merkel, Seehofer u. Schulz um endlich Platz zu machen für neue Ideen und Führungskräfte.

Heinrich Niklaus | Mi, 27. September 2017 - 19:42

Zitat Christoph Seils: „Dass es zudem auch in Bayern nicht wenige Merkel-Fans gibt.“Interessant wäre es, wenn C. Seils verraten würde, wo er die „nicht wenigen Merkel-Fans” in Bayern erkannt haben will.

Der Rat des Autors, die CSU müsse sich in Berlin kompromissfähig gegenüber liberalen und ökologischen Ideen zeigen, in München dagegen klare Kante zeigen, ist genau die Wahlkampfstrategie, die im BTW-Kampf zu dem desaströsen Wahlergebnis geführt hat.

Ich bin überzeugt, der Wähler wird es der CSU danken, wenn die Partei den „liberal-ökologischen“ Visionen von KGE deutlich Einhalt gebietet, selbst dann, wenn dies zu Neuwahlen führen sollte.

Befolgt die CSU den Rat des Autors, wird die AfD in Bayern bei den LTW die 20-Prozent-Hürde knacken.

Miguel Bader | Mi, 27. September 2017 - 19:49

Sind denn die ganzen führenden Parteipolitiker, entschuldigen Sie bitte, wenn ich Ihnen jetzt zu nahe trete, zu blöde um zu sehen,wem sie das alles zu verdanken haben. Merkel ist der Spaltpilz, sie arbeitet jetzt an der Zerstörung des Parteiensystems. Wenn FDP und CSU jetzt nicht von ihrer Möglichkeit gebrauch machen die DAME zu stürzen, dann wird es in 4 Jahen nur noch eine geben, aber eben auch keine CSU, v.a. aber auch keine FDP mehr. Merkel ist die alleraller Erste die Ihren Hut nehmen muss!

Dimitri Gales | Mi, 27. September 2017 - 20:07

ist indikrekt das Werk von Merkel. Dass Seehofer ein politisches Rückgrad aus Gummi hat kam ihr gelegen. Und die CSU braucht die CDU, um bundespolitisch mitspielen zu können. Sonst wird sie zur Regionalpartei. Sie ist infolgedessen in einer sehr heiklen Lage.
Wer gegenüber einer Person wie Merkel keine klare, scharfe Linie zeigt, riskiert zu verlieren. Seehofer hat riskiert.

Andreas Balmert | Mi, 27. September 2017 - 20:25

... ich kann weder einen Rücktrittsgrund für Herrn Seehofer erkennen, noch dass die CSU in einer Sackgasse steckt.
Drei Parteivorsitzende haben jeweils eklatante Verluste zu verantworten. Ob die beiden Herren sowie die Dame sich im Amt halten können, entscheiden die jeweiligen Parteitage und niemand sonst.
Die CSU wurde deutlichst an ihre ehemals stringente bürgerlich-konservative Haltung erinnert, die viele bayerische Wähler wieder anzutreffen wünschen. Sollte dies in den Verhandlungen über ein Jamaika-Bündnis nicht realisierbar sein, wäre die Entscheidung gegen ein solches Bündnis in meinen Augen plausibel und folgerichtig.

Dr. Roland Mock | Do, 28. September 2017 - 16:31

In reply to by Andreas Balmert

@Herrn Balmert: Ja, aber aus Ihrer Schlußfolgerung (letzter Satz) folgt wiederum, daß die CSU die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU verlassen müßte. Was ich für konsequent und seit dem Linkskurs der CDU für überfällig hielte. Zu Seehofer: Natürlich bestimmen nicht Journalisten oder Kommentatoren des "Cicero" sondern die Gremien der CSU ob der seinen Job behalten darf. Aber die Rücktrittsforderungen kommen ja genau von dort und schwellen von Tag zu Tag an. Irgendetwas muß er ja wohl dann falschgemacht haben.

Heiner Hannappel | Mi, 27. September 2017 - 20:47

Mein Gott, was hat dieser CSU Grande die Zähne gebleckt und versucht diese Kanzlerin ohne Konzept und Prinzipien auf dem besagten CSU Parteitag zu demütigen.Was nützt es einem Löwenrudel, wenn der Boss nur brüllt, die Jagdziele verscheucht und ihre Mägen nichts Adäquates bekommen? Seehofers Ankündigungen, Dementis, oder"das habe ich nicht so gemeint" zeigen auf, dass er in Wirklichkeit keine Zähne mehr hat und Merkel das Vorkauen überlässt.Ich bin gerne bereit mit meinen beruflichen Kenntnissen seine Zähne zu erneuern oder zu schärfen, um seinen Biss wiederherzustellen. Es gibt jedoch so viele fähige und bissige Anwärter auf den Bayernthron, dass ich mein Angebot eigentlich vergessen kann. Wie lange wollen diese potentiellen Anwärter denn noch warten? Brauche denn alle Aspiranten meine Hilfe ;-)

Helmut Bachmann | Mi, 27. September 2017 - 21:04

Muss man auch nicht. Macht in Bayern sichern, indem man aus der Koalition im Frühjahr mit klarer Kante wieder austritt und zeigt, was man will. Sich bundeweit aufstellen lassen und eine CDU als Juniorpartner in Bayern zulassen. Nur dazu bräuchte es Mut zur Authentizität. Stattdessen: es allen Recht machen wollen, um überall an den Fleischtöpfen zu sitzen. Modernes Politikdesign. Konsenssoße, die keiner mehr hören kann.

Markus Michaelis | Mi, 27. September 2017 - 21:24

Ich denke, dass das alles nicht so klar ist, wie im Artikel geschildert. Am wahrscheinlichsten ist, dass der größte Teil des Verlusts der CSU von denjenigen kommt, die auf keinen Fall Merkel wollten. Da sicher auch einige unbedingt Merkel wollten, ist es so oder so ein Spagat. Aber das gilt für alle Parteien und ist einfach ein Ausdruck dafür, dass Deutschland sich verändert. Inhaltlich wird es bunter und die Menschen wandern mehr (Bayern hat z.B. rasant Neubürger aus anderen Bundesländern und Europa). Keine Partei wird wahrscheinlich im alten Sinne Volkspartei bleiben können. Vielleicht überfordert die Globalisierung aber auch alle so, dass wir in Zukunft mehr lokale Parteien haben werden (Sachsen könnte ein Kandidat sein, oder die Grünen im reichen Baden-Würtemberg).

Reiner Jornitz | Mi, 27. September 2017 - 21:31

Ich war Wahlbeobachter Bei den Bundestagswahlen und habe festgestellt , der Bayer ist aus seinem Dornröschenschlaf aufgewacht. Das waren Ergebnisse AFD 16,75% und CSU 20% . Der Bayerische Löwe ist zum Bettvorleger geworden von Angela Merkel. Dann hat diese Dame wenigstens warme Füße. Mit der AFD wird es kein weiter so geben und da wird noch einigen Müll an die Oberfläche gespült die Merkel getan hat. Bin gespannt ob der Bericht auch zensiert wird ?

Cornelius Angermann | Mi, 27. September 2017 - 21:49

Schon wieder führt die Analyse der Wahlschlappe seitens der CSU in die Irre und damit auch die Schlußfolgerungen, die daraus gezogen werden.

Nicht das Übernehmen einiger AfD-Positionen war ausschlaggebend für die Erosion der Wählerstimmen, sondern dass ein Ministerpräsident und Parteivorsitzender, der selber erkennt, dass die eingeleitete Massenmigration unter Umgehung des Votums des Parlaments die "Herrschaft des Unrechts" ist und einen Bruch des Asylgesetzes sowie der Genfer Konvention darstellt, was ihm per Gutachten renommierter Staas- und Verfassungsrechtler bestätigt wurde, und dies zwar mehr oder minder lautstark verkündet, jedoch UNTÄTIG BLEIBT!
Damit ist jegliche Glaubwürdigkeit verloren, so wie es die nächsten LTW in Bayern sein wird.
Allenfalls die Mithilfe der CSU bei Merkels Entmachtung und Sturz könnte da noch helfen.

Schon der nächste Schritt, die Teilnahme an einer schwarz-gelb-grünen Koalition wird das Ende der CSU-Alleinherrschaft in Bayern besiegeln.

Sie treffen den Nagel auf dem Kopf! Erst spricht Seehofer im Zusammenhang mit der merkelschen Migrationspolitik von „der Herrschaft des Unrechts“, um dann mit der Vertreterin dieser „Unrechtsherrschaft“ in den gemeinsamen BT-Wahlkampf gehen.

Einzig die CSU besitzt noch die politische Kraft, der Kanzlerin die Stirn zu bieten, sich diesem Deutschland-schädlichen-Jamaika-Kompromiss zu verweigern und Neuwahlen zu erzwingen. Dazu muss Horst Seehofer zum Rücktritt gezwungen werden.

Gundi Vabra | Mi, 27. September 2017 - 23:21

Warum stellt niemand laut die Frage nach dem desaströseren Abschneiden der CDU in Baden Württemberg?
In Bayern werden wenigstens Analysen gemacht, Verantwortliche gesucht und um Lösungen gerungen. Man hat die Sorgen der Bürger nicht ernst genug genommen. Ich kenne viele, die im nächsten Jahr zur Landtagswahl brav wieder ihr Kreuz bei der CSU machen, aber partout Merkel nicht wählen wollten. Der Wähler entscheidet, alle Direktmandate aus Bayern sind CSUler. Passt schon.

Was macht die Merkel-CDU? Hat das schlechteste Wahlergebnis eingefahren und traut sich darüber keine Kritik äußern, eben weil die Kanzlerin alles für in Ordnung hält. Wählerwille? Fehlanzeige!

Bevor also auf Seehofer als alleinig Schuldigen losgegangen wird, sollte sich jeder Abgeordnete fragen was er selbst zu diesem Wahlergebnis beigetragen hat, angefangen von der Nominierung von Dr. Merkel als erneute Kanzlerkandidatin bis hin die drängendsten Probleme der Deutschen aus dem Wahlkampf zu blenden.

Christoph Kuhlmann | Do, 28. September 2017 - 00:31

Sämtliche ehemaligen Koalitionspartner haben die Schnauze gestrichen voll, die CSU verliert ihr Alleinstellungsmerkmal in Bayern, auch wenn Seehofer noch so viele Pirouetten dreht. Die eigene Partei hat sie jetzt auch auf Bundesebene auf Oppositionsmaß gestutzt. Vermutlich werden bei der Wahlanalyse wieder irgendwelche Ministerpräsidenten schuld sein, die die Politik der Kanzlerin nicht gut genug erklärt haben. Die CDU braucht dringend personelle Alternativen. Wer so schief liegt bereitet den eigenen Machtverlust vor. Da hilft es auch nicht, wenn internationale linksliberale Medien Deutschland zur Weltmacht mit Softpower hochstilisieren. In Europa hat Merkel ihre Führungsrolle 2015/16 verloren.

Cora Steinberg | Do, 28. September 2017 - 08:16

Ich war lange CSU- Wählerin. Aber diesmal konnte ich mich nur schwer überwinden. Ich wollte letztlich mit meiner Stimme für die Union wahltaktisch nur RRG verhindern. Überzeugt war ich nicht. Für mich hat die ganze Partei ein großes Glaubwürdigkeitsproblem, nicht nur Seehofer alleine. Auch der ganze CDU- Verein in Berlin ist für mich nicht wählbar. Es wäre Zeit für einen Neuanfang- Merkel weg, Seehofer weg, Schulz und Nahles weg. Ein Personal, dem man nicht mehr glaubt, für die Belange der Bürger zur arbeiten statt nur für die eigene Tasche und die Parteitaktik, ist nicht wählbar. Ich verstehe nicht, warum die Protagonisten in Berlin und München das offenbar immer noch ganz naiv ausblenden.

helmut armbruster | Do, 28. September 2017 - 08:21

dieser Ausspruch Friedrichs II von Preußen hat sich an der CSU wieder einmal bewahrheitet.
Wenn sie jetzt in die Bedeutungslosigkeit fallen sollte, so sei's drum.
Wenn sie sich aber trotz des aktuellen Debakels weiterhin sollte halten können, so hat sie hoffentlich ein Lektion erhalten und was daraus gelernt.
Wer braucht schon diese ewigen Extrawürste aus Bayern?

Davina Dalmann | Do, 28. September 2017 - 09:53

Ich bin Erstwählerin und habe nach Sympathie und Personen gewählt. Da kam für mich nur Frau Weidel in Frage, jung, dynamisch und modern, mit druckreifer Sprache. Wenn man es überhaupt Wahlkampf nennen kann, war es eine Anhäufung von leeren Wahlversprechen und blödem Geschwätz in den Wahlarenen. Merkel, Schulz, Altmeier, Schäuble, Nahles, Seehofer, usw. alt und verbraucht, einfach gruselig. Aktuell kommt es mir jetzt vor wie Postenschacher und Stühle rücken im Altersheim.
Nein, junge Leute hatten auch diesmal KEINE Wahl.

Ursula Schneider | Do, 28. September 2017 - 16:56

In reply to by Davina Dalmann

Genau so ist es - ein Generationenwechsel in der Politik ist überfällig! Sie haben völlig recht, Frau Dalmann! Man denke an Sebastian Kurz in Österreich oder Macron in Frankreich - die scheinen echt etwas bewegen zu wollen - und Frau Weidel gehört natürlich auch dazu. Jens Spahn könnte z. B. Merkel ablösen, damit erst mal frischer Wind in das "Altersheim" kommt. Schließlich soll Politik vor allem für die kommenden Generationen gemacht werden, und was man denen jetzt schon für Hypotheken hinterlässt, ist kaum zu fassen (um alles aufzuzählen, reicht hier leider der Platz nicht).

Dr. Lothar Sukstorf | Do, 28. September 2017 - 10:04

Gar nie nix ist fix. Horsti wird so schnell nicht aufgeben.

Walther Loesecke | Do, 28. September 2017 - 13:23

dass die soziale Situation selbst in Bayern unter ihren Möglichkeiten bleibt, wenn die Zentralbanken wie bescheuert das Geldsystem inflationieren und man wegen einer menschenfeindlichen Ideologie die Stromkosten verzweikommafünffacht.

Karin Zeitz | Do, 28. September 2017 - 14:19

hat die CSU für Bayern obsolet gemacht. Wozu wird diese Partei noch gebraucht, wenn ihr Vorsitzender mit der Meinung seiner bayerischen Wähler gerüstet und geschwellter Brust nach Berlin zum Meinungsaustausch fährt und später leise weinend mit Merkels Meinung wieder nach Hause kommt? Er hat die historische Chance vertan, im Herbst 2015 die Ablösung Merkels zu betreiben. Nun wird er wohl selber dran glauben müssen.

Ferdinand Suchanek | Do, 28. September 2017 - 15:20

Seehofer ist eigentlich für die CSU nicht mehr tragbar, nur er selber merkt es nicht. Was hat dieser Mann geredet und doch nichts gesagt. Wo bleibt der politische Charakter eines Verlierers? Seehofer steht zu nichts, er windet sich nach allen Richtungen wenn es um Flüchtlinge geht. Die Phrase Obergrenze hat ausgedient! Visionen sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht seine Stärke. Wenn er den Zug der Zeit erkannt hätte, dann hätte er die CSU, den Vorstellungen von Strauß entsprechend, auf ganz Deutschland eingeführt. Damit wäre der AfD der Boden entzogen worden. Schade das eine Volkspartei, wie die CSU so selbstgefällig wurde.

Gottfried Meier | Do, 28. September 2017 - 15:29

Seehofer wankt. Und die, die an dem desaströsen Wahlergebnis - auch der CSU - die Hauptverantwortung trägt, sitzt fest im Sattel.

Ich bin überzeugt, dass, egal wer in Bayern Ministerpräsident gewesen wäre, das Ergebnis ähnlich schlecht ausgefallen wäre.

Die Teflonkanzlerin hat zuerst die FDP erledigt, dann die SPD und jetzt die Union.

Frank Maier | Mo, 2. Oktober 2017 - 10:25

In reply to by Gottfried Meier

Wenn Sie sich die Zahlen anschauen, dann werden Sie feststellen, dass Merkel viel stärker wankt als Seehofer.
Ich habe das in einem Kommentar auch vorgerechnet.
Aber scheinbar ist man beim Cicero nicht daran interessiert.
Paßt wohl nicht ins Konzept.

toni Röder | Do, 28. September 2017 - 19:20

Die Tatsache, dass die CSU ALLE Direktmandate gewonnen hat, deute ich mal ganz forsch so, dass die Wählerschaft die Fehler eher in Berlin als in Bayern selbst gesehen werden. Das ergibt für die Landtagswahl schon ein ganz anderes Bild ...
Im übrigen haben Frau Petry und Herr Pretzell politisch bisher bestimmt bereits viel Unsinn produziert - mit ihrer Aussage, es bräuchte eine bundesweite CSU, liegen sie aber goldrichtig. Nach meiner Schätzung könnte ein Großteil des 60%igen Wähleranteils der AfD dorthin abwandern, der erklärt hatte die AfD aus Unzufriedenheit mit anderen Parteien gewählt zu haben.

Ronald Solle | Do, 28. September 2017 - 23:13

Gebe es frei willig zu habe AfD gewählt. Wäre 2015 die CSU in die Opposition gegangen und die Groko verlassen, hätte CSU gewählt .Aber so das ganze nicht Fisch noch Fleisch war so nicht erträglich.
Hoffe das die CSU jetzt schlau wird und nicht in eine CDU/CSU,FDP und Grüne Regierung geht. Opposition ist manchmal hilfreicher .FJS hat es ja auch schon mal gemacht. Die CSU muß einfach lernen neben A.M. wird man nur klein. Die SPD hat es auch erkannt. Die FDP müßte eigentlich aus der Geschichte mal gelernt haben... aber scheinbar doch nicht.Die Grünen werden ihr Lehrgeld auch noch zahlen.
Mit freundlichen Grüßen.

Frank Maier | Fr, 29. September 2017 - 18:10

"Die selbst ernannte Bayernpartei ist damit der eigentliche Verlierer der Bundestagswahl. Nicht nur wegen der starken absoluten Verluste"

Immer wieder überraschend und interessant ist die "selektive Wahrnehmung", die uns in den Medien
(dieses Mal eben von Cicero) geboten wird.

Ich frage mich auch, warum Sie uns die Zahlen für die CDU vorenthalten - Zufall oder Absicht?

Schauen wir uns doch mal die Zahlen an:

Laut Homepage des Bundeswahlleiters ist die CDU von 34,2% (2013) um 7,4%-Punkte auf 26,8% (2017) bei den Zweitstimmen abgerutscht.
Das bedeutet, dass sie 21,64% ihrer Wähler verloren hat.

Laut Homepage des Bundeswahlleiters ist die CSU von 7,4% (2013) um 1,2%-Punkte auf 6,2% (2017) bei den Zweitstimmen abgerutscht.
Das bedeutet, dass die SCU demnach 16,21% ihrer Wähler verloren hat.

Wie kommen Sie da zu dem Ergebnis, dass die CSU der große Verlierer der Wahl sein könnte?

Werner Schick | Fr, 29. September 2017 - 19:21

Werter Herr Röder,
dass die beiden genannten Personen schon viel Unsinn produziert haben kann ich nachvollziehen, denn die beiden haben u.a. den Wähler betrogen und sich ihre Bundestagsmandate zumindest moralisch bedenklich erschlichen. Mit ihrer Einschätzung nach einer bundesweiten CSU liegen die beiden nach meiner Einschätzung nicht goldrichtig, sondern daneben, denn sie wollen "dankbar wie sie nun einmal sind" damit nur ihrer alten Partei Schaden zufügen. Ihre alte Partei hat ihre Schuldigkeit getan und ihnen zu ihren Mandaten verholfen. Doch es bleibt zu hoffen, dass der Schuss nach hinten losgehen wird und es Neuwahlen gibt und damit die unredlich erworbenen Mandate keine Gültigkeit mehr haben. Herr Röder, sie haben bei ihrer Einschätzung übersehen, dass die CSU eine der Hauptverursacher der unsäglich Zustände in diesem Lande ist. Wie kommen sie darauf, dass diese Mitschuldigen als Problemlöser in Frage kommen könnten. Etwas sonderbar oder nicht ?

Roland Schmiermund | Sa, 30. September 2017 - 12:15

Seehofer hat zwar viel angedroht, aber letztendlich Merkel gewähren lassen.
Diese Unglaubwürdigkeit zum Nachtteil seiner Wähler kann er nur durch Bruch mit Merkel beseitigen. Solange die CSU als Throngehilfe für die Merkel dienen will, kann sie sich davon erholen.

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