Kuba nach Castro - Geschäft eröffnet

Fidel Castro war in Kuba zuletzt nur noch das Gespenst der Revolution. Das Land hat sich geöffnet, die Frage ist: zu welchem Preis? Unser Autor hat die Veränderungen vor einiger Zeit in einer Kleinstadt des Landes beobachtet

Ein Mann auf seiner Fahrradrikscha mit kubanischen und US-amerikanischen Nationalflaggen
Rikschafahrer in Havanna: Mehr Markt, mehr Öffnung, mehr Annäherung an die USA / picture alliance

Autoreninfo

Constantin Wißmann schreibt für verschiedene Zeitungen und Magazine. Er hat in London Geschichte studiert und die Berliner Journalisten-Schule absolviert. Er arbeitet für Cicero Online. 

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Am Bahnhof von Morón, einer Stadt mit 60.000 Einwohnern, fast genau in der Mitte Kubas gelegen, fühlt man sich wie an einem Filmset. Eines Films, der irgendwann vor ein paar Jahrzehnten spielen muss, vielleicht Mitte des 20 Jahrhunderts. Das Bahnhofsgebäude, ein weißer Bau im spanischen Kolonialstil mit braunem Fachwerk, wurde 1924 gebaut. Die Schalter befinden sich in Holzkästen mit blindem Glas, auf einer Tafel steht mit Kreide geschrieben, dass der Zug aus Santa Clara um drei Uhr früh eintreffen wird. Der an der Decke befestigte Fernseher, der plärrend ein Baseballspiel überträgt, ist das einzig halbwegs moderne Gerät hier. Vor dem Bahnhof fahren ein paar russische Ladas und US-amerikanische Buicks und Chevrolets aus den 50er-Jahren vorbei, hauptsächlich aber Fahrradrikschas und Kutschen. Richtige Kutschen mit Bock und Dach.

Entspannte Beziehung zum Erzfeind USA

Doch die altmodischen Kutschen sind Boten von los cambios, den Veränderungen, die das ganze Land zurzeit in Atem halten, und vielleicht in die Zukunft oder, besser gesagt, in die Gegenwart bringen könnten. Und auf den ersten Blick kann keine Veränderung größer sein als der Tod von Fidel Castro. Doch eigentlich hatte er mit den cambios nicht viel zu tun. Sie wurden von seinem jüngeren Bruder Raúl auf den Weg gebracht. Fidel trat nur noch dann und wann hervor, als mahnende Stimme in der Parteizeitung Granma, als Gespenst der Revolution. Raúls Devise aber ist: mehr Markt, mehr Öffnung, mehr Kommerz, mehr Annäherung an die USA.

Die Frage ist nur: zu welchem Preis? Eins ist klar, das Land braucht dringend Devisen. Seit die Sowjetunion zusammengebrochen ist und auch Venezuela nicht mehr von Hugo Chávez regiert wird, fehlen die ideologisch nahen Handelspartner. Gleichzeitig entspannt sich die schwierige Beziehung zum Erzfeind USA. Im Frühjahr hat Barack Obama Kuba besucht, als erster amtierender US-Präsident seit 1928. Die Rolling Stones haben zum allerersten Mal ein Konzert auf der Insel gespielt und durch die Altstadt von Havanna schieben sich so viele Touristen wie durch Rom.

Legalisierung des Schwarzmarkts

Doch auch im eher verschlafenen Morón hat sich das Leben radikal verändert, nachdem Präsident Raúl Castro 2010 Reformen vorstellte, die Kubanern erlauben, selbständig zu arbeiten sowie Grund und Boden zu erwerben. Davor waren alle Betriebe staatlich, vom Schuhputzer bis zum Manager der Luxushotels wurde jeder Job von der Regierung vergeben und kontrolliert. Vor allem in der Dienstleistung-Industrie ist die Privatisierung schnell vorangeschritten. Geschäfte haben die Leute schon vorher gemacht, jetzt ist es auch legal. „Im Grunde hat Castro mit den Reformen den Schwarzmarkt legalisiert, der seit dem Ende der Sowjetunion in Kuba entstanden ist“, sagt Michael Zeuske. Er ist Professor für Iberische und Lateinamerikanische Geschichte an der Uni Köln. Bald nach der Kubanischen Revolution lebte er in den 60er-Jahren mit seinen Eltern in dem Land und hat es seitdem immer wieder besucht. „Das Straßenbild ist nun überall ein ganz anderes. Früher konnte man kaum einen Kaffee bekommen, jetzt gehen sogar Kubaner ins Restaurant.“

20 Euro Durchschnittslohn

Das stimmt auch für Morón. Um sich einen Restaurantbesuch leisten zu können, sind dort nun viele Einwohner mit Fahrradrikschas und Kutschen unterwegs und bringen Fahrgäste von A nach B. „Das ist die einfachste und schnellste Art, hier Geld zu verdienen“, sagt Reinier*, der auf seinem Kutschbock gerade Pause macht. Der 23-jährige Reinier arbeitet offiziell als Schachlehrer in einer staatlichen Einrichtung für Jugendliche. Dort verdient er 480 kubanische Pesos im Monat, umgerechnet 20 Euro, was dem Durchschnittslohn entspricht. Damit kommt man auch in Kuba nicht weit. Jeder Artikel, der über die Grundversorgung hinausgeht, kostet ähnlich viel und oft sogar erheblich mehr als in Deutschland.

Deswegen geht Reinier nicht mehr zu seinem eigentlichen Job, sondern bezahlt einen Strohmann, der das für ihn erledigt. Dafür jemanden zu finden, ist nicht schwer. Die Arbeitslosigkeit ist laut Experten gerade unter Jugendlichen weit höher als die offiziellen rund sieben Prozent. Dabei sind die meisten relativ gut ausgebildet. „Auf der Kutsche verdiene ich den Monatslohn in einer Woche, wenn es schlecht läuft“, sagt Reinier. Es läuft gut, wenn er einen Touristen fahren kann. Denn die zahlen nicht in kubanischen Pesos, sondern in der begehrten, zweiten Währung, dem Peso Convertible. „Hartes Geld“, sagt Reinier.

Strand für Kubaner verboten

Auf Kuba kann man viele Dinge nur mit der „Touristen-Währung“ kaufen. Eigentlich dürfen Leute wie Reinier, die nicht offiziell im Tourismus arbeiten, auch nicht mit Ausländern verkehren. Wer dabei erwischt wird und auf schlecht gelaunte und unbestechliche Polizisten trifft, kann dafür ins Gefängnis wandern. Dennoch versucht jeder, irgendwie mit den Touristen ins Geschäft zu kommen. Angeboten wird praktisch alles, hauptsächlich aber Zigarren und Rum und Frauen für Männer, gelegentlich auch andersherum. Wenn ein Tourist ein Taxi sucht, kann es passieren, dass ein vollbesetztes Privatauto anhält und die Familie des Fahrers aussteigt, um Platz zu machen. Nicht weit von Morón liegt die Halbinsel Caya Coco. An den paradiesischen Stränden reiht sich ein Touristen-Ressort an das nächste. Kubaner dürfen dort nur mit Ausnahmegenehmigung hin. 

Trotzdem gibt es viele, die sich freuen, dass sie nun mehr Geld verdienen können. Einigen macht die Öffnung aber auch Angst. „Wenn es in Kuba wirklich einen freien Markt gibt, dann bleibt für die Kubaner schnell nichts mehr übrig“, sagt Ricardo. Der 22-Jährige kommt aus Havanna, studiert aber in Hamburg. Auch Ricardos Familie macht in Tourismus, es läuft so gut, dass sie ihn fürs Studium nach Deutschland schicken konnte. Bis vor kurzem war es für Kubaner noch praktisch unmöglich, legal das Land zu verlassen. Eingeschrieben hat Ricardo sich für BWL. „Zuhause kennt sich damit niemand aus, die würden von den Amerikanern sofort wieder ausgenommen wie vor der Revolution“, sagt er.

Staat verwettet Zukunft der Menschen

Für Professor Zeuske liegt genau in dieser Angst das Kalkül der Regierung bei der vorsichtigen Öffnung. Immer noch lägen drei Viertel der Wirtschaft in ihren Händen. Wichtiger als Wachstum sei für sie Kontrolle, und dabei können auch die Reformen helfen. Der Staat habe eine Art Wette abgeschlossen, sagt er. „Wenn die Menschen mehr Geld und Besitz haben, haben sie auch mehr zu verlieren. Und der Staat kann sie beschützen.“ Gerade die Eigentumsfrage sei dabei entscheidend, denn viel Grund und Boden wurde den geflüchteten Kubanern abgenommen und an die Eliten der Revolution neu verteilt. Das Land wolle nun keiner wieder hergeben. Der Kutscher Reinier erhofft sich von den cambios vor allem einen neuen Untersatz. „In Panama haben die Fahrradrikschas mit Elektromotor. So eine würde ich gern kaufen, wenn mein Pferd es nicht mehr macht.“

*Kritik am Staat kann Kubaner in Bedrängnis bringen. Deswegen sind nur die Vornamen genannt.

Jürgen Lehmann | So, 27. November 2016 - 12:40

Die Öffnung in Kuba war ohne Zweifel notwendig, da es sich auch gezeigt hat, dass die Sanktionen der USA nur einen negativen Effekt für die Bevölkerung hatten.

Wer jedoch den Turbo-Kapitalismus der Amerikaner kennt, muss doch starke Bedenken haben für die Zukunft der ärmeren, kubanischen Bevölkerung.

Mehr Kommerz, mehr Annäherung an die USA kann nur Fortschritte bringen, wenn die Steuerung nicht allein vom früheren Erzfeind durchgeführt wird.
Verfolgt man die Nachrichten über das "NEUE KUBA", dann ahnt man schon jetzt, dass für die Kubaner nicht viel übrig bleiben wird nach der Öffnung.

Die jubelnden Exilkubaner in Miami/Florida (Little Havana) lebten hier in einer selbst gewählten Exklave und ob diese, ca. eine Million zählende, spanisch sprechende Gemeinde jemals wieder nach Kuba umsiedeln wird, ist kaum zu erwarten.

Nicolas Wolf | Mo, 28. November 2016 - 19:31

In reply to by Jürgen Lehmann

Also ich interpretiere jetzt mal "Turbo"Kapitalismus als leistungsfähiger und effizienter? Mag sein, aber die USA haben mehr Sozialismus zu bieten, als man im allgemeinen annimmt, sonst gäbe es die Tea Party Bewegung nicht in der heutigen Form. Naja egal, um die Kubaner, auch die armen, braucht man sich in diesem Zusammenhang keine Gedanken zu machen, denn es gibt keine Hinweise darauf, dass die mit dem 'american way off life' Probleme haben, im Gegenteil. https://en.m.wikipedia.org/wiki/Cuban_Americans , nicht die tollste Quelle, ist mir klar. Die Kubaner in den USA haben einen höheren Wohlstand als die auf Kuba und wenn sie Kinder in den USA haben, erreichen die dann durchschnittlich höhere Einkommen als die weißen US Bürger, die Asiaten Lateinamerikas sozusagen. Die Exilkubaner würden in der neuen Zeit sicherlich eine wichtige Rolle übernehmen, so dass auch die "Steuerung nicht allein vom früheren Erzfeind" schon absurd klingt, es sind die, die Fidel verjagt hat...

Arndt Reichstätter | So, 27. November 2016 - 13:21

Besonders spannend fand ich die Berichterstattung über Castro, die Dank den neuen und kapitalistisch finanzierten Medien mittlerweile meinungsvielfältiger ausfällt.

Während die NEWYORKTIMES noch den MegaThinkTankler Henry Wriston vom Council on Forein Relations zitiert “Castro sei ein wahrer Revolutionär“, die SÜDDEUTSCHE weiche Worte fand „manche hielten ihn für ein Diktator“, und er für die ARD ein "Anwalt und Symbolfigur" war, so zeigte das angeblich rechtsextreme und rassistische BREITBART einfach Videos von feiernden Exil-Kubanern.

Übrigens geben auch wir Deutschen Dreiviertel unseres Vermögens an den Staat und seine Helfer ab und viele Punkte des kommunistischen Langzeitplans (wie Schulzwang, staatliche Medien, staatliches Geldsystem) sind bereits umgesetzt.

Bin gespannt, wann Oberrevolutionärin Merkel endlich das Internet zensieren lässt.

A. Merkel läßt bereits zensieren. Darf ich Herrn Maas zitieren, immerhin Justizminister ihrer Majestät:

"Unsere Zensurpolitik im Internet ist keineswegs gegen die Meinungsfreiheit gerichtet, sondern sie dient lediglich dazu, die Bürger dazu zu erziehen, daß diese ihre Gedankengänge in die Richtung projizieren, welche auch den staatlichen Richtlinien entspricht." (Berlin am 16. o9. 2o15)

Uneingeschränkte Rede- und Meinungsfreiheit haben wir somit auch nicht. Denn diese bedeutet das Recht auf Kritik der Regierenden.

Ansonsten entspricht Ihr vorletzter Satz den Tatsachen.

Nicolas Wolf | So, 27. November 2016 - 15:34

Das Reinier für seinen Lebensunterhalt arbeiten muss und dies in einem Gewerbe, mit dem man eben Geld verdienen kann? Hauptberuflich Schachlehrer??? Und was ist das Resultat: man kann, im Gegensatz zu früher jetzt auf Kuba Kaffee kaufen und die Leute machen das auch noch, so stehts im Artikel. Ja und? Da bis jetzt nichts rumkam muss Ricardo ran. Man beachte, seine Familie scheint gutes Geld im armen Kuba zu verdienen, er darf im kapitalistischen Ausland studieren und man nennt seinen Namen. Da wo ich herkomme, nannte man solche Leute Bonzen. Und was bringt Ricardo so in die Diskussion: "Kuba den Kubanern", besser geht's nicht! Und warum? Fragt zwar keiner, aber ich beantworte es mal, weil er zur "Elite" (nein wie lustig) der Revolution gehört und Angst hat, dass Leute das ihnen gestohlene Eigentum wieder haben wollen, siehe letzter Absatz. Und der behauptet, die Amerikaner nahmen die Kubaner aus? Ja zum ausnehmen muss es auch was zum nehmen geben, wann gab es nochmal keinen Kaffee?

Samuel von Wauwereit | So, 27. November 2016 - 16:10

Um welchen Preis wohl? Um den Preis der wirtschaftlichen Entwicklung, von der die Kubaner so lange ausgeschlossen waren.

Dimitri Gales | So, 27. November 2016 - 16:29

den brutalen, unter US-Vormundschaft stehenden Diktator Battista zu stürzen. Nur musste er danach Schutz und Lieferungen bei der Sowjet-Union akzeptieren - westliche Länder standen nicht zur Wahl. Das hat dem Land keinen Fortschritt gebracht. Aber sieht es heute besser aus? Es gibt keine Repression mehr, keine US-Bedrohung, aber die Rhum-Industrie ist in der Hand eines französischen Konsortiums, die Zigarrenfabrikation haben ebenfalls ausländische Investoren belegt. Cuba bleibt eigentlich fast nur der Tourismus.

Es wäre falsch, würden wir Fidel Castro in Bausch und Bogen verdammen.
Er hat - mit seinen politischen Freunden - den Diktator Battista gestürzt und somit das kubanische Volk von diesem Unterdrücker befreit.
Die Methoden, die er dabei anwandte, müssen vor dem Hintergrund der Angriffe auf den Commandante gesehen und gewertet werden.
Angeblich soll die CIA auf vielfältige Weise versucht haben, Castro zu beseitigen.
Also, anstatt den Diktator Battista zu stürzen, versuchten die USA permanent, Castro zu beseitigen und das revolutionäre cubanische System zu eleminieren.
Die USA steckten mit Battista "unter einer Decke", wie dies in allen südamerikanischen Staaten war bzw. ist, die diktatorisch regiert wurden bzw. werden.
Wie sich diese Staatsraison unter Trump entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Die brutalen Sprüche des künftigen US-Präsidenten lassen wenig Gutes erahnen.
Es ist somit an der Zeit, daß auch die USA endlich revolutioniert und vom Kapitalismus befreit werden.

Es wäre mir lieb, Sie würden sich auch einmal prokapitalistische Stimmen anhören, anstatt einen Diktator schönzureden, der einen höheren Anteil politischer Gefangenen als Stalin machte und der seinen "Kameraden" nur 8% ihres Lohnes zum Leben ließ.

Sei können davon ausgehen, dass es noch etwas dauern wird, bis wir Menschen Könige, Militärgeneräle oder Oligarchen loswerden. Aber nicht nur ergeht es den Beherrschten besser, je mehr Kapitalismus besteht. Sondern auch ist nach meiner bisherigen Recherche der freie Markt sogar der beste Schutz vor Ausbeutung.

Schauen Sie sich den YouTube Kanal von Horst Lüning an. Lesen Sie Eigentümlich Frei oder steigen Sie gleich tief in in die Österreichische Schule der Ökonomie. Aber niemand kann Ihnen die Arbeit abnehmen, sich über die Vorzüge des Kapitalismus zu informieren. Und solange man dies nicht getan hat, ist eine Abneigung dagegen nicht überraschend. Aber für kapitalistisch Andersdenkende wie mich ärgerlich.

Da sollte ich mal meine Meinung über Stalin überdenken, denn er hat einen wichtigen Teil zum Ende Hitlers und des 3. Reiches beigetragen ... nein immer noch eins der miesesten Schweine der Weltgeschichte.

Das die Kubaner die Sowjetunion als Schutzmacht akzeptieren mussten, ist Quatsch. Die erste Zeit nach der erfolgreichen Machtübernahme war durchaus von offenen Dialogen zwischen den USA und Castro's Regime geprägt. Als man aber zu sehr nach links abdriftet schloss sich eben diese Tür...

Romuald Veselic | Mo, 28. November 2016 - 12:24

Gespenst der Revolution.
Wie wäre's mit ein wenig Dialektik?
Dieser Revoanwalt auf der Isla Libre, ließ 10000-de liquidieren oder verschwinden und weitere 100000-de einsperren und verfolgen. Es ist wahr, dass alle Kubaner des Lesen mächtig sind. Eine andere Frage ist; ob überhaupt auf Kuba was zum Lesen gibt? Etwas Analoges mit Hugendubel Buchhandel/Laden, findet man auf der Insel nicht.
Einer, der 50 Jahre uneingeschränkt regiert, ist kein Revolutionär, sondern ein despotischer Diktator/Monarch der übelsten Sorte. Die bewaffneten Machtorgane lassen grüßen. Dennoch ist mir Kuba lieber, als der beste Islamstaat.

Karl Kuhn | Mo, 28. November 2016 - 15:20

Fidel Castro war Sprößling eines eingewanderten Großgrundbesitzers mit zeitweise 300 Arbeitern. Er selbst hat dann gleich die ganze Insel zu seiner Privathazienda gemacht und damit laut Forbes fast eine Milliarde Dollar Vermögen zusammengerafft (so gierig war in der Ostblock-Nomenklatura vielleicht allenfalls noch N. Cheaucescu ...).

Aber egal, für die Ewig-gestrig-Linken ist dieser Folterer, Mörder, Ausbeuter und Volksversklaver ein Heiland.

Ich habe in der Vergangenheit mal mit einem kubanischen Arzt (Psychiater) über Castro gesprochen. Der Arzt sagte, der Diktator sei ungemein dominant, total ichbezogen und besitzergreifend, er meine, Kuba sei sein Eigentum. So soll er auch mit Menschen umgegangen sein. Aber politisch hatte er nach Bruch mit den USA nur die Option Sowjet-Union - oder permanentes Elend.

Karl Kuhn | Di, 29. November 2016 - 09:42

In reply to by Dimitri Gales

Danke für Ihren Hinweis. Ich glaube allerdings nicht, dass 'permanentes Elend' eine Option gewesen wäre, die dieser famose Maximo Führer jemals unter irgendwelchen Umständen für sich SELBST in Betracht gezogen hätte.

Jan Nový | Mi, 30. November 2016 - 09:56

Die Welt erwartet, dass nach dem Tod des Diktators auf Kuba jetzt das Prozess der Liberalisierung des Landes startet. Die Gefahr ist, dass es für die Bevölkerung sehr komplizirete Etape sein kann, weil die Menschen, die ihr ganzes Leben im Gefängniss verbracht haben sind völlig unselbstständig und die Freiheit bringt ihnen oft die grosseFrustration. Das war auch der Fall in Europa in Staaten, wo die Totalität über Nacht gefallen ist.
Was aber unglaublich im Zusammenhang mit dem Tod von Fidel Castro ist, sind die Äusserungen von einigen europäischen Politikern an die Adresse von Fidel Castro.
Jean Claude- Juncker sagte, dass mit Fidel Castrol hat die Welt den Mann verloren, der für viele Held war . Schade, dass Herr Juncker nicht auf Cuba leben musste. Es ist sehr warnend, dass an der Spitze der EU sind Leute, die die Totalität so leichtsinnig wahrnehmen und beurteilen. Das ist für Europa in heutiger Situation sehr gefährlich.

Ruth Müller | Sa, 3. Dezember 2016 - 14:22

Bestes SCHULSYSTEM LATEINAMERIKAS.
Bestes GESUNDHEITSSYSTEM LATEINAMERIKAS.
Den Farbigen und "Unterschichten" Ihre Würde zurückgegeben. Gleichberechtigung. Einmalig in der Region.
...
Mit der ökonomischen Veränderungen kommen auch die politischen und demokratischen Prozesse in Gang. Also nicht wieder das "deutsche grüne überhebliche moralisierende" Oberlehrertum!
Wer den großen Inquisitor spielen will soll erstmal in seinem eigenen Land die demokratischen Prozesse vorantreiben. Das kubanische Volk muss seine Weg selber finden und zwar so wie es die eigenen Umstände zulassen und erfordern. Viel wird davon abhängen was unser Verbündeter und die exilierten Batista-Schweinebuchtler im Norden tuen werden.
Dort liegt das Problem.
In diesem Sinne.

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