Demokratie - Populistischer Antipopulismus

Kolumne: Grauzone. Populismus gilt vielen als antidemokratisch. Dabei lassen sich das Gleichheitsversprechen des Wohlfahrtsstaates und die Illusion der Volksherrschaft nur populistisch aufrechterhalten. Vereinfachung und Polemisierung sind somit keine Fremdkörper, sondern notwendiger Bestandteil der Demokratie

Fans von Werder Bremen halten ein Banner mit der Aufschrift „Gegen dummen Populismus kämpfen. Aber Höcke-Diss verbieten. Ernsthaft Werder?“
Zwischen gutem und bösem Populimus zu unterscheiden, ist ein Selbstbetrug des Systems / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Im Dezember 2014 erschien der von ihm herausgegebene Band „Religion. Facetten eines umstrittenen Begriffs“ bei der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig.

So erreichen Sie Alexander Grau:

Alexander Grau

Demokraten müssen Populisten sein. Zumal in Zeiten des Wahlkampfes. Und die meisten sind es auch. Kein ordentlicher Demokrat hierzulande möchte jedoch Populist genannt werden. Schlimmer noch: Der Populist gilt vielen als die Inkarnation des Antidemokraten. Das ist nicht nur lächerlich, sondern zeugt von einem tiefen Missverständnis der modernen Massendemokratie.

Denn diese ist, historisch gesehen, ein Kompromiss der drei beherrschenden Ideologien des 19. Jahrhunderts: des Sozialismus, des Liberalismus und des Konservativismus.

Vom Liberalismus erbte die moderne Massendemokratie den Gedanken vom Selbstverwirklichungsrecht des Individuums. Vom Sozialismus übernahm sie die Vorstellung, dass diese Selbstverwirklichung vor allem in Form des Konsums und eines egalitaristischen Materialismus zu realisieren sei. Die Idee, dass dieses Anliegen durch einen starken paternalistischen Staat garantiert werden müsse, ist das Relikt des Konservativismus.

Ungleichheit ist vorprogrammiert

Das Ergebnis dieser Gemengelage ist der Wohlfahrtsstaat postindustrieller Prägung, der im Namen des Allgemeinwohls die Lebensführung seiner Bürger zu reglementieren versucht und unter dem Banner der Gerechtigkeit das materiell Wünschenswerte in den Status von Grundrechten erhebt.

Die diesem Gebilde zugrunde liegende Gleichheitsideologie gerät jedoch schnell an ihre systembedingten Grenzen. Denn nicht alle natürlichen Unterschiede zwischen den Menschen lassen sich nivellieren, und nicht alle Wechselfälle des Lebens lassen sich kompensieren. Ungleichheit ist somit vorprogrammiert.

Herrschaft einer Funktionselite

Zudem sind Massendemokratien notwendigerweise repräsentativ. Aus diesem Grund bildet sich zwangsläufig eine Elite aus gehobenem Beamtentum und Politfunktionären. Die repräsentative Demokratie ist daher keine Volksherrschaft, sondern eine um Volk geduldete und in Wahlen bestätigte Herrschaft einer Funktionselite.

Doch weder das Herausbilden dieser Elite noch die natürlichen Unterschiede zwischen den Menschen entsprechen dem egalitaristischen Selbstbild der Massendemokratie. Beides wird als Skandal empfunden. Also gibt sich die Elite volkstümlich und bürgernah. Und Ungleichheiten werden sozialstaatlich kompensiert.

Privilegien für alle

Entsprechend verzichtet die Funktionselite weitgehend auf Attribute der Herrschaft. Die Massendemokratie gibt sich prosaisch. Das bedeutet jedoch nicht, dass es in ihr keine Privilegien gibt. Im Gegenteil. Die Privilegien für wenige werden lediglich ersetzt durch das „Privileg für alle“, wie es der Philosoph Peter Sloterdijk so schön genannt hat. Das ist die Zauberformel des Sozialstaates. Hier setzt der systemimmanente Populismus an: Alle sollen privilegiert sein. Keiner darf zurückbleiben.

Analog dazu ist der ideologische Sehnsuchtsort der egalitaristischen Massengesellschaften die Mitte. Denn nur die Mitte garantiert jene Gleichheit, die das Versprechen der Wohlstandsdemokratie ist. Sie ist die neue universale Klasse einer Gesellschaft, die klassenlos sein will. Das ist ihre populistische Vision.

Die Mitte ist links

Das bedeutet selbstredend nicht, dass die „Mitte“ tatsächlich in der demoskopischen Mitte der politischen Landschaft liegt. Was Mitte ist, ist vielmehr systembedingt vorgegeben: Sie liegt dort, wo der staatliche Paternalismus uneingeschränkt bejaht wird: also links von der Mitte.

Dennoch fehlt der postmodernen Massendemokratie aufgrund der Pluralisierung der Gesellschaft ein normatives Bindeglied, das über reine Versorgungsansprüche hinausgeht. Mitte zu sein, reicht allein dafür nicht aus.

Identitätsstiftendes Feindbild der zeitgenössischen Massendemokratie wird somit alles, was außerhalb der imaginierten Mitte vermutet oder als solches dargestellt werden kann. Deshalb gehört das Schwingen mit der Faschismus-Keule oder die Unterstellungen rechten Gedankengutes zu den Selbstvergewisserungsritualen der Massendemokratie.

Populismus ist notwendig für Demokratie

Kurz: Der Populismus ist kein Fremdkörper der postindustriellen Demokratie, sondern ihr notwendiger Bestandteil. Er hält ihr Gleichheitsversprechen rhetorisch am Leben. Zugleich gehört es zur ihrer Identitätsbildung, zwischen einem erlaubten linken und einem nicht erlaubten rechten Populismus zu unterscheiden.

Der populistische Antipopulismus und die einfältige Unterscheidung zwischen dem eigenen guten Populismus und dem bösen Populismus der anderen, wie ihn SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz eindrucksvoll pflegt, ist somit systembedingter Selbstbetrug. Doch das macht ihn nicht weniger gefährlich. Denn er autorisiert geradezu den Paternalismus, der der Massendemokratie innewohnt.

Josef Garnweitner | Sa, 11. Februar 2017 - 11:25

Sie wissen, daß ich Sie sehr schätze. Deshalb darf ich auch mal ein bißchen kritisieren.

Grade von Ihnen hätte ich nämlich nicht erwartet, daß Sie den Begriff "Elite" gleich so falsch anwenden. "Elite" bedeutet nämlich noch immer "Auslese der Besten"

Und daß das gehobene Beamtentum und die Gilde der Politfunktionäre zur Auslese der Besten gehören? Schön wär´s, wäre es denn so. Aber da sind massive Zweifel berechtigt.

Thomas Robert Rausch | Sa, 11. Februar 2017 - 11:40

Sozialstaat und Mittelstand, Funktionselite etc. das sind alles Begriffe über die Menschen in der Zukunft möglicherweise nur noch in Geschichtsbüchern lesen werden.
"Elite" ist ein dehnbarer Begriff. Was wir gerade jetzt erleben ist die Entwertung von Eliten, vergleichbar mit der Entwertung des Adels nach dem Ersten Weltkrieg. Der Akademiker reduziert zum klammheimlichen Harz IV Aufstocker, der an einer Uni Vorlesungen hält, und dann wieder der vermeintliche Analphabet, der sich im digitalen Zeitalter via You tube ein kleines Vermögen erwirtschaftet. Die Grenzen verschwimmen und erinnern an jene Adligen die man nach der ersten Weltkrieg irgendwo in NewYork als Putzfrau wieder finden konnte.
Eine beispiellose Zäsur der Besitzstände findet statt, und es sind die Eliten die alles tun, um ihre eigenen Besitzstände mit allen Mitteln bewahren möchten. Wir wissen nicht wo wir ankommen werden.Ein Ende dieser Technischen Revolution ist aber nicht absehbar. Und wir sind mitten drin.

Möglicherweise muss sich die Elite mit den Populisten über ihre zukünftigen Alterbezüge im Landtag von Baden-Württember einigen ? Trotz massiver Diätenerhöhung und kräftiger Zulagen für die Altersicherung im Jahr 2008 droht diesen Eliten die "Altersarmut".

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.nach-aussicht-auf-volksantrag-…

Cecilia Mohn | Sa, 11. Februar 2017 - 11:50

Danke, Alexander Grau, für diesen erfrischend ehrlichen Artikel. Meine Güte, wenn es CICERO nicht gäbe, wie einfältig wäre dann die Medienlandschaft. Wie lächerlich, dass angebliche Demokraten das Unwort Populisten - als Schimpfwort gegen Andersdenkende - erfunden haben und sich damit selbst gewissermaßen ad absurdum führen. Selten so gelacht - wenn`s nur nicht so traurig wäre.
Wie aber nun den Ausweg aus der Sackgasse finden und gestalten?
Cecilia Mohn

Roland Mock | Mo, 13. Februar 2017 - 15:39

In reply to by Cecilia Mohn

Liebe Frau Mohn: indem man das verkopfte und pseudointellektuelle Gequatsche dieser weltfremden, vorgeblich "intellektuellen Elite" einfach ignoriert und sich die durch Sie degenerierte Sprache zurückerobert.

Ihr Vorwurf der degenerierten Sprache, geehrter Herr Mock, wiegt schwer, aber er ist nachvollziehbar und ernst zu nehmen. Es ist oft außerordentlich schwierig, komplexe Tatbestände in ihrer Tiefgründigkeit sprachlich exakt zu beschreiben. Dennoch muss der Schreiber stets darum bemüht sein, den Leser an seinen Gedankengängen teilhaben zu lassen und dazu bedarf es einer gemeinsamen sprachlichen Ebene. Nicht immer dienen vermeintlich kreative Wortschöpfungen dem originären Ziel der Verständigung. Man muss Ihrem, zugegebenermaßen heftigen, Vorwurf des verkopften intellektuellen Gequatsches nicht unbedingt zustimmen. Ihr Vorwurf sollte aber anderseits durchaus zum Anlass genommen werden, zu prüfen, ob Sprache - was sie tun sollte - verbindet oder nicht ungewollte Distanz schafft. Wenn Sprache nicht nur punktuell als elitär empfunden wird, besteht Klärungsbedarf.

Es geht, verehrter Herr Streeb, nicht um elitär oder einfach. Es geht um gezielte, systematische ideologische Umdeutung von Begriffen durch (vornehmlich linksgerichtete) Ideologen. Und einiges, so z.B. die Genderideologie, hat schon degenerative Züge. Allein: Es bedürfte mehr als 1000 Zeilen, um das hier so richtig schön auseinanderzunehmen. In jedem Fall: Danke für den response.

Jürgen Streeb | Fr, 17. Februar 2017 - 19:07

In reply to by Roland Mock

Sie haben recht, Herr Mock. Der hier zur Verfügung stehende Raum reicht nicht aus, die Thematik umfassend zu erörtern. Vielleicht noch so viel: Sprache ist ein vielschichtiges, mächtiges Werkzeug. Sprache kann, wie Sie schreiben, eine systematische, ideologische Umdeutung von Begriffen intendieren, was wir oft genug erleben. Sprache kann Sachverhalte dramatisieren oder bagatellisieren, je nach Gusto. Sprache kann manipulieren, den Blick verstellen. Ich denke da beispielsweise an Herrn Streich, der im Mordfall von Freiburg den Täter als "Bub" bezeichnete. Viele, sehr viele weitere Beispiele ließen sich noch anführen. Mir persönlich ist wichtig, dass Sprache ehrlich bleibt, verbindet und nicht ausgrenzt. In den Kommentaren hier in diesem Forum sehe ich uns auf einem guten Weg.

Sepp Kneip | Sa, 11. Februar 2017 - 12:15

Ja, das ist Populismus, den Willen des Volkes, des Bürgers zu ergründen und danach zu handeln. Wer das tut, wird oft verachtet, da des Volkes Wille nicht immer mit dem der regierenden "Elite" übereinstimmt. Daher hat die "Elite" die Linie der Political Correctness erfunden, mit der sie vorgibt, was Wille des Volkes sein soll. Wer diese Linie nicht beachtet und dies auch kundtut, weil diese Linie nicht den Volkswillen wiedergibt, ist ein Populist. Da er sich aber gegen das Establishment stellt, ist er böse. So ist Populist zu einem Schimpfwort gemacht worden. Um das noch zu steigern, wurde das Wort Rechtspopulist kreiert. Alle, die anderer Meinung sind als unsere Regierenden, sind böse Rechtspopulisten. Interessant wird es, wenn die Regierenden ihre Meinung ändern und plötzlich das machen, was sie den Rechtspopulisten vorgeworfen haben. Sind sie dann auch Populisten? Natürlich, nur keine Rechtspopulisten mehr. Die "Eliten" haben Political Correctness einfach ihrem Populismus angepasst.

Reiner Jornitz | Sa, 11. Februar 2017 - 12:44

Wie wäre es denn, wenn einmal alle Funktionseliten und aktuelle linke Denker kalt geduscht würden, das dieses hick-hack sich wieder in verantwortungsvollen gesunden Menschenverstand wandelt. Oder wie Asterix zu sagen pflegte: Ich glaube die Römer die spinnen"!

Horst Joeckle | Sa, 11. Februar 2017 - 13:06

Mich stört bei der Debatte hauptsächlich die durch die Linken hysterisch getriebene kulturelle Einseitigkeit, gerade bei den Staatsmedien.

Bei Anne Will darf eine Burka sprechen, aber kein Rechtsextremer? Warum? Wie soll man wissen, was ein guter Rechter ist, wenn man keine rechtsextreme Position zu hören bekommt? Und wie soll man wissen, was liberal ist, wenn man die rechte Seite nicht zu hören bekommt?

Und mich stört der klaffende Doppelstandard der Kulturelite. Wenn der aufgeklärte Westen christlicher Tradition weltweit die Sklaverei beendet hat und heute noch weltweite Missionen tätigen muss, wieso dürfen wir dann keine Leitkultur im eigenen Land vertreten?

Christa Wallau | Sa, 11. Februar 2017 - 13:09

Sie bringen es wieder auf den Punkt, lieber Herr Grau:
1. Populismus ist notwendig für jede Demokratie und als solcher weder böse noch gut, sondern systemimmanent.
2. Da das Gleichheitsversprechen (Linke Schimäre!) des paternalist. Staates in der deutschen Demokratie inzwischen aber auch zum System gehört, gilt linker Populismus bei uns als gut, rechter Populismus dagegen n i c h t , weil er dezidiert U n t e r s c h i e d e bei den Ansprüchen der Bürger macht, wenn auch n i c h t bei der Gleichheit vor dem Gesetz.
3. "Deshalb gehört das Schwingen mit der Faschismuskeule o. die Unterstellungen rechten Gedankengutes zu den Selbstvergewisserungsritualen der Massendemokratie." (Besser kann man es nicht ausdrücken, Herr Grau!)
Der empörte, selbstgefällige Protest gegen die AfD, wie wir ihn gerade wieder in Münster erlebten (Bündnis Kirche/Gewerkschaften / Geschäftsleute usw.) steht exemplarisch für die gefährliche Einseitigkeit, welche die politische Lage in D
schon lange kennzeichnet.

Peter Hofstetter | Sa, 11. Februar 2017 - 13:41

...Fußsoldaten der herrschenden Polit- und Medienkaste sich in anderen Bereichen als Unterstützer "aus der Bevölkerung" gebärden und Kirche und Sport als Hilfsressourcen für die Regierung benutzen wollen.

Wie war noch mal die Definition von Totalitarismus?
Die Durchdringung aller Lebensbereiche des Menschen mit einer bestimmten Ideologie.

Ein klarer Missbrauch des Sports, um Kritik an der verantwortungslosen Regierungspolitik zu bekämpfen.

Holger Stockinger | Sa, 11. Februar 2017 - 13:46

Der Nichtwähler hat bereits höheren Prozentwert als der Stammtischwähler.

SPD verspricht ein Meer an Gerechtigkeit und Genossin Merkel das Blaue vom Himmel.

Von Links bis CSU könnte es einem vorkommen, als lebten wir wieder in einer "Deutschen" Demokratischen sogenannten Republik.

Roland Mock | Sa, 11. Februar 2017 - 15:30

Diese selbstverständliche Gleichsetzung von "Populismus" mit seiner rechten, ergo "bösen", Variante reiht sich in erprobte Methodologie ein: Linksideologen okkupieren Begriffe, um sie dann als rhetorische Kalaschnikoffs gegen alle, die nicht ihrer Meinung sind, zu wenden. Am perfidesten finde ich die Verwendung des Begriffes "rechts" : Während Linke ihre Gesinnung unaufgefordert jedem auf die Nase binden und sich stolz auch als "links" bezeichnen, setzen sie "rechts" gleich mit rechtsextrem, rechtsradikal etc. Am besten gleich mit "Nazi". Und nahezu alle Medien und Politiker machen das mit: "Rock gegen rechts", gegen "rechte Gewalt" (Maas) usw. usw. Gleichbedeutend wäre, umgekehrt alle Linke für Kommunisten, Bombenleger der RAF oder Pflastersteinwerfer zu halten. Ich reagiere in Diskussionen mit Linken da inzwischen auf meine Weise: Wenn sie sagen, ich sei ja ein Rechter, antworte ich: Und ob, mein Lieber. Wenn rechts das Gegenteil ist von dem was du so zusammenquatschst: mit Freuden!

Christop Kuhlmann | Sa, 11. Februar 2017 - 16:10

Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‹Ich bin der Faschismus›. Nein, er wird sagen: ‹Ich bin der Antifaschismus›.» Ignazio Silione 1900 - 1978

Ursula Schneider | Sa, 11. Februar 2017 - 17:34

doch das Hauptproblem unserer repräsentativen Demokratie scheinen mir weniger die populistischen Gleichheits-, Wohlstands- und Demokratieversprechen zu sein, sondern eher die mangelnde Kontrolle der Elite aus gehobenem Beamtentum und Politfunktionären, die inzwischen zu einer neuen Klassengesellschaft geführt hat. Es reicht eben nicht, wenn sich diese "Elite" volkstümlich und bürgernah gibt, von sozialer Gerechtigkeit faselt und Ungleichheiten "sozialstaatlich kompensieren" will, wie Sie schreiben. Der Abstand zu den Privilegierten ist schon viel zu groß.

Wenn ein Martin Schulz mehr als die Bundeskanzlerin verdient, monatl. rd. 18.000 € steuerfrei an Zuschlägen kassiert (unabhängig v. Arbeitsaufwand) und damit die Selbstbedienungsorgie der Politiker "auf die Spitze treibt" (v. Arnim), dann ist etwas gewaltig faul bei uns.

Leider wird das weder von der Presse thematisiert, noch gibt es Hoffnung auf eine Änderung von oben. Wer sägt schon an dem Ast, auf dem er so kommod sitzt ...

Harro Meyer | Sa, 11. Februar 2017 - 17:35

Sehr mutig, Herr Grau, endlich mal einer, der den kleinkarierten Demokraten mal das Recht streitig macht, ganz normalen Worten, nur weil sie irgendwie ihrem unbewältigten Demokratieverständnis im Wege stehen, den Rang des bekannteren Wortes (A.loch) zu unterschieben wobei sich sogar Journalisten exhibitionieren, Peinlich, peinlich für dir Journaille.

Ruth Müller | Sa, 11. Februar 2017 - 18:48

Dem ist nichts hinzuzufügen.
Danke Herr Grau - so ist es.

Die die das erkannt haben, aber jetzt wieder verzweifelt-aufgeregt Vorzeichen setzen wollen - sind keine Populisten sondern Demagogen.

Willi Mathes | Sa, 11. Februar 2017 - 19:08

Gut so, Herr Grau !

Populismus ist nicht Schubladendenken zu deuten, "Schwarz" oder " Weiß" sondern hier sind akzentuierte " Grautöne " gefragt. Wenn man sich daran gewöhnt hat, ist Grau eine wunderschöne Farbe !

Danke !

Jürgen Streeb | Sa, 11. Februar 2017 - 19:20

Sehr geehrter Herr Grau,
Habe Ihren Artikel jetzt mehrfach gelesen und ich muss gestehen, dass ich mich schwer damit tue. Das liegt in erster Linie an der verwendeten Begrifflichkeit. Ihre Gedanken kreisen um die Begriffe "Populismus" beziehungsweise "populistisch". Es sind Begriffe, die in der derzeitigen politischen Auseinandersetzung von unterschiedlichen Lagern in Beschlag genommen werden, unterschiedliche Deutungen erfahren und nicht selten als Totschlagsargumente verwendet werden. Eine Präzision des Gemeinten findet kaum je statt. Was also ist im jeweiligen Kontext konkret Populismus? Wir erinnern uns, dass, wenn zwei das Gleiche sagen, es längst nicht immer dasselbe ist. Wenn dann noch die Unterscheidung zwischen gutem und schlechtem Populismus getroffen wird, ist die Verwirrung vollkommen. Um die provokante Überschrift Ihres Artikels verstehen zu können, müsste meines Erachtens zuerst eine exakte Begriffsklärung erfolgen.

Reinhard Frank… | Sa, 11. Februar 2017 - 20:36

zum Thema: schauen Sie sich Videos von/über Milo Yiannopoulos an. Nach 5 Stück spätestens ist klar, daß die Trump-Hysterie hierzulande fehlläuft. Das ist ganz klar eine neue Richtung, eine neue Gegenbewegung gemäß dem alten Gesetz von Aktion/Reaktion entstanden.
Selbst wen Trump und seine Mannschaft über Nacht durch ganz ganz tolle böse Titelbilder verschwinden würde, ist das nicht mehr zu stoppen.
Es gab die Zeit des Populismus, in dem man nicht über die Rottenham Riots redete, geschweige den, sie verhindert hätte - und dafür über 66 Geschlechter und die notwendigen Toiletten ernsthaft empört redete.
Nun dreht die Gegenaktion auf. Und der ganze Empörungspopulismus bricht in sich zusammen. Demaskiert sich in ehemalige Profiteure, die komplett intolerant sind.
White Trash. Populisten. Nazis (großartiger Vorwurf bei einem schwulen Juden wie Milo) - und die Freedom of Speach ist beendet.
Und dennoch, nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.

Patrick Feldmann | Sa, 11. Februar 2017 - 21:37

Konsumismus die Illusion entzogen, Volk substituieren zu können. Vor allem aber haben Sie hier den Gestus des Sakrosankten, den viele unserer Demokratie gerne anhängen wollen, durch die Offenlegung der Wurzeln das Bein gestellt: es bleibt die Demokratie als Notdurft! Und es bleibt die Frage, warum man nicht die gemeinsame Basis weg von der Konsumgesellschaft hin zur gebildeten Gesellschaft, deren Gleichheit die Verschiedenheit verträgt, verschieben kann.

Eine Demokratie ohne Volk (Populus) ist eben ein Oxymoron. Die Populismuswarner sind recht paradox sowohl die größten Anti-Demokraten als auch darin selbst wieder populistisch bemüht. Aber zu wem wollen sie sprechen, wenn sie den Adressaten, das Volk, als "Pack", als "Mishpoke", als "Dunkeldeutsche" etc. ad libitum , - mit Stinkefinger zu diskreditieren versuchen?!
An den Schulz-Adepten sieht man, daß etliche nicht begreifen, wie konstitutiv das Volk ist und wie scheindemokratisch seine derzeitigen "Vertreter".

Hans Page | So, 12. Februar 2017 - 09:07

Vielleicht sind die Governance Mechanismen des 19. Jhdts überholt und man muss zurück ans Reißbrett, erst um zu analysieren welche alternative Mechanismen zur Verfügung stehen um komplexe multi-kulturelle Gesellschaften mit vielen sozialen Schichten und Gegensätzen im Interesse der Bevölkerung zu regieren und verwalten. Der 2. Schritt wäre ein Neu-Design der Governance das niemanden ausschließt und Nachteile minimisiert. Populismus - oder das Hören der Volksstimme - müsste Teil des Systems sein allerdings um seine demagogische Komponente bereinigt. Mix von direkter und repräsentativer Demokratie ist vielleicht die Lösung, und würde den Denkzettelcharakter von Wahlen ausschalten und den Fokus auf Selektion von kompeteten Governance"Verwaltern" anstelle von Slogans richten. Vielleicht ist sogar das Konzept der Parteiendemokratie veraltet und entspricht nicht mehr den Bedürfnissen da es darauf abzielt eine Kaste von "Spezialisten" heranzuziehen für die Politik Selbstzweck ist.

Jürgen Lamprecht | So, 12. Februar 2017 - 10:14

Der Politiker, der ernsthaft die Interessen des ihm anvertrauten Volkes vertritt, darf 'Populist' genannt werden. Alle anderen 'Egoist'.

Gabriele Bondzio | So, 12. Februar 2017 - 10:25

in der populistische Vision der Gesellschaft. Indem eine Gruppe aufgewertet wird, fühlt sich eine andere Gruppe abgewertet. Eine Strategie, welche eher dazu dient, keine Einigkeit im Volk aufkommen zu lassen. Grüppchen und Gruppen lassen sich besser regieren. Mich erstaunt es immer wieder, dass man mit ganz billigen Maschen, z.B Schulz-"Ich bin einer von Euch", auf Dumm fang geht und (zumindest zeitweise) Erfolg damit hat. Jeder halbwegs politisch-gebildete Bürger kann heutzutage das Wirken und Weben von Personen, auch außerhalb von DE nachvollziehen. Brüssel ist nicht aus der Welt. Da ist doch der Wunsch der Vater des Gedankens bei vielen Zeitgenossen. Aber vordergründig im Denken steht auch der Spruch: "Egal ob Sturm oder hohe Wellen, die Show muss weitergehen."

Hermann J Stirken | So, 12. Februar 2017 - 12:07

In der gegenwärtigen Zeit gewinnt man den Eindruck, die Eliten unterschiedlicher Meinung haben einen Konsens gefunden: Keine Meinungen zu zulassen, die ihre Macht gefährden könnten. Abweichende Meinungen werden nicht diskutiert, sondern mit dem Stempel des Populismus gebrandmarkt. Ich glaube, dass der momentane Volkswille von dem Mainstream immer mehr abweicht. Ob das den Brexit betrifft, die Flüchtlingsfrage oder die Zukunft der EU. Ist Freiheit nicht die Freiheit des Andersdenkenden? In den Augen der Eliten nicht. Da werden Menschen als Gesocks, Rechtspopulisten oder gar ärger bezeichnet. Resultat: Andersdenkende Politiker haben Auftrieb. Dabei zeigen sich unsere deutliche Schwächen: Ob dies in der Annahme von Montblanc Stiften oder der Beschäftigung von Familienmitgliedern besteht. Diese Schwächen beschleunigen den Verdruss der Bürger noch mehr. Auch eine BK, die nach 3 Amtsperioden nicht abtritt, obwohl der Bürger erkennbar einen Wechsel will, bestärkt diese Entwicklung.

Hermann J Stirken | So, 12. Februar 2017 - 12:27

Da wechseln Politiker, die nicht unbedingt durch Weisheit aufgefallen sind, unmittelbar in Vorstände großer Unternehmen, Koch, Profalla. Kein Aufschrei geht durch die Reihen. Auch die Linken, vermeintlich das gute Gewissen des kleinen Mannes, schweigen. Moralisch sind diese Eliten ausgebrannt. Es Bedarf eines Neuanfanges ohne Tabus: Wie gestalten wir Europa, wer muß die EU verlassen. Wieviele Flüchtlinge beherbergen wir wie lange. Wenn diese Fragen nicht ergebnisoffen diskutiert werden, werden Kräfte wach, die die Läder der EU nicht brauchen. Das Erreichte, Demokratie, EU, Euro ist erhaltenswert. Es wäre schade, wenn dies durch unbedarfte Führung verspielt würde. Deshalb brauchen wir Eliten , die unabhängig von den strategischen Interessen der USA, ausschließlich die Interessen der EU Bürger vertreten. Und wenn Griechenland den Euro verlassen muß, dann mag dies so sein. Dies mögen EU Volkswirte diskutieren und keine Finanzminister oder IWF Chefin , der/die Jurist/in sind.

Peter Bigalk | So, 12. Februar 2017 - 13:28

Sehr gut auf den Punkt gebracht! Den Gipfel des paternalistischen Gleichheitsdogmas habe ich als "Sozialismus" selbst erlebt. War nicht schön und ist zu Recht gescheitert. Leider leben die Untoten in Form von Linkspartei und ANTIFA usw. noch...

Bingo de Gorona | So, 12. Februar 2017 - 15:26

ein schönes und wahres Wort und dazu paßt OIrbáns Rede von heute: Ungarn gewährt jeden Flüchtling Zuflucht aus Holland, Frankreich, Polen, Italien, Christen, Menschen, die hier Europa wiederfinden wollen oder ihren Heimat verloren haben. Die Anderen können aus dem Lager in Lybien selbst Menschen auf eigenen Kosten abholen. Wenn noch das Deal mit Lybien noch gilt, denn Putin will das nicht, so lange wir den noch sanktionieren....

Dr. Lothar Sukstorf | So, 12. Februar 2017 - 18:42

Ich stimme uneingeschränkt zu. Kompliment zu dem Artikel! Funktionseliten... mit der Definition/Usurpation der Mitte, wie von Merkel seit 2005 propagiert ... was ausreichte, um ihr den Erfolg zu sichern; ist es seit 2013, schärfer konturiert, seit ihrem grössten Fehler im September 2015, allmählich vorbei. In der politischen Praxis haben wir es dann mit solchen Rednern, wie Gauck, Lammert und anderen zu tun, die das Hohe Lied auf die repräsentative Demokratie singen und sich dabei verlieren, eine simple Form unserer Verfasstheit(nicht mehr und weniger ist Demokratie nämlich), quasi eschatologisch zu überhöhen. Wem dient und hilft es? Dem Volk? Nein! Es ist nur ein Echo in der Medienwelt, für die diese Reden gehalten werden. Und sie dienen als "Stützkorsett" innerhalb der Funktionseliten, so wie man hin und wieder Erinnerung benötigt, um sich auf das Wesentliche zu besinnen. Gegenwärtig erlebt der Begriff "Anti" eine Erstarkung...Anti-Trump...Anti-Afd...Anti-Pegida, Anti-Populismus..

Dr. Rainer Berger | So, 12. Februar 2017 - 19:10

Lieber Herr Grau, Gratulation zu dem tollen Artikel, dem ich grundsätzlich zustimme, auch wenn ich Ihr Axiom nicht teile: "Zudem sind Massendemokratien notwendigerweise repräsentativ." Es gibt ja die eine Ausnahme, sie ist seit 200 Jahren - im Gegensatz zu den repräsentativen Demokratien - an keinem Krieg mehr beteiligt, hat den höchsten Lebensstandard weltweit, ist von haus aus und nicht qua Einwanderung multikilturell und dennoch ein funktionierender Sozialstaat. Und sie ist ein Flächenstaat mitlerer Größe. Das alles ist trotz direkter Demokratie auf faszinierende Weise seit langem möglich: Die Schweiz.

Ralph Barthel | Mo, 13. Februar 2017 - 06:03

Da würde ich aber ein Fragezeichen setzen.

Es wird Zeit das wieder klar, offen und ehrlich gesprochen wird. Dies ist besonders von den sogenannten "Volksvertretern" zu verlangen. Wer als solcher nicht in der Lage ist sich daran zu halten, sitzt auf dem falschen Platz.

Z.B müssen wir alle akzeptieren, das es nie wieder Vollbeschäftigung geben wird ( was für alle Länder gilt ). Wer dies verschweigt, ist ein populistischer Schwätzer oder gar Lügner. Und dies soll zur Demokratie gehören?

Probleme dieser Art müssen endlich mal auf den Tisch gepackt werden. Im Klartext: es müssen auch alternative Gesellschaftsformen entwickelt und zur Debatte gestellt werden. Aber ohne unseren Ober-Populisten, die dann nur ihre alternativlosen Keulen rausholen.

Wo sind die politischen "Start-Up"? Ich meine die alternativen.

Bernhard Jasper | Mo, 13. Februar 2017 - 11:00

Herr Grau, die ausgewählte Illustration (Abbildung/Foto) zu Ihrem Beitrag zeigt einen privaten Raum (Fußballstadion), im Gegensatz zu öffentlichen Räumen. Soll man daran Ihr Publikumsbild als Autor erkennen?

Auch ist die „Mitte“ keine standesgemäße homogene Gruppe. Ebenso ist sie nicht lagespezifisch zu verorten (links der Mitte, rechts der Mitte). Die „Mitte“ ist immer dynamisch, hat etwas mit Auf- und Abstieg zu tun. Eher eine Kurve, die Fortschritt und Regress zeigt. Ebenso gibt es zahlreiche Verbindungen zu anderen „Klassen“ wie z.B. die Erwerbstätigkeit.

Die „Mitte“ liebt populärwissenschaftliche Texte, wie in Ihrem Beitrag.

Gunter Uerlings | Mo, 13. Februar 2017 - 11:40

Ihren Ausführungen zur missbräuchlichen Verwendung des Populismus-Begriffs als antidemokratische Verbalkeule kann ich nur beipflichten, ebenso wie mittels einer Gleichheitsideologie (zu Lasten der Freiheit) „unter dem Banner der Gerechtigkeit das materiell Wünschenswerte in den Status von Grundrechten“ erhoben wird. Beispielsweise das heute einklagbare Recht von Eltern auf staatlich subventionierte Abgabe ihres Kindes in Kitas (ohne Altersbegrenzung nach unten!). Ich verstehe, dass manche junge Eltern diese Transferleistung für wünschenswert halten; aber ich lehne es ab, dass dadurch das klassische Erziehungsideal, also die Betreuung von (unter) Ein- oder Zweijährigen durch einen Elternteil benachteiligt wird zugunsten einer einseitigen, vom Steuerzahler zwangsweise finanzierten staatlichen Bevorzugung der Fremdbetreuung. Das hier erkennbare Nudging-Prinzip zur Gängelung der Bevölkerung zum „richtigen“ Verhalten erfreut sich heutzutage - besonders auch in der EU - großer Beliebtheit.

Gunter Uerlings | Mo, 13. Februar 2017 - 11:46

Ihr Postulat „Zudem sind Massendemokratien notwendigerweise repräsentativ“ möchte ich dahingehend einschränken, dass in bevölkerungsreichen Ländern wie der Bundesrepublik sicherlich nicht ständig basisdemokratisch abgestimmt werden kann, wohl aber in seltenen wichtigen Richtungsentscheidungen (z. B. Zustimmung zu den EU-Verträgen, Einführung des Euro, Öffnung der Grenzen). Auch wenn nur ein Bruchteil von vielleicht 1% der wichtigsten Richtungsentscheidungen per Volksabstimmung getroffen würde, könnten diese wegen ihres grundsätzlichen Charakters die politische Grundausrichtung langfristig beeinflussen. Darüber hinaus würde schon der Umstand, dass eine Volksabstimmung „drohen“ könnte, das Gehör der Abgeordneten und des Kabinetts hinsichtlich des Volkes Willen ungemein schärfen.

Ralf Müller | Mo, 13. Februar 2017 - 14:08

Populismus ist nichts weiter als ein hässlicher Kampfbegriff des politischen Mainstreams gegen Andersdenkende, namentlich Konservative. Eigentlich würde man Letztere gerne als "Nazis" betiteln, traut sich das aber nicht, auch um sich nicht vollends lächerlich zu machen. Dann lieber Populist. Das grenzt aus, ohne zu sehr zu verletzen. Schließlich ist man ja Gutmensch. Inhaltlich ist es hohl, denn die Verpflichtung auf den Wählerwillen, sollte Politikern heilig sein. Nicht ihr (of zitiertes) Gewissen sollte sie leiten sondern der Wählerwille. Wofür bin ich gewählt worden? Um diese Frage sollte es gehen. Populisten redden nicht den Wählern nach dem Mund, sie tun, was die Wähler erwarten. Sie setzen Wahlversprechen um. Trump versucht es zumindest. Sollen wir ihn dafür schelten? Wie absurd ist das denn?.

Bernhard Jasper | Mo, 13. Februar 2017 - 14:45

Das jahrhundertelange geübte staatlich-religiöse Monopol der Durchsetzung bestimmter Wirklichkeitsmodelle und Wertesysteme kam im 18.Jahrhundert zum Ende. Die bürgerliche Öffentlichkeit entstand. Die sinngebenden Deutungen von Leben und Welt sowie die Erklärung von Enttäuschungen war jetzt Aufgabe von Spezialisten für das Allgemeine. Wahrheits-, Sinn- und Werteprobleme der Gesellschaft wurden auf das Individuum übertragen. Aus der Literatur entstand der Beruf des Journalisten.
Ein Journalismus mit dem Selbstbild, Hüter der kulturellen und gesellschaftlichen Normen und Werte und als Erzieher zu einer gemeinsamen öffentlichen Moral berufen zu sein, sieht sich ebenso als Kritiker und Kontrolleur mit entsprechenden Kommuikationsabsichten. Heute, in einer sich ausdifferenzierenden Gesellschaft, erleben wir zynische Beschreibungen und Behauptungen von Populisten aller Art. Es scheint dafür einen Special-Interest-Markt zu geben?

Karin Zeitz | Mo, 13. Februar 2017 - 17:06

hat gesagt man müsse "dem Volk aufs Maul schauen". Das machen unsere Politiker leider schon lange nicht mehr, statt mit klaren mit Worten zu reden schwurbeln sie leere Worthülsen daher. Ich kann sie auch nicht länger als "Elite" betrachten, denn mancher Studienabbrecher und Lernverweigerer mit großer Klappe hat sich zwischenzeitlich ein warmes Plätzchen in der Politik organisiert, wie man leicht mancher Vita entnehmen kann.

Patrick Feldmann | Di, 14. Februar 2017 - 22:31

In reply to by Karin Zeitz

denn dazu würde jenes kulturelle Kontinuum gehören, das sie gerade mit Hilfe etlicher Idioten zerstört hat.
Im Übrigen, entschuldigen Sie, daß ich Ihnen widerspreche, glaube ich nicht, daß Merkel erschrocken ist, über das, was sie angerichtet hat. Die Frau glaubt ja im Namen der Vorsehung aktiv geworden zu sein ("alternativlos").
Inhaltlich stimme ich Ihnen natürlich zu.

Torsten Knecht | Mo, 13. Februar 2017 - 18:48

Bsp.: Herrschaft einer Funktionselite ... hat Max Weber vor mehr als 100 Jahren schon analysiert.

Bsp.: Ungleichheit ist vorprogrammiert. Stimmt! Ein Gleichheitsgebot gab u. gibt es nämlich nicht (außer in der Kirche, vor Gott u. im Tod).

Bsp.: Privilegien für alle! = Grau meint soziale Mindeststandards wie Lohnhöhe, medizinische Grundversorgung ....Ohne die kein fitter AN, keine Steuereinn. usw.

Privilegien liegen immer über dem Durchschnitt Herr Grau. Wie die Bezüge des Ex-BP Wulff. Oder: 8 Jahre als Bürgermeister .... sofortige überd. Pension sicher usw.

Keine Gesell-form o. Wirts-form Herr Grau. Statt einer Marktwirtschaft haben wir Finanz- u. Monopolkapitalismus. Und diese beeinflussen den Gesetzgeber tagtäglich am Souverän vorbei. So sieht es aus.

Populistischer Antipopulismus - ohje. Da sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Dr. Lothar Sukstorf | Di, 14. Februar 2017 - 13:33

es ist die Rede von Funktionseliten. Wobei es mir ungemein schwerfällt, Claudia Roth, Hofreiter, Göring-Eckardt u.a.m. etwas elitäres zuzubilligen. Eliten bilden sich aufgrund eines Wettbewerbes; genau so wie Lammert es propagiert hat ...Demokratie lebt vom Wettbewerb um die besten Ideen...Wo lebt der gute Mann, denn? Jeder weiss, dass das Wichtige probouleutisch besprochen, entschieden wird; es herrscht nicht das Volk, sondern das "Hinterzimmer". Schwadronieren statt Wettbewerb um beste Ideen. Inflationärer Bezug auf die sogenannten "westlichen Werte" statt Ideen und Lösungen. Oder ganz einfach, falsche Politik betreiben, so dass dem deutschen Volk erheblicher Schaden zugefügt wird. Darüber hinaus, ich wüsste nicht, wo im GG steht, dass die Existenz des Staates Israel deutsche Staatsraison sei? Merkels Politik; konsequent angewendet, hieße nämlich, das wir dann gegen die Hamas und Hisbollah Krieg führen müssten. Man sieht, wie dumm es ist, einfach nur zu schwadronieren.

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns über jeden Kommentar und wünschen uns eine konstruktive Debatte. Beleidigende, unsachliche oder obszöne Beiträge werden deshalb gelöscht. Auch anonyme Kommentare werden bei uns nicht veröffentlicht. Wir bitten deshalb um Angabe des vollen Namens. Darüber hinaus behalten wir uns eine Auswahl der Kommentare auf unserer Seite vor. Um die Freischaltung kümmert sich die kleine Onlineredaktion von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr. Am Wochenende werden Forumsbeiträge nur eingeschränkt veröffentlicht. Wir danken für Ihr Verständnis.