Meistgelesene Artikel 2016 - „Wir waren geradezu beseelt von der historischen Aufgabe“

Am 4. September 2016 jährte sich die folgenschwere Grenzöffnung in der Flüchtlingskrise zum ersten Mal. Als „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo im Nachhinein einräumte, die Medien hätten zu positiv über das Ereignis berichtet, wurde das so oft gelesen wie kein anderer Text in jenem Monat

Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo
„Ohne Not haben wir uns dem Verdacht ausgesetzt, wir würden mit den Mächtigen unter einer Decke stecken“ / picture alliance

Autoreninfo

Giovanni di Lorenzo ist Chefredakteur der Wochenzeitung Die Zeit.

So erreichen Sie Giovanni di Lorenzo:

Ich bin tief beeindruckt und bewegt von der überwältigenden Hilfsbereitschaft, die es für Flüchtlinge gegeben hat. Ich bin auch nicht der Meinung, dass die Staaten des Westens sich abschotten dürfen oder so tun sollen, als hätten die großen Migrationsbewegungen auf der Welt nichts mit ihnen zu tun. Ich habe selber eine Vergangenheit als Aktivist und bin passives Mitglied einer Initiative, die sich um Flüchtlinge kümmert; ich habe sie vor 24 Jahren mitgegründet.

Eine historische Panne

Dieser Hintergrund ist mir wichtig, weil mich im zurückliegenden Jahr so sehr gestört hat, dass eine von der Politik der Bundesregierung abweichende Meinung, manchmal auch schon kritische Fragen, unter den Generalverdacht gestellt wurden, man habe etwas gegen Flüchtlinge oder betreibe das Geschäft der Populisten.

Es gab in den vergangenen zwölf Monaten aber einiges zu kritisieren. Nicht alles, was am 4. und 5. September 2015 geschah, konnte sofort recherchiert und verifiziert werden. Aber gerade weil dem so war, ist die anfängliche Euphorie unter Journalisten so schwer zu verstehen. Wir wissen heute: Die Öffnung der Grenzen erfolgte unter denkbar größtem Zeitdruck, dramatische Fernsehbilder spielten dabei eine wichtige Rolle. Aber sie war eben auch die Folge einer Fehleinschätzung, man kann auch sagen, eine historische Panne.

Eine Ausnahme, die keine war

Durch Viktor Orban geschickt eingefädelt, glaubte die Regierung, sie würde nur 3000 bis 7000 Flüchtlinge aufnehmen. Man erklärte erstens, der Grund für die Grenzöffnung sei die akute Not der Flüchtlinge gewesen. Aber akut gefährdet waren sie in Ungarn, so wissen wir heute, keineswegs. Und zweitens hat die Kanzlerin damals gesagt, es werde sich um eine „Ausnahme“ handeln. Schon eine Woche später hatte der Innenminister den Plan fertig, die Grenzen wieder zu schließen.

Die Umsetzung scheiterte offenbar am Veto der Kanzlerin und an dem Sog, den die Nachrichten und Bilder aus Deutschland ausgeübt hatten. Es war vor der Grenzöffnung ein Tweet aus dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das ankündigte, unregistrierte syrische Flüchtlinge würden ab sofort in Deutschland anerkannt und nicht nach Ungarn zurückgeschickt. Es waren danach auch die Selfies der Flüchtlinge und die Fernsehbilder applaudierender Bürgerinnen und Bürger am Hauptbahnhof von München.

Missachtung der Ängste in der Bevölkerung

All das hätten wir von Anfang an beschreiben und analysieren können. Wir waren aber zumindest in der Anfangszeit geradezu beseelt von der historischen Aufgabe, die es nun zu bewältigen galt. Von der Bild-Zeitung, die sogar die Parole der Autonomen übernahm („Refugees welcome“), bis – jedenfalls anfänglich – zur Zeit, die noch vor dem 4. September eine Titelgeschichte mit der Zeile „Willkommen“ brachte.

Damit einher ging die Missachtung der Ängste in der Bevölkerung. Noch problematischer war die kritiklose Übernahme der Erklärungen einer Bundesregierung, der nun jedes Wort recht war, sich etwas nachträglich schönzureden, was in Wirklichkeit ungeplant passiert war. Dazu gehörte insbesondere der Satz, dass man Grenzen nicht schützen könne, es sei denn, man würde den Schießbefehl wieder einführen, und dass in unserer veralteten Gesellschaft nahezu jeder Flüchtling schon bald eine Bereicherung sein werde.

Die Fähigkeit zur Differenzierung ist verkümmert

Die Folgen sind bis heute zu spüren: Es gab eine beispiellose Vergiftung der Gesellschaft und einen Vertrauensverlust gegenüber den Eliten und den im Bundestag vertretenen Parteien. Es gibt das Erstarken einer rechtspopulistischen Bewegung. Ganz nebenbei ist im Diskurs über die Flüchtlingsfrage auch die Fähigkeit zur Differenzierung verkümmert.

Und ohne Not haben wir uns wieder dem Verdacht ausgesetzt, wir würden mit den Mächtigen unter einer Decke stecken, wir würden so uniform berichten, als seien wir gesteuert; wir würden die Sorgen und Ängste der Menschen ignorieren, die nicht selbst zur Flüchtlingshilfe oder zur politischen Klasse gehören. Das ärgert mich, weil ich der Meinung bin, dass unsere Medien zu den besten und freiesten auf der Welt gehören. Der Komplexität der Probleme, der zunehmenden Macht von Desinformation und Verschwörungstheorien, von Dummköpfen oder von Propagandisten können wir nur Genauigkeit, Distanz und Glaubwürdigkeit entgegensetzen.

Merkels Marschbefehl

 

Dieser Text ist eine kostenlose Leseprobe aus der Cicero-Ausgabe vom September 2016 „Merkels Marschbefehl. Sie erhalten das Magazin im Onlineshop oder am Kiosk.

Lesen Sie hier den Beitrag der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer.

Bernd Fischer | So, 4. September 2016 - 11:16

Werter Giovanni di Lorenzo.
Erstaunlich das Sie und Ihre Kollegen ein Jahr gebraucht haben um das zu erkennen, was politisch gebildete Menschen ohne "summa cum laude" Abschluss zum Anfang der Flüchtlingskrise schon erkannt haben, das es auf sehr lange Zeit enorme Probleme für dieses Land geben werde.
Diese Leute wurden doch, auch mit Hilfe Ihrer schreibenden Kollegen in eine Ecke gedrängt wo sie nie waren. Mit ihren "Jubelberichten" und das gleichzeitige Verschweigen und "Relativieren"von "Vorfällen" ( Silvester ) haben sie doch, und Ihre Kollegen, mit eine Teilschuld das die Gesellschaft polarisiert, wenn nicht schon tief gespalten ist.
Selbst heute am Sonntag ( 04.09.16 ) lese ich in vielen Onlineausgaben aus Deutschland immer noch "Jubelberichte" über Flüchtlinge.
Das Vertrauen was sie und Ihre Kollegen , weil so kritiklos, verspielt haben ist eigentlich nicht wieder gut zu machen. Oder kommen sie jetzt erst aus der Deckung, weil es einige Politiker jetzt auch tun?

Bernd Fischer,
Ihre fragende Feststellung "oder kommen Sie jetzt erst aus der Deckung ..." kann ich, wie Ihren gesamten Kommentar, nur unterstützen; habe gleichwohl eine Ergänzung. Es waren und sind gerade jene Medienvertreter, die uns ansonsten stets den Rechtsstaat erklären wollen, die im Sinne einer unerträglich Hofberichterstattung den massenhaften Rechtsbruch durch die Bundesregierung und die Aufgabe staatlicher Souveränität (di Fabio-Gutachten) mit dem sog. humanistischen Imperativ der Kanzlerin erklären woll(t)en. Mehr noch, sie erklärten jeden Kritiker zum Fremdenfeind und Nazi. Und abgesehen davon, dass sich der alte Kant im Grabe umdrehen würde, wüsste er, wie sein Kathegorischer Imperativ missbraucht wurde (1000 Zeichen, reichen für eine Erläuterung nicht), hieße das ja, dass geltendes nationales u. internationales Recht inhuman sei. Wo bleiben denn die Intellektuellen vom Schlage des Herrn di Lorenzo, wo es gilt, diesen Widerspruch deutschen Regierungshandelns aufzudecken?

Da werden die Herren und Damen Intellektuellen Kant einfach noch einmal ganz neu lesen und ihn eher ans Kreuz nageln, als dass sie Frau Merkel kritisieren würden?
Wenn Ihr Text auch ein paar Rechtschreibfehler aufweist, was einem ZEIT-Journalisten sicher so nicht passieren würde, ich möchte lieber an Ihrer Seite gekreuzigt werden, als mit solchen Leuten umjubelt.
Ich hoffe, Herrn Di Lorenzo wird deutlich, dass von Entsetzen über all das bei mir nicht mehr gesprochen werden kann.
Die Hälfte der Bundesrepublik stigmatisiert, indirekt das Menschsein abgesprochen und was noch kommen mag, wissen wir nicht, nur damit Frau Merkel recht hatte, wo sie nicht recht hatte? Pleiten, Pech und Pannen, mit Merkel ja, mit de Maiziere nicht!
Da muss ich erst gar nicht nicht wiegen.
Und der zähe Merkelabschied wird uns ja noch länger begleiten.
Aber ich bin nicht so wichtig und deshalb mag dieser Artikel ein erster Schritt sein für Herrn Di Lorenzo, sich seine Selbstachtung auch zu verdienen.

Sehr geehrte Frau Sehrt-Irrek, Sie schreiben in Ihrem Beitrag vom 5.9. 17:19 "Pleiten, Pech und Pannen, mit Merkel ja, mit de Maiziere nicht!". Dem kann ich nicht zustimmen. Herr De Maiziere behauptete in einem Interview der Süddeutschen Zeitung vom 08.01.2015 "Terroristische Anschläge haben nichts mit dem Islam zu tun". Als für die innere Sicherheit Deutschlands zuständiger Bundesminister hätte er von den vielen Stellen im Koran Kenntnis haben müssen, in denen gläubige Moslems zum Kampf gegen Ungläubige und zum Sich-Fernhalten von Ungläubigen aufgefordert werden. Eklatantes Beispiel Sure 4 Vers 89 "Sie wünschen, daß ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, so daß ihr alle gleich werdet. Nehmt euch daher keine Beschützer von ihnen, solange sie nicht auf Allahs Weg wandern. Und wenn sie sich abwenden, dann ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr sie auffindet; und nehmt euch keinen von ihnen zum Beschützer oder zum Helfer". Ein großes Intergrationshindernis.

so unser Innenminister. Und nicht nur das. Das Vertrauen in die Medien gleich mit. Wie soll das zurückkehren? Welcher der aktuellen Politiker und Vertreter der ÖR und großen Medien will das wieder in Ordnung bringen? Der Innenminister spricht von 1.200 Gefährdern. Letzte Woche waren es noch 549. Allein die Zahlen, die täglich neu durch die Presse geistern und vermutlich auch nie annähernd stimmen, machen alle immer unglaubwürdiger. Die Stimmen werden markiger, die Gesetze angeblich strenger - umgesetzt wird: Nichts!!! Es gab mal eine Zeit, da haben sich Journalisten selbst auf die Suche nach der Wahrheit gemacht. Investigativer Journalismus steht offenbar nicht auf der Agenda, wenn es um die Flüchtlingspolitik geht. Kritisch geht die ZEIT bis heute nicht mit dem Thema um - eher sozialromantisch!
https://www.welt.de/wirtschaft/article161100862/Vertrauen-in-den-Rechts…
http://www.zeit.de/2017/02/erzieher-fluechtlinge-deutschland-kriminalit…

es hätte keines grossen aufwands bedurft, die stimmung in den leserbriefen zur kenntnis zu nehmen und vor allem ernst zu nehmen.
ausser einem formelschreiben wie bei mir und wenigen kritischen stimmen in der leserbriefseite drang aber nichts nach aussen. vertrauensverlust auch bei der ZEIT. selbst verschuldet.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 7. September 2016 - 11:08

In reply to by Winfried Wolf

except for "selbstverschuldet", zu harmlos
Ich glaube dass es eine Art "Erziehungskampagne" für alle Deutschen gab, die nicht die Meinung Frau Merkels vertraten.
Ich sage deshalb Frau Merkels, weil für geübte Beobachter m.E. schnell deutlich wurde, dass hohe CDU-Politiker sehr schnell begannen, in der Richtung, wie es Herr Di Lorenzo nach einem Jahr andeutet, auf Merkel einzuwirken.
Ohne Erfolg, denn da hatte Frau Merkel m.E. noch gar nicht richtig angefangen, weshalb ich in diesen "Erziehungsmassnahmen" leicht auf Frau Margot Honecker komme und damit auf leicht diktatorische Entwicklungen.
ich habe eine `Gesinnungsdiktatur´ in Deutschland empfunden, vor allem von Merkelgetreuen und Grünen Befeuerern - durchaus dabei Joschka Fischer und sein Thinktank, welche Rolle spielt Cem Özdemir dort? - und speziellen NGO`s.
Wenn ich gekonnt hätte, dazu fähig gewesen wäre muss ich der Wahrheit zuliebe anfügen, hätte ich Deutschland verlassen.
Ausser SPON und Cicero lese ich im Ausland.

Ganz selten noch bleibe ich dann spontan bei einer Diskussionssendung, vor allem, wenn mir auffällt, dass ein Wort der Maybritt-Illner-Gruppe von der Moderatorin her die Bezeichnung "redlich" war.
Wenn mich nicht alles täuscht, negativ benutzt, als Argumentationsspitze gegen den AfD-Mann, der vermutlich gar nicht wußte woher und womit er da konfrontiert wurde.
Es entstammt, denke ich nicht den offiziellen politischen Diskursen, sondern eher unseren Kommentaren, mithin ist er nur schwach politisch besetzt.
Das wird sich jetzt ändern, deshalb von meiner Seite an Herrn Lucke der `Hinweis´, wie ich ihn benutzte.
Zum Schluss ging Herr Lucke sprachlich auf die Metaebene, wenn auch entspannt, in etwa, die AfD hätte sich nicht einmal anstrengen müssen.....
Der AfD Vertreter reagierte durchaus auf der Metaebene und erläuterte, dass die AfD Politik ernst nehme, vor allem die Menschen.
Vielleicht nimmt sich Herr Lucke einmal eine Auszeit, um genau dies zutun, bei den Menschen zu sein.

Die Frage bleibt doch die der Verantwortlichkeiten. Was für Mittel gibt es diejenigen, die dem "Deutschen Volk" (Wort aus dem GG!!!) unwiderlegbaren Schaden zugefügt haben, zur Verantwortung zu ziehen? Ich glaube in den anderen europäischen Ländern oder auch in den USA könnte man sich nicht so einfach mit einem Lächeln aus der Bredouille ziehen. In vielen Ländern hätte es Neuwahlen gegeben. Warum nicht auch in Deutschland? Diese Krise zeigt dass unsere Demokratie sehr verbesserungsfähig ist da sie Politikversagen ungestraft zulässt. Und wie schon gesagt, die Medien haben sich selbst verwandelt, von Kritikern der Mächtigen sind sie zu Apologeten der Mächtigen geworden, und machen immer noch weiter, wenn auch weniger als noch 2015.

Lorenz Schumacher | So, 4. September 2016 - 11:38

würden mit den Mächtigen unter einer Decke stecken...".

Herr di Lorenzo scheint immer noch übersehen zu wollen, dass dies leider kein Verdacht, sondern eine mittlerweile vielhundertfach belegbare Tatsache ist. Manches scheint er inzwischen klarer zu sehen und ehrlicher zu benennen - die eigene Rolle zählt nicht dazu.

"Manches scheint er inzwischen klarer zu sehen und ehrlicher zu benennen"

Ob's "ehrlich" ist, wage ich zu bezweifeln. Ich vermute eher: es ist der bei seinesgleichen übliche Opportunismus; der Versuch, doch noch die Kurve zu kriegen, weil man am Untergehen ist. Arbeitslosigkeit steht in Aussicht. Und damit pure Angst: denn DAS kennen sie noch nicht. Ich gönn's diesen selbstverliebten Besserwissern, denn: "Sie können nichts, sie wissen nichts, sie kapieren nichts." (E. Henscheid)
.
Zu spät. Das einzige, was mich seit "Ukraine" an der ZEIT interessiert, ist das Kreuzworträtsel. Obwohl die dort manchmal zu gewinnenden "Preise" (auch) immer dämlicher werden.

Stefan Rausch | So, 4. September 2016 - 11:40

Inzwischen gehört es zum guten Ton, im Besitz wenigstens eines gelöschten Zeit-Online-Accounts zu sein. Nirgendwo war so beispielhaft zu beobachten, wie Einseitigkeit und Parteinahme unverholen zum Ausdruck gebracht wurde. Wenn man "von der richtigen Seite" schrieb, durfte man fast alles sagen: haltlose Behauptungen, wissentliche Unwahrheiten gerne im schnodderigen bis beleidigenden Ton. Besonders bei den Themen Ukraine-Krise und Willkommenskultur. Aber wehe man benutzte das Wort Sezession statt Annexion in seiner Meinungsdarlegung - zack, Kommentar gelöscht, oft ohne Vorwarnung der Account gleich mit. Dass unter Migranten und Flüchtlingen nicht nur sonnige Frohnaturen sind... profane, sachliche Argumentation aufgrund bekannter Vorfälle wurde mit Löschung oder Kündigung beantwortet. Es könnte nicht sein, was nicht sein durfte, jede Kritik war gleich Hetze. Wissen Sie nicht was in Ihrem Forum passiert? Und dann dieser Artikel hier? Minimale Selbstkritik ist ein guter Anfang.

so kam ich mir vor, Stasi-ähnliche Löschungen, verleugnen der eigenen Artikel...
Aber sind wir wirklich durch?
Ist die Presse wirklich frei?
Besinnen wir uns auf eine sachliche Diskussionskultur?

Ich stimme Ihnen 100% zu. Ich selbst habe zwei Accounts verloren - ohne jede Begründung und ohne dass in meinen Kommentaren Hetze zu finden war. Allein das öffentliche Nachdenken über die stattfindende Entwicklung hat offensichtlich gereicht.
Wer heute noch an umfängliche Meinungsfreiheit glaubt, ist hoffnungslos in Naivität gefangen. Oder anders gesagt: Man darf jede Meinung haben, solange sie der Regierungslinie entspricht.

Ihre letzten beiden Sätze entsprechen absolut den Tatsachen und sie wurden sogar von höchster Stelle bestätigt. Darf ich den Minister Maas vom 16/o9/15 zitieren:

"Unsere Zensurpolitik im Internet ist keineswegs gegen die Meinungsfreiheit gerichtet, sondern sie dient lediglich dazu, die Bürger dazu zu erziehen, daß diese ihre Gedankengänge in die Richtung projezieren, welche auch den staatl. Richtlinien entspricht."

Leider haben die Wähler ein sehr schlechtes Gedächtnis.

Thomas Külpmann | Do, 12. Januar 2017 - 15:29

In reply to by Josef Garnweitner

Hat der das WIRKLICH so gesagt? Wenn ja, ist das mehr als besorgniserregend...

Josef Garnweitner | Fr, 13. Januar 2017 - 13:19

In reply to by Thomas Külpmann

ich habe das Zitat in mehreren Quellen gelesen und bisher ist dieser Aussage nicht widersprochen worden. Erinnert stark an totalitäre Staaten, über die wir uns so sehr ereifern. Aber grade bei Herrn Maas wundert mich so ein Statement nicht. Ich frage mich nur, wer holt solche Leute in die Regierung. Zumal seine Karriere einige durchaus fragwürdige Stellen aufweist.

Leider ist der gesamte Politikbetrieb eine einzige Vetternwirtschaft geworden. Sie müssen mal verfolgen wie da Posten und Pöstchen hin- und hergeschoben werden, damit ja die richtigen Freunde fürs restliche Leben gut abgesichert sind. Und schauen Sie mal welche "Qualifikationen" unsere "Politelite" vorweist.

Herr Rausch, auch mir wurde in ZON die Kommentarfunktion gelöscht, weil ich mich im Dezember 2015 kritisch über die illegalen Einwanderer und Flüchtlinge geäußert hatte. Was damals verpönt bzw. nicht mit dem Mainstream vereinbar war, ist heute tägliche Sprechweise. Ich finde, gerade ZON war und ist besonders wohlwollend gegenüber der Merkelschen Sichtweise und ihrer Bundesregierung gesinnt. Herr die Lorenzo weiß wohl nicht, was seine ZON-Redakteure so von sich geben. Ich gebe zu, daß ein himmelweiter Unterschied zwischen der gedruckten und der Online-Ausgabe besteht. Bei ZON dürfen scheinbar die Auszubildenden zu Werke gehen, während in der gedruckten Ausgabe offensichtlich die intelektuelleren Redakteure (Frau Hoffmann, Frau Niehaus uv.a.) am Werke sind.

wurde auch bei mir vor einigen Monaten gelöscht wegen ähnlicher Aussagen wie die von Herrn di Lorenzo. Bin auch Ihrer Meinung, Frau Schneider, wenn Sie behaupten, dass die ZON-Redakteure nur regierungskonforme Meinungen vor ein paar Monaten akzeptierten. Heute lese ich auch kritische Beiträge, die bei weitem im Ton die meinigen übertreffen. Allerdings die Sperrung der ZON-Kommentarfunktion bleibt bei mir bestehen....Ich vermute mal, dass jede negative Äußerung über illegale Einwanderung auch heute noch den ZON-Redakteuren missfällt. Es wäre angebracht, wenn sie diesen Beitrag ihres Chefs lesen und beherzigen würden!

Bernd Fischer | So, 4. September 2016 - 11:42

warum kritisieren Sie nicht die "Sprechblase" der Bundeskanzlerin wenn Sie sagt: "Wir müssen viel mehr abschieden" ?
Abschiebung ist Ländersache, das scheint die Kanzlerin vergessen zu haben, oder will sie die ( BK ) den Bundesländern per par ordre du mufti das Befehlen?
Das geht alles bei der immer noch kritiklosen Presse so einfach durch, mit dem Hintergrund , die Kanzlerin beweist "wieder einmal" Realitätssinn in der Flüchtlingskrise.
Und selbst wenn jemand "abgeschoben" werden soll laut bestehender Gesetze die wir nun einmal haben, kommt die gleiche Presse ( die sich eben noch in Demut geübt hat ) und drückt auf die "Tränendrüsen" wie ungerecht...hart... und unmenschlich es doch in der Bundesrepublik zugeht.
Sorry, entweder haben wir Gesetze oder nicht.
Und wer zu gibt am Anfang der Flüchtlingskrise "Naiv" gewesen zu sein, der darf auch nicht bei einer rechtmäßigen Abschied nicht in die gleiche Navität zurückfallen.
Ansonsten wäre Ihr Beitrag eine Worthülse.

dass wir fast täglich mit neuen Sprechblasen der "Akteurinnen" "beglückt" werden.
"Abschieben", "Grenzsicherung", "Gefährderhaft" usw. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus - aber erkennt dann sehr schnell: Es SIND Sprechblasen, nichts weiter!
Eine Bundeskanzlerin, die noch Ende 2015 sagte, Grenzen könne man nicht kontrollieren, fordert heute genau das - aber nicht für die überschaubare deutsche Grenze, sondern für die gesamte südeuropäische! Da sie bei ihrer Äußerung einen nüchternen Eindruck machte, bleibt nur die Vermutung: Theater fürs ihr entgleitende Wahl-Volk!
"Zu spät, du rettest den Freund (die Stimmen der denkenden Wähler) nicht mehr!" rufe ich ihr aus der Bürgschaft zu - und aus dem Zauberlehrling "In die Ecke, Besen, Besen, seid's gewesen!"
Zu Herrn di Lorenzo fällt mir nur ein "Gestern Alice Schwarzer, heute Herr di Lorenzo", was für eine Alliance!

Roswitha Steiner | So, 4. September 2016 - 11:54

Lieber Giovanni di Lorenzo,
wie lange habe ich darauf gewartet, dass zumindest einige Journalisten sich endlich darauf besinnen ihren Job so zu machen wie er gedacht ist, die Finger in die Wunde zu legen wo es notwendig ist. Mittlerweile gibt es keine Opposition mehr in diesem Land und es herrscht nur noch politischer Einheitsbrei. Das wäre die Stunde gewesen, wo die Medien im Namen vieler Bürger, die nicht Fähnchen schwenkend am Bahnhof standen, etwas kritischer mit der Flüchtlingspolitik von Frau Merkel hätten umgehen müssen.
Das wurde versäumt und jetzt ist es fast zu spät. Mittlerweile haben sich viele Bürger – aus großem Frust – den Gruppierungen zugewandt, die ihnen Lösungen versprechen.
Ist denn keinem Ihrer Medienvertreter aufgefallen, dass bei diesem Thema ständig nur einseitig berichtet wurde. Ist es Aufgabe der Presse sich auf Hofberichterstattung zu beschränken.
Ich hoffe, ich erwache bald aus diesem Alptraum!!!!

hollymuh | Mo, 5. September 2016 - 10:13

In reply to by Roswitha Steiner

dass alle Medien auf einer Seite waren. Ich habe durch die Ukraine und Flüchtlingskrise erst gelernt, dass sie in zwei Lager aufgestellt sind: Die WELT und Fokus auf einer Seite, Die Zeit u. FAZ usw. mit ARD u. ZDF im Einklang auf der anderen Seite. Vorsichtige Kritik auf die Politik gab es nur bei WELT und Fokus. Solche Konsens haben wir natürlich nur einer großen Koalition zu verdanken. Es ist doch bekannt, dass alle Chefredakteure der großen Medien wie Herr di Lorenzo selbst einer Partei nah stehen und ihren eignen Herrn in der Politik dienen. Herr Kleber und Frau Slomka wirken wie die echten DDR Nachrichtensprecher. Frau Slomka mit besonders persönlichem Eifer...Man kann es nicht mehr aushalten. Herr di Lorenzo war wie alle andere Journalisten nicht naiv, sie wissen wie die Volksstimmung und Realität aussehen. Aber die Politik hat sie alle fest im Griff. Mit Irren und Fehlern hat es nicht zu tun.

SanyWaldes | Mo, 5. September 2016 - 13:47

In reply to by hollymuh

Danke für diesen Beitrag. Bei mir hat sich bezüglich Beziehen von diverser PrintMedien und lesen von online-nachrichten deshalb einiges verändert. Auch das heute journal sehe ich kritisch-distanzierter. Ich habe in diesem Jahr viel an Gutgläubigkeit verloren und bin kritischer gegenüber den Medien geworden. Eigentlich gar nicht schlecht. Nur der FAZ würde ich noch zugute halten, dass auch immer wieder mal kritischere Artikel zu diesem Themenbereich zu lesen waren. Ansonsten bin ich völlig Ihrer Meinung.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 5. September 2016 - 17:30

In reply to by hollymuh

Auf mich wirkten beide wie Sprecher direkt aus dem Vorzimmer des Herrn, an dessen Seite mit dem Öffnen der Grenzen Frau Merkel sass, um die neuesten Siedlungsprojekte zu besprechen. = ein Bild, keine Tatsachenbehauptung.
Ich werde meinen Eindruck hoffentlich noch wiedergeben dürfen.
Ich schalte nur noch weg.
Cicero-online ist ein Ort, obwohl ich mir da auch nicht sicher bin und Standard-online obwohl ich mir da ganz und gar nicht sicher bin.
Genaugenommen dort die meisten Kommentare:)

Ursula Schneider | Mo, 5. September 2016 - 11:44

In reply to by Roswitha Steiner

Reichlich späte Erkenntnis unserer "Lügen-" bzw. "Lückenpresse".

Man darf gespannt sein, ob überhaupt und welche Konsequenzen jetzt gezogen werden ...

Und weil ich den Medien seit geraumer Zeit nicht mehr über den Weg traue und eher vermute, dass sie nur die Richtung wechseln, weil es ein paar Politiker vormachen, habe ich meine eigenen Konsequenzen gezogen: kein einziges "Qualitäts-Print-Medium" mehr gekauft, mein Abo bei der ZEIT vor genau einem Jahr beendet. Und das war gut so, denn da begann ja der ganze Wahnsinn erst einmal so richtig. Für mich als ehemalige DDR Bürgerin war das ein einziges grausiges Deja vu, und das ist es heute noch. Ich habe mich dann aufgemacht zu anderen Journalisten und fühle mich bis heute bei A. Kissler, H. Broder, Ach gut com, Herrn Matussek und den "Tichys Einblick" Journalisten bestens aufgehoben und vor allem verstanden und nicht so dümmlich "erzogen", wie es die "Perle der Uckermark" vorgegeben hat.

Gerdi Franke | So, 4. September 2016 - 11:58

Schade, wenn die Medien erst ein Jahr nach der Grenzöffnung anfangen zu denken und zu bewerten. Oder war es vorher eben nicht "opportun"? Die anfängliche Berichterstattung war zu homogen, zu euphorisch und ohne Rücksicht auf die Befürchtungen der Bevölkerung. Die besten und freiesten Medien der Welt? Nicht mein Eindruck!

Sie haben mir Mut gemacht und ich wage jetzt diesen Test. Seit über einem Jahr geht bei ZON keiner meiner Kommentare mehr durch. Dabei habe ich nur das behauptet, was Heute selbst ZON sich wieder zu berichten traut, nur eben im direkten Zusammenhang. Außer Cicero und Welt habe ich alle Nachrichtenmagazine verschmäht und die Sender der ÖR werden nicht mehr eingeschaltet. Ich hatte eine solche Medienschlacht nie für möglich gehalten und seitdem gibt es für mich auch nur noch eine wählbare Partei in Deutschland, die AfD.
Den Schaden, den Deutschland seit 2015 genommen hat, den kann man noch garnicht beziffern und kommende Generationen werden noch lange daran zu kämpfen haben. Viel schlimmer als der finanzielle ist der ethnische Kollaps, der wird erst viel später zu Buche schlagen und ist schon jetzt irreparabel.

Christoph Kuhlmann | So, 4. September 2016 - 12:05

Menschen denen der Vorwurf des Rassismus nicht gleichgültig ist, sollten weder über Migration schreiben oder entscheiden. Das Ausmaß der (Selbst-) Zensur in den ersten Wochen war erschütternd. Die Angst vor der abweichenden Meinung in dieser Frage ging quer durch Politik und Presselandschaft. Jeder musste beweisen, dass er kein Rassist ist, indem er fromme Lügen über die Flüchtlinge in Umlauf brachte. Von der Auswahl der Pressebilder (Frauen, Kinder, alte Leute statt häufig aggressive junge Männer) bis zu "funktionalen Argumenten", die im Nachhinein lediglich Auskunft über die Verlogenheit/Unwissenheit derer gaben, die sie kolportierten. Ich selbst habe mich damals auf die Kritik an der Geleichschaltung der Medien und mangelnden differenzierten Berichterstattung beschränkt. Das Thema widerte mich an, doch ich hielt es für notwendig angesichts der kollektiven Heuchelei zu widersprechen. Ausgehend von der These das Rassismus latent in jedem Menschen vorhanden ist, unterscheide ich

Christoph Kuhlmann | So, 4. September 2016 - 12:13

zwischen drei Typen, bekennende Rassisten, die ihn bei sich verstärken, projezierende Rassisten, die von sich auf andere schließen und sich entlasten, indem sie anderen ein erheblich höheres Ausmaß an Rassismus unterstellen. Diese Gruppe denkt in denselben Kategorien wie die bekennenden Rassisten, verkehrt aber die Bewertung ins Gegenteil. Schließlich gibt es Menschen, die sich bemühen in anderen Kategorien zu denken, Menschen möglichst wenig in ethnische, kulturelle oder religiöse Kathegorien einzuteilen und häufig mehr Umgang mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen haben, als die beiden anderen Gruppen, die oft nicht die notwendige Erfahrung haben, den Wahrheitsgehalt von Vorurteilen zu bewerten und auf die eine oder andere Weise zu Pauschlisierung neigen, etwa bei der Bewertung der AfD oder der Muslime.

Reiner Jornitz | So, 4. September 2016 - 12:20

Warum kommt Ihre Erkenntnis erst jetzt, wenn alle sehen wie das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Wenn ein Maschinenbaumeister/DGQ es schon vor einem Jahr erfasst hat wo die Reise hingeht wieso haben sie , die wirtschaftlichen und die politischen Eliten diese Fiasko was auf uns zukommt nicht kommen sehen! Wären solche Führungskräfte und überbezahlten Steuerschmarotzer im Handwerk tätig , wäre Deutschland schon längst eine Bananenrepublik . Gott sei dank gibt es wie in der Natur Selbstheilungskräfte, die Dinge wieder reparieren kann

Svenja Jäckel | So, 4. September 2016 - 12:22

Auf Zeit Online werden mittlerweile schon Leser- Kommentierungen zensiert, mit dem Hinweis "wegen Sarkasmus bzw. Zynismus nicht veröffentlicht".
Offensichtlich will man sich mit solchen Einlassungen hier das Schicksal ähnlicher Presseerzeugnisse ersparen, die aktuell in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Man rudert etwas zurück, wenn es der Außendarstellung dient. Glaubwürdig ist man nicht, wenn man jetzt als Einäugiger unter den total Verblendeten erscheinen will. Die "Zeit" ist zukünftig keine Option mehr, trotz halbherziger Distanzierung zum eigenen Machwerk. Die Beruchterstattng über die Wahl in MeckPomm wird sicher wieder im üblichen Jargon erfolgen.

Ellen Spaniel | So, 4. September 2016 - 12:30

Von den Medien - zumindest von denen, die ernst genommen werden wollen und sich als Meinungsführer und so genannte Qualitätsmedien verstehen, erwartet der Leser zu Recht, dass sie sich einem Thema nicht blauäugig und naiv widmen, sondern dass sie kritisch hinterfragen und auf ein Hintergrundwissen zurückgreifen können, dass sie in die Lage versetzt, den Leser umfassend aufzuklären und ihm zu ermöglichen, sich ein einigermaßen klares Urteil zu bilden.
Wenn die Medien diese stille Abmachung mit dem Leser jedoch nicht einlösen wollen oder können, fragt sich auch der geneigteste Abonnent, warum er etwas lesen sollte, das dummer ist als seine eigene Erkenntnis, die er sich dann eben - ähnlich einem Puzzle - mühsam zusammensuchen muss.
Und schlimmer noch: weil er nicht glauben kann, dass die Medien so blauäugig und unwissend sind, kommt der eine oder andere auf die Idee, dass er wissentlich oder auch absichtlich nur unzureichend oder gar falsch informiert wird.
Wer will es ihm verdenken?!

sorry, werte Ellen" die ernst genommen werden" glauben Sie immer noch an glaubwürdigen berichten von Zeit, FAZ, Bild, Spiegel usw?
Ich nicht mehr!. Zu oft wurde es, -vorsichtig ausgedrückt, nicht die ganze Wahrheit, oder nur -vermutungen, oder anderswie ausgedruckt, oder absolute lügen verbreitert, auf wenn auch welche -wunsch das es ist. Glaubwürdig ist für mich unsere Medialer Mainstream Presse gar nicht mehr.

Meine Erkenntnis zur Berichterstattung seit September 2015: Die Presse und Nachrichtenkanaele sind gleichgeschaltet und berichten im Regierungs- und Parteiensprech, Opposition existiert nicht. Herr Nelles vom Spiegel darf letzte Woche ungestraft behaupten dass jeder AfD Waehler ein Rassist ist. Und da wundern sich die etablierten Parteien wenn ihnen die Waehler weglaufen bzw. garnicht mehr zur Wahl gehen.

bei SPON noch die Artikel vereinzelter Leute, beim Standard-online einzelne Artikel wegen der informationen, ansonsten die oft differenzierteren Kommentare.
Wenn man so nur noch am Rand der öffentlichen Meinungsverbreitung leben kann, Zeitunglesen ist unerträglich geworden, frage ich mich aber doch, da ich es eben erst unter Merkel so empfinde, ob sich Deutschland nicht massiv verändert hat.
Die andere Möglichkeit ist die, dass es aufgezwungen wird.
Kein schöner Gedanke.
Muss ich schon vor Erleichterung auf die Knie sinken, nur weil es ein Herr Stegner geschafft hat, in der Bundespräsidentenfrage nicht gleich Hymnen singend auf Herrn Kretschmann zuzurutschen?
Es würde bedeuten, dass sich die SPD nicht weiter abschaffen will, ein Lichtblick, ansonsten, angelehnt, "wieder Dunkel, ungeheuer, im leeren Raum um Welt und Ich"

robert renk | So, 4. September 2016 - 12:35

Selbstkritik, auch in kleiner Dosierung tut gut.
Und richtig, die "Eliten" haben ihre Dominanz in der Gesellschaft verloren, Proleten, Normalbürger und Intellektuelle mit"rechter" Gesinnung läuten den politischen Wandel ein. Zumindest kratzen sie am Status Quo. Angela Merkel als Hebamme der AFD, wird in Personalunion auch zur nährende Amme derselben, immer unterstützt vom ergebenen Personal.
Das Flüchtlings-Chaos war nur der Tropfen der das Fass zum überlaufen brachte, Atomausstieg, Euro-Rettung und die sogenannte "offene Gesellschaft" haben den Boden bereitet. Konservative Werte wurden geschleift, nicht immer aus purer Überzeugung sondern auch aus reinem Opportunismus.
Die Kanzlerin und ihr Stab haben die Signale nicht verstanden, vielleicht auch weil sie anstatt auf die Leute, auf die devoten Medien gehört haben.
Das alles rächt sich jetzt !

Bernd Eifländer | Mo, 5. September 2016 - 08:07

In reply to by robert renk

Dem ist nix hinzu zufügen ! Ausser der Flüchtlings-Industrie, Medien und Staat TV, wußte jeder was auf uns zukommt. Mir fehlt jetzt noch einen Diskussion über die tatsächlichen Kosten und Veränderungen im Land. Darüber wird nach wie vor geschwiegen eisern geschwiegen. Das wird uns Jahrzehnte beschäftigen und im hohen 3 stelligen Milliarden Bereich liegen. In diesem Jahr sind noch 300 000 dazu gekommen, darüber spricht man schon garnicht mehr.........

Hans schlekermann | So, 4. September 2016 - 12:47

Ob dieser Beitrag auch verfasst worden wäre, wenn den Willkommenskultlern das Wasser nicht bis zum Hals stünde? Ein Fähnlein im Wind... ;-)

Eine Pleiteerklärung der Sonderklasse von jemandem, der sich sonst gern mal als "Vordenker" bezeichnen lässt. Tatsächlich hat er länger als ein Jahr benötigt, um einfache Folgen einer politischen Entscheidung zu erfassen, über die ein "Normalbürger" wesentlich schneller stolpert. Von "Vorhersehen" will ich mal gar nicht reden. Wer nur so langsam denken kann, ist als Meinungsbildner sicher ungeeignet. Es genügt nicht, nur gut und flüssig formulieren zu können.

Hans Herzberger | So, 4. September 2016 - 13:03

Sie und Ihresgleichen, haben doch den Boden ohne Nachzudenken gedüngt auf dem nun alles Mißtrauen gewachsen ist. Parteien wie Medien sind zu einem Einheitsbrei verschmolzen den die Bevölkerung nicht will. Man hoffierte Merkel nach ihrer Entscheidung als Königin Europas ohne sich über die Folgen im klaren zu sein. Medien und Parteien haben AFD und andere auferstehen lassen und werden sie nicht mehr beerdigen können. Deutschland und auch Europa, werden in den nächsten Jahren einen noch nicht absehbaren Rechtsruck erleben, der vielleicht nicht gewollt, aber unvermeidbar sein wird.

Renate Brunner | So, 4. September 2016 - 13:12

EU-Verträge wurden und werden verletzt und die Medien schreien nicht auf. Weder Deutschland noch Österreich wurden zu einem Einwanderungsland gesetzlich erklärt und doch handelt die Politik als ob es dieses Grundsatzgesetz gäbe. Die Medien nehmen das stillschweigend zur Kenntnis. Jedes Gedankengut, das nicht links oder zumindest linksliberal ist, wird verteufelt (ich rede natürlich keiner Art von Radikalismus das Wort!)
Was verstehen die Medien eigentlich unter "offener Gesellschaft"? Ist das gleichbedeutend mit offenen
Grenzen für alle? Das kann wohl nicht des Pudels Kern sein und ich glaube auch nicht, dass Sir Karl Popper das so gemeint hat.
Liebe Medien, lieber Herr Di Lorenzo, klären Sie zukünftig mehr auf, schonungslos und ohne ideologische Scheuklappen. Seien Sie wirklich die
"Vierte Macht" im Staate und es wird dem Staat, dem Volk, den Völkern im Allgemeinen gut tun. Ihr Artikel spricht für Ihre Selbstreflexionsfähigkeit Herr Di Lorenzo, das ist löblich!

Marc Billings | So, 4. September 2016 - 13:26

„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache - auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“
H. J. Friedrichs

Hier ein paar Themen, bei denen Sie es besser machen können, Herr di Lorenzo:

Unser perfides Steuersystem. Unser kriminelles Bankensystem. Unsere von Steuer- und Sozialabgaben gänzlich befreiten Politiker. Unser lächerliches und ausbeuterisches Rentensystem. Unsere weisungsgebundenen Staatsanwälte.
Unsere Lobbyisten im Bundestag. Die Freihandelsabkommen zur Aushöhlung der Rechtssicherheit und Demokratie. Unsere EU-Abgeordneten, die uns das tägliche Leben mit schwachsinnigen Verordnungen zur Hölle machen. Unser GG-widriges Wahlsystem. Unsern Pflegenotstand in KK und Altenheimen. Zehentausende Tote in unseren Krankenhäusern mangels Hygiene, weil es der profitorientierte Geschäftsführer so will. Unseren VfS, der jede Glatze mit Knarre schützt, nicht aber die Verfassung.

Marc Billings | So, 4. September 2016 - 13:28

Unseren Generalbundeanwalt, der die NSA schützt, nicht aber die BRD-Bürger. Unsere Bundeskanzlerin, die kein Parlament mehr braucht, da sie alles allein entscheidet und ganz nebenbei mit Despoten kuschelt. Unseren ich-setz-einen-großen-Haufen aufs Kartellamt par ordre du Mufti-Minister. Unseren Alt-Kanzler, der sich via Gas-Pipeline ins vergoldete Rektum eines Despoten verkrochen hat. Unsere von uns
(mehrfach) alimentierten ÖR-Partei-Fernsehräte, die uns jeden Tag vorsetzen, was sie für politisch opportun halten. Unsere durch dieBundeskanzlerin geduldete Geldentwertung und Enteignung der Sparvermögen via EZB zu Gunsten der deutschen Staatsentschuldung und der heiligen schwarzen Null –

die Ängstlichkeit unserer Regierung vor industriepolitischen Entscheidungen (siehe Kuka, Börse), unser durch und durch korrumpiertes zwangsfinanziertes öff.TV-System (einschl. DLF), unser familienfeindliches Rentensystem, unser familienfeindliches und leistungsbestrafendes Steuersystem, unser familienfeindliches Wahlrecht (die Eltern von 5 minderjährigen Kindern haben genau 2 Wahlstimmen), die allerorten grassierende Gleichmacherei (z.B. Gesamtschule) ...

ja zu Ihrem Kommentar, nur nicht dazu: unser familienfeindliches Wahlrecht (die Eltern von 5 minderjährigen Kindern haben genau 2 Wahlstimmen),

Claudia Korthals | So, 4. September 2016 - 13:30

Kommt wirklich sehr sehr spät. Gerade von der Zeit,
Als denkender und kritischer Mensch, der zudem im Geschichtsunterricht aufgepasst hat und daher gegenüber politischer Propaganda wenn schon nicht immunisiert, aber doch sensibilisiert ist, musste man die Massenhysterie der letzten Monate fassungslos über sich ergehen lassen. Wie konnte einem "Kulturvolk" so etwas schon wieder passsieren.

Tim Keller | Fr, 9. September 2016 - 13:40

In reply to by Claudia Korthals

Die Gleichschaltung der Presse war (und ist noch?) wirklich erschütternd. Kein Mut irgendwo, gegen den Zeitgeist zu schreiben, oder auch nur vorsichtig zu hinterfragen. Auch aus Angst vor dem Shitstorm, den die politisch korrekte Mehrheit jederzeit lostreten kann. Hat mich stark an die ebenfalls erschütternde Gleichschaltung von Presse und Politik in den USA nach 9/11 und in Vorbereitung des Irak Krieges erinnert. (völlig anderer Kontext, aber ähnliches Phänomen).

Claudia Korthals | So, 4. September 2016 - 13:42

Herr di Lorenzo,
Es ist schön, dass auch Sie erkennen, dass die Presse distanzlos die Narrative der Bundesregierung übernommen hat. Sie können das gleich wieder gutmachen. Der Bundesinnenminister versucht heute, einen Zusammenhang zwischen der Flüchtlungskrise und dem Aufstieg der AFD zu leugnen. Flüchtlinge habe es schon immer gegeben und die
AFD sei irgendwie passiert.
Wahr ist, der Aufstieg der AFD hat nicht direkt was mit der Flüchtlingskrise zu tun, sondern damit, wie Frau Merkel damit umgeht. Sicher hat der Aufstieg der AFD auchwas damit zu tun, wie die Presse mit dem Thema umgegangen ist. Die diversen Versuche der Bundesregierung, sich aus der Verantwortung zu stehlen, könnten Sie jetzt! anprangern. Oder wollen Sie wieder ein Jahr warten und dann zerknirscht Selbstkritik üben?

Harro Meyer | So, 4. September 2016 - 13:53

Deutsche haben ein ausgeprägtes Schuldtrauma, das in der Meinung gipfelt, für alles und jedes verantwortlich zu sein. Diese an sich nicht schlechte Grundeinstellung ist aber verbunden mit einer häufig hysterischen Mentalität, die dann im Wahn endet. Dann spielt das eigene Wohl plötzlich keine Rolle mehr. Man fühlt sich zu was Höherem berufen und verliert de Boden unter den Füssen bis man hart aufschlägt.
Das Ganze verbrämt man dann mit dem Titel: Nationalbewusstsein.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 7. September 2016 - 11:38

In reply to by Harro Meyer

Ich denke doch, wir sollten langsam beginnen den Islam mindestens sofern er sich in Europa zeigt, zu "zivilisieren", bis wir damit überhaupt leben können und ansonsten, da man keinen Zaun um die islamischen Länder bauen kann, ihn wenigstens abhalten, unsere Gesellschaften zu stressen. - Der Wirtschaft empfehle ich dann eher outsourcing in islamische Länder als unkontrollierte und unbegrenzte Migration hierher. -
Das wäre dann Aussensicherung der Grenzen Europas aus reiner Notwehr.
Die arabischen Länder mögen Hoch-zeiten gehabt haben, Nietzsche erwähnt einen Zarathustra, aber ob der Islam daran überhaupt anknüpft oder schon eine in meinen Augen Rückentwicklung der dortigen Länder war, sollte in Europa von uns genauer erforscht werden.
Respect, keine Frage, aber Einbindung hier in Europa ist für mich sehr wohl die Frage, aber auch nur als freundliche, denn es sind Menschen.

Peter Bigalk | So, 4. September 2016 - 14:16

Genau wie bei der Causa Wulff (dem ich trotzdem nicht nachtrauere).... Die Medien geben erst Jahre später zu, dass sie sich verrannt haben, aber Konsequenzen sehe ich nicht. Die deutsche Medienlandschaft spielt sich, was politische Berichterstattung angeht, weitgehend in den Händen der öffentlich Rechtlichen und weniger Zeitungsverleger ab. Das sollte sich schleunigst ändern. Kritische Presse ist dringend nötig und nicht durch Herdentrieb und "Schwarmintelligenz" zu ersetzen. Dass die Rechnung von Frau Merkel (welche eigentlich?) nicht aufgehen kann, hätte jedem, der nicht Masochist und mit halbwegs gesundem Menschenverstand ausgestattet ist, sofort klar sein müssen. Frau Merkel hat - flankiert von Kirchen, Politik und Publizistik - eine Völkerwanderung beschleunigt, die Hilfe nicht nach Bedürftigkeit definiert, sondern nach dem Recht des Stärkeren und zudem die Verhältnisse in der Welt völlig ausblendet. Mitleid habe ich da nicht mehr!

Wolfgang Henning | So, 4. September 2016 - 14:26

Sehr geehrter Herr Giovanni di Lorenzo,
herzlich willkommen im „Club der besorgten Bürger“. Auch das ist eine Willkommenskultur, bei der die Selbsterkenntnis über begangene Fehler durchaus honoriert wird.
Die Staaten des Westens können und wollen sich nicht abschotten, aber es muss erlaubt sein, ein Einwanderungsgesetz zu fordern, das eine geregelte und gewünschte Zuwanderung ermöglicht. Die Fehleinschätzung unserer Politiker und der Medien zur unkontrollierten Massenzuwanderung, die folgende Selbstbeweihräucherung und schließlich die Verdammnis aller Kritiker, führte zum Erstarken eines Widerstandswillens in der Bevölkerung Europas. Die Fehler, die Frau Merkel dabei gemacht hatte, haben Sie sehr gut dargestellt.

Wolfgang Henning | So, 4. September 2016 - 14:30

Das Schlagwort der „Lügenpresse“ ist auch auf diese unkritische, selbstverliebte und „beseelte“ Berichterstattung zurückzuführen. Nicht das dabei behauptet wurde, die Medien würden Direktriven aus dem Kanzleramt erhalten. Es war vielmehr die selbst auferlegte Zensur der Medien und der meisten Journalisten, die diesen Eindruck hervorriefen. Das waren auf der einen Seite die Bilder von Frauen und weinenden Kindern, sowie das Herausstellen einzelner Flüchtlinge mit akademischen Bildungshintergrund, als Bereicherung für unsere Wirtschaft und Gesellschaft, und das war die sinnverfälschende Reduzierung des Hinweises auf notwendige Grenzsicherungen und die Aufgabe des Bundesgrenzschutzes als „Schießbefehl“ nach dem Vorbild des DDR-Grenzorgane.
Sie haben das erkannt und mit Ihnen auch die Politiker, die sich jetzt, nach dem Erstarken der AfD, bemühen, deren Thesen zu übernehmen, und als Eigene Erkenntnis zu verkaufen.
Schenken Sie Kritikern ausreichend Gehör.
Mit freundlichen Grüßen.

Renate Aldag | So, 4. September 2016 - 14:30

Danke den Vorrednern, besonders haben mir die Kommentare von Herrn Fischer gefallen. Ich finde es positiv von dem Autor dieses Artikels, daß er zu selbstkritischen Überlegungen findet. Aber das ist auch alles! Für mich gibt es zur Zeit nur eine parlamentsübergreifende Einheitspartei und deren regierungstreue Presse, also auch "Die Zeit". Essentiell wichtig ist, von Migranten zu schreiben und nicht von "Flüchtlingen". Und da alle aus sicheren Drittstaaten hier einwandern sind sie illegal,d.h. die Grenzen gehören zu und die Rechtsbeugung muß beendet werden. Deutschlands Fiasko ist, keine Opposition zu haben und auch die Presse versagt als 4. Kraft. Hoffentlich gibt es bald ein Erwachen.

Kat Teker | So, 4. September 2016 - 14:38

lange Abonnentin der ZEIT, aber die Einsicht in das Versagen Ihrer Redaktion kommt nicht nur zu spät, sie ist Anbetracht der aktuellen Löschkultur in Ihrem Kommentarbereich schlicht unglaubwürdig.

Falls es Ihnen ein Trost ist: Die ZEIT hat mit dem Artikel "Auf einen Tee mit Al Nusra" meinen persönlichen Preis für die unkritischste Berichserstattung während der Flüchtlingskrise bekommen, Glückwunsch!

peter hauser | So, 4. September 2016 - 14:46

Herr Di Lorenzo....
Als in Bremen geborener habe ich immer mal wieder Ihre Moderation bei 3 nach Neun, verfolgt --Chapeau!
Auch jetzt sind Sie kein: "freitagssohn"...:-)
Unabhängigkeit mit Urteilsvermögen, gepaart mit Urteilskraft....wie sehr ich das vermisse.
Sie haben Humor und Distanz, Tugenden, die keiner mehr wertschätzt, leider !!
Ich wünschte mir mehr Beiträge von Ihnen.
LG

Winfried Kurt Walter | So, 4. September 2016 - 15:16

"Wie das Fähnchen auf dem Turm
sich kann drehen bei Wind und Sturm,
so soll sich mein Händchen drehen,
lustig ist es anzusehen."
Gerne, sehr geehrter Herr di Lorenzo sende ich Ihnen noch die Noten zu.

gabriele bondzio | So, 4. September 2016 - 15:21

nur 3000 bis 7000 aufnehmen"...Sie hat nicht zu glauben sondern, die Lage vor dem Handeln aufzuklären. Und akut gefährdet waren sie in Ungarn keineswegs. Nein, das sollte nur die Bevölkerung glauben. Deswegen hat man ja auch Ungarn in der Presse so richtig schlecht gemacht. Ich halte nichts davon, hier nachträglich eine Entschuldigung für schlampige bzw. vorsätzliche Fehl-Informationen der BR hervorzuholen. Die nzz.ch schrieb in meinem Sinne am 11.09.15 folgendes: „Fast vier Millionen syrische Flüchtlinge leben in den Nachbarländern Türkei, Libanon und Jordanien. Europa hat ein Interesse daran, dass sie dort ausreichend versorgt werden und sich der Völkerwanderung nicht ebenfalls anschließen. Doch in Jordanien hat das Uno-Welternährungsprogramm aus Geldmangel soeben die Lebensmittelhilfe an 230 000 Flüchtlinge eingestellt.“ In meinen Augen eine schizophrene Überlegung, dort zu knausern und sie in Ungarn gefährdet zu sehen. Es passt einfach vieles nicht zusammen an der Handlung.

Frank Goller | So, 4. September 2016 - 16:23

Beseelt waren nur die Medien, die Parteien und die systemhörigen TV Anstalten. SONST KEINER !

Ingrid Fischer | So, 4. September 2016 - 16:36

nach einem Jahr eine kritische Selbstreflektion. Mit einem kleinen Schönheitsfehler. Noch immer wird fast ausschließlich der Begriff Flüchtling verwendet, der ja genau dazu dienen sollte, jede Kritik im Keim zu ersticken. Solange Herr di Lorenzo und seine KollegeInnen noch immer diesen Begriff für alle Ankommenden verwenden, offenbaren sie nur, dass sie noch immer nicht exakt über das berichten, was wirklich geschieht. Und wohl auch nicht bereit dazu sind, der hier und dort aufkommenden Selbstkritik Taten folgen zu lassen.

Peter Briller | So, 4. September 2016 - 17:04

Leider haben auch wir keine Reaktion von "Zeit Online" im November 2015 auf unten stehenden
Text erhalten.

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte Sie hiermit bitten, meinen Kommentar wörtlich an uns zurückzuschicken, der Sie bewogen hat diese Maßnahmen zu schalten:

"Leider sind Sie für die Teilnahme an der Community gesperrt"

Meine Frau und ich sind keiner Partei zugehörig, konfessionslos.
Unsere Kommentare können ausschließlich von Angst geprägt gewesen sein. Gibt es denn schon Zensur in diesem Land?
Wir denken, Sie sollten sich erklären.

Herr Briller, ich wurde auch bei der Zeitschrift 2x gesperrt. Nach dem ersten Mal durfte ich nochmal einsteigen unter dem Aspekt der Mäßigung. Hat nicht lang gedauert und ich war wieder in ein Fettnäpfchen getreten. Auch ich bin konfessionslos und ohne Parteibindung. Angebote, die Zeitung zu abonnieren habe ich jedoch noch eine ganze Weile bekommen.

Silas Loy | So, 4. September 2016 - 17:14

Es gab in Ungarn zu keiner Zeit einen akuten Notstand, der eine Durchreise nach Deutschland notwendig gemacht hätte. Was eigentlich sollte so ein Notstand sein?

Es gab Migranten, die ihren Willen durchsetzen wollten, nach Deutschland durchzukommen und illegal einzuwandern unter Vortäuschung falscher Tatsachen, und die haben ihn auch durchgesetzt.

Es gab die einschlägigen deutschen Gesetze (konform mit internationalen Abkommen), an die jede Regierung gebunden ist, weil das so im Grundgesetz steht und auch logisch ist, die Merkel aber einfach willkürlich gebrochen hat.

Es gab -nur in Deutschland- eine völlig unverantwortliche und hysterische Medienkampagne im Namen eines gesetzlosen Pseudohumanismus, die viele weltfremde Deutsche erstmal ordentlich verwirrt hat.

Und es gab sehr viele Bürger, in Deutschland (Stichwort "Nazis")und in ganz Europa (Stichwort Brexit), die nur noch die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben.

Thomas Nuszkowski | So, 4. September 2016 - 17:52

ZITAT: "Und ohne Not haben wir uns wieder dem Verdacht ausgesetzt, wir würden mit den Mächtigen unter einer Decke stecken, wir würden so uniform berichten, als seien wir gesteuert; wir würden die Sorgen und Ängste der Menschen ignorieren, die nicht selbst zur Flüchtlingshilfe oder zur politischen Klasse gehören. Das ärgert mich, weil ich der Meinung bin, dass unsere Medien zu den besten und freiesten auf der Welt gehören." Eben diese Meinung/Einschätzung ist falsch. Deswegen ärgert Sie der Verdacht ja auch so.

Cornelius Angermann | So, 4. September 2016 - 19:08

Herr di Lorenzo, Sie bedienen sich derselben Masche wie Merkel, indem Sie Fehler zugeben, die in der Vergangenheit liegen, aber Ihre aktuellen Fehler nicht eingestehen wollen!
Erstens. nein, nicht Herr Orban hat betrogen, MERKEL hat betrogen! Selbst wenn Orban das gesagt hätte: seit wann grenzt Deutschland an Ungarn? Es wäre Aufgabe Österreichs gewesen, sich gegen Orbans Ansinnen zu wehren! Stattdessen hat Merkel in ihrem Wahn, Weltretterin spielen zu müssen, im Rahmen eines Selbsteintritts nicht nur die aktuellen Flüchtlinge übernommen sondern mit ihrem Selfie-Auftritt und ihrem Refugees welcome alle Leistungsansprüchler dieser Welt nach Deutschland eingeladen!

Nein, das war kein Unfall, das war Kalkül! Zu jeder Zeit hätte Deutschland seine Grenzen schliessen können, gedeckt durch die gesetzlichen Regelungen des Asylrechts / der Genfer Flüchtlingskonvention! Nur der Selbsteintritt der Kanzlerin in Pflichten, die Deutschland gar nicht hatte, produzierte diese Situation!

Dimitri Gales | So, 4. September 2016 - 21:01

Mein Eindruck damals, vor einem Jahr war: die permanent vor allem von den Medien beweihräucherte Merkel war zu selbstbestimmt geworden und hat einsame Beschlüsse gefasst. Auch die im europäischen Ausland als arrogant wahrgenommene Voraussetzung Merkels, alle Saaten müssten wie Deutschland die Migrantenströme aufnehmen, fällt in diesen Rahmen. Sie ist aber nicht Kaiserin von Europa.
Die Medien tragen durch ihre Subjektivität ein grosses Mass an Verantwortung für die Überheblichkeits-Attitüde Merkels; wenn eine Persönlichkeit wie die Merkels beständig hochgejubelt wird glaubt sie schliesslich selbst an ihre Allmacht und Unfehlbarkeit.

Jörg Hünkemeier | So, 4. September 2016 - 21:24

Sehr geehrter Herr Giovanni di Lorenzo,
als langjähriger Leser der Zeit sah ich mich im September 2015 gezwungen, mein Abbonement der ZEIT zu kündigen. Die damalige Berichterstattung der ZEIT muss man nicht rekapitulieren. Eine treffende Analyse findet man in "Berichterstatter als Stimmungsmacher" von Heribert Seifert, NZZ vom 19.9.2015.

Widersprechen möchte ich Ihrer Einschätzung, dass deutsche Medien und auch DIE ZEIT... "zu den besten und freiesten ... ... Medien auf der Welt gehören". Das Versagen der ZEIT, die ausgewöhliche Situation der Flüchtligskrise vom September 2015 mit einer kritischen und objektiven Berichterstattung zu begleiten und gesellschaftliche Diskuse zu eröffnen, war nur der Kumulationspunkt einer schon länger anhaltenen Entwicklung. Politisches Lagerdenken und das Verorten von Populismus immer nur dort, wo andere Meinungen herrrschen, kann eben keinen vollständigen Journalismus hervorbringen. In diesem Sinne: es gibt noch Verbesserungspotential.

Reiner Bergmann | So, 4. September 2016 - 21:40

Der gesunde Menschenverstand sowie Weitsicht und eine gehörige Portion Skepsis ist etwas, was der Kanzlerin immer noch fehlt. Sie würde
alles noch mal so machen. Blauäugig und naiv, anmaßend und beleidigend, ist noch eine harmlose Umschreibung für das, was sich die Mehrzahl der Medien geleistet haben und zum Teil immer noch leisten. Nach und nach kommen sie nun hinter ihren Schreibtischen hervor, die Chefredakteure. Man kann nur hoffen, dass immer mehr Bürger begreifen, dass zur umfassenden Meinungsbildung mehr gehört als nur die Glotze und Bildzeitung. Dieses erfordert viel Zeit, Ausdauer und Interesse an der Sache. Das Ergebnis ist dann nicht selten ein anderes, als das welches uns die Massenmedien vermitteln. Ach ja, die Kanzlerin. Ihre Amtszeit waren verlorene Jahre für Deutschland und Europa.

Ja, sehr geehrter Herr Bergmann, wie recht Sie mit Ihrem Kommentar leider haben!
Noch zu ergänzen wäre vielleicht, dass diese Art der Selbstkasteiung am Beispiel des Chefredakteurs Herrn Di Lorenzo möglicherweise auch etwas mit dem rapide sinkenden Ansehen seines ehemaligen Qualitätsblattes "Die Zeit" - vulgo sinkenden Verkaufszahlen - zu tun hat. Glaubwürdigkeit ist etwas Anderes....

Sabine Bauer | So, 4. September 2016 - 21:48

reichlich spät kommt Ihre Erkenntnis.
Wie schafft man es, Realitäten so lange auszublenden, wo man doch sozusagen an den Quellen sitzt?
Ich bin geneigt, besser spät als nie zu sagen, aber mit dem Vertrauen ist das so eine Sache.
"Zeit" und "Tagesspiegel" sind schon lange Tabu.

Sie sprechen von "den Ängsten" der Menschen, die sie nicht aufgegriffen hätten, das trifft's nicht.

Es war nicht Angst, sondern Ohnmacht und Wut über den sichtbaren Kontrollverlust von Seiten der Regierung, den Totalausfall der Opposition und besonders erschreckend:
Das völlige Versagen der 4. Gewalt im Staat.
Außer Jubelchören nur Schweigen im Walde.

Demokratieverlust auf allen Ebenen.
Der Stachel sitzt tief.
Was einmal passiert, kann sich wiederholen.

Herbert Roth | So, 4. September 2016 - 21:57

Die Massenmedien waren wie besoffen vom eigenen Edelmut, von einer Großzügigkeit ohne persönliche Kosten, Einsatz oder Folgen. Skeptiker, Mahner wurden in den schrillsten Tönen mundtot gemacht und gesellschaftlich geächtet. Das geht politisch korrekt munter weiter. Das Ergebnis sind Wahlerfolge der AfD, doch auch hier begnügt man sich mit Ausgrenzung statt sachlicher Auseinandersetzung mit Inhalten

Hubert Knapp | So, 4. September 2016 - 22:27

Während weiterhin Millionen Kinder in den Dürrezonen Afrikas allgemein unbeachtet dem Hungertod entgegensehen, werden unter dem Jubel einer quasi-gleichgeschalteten deutschen Presse Millionen zahlungskräftige gescheiterte Revolutionäre ins eigene Land eskortiert. Mit welchem Ziel, bleibt unbestimmt. Wann wird die "historische Aufgabe" erfüllt sein und wer würde es dann attestieren?

Wie vielen notleidenden Menschen hätte man mit dem Geld ein Leben ermöglichen können, das allein an Schlepper und andere sog. Flüchtlingshelfer bezahlt wurde.

Inzwischen werden jegliche Kritiker und Mahner der zweifelhaft legitimierten Aktion mit spitzer kollektiver Feder totgeschrieben. Welch eine journalistische Leistung.

Bei allem gebührenden Respekt für die kritische Selbstreflektion - die Geschichte mit einer angeblichen "historischen Aufgabe", die es rechtfertigt, die Glaubwürdigkeit des Journalismus in Deutschland aufs Spiel zu setzen - mit all den Konsequenzen - kann ich so nicht kaufen.

Marty Tothero | So, 4. September 2016 - 22:35

Tja, der Herr Di Lorenzo, unvergessen noch seine Steigbügelhaltung für den Edlen von Gutenberg - auch da war Zurückrudern angesagt. Zu der Gräfins (Dönhoff) Zeiten, habe ich die Zeit verehrt, geliebt. Aber seit der Causa Gutenberg ist mir ihre herablassende Ignoranz ein Gräul. Ich hacke nur deshalb so auf der ZEIT rum, weil sie halt den ehernen Anspruch nie aufgegeben hat. Mit den öffentlich-rechtlichen Anstalten bin ich end-fertig, das ist nur noch Regierungspropaganda, aber nicht mal von dieser instrumentiert, sondern im Wege des vorauseilenden Gehorsams ohne Not erbracht. Es tut mir leid, die einzige dt. Zeitung ist für mich die FAZ, daneben sind NZZ, Volkskrant und Guardian getreten - da habe ich mehr Vertrauen. Zur Sache noch: Was haben alle vor 30 Jahren vehement gegen die Apartheid gekämpft. Dass diese als Mann-Frau Apartheid uns jetzt von og. Medien in Form einer regelrechten Islamophilie verschwurbelt angedient wird, finde ich die politische Enttäuschung meines Lebens.

Ingo Meyer | So, 4. September 2016 - 22:44

Lieber Herr di Lorenzo.
Ich war 20 Jahre fester Abonnent der ZEIT. Ich habe ihre Dialoge mit Helmut Schmidt genossen. Wegen der völlig aus dem Ruder gelaufenen Eurorettungspolitik der Bundesregierung, die die ZEIT positiv begleitet hat, wurde ich gegenüber Ihrem Blatt immer kritischer. Aus dem ZEIT-Online-Forum würde ich herausgeschmissen, weil ich mich gegenüber Angreifern von Lucke auf einer Bremer Veranstaltung nicht anders geäußert hatte, als weiland Holger Börner gegenüber den Grünen. Daraufhin habe ich mein Abo gekündigt und auch nie wieder in den Auftritt von Zeit-Online geschaut. Wenn der ÖR Rundfunk wegen der Besetzung der Rundfunkräte das Geschäft der etablierten Parteien betriebt, dann ist das das Eine. Eine Zeitschrift die die kritischen Geister wie H.Schmidt und Gräfin Döhnhoff als Herausgeber hatte, muss nicht das Geschäft der Regierenden betreiben. Bei mir hat die ZEIT den Wettlauf mit CICERO verloren. Ein versprengter Wertkonservativer, wie ich, sucht einfach Halt!

Eduard Tüske | So, 4. September 2016 - 22:51

pegida hat das Problem mit unkompatieblen muslimischen Wirtschaftsflüchtlingen genauso thematisiert wie der Blog Politically incorrect oder auch die AfD. Aufwachen!

Sven Bergmann | So, 4. September 2016 - 22:55

Es geht nicht um Ängste einer besorgten(weil eher unterbelichteten) Bevölkerung.
Es geht schlicht um Diffamierung Andersdenkender, eine Unkultur, die gerade bei Zeit Online bestens zu beobachten war.

Herr di Lorenzo hätte mit seiner Selbstkritik bei mir punkten können. Vor einem halben Jahr.
Sie kommt aber leider in einer Zeit, in der die Kanzlerin von "Rückführungen" als hoher Priorität redet.
Sprich, die Selbstkritik liegt jetzt genauso auf Regierungslinie wie die Berichterstattung damals.

Glaubwürdigkeitsverlust? Oops, na sowas!

peter hausder | So, 4. September 2016 - 23:01

Lorenzo zeigt sich als nachdenklicher Journalist und in der Analyse besonnen.
Moralischer Anspruch und mittelfristige, politische Realität sind oft nicht im Focus der Medien. Dieses spüren die Bürger und gerade im Osten haben sie dann den Mut, undifferenziert Worte zu benutzen, die etwas "irritieren ( <Lügenpresse> z:B.), was politisch inkorrekt aufregt....aber, siehe Silvester, es trifft.
Der <Rassismus> - vorwurf ist in seiner Pauschalität nur ein intellektuelles Konstrukt, vielleicht unerfahrener Jugend geschuldet, der ohne inhaltlich überhaupt klar definiert, einfach als Urteilt benutzt wird....ziemlich billig und voller Absicht, ohne Substanz und Argument.
Di Lorenzo zeigt trefflich auf, wie <jedes Wort recht war, sich etwas nachträglich schönzureden, was in Wirklichkeit ungeplant passiert war. Dazu gehörte insbesondere der Satz, dass man Grenzen nicht schützen könne, es sei denn, man würde den Schießbefehl wieder einführen >.
Tja, Transparenz und Aufrichtigkeit sind gefragt.

Reiner Kraa | So, 4. September 2016 - 23:16

Jeder weiß und akzeptiert: ein paar Muslime, denen z. B. ein Geheimdienst im Nacken sitzt, müssen und können ohne jede gesellschaftliche Verwerfung in Deutschland aufgenommen werden, bis die Gefahr für sie vorüber ist. Ein Musterbeispiel ist Herr Chomenie, der, vom persischen Schah verfolgt, in Frankreich Asyl gefunden hatte. Jeder wusste aber auch von Anfang an, dass es keinen Sinn macht, Millionen muslimische Migranten in Deutschland ansiedeln zu wollen. Auch Frau Merkel und Herrr di Lorenzo haben das gewusst. Es ist ja nicht schwer zu erkennen. Was Frau Merkel betrifft, mögen sich Verschwörungstheoretiker daran abarbeiten zu klären, was sie antreibt. Herrn di Lorenzo hingegen sind wohl eher wirtschaftliche Gründe zu unterstellen. Er und seine Zeitung haben, wie viele andere auch, eben etwas für ihr Wohlverhalten bekommen.

Ulrich Aschendorf | So, 4. September 2016 - 23:22

Di Lorenzo schreibt "All das hätten wir von Anfang an beschreiben und analysieren können. Wir waren aber zumindest in der Anfangszeit geradezu beseelt von der historischen Aufgabe, die es nun zu bewältigen galt." Mannomann, Di Lorenzo ist Chefredakteur der führenden deutschen Wochenzeitung und beschreibt hier, wie auch sein Blatt seinerzeit den ordentlichen Journalismus über Bord warf um die Regierungslinie pr-mäßig massiv zu unterstützen. Sowas kennt man ja - hier war es aber besonders schlimm, denn Merkel hätte früh Einhalt geboten werden müssen. Die Folgen sind dramatisch (Wahlergebnis in MeckPomm, massiver Vertrauensverlust der politischen "Klasse" und der Presse etc.). Allein schon der Brexit geht voll auf Merkels Kappe, denn ohne ihre Flüchtlingspolitik wären die Brexit-Befürworter unter 50% gelandet. Merkel hat innerhalb dieses Jahres Europa extrem geschadet - und die Presse beschönigt noch heute.

Ulrich Aschendorf | So, 4. September 2016 - 23:24

Viele Nichtpolitiker und Nichtjournalisten, die weder radikal und/der rassistisch sondern meist weltoffen und liberal waren, war vor einem Jahr sofort klar, dass die Probleme immens werden würden und dass Merkels Sozialexperiment nicht rückgängig gemacht werden könnte. Außerhalb der deutschen Grenzen sahen dass auch alle so. In der Presse fanden diese Menschen sich dann als "besorgte Bürger" beschrieben (Suptext: Ein bisschen uninformierte doofe Typen, geleitet von diffusen Ängsten). Und jetzt Herr Di Lorenzo mir seinem Statement. Tja - zu spät. Die Karre ist festgefahren. Der Schaden an der Demokratie und am Ansehen der Presse wird bleiben und keine guten Folgen haben. Allerdings: D. h. noch lange nicht, dass die üble AfD eine Alternative wäre - ganz bestimmt nicht. Aber: außer "Die Partei" fällt mir keine Partei ein, bei der ich noch ein Kreuz machen könnte.

Jens Winkelmann | Mo, 5. September 2016 - 01:21

Heute hörte ich im Kommentar von Dr. Peter Frey dass die AFD die Gesellschaft spalte.
Aber gerade der öffentliche Rundfunk gibt hier ein besonders schlechtes Bild ab.
Man muss anerkennen, dass ein Teil der Journalisten bei ARD und ZDF gute Arbeit leisten
(Beispiel Jörg Schönenborn). Ein anderer Teil der Journalisten sieht sich aber
als Kämpfer gegen die AFD und für eine angeblich edle Sache.
Gerade der öffentliche Rundfunk muss aber den Anspruch haben neutral und objektiv zu berichten.
Als Zuhörer vom WDR Morgenecho hört man häufig Berichte und Kommentare in einer solchen Tonart:
http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-morgenecho-kommentar/audio…
Ein Kommentar darf die eigene Meinung wiedergeben, er sollte aber gerade im öffentlich
finanzierten Rundfunk keine Hetze betreiben.
Wie fühlen sich die 20% AFD Wählen in MV wenn man sie als ausländerfeindlich
und homophob bezeichnet, die eine finstere Macht gewählt haben.

Markus Michaelis | Mo, 5. September 2016 - 01:52

Danke Herr Lorenzo, das lässt Hoffnung, dass man in D vielleicht doch noch zu einer vernünftigen Diskussion zurückfindet. Wenn Sie ehrlich sein wollen, berichten Sie jetzt auch mehr über gesellschaftliche Tendenzen zwischen Marokko und Pakistan und auch südlich der Sahara. Das ist jetzt der größere Rahmen, in dem man in D denken muss - da geht es nicht nur um ein wenig blaue Farbe in einigen Landtagen. In den genannten Regionen gibt es natürlich auch viel Tolles zu berichten, aber auch so einiges, über das man als deutsche Gesellschaft viel nachdenken sollte.

Arthur Dent | Mo, 5. September 2016 - 04:30

Für mich erweckt das nicht den Eindruck von wirklicher Einsicht, sondern der verzweifelte Versuch die letzten Abonnenten von einer Kündigung abzuhalten.
Die Hauptaufgabe der Presse, die man auch die vierte Gewalt nannte, ist zu berichten und vor allem die Aussagen der Regierung und der Mächtigen (inkl. NGOs) kritisch zu hinterfragen. Diese Aufgabe wurde sträflich vernachlässigt. Dafür kann es viele Gründe geben: Sei es, dass die Regierung plötzlich im Sinne der eigenen Ideologie handelte, sei es, dass man die Distanz zur Politik verloren hat, sei es aus Unfähigkeit.
So oder so, wer so gehandelt hat, hat sein Vertrauen verspielt. Dieses Vertrauen wieder aufzubauen bedarf es mehr, als einer fadenscheinigen Entschuldigung.

Hans Peter Dietz | Mo, 5. September 2016 - 05:24

für Leute, die jetzt mit einem Kater aufwachen. Ihr verantwortungsloser Gutmenschen- Rausch hat in Deutschland und Europa unermesslichen Schaden angerichtet. Das kann eigentlich nicht angemessen gesühnt werden, sorry. Und wahrscheinlich wählt Herr di Lorenzo auch jetzt noch grün!

Wie wär's aber wenigstens mit einer offiziellen Entschuldigung an alle, deren online accounts in 2015 wegen kritischer Kommentare gesperrt wurden?

Dorothea Weber | Mo, 5. September 2016 - 07:32

Wann gesteht die deutsche Presselandschaft endlich ein, dass sie durch ihre Hofberichterstattung einen wesentlichen Beitrag zur Erstarkung der AFD geleistet hat? Wann kommt die Erkenntnis, dass eine unabhängige Presse ein wichtiger Bestandteil der Demokratie ist? Immer öfter muss ich an das Märchen: Des Kaisers neue Kleider denken. Ob heulend oder lachend dürfe Sie sich jetzt bitte selber ausdenken.

Thomas Prinz | Mo, 5. September 2016 - 08:23

Im Gegensatz zu den Ausführungen von Herrn Di Lorenzo kann man in der FAZ sehr eindrücklich den Werdegang dieser Schicksalsentscheidung nachlesen. Einzig Orbán hat sich an alle Regeln gehalten. Die "Gestrandeten" am Budapester Ostbahnhof haben sich allesamt schlicht und ergreifend geweigert einen Asylantrag in Ungarn zu stellen und mit dem Tweet der Bundesregierung in der Hand eine Weiterreise gefordert. Ansonsten bleibt festzuhalten, dass bis heute keine Normalisierung in der Medienlandschaft eingetreten ist. Noch immer ist jeder Migrant, egal woher, ein "Flüchtling" oder ein "Schutzsuchender". Kein kritisches Wort zum, Fährdienst von Frontex, keine Analyse zur Bevölkerungsentwicklung in Arabien/(Nord-)Afrika und dem damit zusammenhängenden Migrationsdruck. Keine Analyse zu den derzeit illegal Einreisenden aus Italien, keine Analyse zum Scheitern des angeblichen Flüchtlingspaktes mit dem Despoten. Pfui kann ich da nur sagen!

Ulrich Baare | Mo, 5. September 2016 - 08:29

Wenn ich sowas schon lese:
"Man erklärte erstens, der Grund für die Grenzöffnung sei die akute Not der Flüchtlinge gewesen. Aber akut gefährdet waren sie in Ungarn, so wissen wir heute, keineswegs."
Wir wissen heute, dass sie nicht "akut gefährdet" waren? Bestand wirklich die Möglichkeit, dass gleich ein Erschießungskommando sie niedermetzelt oder sie in die Donau getrieben würden? Bestand für irgendjemandem, der nur halbwegs nüchtern denken kann, denn überhaupt die Möglichkeit, dass sie als "akut gefährtet" in Ungarn wahrgenommen werden könnten? Nein! Da ist etwas anderes geschehen: SIE wollten umbedingt diese Menschen nach Deutschland aufnehmen, weil dies in seiner Symbolik in IHRE Eigenwahrnehmung passte - und dafür war ihnen jede Erklärung recht. Ich postuliere: Es war quasi IHR 'Aufstand' gegen eine als miffig wahrgenomme BRD - der angepasste Unternehmer, der die Gelegenheit nicht auslassen konnte, sich selbst wieder als eben Revolutionär, Aktivist zu spüren.

Herr Baare, man kann nur jedem Ihrer Worte zustimmen.

Ich persönlich betrachte den Artikel von Herrn di Lorenzo als Heuchelei. Typisches Verhalten von Menschen, die sehen, daß ihnen die Felle davonschwimmen.

Thomas Prinz | Mo, 5. September 2016 - 08:30

die einschlägigen Kommentatoren der sog. Leitmedien zum Wahlergebnis in MV zu lesen, um zu sehen: Nix gelernt. Gar nix.

Stephan Wunsch | Mo, 5. September 2016 - 09:00

Bei mir kam und kommt das eher an wie eine Art von romantisierender, kollektiver Realitätsverleugnung durch Politiker und Medienschaffende.

Carola Schommer | Mo, 5. September 2016 - 09:06

Sehr geehrter Herr di Lorenzo,

solange Sie und Ihre Kollegen noch nicht einmal in der Lage sind zwischen Flüchtlingen, Asylsuchenden und Einwanderern zu unterscheiden, haben Sie Ihre Aufgabe immer noch nicht verstanden !

Frank Schuler | Mo, 5. September 2016 - 09:41

Respekt für die Selbstkritik! Die medialen Eliten sind vielleicht gar keine, sondern unkritische, zunftmäßig agierende und dem Zeitgeist hinterherlaufende Durchschnittsdenker. Von einer Elite erwartet man Weitsicht, Klugheit und Augenmaß und, ganz wichtig, Kenntnis der Lebenswirklichkeit. All das ging im Zuge der "historischen Aufgabe" verloren. Und zwar deshalb, weil der Journalismus schon 10 Jahre vor der Politik einen Linksruck vollzogen hat und unfähig war, sich dies einzugestehen. Und wieso eigentlich "historische Aufgabe" für den Journalismus? Aufgabe von Journalisten ist es, zu berichten was ist, und nicht, selbst Politik zu machen, insbesondere nicht, das Geschäft der Regierung zu betreiben, indem man auf deren Widersacher eindrischt. Merkel hat es geschafft, die Medien zu Liebedienern zu degradieren. Sie werden lange brauchen, um diesen Eindruck bei ihren Lesern vergessen zu machen.

Lutz Rövekamp | Mo, 5. September 2016 - 09:41

Cicero hat das große Verdienst, von Anfang an kritische Artikel geschrieben und kritische Kommentare zugelassen zu haben.
Herr Schwennicke hat als einziger von "Merkels größtem Fehler" geschrieben und gesprochen.
Den Artikeln von Herrn Kissler konnte ich jedesmal
voll zustimmen.
Inzwischen hat sich das Blatt gewendet und die beiden Herren können immer wieder ihre Meinung auch im Fernsehen mit Erfolg vertreten.
Dafür meinen herzlichen Dank!

reicht es nicht, wenn man/frau ab und zu gute Kommentare liken könnte.
Ich möchte keine ellenlangen Zugriffe auf Google bei meinem Namen unter Bilder.
Dass diese Presse evtl. Existenzen vernichtet hat, kommt ihr gar nicht in den Sinn?
Ihr geschriebenes Wort wird immer eher heilig gesprochen.
Eigentlich habe ich hier vor allem geschrieben, um redliche Menschen zu rehabilitieren und ihnen ihre Würde wieder zu geben.
Ich mag red-liche Menschen.
Sie haben nicht immer in meinen Augen recht, aber sie geben sich soviel Mühe um Verständigung.
Weint wenigstens, Ihr, die Ihr andere Möglichkeiten eventuell hattet.
Weinen hilft Wunden schneller heilen, die eigenen und die, die man anderen geschlagen hat.
Herr Di Lorenzo möge meinen "theatralischen"? Ton verzeihen.
DIE ZEIT hat mir einmal viel bedeutet.
Trauerarbeit

Romuald Veselic | Mo, 5. September 2016 - 09:41

dass unsere Medien zu den besten und freiesten auf der Welt gehören, scriptet Herr Di Lorenzo.
Da schließt sich der deutsche Kreis. Die deutsche Sichtweise ist nicht die einzig richtige, in Europa oder in dem restlichen Kosmos. Ganz im Gegenteil. Deutschland, samt Schweden sind Sonderlinge in Europa. Es ist gut, dass die Slawen u. sonstigen Osteuropäer, den Gegenpol in der Wahrnehmung bilden, was absolut berechtigt ist. Technisch/medizinisch, sind die Deutschen (wenn man an Persönlichkeiten wie Bosch, Siemens, Krupp, Röntgen, Koch, ...), noch Weltklasse, aber was die Politik angeht, besonders international, sind ein Albtraum für ihre Nachbarn. Die Berliner Konferenz Anno 1888 wirft seine tödlichen Schatten bis heute. Bismarck war gut für Kaiserreich, aber ein Fluch für den übrigen Kontinent. Die BK Merkel, schaffte es in wenigen Tagen, dies zu überbieten. Ihr Vorname, wird in einigen gesellschaftlichen Kreisen, schon als Schimpfwort verwendet: "Du bist wie (eine) Angela..."

Vinzenz Brandner | Mo, 5. September 2016 - 10:51

Wie ergreifend! Der schwülstige Begriff 'Historische Aufgabr' sagt schon alles. Eher darf man hier ein historische einzigartiges Verlangen unterstellen, der Welt und sich selbst die eigene moralische Vortrefflichkeit zu beweisen. Die Briten nannten es, etwas weniger beseelt, schlicht Tugendprotzerei. Und nun stellt sich Herr Lorenzo, dessen Arbeitgeber nie den leisesten Zweifel an der uneingeschhränkten Symphatie für Merkels Politik gelassen hat, hin und erklärt, wie es eigentlich gemeint war? Tut er im Übrigen gar nicht, am Schluss der Textes erfolgt wieder die übliche Abwatschung der 'Dummköpfe' und 'Rechtspopulisten' (wer hat eigentlich dieses seltsame Wort erfunden?), die die frohe Botschaft vom September 2015 von Anfang an für eine Schnapsidee und einen neuen deutschen Irrweg gehalten haben. Auf diese Art der Rechtfertigung, die nur eine neue Selbstbeweihräucherung ist, verzichten wir gerne.

Den Begriff "Rechtspopulist" habe ich zuerst wahrgenommen als seinerzeit Geert Wilders seinen Film "Fitna" veröffentlichen wollte (es gab diesbzgl. ein herrlich entlarvendes Theater auf Ebene von Politik und Medien). Mit dem Begriff war dann alles Wissenswerte zu dieser Person mitgeteilt. Ein Zündler, ein Demagoge. Es ersparte in jedem Fall die Befassung mit dem Thema.

Irgendjemandem scheint der Begriff dann so gut gefallen zu haben, dass er von da an immer wieder herausgekramt wurde. Das Verwendungsmuster blieb bis heute das Gleiche.

werden die Rechtspopulisten nicht als Unsägliche beäugt seitens der deutschen Medien?
Sind vermutlich alles nur "Erkennende des Heiligen", denn sie lobten Merkel und gehen getrost davon aus, dass die Deutschen für Griechenland zu zahlen haben?
Aber nur getippt.
Wenn dann die Reparationsforderungen kommen, wird es für diese Medien evtl. auch nur darum gehen, mit den Deutschen ins Gericht zu gehen?
Fortwährende Rache wird es doch nicht sein???
Das ist nicht unser Kulturkreis und vermutlich hätte sich in Europa keine bedeutende Kultur entwickelt, wenn das Movens wäre.

Renate Simon | Mo, 5. September 2016 - 10:58

Man kann es ganz platt sagen, die sogenannte Vierte Gewalt hat jämmerlich versagt: Kritiklose Übernahme staatlicher Verlautbarungen durch die Medien.

Und, hat sich inzwischen etwas geändert? Ich fürchte nein. Insofern ist die halbherzige Eigenkritik schamlos.

Natürlich darf jeder Politiker werden, aber ich würde meinen, dass nicht alle berufen sind.
Unabhängig davon ist der Kreis richtigerweise größer geworden.
Die Standards von früher kann man wohl nicht mehr anlegen.
Leider wird das begleitet von einem evtl. inflationären Gebrauch ehemaliger Standards oder anders, deren schlichter Vereinnahmung und Handhabung.
Entsprechend glaubt so mancher Journalist oder Herausgeber, er sei zum Politiker berufen oder gar deren Herzog. Ist das der, der vornewegzog?
Nun war Helmuth Schmidt mindestens ein schon herausragender Politiker, bei so manchen Herausgebern und Journalistinnen wäre ich froh, sie wären wenigstens gute JounalistInnen.
Dazu gehörte eben auch eine Art Text- und Bildkritik.

Ein Beispiel ist die Ordensverleihung. Man mag tun und lassen was man will, man finde einen Laudator und Vorsitzende, die "Politik" machen wollen.
Kunst kommt von Können, käme sie von Wollen hiesse sie Wulst - frei nach Nietzsche.
Das andere sind Vergleichsbild-Beschaffungen - hiess das früher auch mal Propaganda? - durch die Medien, darin herausragend m.E. Herr Casdorff und auch Verweise in Reden.
Es bedarf dann aufmerksamer Zuhörer, dass Verweise mit kontradiktischen Projekten verknüpft werden - in dem Rahmen gab es auch Ideologiekritik? -.
Und was die polyglotte bzw. Jet-intelligenz anlangt, so ist nun mal Kant mein Vorbild.
Der war der Meinung, die Welt müsse zu ihm kommen?
Gott sei Dank gab es den Buchdruck.
Und ein wichtiges natürliches Moment der Intelligenz ist das "Zu-Ihr-Kommen", denn da ist der Weg immer auch schon das Ziel:)

Dominik Maassen | Mo, 5. September 2016 - 11:20

... sagen sowohl Giovanni di Lorenzo als auch Alice Schwarzer. Mit welchem Recht? Ist es eine elitäre Überheblichkeit, die man irgendwann in Spitzenpositionen, so wie Angela Merkel, verinnerlicht, dass man glaubt, man könne für alle sprechen? Oder nur die Auswahl des Journalisten, der ihre beiden Artikel und ihre Überschriften bearbeitet? Ich erinnere mich noch gut an eine Sonderausgabe von der "Zeit" zum Thema Flüchtlinge. Das war Propanda reinsten Wassers im Sinne dieser jetzt kritisierten Flüchtlingspolitik. Mit objektiver Berichterstattung hatte diese schöne neue Welt nichts zu tun. Muss man tatsächlich immer wieder den guten alten Joachim Friedrichsen bemühen, um zu betonen, dass man sich nicht mit einer Sache gemein machen soll? Dass Berichterstattung von Meinung zu trennen ist? Nur dann kann sich der Leser seine eigene Meinung bilden. Wie sehr mangelt es in der deutschen Medienlandschaft an dieser Trennung! Und Flüchtlingen nützt diese Propanda nicht. Siehe aktuelle Wahlen...

Sonja Menzel | Mo, 5. September 2016 - 11:35

Der Versuch einer Selbstkritik; ein sehr vorsichtiger. Was die Medien parteiergreifend für Regierung und Wirtschaft anrichteten u. anrichten - das spiegelt aktuell Meckpomm. Und ganz vorne weg die Zeit; die ich einst als neutrale, Sachverhalte darstellend, aufdeckend, abboniert hatte. Bei Zeit online 4 x der Account von mir und Freunden gesperrt, weil wir die Dreistigkeit hatten aus einem Buch von Scholl-Latour zu Russland zu zitieren u. Dr. Lüders - immer unter Quellenangabe. Das waren/sind Journalisten-Kollegen! Auch Sie, Herr di Lorenzo, haben sich wie der Spiegel von einst gutem, sachlichen Journalismus entfernt. Für die Bürger sind wohl bis auf cicero, FAZ, Handelsblatt die Medien zu Hofberichterstattern geworden, und wer es wagt, anders zu denken oder zu kommentieren, den trifft bei zeit online oder spon die Zensurkeule. Es geht nicht um Beschimpfungen/Verleumdungen. Nein, einfach um sachliches anders Denken. Nehmen Sie sich ein Beispiel an cicero oder diepresse.com, Österreich.

Jürgen Löffler | Mo, 5. September 2016 - 11:36

Es ist schon erstaunlich, wie naiv teilweise die deutschen "Edelfedern" waren.
Weit weg von der normalen Bevölkerung frönten sie ihrem Hofschranzentum zu Angela Merkel.

hermann klein | Mo, 5. September 2016 - 11:44

Hallo Herr di Lorenzo,
Altkanzler Schmidt hatte vor Jahren bereits in Ihrer Wochenzeitschrift „ Die Zeit“ in einem beschwörenden Artikel vor Jahren hingewiesen, das es ein großer Fehler war, zu Beginn der 1960er Jahre zu viele Gastarbeiter aus fremden Kulturen in unser Land zu holen.
Viele Ausländer so Schmidt wollten sich gar nicht integrieren lassen und das die Überdehnung der EU außer der Türkei, nur der USA nutzt.
Es folgte in der in Deutschland übliche Sturm der Entrüstung, an dessen Spitze natürlich unsere 68er-Ideologen. Da wurde das Märchen erneuert, - von der Ausländer Beauftragte Marie-Luise Beck - dass die Gastarbeiter nach dem Krieg mitgeholfen hätten, „unser Land aufzubauen“. Die damalige Parteivorsitzende der Grünen Claudia Roth und Reinhard Bütigkofer ereiferten sich sogar zu der Behauptung, dass ohne „Multikultirealität, Freiheit in modernen Gesellschaften nicht mehr buchstabierbar“ sein soll.

hermann klein | Mo, 5. September 2016 - 11:47

Der damalige Außenminister Fischer plauderte: „ Die Türkei in der EU wäre ein D-Day gegen den Terrorismus“.
Kein Politiker der sich damals zu Wort meldete, mochte darauf verzichten, irgendwelche Integrationskonzepte zu empfehlen. Diese reichlich verspäteten Initiativen zeigten nur eines: Alle Parteien der Bundesrepublik standen vor einem Scherbenhaufen multikultureller Illusionen, die aus ideologischer Blindheit jahrelang aufgekommen war. Auch die CDU-CSU mit seinen Herz-Jesu-Sozialisten-Aposteln. In Ihrer Regierungszeit entwickelten sich die Ausländerghettos, die heute mehr und mehr ein kaum kontrolliertes Eigenleben führen.
Schon 1981 hatten sich fünfzehn namhafte Professoren in Heidelberg - bekannt als Heidelberger Manifest - zusammen gefunden und auf die Folgen der trotz Anwerbestopps durch die an sich noble, aber verantwortungslose Politik der Familienzusammenführung fortgesetzten Massenzuwanderung (Einwanderung) zu diskutieren.

hermann klein | Mo, 5. September 2016 - 11:49

Sie bekamen damals Drohbriefe mit Morddrohungen und wurden als Rechtsextremisten beschimpft. Die Büro Etage von Professor Schmidt-Kaler (einer von vierzehn namhaften Professoren) wurde mit Parolen wie „Institut für Rassismus“ beschmiert. Allen voran die heute ergrauten Alt68er-Elite.
Ich erinnere mich noch genau an einer Fernseh-Diskussion in den 80er Jahren in der ARD über das Thema Masseneinwanderung und deren Folgen, - wo auch der ehemalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Heinz Kühn eingeladen war -, als Professor Schmidt-Kaler vor laufender Kamera von einer Zuschauerin aus dem linksextremen Milieu bestellt, geohrfeigt wurde.
Ich erinnere mich an der Äußerung des besten Bundeskanzlers aller Zeiten, Helmut Schmidt über den Islam u. Türkeibeitritt:“ Sie gehören nicht zu uns“.

Ulrich Bohl | Mo, 5. September 2016 - 12:03

Herr Di Lorenzo ist das nun der "Gang nach Canossa"den Sie da vollziehen?
Ist es ein Markenzeichen der s.g. Eliten Probleme
nicht zu erkennen oder nicht erkennen zu wollen?
Die Medien haben durch ihre Berichterstattung im
Verein mit den politisch Verantwortlichen einen
irreparablen Schaden angerichtet.
Es ist nicht nur die Flüchtlingspolitik, sondern auch
die von anderen Kommentatoren benannten Themen wurden grunsätzlich positiv begleitet.
Zeitweilig hatte man den Eindruck die Politik
hat ein großes Zentralorgan à la Neuen Deutsch-
land in der DDR erschaffen.

Peter Müller | Mo, 5. September 2016 - 12:18

einige wenige werden nun die Auferstehung der "sozialistischen Presse " und des "Volksempfängers" zugeben. Leider viel zu spät.

Zeki Kaya | Mo, 5. September 2016 - 12:36

ZON sah sich bemüßigt, meine Kommentare hinsichtlich der überschwenglichen Berichterstattung in der Zeit zu löschen und darüber hinaus noch meinen Zugang zu löschen. Bis heute kann ich nicht erkennen, dass die Zeit von ihrer sehr einseitgen Berichterstattung Abstand genommen hat. Nein, vielmehr darf man auch heute wieder lesen, wie Frau Kaddor den Wählern der AFD eine Phobie unterstellt. Ihre angbliche Läuterung nehme ich Ihnen nicht ab, solange keine kritische Berichterstattung in der Zeit auftaucht.

Peter Bülow | Mo, 5. September 2016 - 12:44

Späte Einsicht eines Verantwortlichen. Dass unsere Presse diese Gefühlsduselei mitgemacht hat, liegt wohl weniger an der in Deutschland übertriebenen "Political Correctness" der überwiegend links positionierten Meinungsbildner. Ich sehe den Hauptgrund in der Zerstörung der guten finanziellen Basis der dt. Presse durch das Internet. Das, was davon noch übrig ist, überlebt nur durch Kosten- Qualitätsminderung und spürbare Rücksichtsnahmen auf die Interessen der verbliebenen Geldquellen (z.B. Anzeigen) und Gesinnungen. Als Folge haben wir einen Mangel an kritischer Auseinandersetzung, an Bissigkeit, an Satire, an investigativem Journalismus etc. Dies hat zu einer deutschen Presse ohne Streitkultur geführt, die nur langweilig ist und für die man kein Geld mehr ausgeben will. Mit Ausnahme von "CICERO, ist sie jetzt genauso langweilig wie die deutsche Politik, die Kirchen, der dt. Film, die Armee u.v.m. Wie kann das nur sein, wo doch das Leben so ungeheuer spannend ist.

Karola Schramm | Mo, 5. September 2016 - 13:01

Nein, man kann nicht alles an den sog. Flüchtlingen festmachen.
Schon vorher haben die Medien regierungskonform geschrieben, z.B. Bankenkrise wurde umdeklariert in Schuldenkrise. Ab da GR als Schulden-und faule Griechenstaat betitelt, womit ein Südenbock gefunden wurde. Ähnliches geschah mit der Ukraine, wo Russland der Sündenbock war, der bekämpft werden müsse. Eben solches auch in Syrien, wo Assad der Verbrecher war, der hinweggefegt werden sollte. Ähnliches mit der Krim Lüge, die annektiert worden sei. Nichts stimmte. Alles Lügen. Die meisten Journalisten sind auf Merkel reingefallen. Sie haben ihr geglaubt, anstatt professionell Schritt für Schritt ihre Aussagen zu überprüfen. Das haben so gut wie alle nicht getan. Sie haben nicht aufbegehrt, als Merkel sagte, wir hätten nicht auf Ewigkeit ein Recht auf Demokratie & soz.Marktwirtschaft. DA hätten die Alarmglocken bei jedem ganz laut läuten müssen. Haben sie aber nicht. Der Rest jetzt ist die logische Folge von vorherigem Versagen.

"Sie haben nicht aufbegehrt, als Merkel sagte, wir hätten nicht auf Ewigkeit ein Recht auf Demokratie & soz.Marktwirtschaft. DA hätten die Alarmglocken bei jedem ganz laut läuten müssen."
bitte nicht wie Karl Eduard von Schnitzler früher im Schwarzen Kanal im DDR fernsehen sätze aus dem zusammenhang reißen. ich bin kein freund von AM, aber hier muß ich sie mal in schutz nehmen. wenn man ihre gesamte rede hört und nicht nur diesen einen satz, dann weiß man, daß sie nicht demokratie & soziale marktwirtschaft abschaffen will, sondern daß es gilt, sich für diese werte immer wieder einzusetzen, weil sie nicht selbstverständlich sind für alle kommenden zeiten.

Paul Reuter | Mo, 5. September 2016 - 13:13

Mir persönlich gefällt dieses Wort überhaupt nicht. Ich bin kein Kleinkind und bevorzuge für mich selbst zu sprechen.

Klaus Damert | Mo, 5. September 2016 - 13:16

"Und ohne Not haben wir uns wieder dem Verdacht ausgesetzt, wir würden mit den Mächtigen unter einer Decke stecken, wir würden so uniform berichten, als seien wir gesteuert; wir würden die Sorgen und Ängste der Menschen ignorieren, die nicht selbst zur Flüchtlingshilfe oder zur politischen Klasse gehören. Das ärgert mich, weil ich der Meinung bin, dass unsere Medien zu den besten und freiesten auf der Welt gehören."
Das scheint mir nun wirklich kein Verdacht, zudem hat sich das Niveau zwischenzeitlich nur graduell verbessert. Wer immer noch nicht zwischen Flüchtling und Migrant unterscheidet und immer noch den Parteinamen "rechtspopulistische AFD" verwendet, ist wenig glaubhaft.
Als Journalist könnte man sich auch einmal mit den vielen, vielen jungen Männern befassen, die immer ihr Smartphone am Mann haben. Haben sie es genutzt, die deutsche Sprache zu lernen - für Übungen würde sich sicher jeder Deutsche bereit finden?

Wilhelm Gebken | Mo, 5. September 2016 - 13:52

Tja, lieber Herr Lorenzo,

ich und ganz viele Mitbetroffene erinnern uns noch sehr genau an Ihre diffamierende und beleidigende Berichterstattung über die deutschen Landwirte. Auch damals haben Sie es - genau wie in der Flüchtlingsfrage - mit den Fakten nicht sehr genau genommen. Immerhin gehören Sie ja zu den Guten und müssen das daher auch nicht. Bei Ihnen reicht die Absicht, etwas Gutes tun zu wollen. Leider haben Sie dafür den falschen Job.[Anm. der Redaktion: Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Beleidungen.]

Helga Ahrens | Mo, 5. September 2016 - 13:55

Gerade habe ich kurz in das Mittagsmagazin ARD / ZDF geschaut. Da wird ein AFD-Politiker als:
"... der Kleinstadt-Anwalt ..." tituliert. Das ist das, was ich den Journalisten insgesamt vorwerfe. "Rechtspopulistisch" "Kleinstadt-Anwalt" - was soll das? Ist das Mainstream oder Dummheit? Liebe Journalisten! Ihr habt nach meiner Auffassung die Aufgabe, die Demokratie zu bewahren - reicht das nicht?

Willy Ehrlich | Mo, 5. September 2016 - 15:29

In reply to by Helga Ahrens

Wussten Sie nicht, dass 60% aller Journalisten grün-affin sind? Was erwarten Sie da?

josef garnweitner | Mo, 5. September 2016 - 15:55

In reply to by Willy Ehrlich

und wußten Sie nicht, daß der einflußreichste, da größte, Verleger Deutschlands die SPD ist? Wie ich kürzlich gelesen habe.

Uwe Dippel | Mo, 5. September 2016 - 14:07

Obwohl hier oft und zu Recht kritisiert, ein mutiger Artikel. Überfällig, aber auch das soll egal sein. Hut ab!

The proof of the pudding is in the eating. Nun werden wir ja sehen, ob die ZEIT einen neuen Weg einschlägt, so wie impliziert.

Es kann ja sein, dass der Chefredakteur im Rückblick 'Oh nein!' sagt, wenn er sieht was die ZEIT mit angerichtet hat.
Allerdings hat die ZEIT auch zugesehen, wie sich ihr Redakteurskollektiv mit Adrenalin-durchzogenen Leuten erweitert hat, die eher als Aktivisten durchgehen denn als Journalisten. Die Frage ist, ob di Lorenzo den sprichwörtlichen Verschluss wieder auf die Flasche kriegt.

Jeder Redakteur muss sehen, wie er sich und die Seinen satt bekommt. Also: "Wie muss ich meinen Artikel formulieren, damit der Chefredakteur ihn mir abkauft?"

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 10. September 2016 - 14:42

In reply to by Uwe Dippel

möglich, dass Herr Di Lorenzo noch einmal so etwas wie einen Grundstein für die ZEIT legen kann.
Aber was machen die hoch-komplexen DenkerInnen der ZEIT?
Der Cicero wäre eine Alternative, aber damit der redliche und aufrichtige Herr Schwennicke ganz sicher überfordert.
Nicht aber in seinem Mut, mit dem er allem was Rang und Namen hat, den Rang ablief und Dinge beim Namen nannte.
Ich verbeuge mich.

Günter Bach | Mo, 5. September 2016 - 14:30

ja, es stimmt, es meldeten sich in der Vergangenheit zu wenig Redakteure kritisch zu Wort, wo waren die gebildeten Eliten? Die Bürger spüren noch nicht die Auswirkungen. Sie werden sich nach und nach in den nächsten Jahren zeigen. In zehn Jahren werden sich die deutschen jungen Männer (30jährige) einer nahezu gleichstarken jungen Männergruppe aus völlig anderen Kulturkreisen gegenüberstehen. Die aber sich völlig anders verhalten werden, wie wir es uns nur zum Teil vorstellen können. Die höchsten Strompreise der Welt, werden dem Mittelstand, die Achillessehne der deut. Wirtschaft, mehr als zu schaffen machen. Die Eurorettung wird ihr übriges tun. Die Steuereinnahmen werden dramatisch wegbrechen und das bei immensen Integrationskosten. Das wird der Punkt sein, wo vielleicht 50% der Bürger AfD oder neue andere Parteien wählen werden. Aber dann gibt es keine Umkehr mehr. Das lebenswerte und starke Deutschland wird Geschichte sein. Leider haben die Bürger das der Politik zu verdanken.

Tamas Szabo | Mo, 5. September 2016 - 15:45

"dramatische Fernsehbilder spielten dabei eine wichtige Rolle"
Wir wissen heute: es waren absichtlich falsche Fernsehbilder in den Hauptnachrichten aus Budapest (Marietta Slomka zitierte aufgeregt Flüchtlinge über "Lügen der Ungarn"). Wann werden die Verantwortlichen dafür bestraft?
Die wenigen Flüchtlinge die durch die ungarische Polizeisperre in den Zug gelangten wurden in Budapest im Zug von deutsche Polizisten an der Weiterreise gehindert. Ich war selbst in so einem Zug nach München.

Huang, Juei-min | Mo, 5. September 2016 - 16:02

Ich bin ein Taiwaner und lebe nicht in D. In den 80er Jahren war ich nach D. gekommen, um zu studeren. Wenn man mich fragte, was mich in diesem Land besonders beeindruckt, nannte ich immer die Presse, vor allem Die Zeit. Ich gehöre wohl zu den wenigen Landsleuten einsch. Chinesen, die diese Zeitung ohne Wörterbuch lesen kann und sie sehr schätzte. Wenn ich in den Sommerferien nach D. kam, kaufte ich sie gern und las fleißig. Inzwischen allerdings nicht mehr. Der Grund wurde von vielen Foristen erwähnt. Sie ist schlicht ein Propagandablatt für eine schöne neue Welt oder gar ein Gehirnwaschsalon. Unerträglich. Ich surfe aber immer noch auf Zeit Online, nur zum Zweck einer Forschung. Herr di Lorenzos Reue ist halbherzig. Da merkt man bei Artikel wie dem folgenden:
http://www.zeit.de/2016/36/deutsche-fluechtlingspoltik-grenzoeffnung-bi…
(bearbeitet, die Redaktion, bitte bleiben Sie sachlich)

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 5. September 2016 - 17:05

Diese Cicero-Ausgabe habe ich mir übrigens gekauft.
Ansonsten möchte ich Herrn Di Lorenzo (DIE ZEIT) von meiner Seite aus einordnen und damit, was er hier schreibt.
Als Merkel die Grenzen öffnete habe ich schon lange nicht mehr DIE ZEIT gelesen, weil deren Ukraine-Berichterstattung und Russland-Bashing mir unerträglich war.
In der Zwischenzeit hatte auch der Herausgeber Herr Joffe gerichtlich in 2. Instanz? gegen "Die Anstalt" gewonnen.
Ich verfüge sicher nicht über soviele informationsquellen wie Herr Di Lorenzo, alleine meine wenigen Informationsquellen, genaugenommen mein Gedächtnis und mein politisches Urteilsvermögen, haben mich ganz anders agieren lassen als die ZEIT.
Um einen hohen Preis, denn so schön ist es nicht, wie Millionen Andere verhetzt zu werden, so möchte ich das schon nennen.
Und es gab, da von rennomierten Medien erfolgt, eigentlich noch Schlimmeres.
Wenn Sie das, was ich vermuten durfte und nachfragte, gar nicht sahen, dann verbindet uns sehr wenig.

Gabriela Schöppe | Mo, 5. September 2016 - 17:30

Herr di Lorenzo, dann zeigen Sie uns doch mal echten und kritischen Journalismus! Beantworten Sie doch mal all unsere Fragen, wo stehen wir nach einem Jahr Integration, wie sieht es mit den Kosten aus, wie viele Flüchtlingen haben einen Integrationskurs oder Arbeitsplatz gefunden? Wie wäre es denn mal mit ECHTEN Zahlen und Fakten? Wie viele sind echte Flüchtlinge und wie viele davon Wirtschaftsemigranten? Hält die Industrie ihr Versprechen Arbeitsplätze für die Flüchtlinge zu schaffen oder ist auch sie abgetaucht? Wie sehen die langfristigen Konsequenzen aus? Und...SIE ALLE - die Polit-Elite und die gesamten Medienlandschaft haben das Erstarken der AFD ermöglicht. DAS müssen Sie sich auf IHRE Fahne schreiben. Ich kann nur den Kopf über so viel Dummheit und Ignoranz schütteln. Das war absehbar. Diese Einsicht kommt zu spät - viel zu spät...

Volker Peters | Mo, 5. September 2016 - 20:16

...ein Hauch von Selbstkritik sein? Gar ein zartes "mea culpa"? Da gibt es eine ganze Anzahl von Menschen, die im letzten Jahr durch die Medien brachial als Rechtsradikale und Nazis diffamiert wurden, weil sie Kritik an Merkel zu äußern wagten. Im besten Fall gehörte man zu den Feiglingen und Angsthasen, auf deren Sorgen man nun zumndest "eingehen" sollte. Unwort des Jahres wurde jedoch der "Gutmensch", wenn auch kein Kompliment, so doch kaum eine echte Beleidigung. Man mag all das Kuriose, das Verantwortungslose und das Populistische der AfD in die Waagschale legen. Wenn jedoch in der anderen Waagschale die Wut auf Merkel liegt, auf die manipulativen Jubelmedien, auf "freudsche Fehlleistung" - Kleber und die zahnlose Anne Will, wenn also der unbedingte Wille zum Revanchieren besteht, dann ist die Entscheidung für den Protestwähler gefallen. Merkel muss weg, dann braucht man (vielleicht) auch die AfD nicht mehr (zu fürchten).

Anton Gutmann | Mo, 5. September 2016 - 20:52

Ich nehme Herrn Di Lorenzo diese Einsicht nicht ab. Er hat vermutlich erheblich dazu beigetragen, wie in der "Zeit" geschrieben wird und vor allem auch wie mit Leserkommantaren auf den Seiten der "Zeit" umgegangen wird. Ich habe den Eindruck er läuft jetzt nur der aktuellen Stimmung hinterher. Es ist lange her, da ich habe die "Zeit" mal gern gelesen. Schade.

Ruth Falk | Mo, 5. September 2016 - 22:47

Ihre flaumweiche Erklärung hätten Sie sich ruhig sparen können, nimmt Ihnen sowieso keiner ab. Dank der Medien wie den Ihren hat die AfD jetzt derartig Oberwasser, die ganze Situation in D erinnert an 1932/3, einfach zum Fürchten.

Delion Delos | So, 25. September 2016 - 12:34

In reply to by Ruth Falk

Sie sind offenbar doch – gegen Ihren Willen - der bewussten Hetze gegen die AfD, u.a. auch durch „Die Zeit“ erlegen.

Vor einem zweiten 1932/33 brauchen Sie sich nicht zu fürchten. Die AfD ist keine Nazipartei und sie strebt auch keine Nazi-Ziele an. Ganz im Gegenteil. Die AfD ist die einzige Partei, die WENIGER Macht, WENIGER Geld und WENIGER Einfluss für ALLE Parteien fordert und im Gegenzug hierzu den Bürgern MEHR Macht, Geld und Einfluss geben will.
Allein diese Forderung macht schon deutlich, WARUM die AfD von praktisch allen Parteien so vehement, mit fühlbar und sichtbar allen Mitteln, bekämpft wird. Welche Partei möchte denn auch schon WENIGER Macht, Geld und Einfluss!
Und damit die Bürger gar nicht erst auf die Idee kommen, das Grundsatzprogramm der AfD mal selbst zu prüfen, wird vorsichtshalber die Nazikeule rausgeholt. Klappt in Deutschland immer!

Delion Delos | So, 25. September 2016 - 12:43

In reply to by Ruth Falk

Wir Deutsche sind inzwischen, nach jahrzehntelanger „Erziehung“, so gut konditioniert, dass wir uns selbst kontrollieren und der bloße Verdacht, etwas könne womöglich „rechts“ sein, ausreicht, ein Buch schlagartig aus der Hand fallen zu lassen.

Also: vergessen Sie am besten, was Sie in „Die Zeit“ und anderswo Schlimmes über die AfD gelesen haben und informieren Sie sich selbst – aus ERSTER Hand.
Sie können das gern nachlesen. Die von mir genannte These steht schon in Punkt 1 des Grundsatzprogramms, zu finden auf der Webseite der AfD.
Auch der Rest Ihrer Befürchtungen dürfte sich bei der Lektüre in Luft auflösen: keine unsoziale Gesetzgebung, kein Mütterorden usw. usw. … ;)

Hans Albrecht | Di, 6. September 2016 - 10:19

Es gibt , meiner Meinung nach nur eine Lösung.
Mit arabischen Ländern müssen Vereinbarungen getroffen werden. Ähnliche Kultukreise und Sprache
sind Voraussetzung. Diese Länder erhalten Milliarden von der EU, damit die Kriegsflüchtlinge aufgenommen werden bis die Kriege beendet sind, dafür ist meiner Meinung die UNO zustängig. In den Länder ist Wüste urbar zumachen und eine Industrie aufzubauen. Alle Flüchtlinge werden in diesen Ländern untergebracht. Es werden auch keine Flüchlinge mehr nach Italien gebracht.
Herrn Lorenzo wären viele zu Dank verpflichtet, wenn er endlich eine Lösung verwirlichen würde. Die AFD sollte dieses Ziel angehen. Es gibt keine Alternative, packt es an.

Sie sind aber gut. Woher wollen Sie den wissen, ob diese Länder bereit sind mitzumachen? Die aus Israel geflohenen/vertriebenen Palestinänser sitzen seit 68 Jahren in Gaza und der Westbank, von der UNO versorgt mit Schulen, Krankenhäusern, Lebensmitteln, weil ausser Jordanien kein einziges Arabisches Land ihnen erlaubt, bei ihnen zu arbeiten, weder in Saudien, Ägypten oder den Golfstaaten. Sie werden als Druckmittelsklaven gegen Israel missbraucht. Warum sollte es mit anderen Völkern anders sein?

Bernhard Drechsel | Di, 6. September 2016 - 12:04

Vor was haben Sie eigentlich Angst? Vor Wohlstandseinbuße in einem der reichsten Länder der Erde? Vor nationalem Identitätsverlust? Vor sinkenden Druckauflagen ? Vor dem Verdacht zu regierungskonform zu agieren , statt dem Dissens als Maxime zu folgen?
Die Grenzöffnung war ein absolut notwendiger situativer Akt humanitären Handelns, ganz gleich auf wessen Veranlassung geschehen. Eine spätere Bewertung der Situation kann zu anderen Erkenntnissen führen, aber nun den „besorgten Bürgern“ das Wort zu reden und deren undifferenzierten Zukunftsängsten Nahrung zu geben, spielt in die Hände der von Ihnen so bezeichneten „Dummköpfe und Propagandisten“. Dass nun durch die Instrumentalisierung von Zuwanderung und Asylrecht eine parteipolitisch motivierte Kampagne befeuert wird und diese durch Beiträge wie diesen noch verstärkt wird, gibt den Populisten auf biedere Art und Weise Recht und entspricht in keinem Fall meinem Bild einer Zivilgesellschaft, deren Werte es mehr denn je zu verteidigen gilt

Jan Wuellner | Di, 6. September 2016 - 16:57

In reply to by Bernhard Drechsel

... zugeben, dass man falsch entschieden hat. Dabei wird übersehen, dass Menschen zumeist nicht den Fehler besonders übelnehmen, sondern das Unvermögen, diesen einzuräumen. Das Vertuschen und Weglügen ist es, was verärgert und das Vertrauen kostet. Das einmal verspielte Vertrauen ist nur mühsam wiederzugewinnen. Giovanni die Lorenzo ist eine Persönlichkeit, der das gelingen wird, in anderen Fällen bin ich mir nicht so sicher.

Armin Latell | Mi, 7. September 2016 - 13:21

In reply to by Bernhard Drechsel

als Folge der demographischen Entwicklung notwendig, dass endlich die benötigten Fachkräfte gekommen wären, die später unsere Rente zahlen würden, aber dafür im Gegenzug sämtliche vorhandenen Beweise, dass es so nicht funktioniert, ganz bewusst unter den Tisch kehrten, weil nicht sein kann was nicht sein darf, Kritiker
und besorgte Bürger diffamiert und in teilweise unflätigster Art und Weise
beschimpft und diskriminiert haben. Massiv unterstützt von Executive,
Judikative Legislative und Politik. Täglicher Rechtsbruch durch unsere
Regierenden inklusive. Ist das Ihre Bild einer Zivilgesellschaft, das es zu verteidigen gilt? Meines nicht.

Petra Peters | Di, 20. September 2016 - 17:48

In reply to by Bernhard Drechsel

Vielen Dank für ihren Kommentar ich teile ihre Meinung. Ich finde es lobenswert vergangene Berichterstattungen kritisch zu hinterfragen. Als konstruktiven Diskurs über die Rolle der Medien. Das kann man vielleicht erst im nachhinein bewerten. Dennoch verstehe ich nicht in der derzeitigen Umkehr, die zunehmende, ambivalente und selbst verunsicherte Haltung der Medien gegenüber massiven ausgedrückten Wut, Sorge und Angst der Bürger und dass man sie angeblich nicht genügend ernst !! nehme. Man sollte auch hier sich fragen,recherchieren und kommentieren !! ob dieses ungute emotional aufgeladene und diffuse Gefühl nicht unsere Demokratie stark gefährden könnte? Wo Objektivität und Fakten keine Rolle mehr spielt. Was macht das mit einer Gesellschaft ? Wie könnten/ müssten Journalisten / Medien , Politiker mit diesem Phänomen umgehen ? Unabhängiger Journalismus sollte sich auch nicht von der "sogenannten " Angst " und" Wut " der Bürger vor sich hertreiben lassen und Haltung !!! zeigen.

Ingrid Gawlik | Di, 6. September 2016 - 12:56

Werter Giovanni di Lorenzo.
Die enttäuschen Leser erteilen Ihnen keine Absolution.
Den kritischen Lesern empfehle ich u.e TichysEinblick und Die Achse des Guten

Jan Wuellner | Di, 6. September 2016 - 16:46

... waren sie in Ungarn, so wissen wir heute, keineswegs." Zur Gefährdungslage der Flüchtlinge in Ungarn, immerhin ein EU-Land, hätten sich die ZEIT und andere Qualitätsmedien schon vor einem Jahr ohne Weiteres sachkundig machen können. Aber offensichtlich schien das nicht nötig, weil man ja ohnehin zu wissen schien, dass im Lande "Orbans des Schrecklichen" alles denkbar Schlimme möglich ist. Man kann nur hoffen, dass die Selbstkritik di Lorenzos nun wirklich Konsequenzen hat. Medien, die diese Art von regierungskonformer Hofberichterstattung fortsetzen, werden der Sache nach den gleichen Weg gehen wie Kanzlerin Merkel. Giovanni di Lorenzo scheint das erkannt zu haben.

Uwe Kastl | Di, 6. September 2016 - 19:32

Na ja, schauen wir mal, wie nachhaltig die Selbstkritik des Herrn di Lorenzo sein wird. Für mich waren in früheren Zeiten Journalisten Menschen mit einem sehr ehrenwerten Beruf. Es gab sicherlich schon immer schwarze Schafe (wie in jeder Berufsgruppe). Aber seit geraumer Zeit hat sich der überwiegende Teil der deutschen Journaille mit der politischen Klasse verbrüdert. Kritische Distanz ? Fehlanzeige !

„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

Nach der Maxime von H.J. Friedrichs gibt es heute nur noch wenige gute Journalisten. Das trifft leider auch auf Herrn di Lorenzo zu. Erst jetzt, nachdem die "beispiellose Vergiftung der Gesellschaft und einen Vertrauensverlust gegenüber den Eliten und den im Bundestag vertretenen Parteien" nicht mehr zu übersehen ist und sich in Wahlergebnissen niederschlägt, meldet sich das Gewissen einiger Journalisten. Sehr, sehr spät !!

Klaus D. Müller | Mi, 7. September 2016 - 10:36

Das, was der Herr erst jetzt einsieht (oder vorgibt, es einzusehen), haben Millionen "einfacher" Leute von Anfang an gewusst. Durch Lebenserfahrung, Nachdenken und etwas Logik. Jetzt, wo es die Spatzen von den Dächern und wo der politische Wind sich dreht, erst da merkt auch er etwas? (und er ist ja nicht alleine). Nee. Er dreht sich nur mit, als Wetterfahne.

Wie schreibt ein Kommentator aus Potsdam trefflich unter einen Artikel über diese deutsche Presse:
"Schweizer Medien sind das neue Westfernsehen".

Klaus D. Müller | Mi, 7. September 2016 - 10:56

"beseelt von der historischen Aufgabe"

Was reden Sie da, Herr Lorenzo? Wir befinden uns nicht im Jahr 1914 oder 1933.

Dora Lehr | Mi, 7. September 2016 - 11:25

Sie glauben gar nicht, wie dankbar, wie unsäglich dankbar und erleichtert ich bin angesichts Ihrer Reflexion.
Subjektiv, weil ich fast schon an meinem Verstand zweifelte angesichts dieser Willkommens'hysterie', die mitnichten eine Willkommens'kultur' war und mich schlecht und schuldig fühlte, weil ich keine Teddybären und Luftballons verteilte. Ich half und helfe auch, aber nicht so mediengeil.
Objektiv, weil ich an der Unabhängigkeit der Medien zweifelte und die Dämmerung der Gleichschaltung vor Augen hatte - mit all den Konsequenzen, zu denen wir Deutsche in der Lage sind...
Drittens ist es aber höchste Zeit, Frau Merkels Politik nicht mehr schön zu reden. Die Kanzlerin ist gescheitert in allen offenen Fragen. Stichworte: Europa, Putin, Erdogan, Energiewende, inner-deutsche Problemfelder... Und viertens: Der Islam,
der keine reine Religion, der vielmehr ein Politikum ist und Weltmachtsallüren in sich birgt und sich mit unserem Grundgesetz nicht vereinbaren lässt.
...

Julia Goltsman | Mi, 7. September 2016 - 12:48

Aus einem Kommentar; ein Erlebnisbericht mit der deutschen Presse, hier sogar die ZEIT:

...Eins der Opfer des Ansbacher Attentäters wurde von einem Journalisten der ZEIT zu dem Attentat interviewt.
Sie hat in dem Interview viel Kritisches von sich gegeben – der Vorabdruck wurde ihr dann zum Genehmigen zur Verfügung gestellt, und in diesem wurde das Gespräch dermaßen gekürzt, umgestellt und sogar Aussagen dazugedichtet, die sie nach ihren Angaben nicht getätigt hat. Sie fühlte sich als naives Willkommenskultur-Dummchen dargestellt.
Sie hat sich mit dem Journalisten in Verbindung gesetzt und gesagt, dass sie dieser Veröffentlichung auf keinen Fall zustimmen wird. Alle ihre wichtigen Aussagen wären gestrichen und der Sinn vollkommen entstellt, und dass ihre größte Sorge wäre, dass „das Attentat den Rechten in die Hände spielen würde“, hätte sie überhaupt nicht gesagt. Jetzt wüsste sie, woher das Wort Lügenpresse komme, ...da war das Gespräch ganz schnell zu Ende. ... Erbärmlich.

Dirk Lingenfelder | Do, 8. September 2016 - 01:09

Sehr geehrter Giovanni di Lorenzo,
gute Analyse. Die Gründe / Hintergründe hierfür wurden allerdings auch schon deutlich früher - bspw. von U. Krüger in seinem erhellenden Büchlein "Mainstream - Warum wir den Medien nicht mehr trauen" - beschrieben. Bleibt nur die Frage offen, in welche der beiden von Ihnen selbst genannten Kategorien - Dummkopf oder Propagandist - Sie sich verorten. Möglicherweise treffen aber auch beide Beschreibungen auf Sie zu.

Hubert Manter-Koller | Fr, 9. September 2016 - 18:25

Interessante Ansichten des Herrn di Lorenzo. Die "Flüchtlinge" waren in Ungarn also gar nicht in Not.

An der ganzen Willkommensstory stimmt aber auch wirklich so einiges nicht.

In Sachen Vertrauen in Politik und Medien ist es zumindest bei mir trotzdem zu spät. Es hatte nicht nur den Eindruck, dass aufs übelste diffamiert wurde, wer nicht auf den Willkommenszug aufsprang, sondern es wurde definitiv jeder denunziert, der es nicht tat. Es war nicht bloß ein "Anschein".

Soll mir aber recht sein. Macht was ihr wollt, liebe Politik- und Medienschaffende. Entsprechend dem Umstand, dass es Migration seit letztem Jahr nicht mehr gibt, sonder nur noch Flucht, mache ich so eine gerade nach innen. Ich akzeptiere die Tatsache, als Teil des V-Wortes machtlos zu sein und dass unsere Demokratieform im Zweifel das denunziatorische Mitläufertum en gros wählt. Dafür bewahre ich mir die Ansicht, eine immer islamisch-religiösere Gesellschaft absolut nicht wünschenswert zu finden.

Herr Manter-Koller, ist m. E. der falsche Weg. Wir, die wir denken können, müssen unsere Stimme erheben, d. h. abgeben bei Wahlen! Dass sich (vorerst verbal) in Regierungskreisen etwas zu ändern beginnt, zeigt, dass Äußerungen der Kritik wenigstens Bewegung erzeugen - bewegen wir sie weiter und zeigen wir bei Wahlen, dass wir Taten sehen wollen - keine Sprechblasen à la Merkel, de Maìziere usw.!
Einer Frau Merkel, die 'gestern' noch sagte "Grenzen kann man nicht kontrollieren" und heute "bessere Grenzkontrollen an den EU-Grenzen" (!) fordert muss man Unaufrichtigkeit attestieren. Und wie die Herr(in), so das Gescherr.

Michaela Diederichs | Fr, 9. September 2016 - 21:09

1 Million Menschen - in der Regel - muslimischer Herkunft sind nach D gekommen. Zwangs- und Kinderehe, Polygynie (Vielweiberei), Ehrenmord, Vollverschleierung, Stammesfehden und Clandenken sind im Islam normal. Es ist Bestandteil der Kultur, entspricht aber in keiner Weise unseren Regeln, Gesetzen, Normen und Vorstellungen. Das ist nicht wertend gemeint. Und wir sollen den Menschen unsere Kultur überstülpen? Politik und Medien wollen uns seit einem Jahr klar machen, dass wir das schaffen, sie zu integrieren. Mit Sprache, mit Arbeit. Sprache allein reicht nicht. Welche Arbeit? Haben Sie, Herr die Lorenzo, einmal darüber nachgedacht? Mehr oder weniger alle Medien haben jeden in die rechte Ecke gestellt, der "aber" sagte oder gar Zweifel an der einseitigen Berichterstattung hatte. Nun ist die AfD nicht verschwunden, sie ist stark geworden. Und Sie werden nachdenklich nach 1 Jahr? Ein guter Journalist macht sich nicht gemein mit einer Sache, auch nicht mit einer guten. Sollten Sie kennen.

Michaela Diederichs | Fr, 9. September 2016 - 21:37

Weil der Platz nicht reichte, hier noch der Nachsatz, Herr di Lorenzo: Die Berichterstattung der Medien hat seit einem Jahr für mich den Charakter der Vollverschleierung - der journalistischen - um im Bilde zu bleiben. Mit der journalistischer Kultur der Differenzierung und Ausgewogenheit hat das nichts mehr zu tun. Was hätte Helmut Schmidt wohl dazu gesagt?

Siegfried Reiprich | Sa, 10. September 2016 - 14:06

Sehr geehrter Herr di Lorenzo,
Ihre selbstkritische Botschaft höre ich wohl, allein mir fehlt der rechte Glaube. Ihr Autor M. Kraske hat im Februar die Arbeit der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft in Ihrer ZEIT diffamiert und auch mit falschen Tatsachenbehauptungen überzogen. U.a. weil ich einen regierungskritischen Tweet meines Stellvertreters Dr. Bert Pampel zwar dienstrechtlich mißbilligt, ihm aber nicht, wie selbst ernannte "Antifaschisten" forderten, öffentlich das Recht auf freie Meinungsäußerung abgesprochen hatte. Kraske hat die journalistische Sorgfaltspflicht m.E. und in den Augen Vieler mißachtet. Persönlichkeiten wie Anne Applebaum, Sandra Kalniete, Monica Macovei, Alexandr Vondra, Milan Zver und Prof. Roszkowski von der PEMC hatten protestiert. Sie wurden von der ZEIT nichtssagend beschieden. Wir haben deshalb telefoniert, ich habe Ihnen zweimal geschrieben (bearbeitet, die Redaktion, bitte bleiben Sie sachlich)

Daß Herr di Lorenzo bis heute nicht geantwortet hat, ist eine Tatsache. Die kann ich beweisen. Warum also kürzen Sie dies aus meinem Kommentar mit dem unsachlichen Hinweis, ich solle doch bitte sachlich bleiben?
Und warum darf ich Herrn di Lorenzo nicht öffentlich nach seinen Motiven und subjektiven Befindlichkeiten fragen, während die ZEIT abwertende, persönliche Statements über meine Person gedruckt hat, die keiner sachlichen Überprüfung standhalten? Und kürzen eine Frage nach Herrn di Lorenzos menschlicher und journalistischer Haltung heraus, mit dem Hinweis, ich - nicht er - solle sachlich bleiben?
Das finde sicher nicht nur ich wenig glaubwürdig.

horst schwickerath | Do, 12. Januar 2017 - 16:26

Ich frage mich, warum Frau Merkel, Mr. de Mazière und Anhängsel noch immer ein Gehalt/Vergütung beziehen – die Pension ist ihnen sicherlich auch noch gekündigt worden ¿

Brigitte Simon | Do, 12. Januar 2017 - 16:53

Schade, diesen Artikel las ich damals nicht.
Dennoch nachträglich einige Sätze. Wen
meint Herr Giovanni di Loenzo mit w i r?!
Die gesamtdeutsche Bevölkerung? Er sollte
ganz einfach inkognito durch das Land fah-
ren und erst anschließend seinen Artikel
schreiben. Seine Fehleinschätzung wäre
nicht erforderlich gewesen.
Mit w i r kann er auch nicht die EU-Länder
gemeint haben. Diese wurden von Frau Merkels
Alleinentscheidung überrumpelt. Eine gemein-
same Problemlösung hätte möglicherweise
gefunden werden können

Jedoch überrascht mich Herrn Giovanni di Lorenzos "Entschuldigung" nicht. Seine Artikel in
seiner Zeitung stimmen mit seinen Äußerung-
en in den Talk-Shows selten überein.

Arne Bruhn | Do, 12. Januar 2017 - 17:54

Danke für dieses aufschlussreiche Interview! Was haben wir nur für eine schreibende Zunft in diesem Land! "Ohne Not haben wir uns dem Verdacht ausgesetzt..." Was heißt hier 'Verdacht', Herr di Lorenzo? Wer die Irrsinnstat der Kanzlerin (Grenzöffnung für jedermann) bejubelt, erregt keinen Verdacht! Der macht sich mit schuldig für die Folgen! Und die werden wir mit der durch Nachzug und Geburten wachsenden Zahl "hier noch nicht lange lebender" massiv zu spüren bekommen! Leider bin ich zu alt, um diesem Land den Rücken zu kehren....

horst schwickerath | Do, 12. Januar 2017 - 19:07

In reply to by Arne Bruhn

Vielleicht sollte Sie, eher wie ich es tue, sagen „zum Glück bin ich so Alt und muss die Folgen dieses Über-Gutmenschen-Wahn nicht mehr mit erleben“… aber eben die Kinder und …

Schuldig, Frau Merkel & Co ¿ Sie werden eine deftige Pension einstreichen und sich wohlmöglich, wie Frau Honecker noch über die undankbaren Menschen, die sie nicht verstanden haben beschweren. ¡Die Herrschaften tragen keine Verantwortung für ihr tun¡ !! Oder sehen sie eine Regung der Scham bei Frau Merkel?
Jetzt wo die Wahlen kommen, wird Mr. de Mazière ein wenig mehr Rechts Palavern, um Seehofer den Wind aus den Segeln zunehmen – damit die Gesamtbreite des Wahlvolkes abgedeckt wird.
Die Herrschaften haben 50 Jahre verschlafen – aber warum auch nicht, für 18'000 Taler/Monat & + + +

Lothar Redemund | Do, 12. Januar 2017 - 18:17

Sehr geehrter Herr di Lorenzo,
vielen Dank für den ehrlichen Artikel.

Kritik an die hau drauf Kommentatoren-innen und an den CSU- Granden Herr Seehofer.
Der Sitz des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge liegt in Bayern und welch Überraschung, der Münchner Bahnhof liegt auch in Bayern.
Ich hoffe doch, das in München nicht nur Zugereiste jubelten.
Fazit:
Ausgerechnet aus dem Bundesland wo falsche Weichen gestellt wurden, kommt die größte Kritik.
Übrigens:
Es wäre beachtenswert gewesen, wenn alle Parteien in so einer schwierigen Lage, als Einheit aufgetreten wären.
Leider fühlen sich Teile der CSU, der Bundesrepublik nicht zugehörig.

Marianne Bernstein | Do, 12. Januar 2017 - 18:33

Wenn es mit der Flüchlingskrise eine einmalige Sache gewesen wäre, dann könnte ich das akzeptieren.
Es geht aber immer, immer weiter. Ossi- und insbesondere Sachsenbashing, Trump-Bashing, Russland-Hetze.
Heute frage ich nicht mehr als erstes, was steht in der Zeitung sondern welche Propaganda wirds denn heute sein.

Max Maindl | Do, 12. Januar 2017 - 21:46

Ihren Gedanken auszuwandern kann ich vollends nachvollziehen. Ich habe mir mein Altersnestchen in Thailand gerichtet und schreibe auch von dort. Die Ereignisse seit 9/15 beobachte ich aus der Ferne und meine sorge um D nimmt staendig zu. Die von der Gruenen-Chefin Goering-Eckardt als Geschenk Gottes titulierten Migranten ueberrennen D in einem Ausmass das einem Angst einjagen muss. Deren Dank sind Diebstaehle, Vergewaltigungen, Terroranschlaege und wer weiss was sonst noch kommen wird. Denk ich an Deutschland in der Nacht bin ich um meinen Schlaf gebracht. Was wurden ueber jahrzehnte hinweg in der Presse Laender als Bananenrepubliken diffamiert. Ich habe mittlerweile den Eindruck gewonnen das D aufgrund seiner Eliten hier den vordersten Platz verdient hat. Ohne triftigen Grund werde ich nicht freiwillig nach D zurueckkehren. Ich kann und moechte nicht in einem Land leben das von islamischen Migranten ueberrannt wird und von seinen Eliten sehenden Auges in den Abgrund gefuehrt wird.

Stefan Zotnik | Do, 12. Januar 2017 - 21:54

Wen meint er eigentlich mit wir?

Mich ganz sicher nicht.
Und auch um mich rum haben sehr sehr viele von Anfang an gesagt, dass das eine Harakiri-Aktion ist.

Aber gut. Ich wohne auch im Osten. Hier hat man den "Wiedergutmachungs"-Spleen schon vor vielen Jahrzehnten fast gänzlich abgelegt.

Ich las gerade in der WAZ, dass Mohamed in Essen unter Berücksichtigung der vielen versch. Schreibweisen bereits heute der meistvergebene Vorname für Neugeborene ist.
Die Zukunft Deutschlands.

Welch schöne Version für den Rest der Republik.

Rainer Hohn | Fr, 13. Januar 2017 - 00:55

Zum Glück ist Giovanni di Lorenzo kein Sportmoderator.
Wir wüssten heute noch nicht wer Fußballweltmeister geworden ist.

ingrid Dietz | Fr, 13. Januar 2017 - 03:31

Ich haben den Artikel heute nochmals gelesen , deren Inhalt nach wie vor meine Zustimmung findet !

Übrigens: Das Schlagwort "Willkommens-Kultur" kann ich zwischenzeitlich nicht mehr hören und wenn von "wir" die Rede ist, fühle ich mich auch nicht mehr angesprochen !

Hubert Bauer | Fr, 13. Januar 2017 - 08:34

Eigentlich wäre die Sache für die Journalisten ganz einfach gewesen, wenn sie eine alte Weisheit von Hajo Friedrichs beachtet hätten: „Das hab’ ich in meinen fünf Jahren bei der BBC in London gelernt: Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein. Nur so schaffst du es, daß die Zuschauer dir vertrauen, dich zu einem Familienmitglied machen, dich jeden Abend einschalten und dir zuhören.“

Roland Weinert | Fr, 13. Januar 2017 - 09:49

Der Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel ist ein Jahrhundert-PR-Coup geglückt. Sie und ihre Berater haben es geschafft, e i n einziges Thema in den massen-medialen u n d gesellschaftlichen Fokus zu rücken: das 'Flüchtlingsthema'.

Ob Morgenmagazin oder Mittagsmagazin von ARD und ZDF, "Tagesschau" oder "heute": Die Flüchtlinge sind d a s beherrschende Thema seit Ende 2015. Hier muss ich hinzufügen, dass diese Formate zu Indoktrinations-Instrumenten der amtierenden Bundesregierung mutiert sind. Insbesondere "Tagesschau" und "heute" bieten in weiten Teilen überhaupt keine 'Nachrichten im strengen Sinne' mehr. Hier findet 'Regierungsbriefing' an den Zuschauer statt.

Die Regierungs-PR-Maschinerie verfolgt ein Ziel, und zwar von für die Bundesregierung unangenehmen / defizitären Themen abzulenken. Und 'die' angeblich unabhängigen Medien spielen zu weiten Teilen mit; lassen sich instrumentalisieren.

Berichte u.a. über die verheerende Waffenexportpolitik unter Merkel? Fehlanzeige!

Roland Weinert | Fr, 13. Januar 2017 - 10:00

Unsere Gesellschaft nahm und nimmt ohne Proteste hin,

1. dass Deutschland zu den Top-Five der Welt-Waffenexporteure avancierte; 2. dass Deutschland damit zu den Kriegsgewinnlern der Welt gehört; 3. dass mit deutschen Waffen Leid und Tod in jenen Ländern erzeugt wird, deren Menschen nun zu uns flüchten und um Asyl bitten; 4. dass Deutschland zu jenem Land beste Kontakte unterhält, das als Kernland des Extremstislam, in Form des WAHHABISMUS, bekannt ist: das Königreich Saudi-Arabien samt Königsfamilie Saud; 5. dass deutsche Bundesregierungen seit Jahrzehnten die verheerende Politik der USA, Großbritanniens und Frankreichs im Nahen / Mittleren Osten uneingeschränkt decken, um Erdölquellen zu sichern usw. usw.

Mit anderen Worten: Erst Länder zerbomben, weil man deren Rohstoffe 'will', und dann die so heimatlos gewordenen Bewohner / Menschen als Flüchtling herzlich empfangen und willkommen heißen und sich einer 'Willkommenskultur' rühmen ( ! ). Ja, das ist Humanität à la Europa.

Kurt Diedrich | Fr, 13. Januar 2017 - 14:12

Ich war bis vor etwa einem Jahr bei ZEIT-Online angemeldet, um Leserkommentare schreiben zu dürfen. Nachdem ich in den betreffenden Foren mehrmals meine Bedenken gegen die Merkelsche Willkommenskultur (in freundlichem Ton und ohne beleidigend zu sein) geäußert hatte, wurde ich aus dem Forum 'rausgeworfen. Seitdem ist dieses Blatt für mich gestorben, auch wenn der Chef jetzt Reue zeigt.

Ralf Müller | Fr, 13. Januar 2017 - 16:42

Mir kommen die Tränen, wie er sich seinen Wahn schön redet. In meinem Umfeld - alles wohlhabende kapitalisten - schlug jeder die Hände überm Kopf zusammen. Das zeigt, wie gespalten dieses Land von Anfang an war. Auf der einen Seite die Bahnhofsklatscher von linksgrün sowie die "Beseelten" wie diLorenzo, auf der anderen Seite die Realisten und Rechner, die in Erfolgsbilanzen denken. Kein Land hat eine so negative Erfolgsbilanz bei Zuwanderung wie wir. Bedeutet: Die Kosten der Zuwanderung übersteigen den Nutzen um eine x-faches. Warum? Weil wir die falschen Leute holen. Statt Spitzenkräfte aus entwickelten Ländern zu holen, locken wir Anapfabeten aus der dritten Welt an, die nichts außer dem Islam im Gepäck haben.

Winfried Fluhrer | Sa, 14. Januar 2017 - 09:24

Was ist nur aus Cicero geworden?
In den ersten Jahren ein gutes Magazin, heute ein
überhebliches, besserwisserisches Blättchen, das bald dem Schicksal der Grünen folgen wird, d.h.
überflüssig.

Bernd Briele | Sa, 14. Januar 2017 - 10:03

Nun ja, sehr geehrter Herr Di Lorenzo - jedem von uns sollte das Recht zugestanden werden, persönliche Fehleinschätzungen zu erkennen und zu korrigieren. Und auch dazu zu stehen. Was allerdings die ZEIT unter Ihrer und Herrn Joffes Ägide betrifft, so kommt einem als kritischer ehemaliger Leser dieses gewesenen Qualitäts-Blattes schon fast zwangsläufig ein Zitat aus Schiilers "Bürgschaft"in den Sinn:»Zurück! Du rettest den Freund nicht mehr,So rette das eigene Leben!"...

Anton Butz | So, 15. Januar 2017 - 13:32

Meine Hochachtung: besser spät als nie. Schade nur, dass dies bei ZON nicht möglich ist - sondern nur das Gegenteil ....

Torsten Knecht | So, 15. Januar 2017 - 16:21

Haltung wäre, wenn der Selbstkritik eine Verhaltensänderung o. Handlung folgt, die das unterstreicht.

Weder Merkel noch die meisten Medien machen dies. Trotz der Vorkommnisse wird über effektive Wirkungsbekämpfung gesprochen als einfach mal die originären Aufgaben des Staates zu erfüllen, wie den Schutz der Bürger innen wie von außen.

Auch medial wenig Helikopterperspektive statt dessen Ablenkung mit Froschperspektive o. Nebensächlichkeiten im Sinne der Political correctness. Selbst die Propagandafloskel "Wir schaffen das." - wurde nicht kritisch hinterfragt.

Wahrlich eine Sternstunde des schlechten Journalismus.

Torsten Knecht | Mo, 16. Januar 2017 - 12:37

Eine Misere hat Herr di Lorenzo völlig außen vor gelassen: Die ungleiche Solidarität mit den F.

Sprachkurse, Integrationskurse, Grundsicherung, Miete werden vorrangig aus Töpfen finanziert in die vor allem Arbeitnehmer einbezahlt haben.
Außerdem werden anerkannte F. von Amts wegen in Wohnungen untergebracht, wie KoWo o. WBG, die den ärmeren Deutschen nicht mehr zur Verfügung stehen. Und drittens: Nehmen die F. ganz selbstverständlich auch die Tafeln in Anspruch. Auch hier Verteilungskampf.

Es geht nicht um diffuse Ängste sondern um den Verstoß des Solidaritätsprinzips bis hin zur Diskriminierung der eigenen Bevölkerung dank pol. Lobby für die Flüchtlinge. Merkel lädt ein u. bezahlen darf der, der die Einladung nicht ausschlagen kann.

All das hätte längst politisch anders gelöst werden können. Aber wenn diese Schieflage medial ausgegrenzt wird, dann bleibt der Druck auf Merkel aus. Deshalb AfD, Pegida, CDU/SPD Wahlschlappe usw.

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