Replik - Dekadenz endet im Verfall

Cicero-Kolumnist Alexander Grau sah in der Fähigkeit des Westens, nach jedem Terroranschlag wieder zur Tagesordnung überzugehen, die beste Waffe im Kampf gegen den Terror. Klaus-Rüdiger Mai widerspricht: Man entgeht Gefahren nicht, indem man sie ignoriert

Ruinen des Republikanischen Forums in Rom
Realitätsverachtung, Arroganz und Stolz auf die eigene Dekadenz führten zum Untergang des Römischen Reiches / picture alliance

Autoreninfo

Dr. Klaus-Rüdiger Mai, geboren 1963, Schriftsteller und Historiker, verfasste historische Sachbücher, Biographien und Essays, sowie historische Romane. Sein Spezialgebiet ist die europäische Geschichte. Foto: Herder

So erreichen Sie Klaus-Rüdiger Mai:

Haben Sie beim letzten Terroranschlag gelacht, weil es lächerlich ist, wenn Menschen Menschen töten? Haben Sie vielleicht bei einem Glas Latte Macchiato die Gewalttat als irgendwie „peinlich“, als „Karikatur einer Pathosformel“ empfunden?

Cicero-Kolumnist Alexander Grau überrascht mit der Vorstellung, dass der Terror lächerlich ist. Er definiert ihn als Kommunikation und zieht daraus die bemerkenswerte Schlussfolgerung, dass man ihn am besten bekämpft, wenn man diese Kommunikation verweigert und den Terror so ins Leere laufen lässt. Diese Form der Kommunikationsverweigerung erinnert mich unwillkürlich an meine Kindheit. Ich war fest davon überzeugt, dass mich niemand finden kann, wenn ich mir die Augen zuhalte. Denn wie könnte ich gesehen werden, wenn ich selbst nichts sehe?

Verweigerte Wahrnehmung

Alexander Grau kommt hingegen zu der sensationellen Erkenntnis: „Nichts dämmt den Terrorismus effektiver ein als die Kommunikationsverweigerung.“ Wir hören nicht zu, wir antworten nicht – und schon ist das Problem erledigt. Schließlich gibt es für ihn nichts „Absurderes, als sich Anfang des 21. Jahrhunderts im Namen eines Gottes und in der Hoffnung auf ein angebliches Paradies in die Luft zu sprengen? Das ist nicht heroisch. Es ist nur peinlich.“ Das leider dabei auch „Menschen sterben müssen“ mache die Sache nur „schlimmer“, also peinlicher. 

Doch die Wahrnehmungsverweigerung schafft die Sache nicht aus der Welt. Der Philosoph sollte wissen, dass das der subjektivste aller subjektiven Idealismen ist. Man entgeht Gefahren nicht, indem man sie ignoriert.

Die falschen Opfer

Recht hat der Kolumnist hingegen, wenn er kritisiert, dass „Regierungsvertreter, Meinungsmacher und Kommentatoren nach jedem neuen Anschlag formelhaft die Standfestigkeit des Westens und seinen entschlossenen Willen, seine Werte zu verteidigen“ beschwören und dann zur Tagesordnung übergehen.

Es scheint sogar noch schlimmer zu sein, denn man gewinnt bei näherem Hinsehen den Eindruck, dass in Deutschland die Opfer des islamistischen Terrors so gut es geht ignoriert werden, weil es, wie zu vermuten steht, die falschen Opfer sind. So redet die Evangelische Kirche Deutschlands Gewalt gegen Christen klein und ignoriert das Leid, das Christen in deutschen Flüchtlingsheimen widerfährt. Es könnte dem Religionsgespräch mit dem Islam im Wege stehen. Doch ein Gespräch, zu dessen Voraussetzungen die Abnahme von Christi Kreuz gehört, ist keines. Ein Gespräch kann nur auf Augenhöhe stattfinden und ist kein Befehlsempfang. 

So wichtig es ist, dass Gespräche stattfinden, so wichtig ist es, einen Standpunkt zu vertreten, der aus unserer Geschichte, aus unserer Tradition, aus unserer Kultur kommt. Wenn die Überlegenheit des Westens auf seiner Dekadenz, wie Grau nahelegt, beruht, dann ist diese Überlegenheit nur eine Schimäre. 

Lehren aus der Geschichte ziehen

Realitätsverachtung, Arroganz, Stolz auf die eigene Dekadenz, die mit Kultur verwechselt wurde, Appeasement und Bequemlichkeit führten zum Untergang des Römischen Reiches. Als die römischen Eliten nur noch Willens waren, ihre Macht einzusetzen, um ihren Wohlstand zu erhalten, verzichteten sie unter anderem auf den Grenzschutz und ließen germanische Völker ins Reichsgebiet, bis sie plötzlich einen germanischen Heermeister als Herrscher hatten. Als der römische Bürgerstolz zur Angelegenheit der Gestrigen, der Unmodernen wurde und die res publica praktisch nicht mehr existierte, brach kurz darauf das Reich zusammen. Der römische Historiker Tacitus hatte bereits weitaus früher den Untergang des Imperiums vorausgesagt, als die allgemeine Wehrpflicht, eine der Säulen der res publica, abgeschafft worden war. 

Dass Europa mit dem Niedergang Roms nicht in Geschichtslosigkeit versank und Kultur und Wissen weitergegeben wurden, hat der Kontinent dem Christentum zu verdanken. Um es abstrakt zu sagen: einer starken, konstituierenden und integrierenden Idee. Europa stärkste Waffe ist eben nicht die Dekadenz, sondern seine Kultur, ist eine Idee, die seine Geschichte nicht vergisst, sondern aus ihr das Normative für seine Zukunft gewinnt. Denn Geschichte ist weitaus mehr als Kommunikation und Kultur mehr als purer Verfassungspatriotismus. 

Der Terror der RAF

Dass Terrorismus eben kein Kommunikationsproblem ist, verdeutlicht der Kolumnist ungewollt selbst am Beispiel der Roten Armee Fraktion. Denn der Terror der RAF wurde eben nicht dadurch besiegt und beendet, weil er ignoriert wurde, weil abgeraten wurde, ihn zu dramatisieren. Sondern weil der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt entschlossen dagegen vorging. Er hat den Terror der RAF eben nicht als Kommunikationsproblem eingestuft, sondern als das erkannt, was er war: als Bedrohung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Natürlich lässt sich der Terror der RAF mit dem der Islamisten nicht vergleichen. 

Vielleicht stimmt auch in diesem Zusammenhang die Kategorie Terror nicht, weil sie möglicherweise zur Verharmlosung benutzt wird. Vielleicht handelt es sich vielmehr um einen Krieg, den die Anhänger eines ideologisch-religiösen Konzepts, das in Gestalt des IS eine staatliche Basis hat, gegen die westliche Welt führen. Es geht nicht darum, Ängste zu schüren, etwas zu dramatisieren, sondern es geht um Realismus, um die richtige Analyse und darum, der Wahrheit ins Auge zu sehen, damit die richtigen Maßnahmen getroffen werden können. Den Verharmlosern sei in diesem Zusammenhang das Stück „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch zur Lektüre empfohlen. 

Die eigentliche Dekadenz

Wir haben es mit militärischen Angriffen im Konzept asymmetrisch geführter Kriege und nicht mit einem Kommunikationsproblem zu tun, das wir mit hübschen Ideen in der Art eines intellektuellen Schachspiels lösen können. Die Bedrohung ist real. Der Kolumnist hat die europäischen Wurzeln des Terrors teils benannt, die Wurzeln der asymmetrischen Kriegsführung in der arabischen Welt aber übergangen. Denn für die Attentäter spielt weniger die Traditionslinie von Michail Bakunin, als vielmehr die der Assassinen des Alten vom Berge im Vorfeld des dritten Kreuzzuges eine Rolle.

Vor dieser Wirklichkeit die Augen zu verschließen und stattdessen fest ins Latte Macchiato-Glas zu starren, wenn neben uns in immer kürzeren Abständen gestorben und unsere Freizügigkeit von Tag zu Tag immer mehr eingeschränkt wird, ist die wahre Dekadenz. Es ist eine historische Tatsache, dass noch keine Gesellschaft durch Dekadenz überlebt hat. Im Gegenteil, Dekadenz bedeutet nicht nur Niedergang, sondern auch Zerfall.

Denn der Niedergang, die Dekadenz, endet im Verfall, sie ist die Waffe, die unsere Gesellschaft auf sich selbst richtet, sie ist der Sieg des Konsums über die Produktion, der Ideologie über die Analyse, der politischen Romantik über die politische Rationalität. Haben wir unseren Kindern nicht mehr zu bieten als eine dekadente Welt, als ein Haus, das zerfällt, weil wir nicht mehr in seinen Erhalt investiert haben?

Michaela Diederichs | Do, 1. Juni 2017 - 15:37

Heute übertreffen sich die Journalisten bei Cicero selbst. Erst Herr Wißmann mit seinem brillanten Artikel und nun Sie Herr Mai. Sie sprechen mir heute aus dem Herzen. Ganz großartiger Artikel.

Franz Platz | Do, 1. Juni 2017 - 15:42

Die Gegenreplik von Herrn Mai auf den verstörenden Lobgesang der Dekadenz war bitter nötig. Er stellte den theoretischen Gedankenspielen des Intellektuellen Denkers die historische Realität gegenüber. Ich bin überzeugt, dass jeder, bei dem der Terror einmal sichtbar und greifbar in seiner Nähe einschlägt, keinen Látte Macchiato mehr im Kopf hat. Auch Herrn Grau würde dann der Genuss vergangen sein. Eine intellektuelle Distanz wird dann ebenfalls nicht mehr so leicht sein.

Michaela Diederichs | Do, 1. Juni 2017 - 17:12

In reply to by Franz Platz

Dabei lese ich Herrn Grau sonst so gerne und freue mich auf die Samstage, wenn seine Artikel erscheinen, aber der letzte hat mich doch etwas verstört.

Manfred Steffan | Fr, 2. Juni 2017 - 11:20

In reply to by Franz Platz

... besser das Wort "Dekadenz" in Gänsefüßchen geschrieben. Ich habe es jedenfalls so verstanden: als Zitat der Sichtweise der Freiheitsfeinde auf unsere nicht-totalitäre Gesellschaftsordnung.

Barbara Jencik | Do, 1. Juni 2017 - 16:15

Sehr geehrter Herr Mai, ein äußerst erfreulicher Artikel und der Verweis auf die Menschheitsgeschichte ist mehr als real, aber wann hat die Menschheit schon mal aus der Geschichte gelernt? Ich kann mich nicht erinnern. Nur einzelne Personen werden wieder versuchen, das Rad der Geschichte anzuhalten, die anderen trinken ihren "Latte Macciato" und zucken mit den Achseln und hoffen, dass das alles an ihnen vorüberzieht. Aber die Geschichte präsentiert immer ihre Rechnung und jeder von uns wird von dieser Rechnung etwas bezahlen müssen. Wie Sie schon richtig schreiben, Augen zu machen hilft nicht und zur Tagesordnung übergehen, auch nicht. Wir müssen uns jeden Tag Fragen stellen, ist das alles richtig, was wir hier so veranstalten, können wir uns nicht einbringen, können wir nicht selbst politisch tätig werden, müssen wir es immer dieser unfähigen Politikern überlassen, die uns von einer Katastrophe in die nächste schicken. Aber das ist anstrengend und erfordert Mut. In diesem Sinne...

Herfried Mittendorf | Do, 1. Juni 2017 - 16:35

Sehr zentral spricht Herr Mai wohl das Christentum als wichtige Stütze deutscher und europäischer Kultur an. Man würde sich wünschen, dessen Werte würden heute mehr ernst genommen. So etwa die individuelle Pflicht, eher als der vorherrschende kollektivistische Halbsozialismus. So etwa das "Seid fruchtbar und mehret euch", anstatt gebt Eure Kinder an schlecht bezahlte Kitas und macht Karriere. So etwa "die Wahrheit wird Euch frei machen", anstatt politisch korrekte Talkshows.

martin falter | Do, 1. Juni 2017 - 16:53

so wie Sie den Artikel von Herrn Grau interpretieren habe ich es nicht gemacht. Natürlich ist es nicht lächerlich wenn Menschen sterben und andere morden. Es geht Herrn Grau ( so sehe ich das ) nur darum die Mörder und Terroristen nicht zu beachten und durch permanente Erwähnung zu " Helden " zu machen. Es bedeutet für die Terroristen, dass sie ihre Ziele nicht erreichen und bedeutungslos für uns sind. Das heißt natürlich nicht, dass man ihnen tatenlos zusehen sollte. Der militärische Kampf und die Geheimdienst bzw. Polizei Arbeit muss weiter gehen und verstärkt werden parallel dazu. Lösungen habe ich auch von Ihrer Seite - Herr Mai - nicht vernommen.

Richard Niebuhr | Do, 1. Juni 2017 - 16:56

Ein sehr guter Artikel über den theoretischen Unterbau des Kampfes gegen den Terror, der auch die Ausbreitung des Islams in Europa begrenzen muss. Was fehlt sind aber Vorschläge zu konkreten Maßnahmen, die uns weiterhelfen können. Kopftuch- und Burkaverbote bringen wenig, da sie nur Symptome angehen. Ein enger gefasstes Einbürgerungsrecht ohne doppelte Staatsbürgerschaften ist schon besser. Aber der politische Wille entwickelt sich (noch) zu langsam, um eine "harte Landung" zu verhindern. Eine wirklich umfassende Darstellung des Problems liefert Douglas Murray mit seinem Buch "The strange death of Europe". Eine dt. Übersetzung des Buches würde die Diskussion hierzulande vielleicht voran bringen.

Hans Meier | Do, 1. Juni 2017 - 16:57

Die Mutter einer 8-jährigen, die in Manchester getötet wurde, liegt noch im Koma. Ein Mann verlor am brüssler Flughafen seine Frau und überlebte selbst nur, weil gerade er seinen spielenden Töchtern hinterherlief.
Wir haben nun nach 25 Jahren unser Zeitungs-Abo (SZ) gekündigt, weil wir das Gerede von Standhaftigkeit, Toleranz und Liebe nicht mehr ertragen können. Und wir werden im September nicht Wählen.

Johannes Luig | Do, 1. Juni 2017 - 19:33

In reply to by Hans Meier

Kündige auch mein Zeitabo. Informiere mich im Netz bei tichyseinblick achgut pinews usw.
Die AfD ist eine wählbare Partei. Informieren Sie sich. Bitte mfg

Genau! Wer noch klaren Verstand und einen Funken Intelligenz hat, der muss weg von Spiegel, Stern, Focus, Welt, FAZ, Süddeutsche, Zeit. Die machen alle nur Vera... des Lesers. Einmal U. Ulfkotte "Gekauft Journalisten" lesen genügt zur Reinigung des verseuchten Verstandes.
zu empfehlen: Cicero, achgut, Tichyseinblick, nachdenkseiten, Voltairenet, anonymus, acta diurna. Es gibt sicher noch mehr als das, aber man muss sich bewegen, ansonsten geht nichts voran.

bin ganz bei Ihnen. Endlich mal jemand, der ausspricht, wie verseucht diese genannten Medien, wie Spiegel und Co. sind.
Empfehlen würde ich noch NZZ - und Charlie Hebdo.

nee leider nicht! Die AfD ist es nun wahrlich nicht. Aber darum gehts gar nicht, auch nicht das Portal von Herrn Tichy. Selber denken heißt die Devise und selbst handeln, ob in der Arbeit, im Stadtteil, in sozialen Bereichen und sich vielfältig informieren und nicht jedem Rattenfänger hinterherlaufen. Wenn schon Portale, dann empfehle ich die nachdenkseiten.de, wie der Name schon sagt.....

Martin Lürßen | Do, 1. Juni 2017 - 21:30

In reply to by Hans Meier

Zurückschlagen. Natürlich nicht mit denselben Mitteln. Aber ein Anfang kann zum Beispiel gemacht werden, in dem man der Verharmlosung entgegentritt. Sich entsprechend äußert, seine Abgeordneten anschreibt.
Journalisten nicht mehr alles klaglos abnimmt, nicht in den Chor des "Rechts! Rechts!"
einstimmt, sobald jemand das Problem benennt.

Bettina Federlein | Do, 1. Juni 2017 - 23:35

In reply to by Hans Meier

Bitte gehen Sie zur Wahl und machen Sie wenigstens die Stimmzettel ungültig, damit unsere Politiker nicht das gute bzw. schlechte Wetter, eine angeblich fehlende Motivation oder gar eine Zufriedenheit mit den derzeitigen Verhältnissen als Ausrede, Rechtfertigung oder was auch immer nutzen. Ich verstehe Ihre Qual. Seit nahezu 20 Jahren versuche ich mich im taktischen Wählen. Nicht einmal das ist mir geblieben. Die Regierung wird nicht mehr vom Bundestag ob ihrer Verfassungs-, Gesetzes- und Vertragstreue kontrolliert. Man scheint sich einig, dass all dies obsolet ist. Die eigene Meinung, die eigenen Interessen wird
/werden durchgesetzt - der Bürger degeneriert zum Stimmvieh, zur gemolkenen Kuh. Kritiker stellt man kalt, setzt sie ab, schickt sie in den Ruhestand. Opportunisten haben Hochkonjunktur. Trotzdem, ich gehe wählen, es ist NOCH mein Recht, ich nutze es und wenn ich den Wahlzettel ungültig mache. Entscheiden müssen werde ich in letzter Sekunde.

Ich verstehe noch immer nicht, warum es in unserem Wahlrecht ja, nein und sog. ungültige Stimmen gibt, aber nicht "Stimmenthaltungen" wie landauf und landab
bei Vereinen, Mitgliederversammlungen, Konkressen etc. Gibt man einen leeren Wahlzettel ab (und dokumentiert so seine Stimmenthaltung) gilt das als ungültige Stimme und man wird in einen Topf mit Schmierern, Kommentierern u.s.w geworfen.

Michael Mechtel | Do, 1. Juni 2017 - 23:44

In reply to by Hans Meier

Den Frust als Wähler teile ich auch. Welche der etablierten Parteien wäre nicht an den Zumutungen der Merkel-Regierungen beteiligt ? Sollte sich aber eine solche finden, die mit dem Grundgesetz vereinbar ist, dann würde ich die in Betracht ziehen und Nichtwählen nur als allerletzte Alternative betrachten. Werde natürlich hier keine Empfehlung aussprechen.

Hubert Knapp | Do, 1. Juni 2017 - 17:05

Richtig, das sollte man unbedingt beachten, wenn man einen Zebrastreifen betritt. Es nützt aber nichts, um sich gegen einen terroristischen Anschlag zu schützen. Es hat nichts mit Dekadenz zu tun, wenn man Gefahren realistisch und unaufgeregt bewertet.
Der Terror ist dagegen auf seine öffentliche Verbreitung in den Medien angewiesen und da gilt "viel hilft viel". Der Medienrummel und hysterischer Aktionismus nach jedem Anschlag motiviert gleich den nächsten Knallfrosch. Ein fataler Kreislauf.
Ich brauche zumindest nicht überall und ständig deren Porträts großformatig vorgführt zu bekommen, wie es unsere Massenmedien praktizieren. Selbst der vollständige Name wäre wohl meist verzichtbar. Dadurch wird sicher kein Anschlag verhindert.

Ralf Altmeister | Do, 1. Juni 2017 - 17:09

Es fehlt aber noch eine Überlegung dahingehend, mit welchen praktischen, politischen Mittel die Bedrohung durch asymetrische Kriegsführung zurückgedrängt und das Ziel der Destabilisierung und letzlich des Niederganges bekämpft werden kann und muß.
Meiner Meinung nach ist dies nur durch die quantitative Verringerung der Gefährder möglich, welche in unmittelbarere Korrelation zur Quantität der Migrantengruppe steht, aus der die Gefährder überwiegend kommen.(ich habe mich extra sehr,sehr vorsichtig ausgedrückt, damit der Beitrag durchgeht.)

Klaus Jürgen Bremm | Do, 1. Juni 2017 - 21:11

In reply to by Ralf Altmeister

Wie wäre es damit?
1) Alle IS-Rückkehrer wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation festnehmen und anklagen.
2) Unterbindung sämtlicher ausländischer Zahlungen an die hiesigen Islamverbände
3) Ausweisung aller von Erdogans Dyanet entsandter Imane aus Deutschland.

Ralf Altmeister | Fr, 2. Juni 2017 - 10:42

In reply to by Klaus Jürgen Bremm

4. Einlass nach Deutschland bzw. Bewegungsfreiheit nur bei zweifelsfrei festgestellter Identität und Unbedenklichkeit
5. Schließung und Verbot von Moscheegemeinden, die Salafisten beherbergen.
6. Herabsetzung des Strafmaßes für Abschiebungen bei Straftaten auf 0 und zwingende Abschiebehaft bei geringsten Vergehen.

Petra Maria Schaefer | Fr, 2. Juni 2017 - 16:40

In reply to by Ralf Altmeister

7. Verbot von Burka u n d Kopftuch.
(schlicht und einfach: ein Synonym für die Unterdrückung der Frau und die
Aussage der Nichtintegration)

Michael Studer | Do, 1. Juni 2017 - 17:27

Es wäre aus meiner Sicht normalerweise eine Selbstverständlichkeit, unterschiedliche Meinungen nebeneinander oder nacheinander abzudrucken. Da dies jedoch in fast allen Presseorganen kaum stattfindet, möchte ich die hier praktizierte Selbstverständlichkeit ausdrücklich loben.

Noch interessanter fände ich, wenn zu einem Thema in einer Ausgabe, nebeneinander abgedruckt, drei (!) Meinungen bzw. Kommentare, dargestellt würden. Vielleicht ist es manchen Lesern auch schon so gegangen: Man liest einen Kommentar, findet diesen schlüssig und sympathisiert daraufhin mit der entsprechenden Meinung. Dann liest man zufällig zum gleichen Thema einen anderen Kommentar und findet diesen erstaunlicherweise auch schlüssig. Und schon sind wir mitten in dem mühsamen Prozess, den man Meinungsbildung nennt. Nicht zu verwechseln mit dem Vor-Konfektionieren oder gar dem Manipulieren von Meinung, heute leider sehr üblich.

Daher mein ausdrückliches Lob zum Diskurs "Grau - Mai".

Mathias Trostdorf | Do, 1. Juni 2017 - 22:29

In reply to by Michael Studer

Herr Studer, das ist in der Tat ein wichtigen Aspekt! Man kann ganz andere Sichten auf die Dinge haben, und trotzdem finden, daß Argumente des Gegenübers auch plausibel sind. Das hat aber stark damit zu tun, wie einem diese Gedanken dargeboten werden. Es wäre schön, wenn man (auch im politischen Alltag) wieder dahin zurückkäme, Dinge logisch und aus Vernunftsicht zu betrachten anstelle alles ideologisch zu werten.
Guter Journalismus soll dem Konsumenten durch aufzeigen verschiedenster interessanter oder unterhaltsamer Überlegungen ein Angebot machen, das dieser gern wahrnimmt, das ihn anregt und bildet, aber nicht- wie leider heute oft der Fall- erzieht oder manipuliert.

Hendrik Tongers | Do, 1. Juni 2017 - 17:34

Zu Zeiten als der SPIEGEL noch nicht dem Gesinnungsjournalismus verfallen war, im Jahre 2013, da machte er sich lustig über die ständigen "Gipfeltreffen" der Frau Merkel. Von sinnentleerter Gipfelstürmerei, zur nächsten. Solche Veranstaltungen werden und wurden stets von 4000 bis 17000 Polizisten, Soldaten, Geheimdiensten und was es alles so gibt, bewacht.
Als die RAF Bande auf dem Höhepunkt der Schleyer Entführung für den Industriell-Politischen-Komplex brandgefährlich war, da vereinbarten Loki und Helmut Schmidt, bei einem Sparziergang, das sie schriftlich niederlegten, sie wollten im Fall einer Entführung nicht ausgetauscht werden. Der islamische Terror richtet sich generell weltweit gegen ein einfaches Ziel. Gegen die normalen Menschen. Wenn man mit Entsetzen sieht, dass heutzutage völlig empathielos und ohne Nennung ihrer Namen, von dem EU-Establishment über die Opfer islamistischer Anschläge hinweggegangen wird und man "stolz" darauf ist, solche Verbrechen zu ignorieren, ......

Hendrik Tongers | Do, 1. Juni 2017 - 17:34

...dann ist das dekadent und schamlos. Der Unterschied zwischen Helmut Schmidt und Frau Merkel, der ist ganz einfach. Der eine sprach klare Worte, handelte danach und legte den Grundstein zur Eliminierung der RAF, Frau Merkel ignoriert die Opfer des Terrors , spricht völlig vernebelt und unklar über die Täter und arbeitet weiter an ihrem "Projekt". Und auch das muss leider gesagt werden. Einem Kanzler Helmut Schmidt wäre die Zielsetzung der RAF Bande völlig egal gewesen. Wenn es den Terroristen um Terror gegen die Bevölkerung gegangen wäre, dann wäre Kanzler Helmut Schmidt genauso vorgegangen. So, wie es Frau Merkel verdrängt, so hätte es kein deutscher Politiker je gemacht.

Nicht nur Frau Merkel verdrängt - alle unser Politiker verdrängen. Nennen Sie mir bitte einen Politiker vom Format eines Helmut Schmidt? Keiner in Sicht - weit und breit nicht. Die EU wird von Nullnummern regiert. Der Terror ist eben Gott gewollt und Gott gegeben. Aber wir werden siegen. Die ewigen Litaneien der Politik sind schon längst nicht mehr glaubwürdig. Der Islam wird sich durchsetzen, weil er nicht so albern daher kommt. Die meinen es nämlich wirklich ernst im Gegensatz zu uns.

Reiner Jornitz | Do, 1. Juni 2017 - 17:47

ist es nicht so, das wir nicht hinterfragen woher der Terrorismus kommt, vielleicht eine durch Religionsverklemmtheit anerzogener Islamismus der sich ein Feindbild aufgebaut hat in Andersgläubige!
Dekadenz sehe ich aus Sicht der Bevölkerung die sich sagt? Was sollen wir tun und handeln , die Verantwortlichen machen so wieso was sie wollen. Lassen 2 Millionen Menschen von einem Kulturkreis der Islamisch , auch neidisch hinsieht. Die haben alles und ich habe nichts! Sehr geehrter Herr Dr. Mai man darf sich das nicht so einfach machen. Rom ist nicht an seiner Dekadenz zugrunde gegangen , sondern am Freiheitwille der germanischen Völker. Jetzt haben wir letztendlich eine Lez faire Einstellung , weil in den Augen der regierenden sind die einheimischen ein notwendiges Wahl übel und diejenigen aus dem islamischen Einflussbereich " Schutzbefohlene" die unter so schwierigen Bedingungen hierher gekommen sind und lassen können was sie wollen, sogar morden und vergewaltigen " ein Teil davon

Chris Groll | Do, 1. Juni 2017 - 17:55

Ein ganz großartiger Artikel und mir aus der Seele gesprochen. Es stimmt, dekadente Staaten enden im Verfall und in der Bedeutungslosigkeit.

Dr. Lothar Sukstorf | Do, 1. Juni 2017 - 18:41

Christian Meier hat ein hervorragendes Werk zu Rom verfasst, "res publica amissa"! Dieser Titel/ Satz ist für die heutige BRD genauso zutreffend. Wie Usurpatoren haben sich Parteien/Leitmedien unser Gemeinwesen "unter den Nagel gerissen". Der neue Census ist Wohlverhalten, politische Korrektheit, Genderwahnsinn, "Gutemenmenschentum" und die Ädilen der Jetztzeit sind die Leitmedien, die alles erbarmungslos niedermachen, was nicht in ihre Vorstellung passt. Über Jahrzehnte hat unser Volk seine innere Kraft verloren, es hat sich zu einem großen Teil selbst zersetzt. Es ergötzt sich liebend gerne in der Wahrnehmung der eigenen Schande; es kultiviert dieses Verhalten, es erhebt es zum Polarstern der Deutschen. Mai hat recht, wir werden stetig dekadenter, wehrloser. Unfähig, uns zu wehren, deshalb schweigen wir lieber. Wir kümmern uns mehr um die Täter als um die Opfer. Und unser Haus, da steht alles sperrangelweit offen für jedermann einzusteigen und sich breit zu machen.

Sebastian Roob | Do, 1. Juni 2017 - 20:33

Der Autor bietet auch nur einen Aufruf zum Widerstand, wie so viele Autoren derzeit, bietet aber auch kein Konzept. Diese Form des Terrors ist nicht mit RAF oder ETA vergleichbar, eher noch mit der IRA.
Nur on a global scale. Leider.

Herrn Graus Dekadenz wird gebraucht, ich nenne es, Aushalten, um den Terror von Innentätern in Europa ins Leere laufen zu lassen. Aber das ist nur ein Baustein, ein rigoroses Grenzregime ist ebenfalls notwendig. Denn Freiheit gedeiht halt auch heute noch nur innerhalb geschützter Grenzen. Öffentlicher Güter wie Sicherheit ebenfalls.

Zuletzt ist der Umgang mit der islamischen Welt wichtig. Ich tippe, zu vielen Regimen dort nützt der Terror und eine Destabilisierung des Westens. Die radikale Idee der Terroristen stammt aus dieser Ecke.

Aber für uns wird nichts anderes kommen als ein Aushalten des Terrors im Schatten von Polizei und Beton.

Alexander Steinmann | Do, 1. Juni 2017 - 20:45

Der Artikel ist die richtige Replik! Mit panem et circenses ist das Imperium Romanum untergegangen. Mit Latte macchiato und Youporn allein werden wir dem islamistischen Terrorismus nicht Paroli bieten. Da gehört dazu, entschlossen für eigene Werte einzutreten (nicht als Bischof mal kurz das Kreuz abzuhängen) und entschlossen zu handeln, vgl. Macher wie Schmidt und Adenauer mit der weltorakelnden Kandesbunzlerin ...

Klaus Jürgen Bremm | Do, 1. Juni 2017 - 20:59

Das Westeuropäische Imperium ging nicht an seiner Dekadenz zugrunde, denn in Gallien und Spanien war die Bevölkerung nicht dekadenter als etwa in Syrien oder Ägypten. Das östliche Imperium aber erlebte unter Justinian im 6. Jahrhundert noch eine Renaissance und hielt später sogar den Ansturm der Araber aus. Ursache des Reichsverfalls im Westen war allein der Verlust Nordafrikas an die Wandalen. Mit Franken und Tervingern als Förderaten und Reichsverteidiger hatten die weströmischen Behörden bis in die 460er Jahre sogar gute Erfahrungen gemacht. Die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern gegen die Hunnen wurde 451 immerhin mit Hilfe der Franken und Westgoten gewonnen. Erst als die nordafrikanische Kornkammer unwiderruflich verloren ging (eine gemeinsame Flottenaktion der beiden Reichshälften war 468 vor Karthago gescheitert)
erodierte Roms Kontrolle über Gallien und seine Föderaten machten sich selbständig. Als Historiker sollte man das alles wissen und keine Klischees verbreiten.

Mathias Trostdorf | Do, 1. Juni 2017 - 22:05

Ja, unsere Regierung, unsere Kirchen und viele gute Menschen wollen weiterhin daran glauben, daß doch noch alles wieder gut wird. Man muß nur alles unangenehme aus dem täglichen Leben verbannen und das positive sehen. Schlimmer Rechtspopulismus stört seit einiger Zeit die Ruhe und die Harmonie, den Konsenz, den die Mächtigen irgendwann mal still gefunden haben- das Modell der "offenen Gesellschaft", zu der es schon aus Gründen der Ausbeutung billiger Arbeitskräfte keine Alternative gibt. Was früher gut war, gilt nicht mehr- wir leben angeblich im "besten Deutschland, das es je gab".
Da gehört so ein bißchen Terror wohl dazu, ebenso wie das Nichtbenennen von Ross und Reiter, um nicht noch mehr Neubürger zu reizen und die Gesellschaft weiter zu spalten. Natürlich ist es kein leichtes, aus dieser verfahrenen Situation wieder rauszukommen, aber einfach immer so weiter zu machen und immer schnell wieder zum Latte Macchiato überzugehn kann wirklich auch nicht die Lösung sein.

Reinhard Schröter | Do, 1. Juni 2017 - 22:20

Ich bin schon der Ansicht, dass die Leser von Cicero und dessen Online-Ausgabe mit Ihnen im Wesentlichen einer Meinung sind. Ich irre mich oft, wenn es nicht so sein sollte, entschuldige ich mich für die Vereinnahmung der Andersdenkenden.
Also , wenn wir uns hier gegenseitig auf die Schulter klopfen und uns beteuern, dass es eben genau so ist, wie Sie es beschreiben, ändert das an der Realität in Deutschland überhaupt nichts.
Solange die 4.Gewalt sich dem Kanzleramt verpflichtet fühlt und nicht mehr dem steuerzahlenden Bürger und sich der damit zufrieden gibt, können wir hier lamentieren.
Allein es wird sich nicht ändern.
Immer die gleichen Worthülsen und dämlichen Phrasen aus den gut gesicherten Zentren der Macht in Berlin und anderswo.
Wenn wir es nicht schaffen uns als Souverän und Wähler , die, welche wir mit Regierungsmacht ausgestattet haben,zu zwingen in unserem Auftrag zu handeln, gehen wir mit diesen den Weg in den Abgrund.

Bettina Federlein | Do, 1. Juni 2017 - 23:19

Werter Herr Mai, ich bin sehr erleichtert, dass Sie hier eine gegenteilige Meinung veröffentlich (dürfen). Mein Versuch, die Fassungslosigkeit ob Herrn Graus Argumentationsschiene hier in Worten zum Ausdruck zu bringen, scheiterte, warum auch immer. Danke, dass Sie meinen Gedanken Gehör verschaffen. Latte Macchiato ist gestrichen, er bleibt mir im Halse stecken, ich verbinde ihn jetzt mit den Opfern. Glaubt Herr Grau tatsächlich, dass unsere angebliche Dekadenz diese Monster von ihren Taten abbringt? Sie können hier doch alles ausleben. Dekadenz, gepaart mit Fanatismus und Mordlust. Grau hat mit seiner Diagnose unserer "dekadenten" Lebensart, den Mördern und ihren Helfershelfern eine Steilvorlage geliefert.

Larissa Tscherkow | Fr, 2. Juni 2017 - 07:04

werden ausgesetzt, weil dort ein schwerer Terroranschlag stattgefunden hat.

Europäer dagegen sollen den Terror bekämpfen, indem sie ihn ignorieren. Also einfach ertragen!

Man stelle sich vor ein deutscher Politiker hätte den Afghanen gesagt, was man Europäern sagt:

Liebe Afghanen bekämpft den Terror indem ihr in ignoriert und fröhlich weiterlebt.

Welche Empörung hätte er - berechtigt - geerntet?

Die Frage ist nun, worin wurzelt diese eigentlich sofort offensichtliche Doppelmoral?

Und die Antwort ist schnell gefunden:

Da das Dogma, die grenzenlose, weltoffene Gesellschaft würde uns alle immer glücklicher machen, nicht in Frage gestellt werden darf, kann man den Europäern nur raten, Terror zu ertragen.

Denn es war ja genau die grenzenlose, weltoffene Gesellschaft, die den Terror nach Europa gebracht hat, und nun täglich weiter nach Europa bringt.

Was nützt Videoüberwachung gegen Einbruch, wenn alle Wohnungstüren immer offen sind?

Geehrte Frau Tscherkow! Sie bringen es mit ihrer "Gegenfrage" wunderbar auf den Punkt.Diesen Preis der Freiheit ,klingt grossartig,oder?,müssen wir,geht es um den Willen des herrschenden mainstreams,halt genauso stoisch ertragen wie die von den "Gotteskriegern" geplagten Afghanen.Wenn ein Staatsoberhaupt öffentlich verkündet,das Landesgrenzen nicht kontrollierbar sind,ein Innenminister zugibt,das es bei der Inneren Sicherheit kein 100% gibt (ca.80 würden mir schon reichen/beruhigen),und der Rest der politischen Welt jedes von außen eingebrachte Problem mit Reden und ergebnisgeschönten Gipfeltreffen bekämpft,wie sind da unsere Aussichten? MeinFazit:Ich flüchte in den Einzelkampf! Wenn man erkennt,das die übrigen (Wahl-)Lemminge mit " weiter wie bisher" auf die Klippe zustürmen,muß ich mich leider ausklinken aus der demokratischen Mehrheit;).Dann lieber in der antimainstream-corner aufschlagen. MfG

Thomas Külpmann | Fr, 2. Juni 2017 - 08:30

dies aus einem alten "Spiegel"?

https://www.israelnetz.com/index.php?id=5229

Das kann man prima übertragen.

Und Nein, ich kann Hr. Grau überhaupt nicht zustimmen.

Aus welchem Grund sollten Terroristen aufhören zu töten, nur weil sich (anscheinend) keiner drum kümmert?

Nebenbei gilt das bestimmt nur bei Personen die weit weg von den direkt Betroffenen sind... (siehe oben...)

Thomas Radl | Fr, 2. Juni 2017 - 09:58

Einen ganz herzlichen Dank für diesen Artikel, den ich so mit unterschreiben würde!
Ein paar kleine Anmerkungen möchte ich dennoch loswerden: Terror-Fehleinschätzung als "Kommunikation" und die Verweigerung derselben - da stellt sich mir die Frage, wie soll das denn gehen? Man kann nicht nicht kommunizieren! Die Verweigerung IST Kommunikation und sendet ein falsches Signal zurück, nämlich das der Schwäche und der Unfähigkeit, adäquat zu reagieren! Und es ist offensichtlich (sofern man denn sehen möchte!), dass dieses Signal genau SO empfangen wird!
Nicht ganz d'accord bin ich mit dem Vergleich zwischen RAF und dem Alten vom Berge. Wenn ich das richtig erinnere, richtete sich der Terror des Alten vom Berge gezielt gegen bestimmte Personen, eben eher vergleichbar mit dem der RAF. Der Terror des IS richtet sich völlig ungezielt gegen ALLE Menschen, die zufällig gerade am Tatort in Reichweite sind.
RAF und der Alte vom Berge sind Geschichte - das macht zumindest ein bisschen Hoffnung!

Thorsten Rosché | Fr, 2. Juni 2017 - 10:45

Null Toleranz gegen Menschen die den Terror nach Europa bringen oder bringen wollen. Aktuell : Der Nürnberger junge Afghane droht nach Abschiebung mit Rückkehr und Ermordung von Deutschen. Und ist jetzt wieder auf freiem Fuss - unglaublich und ohne Worte !

Willi Eimler | Fr, 2. Juni 2017 - 12:05

Rumms,... das hat gesessen. Verdammt, wenn man politisch interessiert ist und Zeitung liest schmeckt einem doch tatsächlich der Latte Macchiato nicht mehr, in den man ansonsten gedankenverloren starren würde.

Großartig geschrieben! Danke für den Spiegel.

Markus Michaelis | Fr, 2. Juni 2017 - 12:49

Alexander Grau beschreibt einen Aspekt. Jeder Artikel tut das, niemand kann in ein paar Zeilen das Ganze beleuchten. Auch dieser Artikel beschreibt einen Aspekt. Welcher Aspekt angemessener ist hängt denke ich zuerst von der Größe der Bedrohung und der eigenen Stärke ab. Beides hat dabei eine mehr objektive Seite und eine subjektive und beides ist verwoben, weil die objektive Stärke einer Gesellschaft und der Angreifer sich stark aus den subjektiven Gefühlen ihrer Mitgliede ergibt.

Wer hat nun mehr Recht? Ich würde die reinen Gewaltakte als nicht so bedeutend einstufen, aber das Gesamtphänomen, dass sich dadurch ausdrückt als sehr bedeutend - möglicherweise auch eine Nummer zu groß für unsere Gesellschaften. Insofern bin ich etwas mehr bei Herrn Mai.

Manfred Steffan | Fr, 2. Juni 2017 - 13:39

Der Terrorismus kann politisch nicht gewinnen.
Wie denn auch? Er ist nur gefährlich für Individuen, die das Pech haben, in einen Terroranschlag zu geraten. Für eine Islamisierung ist er eher kontraproduktiva, da er den Islam in Verruf bringt. Gefährlicher für eine freiheitliche Gesellschaftsordnung ist die schleichende politische Einflussnahme durch Islamverbände und ihre Claqueure hin zur Etablierung totalitär religiöser Vorstellungen in Staat und Gesellschaft. Man nehme sich den Wandel in der Türkei zur Warnung.

Karin Zeitz | Fr, 9. Juni 2017 - 22:43

als auch die Aufklärung haben Europa geprägt. Heutzutage wird die Rolle der christlichen Kirchen in der Flüchtlingspolitik immer fragwürdiger, weil sie die Integrität der einheimischen Bevölkerung zugunsten einer unkontrollierten Zuwanderung aufgeben, ohne auf mögliche Folgen Rücksicht zu nehmen.

Matthias Noack | Mo, 12. Juni 2017 - 08:48

Denn er versucht in seinem Beitrag mit dem umzugehen wie die Menschen in der westlichen Welt schon sind. Er hat einen Status beschrieben. Natürlich "könnte" alles viel besser sein, die Menschen "so und so" mit der Realität umgehen. Aber es ist realistisch anzunehmen dass erstmal alles bleibt wie es ist und das könnte dann nach Herrn Grau "so und so" auf die Terroristen wirken.

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