Großbritannien - Zwischen Regrexit und Rezession

Die britische Wirtschaft leidet unter dem Brexit-Votum. Mit einer Stabilisierung wird erst nach Jahren zu rechnen sein, wenn der britische Ausstieg aus der EU vollzogen und neue Abkommen geschlossen sein werden

Seit dem Brexit-Votum schädigt die Unsicherheit viele Geschäftsbereiche / picture alliance

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Tessa Szyszkowitz ist Londoner Korrespondentin des österreichischen Wochenmagazins Profil. Zuvor war sie Nahost-, Russland- und EU-Korrespondentin. Foto: Alex Schlacher

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Was ist das erste Eingeständnis von Problemen? Wenn der oberste Währungshüter ein Paket an Maßnahmen präsentiert, das die Wirtschaft stabilisieren soll. Es wird erwartet, dass Mark Carney, Chef der Bank of England, am 4. August genau das tun wird. Dem Vernehmen nach will er etwa die Leitzinsen senken, um dem Brexit-Schock entgegenzuwirken.

Seit 52 Prozent der Briten am 23. Juni bei einem Referendum für den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU gestimmt haben, herrscht große politische und wirtschaftliche Unsicherheit im Vereinigten Königreich. Die neue Premierministerin Theresa May versucht mit kühlem Kopf das Chaos nach dem Brexit-Votum zu managen. Scharf beobachtet wird sie dabei von Finanz- und Wirtschaftbossen. Denn die ersten Folgen des Brexit-Votums machen sich bereits bemerkbar.

Im Frühling war die britische Wirtschaft mit 0,6 Prozent noch knapp gewachsen. Für die kommenden Monate aber wird eine Rezession erwartet. Die britische Industrie darf zwar durchaus hoffen, dass sie aufgrund des schwächeren Pfunds, das am 24. Juni um zehn Prozent seines Wertes gefallen war, die Exporte wird stärken können. Es dürften auch mehr Touristen nach London kommen, da ein Besuch jetzt nicht mehr so exorbitant teuer ist.

Die Krise der Finanzindustrie steht bevor

Doch es ist vor allem die Unsicherheit, die viele Geschäftsbereiche schädigt. Die britische Bank Lloyds Banking Group hat Ende Juli die Entlassung von 3000 Beschäftigten angekündigt und plant 200 Filialen zu schließen. Teilweise ist dies direkt dem Brexit geschuldet. International tätige Banken wie HSBC haben schon vor dem Referendum angekündigt, im Falle eines Austritts tausende Jobs in die bereits existierenden Büros nach Frankfurt, Paris oder Dublin zu verschieben.

Bisher warten die meisten Finanzinstitute ab, welchen Status die Londoner City nach dem Brexit bekommt. Für große US-Banken wie Citibank hatte London bisher einen großen Vorteil: Die britische Metropole war das größte Finanzzentrum in Europa in einer englischsprachigen Stadt mit freiem Zugang zur EU. Dieses sogenannte Recht des „Passporting“ aber wird es bald nicht mehr geben. Die Büros in EU-Finanzstädten werden deshalb aufgestockt.

Immobilienmarkt und Autoindustrie leiden schon jetzt

Der britische Immobilienmarkt ist ebenfalls schwer unter Druck – bei den bisher in London komplett überteuerten Hauspreisen ist dies insgesamt nicht nur negativ. Briten, die sich irgendwann doch noch ein Haus in ihrer Hauptstadt leisten wollen, dürften sich darüber freuen. Auch private Investoren aus Asien und dem Nahen Osten nützen das „Brexit-Fenster“ derzeit für Investitionen in Hotelprojekte und Privatvillen. Das Pfund ist weniger wert, die Objekte billiger. Institutionelle Investoren dagegen warten ab, wie sich die Post-Brexit-Ära anlässt. Die Industrie der Baumeister und Kreditgeber musste schon in den Monaten vor dem Brexit den Gürtel enger schnallen: Es gab 29 Prozent weniger Hausabschlüsse in London. Die größte landesweite Wohnungs-Agentur Countrywide warnt: „Die Periode der Unsicherheit wird in den kommenden Monaten sicher weitere Transaktionen behindern.“

Selbst die Autoindustrie leidet schon, bevor klar ist, unter welchen Bedingungen künftig exportiert wird. In der ersten Hälfte 2016 sahen die Zahlen noch ausgezeichnet aus. 900.000 produzierte Autos, 13 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr. 80 Prozent gingen in den Export, die EU war dabei mit 57 Prozent der größte Abnehmer. Mit diesen Erfolgen ist jetzt nach Meinung der britischen Autoindustrie Schluss: „Wegen der zollfreien Ausfuhr in die EU wurde in den vergangenen Jahren viel investiert“, sagt Mike Hawes von der Gesellschaft der Motor-Hersteller und Händler, der Society of Motor Manifacturers and Traders (SMMT). „Der Zugang zum europäischen Binnenmarkt, wirtschaftliche Stabilität und hochqualifizierte Arbeitskräfte waren die Grundlage unseres Erfolges – diese Faktoren zu erhalten muss in den kommenden Jahren Priorität haben.“

Das klingt angesichts der bitteren Realität wie der Hilferuf eines Ertrinkenden. Selbst die britischen Auto-Ikonen Mini und Rolls-Royce gehören seit 1994 bereits dem deutschen Hersteller BMW. Ein Teil der Minis wird heute in Oxford zusammengebaut, ein anderer Teil aber in Österreich. BMW hat im Vorfeld des EU-Referendums die Belegschaft ganz eindeutig aufgefordert, für den Verbleib in der EU zu stimmen. Wenn auch nicht sofort die Zukunft der Fabrik in Oxford selbst auf dem Spiel steht, so sind zumindest weitere Investitionen in Frage – jetzt, wo Britannien für den Brexit gestimmt hat.

Die Bauern bereuen das Brexit-Votum

Bei den Bauern grassiert der „Regrexit“, berichtete der Earl of Sandwich im britischen Oberhaus. „Wie wird die britische Regierung den Ausfall von EU-Subventionen kompensieren?“, fragte John Montagu aus Dorset. „Man fürchtet geringere Direktzahlungen, weil die Sparpolitik weitergeführt werden soll.“ Die britische Landwirtschaft bezog im Jahre 2013 über drei Milliarden Euro aus den Fördertöpfen der EU.

Cornwall, die ärmste Region Englands mit den bisher höchsten EU-Subventionen, hat mehrheitlich für den Austritt aus der EU gestimmt. Man will aber jetzt trotzdem das Repräsentationsbüro in Brüssel weiterführen, um in Zukunft um Förderungen für Nicht-EU-Regionen anzusuchen.

Unklarheit auch bei den Universitäten

Die in aller Welt geschätzten britischen Universitäten und Forschungsinstitute sind ebenfalls vom Brexit direkt betroffen. Bisher gibt Großbritannien selbst über sechs Milliarden Pfund für Forschung und Innovation aus, um das Niveau halten zu können. Etwa eine Milliarde an Förderungen erhalten die Bildungsstätten zusätzlich aus EU-Fördertöpfen. Diese Gelder müssen jetzt im britischen Budget gefunden werden.

Wird der Zugang von Studierenden aus der EU nach dem Brexit erschwert? Bisher ist diese Frage völlig offen. In einer Umfrage des Karriere-Beraters Hobsons International haben bereits ein Drittel der Befragten aus aller Welt angegeben, sie würden jetzt lieber nicht in Großbritannien studieren. Zu unsicher ist derzeit, ob Europäer Visa brauchen werden. In den Planungsstäben der Colleges herrscht deshalb Panik. Kommen weniger Auslandsstudenten, dann müssen geplante Investitionen zurückgefahren werden. Denn Nichtbriten zahlen doppelt so viele Studiengebühren.

Viele Fragen sind offen

Theresa May muss in den kommenden Monaten vor allem eines entwickeln: einen Brexit-Verhaltenskodex. Die britische Regierungschefin will zwar den Artikel 50 erst im kommenden Jahr auslösen und damit den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union einleiten. Sie kann aber nicht bis dahin warten, die Regeln für alle Beteiligten zu definieren. Wie lange zahlt das Vereinigte Königreich noch in den EU-Pensionstopf ein und wer zahlt zukünftig die Pensionen für britische EU-Veteranen? 3000 Briten arbeiteten seit 1973 in EU-Institutionen. Insgesamt rechnet Brüssel mit insgesamt 60 Milliarden Euro Pensionsverpflichtung für alle EU-Pensionisten. Acht Prozent davon sind Briten.

Aus der Kakophonie der unterschiedlichen Meinungen der neuen britischen Regierung ist bisher noch kein Leitmotiv herauszuhören, wie die Zukunft ohne EU aussehen soll. „Brexit bleibt Brexit“, sagt Theresa May ganz klar. Doch langsam muss die Frage präziser beantwortet werden, will man die Panik auf den Märkten beruhigen. Brexit-Minister David Davis will einen harten Brexit, Schatzkanzler Philipp Hammond und Außenminister Boris Johnson vertreten eher einen sanften Abgang. Politik-Professor Simon Hix von der London School of Economics gibt Hilfestellung: Das proeuropäische Lager solle sich mit dem Brexit abfinden, meint der Experte für Europäische Politik, gleichzeitig aber eine proeuropäische Brexit-Position besetzen. „Dafür sind nicht nur die 48 Prozent, die für den Verbleib in der EU gestimmt haben, sondern auch mindestens 15 Prozent der moderaten Brexiteers, die eine enge Anbindung an Europa befürworten.“ Das hieße: Britannien würde im Binnenmarkt bleiben, die Freizügigkeit der EU-Migranten könnte eventuell wenig, aber nicht drastisch, eingeschränkt werden. Damit blieben auch die Rechte der EU-Bürger im Vereinigten Königreich weitgehend gewahrt.

May auf Abstand zur EU und zu China

Theresa May ist in jeder Hinsicht in der Zwickmühle. Aus der EU, dem natürlichen Habitat der britischen Wirtschaft, muss sie sich dem Willen des Volkes gemäß zurückziehen. Doch die unter ihrem Vorgänger David Cameron von dessen Schatzkanzler George Osborne eingeleitete Hinwendung zu China ist ihr auch nicht recht. Als Innenministerin hat sie sechs Jahre lang gelernt, Sicherheit über alles andere zu stellen. Deshalb hat sie das 21 Milliarden Euro schwere Großprojekt Hinkley Point erst einmal kühl auf Eis gelegt. China sollte die Atomstrom-Fabrik in Somerset zu einem Drittel finanzieren, die französische Stromfirma EDF zu zwei Drittel. Theresa May fürchtet eine mögliche Energieerpressung der Chinesen und will die Risiken erst einmal abwägen.

Für die britische Wirtschaft wird die Zukunft dadurch nicht rosiger. Wenn Theresa May weder die gelben EU-Sterne auf blauem Grund noch die gelben Sterne auf dem kommunistischen Rot der chinesischen Flagge für ihr Land gutheißen kann, wohin soll sich Großbritannien dann wenden?

Barbara Kröger | Di, 2. August 2016 - 11:45

Liebe Frau Szyszkowitz, warum so negativ? Die Mehrheit der englischen Bevölkerung hat für den Brexit gestimmt. Das sollten Demokraten erst einmal akzeptieren. Überlassen Sie doch bitte die Entscheidungen über die Zukunft des Landes den Engländern und machen Sie sich bitte keine Sorgen. In GB sitzen genug fähige Menschen, die ihr Staatschiff, allen Stürmen zum Trotz, erfolgreich führen werden. Darin hat man in GB nämlich durchaus eine Menge Erfahrung, wie Sie sich vielleicht erinnern.

Arndt Reichstätter | Di, 2. August 2016 - 12:35

An der ökonomischen Argumentation merkt man, dass die Autorin Expertin für russischen Terrorismus und nicht für Volkswirtschaft ist.

Als Expertin für Terrorismus sollte sie wissen, dass der derzeitige militärisch industrielle finanzielle Komplex nicht mit offenen Karten spielt.

Vielleicht sagt Mark Kearney, Chef der Bank of England, dass er die Leitzinsen wegen dem Brexit senken muss. Aber darum muss es sich nicht um die Wahrheit handeln. Zumindest nicht um die ganze Wahrheit.

Die britische Wirtschaft erkrankt am Interventionismus: Das Fiat Money System und der staatlich festgelegte Leitzins sorgen für massive Verzerrungen in der Wirtschaft. Überbürokratie und A-Sozialstaat erledigen den Rest.

Die britische Wirtschaft war schon lange vor dem Brexit in der Bredouille.

Man muss die Worte der westlichen Elite heute lesen, wie früher die Prawda. Schade ist, dass man sich auch auf die alternative Hauptstrommedien nicht verlassen kann.

Kai Nicholson | Di, 2. August 2016 - 16:03

Sicher werden die Briten Schwierigkeiten erleben. Denn bei jedem Wechsel kommen unerwarete Unsicherheiten, aber sie werden sich fangen und neue Wege finden. Der Austritt war fuer die EU ein Schlag ins Gesicht besonders fuer die selbstsicheren Herren in Bruessel. Deshalb ist es kein Wunder, wenn heute in den Medien und aus Machtzentren EU-Haupstaedten haemische Bemerkungen zu hoeren sind.

So sehe ich das auch. Die Journaille der Rest-EU wird in der nächsten Zeit im UK jeden Stein umdrehen, um etwas zu finden, das beweist, wie schlecht es den Briten jetzt und zukünftig geht. Wenn es etwas gibt. was diesen Schreibern und ihren Auftraggebern, den Politikern in Berlin und Brüssel Angst macht, wäre die Tatsache , dass es den Briten nach dem Brexit besser geht als vor diesem. Man sollte daher nicht erwarten, dass man aus dem UK zukünftig reale Berichte erhält.

Hubert sieweke | Di, 2. August 2016 - 16:12

Komischerweise liest man in den Zeitungen in UK weniger dramatische Kommentare und Berichte.
Ich verstehe nicht ganz, warum man immer weiter unterschwellig versucht, die demokratische Entscheidung zu konterkarieren. Da wird dann gesagt, dieser und jener, oder sogar diese und jene widerrufen ihr Votum?
Als der grüne Großvater van der Bellen mit knapp 30.000 stimmen gewählt wurde, riefen die gleichen Leute, tja, so ist Demokratie.
Wie viele Menschen würden heute ihre Entscheidung, Merkel und die CDU gewählt zu haben, oder schlimmer noch, die sterbende SPD, widerrufen. Keiner fragt danach. Wieviel Referenden sind gegen die EU abgestimmt worden? More to come soon.
Also, die Schreckensszenarien in UK und Europa sind nach dem Brexit nicht eingetreten, der Dax kletterte über 10.000, das Pfund liegt knapp 0,03 Cent tiefer als vorher und weder der dritte Weltkrieg begann (Cameron) noch hat der Schatzkanzler den Nothaushalt aufgestellt. Wir wissen nun aber die Last der Pensionen der EU!!

Herr Hubert sind die deutsche Politik und Presse. So eine verbissenheit gibt es nirgens. Mit Gewalt rechthaberisch sein. Das erinnert mich an einen ehemaligen Fussballspieler. Spitzname "der Wadenbeisser". Objektivitaet existiert nicht. Ideologische Phrasen sonst nichts. EU sollte zum Unwort des Jahres werden. Wenn sich Menschen mit der EU nicht verbunden, ist das Ende vorprogrammiert.

Hubert sieweke | Di, 2. August 2016 - 16:22

Aber warum? alle diese Prophezeiungen haben sich bisher als NONSENS dargestellt. Es werden in dem Kommentar Dinge angesprochen, die überhaupt nicht mit dem Brexit zu tun haben. Autoindustrie, Hausmarkt etc... wo ist denn da das Problem?

Die Industrie wird sicher Regeln erwarten, klar, denn Niemand in der EU, sei sie noch so ein großer Hühnerhaufen, wird sich erlauben, die britische Wirtschaft mit Zöllen zu belegen. Dann hätten MB, BMW, VW, AUDI, AIRBUS und viele andere Maschinenbauer als D die rote Karte gezogen.
Die ständigen Untergangsszenarien sollten mal für ein halbes Jahr in die Tonne gesteckt werden. Danach gibt es helles Licht am Ende des Tunnels und viele werden dem BREXIT folgen. Es gibt demnächst weitere Referenden und ich tippe mal, keines wird zugunsten der Juncker/Schulz + 30.000 Beamten Bürokratie ausgehen.
Was würde sich für den Otto-Normalo denn ohne EU bei uns ändern? EFTA ist das Stichwort, die wird demnächst in Konkurrenz zur EU treten.

Walter Wust | Di, 2. August 2016 - 18:06

Eine Momentaufnahme im Status-Quo. Diese im direkten Zusammenhang mit der Unsicherheit und den internationalen Wirren bestehende "Krise" ist ein Nichts gegen das, was auf Europa und ganz besonders auf die BRD in den nächsten zwei bis drei Jahren zukommt. Dann hilft alles Schönrechnen vor den Bundestagswahlen nichts mehr, wenn für die verfehlte Flüchtlingspolitik und die verschlampte Infrastruktur die wahren Kosten aufgetischt werden. Dann noch Griechenland, Italien, Spanien und Portugal, da kommt Draghi mit dem Gelddrucken nicht mehr nach. Einzige Chance, daß sich irgendwie eine Möglicjkeit findet, irgendwo wegen irgendwas militärisch zu intervenieren. Mit absolut leeren Kassen lassen sich selbst Flüchtlingsströme nicht mehr als Einnahmeposten verbuchen. Auch der Bauboom für Migrantenheime und Moscheen wird auf Dauer nicht aus der immer leerer werdenden Rentenkasse zu finanzieren sein. Wir schaffen das.

Dimitri Gales | Di, 2. August 2016 - 21:16

Aber England wird sich davon erholen, davon bin ich überzeugt. De Märkte reagieren oft hysterisch, denn sie fürchten das Risiko wie der Teufel das Weihwasser. Aber ich denke, dass sich mit der Zeit vieles normalisieren wird, und vielleicht entdeckt England wieder alte Stärken, die das Land einst gross gemacht haben. England ist aus der wirtschaftlichen und politischen Europa-und Weltkarte nicht wegzudenken. Daher also: business as usual, auch ohne einen Sitz in Brüssel.

Carol Clark | Mi, 3. August 2016 - 08:57

Schon wieder nur gespielte Panik mit aufgeworfenen Fragen über die zwingenden Nachteile des Brexit anstelle von belastbaren Fakten.
Ich frage mich, wo z.B derzeit BMW seine Fahrzeuge denn anderswo produzieren will. Polen, Ungarn, Griechenland, der Ukraine? Werden die internationalen Bankhäuser ihre Koffer packen und nach Paris, Brüssel oder Frankfurt umziehen?
Wohl kaum. Man sollte sich endlich vom eurozentrischen Weltbild verabschieden, denn eine Reform zum besseren wird ohne nicht geben. Und ohne Reform werden die Menschen bis auf Junker und Schulz dieser EU nichts mehr abgewinnen können.

Wolfgang Tröbner | Mi, 3. August 2016 - 10:27

Frau Szyszkowitz, was Sie beschreiben, entspricht eher dem Wunschdenken der EU-Politiker (und einiger Journalisten), hat aber mit den momentanen Gegebenheiten relativ wenig zu tun. Hieb- und stichfeste Beweise für Ihre Thesen bleiben Sie dem Leser leider schuldig.

Es gibt übrigens auch sehr viele Experten, die für UK sehr große Vorteile durch den Brexit sehen. Wie würden Sie reagieren, wenn jetzt jemand einen Artikel über die segensreichen Wirkungen des Brexit ohne konkrete Fakten schreibt?

Also warten Sie doch einfach mal ab, was passiert. Und bitte erstellen Sie keine weiteren Horoskope.

Robert Müller | Mi, 3. August 2016 - 14:47

dass in britischen Zeitungen davon berichtet wird wie sehr die EU unter dem Brexit leidet. Auch in Italien meint man, dass die Bankenkrise eine Folge des Brexit sei. Selbst aus China kommen Meldungen über Brexit-Folgen. Was es tatsächlich gibt, sind die jüngsten Markit-Zahlen für UK, die wirklich schlecht sind. Der Schock ist also real, ob er auch mehr als das sein wird, muss sich noch zeigen. Was interessant an den fehlenden EU-Geldern ist, eigentlich könnten diese durch die Gelder ersetzt werden, die nun nicht mehr an die EU überwiesen werden müssen. So mancher glaubt daran aber nicht mehr, weil die eigene Lobbymacht nicht besonders stark ist.

Robert Müller | Fr, 5. August 2016 - 22:15

In reply to by Robert Müller

Wird z.B. Cornwall Geld aus London bekommen oder senkt die britische Regierung eher die Steuern für die Banker? Da bisher schon gleichwertige Verhältnisse im Land eher nicht auf der Agenda standen, vermute ich, dass die Menschen in Cornwall eher nichts bekommen werden. Die Oxbridger, und es scheint das die britische politische Elite genau wie in Frankreich eine geschlossene Bildungselite ist, hat sich in der Vergangenheit um so etwas nie gekümmert. In DE hat man das Ruhrgebiet sehr lange durchgefüttert, in GB wurden die Zechen dagegen alle Knall auf Fall dicht gemacht. Das ist zwar volkswirtschaftlich effizienter, aber die abgehängten Regionen werden irgendwann zum politischen Problem.

Hermann J Stirken | Do, 4. August 2016 - 07:35

Die momentanen Darstellungen der Schreckensszenarien , die laut der Verfasserin GB bevorstehen , dürften in Tat eher eine Momentanalyse sein. Eine Entscheidung mit einer derartiger Dimension, für die es im übrigen keine Präzedenzfälle gibt, kann man erst nach einer längeren Periode beurteilen. Dies müsste die Verfasserin als Historikerin eigentlich wissen. Lassen Sie uns doch einmal abwarten, ob diese Entscheidung klug war. Weise Entscheidungen erschienen oft im Zeitpunkt, in dem sie getroffen wurden, als kühn. GB hat es lange vor der EU gegeben und wird es GB auch zukünftig geben. Die EU sollte sich lieber um ihre eigene Organisation und Zukunft sorgen. Da gibt es südeuropäischen Staaten mit desolaten Haushalten, die Flüchtlinge etc. Durch bloßes Wachstum der EU werden diese Probleme nur vergrößert und Staaten wie GB abgeschreckt. Also auf das Wesentliche konzentrieren heißt die Devise. Um die Zukunft GB mache ich mir jedenfalls keine Sorgen.

Anton Gruber | Do, 4. August 2016 - 10:14

ertönen allenthalben giftend hämische Parolen über die Schädlichkeit der Entscheidung GBs.
Es ist noch viel zu früh, an die zwei Jahre vor der tatsächlichen Abkopplung Englands von der EU, schon jetzt gravierende Folgen voraussehen zu wollen.
Das ist nur ein Zeichen, daß die starrsinnigen EUpisten ihre Schockstarre noch nicht überwunden haben, daß ein bedeutendes Mitglied die Freiheit von der zentralistischen Repression gewählt hat.
Der Absolutismus des Kunstproduktes "EU" ist eben schwer erträglich für eine stolze und leistungsfähige Nation. Aber vor lauter Populismus-Geschrei kämen die Juckers und Schulze's nicht auf die Idee, die Unverfrorenheit ihrer Eingriffe und die fortgesetzte Enteignung ganzer Nationen als Zumutung anzusehen.

Schöps Eberhard | Fr, 5. August 2016 - 12:24

Ich höre noch heute ganz deutlich,Dänemark wird es bitter bereuen den Euro nicht eingeführt zu haben. Ich bin gerade lm Land wie so oft im Urlaub und muß immer wieder feststellen den Dänen geht es gut. Soviel zur Zukunft von GB nach dem Brexit,warten wirs ab. Meinen Segen haben die Briten .

Gerd Senders | Fr, 5. August 2016 - 15:50

Ich denke England ist auf dem richtigen Weg und die meisten der Kommentare decken diese Annahme. Daumen hoch - wenn's den möglich wäre ! ( Ist als Verbesserungsvorschlag gemeint liebes C-Team )

freese hotte | Fr, 12. August 2016 - 21:16

Vielleicht fuehrt der Brexit wie die Kontinentalsperre zu einem Industriealisierungschub..Verlierer ist D mit Vw an der Spitze,das bisher den britischen Markt dominiert.Dass die Eu auf die Exportinteressen Ds Ruecksicht nimmt, duefte bei einer Bk Merkel kaum stattfinden..dieser Dame sind deutsche Interessen so etwas von egal..sie wird ja trotzdem gewaehlt und ist im Ausland hoch geschaetzt..

Kostas Aslanidis | Fr, 20. Januar 2017 - 07:51

sind am durchdrehen. Das Luegen Haus der "Eliten" zerbricht. Die EU ist, nimm das Geld den Armen und schenke es den Reichen. Steuergelder in ungeahnter Groesse verschwinden. Niemand hat Einsicht in den Geldstroemen. Das soll Transparenz sein. Das ist Betrug an die arbeitende Bevölkerung.

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