Bundespräsident - Die Versteinmeierung der Politik

Kolumne: Schöne Aussicht. Frank-Walter Steinmeier wirkt als Bundespräsident wie ein Narkosearzt, der die verängstigte politische Klasse beruhigen will und soll. Die Welt von heute braucht aber aufgeweckte Geister

Bundespräsidenten-Kandidat Frank-Walter Steinmeier (SPD) gibt am 31.01.2017 in Düsseldorf im Landtag ein Statement ab.
Frank-Walter Steinmeier: Konsenspolitiker aus der Zeit der Alternativlosigkeit / picture alliance

Autoreninfo

Matthias Heitmann ist freier Publizist und Autor des Buches „Zeitgeisterjagd. Auf Safari durch das Dickicht des modernen politischen Denkens“ (TvR Medienverlag Jena 2015). Im Januar 2017 ist sein neues E-Book „Zeitgeisterjagd SPEZIAL: Essays gegen enges Denken“ erschienen. Infos zum Download unter www.zeitgeisterjagd.de.

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Matthias Heitmann

Mit Frank-Walter Steinmeier übernimmt im März 2017 ein Bilderbuch-Apparatschik das Amt des Bundespräsidenten. Schon seine Nominierung durch die Große Koalition löste keine Begeisterungsstürme aus. Nach seiner Wahl scheint man nun gerade hierin einer der zentralen Stärke des neuen Bundespräsidenten sehen zu wollen. Ganz offensichtlich sehnt man sich in stürmischen Zeiten nach einem in sich ruhenden, monoton predigenden und nie die Fassung verlierenden Staatsoberhaupt, gemäß der Logik: Wer nicht begeistert, der polarisiert auch nicht.

Ein Bundespräsident von gestern

Tatsächlich brauchen wir von Steinmeier weder Überraschungen noch ein überschäumendes Sendungsbewusstsein befürchten. Schon Wochen vor seinem eigentlichen Amtsantritt ist klar: Er ist ein Präsident von gestern. Mit seiner Wahl will das politische Berlin sich selbst Kontinuität und Stabilität beweisen. Man versucht so, die Zeiten fortleben zu lassen, in denen Politik aus alternativlosen Konsensschleifen bestand und niemand ernsthaft die demokratische Friedhofsruhe der Republik störte. Niemand verkörpert diese deutsche Konsensdemokratie eindrucksvoller als Steinmeier. Sein Problem: Er erklimmt die höchste Karrierestufe just in dem Moment, in dem der Rückhalt für eben diesen Konsens immer brüchiger wird.

In Zeiten des politischen Auf- und Umbruchs wäre es ein Zeichen der Zuversicht und des politischen Selbstbewusstseins, jemanden in das höchste Staatsamt zu wählen, der die Menschen jenseits des parteipolitischen Alltags inspirieren und ihnen wie auch immer geartete Zukunftsvisionen anbieten kann.

Der politischen Klasse fehlt der Mut

Doch offensichtlich fehlen der deutsche Politik- und Gesellschaftselite Kraft oder Mut oder beides, um ein solches Signal zu setzen. Stattdessen tut man lieber so, als lebten wir immer noch in Zeiten, in denen jede Art politischer Zuspitzung nicht nur unpopulär war, sondern auch irgendwie künstlich wirkte. Das einzige Signal, das tatsächlich von dieser Bundespräsidentenwahl ausgeht, ist das einer Realitätsverleugnung. Es besagt: Seht her, wir haben alles im Griff, alles ist unter Kontrolle, vorhersehbar und wie bisher. Demokratie ist, wenn Entscheidungen alternativlos sind und alle freiwillig an einem Strang ziehen.

Werdegang eines Konsenspolitikers

Frank-Walter Steinmeiers Werdegang ist idealtypisch für einen Konsenspolitiker aus der Zeit der Alternativlosigkeit: Keiner seiner Karriereschritte hing davon ab, ob er von Mehrheiten der Wahlbevölkerung gewählt wurde oder nicht. Als er tatsächlich von den Wählern abhing, als Kanzlerkandidat 2009, ist er krachend gescheitert. Von Parteiämtern oder Mandaten hatte er sich zuvor lange ferngehalten. Stattdessen nutzte er lieber den Technokrateneingang, um an die Schaltstellen der Macht zu gelangen: Zunächst war er war ab 1993 Büroleiter und ab 1996 Staatsekretär der damals noch als niedersächsischer Ministerpräsident in Hannover residierenden sozialdemokratischen Lichtgestalt Gerhard Schröder. Als der 1998 Bundeskanzler wurde, ging Steinmeier mit nach Berlin und wurde dort recht schnell zum Kanzleramtsminister. Er agierte als Manager und Stratege im Hintergrund. In die vorderste politische Reihe trat er erst nach dem Abgang von Schröder, als ihn 2005 die neue Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer ersten Großen Koalition zum Außenminister machte.

Erst nach dem Ende dieser Amtszeit im Jahr 2009 bemühte sich Steinmeier um ein eigenes Bundestagsmandat – gewissermaßen als Absicherung seiner dann schließlich missglückenden Kanzlerkandidatur. Dem gebürtigen Detmolder wurde in Brandenburg ein Wahlkreis angeboten, den er gar nicht verlieren konnte. Auf dieser Basis wurde er dann Fraktionsführer der SPD im Bundestag.

Mit der Neuauflage der Großen Koalition wurde Steinmeier 2013 erneut Merkels Außenminister. Seine Durchbrüche sind untrennbar verbunden mit dem Scheitern seiner Partei, eine Alternative zu Angela Merkel zu entwickeln. Wann immer die SPD verlor, Steinmeier gehörte zu den Gewinnern. Auch das Bundespräsidentenamt hat er letztlich der Merkel‘schen Alternativlosigkeit zu verdanken. Für Auf- oder Ausbrüche hat er weder das Naturell noch die politische Unabhängigkeit.

Ein Produkt der Parteien-Elite

Viele argumentieren, dass gerade diese Ruhe, diese Stabilität und diese bei Steinmeier schon immer spürbare „präsidiale Entrücktheit“ wichtige Eigenschaften seien, die ein Bundespräsident in der heutigen Zeit brauche. Seine Anhänger sehen in ihm nicht nur einen Gegenentwurf zu Donald Trump, sondern auch den ausgleichenden Versöhner, der selbst die aufgebrachtesten Kontrahenten wieder zur Besinnung bringen könne.

Dabei ist Steinmeier, wenn es darum geht, die sich immer weiter öffnende Kluft zwischen der politischen Klasse und den Bürgern zu schließen, eine glatte Fehlbesetzung: Er ist ja selbst ein Produkt dieser abgehobenen Parteien-Elite, er ist das „Role Model“ des bürgerfernen Bürokraten, und wie sein Vorgänger hat er einen Hang zum Kanzeln und Predigen. Dem ehemaligen Pastor Joachim Gauck konnte man das Predigen noch irgendwie verzeihen, auch wenn er teilweise die Schmerzgrenzen arg strapazierte. Wenn aber ein Apparatedemokrat versucht, in ähnlicher Art den mitfühlenden Bundesprediger zu geben, dann droht die angestrebte Beruhigung und Versachlichung in Zwangsbetäubung umzuschlagen.

Die Gesellschaft dürstet nach Alternativen

Das Spannende an der heutigen Zeit ist ja, dass alte politische Gewissheiten und unverrückbar scheinende Allianzen in Bewegung geraten und sich Handlungsspielräume öffnen, die über Jahre unzugänglich waren. Dieser Wandel geschieht nicht, weil es so attraktive Alternativentwürfe gäbe. Die alten politischen Strukturen zerbersten, weil sie in letzten Jahren immer weiter versteinerten. Die demokratischen Institutionen haben sich zu unpolitischen Steuerungszentren entwickelt, da es gar nicht notwendig erschien, das eigene Handeln politisch zu rechtfertigen und dafür zu werben. Genau gegen diese politische Friedhofsruhe begehren die Menschen in vielen Gesellschaften der westlichen Welt auf. Sie wollen Alternativen haben und an welche glauben, egal wie schlecht sie sind.

Die große Politik hat verlernt, mit politischen Wettbewerbern auf demokratische Art und Weise umzugehen. Sie reagiert mit panischen, paranoiden und unappetitlichen Diffamierungen und versucht, politische Widersacher zu dämonisieren, an den Rand zu drängen und Menschen daran zu hindern, deren Ideen und Standpunkte selbst zu überdenken. Somit verschärft sie das Problem der wachsenden Bürgerferne. Das zunehmend zensorische Klima in der Gesellschaft ist eine Folge dieser Unfähig- und Unwilligkeit, mit Dissens und Veränderungen zu leben und beide als Teile einer lebendigen politischen Kultur wertzuschätzen.

Versuch, gerade erwachten Dissens einzuschläfern

In dieser Situation wirkt die Wahl Frank-Walter Steinmeiers zum Bundespräsidenten wie ein hilfloser Versuch, die gerade frisch erwachte Lust am Dissens einzuschläfern und die sich öffnenden Gräben mit allerlei Floskelgeröll notdürftig zuzuschütten. Diese Strategie ist zum Scheitern verurteilt: Es ist gerade die politische Ideen- und Alternativlosigkeit der letzten Jahrzehnte, die es heute zu überwinden gilt. Das Einebnen der politischen Landschaft kann kein Mittel gegen die „Wutbürgerei“ unserer Zeit sein, denn es ist die Ursache für den Verdruss! Es mag paradox klingen: Aber um die stark emotionalisierte und in Teilen auseinanderdriftende Gesellschaft zum Positiven zu verändern, muss man die Konfrontation suchen und die Menschen aufrütteln. Ein „Versöhner“ muss Mauern einreißen, den Menschen auf Augenhöhe begegnen und in ihrer Sprache mit ihnen Tacheles reden.

Für all dies ist ein Bundespräsident Steinmeier gänzlich ungeeignet. Er ist kein Aufrüttler, er ist eher ein Narkosearzt, der versucht, die verängstigte politische Klasse zu beruhigen und wieder in den Schlaf zu wiegen. In diesem Sinne ist auch der Schlusssatz in Steinmeiers Antrittsrede vor der Bundesversammlung zu bewerten: Sein „Lasst uns mutig sein!“ klang wie das Pfeifen im dunklen Keller. Was er meinte, war nicht der Mut zum Aufbruch und zur Veränderung, sondern der Mut, ruhig weiterzuschlafen. Die Welt von heute braucht aber keine schlaftrunkenen Konsenssüchtigen, sondern eigenständige, wache und aufgeweckte Geister.

Bernhard Schiffel | So, 19. Februar 2017 - 13:11

Der Scheele hoch auf dem gelben Wagen , der Ruckredner , der nette Wulf , Verköhlert , der Stasiaktenverwalter und nun Steinmeier .
Gebt ihm den Schlüssel vom Schloß und stört ihn nicht . Nach dem Ausrutscher Trump einen Hassprediger zu nennen wird er sich sich kaum zu Worte melden .

Dorothea Weber | So, 19. Februar 2017 - 13:37

Warum sollte die Politelite und deren ausgewähltes Hofpersonal jemanden wählen, der ihnen eventuell ein faules Ei ins Nest legt? Unser Bundespräsident repräsentiert schon lange nicht mehr die Republik sondern verkommt immer mehr zum Abschiebebahnhof für überflüssige Politiker. Ob der nun Steinmeier heißt oder anders, ist doch wurst egal. Hauptsache das Politkammerspiel in Berlin geht weiter!

Dr.Lutz Wiederhold | So, 19. Februar 2017 - 13:49

Vielen Dank, Herr Heitmann. Ein Artikel, dem ich nur zustimmen kann. Was Herr S. als Außenminister an Bewegung bewirkt hat, ist mir nicht ersichtlich geworden.
In der Tat müßte der gerade wieder erwachende
bzw. wachsende Diskurs innerhalb unserer Bürgergesellschaft von offizieller politischer Seite endlich !! unterstützt und nicht mit personellem Valium oder auch Beschimpfungen begegnet werden. Allerdings scheint mir, dass die gesamte politische Prominenz beratungsresistent, uneinsichtig und selbstgefällig sich selbst feiert. Hinzu kommt aber auch, daß weite Teile der Bürgergesellschaft zwar massenhaft zum Schutz von Juchtenkäfer und Rohrdommel auf die Strasse geht, aber keine organisierte Protestbewegung gegen die katastrophale Politik der Bundesreg. zustande kommt.
Von Herrn S. können keine "Ruckrede" oder sonstige ,die Gesellschaft motivierenden Impulse
ausgehen. Er müßte sich selbst zunächt mal einen Ruck verordnen, damit wir nicht allesamt ins komunikative Koma fallen.

Uwe Grunwald | Di, 21. Februar 2017 - 08:19

In reply to by Dr.Lutz Wiederhold

Lieber Herr Wiederhold,
in Zeiten des Proletentums wird im Vorfeld bereits analysiert was das Zeug hält.
Ich kann solchen Artikeln, wie dem von Herrn Heitmann nichts abgewinnen. Das klingt mir eher danach, sich selbst in Szene zu setzen. Lassen wir Herrn Steimeier doch seine Arbeit erledigen. Zu viele Kommentare von Sachunkundigen Leuten verfolgen einen ja förmlich heutzutage. Ein bisschen mehr Bescheidenheit stünde unserer Gesellschaft nicht schlecht.
Uwe Grunwald

Birgit Jacob | So, 19. Februar 2017 - 13:54

Besonders kritisch sehe ich an Steinmeier, dass er mit anders denkenden Menschen überhaupt nicht umgehen kann. Er ist dann nicht einmal der sachlichen Diskussion fähig, sondern ergießt sich im persönlichen Angriff. Eine Eigenschaft, welche dem Amt des Bundespräsidenten nicht würdig ist.

Norbert Boehnke | So, 19. Februar 2017 - 14:07

Ein wirklich exzellenter Artikel der mir aus der Seele spricht. Danke!

Wolfgang Hannappel | So, 19. Februar 2017 - 14:16

Sehr guter Kommentar und Analyse zur Wahl des Bundespräsidenten.

Dorothee Sehrt-Irrek | So, 19. Februar 2017 - 14:39

alles ist unter Kontrolle, vorhersehbar und wie bisher."
Wo lebt der Autor?
Niemand hatte etwas im Griff, am wenigsten die Kanzlerin.
Ich bin heilfroh, dass mit Steinmeier eine solide Kompetenz Einzug hält ins Bundespräsidialamt.
Gut, es hätte noch nicht sein müssen.
In diesen globalen Kriegszeiten wird er nicht der Schlechteste sein.
Westerwelle weilt leider nicht mehr unter uns, ich denke durch Steinmeier haben wir summa summarum eine Baustelle weniger in der Politik.
Wenn der Autor "Deftigeres" bevorzugt, kann er auf Volksfeste gehen.

Scheinbar einiges nicht begriffen.
In diesen "Kriegszeiten" ist es dann auch besser, in die Fluechtlingsströme zu investieren, um sie dann an der Grenze als Friedenswall aufzustellen?
Schon mal etwas von der Schlange und dem Kaninchen gehört?
Denn so in etwa muss man sich degenerierte westliche Demokratien im Vergleich zu totalitären Systemen vorstellen.

Christop Kuhlmann | So, 19. Februar 2017 - 14:43

die mit einer gewissen Eleganz vorgetragen werden. Damit hat er manchem Politiker des Berliner Betriebes schon einiges voraus. Zudem wird er Bella Figura machen und optisch das Land in den Medien gut repräsentieren, ohne durch allzu kritische Äußerungen Probleme zu machen. Jedenfalls solange es sich nicht um den amerikanischen Präsidenten handelt. Wieso er gerade bei dem so empfindlich ist, wo er doch selbst mit Diktatoren und Leuten wie Putin oder Erdogan mit einer Engelsgeduld verhandelt ist mir allerdings schleierhaft. Da misst mal wieder einer mit zweierlei Maß und sieht die Welt mit den Blind Spots des Establishment, dessen eigenwillige Vorstellung von Demokratie er teilt. Also notfalls gegen den Willen der Mehrheit regieren. Das solche Leute nicht das Zeug dazu haben das ganze Volk zu erreichen versteht sich von selbst. Er ist ja als Mann ohne Ecken und Kanten sehr beliebt.

Holger Stockinger | So, 19. Februar 2017 - 14:56

Thomas Mann in seiner Beschreibung Lübecks ist weder hanebüchen noch unwahr. Der "Zauberer" beschreibt lediglich den Untergang einer Famlilie.

Der Sozialdemokratismus heutiger Epoche scheint ein Wischiwaschi allgemein Politischen Handelns zu sein:

Mehr Geben als Einnehmen!

Gerd Baumann | So, 19. Februar 2017 - 14:58

Respekt, Anerkennung und Danke Herr Heitmann für Ihren zutreffenden Kommentar. Herr Steinmeier war schon als Aussenminister leider nur ein Mahner und Besorgter. Als BP wird er weiterhin der Bedenkenträger sein. Und sollte es im Herbst zu einer Neuauflage der Kroko kommen, werden wir -wie von seinem Vorgänger- keine Kritik an der BR hören. Sehr schade für unser Land.

Gerdi Franke | So, 19. Februar 2017 - 15:33

Ja, er muss sich um die "Eliten" kümmern. Denn von denen wurde er ja auch gewählt. Der Bürger ist da aussen vor!

Anton Butz | So, 19. Februar 2017 - 16:01

Wer weiß, vielleicht entpuppt sich der neue Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als „aufgeweckter Geist“. Wem sonst könnte es gelingen, lautlos zurecht zu rücken, was seit Jahren Stein des Anstoßes im sozialem Rechtsstaat ist und wozu nicht nur alle Sozialrechtsakteure, sondern auch die drei Staatsgewalten die Augen fest verschließen. Es geht um Zusammenhänge mit der illegalen „BSG-Krankengeld-Falle“ und die leicht entschärfte Nachfolge-Konstruktion des Souverän, die „Gesetzliche Krankengeld-Falle“ ab 23.07.2015, sowie um das Rechtsbeugungsprivileg von Kollegialgerichten.

Reiner Jornitz | So, 19. Februar 2017 - 16:18

Wie dieser Satz das Problem auf den Punkt bringt!
Es sagt auch aus, das die deutsche Politik die Menschen im Land nicht verstehen möchte oder kann. Steinmeier als Präsident sehe ich als Strategiestreich um die geplante Neuwahl von Angela Merkel nicht zu gefährden als Bundeskanzlermitbewerber! Sie haben recht , auch ich finde diese Auswahl als Bundespräsident langweilig! Von Herrn Steinmeier ist keine Aufforderung zu einer demokratischen Veränderung in der Gesellschaft zu erwarten. Man erkennt auch die enorme Schwäche der Bundesregierung. Wo bleiben die fähigen Politiker die das Land schon lange verdient hat !

nicht sofort. Ich halte ihn jedoch für lernfähig.
Aber dazu müßte er wirklich mit den Menschen zusammenkommen, deren Bundespräsident er ist.
Lammert wäre auch nicht dafür gewesen, den Bundespräsidenten vom Volk wählen zu lassen.
Da halte ich Steinmeier durchaus für moderner.
So ein Procedere spricht auch nicht wirklich gegen Demokratie.
Ich bin für so ein Procedere aus Prinzip und Erfahrung, obwohl es mich auch nicht geschützt hat vor einer Merkel, sie wurde von der Bevölkerung gewählt, oder dann ähnlichen Personen als Bundespräsidenten.
Ich habe etwas gegen dieses Auskungeln und glaube daran, dass in einem Wahlkampf geforderte Präsenz, Kandidaten ihre Verschleierungen nicht so einfach aufrechterhalten lässt.
Trump macht wieder Wahlkampf, Clinton wird "zusammengeflickt"?
Auf dem Parkett glänzt Merkel.
Der Wahlkampf wird nicht so leicht zu retuschieren sein.
Ich erwarte von Steinmeier, dass er sein Motto evtl. "gegen Fake" der Realität aussetzt.
Ich sehe, was er nicht sieht.

Sepp Kneip | So, 19. Februar 2017 - 16:25

Walter Steinmeier verkörpert die "Elite", die ihn gewählt hat. Politiker, Schauspieler, Medienvertreter, Bundestrainer und und und... Das Establishment also. Wird sich was ändern? Nein, es wird sich nichts ändern. Er wird genau so wenig Hüter der Verfassung sein, wenn diese von der Exekutive vergewaltigt wird, wie sein Vorgänger. Er wird genau so wenig die Rechte des Bürgers einfordern, wenn dieser über den Tisch gezogen wird, wie sein Vorgänger. Er wird genau so wenig darauf achten und verhindern, dass die die erst kurz hier leben, denen, die schon länger hier leben, mit staatlicher Hilfe die Butter vom Brot nehmen.
Einen Lackmustest wird er bestehen müssen, wenn die grundgesetzwidrigen Pamphlete der Integrationsbeauftragten zur Abstimmung stehen, wenn sie nicht einfach so durchgewunken werden. Er müsste dafür sorgen, dass dieses "Impulspapier", das ein Deutschland-Abschaffungspapier ist, dem Bürger bekannt gemacht wird. „Lasst uns mutig sein!“ Schwimmen wir gegen den Strom.

Birgit Augustin | So, 19. Februar 2017 - 16:35

Sehr geehrter Herr Heitmann, Sie sprechen mir aus der Seele mit Ihrem Artikel. "Demokratie ist, wenn Entscheidungen alternativlos sind...." Haha! Gelangweilt "schaltete ich ab", als Steinmeier zum Bundespräsidenten gewählt wurde. Ganz anders erging es mir bei Joachim Gauck. Der hatte zumindest am Anfang noch etwas von einer charismatischen Leitfigur. Jetzt geht es tatsächlich um das Narkotisieren der verängstigten, beunruhigten Bürger. Sein "Lasst uns mutig sein!" soll eher heißen "Pscht, ganz ruhig!"
Außerdem hinterlässt seine Beschimpfung Trumps als Hassprediger einen sehr unangenehmen, ekligen Geschmack. Wie immer man Trump finden mag, ist doch so ein Kommentar nach einer demokratischen Wahl eines amerikanischen Präsidenten von einem künftigen Bundespräsidenten Deutschlands vermessen. Na, wie er sich da wohl aalglatt rauslavieren wird? Auch das ist langweilig und einschläfernd.
Mit freundlichen Grüßen Birgit Augustin

Peter Gegesy | Mo, 27. Februar 2017 - 17:21

In reply to by Birgit Augustin

Frau Augustin, ich muss Sie ein Bisschen korrigieren, ansonsten Stimme ich Ihnen vollkommen zu. Donald Trump war erst designierter Präsidentschaftskandidat, als Steinmeier im August 2016 leichtfertig diesen blödsinnigen Spruch losgelassen hat. Einem gewählten Präsidenten gegenüber hätte sich dieser Specht so eine Äußerung doch niemals zu machen getraut, selbst wenn sie gerechtfertigt gewesen wäre. Es zeigt aber gut, wie kurzsichtig und ideologisch verbohrt dieser „so erfahrene“ damalige Außenminister war, dass er sich genauso wie seine zahlreichen Gesinnungsgenossen in Politik und Medien einen Wahlsieg Trumps gar nicht vorstellen könnte. Somit konnte er sich unbekümmert, seiner wenig reflektierten Gutmenschengesinnung entsprechend, zu so einer grotesken Beschuldigung hinreißen lassen.

Ursula Schneider | So, 19. Februar 2017 - 16:36

schöner könnte man es nicht ausdrücken!

Mit einem so fähigen Narkosearzt wie Steinmeier, so viel Mut, ruhig weiterzuschlafen, und der garantierten politischen Friedhofsruhe kann man nur noch sagen: "Gute Nacht, Deutschland!"

(Ob sich allerdings die putzmunteren Ratten von Steinmeiers "Pfeifen im dunklen Keller" abschrecken lassen, ist zu bezweifeln ...)

Yvonne Walden | So, 19. Februar 2017 - 17:00

Der emeritierte Kölner Politologieprofessor Dr. Christoph Butterwegge, der von der Linkspartei als Bundespräsidenten-Kandidat ins Rennen geschickt wurde, wäre sicherlich der bessere Präsident geworden.
Aber es handelte sich ja nur indirekt um eine "freie Wahl".
Die Wahlfrauen und Wahlmänner, die in die Bundesversammlung berufen wurden, hatten mehrheitlich nicht den Mut, von der "Empfehlung von oben" abzuweichen.
Lediglich rund 160 Wahlfrauen bzw. Wahlmänner übten Stimmenthaltung, konnten also nicht den Mut aufbringen, über ihren Schatten zu springen.
Butterwegge war im übrigen viele Jahre lang Mitglied der SPD und gab aufgrund der absolut unsozialen Politik des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder sein Parteibuch wieder zurück.
Dies ehrt ihn als konsequenten Kämpfer für ein deutliches Mehr an sozialer Gerechtigkeit und einer Überwindung der Armut - hierzulande und natürlich auch weltweit.
Dies erfordert eine andere Politik, zu der jedoch auch die SPD bisher nicht bereit war.

Ein BP, der sich dem Problem Armut in unserem reichen Land annehmen will, ist nicht gewünscht. Und das schon gar nicht von den Promis, die den BP wählen dürfen. Empfehle dazu die Ausführungen von Gernot Hassknecht in der letzten "heuteshow" des ZDF. Besser als Hassknecht kann man es nicht beschreiben! Dazu passen auch die Interviews bei der BP-Wahl von Lutz van der Horst - köstlich, besonders zum "Wahlkrimi".
Dazu sehe man, wie die "seriöse" Presse und insbesondere die INSM, mittlerweile gegen Martin Schulz Stimmung machen, weil er weitere Korrekturen an der Agenda 2010 vornehmen will.
Warren Buffet wird Recht behalten: Im Kampf Reich gegen Arm, wird Buffets Klasse - die Reichen - siegen. Leider! Wie es dann in Land aussehen wird, kann man ja in den USA sehen.

Wolfram Hiller | So, 19. Februar 2017 - 18:04

super analysiert und beschrieben! Wirklich treffend.

Christa Wallau | So, 19. Februar 2017 - 18:32

Wie sollte er auch anders sein, der Präsident eines
Volkes, das sich über Jahre von der vereinigten Politiker- / Medienkaste erziehen und nach der Devise ruhigstellen ließ: "Hauptsache, ihr seid fleißig, kümmert euch wenig um Politik, habt euer Auskommen u. schlaft abends nach dem Fernsehen satt u. müde ein. Wir erledigen alles für euch, und zwar i m m e r zu eurem Besten - versteht sich. Wir wissen genau, was richtig u. moralisch hochwertig ist. Schaut nur regelmäßig in die Glotze u. lest - je nach Bildungsstand - BILD oder SPIEGEL, dann erfahrt ihr, was euch interessiert."

Merkel und Steinmeier sind Prototypen der
Parteiengewächse der letzten 30 Jahre.
Sie sprühen nicht von Geist und Eloquenz, wie man es von Volkstribunen erwarten sollte, sondern reihen in ihren einschläfernden Reden Floskeln aneinander, die Mantras gleichen. Mit derartigen Typen ist allerdings auf Dauer kein "Staat zu machen". Das dämmert inzwischen immer mehr Bürgern u. sie suchen verzweifelt nach Auswegen..

Mit DIESEN Medien bekommen Sie definitiv keine andere Politik! Offensichtlich hat aber Donald Trump damit begonnen, die Mediendiktatur zu schleifen, indem er sie mit ihren eigenen Waffen bekämpft. "Letzte Nacht in Schweden" hat doch die gleiche Qualität wie: "Heute Morgen erschien die Lehrerin nüchtern zum Dienst".

Brigitte Karpenkiel | So, 19. Februar 2017 - 19:05

Dass wir nun eine "Schlaftablette" in unserem neuen Bundespräsidenten haben, hat sicherlich den Zweck, das deutsche Volk einzuschläfern, damit es ja nicht aufbegehrt. Der Artikel von Herrn Heitmann hat es auf den Punkt gebracht.

Dimitri Gales | So, 19. Februar 2017 - 19:28

Das ist der SPD-Kandidat Schulz auch. Es ist ein Fehler, nur Leute ans Regieren zu lassen, die eine Parteikarriere gewählt haben. Denn die Gefahr ist gross, dass erstens nur Parteipolitik gemacht wird, und zweitens braucht man Persönlichkeiten an der politischen Spitze, die Praktiker des realen Lebens sind. Das ist auch ein Grund, weshalb die Amerikaner einen Präsidenten gewählt haben, der nicht zum politischen Establishment zählt.

Es stimmt, dass die Bürger etwas anderes wünschen, einen grundlegenden Wechsel. Aber ich fürchte, sie haben nicht die notwendige Zivilcourage, um das durchzusetzen. Die Deutschen sind ein schrecklich politisch korrektes und braves Volk.

Das ist auch das Problem der deutschen Mainstream-Politik mit Trump. Wer als Präsident ständig wie ein erfolgreicher Unternehmer handelt, kann aus deren Sicht nicht normal sein.

Günter Buchwald | So, 19. Februar 2017 - 19:59

"Steinmeier wirkt als Bundespräsident wie ein Narkosearzt..." Wußte gar nicht, dass er schon im Amt ist. Oder verfügt CICERO über alternative Fakten?

christiane bohm | So, 19. Februar 2017 - 20:18

Sehr treffend formuliert.Demokratische Friedhofsruhe. Wer aufmuckt, landet eben dort, im übertragenen Sinne. Aber es ist schon Wind gesät, dem der Sturm folgen wird, die AfD hat es tatsächlich gewagt, die heilige Ruhe zu stören und den Bären aus seinem Schlaf geweckt.Die Truppen(Regierungspresse) stehen Hand an der
Hosennaht. Leute hört die Fanfare.

Horst-Joachim Benner | So, 19. Februar 2017 - 20:41

über den neuen Chef auf dem Bundesthron scheinen nicht auszubrechen. Ich habe mir mal die Statements der Qualitätspresse von Bild (na ja) bis Zeit (!) gegoogelt, aber so richtig Funziges habe ich da nicht über den neuen Abteilungsleiter der Residenz im Tiergarten gefunden. Nur das Handelsblatt flippte aus mit: „gefühlter Präsident eléct“ und der Kölner Strafanzeifger verstieg sich sogar in: „eine Art geborener Kandidat“. Dabei hatte jener doch eigentlich gar nicht kandidiert oder hab‘ ich da was verpasst? Ok, leidenschaftlich klingt das alles bei der „Hohen“ schreibenden Zunft unisono also nicht. „Mensch gewordenes Valium“ hörte ich dieser Tage im Vorbeigehen. Vielleicht trifft es ja das. Na ja, jeder ist halt anders und niemand kann ad hoc aus seiner Haut und Glückshormone vorne aus der Bütt versprühen, wo doch Hämorrhoiden hinten zwacken. Vielleicht aber schafft es ja die Gilde der Glanzpresse hier mit ein paar intimen Aperçus damit die Gäule letztendlich in Trapp kommen.

Horst-Joachim Benner | So, 19. Februar 2017 - 20:43

über den neuen Chef auf dem Bundesthron scheinen nicht auszubrechen. Ich habe mir mal die Statements der Qualitätspresse von Bild (na ja) bis Zeit (!) gegoogelt, aber so richtig Funziges habe ich da nicht über den neuen Abteilungsleiter der Residenz im Tiergarten gefunden. Nur das Handelsblatt flippte aus mit: „gefühlter Präsident eléct“ und der Kölner Strafanzeifger verstieg sich sogar in: „eine Art geborener Kandidat“. Dabei hatte jener doch eigentlich gar nicht kandidiert oder hab‘ ich da was verpasst? Ok, leidenschaftlich klingt das alles bei der „Hohen“ schreibendende Zunft unisono also nicht. „Mensch gewordenes Valium“ hörte ich dieser Tage im Vorbeigehen. Vielleicht trifft es ja das. Na ja, jeder ist halt anders und niemand kann ad hoc aus seiner Haut und Glückshormone vorne aus der Bütt versprühen, wo doch Hämorrhoiden hinten zwacken. Vielleicht aber schafft es ja die Gilde der Glanzpresse hier mit ein paar intimen Aperçus damit die Gäule letztendlich in Trapp kommen.

Michaela Diederichs | So, 19. Februar 2017 - 21:33

Herr Steinmeier gehört derselben Partei an wie unsere Integrationsbeauftragte. Es geht m. E. darum, das Volk wenigstens bis zur Wahl, besser aber noch die nächsten Jahre einzuschläfern, damit der Umbau Deutschlands geräuschlos und ungestört gelingt. Je größer die GroKo desto leichter wird eine Änderung des GG. Mit Herrn Schulz wird das gelingen. Böse Zungen behaupten, hinter der F-Politik stecke der Plan von Earnest Hooton aus dem Jahre 1943. In seriösen Archiven finde ich nichts dazu. Vielleicht findet die Redaktion da historisch belastbares Material. Als Privatperson habe ich hier nicht den Zugang.

Mathias Trostdorf | So, 19. Februar 2017 - 22:07

Schon während seiner Zeit als Aussenminister hab ich immer mal wieder gefragt: Wo ist eigentlich Steinmeier gerade und was macht er dort? Lags an den unspektakulären Missionen, den möglicherweise unspektakulären Ergebnissen seiner (Ver-)Handlungen, den immer gleichen Redeformeln, wenn er mal was kundtat? Oder lags an der Presse, in der- wie mir schein- die Aussenministerei Steinmeier vergleichsweise wenig vorkam?
Die letzten drei Bundespräsidenten Wulf, Gauck und Steinmeier werden als die unpopulärsten in Erinnerung bleiben- und wenn diese Entwicklung etwas gutes haben sollte, dann vielleicht, daß eine Diskussion darüber, ob dieses teure wie meiner Ansicht nach wenig nütze Amt vielleicht doch mal abgeschafft werden könnte, hoffentlich neu belebt wird. Und wenn es schon nicht abgeschafft wird, dann vielleicht ein neuer Weg gefunden wird, dieses Amt zu besetzen- anstelle unwürdiger Kungelei, die nur dazu führt, die Politikverdrossenheit vieler Leute weiter zu mehren.

Michaela Diederichs | So, 19. Februar 2017 - 23:05

Lieber Herr Heitmann, ich bin gerne im Dissens z. B. bei Cicero mit Herrn Wißmann. Dabei liegen wir gar nicht so weit auseinander. Nach 2 Bier würden wir vermutlich einen Konsens erreichen. Das Problem geht m. E. tiefer. Die Politik wirkt wie zementiert. Auseinandersetzungen sind gar nicht mehr erwünscht. "Lasst uns mutig sein!" ... "gemeinsam ein- und durchzuschlafen" möchte ich vervollständigen. D ist in Vollnarkose und soll auch so gehalten werden. Darum ist Steinmeier auch der Kandidat der BK und Schulz kein Widersacher, auf den man sich einschießt. So viel Konsens war nie. Sollten die Wahlprognosen richtig sein, bekommen wir die größte GroKo aller Zeiten. Vermutlich liegt sie am Ende bei über 70 %. Das ist SED-Niveau. Darüber müssen wir reden.

Tobias Kilian | Mo, 20. Februar 2017 - 01:51

Danke für den Konstruktiven Artikel! Nun wir hatten inzwischen viele Präsidenten die eher Ethik-/Moralinstanzen waren,Mit allem Respekt vor Herrn Gauck oder z.b. Herrn Rau. Indem Zeiten eines Donald Trump, Erdogan oder Putin wird es notwendig das wir eben auch einen besonnenen aber trotzdem Konstruktiven Bundespräsidenten haben die einerseits den Außenpolitischen Durchblick hat - Nach Innen(politisch) ausgleichend den Demokratisch Kurs hält verteidigt und diesen sogar untermauert. Ein Bundespräsident ist Kein "Außenminister" - Er darf auch mal deutlich werden, zugegeben kann er was "Kante-Zeigen" noch dazulernen, aber er ist nicht ganz so Diplomatisch/Politisch involviert wie in der Rolle des Außenministers und darf nun in diesem Amt auch ein paar "unausgesprochene Worte" z.b. Richtung Israel oder Rüstungspolitik klar zum Ausdruck bringen!

Petra Klingbeil | Mo, 20. Februar 2017 - 08:17

Sehr geehrter Herr Heitmann,
für Steinmeiers Darstellung als Narkosearzt der Republik würden auch 20 Zeilen ausreichen - und nicht über 100 Zeilen wie in Ihrem Kommentar. Wer wäre denn ein dynamischer und besserer Kandidat gewesen? Kein Wort davon. Jetzt ist es eh zu spät. Wieso haben Sie dies nicht vor der Wahl geschrieben?
beste Grüße

Klaus Nordwind | Mo, 20. Februar 2017 - 08:21

Die Stimmung in Deutschland auf den Punkt gebracht.
Es ist im Land einiges in Schieflage das angepackt werden
Müsste - bevor es den Bach heruntergeht.
Deutschland ist ein schönes Land und soll nicht ruiniert werden.
Von Walter Steinmeier erhoffe ich zumindest , dass er einmal entschiedener gegen die Kriegszuendler in Richtung Russland tätig wird.
Damit hätte er eine historische Mission ...

Thorsten Rosché | Mo, 20. Februar 2017 - 08:45

Die aktuelle Regierung ist ein Altenbiotop aus grauer Vorzeit. Von diesen Damen und Herren, kann mich keiner "vertreten" ! Ich brauche keine Politiker die noch im kalten Krieg leben, oder mir irgendeine Schuld an Weltkriegen einreden wollen.

helmut armbruster | Mo, 20. Februar 2017 - 09:03

der Fäulnisgeruch angefaulter Strukturen und Organismen kann eine Zeitlang übertüncht und verdeckt werden. Die Fäulnis selbst wird dadurch nicht beseitigt. Das gilt analog für kranke Gesellschaften und überlebte altersschwache politische Systeme. Kommt keine Heilung, kommt der Zusammenbruch.
Ein Beispiel vom Nov. 1918 aus Deutschland:
"Das Alte und Morsche, die Monarchie ist zusammengebrochen. Es lebe das Neue; es lebe die deutsche Republik" (Philipp Scheidemann).
Vielleicht wird bald ein heutiger Scheidemann das Ende der Bonner/Berliner Republik ausrufen?

Oliver Hoch | Mo, 20. Februar 2017 - 09:19

Geben wir doch auch Steinmeier ein bisschen Zeit. Schlimmer als seine beiden Vorgänger oder gar der vom Siggi als Alternativkandidat in's Gespräch gebrachte Islamist mit Doppelpass kann er sowieso nicht werden. Vielleicht gelingt es ihm ja, Deutschland seriös zu repräsentieren. Geben wir ihm eine Chance und unsere Unterstützung.

Rainer Haller | Mo, 20. Februar 2017 - 09:31

Dieser Artikel ist m.E. sehr gut gelungen und beschreibt genau die Situation in unserem Land. Es gibt also doch noch seriöse Journalisten, ich werde mich nun doch mehr für Ihre Zeitschrift interessieren. Vielen Dank!

Bernd Eifländer | Mo, 20. Februar 2017 - 09:42

Er ist die Gestalt gewordene Schlaftablette. Ein erfolgloser, bräsiger EX Aussenminister und Parteisoldat ruft zum Mutig sein auf. Ich hoffe wir "Kreuzchenmacher" ( auch Staatbürger genannt ) legen im September den Hebel auf die richtige Seite.

Georg Dallmann | Mo, 20. Februar 2017 - 10:24

Wer also „meint“, R2G sei DIE(!!) ALTERNATIVE (!!??), soll bitteschön nochmal GRÜNDLICH nachDENKEN. Bitte, Bitte, Bitte! Gebt ALLEN RENTNERN in diesem Land (die bekanntlich die „Wahlen“ entscheiden, rechtzeitig VOR DER WAHL (!) eine ZEITUNG an die Hand, in der ALLES (!) drin steht was WESENTLICH ist, für die lustige RentnerZUKUNFT. In diesem Sinne: Glückauf!

Bernhard Jasper | Mo, 20. Februar 2017 - 10:56

Herr Heitmann, ich habe Ihren Beitrag nicht verstanden. Die Maschine läuft doch wie geölt, meinte neulich der Präsident in einer Pressekonferenz. „Das Leben ist eine Kampagne".

Sie werden vermutlich viele „likes“ für Ihren Beitrag erhalten, weil alles sooo langweilig ist. Dabei sind Journalisten in den USA schon jetzt der „Staatsfeind Nummer 1“. Und „Fake News“ haben doch gar nicht die Absicht die Wirklichkeit darzustellen. (Ironie aus).

Ernst Laub | Mo, 20. Februar 2017 - 14:33

der fast aussieht wie ein Staatsmann.
.......Auf die Kosten-Nutzen-Rechnung sollte man aber dennoch nicht verzichten.

Dr.Lutz Wiederhold | Mo, 20. Februar 2017 - 14:37

Danke, Herr Heitmann,
ein sehr guter Artikel. Ich kann dem allem nur noch zustimmen. Was Herr S. als Aussenminister erkennbar geleistet hat, ist mir bis heute nicht erschlossen. Ich habe den Eindruck, dass die gewählte politische " Elite" nicht nur beratungsresistent, kritikfeindlich ist, sondern sich im Wesentlichen selbst feiert!!
Andererseits muß ich feststellen, daß weite Teile der Bürgergesellschaft zwar für den Erhalt des Juchtenkäfer und der Rohrdommel auf die Strasse
gehen, nicht aber für die katastrophale EIN-MANNPolitik der Frau Merkel eine Demo imstande sein wollen zu organisieren.

Hermann Neumann | Mo, 20. Februar 2017 - 14:57

Man kann sich die obige Kolumne (treffend und gut) und sämtliche Kommentare ersparen.
Ein nicht vom Volk gewählter Bundespräsident kann nur eine Fehlbesetzung sein. Steinmeier ist der lebende Beweis dafür!

Reinhard John | Mo, 20. Februar 2017 - 15:11

Die Republik Meiert so vor sich dahin, Altmeier im Bundeskanzleramt scheint Vorbild für Steinmeier zu sein. Der Beitrag sagt auf den Punkt gebracht was unsere Gesellschaft zerbersten wird und gibt Ausblick auf Trumpsche Zustände bei uns denn auch hier zu Lande haben viele die Bevormundung und Nötigung durch die Politik satt.

Ingo Isenhardt | Mo, 20. Februar 2017 - 16:31

Vielleicht waren aus Ausführungen von Herrn Heitmann an manchen Stellen etwas hart; eine derart expansionistische Linie wie bei seinem Vorgänger (Deutschland soll sich möglichst überall in die Weltkonflikte einmischen) braucht man jedenfalls nicht zu erwarten. Aber es stimmt: das Prozedere bei der Auswahl der Kandidaten für dieses hohe Amt lässt einen verdrießlich werden. Wirklich interessante, aufgeweckte Persönlichkeiten, die nicht vom "Apparat" zurechtgebogen wurden, haben keine Chance, selbst dann nicht, wenn sie auf die Liste gesetzt werden. Ich hätte mir von einer Gesine Schwan oder, viel früher noch, Hildegard Hamm-Brücher einiges versprochen, aber es hat nicht sollen sein. Auf ein Steinmeier-Wunder, eine plötzliche Vitalisierung dieses Apparatschiks, hoffe ich wohl vergebens.

Ferdinand Weuste | Mo, 20. Februar 2017 - 16:49

Wer nicht begeistert der polarisiert auch nicht. Frei nach Herrn Heitmann. Wer begeistert der polarisiert! Tolle Logig, Herr Kommentator Heitmann!!

Martin Arndt | Mo, 20. Februar 2017 - 17:01

Nichts zu erwarten. Ein Apparatschik par excellence. Anregungen, Freude am gebildeten Dialog, am Wortspiel, an der Provokation, die zum Nachdenken animiert, werden ausbleiben in der verflachten Konsens(-un-)kultur. Wer Agonalität schätzt, wird von dem blassen Juristen enttäuscht werden. Weiter mit der Kernerisierung eines Landes, das einmal kulturelle Grösse hatte Die Ex-BP-en Prof.Dr.Theodor Heuss u. Prof.Dr.Roman Herzog kannten noch diese Grösse.

Willi Mathes | Mo, 20. Februar 2017 - 17:38

So ist es !

Nach dem pastoralen " Beruhiger " bekommen wir nun einen parteipolitischen " Einschläferer " als Bundespräsidenten.
Jedes Wählervolk bekommt, was es verdient !

einschläfernde Grüsse

Dominik Maassen | Mo, 20. Februar 2017 - 17:48

Es ist noch nicht allzu lang her, dass zwei Bundespräsidenten das Amt beschädigt haben. Der eine, weil er beleidigt wie ein kleiner Junge hingeschmissen hat. Der andere, weil er ganz dringend mit schöner Frau ins Rampenlicht wollte. Ein wenig Langeweile plus Integrität kann nicht schaden. Zumal diese Position nicht gedacht ist, um Aufbruchsstimmung zu verbreiten. Das kann man den Martin Schulz dieser Republik überlassen. Von denen gibt es wahrlich genug. Und gewählt worden ist er ja nicht wirklich. Das war das einzige falsche Signal.

Isabel d'Aguerre | Mo, 20. Februar 2017 - 18:56

Ausgezeichnet Herr Heitmann, Sie beschreiben den künftigen BP sehr zutreffend. Als Außenminister nichtssagend, Fehlbelegungen im Außenministerium, PC und Main Stream über alles, Hartz IV-Architekt, ausgekungelt im Hinterzimmer! So geht Politik und Demokratie heute!

frank.grundmann | Mo, 20. Februar 2017 - 18:56

Mit "Narkosearzt" wäre Steinmeiers Wirken für mich nur unzureichend umschrieben. Obwohl er bekanntlich seit er öffentlich auftritt monoton salbadert, wirkt er wohl eher wie die Klapperschlange auf die Maus: er paralysiert, um dann zuzuschlagen.
Also "Narkosearzt mit Giftspritze" wäre treffender. Er ist der Konstrukteur der Agenda 2010 und die hat er mit seinem Fürsprecher Schröder sogar als "heilsbringend" verkauft. Er hat damit als Drahtzieher in Schröders Kabinett u. A. durch Dumpinglöhne einem großen Teil der dt. Bevölkerung die Lebensgrundlage entzogen und dann ursächlich durch das deutsche Lohndumping Europa in den Abgrund gerissen - zum Wohle des Kapitals! Jetzt ist er von seiner Polit-Mischpoke zum Präsidenten gekürt worden. Wie immer, ein abgekartetes Spiel, völlig "disdemokratisch".
Sein Parteigenosse Schulz, ebenfalls als Salbader bekannt, gibt nun vor, die Agenda 2010 zu unterminieren. Ist ER der Narkosearzt? Wer glaubt noch einem aus der SPD?

Die Ausbildung hat Herr Steinmeier erstens nicht. Zweitens, ist er fürs verabreichen von Giftspritzen auch als Bundespräsident nicht zuständig.
Drittens, als Mitwirkender an der Agenda 2010 war seine Arbeit nichts weiter als schlicht, positiv.

Marcus Keller | Mo, 20. Februar 2017 - 22:48

Ich bin mir sicher - er ist einer der letzten seiner Art! ...Einer dieser konturlosen Politiker die diese geschliffene, allen und jedem gerechten Sprache pflegen. In anderen Ländern erscheinen schon ganz andere Charaktere auf der Bühne: Trump, Wilders, Le Pen..; man muss sie nicht mögen, aber sie alle haben eines gemein: sie sprechen eine andere Sprache und rütteln auf! (noch) nicht so in Deutschland: gilt eben sofort als reaktionär und rechtsradikal.

Reinhard Czempik | Di, 21. Februar 2017 - 17:32

Wegen seiner silbergrauen Haare taugt doch Herr Steinmeier ganz vorzüglich als "Grüß-August". Brauchen wir wirklich mehr? Millionen Hirnis glotzen z. B. neidisch auf die goldene Kutsche von Queen Elizabeth II bei TV-Übertragungen ! Jedes Volk hat das, was es (heimlich) will.
Ach was waren das noch für Zeiten , als Gustav Heinemann zusammen mit Willi Brand die Fenster aufrissen , um mal richtig durchzulüften!

Roland Deutschmann | Di, 21. Februar 2017 - 19:35

Ist Steinmeier der Präsident des Volkes oder wenigstens der Herzen? Nein, er ist es definitiv nicht! Man kann diese Politposse salopp kommentieren: Nach dem brutalst möglichen Wahlkampf in der Geschichte des Planeten wurde Steinmeier überraschend zum Präsidenten gewählt. Die größere Überraschung: In China fiel ein Sack Reis um!
Dieses lächerliche Polit-Theater konterkariert jedes Verständnis von Demokratie. Parteifunktionäre und Pappkameraden simulierten das Volk. Diese Farce hat nichts mit Demokratie zu tun, es war ein Ritual des Machterhalts der etablierten Parteien. Die Botschaft an den Bürger lautet, Du hast hier nichts zu entscheiden oder zu wählen - arbeite, zahle Steuern und kusche vor der Macht!
Es wird hohe Zeit, dass echte Demokratie in Deutschland Einzug hält. Ein Anfang wären die Bundespräsidenten-Wahl durch das Volk und Volksentscheide auf Bundesebene.

Roland Deutschmann | Do, 23. Februar 2017 - 18:49

Mein Gruß aus Berlin an Herrn Heitmann: Dies ist ein hervorragender Artikel, ich freue mich auf viele weitere in dieser Qualität. Danke!

Ursula Horvath | Sa, 25. Februar 2017 - 16:28

den brauchen wir nicht, wir haben Merkel, das halbe Land liegt schon eingelullert darnieder. Allerdings brauchen wir überhaupt keinen Grüß August, der dazu lebenslang dem Steuerzahler, der ihm nie wählen darf, auf der Tasche liegt. Dieser Posten ist so überflüssig wie ein Kropf! Wieviele ehem. BP leben noch und werden hochkarätig vom Bürger finanziert, obwohl manche von Denen nicht mal Halbzeit geschafft haben?

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