Richard David Precht - „Schafft die Parteien ab!“

Er schlägt die Brücke zwischen Geisteswissenschaftenen und Naturwissenschaften – damit wurde Richard David Precht zum Bestsellerautor. „Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?“ sowie „Liebe. Ein unordentliches Gefühl“ gehören zu den meistgelesenen Sachbüchern zurzeit. Der Philosoph sieht sich als Diskursvermittler.

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Krisen haben die Menschen früher in die spirituelle Sinnsuche getrieben. Heute lesen sie Ihr Buch über die Liebe – es hat in Windeseile die Bestsellerlisten erobert. Ist die Liebe zur Ersatzreligion aufgestiegen?
Unser Sinnbedürfnis ist heute innerweltlich geworden, nicht mehr transzendent. Wir suchen Sinn in unseren Kindern, wir suchen Sinn in der Liebe, und wir suchen Sinn im Fußball. Das ist kein Witz. Ein großer Teil der Dinge, die den Menschen früher wichtig waren – die Hingabe an den Glauben, die Treue zu Gott, die Bereitschaft für das Vaterland zu kämpfen –, findet heute im Stadion statt. Für Frauen beschränkt sich die Sinnsuche überwiegend auf die Liebe, für Männer überwiegend auf den Fußball. Es gibt Männer, die zwar ihren Frauen untreu sind, aber niemals ihrem Verein.

Sie beschreiben die moderne Liebes- und Erlösungssehnsucht als gesellschaftliches Phänomen. Selbst Politiker wollen heute geliebt werden. Sie geben sich als emotionale Figuren, indem sie beispielsweise öffentlich über ihre Frauen sprechen. Bedeutet das eine Entpolitisierung?
Weniger eine Entpolitisierung als eine Normalisierung. Früher wusste man kaum etwas Privates von Politikern; die Gesellschaft hatte weder Interesse daran noch Informationsmöglichkeiten. Vom Kaiser Wilhelm gab es zwar offizielle Porträts, die man sich an die Wand hängte, doch das waren extrem stilisierte Abbildungen. Heute sind wir äußerst gut informiert. Das hat den großen Vorteil, dass wir Politiker als Menschen wie du und ich erkennen. Für Politiker ist das allerdings schwierig, weil sie sich nicht mehr als heroische Figuren stilisieren können – weil wir zu viel von ihnen wissen.

Die Politiker sind also entzaubert?
Ja, denn je genauer wir einen Menschen ansehen, umso weniger taugt er zum Helden. Deshalb bleibt Politikern nur der Ausweg, sich als nette Menschen zu inszenieren, weil die Möglichkeit, sich als Helden zu zeigen, nicht mehr besteht. Diese Möglichkeit besteht im Übrigen auch deshalb nicht, weil Politiker fast nichts mehr zu sagen haben. Früher hatten sie beträchtliche Entscheidungsspielräume, heute sind sie nur noch Krisenmanager und Geldverteiler. Die einzige Gelegenheit, bei der sich Politiker heute noch so aufspielen, als hätten sie Macht, ist der Wahlkampf. Doch der ist nicht die Realität.

Es wäre ein ähnlicher Mechanismus wie einst beim Adel, dessen Bedeutungsverlust damit einherging, dass sie zum Spaßfaktor der Klatschspalten aufstiegen.
Wobei man sagen muss, dass der Entertainmentfaktor der meisten Politiker gering ist. Mich nervt an den Medien, dass sie immer so tun, als ob da Ränke und Intrigen stattfänden, die politisch relevant seien. Die menschlichen Beziehungen der Kabinettsmitglieder zueinander sind jedoch absolut belanglos. Es gilt als guter Journalismus, diese Dinge darzustellen, letztlich ist das jedoch Yellow Press.

Andererseits: Menschen sind Programm. Man beobachtet zum Beispiel sehr genau, wie sich die Staatsoberhäupter verstehen, ob etwa die Chemie zwischen Angela Merkel und Barack Obama stimmt.
Ich würde Ihnen zustimmen und dennoch widersprechen. Es ist völlig egal, ob Obama und Merkel sich mögen. Für die politischen und ökonomischen Interessen Amerikas und Deutschlands ist das gleichgültig.

Kohls Freundschaft mit Mitterrand, auch mit Gorbatschow und Jelzin hat europäische, ja weltpolitische Folgen gehabt. Sind solche emotionalen Zwischentöne nicht äußerst wichtige politische Katalysatoren?
Vielleicht in einer Zeit, als es noch eine spannende politische Großwetterlage gegeben hat. Das ist heute nicht mehr der Fall.

Einige weltpolitische Themen stehen noch immer auf der Agenda. Der Terrorismus zum Beispiel, und in seinem Windschatten etwa die Frage, wie stark sich die Bundeswehr in Afghanistan engagieren sollte.
In Afghanistan geht es um die symbolische Verpackung eines symbolischen Einsatzes. Da haben wir eine sich leerlaufende Politik. Die Bundeswehr ist in Afghanistan in erster Linie damit beschäftigt, sich selbst zu verteidigen. Sie ist nicht dort, weil sie ein so großes Land befrieden könnte, sie ist da, weil wir nicht im Irak waren. Das ist der einzige Grund. Natürlich freuen sich ein paar Leute darüber, dass die Bundeswehr irgendwelche Schulen bewacht. Aber sie wird das Land weder demokratisieren noch den Friedensprozess ernst zu nehmend vorantreiben.

Spielen für die politische Willensbildung des Wählers nicht auch Emotionen eine Rolle? So wie Sympathie oder Vertrauen?
Grundsätzlich ja, aber das bleibt konsequenzlos, weil die realen Handlungsspielräume so klein geworden sind. Wenn die Linkspartei an die Regierung käme, säße sie vor den gleichen Problemen wie alle anderen Parteien auch. Das, wofür die Linkspartei steht, könnte sie realpolitisch nicht umsetzen. Deshalb sind sich die Parteien in der Realität – nicht in der Rhetorik – so unglaublich nah, dass der ganze Hickhack der Kämpfe und Debatten eigentlich nicht nötig wäre.

Sind die herkömmlichen politischen Diskurse damit überflüssig?
Eine der wichtigsten Aufgaben der Zukunft wäre es, unser Parteiensystem abzuschaffen. Ich stimme Gabor Steingart zu, der sagt, ein wesentlicher Grund für unsere Reformunfähigkeit liege im Parteiwesen. Das Problem ist, dass Parteien sich nicht selbst abschaffen werden. Parteien sind Selbsterhaltungssysteme geworden. Deshalb auch dieser alberne Wahlkampf, der Frank-Walter Steinmeier dazu zwingt, die Revolutionsjacke anzuziehen, seine Ärmel aufzukrempeln und bei Opel Klassenkampfparolen von sich zu geben. Man muss ihm dabei nur ins Gesicht schauen, um zu erkennen, wie unangenehm ihm das ist. Es ist eine Rolle, für die er unglaublich schlecht besetzt ist. Das Ganze ist eine peinliche Veranstaltung, auch für ihn selber, und so etwas tut man nur, weil Wahlkampf ist. Letztlich ist der Wahlkampf also ein Kasperltheater.

Im Theater braucht man starke Protagonisten. Ist das der Grund für die zunehmende Personalisierung der Politik?
Ja, wir personalisieren die Politik in dem Maße, wie die Personen machtloser werden, das ist der seltsame Prozess. Wir psychologisieren die Figuren, im Gegensatz zu früher – niemand wäre auf die Idee gekommen, Adenauer zu psychologisieren. Heute wird jedes Detail analysiert, die Herkunft, die Hobbys, die Freundschaften. Dabei werden die wahren Zwänge übersehen: die Globalisierung der Wirtschaft, die Europäisierung der Politik. Der größte Teil der politisch relevanten Entscheidungen wird nicht mehr in diesem Land getroffen. Deshalb ist es vollkommen gleichgültig, ob man Frau Merkel mag oder nicht, ob sie von den Medien angegriffen oder gelobt wird. Das ist Entertainment.

Der Schriftsteller Ingo Schulze hat vor kurzem in Cicero vorgeschlagen, dass man die wachsende Zahl der Nichtwähler im Parlament abbilden sollte – durch leere Sitze.
Das ist eine lustige Idee, die allerdings nichts verändern würde. Ich hätte einen anderen Vorschlag: Ich bin ein großer Fan des Schweizer Modells. Es basiert auf der Vorstellung, dass die Parteien im Prinzip alle dasselbe wollen. Das ist in Deutschland ähnlich. Die Parteien sind nicht mehr reale Weltanschauungsgemeinschaften wie früher, sondern sehr pragmatisch orientiert. Das Schweizer Politikmodell bedeutet, dass man alle Parteien – prozentual zu den Stimmen, die sie bekommen haben – an der Regierung beteiligt. Dann wären immer alle im Bundestag vertretenen Parteien an der Regierung, und sie wären gezwungen, miteinander zu arbeiten. Ein immenser Teil des Reibungsverlustes, den wir heute haben, würde wegfallen. Und keine Stimme ginge verloren. Man hätte mehr Lust zu wählen, denn man wüsste, dass selbst eine kleine Partei später mitregieren könnte.

Gäbe es dann nicht die Gefahr von Weimarer Verhältnissen?
Die Fünf-Prozent-Hürde müsste man natürlich beibehalten. Und in der Schweiz sieht man ja, dass dieses Modell gut funktioniert. Außerdem sollte nicht mehr alle vier Jahre gewählt werden, sondern nur noch alle sechs. Das wäre fürs Fernsehen fürchterlich langweilig, aber es wäre gut für die Demokratie. Das große Problem ist, dass langfristige politische Maßnahmen nicht durchgesetzt werden können. Wir alle wissen, dass wir einen Umbau der Arbeitsgesellschaft brauchen und eine Entkoppelung der sozialen Sicherungssysteme vom Faktor Arbeit. Wir alle denken über Grundeinkommen und Bürgergeld nach, aber keine Partei traut sich, das vorzuschlagen.

Wie sollte dies konkret aussehen?
Wir wissen, dass immer mehr Leute Geld aus den sozialen Sicherungssystemen beziehen und immer weniger in sie einzahlen werden. Ein Umbau des Systems ist daher unausweichlich. Doch niemand geht an dieses Thema heran. Wir führen stattdessen Schönheitsoperationen an einem Krebspatienten durch. Das wird sich erst ändern, wenn wir Langfristigkeit in die Politik implementieren.

Längere Regierungsperioden könnten allerdings die Ohnmachtsgefühle der Wähler steigern und zu Politikverdrossenheit führen.
Allein durch die neuen Bundesländer sind zehn neue Wahlen hinzugekommen, fünf Landtagswahlen, fünf Kommunalwahlen. In Deutschland wird pausenlos irgendwo gewählt. Jedes Jahr ist ein Superwahljahr.

Und die Demoskopen steuern fast täglich imaginäre Wahlen hinzu, unter anderem durch die „Sonntagsfrage“.
Das müsste man auch abschaffen. Es ist doch zweifelhaft, ob sich Politik permanent bewerten lassen muss – so wie man als Autor dauernd bei Amazon oder auf der Spiegel-Bestsellerliste gerankt wird. Politiker sind heute einem ähnlichen permanenten Abgleich ihrer Popularität unterworfen, und so trauen sie sich nicht, längerfristig etwas Unpopuläres durchzusetzen. Das ist nicht gesund. Das ist kontraproduktiv für die Demokratie.

In Ihrem neusten Buch ist die Liebe vor allem ein Vehikel privater Sinnsuche, das Heilmittel einer therapiebedürftigen Gesellschaft. Papst Benedikt forderte vor kurzem, der Gedanke der Liebe müsse wieder mehr gesellschaftlichen Raum erhalten. Sie dagegen meinen, Nächstenliebe sei eine Zumutung.
Zunächst einmal muss man sich darüber verständigen, was man mit Liebe meint. Wir haben im Deutschen das Problem, dass der Begriff Liebe drei völlig unterschiedliche Dinge zusammentackert. Die Griechen unterscheiden zwischen Eros, der leidenschaftlichen Liebe, Agape, dem Mitgefühl und der Hingabe, sowie Caritas, der selbstlosen Nächstenliebe. Wenn wir sagen: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, dann sprechen wir von Caritas. Dieser Satz ist eine Überforderung, letztlich sogar Blödsinn, weil man emotionale Zustände nicht einfordern kann. Auf Kommando kann ich nicht lieben. Der Satz müsste richtig heißen: Achte deinen Nächsten, obwohl du ihn nicht liebst.

Freud sagt: Liebe deinen Nächsten, wie er dich liebt. Er lehnt die innere Instanz ab, die eine universelle Nächstenliebe fordert.
Freuds Satz ist sehr pragmatisch und kommt der Realität sicherlich näher. Von inneren Instanzen halte ich nichts. Sie werden in frühester Kindheit geprägt, später jedoch kann nichts mehr hinzukommen. Das Wertefundament wird in einem Alter gelegt, in dem wir noch an Geister glauben. Wenn wir dann später rational denken und handeln, kommen keine neuen Werte mehr hinzu. Selbst wenn der Bundespräsident uns auffordert, bescheidener oder selbstloser zu werden, ist das sinnlos.

Hat Liebe keine gesellschaftliche Relevanz mehr? Im Sinne von Emotionalität, Irrationalität, Leidenschaft, vielleicht auch Nächstenliebe?
Wir haben sprachlich geradezu eine Invasion der Liebe. Ein großer Fernsehsender wirbt mit dem Slogan: „We love to entertain you“, eine Fastfoodkette mit „Ich liebe es“. Ich sehe eine Inflationierung und damit eine Entwertung des Begriffs der Liebe. Das amerikanische „I love it“ bedeutet ja letztlich nur: Ich finde das ganz gut. Michael Jackson war mal einen Tag lang in Deutschland und wurde dann bei „Wetten dass …“ gefragt, wie er unser Land finde. Daraufhin hauchte er: „I love it.“ Liebe geht dann so leicht über die Lippen, dass sie gar nichts bedeutet.

Wenn Sie sich auf der Bühne Ihrer Leidenschaften betrachten, im Wissen etwa um die biochemischen Steuerungen, denen Sie ausgesetzt sind – können Sie da noch spontan agieren? Oder sagen Sie sich, wenn Sie sich verlieben: Oh, das ist jetzt aber eine kapitale Testosteronausschüttung!
Nicht in dem Moment. Man würde sich ja um das Vergnügen bringen, wenn man nicht nur Akteur wäre, sondern gleichzeitig auch noch der Kameramann. Da ich mich gut konzentrieren kann, kann ich sehr gut mein Über-Ich ausschalten. Ich gebe mich meinen Stimmungen ganz gern hin, zumindest meinen positiven. Heilsam ist dieses Wissen bei negativen Stimmungen. Ich versuche beispielsweise, täglich einen Mittagsschlaf zu machen. Und obwohl ich immer guter Laune bin, schon frühmorgens, bin ich danach immer deprimiert. Ich weiß aber, dass in diesem Moment mein Serotoninpegel dramatisch abgesackt ist. Dann trinke ich einen Kaffee, das erhöht den Dopaminspiegel und putscht auf, irgendwann ist dann die depressive Stimmung wieder vorbei.

Sie versuchen, interdisziplinär zu arbeiten, also zum Beispiel evolutionsbiologische, biochemische, psychologische und philosophische Erkenntnisse zu verknüpfen. Warum ist das immer noch ein singuläres Verfahren? Warum gibt es heute nicht mehr interdisziplinäre Forschungsbereiche?
Ein Grund ist, dass sich die Wissenschaften immer weiter spezialisiert haben. Sie haben eigene Systeme mit eigenen Fachsprachen entwickelt und wurden immer weniger verständlich nach außen hin. Ein zweiter Grund ist die Frage, wie man die Rolle eines Supervisors einnehmen kann, wenn man selber nur in Einzeldiskursen geschult ist. Rein theoretisch haben die Philosophen als Generalisten die besten Voraussetzungen dafür – auch durch ihren Hang zur Sprachreflexion.

Hat Ihnen das Feindschaften eingetragen?
Ich habe scharfe Kritik von evolutionären Psychologen bekommen, nicht so sehr von den Fachleuten als von deren Fans, Fans etwa von Richard Dawkins. Dann kommt die Auschwitz-Keule der Biologen: Precht ist ein Kreationist. Das interessiert mich weniger, da ich aus einem atheistischen Elternhaus komme. Fataler ist schon: Diese Leute haben eine Sinnwelt aufgebaut und sind nicht trainiert in dem Gedanken, dass Weltanschauungen relativ sind und auf Sprachspielen basieren. Das „egoistische Gen“ ist eine Metapher, das sagt Dawkins übrigens selber. Aber er behandelt den Begriff nicht so. Er lässt Gene egoistisch agieren, er nimmt das Bild ernst. Ich würde mir wünschen, dass Philosophen in Zukunft als Diskursvermittler ausgebildet werden, als Konsensarrangeure und Scouts für Sinndefizite. Denn dafür hat die Gesellschaft einen sehr großen Bedarf. In Wahrheit allerdings ist der größte Teil der Philosophie an den Universitäten Altbausanierung im Bereich des Geistes. Kaum jemand wird für die Fragen der Gegenwart ausgebildet.

Beginnt das Drama nicht schon in der Schule?
Ich stelle mit Schrecken fest, dass immer noch der gleiche Unsinn an den Schulen gelehrt wird wie vor dreißig Jahren, Inhalte, die ich im Leben später nie gebraucht habe. Es sollte besser ein Schulfach geben, das den Kindern hilft, sich selbst zu besinnen und zu verstehen. Ich plädiere für das Fach Meditationsunterricht, und damit meine ich kein Glöckchengeklingel und keinen Weihrauch, sondern Konzentration zu erlernen, sowohl intellektuell wie auch als Technik. Die größte Gefahr für unsere Kinder und Jugendlichen ist der Aufmerksamkeitsraub. Die gesamte Unterhaltungselek­tronik besteht aus hochintelligentem und perfidem Aufmerksamkeitsraub, die gesamte Werbung ebenfalls. Man muss den Kindern beibringen, sich davor zu schützen. Es reicht nicht, dass sich die Lehrer über Konzentrationsschwierigkeiten ihrer Schüler beschweren, wir müssen das in der Schule selber implementieren.

Sie werden als medialer Diskursvermittler demnächst im ZDF auftreten. Was wird das für ein Format sein?
Es wird eine Sendung sein, in der Philosophie vermittelt wird. Keine Talkshow – aber es wird Gespräche geben mit zwei, drei Gästen, mit denen ich an bestimmte Orte gehe, die zum Thema passen – wenn es um Biologie geht, könnte man etwa in den Zoo gehen. Die Gäste werden Kontrahenten sein, damit man als Zuschauer lernt, die Welt von verschiedenen Seiten zu sehen; ich werde als Vermittler auftreten und am Ende eine Quintessenz ziehen.

In dieser Wohnung gibt es drei stehen gebliebene Uhren. Warum?
Diese Küchenuhr zum Beispiel ist eine alte Bakelituhr aus England. Sie ist auch dann schön, wenn sie nicht geht. Das ist die wahre Schönheit im Sinne der Kant’schen Zweckmäßigkeit ohne Zweck: Nur funktionslose Schönheit ist wahrhaft schön.

Das Gespräch führte Christine Eichel

Foto: Picture Alliance

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