Zukunft des Autos - Fuß von der Bremse!

Kolumne: Leicht gesagt. Die Automobilindustrie ist überlebenswichtig für Deutschland. Doch das Zeitalter des Verbrennungsmotors nähert sich dem Ende zu. Wenn die Hersteller weiter so vorsichtig Gas geben, könnten sie ganz schnell überholt werden

Eine Audi-Mitarbeiterin sitzt während einer Testfahrt auf dem Fahrersitz eines Audi, der über einen Testabschnitt auf der Autobahn A9 bei Ingolstadt fährt und winkt mit beiden Händen aus dem Fenster.
Autonomes Fahren ist auch in Deutschland angekommen. Doch die Hersteller haben erheblichen Nachholbedarf / picture alliance

Autoreninfo

Wulf Schmiese ist ZDF-Hauptstadtkorrespondent. Als FAZ-Korrespondent schrieb er zuvor ein Jahrzehnt lang über Parteien, Präsidenten, Kanzler und Minister.

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Disruption ist für viele große Unternehmen der neue Angstbegriff. Er heißt übersetzt „Unterbrechung“. Tatsächlich hat aber disruptive Technologie fast immer einen brutalen Umbruch bedeutet – und das Aus für die alte Industrie. Nun sagt es sich leicht: Deutschlands wichtigste Unternehmen, die Automobil-Hersteller, könnten die nächsten sein – und das Zeitalter des Verbrennungsmotors ist vorbei: Diesel-Skandal, E-Mobilität, autonomes Fahren – hier überall lauert die Gefahr, zügig überholt zu werden von Innovationen anderer, die schneller, sauberer und flexibler sind.

Deutsche Autohersteller waren selbst disruptiv

Alle deutschen Autohersteller sind selbst einst unten am Markt entstanden und haben am Ende ganz oben verdrängt, was niemand für denkbar gehalten hatte, weil es Jahrtausende schon da war: Pferd und Wagen. Obwohl die ersten Autos aussahen wie Kutschen ohne Pferd, hatte nur ein einziger deutscher Kutschenbauer seinerzeit die Disruption üblebt: Karmann. Doch der ist inzwischen auch Geschichte.

Nun scheint der Verbrennungsmotor abgewickelt zu werden. Das jedenfalls ist der Eindruck angesichts der massiven staatlichen Förderung von Elektro-Autos. Doch ein abrupter Wechsel würde eine kaum zu schaffende Umstellung der Industrie in Deutschland erfordern, wo Otto- und Dieselmotor erfunden wurden. In diesen Technologien sind die deutschen Hersteller weltweit immer noch führend. Bei Elektromotoren ist das nicht der Fall. Hier bedarf es enorm teurer weiterer Entwicklung.

Politik und Autolobby zögern

Noch allerdings sind Politik und die Autolobby selbst darum bemüht, beide Antriebsarten nicht gegeneinander in Stellung zu bringen. „Der hocheffiziente Verbrenner … und das Elektroauto sind keine Gegner, sie ergänzen sich vielmehr“, wirbt der Präsident des Verbands der Deutschen Automobilindustrie, Matthias Wissmann, für die Beibehaltung der Konvention. Da spricht auch der frühere Bundesverkehrsminister aus ihm – denn die Bundesregierung sieht das ähnlich. Sie wird nicht einmal ernsthaft versuchen, den Dieselmotor  in Frage zu stellen. Weil dieser Motor wegen seiner geringeren CO2-Werte in den Flotten deutscher Hersteller nötig ist, um das 95-Gramm-Ziel der europäischen Klimaschutzvorgabe bei Pkw-Neuzulassungen bis 2020 auch nur annähernd einhalten zu können.

Doch würde die Autoindustrie höchst fahrlässig handeln, verließe sie sich hier nur auf den politischen Rückhalt. Denn es gab bedeutende Innovationen in der Geschichte der Mobilität, die andere Entwicklungen ausbremsten. So war E-Mobilität in den frühen Jahren des Automobils weit mehr verbreitet als der Verbrennungsmotor. Doch was stoppte, was „unterbrach“ diese Technik? Die Erfindung des Anlassers. Der ersetze Mitte der zwanziger Jahre das Ankurbeln – und besiegelte damals das faktische Ende aller Forschung für E-Mobilität.

Der nächste zu erwartende Umbruch ist ebenfalls eine Herausforderung: Die Zukunft des autonomen Fahrens hat tatsächlich auch in Deutschland begonnen. Das Land Baden-Württemberg übergab soeben die ersten Millionen für eine Strecke, auf der nun die Hersteller ihre fahrerlosen Autos testen können. Die Politik gibt Geld, damit die Autoindustrie in diesem Markt von Morgen Gas geben kann.

Gefahr der Big Data Player

Aber wie das so ist mit gewolltem Fortschritt. Es wird eben nicht gleich gelaufen, sondern vorsichtig getapst. Prognosen, schon 2020 sei das autonome Fahren selbstverständlich, sind haltlos übertrieben. Fachleute sagen, wir befänden uns in einer „Phase der Teilautomatisierung“. Das gilt gerade mal als die zweite von fünf Stufen hin zum komplett fahrerlosen Fahren, wo das Lenkrad entfällt, und nur noch vom Auto gesteuert wird.

Es wird also wohl noch einige Modell-Generationen gefahren werden wie bisher. Dennoch besteht die Gefahr, dass sogenannte „Big Data Player“ wie Google, Apple und Uber die traditionellen Hersteller mit neuen Geschäftsmodellen massiv schwächen können. Die Autohersteller müssen „strukturell und kulturell“ zu anderen Unternehmen werden, um zu überleben, fordert Stefan Bratzel, der Direktor des Center of Automotive Management (CAM) an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. In einer Studie seines Instituts wird den etablierten Automobilherstellern vorgehalten, sie hätten im Bereich Software- und Mobilitätsdienstleistungen „erheblichen Nachholbedarf und große strukturelle Defizite“.

„Umparken im Kopf“ – dieser Werbeslogan eines deutschen Herstellers muss daher auch schnellstens in die Köpfe der Autobosse und ihrer Ingenieure dringen.

Nicolas Wolf | Mi, 2. November 2016 - 19:20

Das Zeitalter der Verbrennungsmotoren ist also vorbei? Soso. Das hört man immer wieder und der Blödsinn kommt aus bekannter Ecke. Zentrale Argumente sind: im Jahr 2000 ist das Öl alle, die Sonne schickt keine Rechnung und wir müssen CO2 einsparen, weil das Wetter sonst besser wird. Wenn man sich die man ansieht, wird das Bild schon klarer. Das mit dem Öl hat sich für die nächsten Jahrzente erledigt, kein Engpass in Sicht. Eine Kugel Eis von Herr Trittin kostet mittlerweile so um die 30€. Wir halten fest, das man schon an 2 der 3 Zentralen Punkte komplett falsch lag. Die Erderwärmung schreitet auch langsamer voran als versprochen, jetzt wirds langsam eng! Man sollte noch mal klar zurück zu den Grundlagen. BTW: Deutschlands CO2 Emissionen sind trotz Energiewende stabil, also selbst wenn alles andere doch richtig wäre, sollte man mal das Vorgehen hinterfragen. Als staatsfunkangestellter würde ich mir übrigens mehr Gedanken um die Geduld im Volke machen, was wenn die endet?

Alles schön auf den Punkt gebracht! Wobei es mich erstaunt, daß sich nicht nur das Volk, sondern auch die deutsche Industrie gnadenlos vorführen läßt. Wenn ich mir angucke, was aus unseren einstigen "Energieriesen" ohne jegliche Gegenwehr für jämmerliche Zwerge gemacht wurden, da mache ich mir um unsere Austomobilindustrie wirklich ernsthafte Sorgen. Die kriegen auch die kaputt - und dann ist die Party entgültig vorbei.

Nicolas Wolf | Fr, 4. November 2016 - 14:41

In reply to by Jens Kaup

Ja das gibt mir auch zu denken, vor allem bei den offensichtlichen Schwächen der anderen Seite. Aber nur Mut, noch ist nicht Alles verloren...

Sehr geehrter Herr Wolf,
das die Ressource Öl irgendwann zu Ende geht, ist jedem Kind klar. Nur weil der Ölpreis niedrig ist, kann man nicht davon ausgehen, dass er nicht steigen kann.
Man sollte des weiteren nicht das Wetter mit den Klima verwechseln.
Ob es nun zu einem Klimawandel kommt oder nicht hat nichts mit technischem Fortschritt zu tun. Der technische Fortschritt kommt mit uns oder uns.
Das Elektroauto in welcher Form es auch immer kommen wird, wird gebaut. Für ein Elektroauto sprechen zum einem die Teile. Sie sind ohne großen Aufwand zu beschaffen. Jedes dritte Weltland kann eine Produktion errichten. Zum Anderen der Wartungsaufwand.
Deutschland als Industriestandort kann nur überleben, wenn wir vorzeigbare Verkehrssysteme verkaufen. Nicht die Hardware ist wichtig sondern die Software
Wir haben schon die IT-Revolution verschlafen, sollten wir diese verschlafen sind eine Menge Menschen mehr arbeitslos. Knapp daneben ist auch vorbei.

Sehr geehrter Herr Oldemeier,
mit dem Eletronikteil des Artikels habe ich mich nicht befasst, gebe allerdings Herrn Schmiese und Ihnen in so weit Recht, dass das Thema wichtig ist. Dennoch ein Auto ist nicht nur Quelltext.
Meine Argumente beschäftigten sich mit dem Verbrennungsmotor. Den 3 Hauptpunkten haben sie nicht widersprochen, also sind wir uns da einig. Zur Endlichkeit des Öls: jedes Kind erkennt, dass Ihr Argument meins nicht widerlegt, da ich die mangelhafte Prognose kritisierte. Die Preisfrage habe sie ganz ingnoriert. Das Klima das gemittelte "Weltwetter" ist, ist mir schon klar. An diesem Punkt ging es um einen besseren Klang für den Spott in meiner Aussage. Aber auch an diesem Punkt gehen sie nicht auf das Argument ein, dass die globale Erwärmung unterhalb der Erwartungen liegt. 3:0!
Das man Autos momentan wirtschaftlich in der 3. Welt bauen kann, bloß weil der Elektromotor eine Vereinfachung beim Powertrain darstellt? Unwahrscheinlich, zum Autos gehört noch mehr...

Fabien De La Croix | Mi, 2. November 2016 - 22:02

Nur der Anlasser? Ging es beim Fokus aus Verbrennungsmotoren nicht primär um Kriegstauglichkeit?

Bernd Fischer | Mi, 2. November 2016 - 22:06

Geht es Ihnen nun ums "autonomes Fahren" oder um die sogenannte "Elektromobilität"?

Komme einfach nicht klar damit was Sie versuchen uns zu erklären.

PS: Prognose fürs Jahr 2030.......Bitte befahren sie keine Autobahnen mehr ......es sind keine Steckdosen zum Aufladen mehr frei.

Hinweis der Wirtschaftsredaktion des Senders "xyz" an die Mitbürger des jeweiligen Bundeslandes "abc" Liebe Bürger: Wegen mangelnder Kapazitäten in der E-Versorgung der Transportmedien , bitten wir sie sich mit ihren "Geldgebern" in ein offenes Gespräch zu begeben.

Ihre Bundesregierung.

Vertreten durch...........Nullinger......

Frank Goller | Do, 3. November 2016 - 08:20

Technisch sind wir weltweit schon abgehängt, wir leben aktuell überwiegend von alten Techniken, wie z.B. den Verbrennungsmotor. Auch wenn es nicht gerne gehört wird, "Made in Germany" hat seine Strahlkraft lange verloren. Das wurde immer dem deutschen, zuverlässigen Unternehmer, Arbeiter und Handwerker zugeschrieben und den gibt's nicht mehr.......meinen unsere skeptischen, japanischen Geschäfts-Partner. Nebenbei : Über die Zustände am Frankfurter HBF konnten die Besucher aus Japaner bei Ankunft nur den Kopf schütteln.

Nicolas Wolf | Do, 3. November 2016 - 18:26

In reply to by Frank Goller

Die Konzepte für Verbrennungsmotor und Elektromotor sind aus heutiger Sicht ungefähr gleich alt, so um die 150 Jahre, beim Elektromotor noch etwas mehr. Was macht den Verbennungsmotor jetzt noch mal so schlecht und was soll ihn ersetzen, Raketenantriebe gab es schon im alten China, noch ungeeigneter, Staustrahltriebwerke, politisch nicht korrekt, Turbinen, Warpantriebe oder Pogostöcke??? Ein morderner Verbrennungsmotor hat mit seinem Vorgänger von vor über 100Jahren soviel zu tun wie ein neues Haus und eins von vor über 100 Jahren (orginalzustand!). Unsere Strahlkraft macht sicherlich das ein oder andere kaputt, der Verbrenner sicherlich nicht, noch nicht mal der von Diesel...

Herbert Trundelberg | Do, 3. November 2016 - 08:53

nach dem unsere aller Kaiserin Merkeline uns das ganze Fachpersonal beschafft hat wird es keine Probleme mehr geben an der Spitze der Innovation zu bleiben. Besonders unsere Linken und Grünen schaffen an den Hochschulen und Unis ein Klima der Hochintelligenz mit immer mehr zeitlich befristeten Lehramtsinhabern. Ob man die Zukunft mit den Ph Fächern schaffen? Da werden wohl nur die Schmalspurakademiker im BT von 80% helfen können. Aber da sehe ich sehr sehr duster so ohne Ingenieure. Wer aus dem Posting Satire erkennt darf sie behalten sollte aber beginnen nach zu denken.

Reiner Kraa | Do, 3. November 2016 - 10:03

Das Problem, vor dem Deutschland steht, ist nicht nur die Einführung der E-Mobilität bei PKW. Es ist weit umfassender. Die schadstoffbehaftete und endliche fossile Energiebasis muss durch eine eine neue ersetzt werden. Als neue Basis, die keine Schadstoffe erzeugt, im Kreislauf genutzt werden kann und in unendlicher Menge vorhanden ist, kommt nach Lage der Dinge nur Wasserstoff in Frage. Viele technische Entwicklungen zu seiner Nutzung, die heute schon serienreif zur Verfügung stehen, kommen nicht recht voran. Wer hier auf der Bremse steht, ist klar. Es sind die, die an den fossilen Energieformen auch heute noch riesig verdienen. Das sind, nicht nur in Deutschland, mächtige Leute, die sich regelmäßig Politiker kaufen (z. B. Emmissionsgrenzwerte von PKW als Flottendurchschnitt). Ein Musterbeispiel dafür ist unsere "Klimakanzlerin" und ihr Anhang. Entsprechend sieht`s aus.

Sie haben wie immer den Nagel auf den Kopf getroffen. Die Erde hatte von Entstehung an die Steinkohle, Braunkohle Öl- und Teersande schon dabei. Diese Fossilen Brenstoffe / Kohlenstoffe sind nicht erst mit der Zeit entstanden. Somit sollte man sie auch nicht anrühren sondern vergraben lassen. Diese bösen Hitzeperioden und Eiszeiten gab es auch nicht. Lieber Herr Kraa der Zyklus des Menschen auf diesem Planeten ist ENDLICH.

Andreas Horns | Do, 3. November 2016 - 12:57

In reply to by Herbert Trundelberg

Lass uns so einfach so weiter machen, lass uns unsere Städte weiterhin so versiffen. Den Diesel Gate gibt's ja nicht, alle Autos sind unglaublich sauber.
Freuen wir uns auf das Ende.

Wasserstoff ist die Energiebasis für einen Kreislauf? Wasserstoff kann in Energie umgewandelt werden (teilweise) zum Beispiel in der Sonne oder beim Einsatz von Wasserstoffbomben, dann ist es aber kein Kreislauf, denn übrig bleibt Helium. Der Anwendungsfall Fusionsreaktor wird noch eine ganze Weile brauchen. Für einen Kreislauf mit Elektrolyse und Brennstoffzellen/wasserstoffverbrennung ist Wasserstoff als Energiebasis ungeeignet, denn er kommt in dafür geeigneter Form nicht wirklich nennenswert vor, daher brauchts ja elektrolyse. Die Energie um den Kreislauf anzutreiben muss eine andere sein, das gebiete schon die Thermodynamik. Eine Kombination aus Wasserstoffbombe oder Sonne und Elektrolyse ist nicht erstrebenswert. Selbst die harmlose Variante mit der Sonne ist aufgrund des katastrophalen Wirkungsgrades des gesamtsystems so heute einfach nicht zu finanzieren. Da braucht es keine Energieformen die auf der Bremse stehen (???), die Vernunft macht das schon von ganz alleine!

Reiner Kraa | Fr, 4. November 2016 - 14:36

In reply to by Nicolas Wolf

Wenn es keine Lösung gibt, so sagen sie uns doch einfach, wo der Strick liegt, wenn wir uns alle aufhängen müssen.

Nicolas Wolf | Fr, 4. November 2016 - 18:17

In reply to by Reiner Kraa

Hallo Herr Kraa,

ich bitte Sie meine rabiate Art zu entschuldigen, jeder hat seine Rolle im Leben und meine scheint die Axt im Walde zu sein. Ich denke es gibt keinen Grund für einen Strick, von daher hoffe ich Sie leben ein langes glückliches Leben.

Zum einen glaube ich nicht, dass es nötig ist panisch zu werden, die bisherige globale Erwärmung fiel recht moderat aus, also noch ist Polen nicht verloren.

Auch wollte ich nicht sagen, dass ihr Vorschlag grundsätzlich falsch ist, nein eher das Gegenteil. Ich verstehe, was sie sagen wollen und halte es grundsätzlich auch für realisierbar, aber nicht in den nächsten Jahrzenten. Allerdings hätten ich vor 25 Jahren jemanden erzählt, dass ich mit einem Telefon ins Internet gehe um dann auf dem Display rumzudrücken und mit wenigen Schreibfehlern mit Ihnen zu kommunizieren, keiner hätte es geglaubt. Der Mensch ist eben erfinderisch und es werden sich Lösungen finden. Also positiv denken und aber mit etwas mehr Realismus...

Wenn es technisch wird leidet die Qualtät der Forenbeiträge nicht nur hier.
Was glauben sie, lieber Herr Kraa, wo der Wasserstoff herkommt?
Die Antwort ist, er wird durch Elektrolyse erzeugt. Also muss ich elektrische Energie aufwenden um daraus Wasserstoff herzustellen, der dann wieder zu Wasser verbrannt wird.
Dabei treten nicht unerhebliche Verluste auf.
Also der Wasserstoff ist keine erneuerbare Energiequelle sondern nur ein Speichermedium. Das ist aber die Batterie auch.
Die Indudtrie wird herausfinden was günstiger ist.

Reiner Kraa | Fr, 4. November 2016 - 18:48

In reply to by Hans Pagel

Lieber Herr Pagel, Wasserstoff ist ein Speichermedium.Da haben sie recht. Und er macht auch nur mit erneuerbaren Energiequellen Sinn. Leider ist der im Forum zur Verfügung stehende Platz zu klein, um immer gleich alle Zusammenhänge darzustellen. Speicher spielen bei der Energieversorgung immer eine Rolle. Daraus wird jeweils die Menge entnommen, die gerade gebraucht wird. Die fossile Versorgung zehrt ausschließlich von Speichern (Gas-,Ölvorkommen bzw. Leitungen), die Mutter Natur irgendwann gefüllt hat. Auch Erneuerbare müssen also gespeichert werden, damit daraus eine sichere Versorgung entsteht. Das ist im erforderlichen gesamtwirtschaftlichen Umfang derzeit nur in chemischer Form möglich, womit wir wieder beim Wassertoff sind (natürlich aus Elektrolyse). Und was die Wirkungsgrade der Umwandlungsprozesse angeht, sollte wir Vertrauen in unsere Ingenieure haben. Der Wirkungsgrad eines Verbrennungsmotors liegt, technisch bedingt, irgenwo zwischen 30 und 40% .

Christian Bauer | Do, 3. November 2016 - 13:39

dürfte auf längere Zeit Illusion bleiben. Laut Regierung würde der Strombedarf für die geplante Zahl von einer Million E-Autos bis 2020 den derzeitigen Strombedarf nur um 3% steigern. Wir haben 43 Mio PKW, die zu ersetzen, würde also eine Steigerung des Bedarfs auf 230% des heutigen Bedarfs erhöhen. Da wir zudem durch die E-Autos den CO2-Ausstoss reduzieren wollen, darf nur Wind- resp. Solarenergie verwendet werden. Wer sich "agorameter" ansieht (googlen), wird feststellen, dass Wind und Sonne zwar keine Rechnung schicken, aber eben auch keinen Strom in gewünschter Menge liefern können. Selbst wenn wir ganz D mit WKA vollstellen würden, könnten wir den Strombedarf nicht decken. Die Ladestationen müssten mit Strom beschickt werden, was mit der derzeitigen Infrastruktur (Ortsnetze, Trafos) nicht möglich ist. Die gesamte Verkabelung aller Orte müsste ersetzt werden. Wahnsinn das Ganze.

> einer Million E-Autos bis 2020 den derzeitigen Strombedarf nur > um 3% steigern. Wir haben 43 Mio PKW, die zu ersetzen, würde > also eine Steigerung des Bedarfs auf 230% des heutigen
> Bedarfs erhöhen

Das, was Sie berechnen hat mit Logik oder Mathematik wenig zu tun. Um Ihnen den richtigen Rechenweg vor Augen zur führen, nehmen wir an der derzeitige Strombedarf läge bei
900 Mio KWh.

Dann wären drei Prozent davon:

0,03 * 900 Mio KWh = 3 Mio KWh

für jeden PKW ergäbe sich damit ein Verbrauch von:
3 Mio KWh / 1 Mio PKW = 3 KWh/PKW

Damit ergäbe sich für 43 Mio PKW
43 Mio PKW * 3 KWh/PKW = 129 Mio KWh

Dies wären nach den Regeln des Dreisatz:
129 Mio KWh / 900 Mio KWh = 0,14 = 14%

Wieso beherrschen Sie keine Mathmatik der Mittelstufe, meinen aber hier Ansagen machen zu müssen?

Marc Rene Arns | Mi, 9. November 2016 - 17:14

In reply to by Marc Rene Arns

> 0,03 * 900 Mio KWh = 3 Mio KWh
ist natürlich falsch
0,03 * 900 Mio KWh = 27 Mio KWh

muss es heißen, damit stimmt die Aussage des Herrn Bauer (sollten die Zahlen stimmen): 129% Steigerung (unabhängig vom Gesamtverbrauch), auch einfacher 3% * 43.

Irriger Weise war ich der Meinung, man könne den Wert nicht unabhängig vom Gesamtverbrauch berechnen.

Mein Fehler.

franz wanner | Do, 3. November 2016 - 13:51

dem bleiben die Reste. Da geht es um Markt, Arbeitsplätze und Teilhabe. Kann man wirklich zu spät kommen. Aber erst, wenn echter Druck auf die Käufer erfolgt, werden diese die teuren Vehikel mit geringerem Gebrauchswert auch erwerben.
Ganz etwas anderes ist die ökologische Sicht. Zweifelsfrei gilt es, den Rohstoff für Verbrennung mal zu ersetzen. Aber derzeit ist der aus der Dose kommende Strom ökologisch fragwürdig und selbst Sonnenenergie aus der Sahara hätte nördlich der Alpen ökologische Bedenklichkeit.
Und das autonome Fahren hat mehr Geschmäckle als Nutzen. Das mag für den Fernfahrpendelverkehr verlockend klingen, für den Sonntagsausflug sicher nicht. Und all dies spart keinen einzigen Betonkilometer.
Es geht um die Angst, beim nächsten sinnreduzierten Hype nicht vorn dabei zu sein.
Wäre der Wasserstoffantrieb nur etwas schneller entwickelt, brauchten Millionen Kilometer Induktionsschleifen für e-Mobile nicht verbuddelt werden. Gewichtige Batterien bewegen nur sich selber...

franz wanner | Do, 3. November 2016 - 14:15

für Ökostrom soll wohl ins unerläßliche steigen?
Für die Luxislimousine auf pseudoökologischer Basis
zahlt dann auch die autofreie Oma an der heimischen Herdplatte.
Nach der Entwicklungsmitfinanzierung sollten sich auch die Lizenzkosten für Marktteilnehmer richten. Sonst wird die Oma doppelt belastet. Erst durch die Zwangsabgabe und dann durch deren Refinanzierung durch die Marktteilnehmer.

Konrad Kustos | Do, 3. November 2016 - 14:43

"...das Zeitalter des Verbrennungsmotors nähert sich dem Ende zu." Wenn Journalisten das schreiben, ohne zu erschauern (so wie wir Leser), nähert sich die Kultur ihrem Ende (oder geht auf das Ende zu).

Albert Schabert | Do, 3. November 2016 - 15:14

Wo soll die Energie herkommen?Energie ist reichlich vorhanden,aber nicht immer in nutzbarer Form.Oft muß sie in eine höhere Ebene gebracht werden,auch dazu braucht man Energie.Für den Einsatz in Elektroautos kommt für mich nur Sonnen- und Windenergie in Frage und dann kommt die Kritik,hatten wir doch schon-funktioniert nicht.Es funktioniert nicht weil mann in der BRD alles neue subventionieren muß.Das ist der einzige Weg aus dem CO 2 Debakel.Wenn es nicht gelingt,bekommen unsere Nachfahren jeden Tag eine Tüte voll Luft.

Josef Garnweitner | Do, 3. November 2016 - 15:46

Die Autoreninfo ist ja schon mal informativ. Herr Schmiese, glauben Sie wirklich zu wissen, daß die Autoindustrie so garnichts in der Pipeline hat, an nichts forscht und den Schlaf des Gerechten schläft? Den Elektromotor hat Elon Musk zwar nicht erfunden, er wird aber als großer Visionär hingestellt. Was ist denn so toll an dem was er bauen läßt?

Der Hybrid ist auch nur gut für Gewissen und Marketing, aber keine echte Lösung. Die Batterien sind noch lange nicht da, wo man sie gerne hätte. In den letzten Jahren wurden zwar reihenweise tolle Batterien erfunden, vor allem in den USA, man hat nur nie mehr etwas davon gehört.

Und von der Gesamtenergiebilanz ist auch nirgendwo die Rede.

Und das sog. autonome Fahren. Ob das dem Sinn der Sache dient? Und wem nützt es eigentlich wirklich?

Man liest viel von allen möglichen Leuten, bloß keine Antworten.

Jürgen Lehmann | Do, 3. November 2016 - 17:22

Müssen die PKW-Fahrer in der EU unbedingt eine Vorreiterrolle, bei diesem, maßlos überzogenen, Thema spielen?

Man sollte den Verkehr einmal weltweit betrachten und gleichzeitig den Flug- und
LKW Verkehr nicht vergessen.

Die Klimaschutzvorgabe der EU rettet auch nicht das Klima.
Die Wärmeperiode ist nicht aufzuhalten und entstand auch nur zu einem geringen Teil durch die PKW-Fahrer und andere Verhaltensweisen der Menschheit.

Das Thema des autonomen Fahrens passt nicht unbedingt in diesen Beitrag .
Ein Technik, welche die Sicherheit erhöht ist begrüßenswert, dass dieses jedoch bis zur Abschaffung des selbstständigen Denkens der Fahrer führen muss ist Unsinn.

Mir tun die nachfolgenden Generationen der PKW-Fahrer leid, die auch noch beim Autofahren gesteuert werden müssen.

hans jürgen laumann | Do, 3. November 2016 - 23:55

erstaunen. Es werden "Teilaspekte" dramatisert,
während die "Gesamt-Situation" neu gedacht
werden muss - von Allen :
So lange "Anwender" das Auto nach PS kauft -
je mehr desto besser - , "Kleinlastwagen (SUV)
zum shopping eingesetzt werden, wir uns Energie-Verbräuche "verkaufen" lassen, die aus-
schließlich der Statistik dienen, brauchen wir uns
nicht zu beschweren..........
Der aktuelle HIT
VW hat keine Abgaswerte manipuliert,
alles ist Rechtens - in Europa......

Thomas Kloft | Fr, 4. November 2016 - 14:27

Stellen wir uns mal vor in Deutschland sollten nur noch Elektroautos unterwegs sein. Wir bräuchten ca. 30 Kernkraftwerke oder alle 2 km ein Windrad. Bei letzterem müsste noch jemand möglichst schnell eine entsprechende Speicherung der Energie erfinden, da der Wind ja bekanntlich nicht immer weht (dito bei Sonnenenergie).

franz wanner | Fr, 4. November 2016 - 15:52

aber, aber... vor dem Ausschütten, muss das Kind aus dem Bade. Außer, alles wäre sowieso hoffnungslos.
Das Kommentatorengestichel und meines zielt doch auf die ungenaue Problembeschreibung. Oder die fehlende Problemdifferenzierung.
- geht es um den neuen Hype?
- wo kommt der Strom für die Tanke her?
- hätte dies insgesamt eine bessere Ökobilanz?
- gibt es Alternativen?
- wie sind die Aufwendungen?
- Sollen Käufer gesponsert werden oder besser Entwickler?
- Wer zahlt für wessen Marktchance?
- woher weis jemand, ob ein anderer pennt?
- Und nicht jede Erfolgsmeldung erweist sich als nachhaltig

Lösungen gibt es viele im Angebot, aber über das passende Problem wird noch gestritten.

Ingo Meyer | Fr, 4. November 2016 - 16:57

Der Autor ist Hauptstadtkorrespondent und hat sicher den "Mega-City-Blick"! Sich immer nur auf die Metropolen dieser Welt zu konzentrieren bringt auch Disruptionen. Trump ist sicher so eine. Der spricht für das Land und nicht für LA oder Boston. Die Welt ist Fläche mit großen Distanzen. Mit E-Mobilen werden sie in Montana nicht weit kommen, in Australien, ganz Austral-Asien, Südostasien, Indien, Näher Osten, Afrika, Süd- und Mittelamerika auch nicht. Selbst im "e-Mobil-Förderundsparadies" Norwegen verharrt der Absatz. Die BAFA , als staatliche Subventionsorganisation in Deutschland, kann ihre Leute beruhigt in den verlängerten Weihnachstsulaub schicken. Die Deutschen haben das Auto zwar erfunden und die Amis haben es zu Ungeahnten Produktionsziffern schon 1910 gebracht. Das autonome Fahren ist ein Fall für sich und das Auto als Datenkrake auch. Da Autos mehr als nur dem Antrieb bestehen, habe ich um VW&Co keine Angst. Mercedes bereitet schon mal einen Reihensechser vor - neben E-Motor!

Eberhard Berger | Fr, 4. November 2016 - 18:18

Zitat: "Bei Elektromotoren ist das nicht der Fall. Hier bedarf es enorm teurer weiterer Entwicklung."
Herr Schmiese, ich konstatiere bei Ihnen die gleiche technische Ahnungslosigkeit wie bei fast allen Iher Kollegen.
Deshalb verrate ich Ihnen, dass der Elektromotor nach über 100 Jahren so gut wie ausentwickelt ist, soll heissen, es wird Verbesserungen nur noch in unbedeutenden Nuancen geben. Stellen Sie sich vor, es gibt weltweit mindestens (!) 10 mal so viele E-Motoren wie Verbrennungsmotoren. Und noch ein Geheimnis: Das Problem des E-Autos ist nicht der Motor, sondern die Batterie, und da insbesondere die unerträglich langen Ladezeiten. Und daran wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern.

Siegfried Sumser | Sa, 5. November 2016 - 16:49

Hätten sich die Ingenieure die letzten hundert Jahre mit der E-Mobilität aufgrund des fehlenden Verbrennungsmotors beschäftigten müssen, wobei die Erfahrungen und Erkenntnisse vorlägen, die es heute zu erschaffen gilt, so würden sich wohl die Meisten nach den zu projektierenden, phantastischen Verbrennungsmotoren sehnen, die es heute schon fast weitgehend gibt ?
Es hätte historisch auch umgekehrt laufen können.

Herbert Sax | So, 6. November 2016 - 12:32

Im Grunde ist es korrekt zu sagen dass der Verbrennungsmotor jetzt einen Punkt erreicht hat wo weitere Investitionen besser in die Elektromobilität investiert werden sollten. Bei folgenden Punkten muss ich dem Autor jedoch wiedersprechen. Nicht die Erfindung des Anlasser hat das E-Auto in seiner Frühzeit ausgebremst sondern die sehr limitierte Kapazität der schweren Bleibatterien und damit das Reichweiteproblem. Zudem steckte die Strominfrastruktur noch in ihren Anfängen. Was den E-Motor angeht, der deutschen Industrie Rückständigkeit zu unterstellen ist Journalistenschwachsinn. Elektrische Antriebstechnik gehört zu den Kernkompetenzen unserer Industrie. Firmen wie Bosch, Continental, ZF und einige Weitere sind die weltweiten Marktführer bei E-Antrieben. Bei Hybrid-Fahrzeugen wurde unserer Industrie auch unterstellt dass Japaner 7 Jahre Vorsprung hätten. Auch diese Behauptung war schlicht falsch.

Jan Dutschmann | Di, 22. November 2016 - 08:42

Gut das es immer den ausgemachten Bösen gibt, erst recht wenn die Tiefgründigkeit zur Festlegung seiner, nicht übers Flaschendrehen hinausgeht. Klar kann man mit solchen Medienkampagne die Industrie ermutigen "neue Wege" ins Auge zu fassen, aber Ihr nicht den Späten für das einsachtzig Loch in die Hand legen. Wenn Dummheit an der Macht ist, werden Risiken und Chancen von Lobbyisten bereitgestellt --- die Fragen offen lassen: woher kommt der ganze Strom nachdem effiziente Kraftwerke vom Netz sind, wie sieht die vollständige Wertschöpfungskette aus und wie verdammt nochmal bekomme ich bei minus 15 Grad meine Füße warm ohne die Batterie implodieren zu lassen.
Früher war die Politik das kleine Spiegelbild ihrer Befölkerung, jetzt sind es Beamte, Anwälte und Wunderheiler die die Naturwissenschaftschaften nach der Grundschule schon abwählten.

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