Brexit - Putin ist der lachende Dritte

Die EU zerlegt sich mit dem Brexit, die Nato mit einer Richtungsdebatte – und Moskau sieht entspannt dabei zu. Für den Nato-Gipfel in Warschau am 8. und 9. Juli heißt das nichts Gutes

Russlands Präsident Wladimir Putin
Putin zündelt, und die Nato zerlegt sich / picture alliance

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Markus Ziener ist Professor für Journalismus in Berlin. Zuvor berichtete er als Korrespondent aus Washington, Moskau und dem Mittleren Osten.

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Vom Nato-Gipfel in Warschau in wenigen Tagen sollte eigentlich ein klares Signal der Stärke an Moskau ausgehen. Stattdessen stehen jetzt die Zeichen auf Krisenmanagement. Mit dem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU verliert die Gemeinschaft einen zentralen russlandkritischen Partner.

Und mit seinen Warnungen vor einem westlichen „Säbelrasseln“ an der Grenze zu Russland hat der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier einen bizarren Richtungsstreit ausgelöst. Sigmar Gabriel wollte Wladimir Putin sogar besuchen, sagte die Reise aber kurzfristig ab. Das westliche Verteidigungsbündnis wird durch diese Diskussion zur Unzeit in jedem Fall geschwächt. Der russische Präsident Putin kann sich hingegen entspannt zurücklehnen und beobachten, wie sich Brexit-EU und Nato gerade selbst demontieren.

Polen und Balten sind alarmiert

Obwohl es Moskau ist, das Unsicherheit, Instabilität und Gefahr verbreitet, steht nun zu befürchten, dass sich in Warschau das westliche Verteidigungsbündnis vor allem mit sich selbst statt mit Russland beschäftigt. Frisch aufbrechen dürften daher jene Zweifel an der Bündnistreue der Allianz, die vergangenes Jahr eine Umfrage des amerikanischen Pew Research Centers ausgelöst hatte. Damals hatten sich in Frankreich, Deutschland und Italien jeweils Mehrheiten dagegen ausgesprochen, einem Nato-Mitglied im Falle eines Angriffs durch Russland beizustehen – obwohl diese Verpflichtung in Artikel 5 des Nato-Vertrages festgelegt ist. Seither sind insbesondere Polen und Balten alarmiert. Die Steinmeier-Debatte nährt diesen Zweifel nun noch.

Der Konflikt im Bündnis kreist im Kern nur um einen einzigen Fragenkomplex: Wie umgehen mit dem militärisch wiedererstarkten Russland? Was will Russland? Als was sehen sich die Russen? Die Antwort darauf ist es, die auch die Reaktion des Westens definiert.

Die Suche nach Erkenntnis dauert dabei schon mehrere Ewigkeiten. Mitte der 90er Jahre, als Russland besonders arg unter der postsozialistischen Depression litt und unaufhörlich mit sich selbst rang, griff der damalige Präsident Boris Jelzin in seiner Not gar zu einer höchst ungewöhnlichen Maßnahme. Er lobte einen Preis für denjenigen aus, der die Frage “кто мы”, “Wer sind wir?” am besten beantworten konnte. Es ging um nicht weniger als das Entdecken einer “neuen nationalen Idee”, die das russische Volk nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wieder einen sollte. Die regierungsnahe Zeitung “Rossijskaja Gazeta” machte das Unterfangen landesweit bekannt. Es wurde eine Jury bestellt, die die Einsendungen sichten und beurteilen sollte. Dem Sieger winkte ein stolzes Preisgeld von zehn Millionen Rubel, damals immerhin rund 30.000 D-Mark.

Desorientierung in Russland

Die merkwürdige Initiative entsprang seinerzeit großer Desorientierung. Russland wusste nicht mehr, wo sein Platz in der Welt sein sollte: In Europa? In Asien? Als zwar noch nukleare Supermacht, aber konventionell militärisch und ökonomisch bestenfalls nur noch als Regionalmacht? Oder als Vielvölkerstaat, der sich vor allem aus seinem Russischsein als etwas ganz Besonderes, als un pays exceptionnel, definierte?

Heute, 20 Jahre später, ist die Situation im Grundsatz zwar kaum anders. Denn Russland kann sich noch immer nicht entscheiden, wo es hingehört. Der Unterschied zu den 90er Jahren ist allerdings: Das Moskau unserer Tage blickt bei der Suche nach der eigenen Identität viel weniger nach innen. Es versucht sich vielmehr in der Abgrenzung nach außen zu definieren. Das macht Russland so unberechenbar – und für viele zu einer echten Gefahr.

Geplant war dies freilich nicht. Als Boris Jelzin im August 1991 den Putschversuch der Altkommunisten um Gennadij Janajew und Wladimir Krjutschkow vereitelte, waren die Hoffnungen ganz andere: Die Zeichen standen auf Reform. Moskaus einstige Satelliten hatten da schon längst mit tiefgreifenden Wirtschaftsreformen begonnen. Polen mit einer Schocktherapie, Ungarn mit graduellen Reformschritten und die damalige Tschechoslowakei mit der so genannten Voucher-Privatisierung, bei der jeder Bürger einen Anteil an den großen Staatskombinaten bekommen sollte. Spätestens jetzt, nach dem Aus für die letzten Sowjetromantiker, sollte endlich Russland dran sein.

Kleptokratisches Land

Nur: Aus dem Reformvorhaben wurde nichts. So wie zuvor schon das 500-Tage-Programm von Grigorij Jawlinskij von Staatsapparatschiks torpediert und ausgekontert wurde, so wurden auch alle Liberalisierungsbemühungen von Premier Jegor Gajdar zunichte gemacht. Und in dem Jahr, als Boris Jelzin das Land über ein Preisausschreiben retten wollte, da hatte er kurz zuvor gerade den letzten Rest an Glaubwürdigkeit verspielt. Um 1996 wiedergewählt zu werden, verkaufte er sich an die Oligarchen. Die hievten Jelzin mit einer groß angelegten PR-Kampagne zwar tatsächlich noch einmal an die Macht. Doch für diese Dienstleistung wollten sie Geld, Rohstoffe, Öl und Gas. An Reformen war danach nicht mehr zu denken. Dies gilt bis heute.

Seither ist Russland ein in weiten Teilen unreformiertes, staatskapitalistisches und kleptokratisches Land, das ohne seine Energieressourcen längst pleite wäre. Daran hat auch die Präsidentschaft von Wladimir Putin nichts geändert. Dessen Reformeifer erlahmte spätestens mit dem Ende der ersten Amtszeit 2004.

Die Jahre der hohen Öl- und Gaspreise, als die Kassen voll waren, verstrichen dadurch ungenutzt. Warum? Nicht, weil Putin etwa ein Anhänger der Planwirtschaft wäre. Das war er nie. Nein, Putin hat schlichtweg die Anstrengung einer grundlegenden Transformation gescheut, weil Reformen eben genau das sind: Anstrengend. Mühsam. Oft zäh. Reformen sind unpopulär und unbeliebt. Reformen können scheitern. Und über gescheiterte Reformen kann man politisch stolpern.

Putins Dolchstoßlegende

Stattdessen hat Putin dreierlei getan: Politisch hat er seine Macht nach allen Seiten hin abgesichert. Ökonomisch hat er weiter an der Dolchstoßlegende gefeilt, nach der es die bösen Berater aus dem Westen waren, die in den 90er Jahren mit ihren Reformrezepturen Russland absichtsvoll ruinierten, um es ein für alle Mal als Konkurrenten auszuschalten. Gleichzeitig hat er den Staatsanteil an der Volkswirtschaft wieder drastisch erhöht.

Und sicherheitspolitisch steckte Putin die vielen Milliarden an Petrodollars, die der Energieverkauf einbrachte, in die Modernisierung des nach dem sowjetischen Zusammenbruch völlig verlotterten Militärs. Heute verfügt Russland wieder über eine schlagkräftige Armee. Es hat seine Waffensysteme in allen Belangen modernisiert, betreibt eine aggressive Cyberwarfare und ist eine Nuklearmacht, die auf absoluter Augenhöhe mit den USA operiert.

Erfolgreich den Supermachtstatus rückerobert

Was ökonomisch misslang oder von der Bürokratie blockiert wurde, musste also militärisch glücken: Die Rückeroberung des Supermachtstatus. Wenn die Welt Russland schon nicht liebte, dann sollte sie es wenigstens fürchten. Nicht noch einmal sollte ein US-Präsident Russland als „Regionalmacht“ verspotten, so wie Barack Obama im März 2014.

Aber: Das ist nicht ein Konzept des 21. Jahrhunderts – sondern des vorigen und vorvorigen. Moskau denkt noch immer in den Kategorien von Territorien, es denkt in Quadratkilometern, in der Fähigkeit, Keile in Allianzen zu treiben, Ententen zu spalten, es denkt in den Schablonen von Macht und Unterwerfung. Während EU-Europa die historischen Territorialkonflikte in einer Europäischen Union ohne Grenzen auflöst und dabei auf die Überzeugungskraft von “soft power” setzt, dem Charisma gesellschaftlicher Ideen und der Attraktivität wirtschaftlicher Leistung, stellt sich Moskau die völkerrechtswidrige Annexion der Krim als Trophäe in seine Vitrine der Macht.

Erst wenn man sich auf dieses Denken einlässt, mag man überhaupt nachvollziehen, warum Russland in Georgien, in der Ukraine, auf der Krim so agiert wie es das getan hat und weiterhin tut. Warum sonst in aller Welt sollte ein Land im 21. Jahrhundert für die Ausdehnung des eigenen Herrschaftsgebietes um eine lächerlich mittelgroße Halbinsel fast alles riskieren: Menschenleben, Ansehen, politische und wirtschaftliche Beziehungen. Warum sonst müssen die Medien gleichgeschaltet, Kritiker verhaftet und das Recht gebeugt werden? All das macht nur Sinn, wenn man in der politischen Kategorienwelt weit zurückspult.

Russland ist in seine alte Rolle zurückgefallen

Ist es also verwunderlich, wenn sich jetzt manche osteuropäischen Staaten um ihre Sicherheit sorgen? Dass sie sich im Vorfeld des Warschauer Gipfels das Nato-Großmanöver Anakonda wünschten, bei dem in Polen 31.000 Soldaten ihre Waffenfertigkeit exerzierten? Nein, verwunderlich ist es ganz und gar nicht. Auch wenn das Timing der Übung vielleicht nicht gerade von politischer Klugheit zeugt.

Das Russland des Jahres 2016 ist in seine alte Rolle zurückgefallen. Eine Rolle, die sowohl Russland wie auch seinen Nachbarn nie gut getan hat.

Und was wurde aus dem Preisausschreiben vor 20 Jahren? Das gewann ein Geschichtsprofessor aus Wologda. Gurij Sudakow brachte seinen Siegeressay auf die schlichte Formel: „Russland für mich und ich für Russland“. Auch Putin hätte dieser Leitspruch gefallen. Lässt sich mit ihm doch nahezu jegliches Handeln rechtfertigen.

Ulrike Weinhold | So, 26. Juni 2016 - 14:20

Der Brexit und ein schadenfroher Putin... eine bizarre Äußerung des Außenministers, etwas russische Kleptokratie und eine Dolchstoßlegende... ein Professor für Journalismus aus Berlin versucht sich. Dabei hat er aber doch sicher die AfD und Pegida vergessen?
Nicht noch so einer...

Harald Pflüger | Mo, 27. Juni 2016 - 13:12

In reply to by Ulrike Weinhold

Hat m.E. ein hervorragendes Stück politischer Propaganda aus dem Schatzkästlein des Pentagon und des NATO-Hauptquartiers in vorauseilendem Gehorsam abgeliefert. Aber so blauäugig sind nicht mal diese Strategen. Welchen Ritt nach Osten die NATO seit den Neunzigern vollzogen hat und Moskau zugleich den Warschauer Pakt auflöste. Welche grausamen und kläglichen "Befreiungskriege" Amerika seit Ende des WK II führte und führt ist anderwärts nicht unbekannt geblieben. Mit Pussyriot-Geschichten Moskau in die Knie zu zwingen, gehört genau wie die EU-Sanktionen in die Spielzeugkiste einer geradezu lächerlichen Amateurdiplomatie, für die sich besonders mächtig und alternativlos Mutti ins Zeug gelegt hat. Und alles für ein friedliches, Nie-wieder-Krieg-EU-Europa? Richtig und an sich vernünftig. Nur: Die Kriege führen wir eben woanders. Kommandeuse Ursula v.L. hat die Liste. Sie schläft dem Vernehmen nach stets mit Kampfstiefeln und bei offenem Fenster. Nicht den nächsten Befehl aus USA überhören

Danke für Ihren Kommentar. Mit einem Link zur rücksichtsollen Weitergabe an Markus Ziener und nahestehende Russophobiker.
George Freeman (The Chicago Council on global affairs) is lecturing on Global Balance: https://www.youtube.com/watch?v=BocHPvIJXfk
Die Redaktion von Cicero wollte ich nach Lektüre von "Putin ist der lachende Dritte" spontan um Schmerzensgeld bitten. Aber dann wollte ich nicht ungerecht sein. BILD und SPIEGEL lese ich auch ab und an, um Mobilmachungs-Verzerrungen nicht aus dem Blick zu verlieren. Da muss man durch, irgendwie.

Christa Wallau | So, 26. Juni 2016 - 14:42

Die Nato - das sind in erster Linie die USA.
Und d i e verhalten sich keinen Deut anders als
Rußland, was das Denken in Kategorien angeht, die - wie Sie es nennen, Herr Ziener - "aus dem vorigen und vorvorigen Jahrhundert" stammen: Säbelrasseln und Kampf um jeden
Quadratkilometer.
Putin hat eine Zeit lang gehofft, er könne nach dem Ende des kalten Krieges mit den Europäern auf einer anderen Basis verkehren. Er hat entsprechende Signale ausgesandt. Aber die Europäer, besonders auch das wichtige Deutschland, blieben unverändert hart
an der Seite der USA und provozierten das
geschwächte Rußland noch zusätzlich.
Also hat Putin seine Konsequenzen daraus gezogen, nämlich die eines Machtpolitikers
mit KGB-Erfahrung. Das hätte man vorher
wissen können.
Wieso wundert man sich jetzt darüber?

Karola Schramm | So, 26. Juni 2016 - 14:58

Super Artikel der vorbildlich und als Lehrstück zeigt, wie blind Ideologien machen.

Hin und her gerissen zwischen Staunen und tiefem Entsetzen, las ich diese Geschichte über Russland und seine große Bedrohung für die westl. Welt.

Alle Anwürfe gegen Russland nachzuprüfen und zu widerlegen fehlt hier der Platz. Aber eines ist ganz sicher wie das Amen in der Kirche: Russland hat die Krim NICHT annektiert. Es war eine Sezession. Journalisten und auch PolitikerInnen wie Frauke Petry, Angela Merkel u.a. die diesen Unterschied nicht kennen und nicht einbinden in ihre politische Gedankenwelt, sollten die Finger vom Schreiben und aus der Politik lassen. Sie stiften nur Unheil, denn ihr Schreiben und Reden ist reine Propaganda und diese hat NIE zum Frieden beigetragen sondern das Gegenteil bewirkt: Krieg, Feindschaft, Vorbehalte und Vorurteile.

Trotzdem danke an Cicero. Sie beweisen, dass sie jede Meinung zulassen, auch wenn sie noch so ideologisch blind ist.

Steve Loge | So, 26. Juni 2016 - 15:17

Sehr geehrter Herr Ziener,

über Verschwöhrungstheorien lässt sich besser am Stammtisch bei einem kühlen Bier diskutieren, diese erheitern ab und zu die gesellige Runde und man ist unter sich.

Werte Redaktion Cicero,

der Claim "Brexit + Putin ist der lachende Dritte", mit enstprechendem Inhalt, findet sich z.Z in zahlreichen deutschen Medien wieder. Es ist ermüdend immer die selben, eintönigen Anekdoten lesen zu müssen. Sie können es besser!

Detlev Bargatzky | So, 26. Juni 2016 - 16:51

Ich bin mir nicht sicher, ob für Putin wirklich eine schwache EU erstrebenswert ist. Schwach heisst für mich, dass die EU von ausserhalb durch jeden der ein wenig lockt oder drückt beeinflusst werden kann.
Er wird eher an einer verlässlichen und berechenbaren Organisation interessiert sein.

Das gleiche gilt für die NATO.
Man stelle sich nur vor, Polen und das Baltikum würden mit den USA im Rücken (im lockeren Verbund mit der Ukraine) die Aussenpolitik zu Russland betreiben.
Wer ausser den NATO-Staaten FR, GB, DE wäre denn heute in der Lage, auf die europäischen Streithansel massgeblich Einfluss zu nehmen?

Insofern glaube ich nicht an das Lachen des Putin.

Solche Vorstellungen sind meiner Lebenserfahrung nach eher der untaugliche Versuch, innenpolitische Disziplinierung durch das Generieren eines externen Feindbildes zu erreichen.
(Gutes Bsp. hierfür war der Falkland-Krieg: Argentinien vs. GB, der der Militär-Junta den Hintern retten sollte.)

Dimitri Gales | So, 26. Juni 2016 - 20:52

Das Land hat fast keine Verbündete, eine hauptsächlich auf Rohstoffexporte ruhende Wirtschaft, ein riesiges Land, das nicht leicht zu regieren ist; archaische Strukturen und Hierarchien sind dort noch immer keine Seltenheit.
Das Land ist nahezu isoliert, hinzu kommen noch die Straf-Sanktionen durch die Natostaaten. Eine militärische Aktion gegen die Nato könnte sich das Land rein wirtschaftlich nicht leisten. Und im Fall eines nuklearen Konflikts: französische und britische Atom-U-Boote kreisen in den Weltmeeren, jederzeit zu einem vernichtenden Gegenschlag bereit. Ich weiss wirklich nicht, wo hier eine Gefahr bestehen soll. Und Putin selbst ist ein eiskalter Rechner.

Der Bewertung des Kommentators Dimitri Gales ist vorbehaltlos zuzustimmen. Es waren und sind die Machtgelüste der USA, die als potentielle Gefahr - nicht nur für die Russische Föderation - gesehen und erkannt werden müssen.
Nicht Russland - auch nicht die ehemalige Sowjetunion - strebte nach einer Weltherrschaft, sondern einzig die USA.
Dies kann aus heute zugänglichen Dokumenten zweifelsfrei belegt werden.
Lediglich die Tatsache, daß auch die Sowjetunion über ein nukleares Vernichtungspotential verfügte, hinderte das Pentaton daran, Atombomben - nach ihrer Ersterprobung in Japan - auch in Russland zum Einsatz zu bringen.
Dies sollten wir niemals vergessen.
Weltagressor war und ist die US-Administration, wie zuletzt Präsident George W. Bush im Irak-Krieg bewiesen hat.
Aber der Westen versucht immer wieder, von diesen Fakten abzulenken und mit dem Finger auf Präsident Putin zu zeigen.
Wer mit dem Finger auf jemanden zeigt, dessen übrige Finger weisen auf ihn selbst zurück.

Walter Helmann | So, 26. Juni 2016 - 21:11

Ich habe mich immer gefragt, warum Russland so sehr gehasst wird im Westen. Russland hat den Westen nie angegriffen, war selbst zu den kältesten Zeiten des kalten Krieges treuer Gaslieferant und Putin hat seit 2000 viele ernsthafte Angebote zur Kooperation gemacht.

Benjamin Netanjahu hat mich dann auf die Lösung gebracht: Er wurde gefragt, warum Europa noch immer antisemitisch sei und warum Israel so oft von europäischen Politikern dämonisiert würde?

Er antwortete, dass Europa sich im Grunde klar sei, dass es an den Juden ein ungesühntes Verbrechen begangen habe. Pogrome gegen Juden gab es überall in Europa, z.B. auch in Polen, aber außer Deutschland habe sich nie ein Land dazu bekannt. Solange man Israel kritisiere, müsse man sich der eigenen Schuld nicht stellen.

Genau so wird es mit Russland gemacht: 27 Mio. Tote, unendliche Opfer hat Russland gebracht und dann 80 Jahre westliche Propaganda über das Tier Russe ertragen. Der Westen weiß genau, wer in wessen Schuld steht.

hans jürgen laumann | So, 26. Juni 2016 - 23:06

Diese Wiederholungen sind ermüdend und machen
die Darstellungen nicht richtiger.
Russland gehört zu Europa.
Der Hegemon - Amerika - hat nach dem zweiten Welt einiges Unheil angerichtet - "Verteidigungskriege" zur Verbreitung "westlicher Werte", Freihandelsabkommen, die die Entwick-
lungsländer ärmer machen,aktuell hat A. die
"Büchse der Pandorra" - mit Blackwater und Nachf. - Organisation- in Nahost geöffnet.
Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

hans jürgen laumann | So, 26. Juni 2016 - 23:07

Diese Wiederholungen sind ermüdend und machen
die Darstellungen nicht richtiger.
Russland gehört zu Europa.
Der Hegemon - Amerika - hat nach dem zweiten Welt einiges Unheil angerichtet - "Verteidigungskriege" zur Verbreitung "westlicher Werte", Freihandelsabkommen, die die Entwick-
lungsländer ärmer machen,aktuell hat A. die
"Büchse der Pandorra" - mit Blackwater und Nachf. - Organisation- in Nahost geöffnet.
Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

peter hauser | So, 26. Juni 2016 - 23:30

< Obwohl es Moskau ist, das Unsicherheit, Instabilität und Gefahr verbreitet, >,.......
ja wo und wann fängt denn dieser Journalist, an zu denken und was glaubt er sind denn seine Argumente, die überzeugen? Ich konnte nur politisch, ökonomisches "Allgemeingut" nachlesen.
(Historische Versuche zur Diversifikation/Selektion sind hier wenig hilfreich, nur ablenkend, hysterisch/paranoid)

Das Staaten, die historisch sowohl unter Deutschland, als unter Russland, sich fürchten mußten, ist "geschenkt", aber tief verwurzelt und immer noch aktuell. Man sollte aber jetzt, nach gefühlten (WEB.4.0) hundert Jahren, "Putin nicht ernsthaft als eine Bedrohung für Deutschland ansehen...? __Oder ?

Imperiale Macht kommt heute vielmehr subversiv daher....sichtbar wird sie, allgemein zu allererst ökonomisch..:-)
und auch dann erst noch über "Vasallen" legimentiert.
Naja, das Thema ist ausgereizt.

Wasili Michajljow | Mo, 27. Juni 2016 - 00:36

Das ist so einen Blödsinn, die EU macht alles was USA fordert. Und das ist das Problem für EU.

peter hauser | Mo, 27. Juni 2016 - 04:41

Es wäre durchaus lohnend, < genau > etwas die USA, in ihrem "Gebaren" nur ansatzweise, mit dem "sebelrasselnden" Russland zu vergleichen und in einen historischen Kontext zu stellen......gerade jetzt, wo uns die Briten alleine lassen.

Barbara Kröger | Mo, 27. Juni 2016 - 06:50

Hallo Herr Ziener, ob Putin lacht oder nicht, tut nichts zur Sache. Bitte versuchen Sie nicht, von den inneren Problemen Europas, sprich der EU, abzulenken. Herr Putin ist nicht Schuld an den europäischen Problemen, das sind ganz andere Leute. Die Probleme Europas müssen endlich auf den Tisch! Mit „Weiter so und wir schaffen das“ ist gar nichts geschafft und kein Problem gelöst. Also bitte nicht ablenken und andere Fronten aufbauen, um von den eigenen Problemen abzulenken!

peter hauser | Mo, 27. Juni 2016 - 08:21

Wer glaubt, heute noch lachen zu können, überbietet meinen Sarkasmus.
Ich kann verstehen, wenn eine ehemalige "Weltmacht" über Jahre gedemütigt wird; doch wer triumphiert noch, wenn Dissonanzen trennend wirken, weil Reaktionen folgen? Schon in der eigenen Allianz, herrsch Kleptrokratie......(ein Finger zeigt auf jemanden, drei weisen auf einen zurück; der Daumen kontrolliert nur den Willen der Absicht..... :-)_)
Kurzfristiger kann kein Pyrrhussieg unverstanden bleiben.

Bernd Schulze | Mo, 27. Juni 2016 - 09:31

Der Autor mag in manchen Punkten Recht haben. Trotzdem berichtet sein Magazin in Geopolitik so einseitig und teilweise kriminell falsch, dass dies als Standpunkt nicht ernst zu nehmen ist.

Er hat zwei Optionen:

Entweder er übt künftig auch gegenüber dem eigenen Regime entsprechende Kritik, was ihm angesichts der satanischen Führung in Washington nicht leicht fallen dürfte; nicht zuletzt weil Millionen von toten Muslimen im Nahen Osten für NATO-Generäle eigentlich ein Nürnberg2.0 erfordern.

Oder er macht sich weiterhin lächerlich.

Hat beides Vor- und Nachteile.

Stefan Schandera | Mo, 27. Juni 2016 - 09:48

Der Mehrwert dieses Artikels hat sich mir nicht erschlossen. Falls es in der jetzigen Situation lachende Dritte geben sollte (grundsätzlich eher wahrscheinlich), dann überall dort, wo man sich als geopolitische Konkurrenz auf Augenhöhe zur EU versteht oder verstehen will. Das sind einige Ecken auf der Welt. Russland gehört da sicher auch dazu, keine Frage. Am Klärungsversuch "ob es Moskau ist, das Unsicherheit, Instabilität und Gefahr verbreitet" scheitert diese Herleitung Zieners - trotz des Bemühens historischer Zusammenhänge - leider schon auf einem Viertel der Strecke. Der globalpolitische Kontext fehlt völlig. Alles in allem sehr dünn, denn das Thema hätte mehr hergegeben.

Yvonne Walden | Mo, 27. Juni 2016 - 10:07

Nicht nur Russland ist - in Reaktion auf eine gleichartige Rückwärtsbewegung der NATO - in das gewohnte Rollenverhalten zurückgefallen.
Der Warschauer Pakt löste sich auf, denn einen "Kalten Krieg" gab es nach dem Ende der Sowjetunion nicht mehr.
Die NATO folgte nicht diesem Schritt; sie löste sich leider nicht auf.
Die totale Schwächephase Russlands nutzte die NATO - allen voran die Vormacht USA -, um mit allen Mitteln näher an die Grenzen Russlands heranzurücken.
Die Russische Föderation ist - gemessen am Gesamtvolumen der Rüstungsausgaben - gegenüber den USA ein "finanzieller Zwerg".
Deshalb ist es unzutreffend und irreführend, wenn der Autor Markus Ziener vor einer angeblichen Bedrohung der NATO-Staaten durch die Russische Föderation warnt.
Im Gegenteil, er sollte vor den nach wie vor bestehenden imperialistischen Zielen der USA warnen.
Dies würde den Realitäten entsprechen. Ob es der künftigen Präsidentin gelingt, eine echte Partnerschaft mit Russland zu erreichen? Hoffentlich.

Volkmar Kalthof | Mo, 27. Juni 2016 - 11:28

Wer auch viel lacht, sind die Schweizer.

Durch die Vermeidung zentralistischer EU-Bürokratie sind diese nämlich reich und durch die Nichtversendung von Truppen in der ganzen Welt sind diese nämlich nicht weltkriegsgefährdet und -gefährdend.

Aber diese Option scheint unseren Politiker zu einfach zu sein, um sie umzusetzen.

Clara Schwarze | Mo, 27. Juni 2016 - 11:51

Dieser Artikel ist reine, neoliberale Propaganda. Es gibt keine "Machtpolitik des 21. Jahrhunderts", sondern das ist Masche, der Bevölkerung die alte Machtpolitik zu vermitteln. Die EU und NATO greifen aus denselben Gründen nach der Ukraine und Syrien, die Russen. Es sind geopolitische Pivot-Countrys, genauso wie der Irak. Auch stimmt es nicht, dass die Reformen in Russland blockiert wurden. Sie wurden durchgeführt, nur sie scheiterten, aber nicht an den von der Macht verdrängten Kommunisten, sondern bestenfalls an der Selbstüberschätzung ihrer Architekten. Dasselbe gilt auch für die angeblich "moderne" Machtpolitik der NATO und EU. Sie ist eine erhebliche Selbstüberschätzung, Rus einfach so Einkreisen zu können, ohne dass es irgendwann die Respektschelle gibt.

Ernst Laub (Gr… | Mo, 27. Juni 2016 - 14:05

Putin ist einfach intelligenter als das übrige europäische "Führungspersonal", und das darf man ihm wirklich nicht vorwerfen. Erstaunlich ist in diesem europäischen Vergleich, dass das an und für sich gescheite deutsche Volk es immer wieder fertig bring, sich von den grössten politischen Versagern anführen zu lassen.

Angenommen die EU destabilisiert sich. Welchen Nutzen zieht Putin ihrer Meinung daraus ? Mehr Einfluss ? In wiefern und falls ja, was wird er damit anfangen. Können sie mir ein Beispiel nennen, in dem die Regierung Putin beweisst, dass sie einen KONSTRUKTIVEN Beitrag leistet, keinen DESTRUKTIVEN (Journalisten Tode, lange Haftstrafen für Systemkritiker, Krim annektiert, Passagierjet abgeschossen, in Syrien die falschen bombardieren). Können sie das ? Warum schafft ein Staat wie Russland, voll bis oben hin mit Rohstoffen, eigentlich einem guten intelektuellen Fundus es nicht, seine Wirtschaft nicht über die Leistungfsähighkeit, sagen wir von Lichtenstein hinaus zu steigern. Ist es die Klugheit Putins ? Der Mann ist ein Kind, mental, ein schlauses Kind vielleicht, nicht intelligent, schlau, mit scharfen Instinkten, aber ein Kind und hat ein Volk, dass sich zum Teil gerne von einem Kind regieren läßt. Wandern sie nach Russland aus. Suchen sie ihr Glück.

Christa Wallau | Mo, 27. Juni 2016 - 21:29

In reply to by Peter Müller

Ihre Beurteilung Putins teile ich nicht. Was mich an diesem Mann überzeugt, ist die Tatsache, daß er ein Riesenland ordentlich regiert und offenbar dabei sein Volk im großen und ganzen zufriedenstellt. Es geht ja nicht um meine
oder Ihre Vorstellung von einer guten Regierung, sondern um das, was die Russen von ihrem Präsidenten erwarten. Was die mangelnde Wirtschaftskraft anbetrifft, vor allem auch die niedrige Produktion von Lebensmitteln, so habe ich mich auch schon gefragt, woran das liegen könnte. Ich glaube, hier braucht
Rußland logistische Hilfe. Putin hat sie in Europa gesucht, wurde aber
schmählich im Stich gelassen. Stattdessen quält man das russische Volk mit einem Embargo. Wir Deutschen wären der ideale und g e r n gesehene Haupt-Wirtschaftspartner für Rußland. Wie im 18. /19. Jhdt. könnten wir eine fruchtbare Zusammenarbeit mit diesem Land zu unserem gegenseitigen Nutzen aufbauen. Aber stattdessen halten wir nur an den USA und der verkorksten EU eisern fest.

Siegfried Maier | Mo, 27. Juni 2016 - 14:17

tatsächlich war der Artikel substantiell dürftig und in seiner Intention antirussisch, proamerikanisch und neoliberal - was bereits im Titel erkennbar war. Die realen Umstände wahrhaft beschreiben konnte er so nicht. Meinen Mehrwert machten die Kommentare aus, deren Verfasser dies in großer Breite erkannt hatten. Wollte der Cicero näher an die Wahrheit heranrücken, dann wäre ein Autorenkollektiv seiner Kommentatoren eine Lösung...

Siegfried Maier | Mo, 27. Juni 2016 - 17:00

tatsächlich ist der Artikel substantiell dürftig und absichtlich antirussisch sowie proamerikanisch und neoliberal - was bereits am Titel sich andeutet. Die faktischen Umstände wahrhaft beschreiben - das geht so nicht.
Meinen Mehrwert machten die Kommentare aus, deren Verfasser dies in großer Breite erkannt hatten. Wollte der Cicero näher an die Wahrheit heranrücken, dann wäre ein Autorenkollektiv seiner Kommentatoren eine Lösung...

Für so ein Blatt würde ich sogar Geld ausgeben!

Jürgen W.Placzek | Mo, 27. Juni 2016 - 17:54

Die USA haben ihre alte Rolle nie aufgegeben.Nachdem die "Westlichen Werte"nach dem Irak,Afganistan und Lybien gebracht wurden,ist es bei Syrien nicht gelungen.
Jetzt stellt man um die Russiche Förderation Raketen auf.General Hodges US Oberbefehlshaber
der Nato in Europa, fordert die massive Aufrüstung der Nato Staaten.Der 22.Juni 1941
reicht Deutschland nicht-mit 27 Millionen Toten?
Beschämend,wie die Bundesregierung dieses
Datum lautlos übergangen hat.Ich fühle mich von Russland nicht bedroht.

Martin Möller | Mo, 27. Juni 2016 - 18:29

An der Destabilisierung des Westens sind zu mindestens 80% permanent lügende,heuchelnde und hetzende Journalisten á la "Professor" Ziener schuld.

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