Balkan-Gipfel in Wien - Europas Kanzler heißt jetzt Kern

Der österreichische Bundeskanzler Christian Kern hat das Zepter in der europäischen Flüchtlingspolitik übernommen. Für Angela Merkel bedeutet das einen Machtverlust. Was heißt das für die Zukunft der Kanzlerin?

Bojko Borissow, Angela Merkel, Christian Kern, Donald Tusk und Viktor Orbán beim Balkan-Gipfel in Wien
Alle Blicke auf Christian Kern. Österreichs Bundeskanzler soll bei der Flüchtlingsfrage die Brücken bauen / picture alliance

Autoreninfo

Christoph Schwennicke ist Chefredakteur des Magazins Cicero.

So erreichen Sie Christoph Schwennicke:

Dieses Bild, es sagt so viel. Es sagt so viel, selbst wenn es der österreichische Gastgeber des dritten Wiener Balkan-Gipfels ist, der im Zentrum des Gruppenbildes mit Dame steht. Die Blicke aller richten sich auf den großgewachsenen neuen Bundeskanzler Christian Kern. Von der einen Seite sind es der bulgarische Regierungschef Bojko Borissow und Angela Merkel, die ihn beeindruckt mustern. Gegenüber ist ein EU-Ratspräsident Donald Tusk zu sehen, der Kern fixiert, und Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban.

Seht her, sagt dieses inszenierte Bild zur Flüchtlingsfrage, ich bin der, der die Brücke baut. Die Brücke zwischen der deutschen Bundeskanzlerin, die sich mit ihrer Flüchtlingspolitik des vergangenen Jahres im europäischen Verbund ins Abseits manövriert hat. Und den Gegenspielern aus Bulgarien und Ungarn, also Borrisow und Orban.

Eine Brücke mit neuer Statik

Eine Brücke vom Balkan über Wien nach Berlin, die allerdings eine ganz neue Statik hat. Der südliche Pfeiler ist klar gestärkt. Kerns Politik der Aussöhnung Europas in der Frage der Zuwanderung geht auf Kosten der deutschen Kanzlerin, der nichts übrig bleibt, als diesem Machtverlust mit einem freundlichen Gesicht zu begegnen.

Und mit einer neuen Position. Vor ziemlich genau einem Jahr ließ die deutsche Kanzlerin in einer Talkshow ihre Bevölkerung wissen, dass es ihrer Ansicht nach „nicht in unserer Macht“ liege, „wie viele nach Deutschland kommen“. Nun, beim Wiener Kongress zum europäischen „Burden Sharing“, ließ sich Angela Merkel mit dem Satz vernehmen: „Unser Ziel muss es sein, die illegale Migration so weit wie möglich zu stoppen.“ Zwischen diesen beiden Statements der Kanzlerin liegen etwa 350 Tage, politische Welten, fünf Wahlniederlagen ihrer Partei bei Landtagswahlen sowie eine Bußrede, die ein wohlwollender Beobachter „eine kluge Demutsgeste“ genannt hat.

Kommt Merkels Konzession zu spät?

„Demutsgeste“ ist sprachlich gesehen ein Determinativkompositum. Das heißt, die eigentliche Bedeutung des Wortes liegt nach deutscher Grammatik in seinem zweiten Teil. Nicht bei Demut. Sondern bei Geste. Und mit diesem Wort ist dann auch Merkels Herausforderung der kommenden Wochen und Monate benannt. Denn eine Geste ist eine Geste, also weder zwingend Überzeugung noch Tat. Daher ist die Schlüsselfrage: Reicht diese späte, sehr späte Konzession an ihre Kritiker im eigenen Land aus, alles Vorherige vergessen zu machen?

Die Frage ist vorläufig offen. Tatsache ist aber: Auch in den von ihr in diesem Zusammenhang ausgerufenen postfaktischen Zeiten gelten weiter Zahlen und Fakten. Und Fakt ist, dass die von ihr nun als zu unterbinden benannte illegale Migration bereits eine knappe halbe Million nicht registrierte Menschen nach Deutschland gebracht hat. Niemand weiß, wo die sich aufhalten und welche Ziele sie nach Deutschland geführt haben. Und auch nicht, wie man sie je registriert bekommen könnte. 

Die große Unbekannte in Merkels Rechnung

Vorläufig kann also die Kanzlerin nur abwarten und sondieren, ob sich für sie hierzulande eine zweite Chance in der Flüchtlingsfrage ergibt. In Europa ist ihr die Sache schon entglitten beziehungsweise aus der Hand genommen worden. Im Schwesternstreit mit der CSU zeichnet sich hingegen eine Einigung ab, die für sie innerparteilich einigermaßen gesichtswahrend sein kann.

Bleibt als große Unbekannte in Merkels politischer Rechnung die Bevölkerung. Bis zum CDU-Parteitag Anfang Dezember muss sie für sich selbst diese Fragen beantworten: Ist die Trendwende gelungen? Gewinne ich den Rückhalt zurück, der erforderlich ist für eine erfolgreiche Bundestagswahl im Herbst kommenden Jahres? Oder geht der Erdrutsch trotz Kehrtwende in der Sache und der Rede im Büßerhemd weiter? Sollte sich in den nächsten Wochen Letzteres abzeichnen, sind Überraschungen in Essen nicht ausgeschlossen.

Christian Kern ist übrigens jener österreichische Bundeskanzler, der auf Werner Faymann folgte, mit dem Angela Merkel seinerzeit die Grenzöffnung des 4. September 2015 verhandelte und beschloss.        

Nicolas Wolf | Di, 27. September 2016 - 21:24

In reply to by Winfried Dewenter

Was soll denn das? Petry Heil? Ist Petry jetzt Hitler, oder Cäsar oder geht's hier ums angeln?

Meine Güte, na es muss ja auch eine Welt nach Merkel geben und warum soll man dies nicht mal diskutieren???
(Anm. d. Red.: bearbeitet)

Hans-Jürgen Schulze | Mi, 28. September 2016 - 11:25

In reply to by Winfried Dewenter

Zu Petry Heil kann sie (Petry) eigentlich nur sagen Petry dankt.
Frau Merkel hat immer noch nicht bemerkt wie Ihre und den
Koalitionären die Wählerstimmen abhanden kommen sind.
Jeder weitere Fehler von der jetzigen Regierung kann die
AFD nur als stärkend entgegen sehen.
Das betrifft auch alle weiteren Hasskommentare gegenüber
dieser Partei. Hier tun sich die SPD inklusive der Grünen und
für witzig auch schon mal die neue, alte FDP negativ hervor.
Der eigentliche Hauptgegner, die Linken, haben es langsam
verstanden, das Parteienhetze nur negativ sein kann. Das spricht
für die Intiligenz Ihrer führenden Ebene. Eventuell sehen sie in
der Parteienlandschaft eine AFD mit der man auf Augenhöhe
politisch arbeiten kann. Die Konstellation beider Wählergruppen
sind in etwa gleich, was Bildung und realistisches Denken ausmacht.
Wenn beide, noch "großen" Volksparteien an derzeitiger
Flüchtlingspolitik in aller Gänze festhalten, würden es weiteres
absinken Ihrer Wählerstimmen bedeuten.

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 27. September 2016 - 16:36

Der erste Wortteil bestimmt, wie der zweite aufgefasst werden sollte.
Haben Sie im Ernst etwas anderes von Frau Merkel je gehört oder gesehen als Gesten?
In ihrem reichen Gestenwortschatz ist dies also die der Demut.
Wie kommen Sie, Herr Schwennicke, auch nur für Sekunden darauf, dem würden Taten folgen?
Wann war das einmal so? Ich kann mich nicht entsinnen.
Jetzt machen die weiter Politik, die sie immer machten bis zur nächsten Geste Merkels. So möchte sie doch auch ihre Flüchtlingspolitik sehen, als Geste.
Frau Merkel und die Erwartungen an Politik seitens der Deutschen sind m.E. ein einziges riesiges Missverständnis.
Jetzt darf wirklich einmal die Welt in den "Genuss" dieser Gesten kommen.
"Ich habe genug", um den demnächst wohl verfemten Bach sprechen zu lassen.
Und doch letztens der Gottesdienst mit den Thomanern "Jesu meine Freude", geben mir soviel Kraft, zu glauben, nicht dass ich es richtig machte, sondern dass es eine Gerechtigkeit des Himmels und der Erden gibt.

Es ist schön, daß Sie die Eingangsarie der Kantate zitieren. Zum Thema des Artikels passen ebenso die beiden weiteren Arien: "Schlummert ein" und "Ich freue mich auf meinen Tod".

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 28. September 2016 - 17:56

In reply to by Robert Polis

"zu Bett gegangen", will sagen, er hat mich begleitet mein Leben lang.
Meine Kusine und ich haben ihn von Bäumen herab gesungen.
Wir kamen zu dem Ergebnis, dass seine Musik es verständlich macht, an einen Gott zu glauben
Bach strömt durch meine Adern, Bach atme ich ein und aus, Bach ist innerer Frieden.
Später kam Händel dazu.
Begleitend alle die da so komponierten in der Zeit.
Und nach dem 2. Weltkrieg waren die Karl-Richter-Aufführungen Momente, an denen sich Deutschland wieder besinnen konnte.
Peter Schreier, Theo Adam...
Ich habe immer auch ein bisschen in der DDR "gelebt":)

Gerdi Franke | Di, 27. September 2016 - 16:48

Sie hat immer noch nicht verstanden. Und sammelt immer noch neue Migranten ein. Ohne ein Konzept zu haben wie sie die unberechtigten Migranten in unserem Land wieder los wird. Eine Schande, wie die unserer Politik auf der Nase herumtanzen. jetzt klagen die schon auf Aufenthaltsrecht. Man sieht nur Hilflosigkeit!

denn die erste Chance von Merkel war die Eurokrise. Sie war in der Führungsposition und ganz Europa anerkannte das. Sie hat es vergeigt, niemand hört mehr auf sie in Europa.
Die zweite Chance war der Sept. 2015. Sie hatte es in der Hand die Millionenwelle zu bremsen und zu dirigieren. Als sie merkte, was sie da angerichtet hatte, wollte sie die Flüchtlingslasten gleichmäßig per Quote auf Europa verteilen. Niemand ist ihr gefolgt.
Jetzt geht es eigentlich um ihre dritte Chance, d.h. darum, ob man ihr erlauben soll, die von ihr selbst nicht wahrgenommenen Chancen in einem dritten Versuch noch einmal ausspielen zu dürfen.
An Ihrem Tun haftet der Makel des Versagens. Sie war den Aufgaben nicht gewachsen. Die Bevölkerung hatte ein sehr großes Vertrauen in Merkel und sie hat es verspielt.
Warum dann jetzt noch weitermachen? Sie sollte abtreten so lange das noch mit einiger Würde möglich ist.

Christa Wallau | Di, 27. September 2016 - 17:30

Die nächste Bundestagswahl wird zeigen, ob die deutschen Wähler in ihrer Mehrheit den Durchblick haben oder nicht - trotz massiver,
einseitiger Beeinflussung durch die Medien. Sollte es Angela Merkel mit ihrer faktischen (aber nie von ihr verbalisierten)
180 Grad-Wende in der Migrantenpolitik schaffen, an der Macht zu bleiben, dann sehe ich noch schwärzer für die Zukunft unseres Landes als bisher bereits.
Was gestern falsch und menschenverachtend war, kann heute nicht richtig sein - und umgekehrt. Aber genau das will diese Kanzlerin wohl dem Volk in seiner Mehrheit immer noch "verklickern". Wenn ihr das gelingt, ist Hopfen und Malz verloren. Dann sind auch die heutigen Deutschen definitiv die weltweit "allerdümmsten Kälber", die ihre Metzger selber wählen [Anm. der Red.: gekürzt]

stimme ihrem letzten satz zu.
wenn man kaelber gegen laemmer austauscht, versteht man u.a. kabbalistische
geo-astrologie. deutschland wird von widder regiert (hammelsprung etwa)
kleiner off-topic hint, falls es interessiert......

unser System ist festgefahren und nach 60 Jahren im Dienst aus dem Ruder gelaufen. Politiker und Mandatsträger sind zu einer eigenständigen Kaste mutiert. Sie haben das System geentert und fest im Griff. Der Wähler stört da bloß. Aber er ist wenigstens manipulierbar. Dies besorgt ein Heer von feigen Mitläufern aus Medien und Presse. Anstatt unabhängig zu berichten halten sie sich an "political correctness" u.ä. Damit lässt sich alles vernebeln und wie im Nebel üblich, fehlt dann der klare Blick. Der Wähler erlebt das alles live mit und lässt es geschehen. Was soll er auch tun? Unvollständig oder gar falsch informiert, ist er eher ein Opfer des Systems. Geplant war zwar, dass er der Souverän sein sollte, von dem alle Macht ausgeht, doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Vom Wähler wird der Anstoß zu Veränderung wohl kaum kommen. Wir müssen warten bis sich noch mehr Druck aufgebaut hat. Ist dieser dann groß genug, wird das ganze marode System uns um die Ohren fliegen. Und was dann?

Herr Armbruster. Niemals zuvor ist ein(e) Bundeskanzler/in in diesem Land derart kritiklos und götzengleich von den Medien verehrt worden. Das erzeugt Größenwahn und hat natürlich auch Einfluss auf so manche Bürgermeinung.

Arne Bruhn | Di, 27. September 2016 - 17:35

Herr Schwennicke stellt die Frage: "Reicht diese späte, sehr späte Konzession an ihre Kritiker im eigenen Land aus, alles Vorherige vergessen zu machen?" Für mich kann ich die klar beantworten "Nein!" - War schon die Reaktion auf Fukushima von Panik geprägt, gefolgt von Euro- u. Griechenlandkrise, so war die uneingeschränkte Öffnung der Grenzen für alle Welt Panik pur! "Daß es "nicht in unserer Macht“ liege, wie viele nach Deutschland kommen“ Zeichen totaler Hilf- und Planlosigkeit!
Und nun die volle Kehrtwende:„Unser Ziel muss es sein, die illegale Migration so weit wie möglich zu stoppen.“ Schlimmer geht es nimmer! Und dieses "heute Hüh - morgen hott" soll ich - als Wähler - mit verantworten?
Ein Bekannter in Meck-Pom sagte es kurz so: "Einmal Wendehals, immer Wendehals!" Ein anderer nannte die Dame "Chamäleon"!
Vielleicht mag sie ja geeignet sein, eine Kita zu leiten, für das höchste Regierungsamt hat sie endgültig disqualifiziert.

Sie tun den Erziehern Unrecht. Eine gute KiTa oder ein Kindergarten bedarf eines Leitbildes, eines Konzeptes, also Menschen, die im Leben stehen, empathisch sein können und Wissen, was sie tun. Und sie müssen Ideen haben.
Also für die KiTa ist sie ungeeignet.

Nicolas Wolf | Di, 27. September 2016 - 18:10

Es geht meiner Meinung nach nur noch ohne Merkel. Wenn jetzt hier schon über "illegale Migration" gesprochen wird und andere Länder zeigen, dass diese sehr wohl gestoppt, oder zumindest hinreichend eingedämmt, werden kann, was bleibt dann noch, nur noch eine erfolgreiche Integration oder konsequentes Abschieben. Das Abschieben wäre nur ein weiteres schuldeingeständnis und funktioniert ja momentan nicht. Eine erfolgreiche Integration wurde mit diesen Vorzeichen noch nirgends erfolgreich umgesetzt. Selbst wenn sie gelingen sollte, wäre der Weg wohl länger als nur eine Wiederwahl von Merkel. Die CDU und Merkel sollte schnellstens einsehen, dass man einen sehr gravierenden Fehler gemacht hat und die Konsequenzen ziehen und die müssen über Merkel hinaus reichen.

Eine Beendigung der illegalen Einreise kann m. E. nur durch eine konseqeunte Grenzüberwachung funktionieren. D.h. auch, dass jede Einreise n u r mit kompletten und gültigen Ausweispapieren erfolgen kann.
Und das Mär von der "Integration" ist auch schon abgelutscht.
Ich behaupte, der größte Anteil der eingewanderten Migranten denkt im Traum nicht daran, sich zu integrieren und zu qualifizieren, um sich selbst zu ernähren, etc.
Der deutsche Staat mit seinen rund-um-sorglos- und Flatrate-Sozialleistungen ernährt sie doch alle und das auch noch kostenlos !

Bernd Fischer | Di, 27. September 2016 - 18:30

Sie wird die rückläufigen ( obwohl noch pro Tag illegal tausende ankommen ) Flüchtlingszahlen als Ihren Erfolg mit aller Gewalt ( vor dem schlichten Parteivolk ) für sich reklamieren. Sie vergisst dabei wohlwissend das andere Staaten ( die Sie verachtet ) die Drecksarbeit für Sie gemacht haben. Sie verkauft es als Ihren Erfolg.
Zum Parteitag selbst: Wer einigermaßen politisch interessiert ist, weiss wie die Auswahl der Delegierten bei Parteitagen ( mit sanfter Lenkung) zusammengesetzt ist.
Die Jubelperser werden ( wie so immer ) in der Mehrzahl bleiben.

Also liebe Freunde , lasst uns endlich den Rekord von 13 Minuten was Standing Ovations betrifft, endlich knacken.

Wir schaffen das, und die Beifallsstürme im „Affentheater“ werden weiter gehen.

dass es Zeit wird, Frau Merkel das Ständchen "Time to say Good bye" zu singen. Denn sonst werden wir Wähler es den Delegierten / Abgeordneten singen, von denen viele außer durch die Politik kein Einkommen haben. Machen Sie denen klar, dass die Pöstchen weg sind, wenn sie Merkel weiterhin die Treue halten. Zuerst den CDUlern in NRW, Saarland und Schleswig-Holstein, den nächsten Landtagswahlländern, dann allen CDU-Bundestagsabgeordneten.

Eine Email zigtausendfach an diese Adressen verschickt, sollte reichen.
Welche Adressen das sind, lesen sie hier:
https://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete18/listeFraktionen/cducsu
https://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete18/listebundesland/nordrh…
https://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete18/listebundesland/saarla…
https://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete18/listebundesland/schles…

Wer wirklich etwas bewegen will, macht Druck auf diese Leute, die haben etwas zu verlieren, nämlich ihre Pfründe!

Hans Dunst | Di, 27. September 2016 - 19:00

hat sie gesagt, dass "Multikulti eine Lebenslüge" sei. Sehr eigenartigerweise hat dieses Statement keinen Eingang in die Medien gefunden. Obwohl sie damit ausnahmsweise mal recht hatte. Im übrigen halte ich Kurz und Kern für gute Männer. Vor allem der jungenhafte Aussenminister beeindruckt durch klare und zielführende Statements. Wenn ich dagegen all die -meiers in D sehe und höre- au weia.
Nomen ist halt wirklich omen.

Gisela Müller | Di, 27. September 2016 - 20:17

"Auch in den von ihr in diesem Zusammenhang ausgerufenen postfaktischen Zeiten gelten weiter Zahlen und Fakten. Und Fakt ist, dass die von ihr nun als zu unterbinden benannte illegale Migration bereits eine knappe halbe Million nicht registrierte Menschen nach Deutschland gebracht hat. "
"Postfaktische Zeiten"? Es gibt keine POSTfaktischen Zeiten! Nur faktische Realitäten! Siehe 1. Zitat, 2. weitere Hunderte jeden Monat aus Italien und Griechenland, 3. immer mehr "Asylbewerber" verklagen uns, 4. Migrantenqote (nicht Flüchtlings-, nein, Migrantenqoute (V. Beck) wäre "verfassungswidrig 5. "Asyl für alle" (Pro Asyl), 6. Frage: woher und wie kommen die 400-500tausend aus diesem Jahr? Antwort: keine! 7. HartzIV für alle (ist "einfacher"), usw., usw. Es ist ein Fass ohne Boden und es wird noch schlimmer werden. "Bussrede, Demutsgeste"? Sehe ich absolut nicht so. Für mich hat sie gesagt: alles ok, weiter so!

Wolfgang Tröbner | Di, 27. September 2016 - 20:26

Es ist der lang ersehnte Sieg der Vernunft, dass die Regierungschefs Europas mit Österreichs Kanzler an der Spitze der Dame aus Berlin endlich die rote Karte gezeigt haben. Wer wie sie versucht hat, entgegen jeglicher Vernunft allen anderen EU-Ländern den eigenen Willen aufzuzwingen, hat verdient, dass man ihr in aller Öffentlichkeit die Zügel aus der Hand nimmt und ihr ihre Grenzen aufzeigt. Offensichtlich die einzige Möglichkeit, sie zu stoppen.

Ich hoffe sehr, dass das deutsche Wahlvolk ihr 2017 ebenfalls die rote Karte zeigt und sich nicht mehr von ihr blenden lässt. Es wird Zeit, dass sie endlich ihren Ruhestand antritt.

Dimitri Gales | Di, 27. September 2016 - 21:15

Die österreichische Regierung macht das, wozu Merkel nicht fähig ist: eine Politik jenseits des Irrationalen und Laienhaften. Merkels Stärke besteht in der wehrhaften Interessenwahrung bezüglich ihres Status als Parteichefin und Kanzlerin - mehr kann sie nicht. Sie vollbringt ja auch nicht viel. Die politische Frontarbeit wird von einem routinierten Regierungsapparat vor- und zubereitet, und was wäre Merkel ohne ihre Experten, ohne ihre Souffleure. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, für Wählerstimmen zu sorgen. Deshalb halten CDU/CSU noch an ihr fest.
Es hängt, wie man weiss, von der CDU ab, ob Merkel 2017 weitermachen kann - eventuell auch nicht, wenn dem Wähler bezüglich Merkel endlich ein Licht aufgehen sollte. Aber das ist nicht sicher.

Frank Beckmann | Di, 27. September 2016 - 22:44

Bei Frau Merkel nimmt die Anzahl ihrer 180°-Wenden ständig zu. Man kommt gar nicht mehr hinterher. Nach dem Seitenwechsel in der Willkommenskultur stellt sich die Frage, wann die Wende in der Energiewende kommt?

Karola Schramm | Di, 27. September 2016 - 23:11

Es ist tragisch. Merkel als BK will keiner mehr haben. Ein anderer Mensch steht noch nicht zur Verfügung. Das kommt davon, wenn sich die Aufmerksamkeit immer nur auf eine Person bündelt und andere, fähige Politiker nicht zum Zuge kommen oder sich nicht trauen.
Die CSU sollte mutig sein und Horst Seehofer als zweiten Kandidaten aufstellen. Er hat einen gesunden Menschenverstand, Courage und kann weiter denken als die Nasenspitze reicht, (was Merkel nicht kann)hat klare Positionen zur Mirgrationspolitik und ist beliebt. Merkels Sinkflug ist nicht aufzuhalten, was für ihn zum Vorteil wäre.

Ansonsten sehe ich Deutschland derartig verfahren, chaotisch und radikalisiert, dass dringend laut und deutlich Stopp gesagt werden muss. Seehofer würde das können. Merkel und ihre Crew nicht. Die hat sich verzockt und ist nichts mehr wert. Ein Bombenanschlag in DD auf eine Moschee und de Maiziere bringt es nicht fertig, vom Rechtsextremismus zu reden. Politische Blindheit oder Ignoranz ?

Clara Schwarze | Di, 27. September 2016 - 23:25

Man sollte sich die Illusion machen, dass Merkel wirklich eine Wende gemacht hat. Es ist vermutlich eher das typische Politiker-Muster, scheinbare, taktische Konzessionen zu machen, um strategische Ziele zu erhalten. Die kennen wir nicht, was allein schon fragwürdig ist, aber man kann sie schon in Teilen rausfiltern. Die CDU soll offenbar zu einer Partei werden, die sich jetzt neben den christlichen Konfessionen auch ganz besonders dem Islam zuwendet - nicht nur einfach Muslime aufnimmt. Das ist jetzt gerade aktuell veröffentlicht worden. Wulffs Äußerung erinnern wir auch alle, die komtm jezt wieder zurück. Das hier ist sehr viel mehr, als "nur" die Flüchtlingspolitik.

Mara Müller | Mi, 28. September 2016 - 00:10

Atomausstieg, Griechenlandkrise, NSA Abhör-Affäre, Ukrainekrise, Flüchtlingskrise, Brexit, an alle ist Frau Merkel maßgeblich involviert, aber für keine dieser Krisen hat Frau Merkel jemals eine Antwort oder klare Lösung, sie sitzt sie alle aus und deshalb warten die Folgen dieser Krisen noch auf uns in der Zukunft. Schwer nachvollziehbar ist, dass die Medien sie als erfolgreiche Politikerin darstellen. Um politisches Versagen bei Flüchtlingskrise zu vertuschen, spielt sie lieber Mutter Theresa. Auf der moralischen Seite ist man immer richtig, egal wie es ausgeht. Letztes Jahr sagte sie in ARD(zu ihrem Volk), wenn das Land sie nicht unterstützt, dann ist es auch nicht mehr ihr Land. Nun bald ist es vielleicht so weit. Sie mag Unterstützung von Muslimen, Linken/Grünen und Asyindustrie-Profiteure bekommen, aber die Mitte kann kaum abwarten, sie loszuwerden. "Merkel-muss-weg" ist keine Rand-oder Rechtsbewegung, wie die Medien es gern darstellen.

Vinzenz Brandner | Mi, 28. September 2016 - 00:36

"Reicht Frau Merkels Konzession aus, alles Vorherige vergessen zu machen?" Hat Sie wirklich eine Wende in der Flüchtlingskrise vollzogen? Ist die Erde eine Scheibe? Fragen über Fragen.. Nochmal: Frau Merkel ringt sich widerwillig unter dem Druck der europäischen Nachbarn und der Wähler ein paar Floskeln ab, das hätte sogar Honecker in der Situation machen müssen. Sie hätte, sagte sie, die Zeit gerne um viele Jahre zurückgedreht (am besten in die Zeit vor Ihrer Kanzlerschaft, wo andere schuld waren), den unseligen September 2015 nannte sie nicht, diese Enscheidung findet Frau Merkel immer noch prima. Warum sollte man Ihr noch eine Chance geben? Ist das Bundeskanzleramt jetzt so etwas wie ein Resozialisierungsprogramm? Bitte, bitte, lieber Cicero, Ihr habt ziemlich als einzige vielen Lesern in diesem gruseligen letzten Jahr Mut zum Durchhalten gemacht, stimmt wenigstens Ihr nicht mehr ein in den Chor der Medien, die uns mit frei erfundenen Kurskorrektur schon wieder einseifen möchten.

Robert Müller | Mi, 28. September 2016 - 05:01

Der Mann ist von der SPÖ und war zuvor ein Bahnmanager, was aber nicht heißt, dass er ein Mann der Wirtschaft ist. Begannen hat er laut Wikipedia als Wirtschaftsjournalist. Ausbildung sind Studium der Publizistik plus eine postgraduale Ausbildung in St. Gallen. Letzteres war wohl der Turbo.

Interessanter Werdegang. Sollte aber die FPÖ den nächsten Bundespräsidenten stellen, ist es möglicherweise schon wieder vorbei.

Nicolas Linkert | Mi, 28. September 2016 - 07:32

Merkel ist zu keiner Zeit von ihrer Position abgewichen. Sie hat allenfalls verbale Konzessionen gemacht, die aber nie Eingang in die konkrete Politik ihrer Regierung gefunden haben. Gleiches gilt übrigens für Seehofer, der immer nur geredet hat. Und nirgendwo steht: An ihren Reden sollt ihr sie messen - es ging und geht um Taten. Und da nähern wir uns auf Seiten von CDU/CSU dem Nullpunkt.

Noch eins: Es geht nicht darum, dass unregistrierte Menschenmassen hier einfallen - nein, es geht mir darum, dass überhaupt Menschenmassen hier einfallen dürfen. Aber das ist ganz offensichtlich politisch so gewollt, denn sonst hätte man substanziell etwas an der Politik verändert, so wie z.B. Österreich, als man zusammen mit Mazedonien die Balkan-Route sperrten. Dafür wurden sie von deutscher Seite sogar angefeindet, weil das natürlich den Exodus nach Deutschland hemmte. Dafür bekamen wir das windige Abkommen mit der Türkei, das wieder nur Merkels Migrationspolitik hilft.

Das Türkei-Abkommen wurde von der griechischen Justiz torpediert, weil die die Türkei nicht als sicheres Land sieht (trotz anderweitige Versicherung von EU und Merkel). Hätte Merkels Plan funktioniert, wären Hunderttausende von der Türkei ins Flugzeug nach Deutschland gesetzt worden. Bei der aktuellen Neupositionierung wird im übrigen übersehen das dazu auch eine festgelegte Aufnahme-Quote von Flüchtlings seitens Deutschland gehört. Man will monatlich 500 Flüchtlinge aus Griechenland und Italien übernehmen. Auch bei den geplanten "Türkei"-Abkommen mit afrikanischen Ländern und Afghanistan gehört die legale Einreise natürlich mit dazu. Auch hier wird wieder die Einwanderungs-Blockade per Lufttransport umgangen. Das Ziel ist die illegale Einwanderung durch eine legale Einwanderung zu ersetzen. Warum? Ich vermute, weil sonst die Zahl der in Europa illegal Herumwandernden weiter steigt. Köln war davon die Folge. Diese Leute leben unter dem Radar, für den IS ideale Kandidaten.

Eylem Ermek | Mi, 28. September 2016 - 07:44

Das ist ja nun mal schön, wieviele Bürger endlich sehen, das da überall eine Kleinigkeit falsch gemacht wurde. Vom Euro hin bis zur Migrationspolitik. Und wer hat immerwieder den Finger drin. Frau Merkel. Jetz ist seit Jahren so viel in die Hose gegangen und nun darf der Österreicher es versuchen besser zu machen. Die Betonung liegt auf versuchen.

Thomas Radl | Mi, 28. September 2016 - 08:42

Naja, was immer "Europas Kanzler" sein soll. Dass Merkel ihren Einfluss in Europa nach und nach verliert, ist doch ihrem selbstgesetzten "Humanitären Imperativ" geschuldet, dem außer den deutschen Qualitätsmedien und den Gutmenschen im Lande kaum jemand folgen mag, insbesondere, nachdem sie neuerdings erklärt, dass es miese Politik war, sie aber nicht davon abrückt.
Die Frechheit, zu behaupten, man hätte (als Regierungserfolg) die Flüchtlingszahlen minimiert, obwohl der größte Depp erkennt (außer natürlich Herrn Laschet, der der Kanzlerin treu ergeben bleibt und folgt), dass dies Folge der Schließung der Balkan-Route ist, wird nur zur Folge haben, dass im Land die AfD weiter erstarkt und die CDU sich Westerwelles 18 %-Ziel zum Vorbild nimmt. In Europa kann man mit solchem hanebüchenen Unsinn schon gar nicht punkten.
Für Europa ist es nur gut, wenn Kern und sein Außenminister Kurz jetzt tonangebend sein sollten. Hoffentlich mündet das in einer konsensfähigen EUROPÄISCHEN Politik .

Renate Aldag | Mi, 28. September 2016 - 10:06

Die Schlüsselfrage: reicht es ....., um alles Vorherige vergessen zu machen? Meine Antwort: durch Lügen, Rechtsbrüche, Medienkontrolle und Ignoranz des Wählerwillens hat Frau Merkel das Wählervertrauen total verspielt. Wer nicht dement ist, vergisst nichts und präsentiert die Quittung bei den kommenden Wahlen.

Frank Goller | Mi, 28. September 2016 - 10:45

Ich hoffe das sich ihre politische Zukunft auf einen lokalen geografischen Bereich im Osten Deutschland ( Uckermark ) beschränkt zum Beispiel Kassenwart im CDU Ortsverein oder Fähnleinträgerin bei offiziellen Anläßen. Zurück zu den Wurzeln !

Wolfgang Tröbner | Mi, 28. September 2016 - 13:34

In reply to by Frank Goller

Ich glaube, dass sie plant, ihr Altenteil ganz weit weg von dem ruinierten Land Deutschland zu errichten, Neuseeland z.B. oder sie folgt Honecker. Hierzulande will sie niemand mehr sehen, weder im Osten noch im Westen.

Gudrun Philipp | Mi, 28. September 2016 - 20:51

In reply to by Frank Goller

Dieser Vorschlag, Herr Goller, ist wirklich sehr gut. Sie sollten ihn mal unserer Mutter Theresa II unterbreiten, damit sie nach ihrem Geschafftsein hoffentlich noch eine nette Aufgabe als CDU-Kassenwart in ihrer Heimat findet. Und da sie ja schon einmal ihre große karikative Seite im Herbst 2015 gezeigt hat, was das "dumme" Wahlvolk nicht wirklich gewürdigt hat, kann sie diese noble Seite ja noch einmal als Kassenwart unter Beweis stellen, indem sie aus ihren persönlichen Bezügen dort die Kasse ein wenig auffüllt. Ja, es gibt dort sicherlich nach der letzten Wahl viel zu tun, man muß es nur sehen und anpacken.

Bernhard Jasper | Mi, 28. September 2016 - 11:08

Herr Schwennicke, wir können aus der Geschichte nicht heraustreten, wie vielleicht einige immer noch meinen, die auf deutscher „Identitätssuche“ sind. Der Bayer fühlt sich als Bayer und erst dann als Deutscher. Auch der Hamburger hat eine große Identifikation mit seiner traditionell weltoffenen Stadt. Der Schwabe mit seiner Region, usw..

Der größte Denk-Fehler ist nach meiner Auffassung sehr oft dieses missbrauchte „Wir“, das oft auf eine „Gemeinschaft“ rekurriert. Mir persönlich sind gemeinschaftliche Lebensformen unerträglich. Ich bilde mit meiner persönlichen Familie eine „Gemeinschaft“, ansonsten bewege ich mich in einer Gesellschaft. Und das ist gut so. Und wenn Gesellschaftlichkeit zunichtegemacht wird und Macht gewinnt, so scheint im Moment der „Zeitgeist“ zu sein, so muss trotzdem irgendwann die Gesellschaft erneuert werden. Das ist keine Theorie, sondern das Wesensgesetz sozialer Realisierung in der Zukunft. Wie das gemacht wird, ist die spannende Frage.

Siegfried Stein | Mi, 28. September 2016 - 11:14

Herr Schwennicke,
sie müssen Frau Merkel richtig verstehen, wenn sie sagt, ich zitiere:
"Nun, beim Wiener Kongress zum europäischen „Burden Sharing“, ließ sich Angela Merkel mit dem Satz vernehmen: „Unser Ziel muss es sein, die illegale Migration so weit wie möglich zu stoppen.“"

Sie hat Migration mit dem Attribut 'illegal' versehen, und Schleusung per Frontex kann man nunmal nicht als illegal bezeichnen.
Hat sowas von Dialektischen Materialismus - gelernt ist gelernt.
Merkel und ihre Entourage haben schliesslich bereits bewiesen, dass sie 'Migrantenwäsche' können - fast so gut wie die Mafia Geldwäsche.
Warum Merkels Bedeutung zurückgegangen ist, können Sie in den Artikeln von Wilfried Herz, Daniel Stelter und dem Interview mit George Friedman, alles in Cicero September 2016, nachlesen.
Es hat sich ausgeplappert.

Christoph Kuhlmann | Mi, 28. September 2016 - 12:55

Frau Merkel verweist ja immer auf die großen Fortschritte bei der Reform des Asyl- und Flüchtlingsrechtes. Doch hat es keine signifikante Auswirkung auf die Abschiebung von 600 000 abgelehnten Asylbewerbern. Auch die Einreise mit gefälschten Papieren oder ohne alle Papieren ist nach wie vor problemlos möglich. Einer Abschiebung wird so erfolgreich vorgebeugt. Der Herkunftsnachweis ist ja nicht zu erbringen. Auch das Abkommen mit der Türkei funktioniert nur bedingt. Es sind neue Flüchtlingsströme zu erwarten, sobald die Reisefreiheit in kraft tritt. Das Thema Migration wird bei den Annäherungsversuchen von CDU/CSU bisher ausgespart. Insofern hat auf bundespolitischer Ebene lediglich eine rhetorische Neuausrichtung seitens der CDU stattgefunden, zu einem Zeitpunkt wo sich Merkels Reden nur noch sehr wenige Menschen antun. Es bleibt also erst einmal alles beim alten. Ob mit oder ohne Burgfrieden mit der CSU, deren folgenlose Kritik bisher unglaubwürdig wirkt. Man wird Taten bewerten ...

Martin Wienand | Mi, 28. September 2016 - 13:48

Mit dieser Headline hat Sibylle Berg in ihrem Essay im Spiegel etwas gewagt. Endlich. Denn die meisten Bürger kriegen langsam mit, dass es so nicht weiter geht. Politisch ist Deutschland ein Desaster. In der Politik finden sich nur Spieler der 2. und 3. Liga. Die Top-Leute sitzen in der Wirtschaft. Und die funktioniert in Deutschland bestens. Mein Vorschlag wäre: Das gesamte Regierungspersonal, sowohl von CDU, SPD, Grünen und Linken rausschmeißen. Im Austausch fände ich gut: Erfahrene, erprobte Top-Manager als nüchterne Sachverwalter einzusetzen. Deutschland hat gigantische Probleme. Und dafür brauchen wir die besten Köpfe.

Herbert Trundelberg | Mi, 28. September 2016 - 14:30

es wäre ja einmal ein gutes Zeichen als "deutsche Kanzlerin" dem Volk zu zeigen, dass sie noch im Stande ist dieses Land zu regieren bzw. zu verwalten und für Sicherheit zu sorgen. Dazu Bedarf es aber der Handhabung der Gesetze und nicht des Gesetzesbruches. Wie wäre es wenn man die libanesischen Verbrecherclans so an die 40.000 bis 50.000 die hier in der Sozialen Hängematte liegen wieder in ihre Heimat zu transverieren. Das wäre eine Maßnahme der Vertrauenbildung einer Verantwortungsbewussten Kanzlerin gegenüber den Bürgern im Lande. Wird aber nicht passieren, Verbrecher dürfen bleiben aber der Deutsche hat ja jetzt endlich eine Alternative.

Werner Kaunzner | Mi, 28. September 2016 - 14:45

Wenn Frau Merkel -möglichst bald - zurück tritt oder zurückgetreten wird, kann man erleichtert sagen:

Die Lücke, die Frau Merkel hinterlässt, ersetzt sie vollauf.

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

josef garnweitner | Mi, 28. September 2016 - 14:56

Wer erinnert sich denn noch an die erste "Großtat" von Frau Merkel?

Es gab seinerzeit Zoff zwischen England und der EU und keine Einigung. Dann trat die frisch gekürte Kanzlerin auf den Plan und palaverte kurz mit den Herrschaften von der Insel. Der Streit war im Nu beigelegt und Frau Merkel ließ sich als Vorzeigediplomatin feiern.

Ca. 14 Tage später kam dann heraus, daß Lady Merkel den Engländern 8 Milliarden Euro zum Geschenk gemacht hat.

Und weil sich kein Mensch darüber aufgeregt hat, hat die Dame halt weitergemacht mit Tricksen, Täuschen und Bauernfängerei.

Es hat sich doch jeder einlullen lassen von dieser Frau. Viele noch bis heute.

Ich glaube, die Mehrheit der Deutschen hat bis heute nicht gemerkt, daß diese Kanzlerin nichts und zwar absolut nichts geleistet hat, was Deutschland nützten würde.

Werner Kaunzner | Mi, 28. September 2016 - 15:11

„Unser Ziel muss es sein, die illegale Migration so weit wie möglich zu stoppen.“

Sie sagt: unser Ziel muss es sein ....
und nicht: unser Ziel ist.

Sie denkt, unser Ziel könnte es sein, wenn es gar nicht anders geht.

Uwe Dippel | Mi, 28. September 2016 - 15:41

Sind ein gutes Paar für Europa. Und nicht nur die Namen!

Sie haben beide einen grossen Nachteil: Beide sind sehr jung, wenigstens im Amt. Man konnte das feststellen, beide wollten die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei einstellen. Beide haben natürlich Recht, beide sind aber aufgelaufen, und man hat Kern in Bratislava hinter vorgehaltener Hand gesagt, er sei 'zu neu im Geschäft' und würde nur gegen eine Betonwand auflaufen.
Das ist eigentlich schade, denn es wäre moralisch-ethisch die einzig akzeptable Reaktion auf die Vorkommnisse in der Türkei.
Aber um etwas ändern zu können, braucht man zunächst auch einen Stand, eine Anerkennung durch die Kollegen. Da sind beide erst am Anfang.

Kern hat ja auch CETA durch eine Mitgliederbefragung der SPÖ ausloten lassen, einwandfrei. Während Gabriel die Parteispitze 'befragt' hat.

Viel Glück und viel Erfolg nach Österreich!

Detlev Bargatzky | Mi, 28. September 2016 - 16:55

"Daher ist die Schlüsselfrage: Reicht diese späte, sehr späte Konzession an ihre Kritiker im eigenen Land aus, alles Vorherige vergessen zu machen?"

Ich bin da weniger optimistisch als die meisten anderen Kommentatoren und glaube, dass sich diese Frage so oder so ähnlich gar nicht nicht stellen wird.
Die Schönschreiber der Merkelschen Politik werden die Misserfolge dieser Dame (und damit die Eingangsfrage) in den letzten Monaten vor der BT-Wahl m.E. nicht mehr thematisieren schlicht nicht mehr Thema werden lassen, sondern den Menschen in diesem Land wieder einreden, Merkel bzw. die CDU sei die einzige Option für dieses Land, sicher durch die zukünftigen Krisen zu kommen.
Ich fürchte, dass die schiere Masse dieser Schönschreiber die meisten Kritiker schlicht übertönt und ausreichend viele Wähler taub macht.
Vielleicht täusche ich mich aber auch und die transatlantische Brücke unterstützt aufgrund der neuen Personalie im "Weißen Haus" zukünftig einen anderen Unions-Kandidaten.

maria chladek, Wien | Mi, 28. September 2016 - 17:19

Sg.Hr.Schwennicke, ich schätze Ihre Kommentare sehr, erlaube mir als Öst. meine Einschätzung zur dzt. Lage abzugeben, wobei ich Ihnen leider nicht bei allen Belangen recht geben kann. Der "neue" Ö BK Kern hat meiner Meinung nach in der Flüchtlings/Migrationsfrage bisher überhaupt nichts bewirkt. Die Schließung d. Balkanroute erfolgte über Bemühen des jungen Ö.AM Sebastian Kurz. Mögen sich ein 3/4 Jahr nach der Schließung der Balkanroute viele andere Politiker dieses Umstandes rühmen, hier in Ö. weiß jeder, wohin "der Hase läuft".
BK Kern - der durch einen SPÖ- internen "Faymann-muß weg-Putsch" an die Macht kam, ist es bisher nicht einmal gelungen, eine Versöhnung mit den Nachbarländern Ungarn, Slow., Tschech., Slowakei zu bewirken, keines dieser Länder nimmt Migranten von Ö zurück. BK Kern (SPÖ) profiliert sich smart in TV , Presse u. bei dem völlig ergebnislos verlaufenen Treffen der Regierungschefs des Balkans incl. Merkel in Wien.
Will er so Wähler (v.d.FPÖ) zurückgewinnen?

Gabriele Tesche | Mi, 28. September 2016 - 20:04

Merkel wird auch die nächste Bundeskanzlerin Deutschlands sein, ins Amt gehoben notfalls durch eine Schwarz/Rot/Rot/Grün/Gelbe Koalition, es sei denn, die AfD erringt die absolute Mehrheit und das kann ich mir nicht vorstellen.

Petra Schaefer | Mi, 28. September 2016 - 21:17

mitnichten - Merkel hat verspielt. Prof. Volker Riegger hat es auf den Punkt gebracht. Zur Flüchtlingskrise:
"Jetzt sind die Menschen da - man kann sie auf der Straße sehen. Man kann sehen, dass es nicht mehr funktioniert mit : Lasst mich nur machen..." und weiter:"Die Bürger haben angesichts der offenen Grenzen einen staatlichen Kontrollverlust beobachtet. Das ist das schlimmste, was einer politischen Autorität passieren kann."
http://www.cicero.de/berliner-republik/bundestagswahlkampf-gabriel-kann…
So ist es - es gibt kein Vergessen - "jeden Tag auf der Straße..." Und es stellt sich jeden Tag die Frage:
Wann kommt der Supper-Gau der Kosten: heute in den Nachrichten: 300.000 unbegl. minderjährige Flüchtlinge = 300.000 x 60.000,- EURO im Jahr!!! Nur e i n Beispiel. Und der "Kontrollverlust" der Polizei+Gerichte in vielen Städten ist ebenfalls sicht - und spürbar.
s.a. SPIEGEL/16/1982 "Die Reichen werden Todeszäune ziehen."
SPD Kommunalexp. M. Neuffler über das Asylrecht

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 29. September 2016 - 13:43

In reply to by Petra Schaefer

Möglich, aber ich glaube nicht an Kontrollverlust sondern an Planung bei Merkel.
Weshalb ich mich frage von wo aus sie spricht.
Ich glaube dann doch nicht, dass sie sich für Gott hält, dazu fehlt ihr jegliche Spiritualität.
Aber so ein Ansatz wie der von den Raelisten, zu denen auch Houellebeque gehören soll, wie ich einmal las, den traue ich ihr zu.
Sie hält sich evtl. für ein besonderes Atom.
Was mich amüsiert und an George Orwell denken lässt "All animals are equal..."
Warum sich aber ausgerechnet diese Menschen für die Auserwählten halten, erschliesst sich mir nicht.
Können Sie ermessen, wieviel Energie es kosten würde, sich gegen solch einen in meinen Augen "Unfug" wie den der Raelisten zu stemmen?
Aber weil man eben auch selbst leicht Fehler machen kann, ist es nicht falsch, sich eine Haltung zuzulegen, wie man sie m.E. bei Cooper/Lain findet "Irrsinn aushalten" in "der Tod der Familie".
Wie gestalten sich Familien im Arabischen und Afrikanischen?
Ursache der Gewalt??

ja, werte Frau Schäfer, das macht also 5.ooo,-- Euro pro minderjährigem Flüchtling im Monat. Die sonstigen Migranten und abgelehnten Asylbewerber garnicht mitgerechnet.

Wenn ich mir da so überlege, daß ein Herr Müntefering von der Partei des kleinen Mannes, wie hieß sie doch gleich, ach ja SPD, ganz dreist behauptet, ein Rentner mit 6oo Euro Rente im Monat sei nicht arm, dann dreht sich mir der Magen um.

Ich will lieber nicht schreiben, was ich von solchen Herrschaften halte, die sich ihre Bezüge und Renten/Pensionen ja selber genehmigen, ihren Wählern aber rotzfrech sagen, 6oo Euro sei genug.

Ronald Solle | Mi, 28. September 2016 - 22:50

Frau Merkel hat sich als das größte Problem Europas erwiesen. Kein Politiker/in hat in den letzten Jahrzehnten mehr zur Spaltung von Europa beigetragen als Frau Merkel. Es kann nur ein Ziel der Europäischen Politik geben sie zu stoppen. Ob Visegrad Staaten oder ein Bundeskanzler aus einem Nachbarland . Sie tun mehr für Europa als unsere Regierung aus CDU/CSU und SPD. Eigentlich müßten sich viele schämen sie gewählt zu haben bzw. ihre Politik im Bund,Ländern oder Kommunen zu unterstützen. Aber wer im System steckt kann es ja egal sein ... Hauptsache die Pension ist gesichert.
Mit freundlichen Grüßen.

Andre Vogel | Mi, 28. September 2016 - 22:54

Angela Merkel sollte zurücktreten. Die CDU muss beim nächsten Parteitag eine neue Sitze wählen.
Die Liste der merkelschen Versagensthemen ist lang. Der ungeordnete Öffnung der Grenzen 2015 mit dem Zustrom insbesonderer hundertausender männlicher Migranten wird uns noch böse Kopfschmerzen bereiten. Es fehlt der Wille, die Kompetenz und der Plan, das Desaster zu korrigieren. Seehofer wäre eine Alternative. Ich befürchte aber, dass kleinkariertes Parteitaktiere der CDU Elite das verhindern wird. Die CDU hat noch nicht erkannt, dass es nicht fünf vor zwölf ist, sondern fünf nach!

Andreas Horst | Do, 29. September 2016 - 10:36

Und in 2017 wird die liebe Angela wiedergewählt, weil sie ja eigentlich so eine Nette ist.

Vera Gross | Mi, 5. Oktober 2016 - 13:44

Lieber Chefredakteur, als Österreicherin muss ich Ihnen sagen, dass die Ideen nicht vom ideenlosen Windfähnchen Kern stammten. Was der heute in der Immigranten-Frage verlautbart, sind Ideen unseres Außenministers Kurz und der FPÖ. Kurz ist der Politiker mit den besten Beliebtheitswerten in Österreich und Herr Kern versucht ihn nach außen hin abzukupfern wo es nur geht, nach innen ist er durch und durch Sozi der übelsten Sorte. Der Grund? Kurz hat seine Meinung nie geändert wie ein Fähnchen im Wind und er wird geschätzt, weil er unbequeme Wahrheiten angesprochen hat, als es tatsächlich Leute gab, die mit Teddies an Bahnhöfen standen. Mehr Kurz wird in Deutschland und Europa unumgänglich sein, ein Zurückrücken nach rechts der bürgerlich-liberalen Parteien unausweichlich. Kern wird nach den nächsten Wahlen schnell wieder zur Bahn zurückkehren. Mit Kern laufen Sie einer Chimäre nach - wie im September 2015. Freundliche Grüße aus dem Nachbarstaat!

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns über jeden Kommentar und wünschen uns eine konstruktive Debatte. Beleidigende, unsachliche oder obszöne Beiträge werden deshalb gelöscht. Auch anonyme Kommentare werden bei uns nicht veröffentlicht. Wir bitten deshalb um Angabe des vollen Namens. Darüber hinaus behalten wir uns eine Auswahl der Kommentare auf unserer Seite vor. Um die Freischaltung kümmert sich die kleine Onlineredaktion von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr. Am Wochenende werden Forumsbeiträge nur eingeschränkt veröffentlicht. Wir danken für Ihr Verständnis.