Umlagefinanzierte Altersrente - Besser als ihr Ruf

Das Image der gesetzlichen Rente ist schlecht. Doch das Umlageverfahren hat sich als sicherer erwiesen als die private Vorsorge. Korrekturen sind trotzdem nötig, die Gruppe der Einzahler sollte um Selbstständige und Beamte erweitert werden

Rentner auf einer Bank
Die Angst vor Altersarmut ist weit verbreitet – zu Unrecht / picture alliance

Autoreninfo

Wilfried Herz ist ehemaliger Leiter des Wirtschaftsressorts der Wochenzeitung Die Zeit.

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„Weg mit dem Rentenzwangssystem!“, fordert Alexander Grau und schreibt zur Begründung, das Rentensystem sei „unökonomisch“ und „zukunftsunfähig“.  Beides ist falsch, das genaue Gegenteil ist richtig. Mit seinem Verdikt reiht sich der Autor nur in die schier endlose Reihe der Kritiker ein. Die haben in ihren düsteren Prophezeiungen schon seit Einführung der umlagefinanzierten dynamischen Altersrente im Jahre 1957 das Scheitern der gesetzlichen Rentenversicherung und schwere Schäden für die Volkswirtschaft vorausgesagt.

Folgenschwer war insbesondere die Kampagne in den neunziger Jahren, als ganze Wirtschaftsbranchen, Interessenverbände und Gruppierungen unterschiedlichster Art Horrorszenarien über die Konsequenzen der alternden Gesellschaft verbreiteten und einen Kollaps der Rentenversicherung heraufbeschworen, um ihre Partikularinteressen durchzusetzen. Die einen, Versicherungen und Banken, wollten sich einen größeren Anteil am Vorsorgegeschäft sichern, andere wie die Industrie und Arbeitgeberorganisationen warnten vor Gefahren durch zu hohe Sozialbeiträge für internationale Wettbewerbsfähigkeit, als wäre die deutsche Exportwirtschaft nicht robust.

Ökonomisch vernünftig

Die Schwarzmalerei wirkt bis heute. Die Angst vor Altersarmut ist weit verbreitet: Die Jüngeren glauben, dass sie von ihren Einzahlungen im Rentenalter kaum etwas wiedersehen werden, die Alten fürchten, dass ihr Geld nicht mehr für einen auskömmlichen Lebensabend reicht. Vermutlich war das Image der gesetzlichen Rente in den vergangenen sechs Jahrzehnten noch nie so schlecht wie derzeit.

Dabei ist die gesetzliche Rentenversicherung trotz nicht zu bestreitender Mängel besser als ihr Ruf. Das Umlageverfahren – die Aktiven (und ihre Arbeitgeber) finanzieren mit ihren Beiträgen direkt die Renten der Senioren und erwerben damit Ansprüche für ihre spätere Altersversorgung – hat sich im Prinzip bewährt. Die Rentenversicherung ist ökonomisch vernünftig, denn sie hat den Alten im Großen und Ganzen eine Teilhabe an der allgemeinen Wohlstandsentwicklung ermöglicht, ohne dass die Unternehmen und aktiven Arbeitnehmer überfordert und die Wachstumskräfte in der Volkswirtschaft beeinträchtigt worden sind.

Insofern hat Norbert Blüm mit seinem vielfach belächelten und verspotteten Spruch „Die Renten sind sicher“ zumindest bis heute Recht behalten. Die Rentenversicherung bot und bietet auch jetzt noch ihren Versicherten Sicherheit, jedenfalls mehr als andere Konzepte. Selbst Konjunkturschwächen und sogar die schwere Finanzkrise 2008/2009 konnten ihr nichts anhaben – ganz anders als in Ländern, in denen die Ruheständler weitgehend oder sogar ausschließlich von ihrem angesparten Kapital leben. Deren Vorsorge wurde zum Spielball der Kapitalmärkte, nicht wenige standen in kürzester Zeit vor dem Nichts.

Stellschrauben neu austarieren

Und die gesetzliche Rentenversicherung kann noch mit einem anderen wichtigen Plus aufwarten: Sie hat sich als flexibel erwiesen und ist damit – bei richtiger Weichenstellung durch die Politik – auch zukunftsfest. Denn anders als viele glauben, ist die Rentenformel keineswegs in Stein gemeißelt. Vielmehr hat sie der Gesetzgeber in den vergangenen Jahrzehnten unzählige Male geändert, wenn auch nicht immer fehlerfrei. So hat Rot-Grün unter Gerhard Schröder per Gesetz den Rentenbeitragssatz in der Höhe begrenzt und das Rentenniveau über Jahrzehnte abgesenkt – und damit das Vertrauen vieler Versicherten erschüttert: Die Rente, über Jahrzehnte Lohnersatz, der den Lebensstandard nach dem Arbeitsleben sichern sollte, wurde zur Basisabsicherung herabgestuft. Seither ist die Rentenpolitik mit Reparaturarbeiten beschäftigt. Sie muss eben mehr sein als nur die Verhinderung von Armut im Alter.

Zweifellos werden in der Zukunft allein schon wegen der demografischen Entwicklung weitere Reformen notwendig werden. Dann müssen die Stellschrauben – die Dauer der Rentenzahlung, das  Niveau der Renten, die Beitragssätze und der Zuschuss aus dem Bundeshaushalt – neu austariert werden. Wenn sich die Produktivität in den Unternehmen dank der Digitalisierung deutlich verbessert, wenn die Wirtschaft wächst, Löhne und Gehälter steigen und die Arbeitslosigkeit weiter abnimmt, können die Probleme in zwei oder gar vier Jahrzehnten viel geringer sein, als Untergangspropheten heute glauben machen wollen.

Rente für alle

Ein Geburtsfehler des Rentensystems hätte schon längst beseitigt werden müssen: die Eingrenzung der Versicherungspflicht auf Arbeitnehmer. Eine grundlegende Neuordnung, die eine harmonisierte Altersvorsorge für alle einschließlich der Selbstständigen und der Beamten schafft und ungerechtfertigte Privilegien beseitigt, ist überfällig. Sie würde zudem für zusätzliche Einzahler in die Rentenkasse sorgen.

Schon in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hatte der Spiritus Rector der dynamischen Rente, der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Wilfrid Schreiber, für eine Versicherungspflicht der „Gesamtheit aller Arbeitstätigen“ ohne Einkommensgrenzen plädiert. Damit hätte die gesetzliche Rentenversicherung nach den Worten Schreibers eine sichere Basis für „die Stetigkeit ihrer Rechnungsgrundlagen über alle möglichen Strukturveränderungen der Wirtschaftsgesellschaft und ihrer Zusammensetzung nach Beruf und Erwerbsart“.  Es war ein Fehler Adenauers, in diesem Punkt dem Vordenker nicht zu folgen. Doch die Erkenntnis, dass ein System um so sicherer wird, je breiter das Risiko gestreut wird, ist noch immer richtig. Nur: Dass ihr Taten folgen, ist heute dringender als damals.

 

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Cicero arbeitet mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Civey erstellt repräsentative Umfragen im Netz und basiert auf einer neu entwickelte statistischen Methode. Wie das genau funktioniert, kann man hier nachlesen. Sie können abstimmen, ohne sich vorher anzumelden.
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Gisela Korte | Di, 18. Oktober 2016 - 11:34

In diesem Punkt stimme ich dem Author nicht zu! Als ich in den späten 70gen begonnen habe in das Rentensystem einzuzahlen, konnte ich mich über eine 65%-Rente mit 60 Jahren in der Zukunft freuen. Ohne jegliche Warnung wurde diese Rente dann auf 45% gesenkt und das Renteneintritts-Alter auf 67 Jahre gehoben. Ich bin jetzt gezwungen mit 63 in die Rente zu gehen und das bedeutet weitere Senkung des Rentenniveaus um ca. 10%! Die Demographen und die Politiker haben Ihre Arbeit sehr unprofessionell gemacht, geschlampt und zwar ohne Folgen für sie.

Wenn Sie mit Ihrer Rente nicht zufrieden sind, was würden Sie denn vorschlagen?

1. Lieber privat vorsorgen? Dann werden ihre Ersparnisse mit hoher Wahrscheinlichkeit durch Finanzcrashs und Nullzinspolitik wertlos.

2. Doch länger arbeiten?

3. Oder sollen die Beiträge steigen? Das würde die jetzigen Arbeitnehmer nicht freuen, die die Rente bezahlen (die 20+% Rentenbeiträge sind Arbeitskosten, die zu 100% der Arbeitnehmer erwirtschaften muss. Vergessen Sie den fiktiven 'Arbeitgeberanteil', das ist Volksverdummung.)

4. Den Bundes-Steuerzuschuss zur Rentenkasse erhöhen? Das ist die bequemste Lösung ... aber dann kann man irgendwann auch ganz auf eine steuerfinanzierte Rente übergehen und sich den Papierkram in den Personalabteilungen sparen.

Lieber Herr Kuhn, sie machen es sich aber sehr einfach. Mit welchem Recht sollen denn
die Menschen, die hier alles erarbeitet haben, schlechter gestellt sein als z.B. Beamte, Journalisten, Rechtsanwälte oder Ärzte ? Für die gilt nämlich der demografische Faktor nicht. Mit anderen Worten : Die Gruppe der Arbeitnehmer wurde bewußt von der Politik betrogen.
Wenn ein neues System, dann bitte gleich für alle. Es kann nicht sein, dass Beamte, die nur verwalten, dreimal soviel Pension kriegen wie Arbeitnehmer. Im übrigen wäre mal sehr interessant, wieviele Milliarden jedes Jahr aus der Rentenkasse " gestohlen " werden für versicherungsfremde Leistungen, z.B. für Russen, Juden, Polen, beamte ( Müttergeld ) und die gesamte DDR usw. Das Leute, die derartig bevorzugt werden, gegen ein neues System sind, ist wohl klar. Das zeugt aber von sehr wenig Ethik und Moral. Die ist leider in unserer Gesellschaft auf der Strecke geblieben.

Leo Sucharewicz | Mo, 14. November 2016 - 20:20

In reply to by Ute Klüting

und selbst beim Thema Rentenpolitik einen Seitenhieb auf die Handvoll Juden in Deutschland platzieren. Die zahlen aber überproportional Lohn- und Einkommensteuern. Kein Wort zu Millionen alimentierter Neueinwanderer. Da kann passieren was will, bei den ewiggestrigen Gemütern sind Zeit und Verstand stehengeblieben

ingid dietz | Di, 18. Oktober 2016 - 19:58

In reply to by Albert Schabert

Mittlerweile ist das Solidaritätsprinzip der RV schon lange lange verwässert.
Immer wieder hat die polit. Elite es in den letzten Jahrzehnten geschafft, alle möglichen und unmöglichen versicherungsfremde Leistungen aus der RV zu spendieren. Viele gesamtgesellschaftlichen Aufgaben und Leistungen dürfen wir, die gesetzlich Versicherten, brav für viele viele Nichteinzahler berappen.
Die jetzige GroKo ist da keine Ausnahme - CDU und SPD lassen das System langsam "ausbluten".
Merke: Die gesetzlich Versicherten wurden mittlerweile zur"Melkkuh" der Nation !
Lösungen zu einer "echten" Reform liegen seit Jahrzehnten auf dem Tisch. Es ist politisch nicht gewollt ! Basta !

Yvonne Walden | Di, 18. Oktober 2016 - 12:26

Warum verteufeln Alexander Grau und viele andere die Gesetzliche Rentenversicherung?
Weil dies von der Versicherungswirtschaft so propagiert wird. Die Versicherungswirtschaft würde liebend gerne auch diese zusätzliche Einnahmequelle unter ihre Fittiche nehmen - mit riesigen Gewinnerwartungen sowohl für die Versicherungskonzerne als auch für die Provisionsvertreter vor Ort.
Allein die Tatsache, daß die Rentenversicherung also der Gewinnerzielung dienen soll, zeigt, daß die Gesetzliche Rentenkasse als staatliche Einrichtung ohne jedwede Gewinnerwirtschaftung die bessere Lösung war und ist.
Natürlich war es ein Geburtsfehler, nur die "Kleinen Leute", also lediglich Kleinverdienende, als Pflichtmitglieder in diese Rentenkasse aufzunehmen.
So wie in der Schweiz sollte alle "Erwerbspersonen" in die Rentenkasse einzahlen und aus dieser Rentenkasse eine Grundrente erhalten.
Was Millionäre oder gar Milliardäre zusätzlich zur Altersvorsorge ansparen, bleibt ihnen überlassen.

Herbert Trundelberg | Di, 18. Oktober 2016 - 12:43

was hat die Politik nicht alles mit der Rente angestellt. Fremdleistungen und Gelder entnommen zur Haushaltssanierung. 16 Millionen Nichteinzahler alimentiert, Zuwanderer aus dem Osten. Dort wo die Politik nichts gemacht hat und eine Krösusbezahlung bei behielt war ihre eigene und ihres Beamtenapparates.
Dem Autor muss zugestimmt werden, wenn ohne Beitragsbemessungsgrenze auf alle Einkommen von allen Bürgern, auch Kapitaleinnahmen in diese Kasse einzahlen könnte der Beitragssatz auf 10% abgesenkt werden also für AG und AN je 5% für Kapitalzinseinkünfte wären es 10%. Die max. Rentenzahlung wird auf 80% des mittleren Nettoeinkommens aller Arbeitnehmer gedeckelt. z.B. Mittleres Nettoeinkommen 2.700.-€ bedeutet 2.160.-€. Wer mehr will soll noch selber Vorsorgen.
Der Vorstand mit 10 Millionen würde halt 1 Million/anno einzahlen aber später nur 2.160.-€ aus der Rentekasse bekommen

Renate Aldag | Di, 18. Oktober 2016 - 12:49

Vielen Dank, Herr Herz, für diesen Artikel mit der zuletzt beschriebenen genau richtigen Konsequenz, nämlich daß alle und jeder in die Rentenkasse einzahlen muß. Viele Rentenbeitrags-zahler und die Rentenempfänger warten auf diese dringend notwendige Reform. Parteien, die diesen Punkt in ihrem Programm haben, werden die Mehrheit der Wähler ansprechen.

Karl Kuhn | Di, 18. Oktober 2016 - 13:22

Norbert Blüm mag heutzutage ein hoffnungsloser Herz-Jesu-Romantiker sein, aber sein berühmtester Ausspruch war richtig, und ist doch in derart ungerechter Weise veralbert worden.

Lieber Herr Kuhn,

hätte es um 1925 mehr Herz Jesu Romantiker gegeben, wäre uns das dritte Reich erspart geblieben.
Früher hatten selbst kriminelle eine Berufsehre oder man sagte auch:"das tut man nicht!" das gilt heute in der Regel nicht mehr.
Das "das tut man nicht" gilt aber heute mehr denn je im Bereich der Medien, d.h man nennt die Dinge nicht beim Namen, sondern eiert um den Brei herum.
Mut, Herzblut, Ehrlichkeit, Offenheit.....werden belächelt oder mit Naivität gleichgesetzt.
Eigenschaften wie Verschlagenheit, Hinterlist, Heimtücke, Abgebrühtheit .......werden mit Intelligenz gleichgesetzt.

Joachim Fehr | Di, 18. Oktober 2016 - 13:36

Klar ist doch: Wer einzahlt sollte auch einen entsprechenden Anspruch auf Rentenzahlung haben. Gesetzlich verabschiedete Rentenwohltaten müssten deshalb vom Staat finanziert werden und dürften nicht dazuführen, dass normale Rentenempfänger- und Zahler belastet oder gar benachteiligt werden.

Joachim Fehr

Albert Schabert | Di, 18. Oktober 2016 - 13:38

Das ist er erste Beitrag von Cicero wo ich allem nur zustimmen kann.Der Autor hat vollkommen recht.
Das einzig ungerechete an der Rentenversicherung ist,daß keine Auszahlung erfolgt,wenn man vorzeiteig ablebt.Aber nichts ist pefekt.
Albert Schabert

Marcus Hallmoser | Di, 18. Oktober 2016 - 13:49

Spätestens seit dem Mackenroth Theorem weiss man auch, dass man Sozialvorsorge in welcher Form auch immer nicht in die Zukunft transferieren kann. Es realisiert sich eben immer ein bestimmter Zeitwert.

Dem recht guten Artikel bleibt deshalb nur noch hinzuzufügen, dass wenn die „Gesamtheit aller Arbeitstätigen“ eine gemeinsame, umlagefinanzierte Alterssicherung trägt, diese Gesamtheit auch ein gemeinsames Interesse an derem Erhalt hat und sich gegen Eingriffe seitens der Regierungen wehrt, und zwar insbesondere gegen Ausplünderungen durch versicherungsfremde Leistungen, wie gegenwärtig durch die illegale Ansiedlung Hunderttausender.

Zu einer wirksamen Gegenwehr gegen Ansinnen der Regierung wäre eine vollständige Selbstverwaltung der Rentenversicherung notwendig, wie sie nicht einmal bei den Krankenkassen realisiert ist, obwohl einige Kassen schon durch die eingeschränkte Selbstverwaltung zeigen, was möglich ist, um die Leistungsfähigkeit der Kasse zu erhalten oder zu steigern.

Gundula Wabra | Di, 18. Oktober 2016 - 14:07

Das umlagefinanzierte System der Rente reicht nicht, wenn ganze Heerscharen von Menschen gar nicht im Arbeitsmarkt produktiv tätig sind.
Eine Altersarmut dieser Menschen sozusagen vorprogrammiert ist.
Diskussionsfähig halte ich das Umleiten des Kindergeldes auf das Rentenkonto der Eltern oder des Kindes selbst.
Kinder kann der Staat anders subventionieren, z.B. Kostenmittelfreie Schulutensilien, kostenfreie Schulspeisung o.Ä.
Die Finanzierung ausschließlich von den monetär Produktiven erfolgen zu lassen, ist zu kurz gedacht. Umlagefinanziert mit Zwang zum Rentenkonto ist sicher das Beste.

Herbert Trundelberg | Di, 18. Oktober 2016 - 14:29

das alles ist Lobbyismus. Es wurde doch Privatisiert was zu Privatisieren war und zwar zu Spottpreisen, welches dem Steuerzahler sprich Bürger gehörte hat die Politik und dieses kann man in den Alt-Parteien fest machen. Warum der Aufschrei, wenn eine Neue Partei dies publik macht. Der vom Bürger erwirtschaftete Wohlstand und Infrastruktur, Energie, Transport, Strassen, Wohnungen, Kanalsysteme etc. wurde und wird auf dem Tablett einer kleinen Klicke zu Spottpreisen verkauft. Natürlich wird das alles auf die EU geschoben.

Dimitri Gales | Di, 18. Oktober 2016 - 14:41

Unser System der Rentenversicherung ist so schlecht nicht. Wie aber sollen Selbstständige, die nur wenig Einkünfte haben (dazu zählen mittlerweile und immer mehr auch akademisch gebildete Freiberufler) in eine private Rentenversicherung einzahlen? Man muss bedenken, dass das Heer der Freiberufler mit sehr mässigen EInkünften zunehmen wird. Für viele Freiberufler langt es kaum zum Krankenkassenbeitrag.
Dass aber Beamte einzahlen wäre gerecht. Diese Gruppe wird ohnehin vom System behütet und beschützt, geniesst Privilegien, die ein Angestellter oder Freiberufler nie haben wird.
Ich plädiere für eine Beamtenbeitragszahlung zur Rentenkassen - dringend!
Wichtig auch die Überlegung, wie fragmentierte Erwerbsbiografien (auch die nehmen zu) nicht zu Altersarmut führen - was heute schon der Fall ist.

Bernhard K. Kopp | Di, 18. Oktober 2016 - 15:31

In den letzten Jahrzehnten wurde zuviel über die Rentenkassen finanziert, das eben nicht von den Beitragszahlern bezahlt werden sollte, sondern aus dem Bundeshaushalt. Seitdem haben wir ein Mischsystem aus Beiträgen und Bundeszuschuss, eben teilweise ein System 'nach Kassenlage' wie es nach der Grundkonzeption nicht sein sollte. Die Parteipolitik hat die Integrität des Systems zerstört, und damit das Glaubwürdigkeitsproblem, und die Absenken erst geschaffen. Die Politik könnte, wenn sie wollte, die Defizite nachfinanzieren und die Integrität des Systems wieder herstellen. Unwahrscheinlich !

Volker Schilling | Di, 18. Oktober 2016 - 16:21

Selten einen solchen Schwachsinn gelesen. Ökonomischer Sachverstand gleich null.
Der Autor beschränkt sich auf die Betrachtung der aktuellen Situation und blendet alle Risiken komplett aus. Das ist Realitätsverweigerung.
- wir werden immer älter und benötigen dementsprechend immer länger Rentenzahlungen
- das Verhältnis von Einzahlern zu Empfängern wird jedes Jahr ungünstiger.
- die derzeitige sehr gute Konjunktur ist nicht in Stein gemeißelt. Wenn aber wieder ein Abschwung kommt und die Arbeitslosigkeit steigt, dann erweist sich jede Kalkulation auf Basis der jetzigen Ist Zahlen als Kartenhaus
Wer sich als heute 40 jähriger auf die staatliche Rente verlässt, wird zu 99% im Alter ein Problem bekommen, wenn er nur noch gut 40% seiner letzten Bezüge zu erwarten hat

Eine Berücksichtigung von Beamten und Selbständigen ist sicher diskutabel, aber ein krankes System wird durch Ausweitung nicht gesünder. Schlieslich sind das dann ja nicht nur Einzahler, sondern auch Empfänger

...denn sie müssen sofort zahlen, nicht erst bei Pensionierung.

Im Beamtengesetz von 1957 wurden die Bezüge von Beamten gegenüber den von gleichrangigen Angestellten gekürzt, eben weil keine Sozialabgaben anfielen.

Die Arbeitgeber müssten also nicht nur die Bezüge auf das entsprechende Niveau anheben (AN-Anteil) sondern auch den AG-Anteil einzahlen und zusätzlich für jahrzehntelange Übergangszeiten noch die Pensionen der aktuellen Ruheständler.

Ursula Schneider | Di, 18. Oktober 2016 - 16:57

Doch wie bekommt man den in die abgehobenen Betonköpfe unserer Politiker?

Hat sich doch die Regierung erst jüngst von dem Ziel verabschiedet, die künftigen Pensionslasten vollständig aus einem Vorsorgefonds zu decken. Grund: das gegenwärtige Niedrigzinsdesaster (FAZ v. 17.10.16). Die Alternative, nämlich höhere Beiträge einzufordern, verwarf man! Dafür werden jetzt einfach die künftigen Steuerzahler zur Kasse gebeten. Während alle anderen Unternehmen Rückstellungen bilden müssen, drücken sich die Staatsdiener darum, denn sie sitzen an den Hebeln.

O heiliger St. Florian, verschon mein Haus, zünd' andre an ...

Jan Herzog | Di, 18. Oktober 2016 - 17:38

Ein von Neid und sozialistischer Ideologie geprägter Beitrag. Wie hoch ist der jährliche Bundeszuschuss in das gelobte Rentensystem nochmal? Noch 30 % des gesamten Bundeshaushalts oder doch eher schon 40% ?! Das System ist kaputt. Da hilft es nicht mehr, dass man die Altersarmut ausnahmslos allen überstülpen will.

Joachim Heidmann | Di, 18. Oktober 2016 - 17:55

Ich kann dem Artikel bei bestem Willen auch nicht ein Argument entnehmen, warum eine Renteneinzahlungspflicht für "alle" die Lösung der absehbaren Altersarmut sein soll. Gerade in Zeiten in denen Menschen ohne berufliche Zukunft millionenfach ins Land strömen, ist es geradezu ein populistischer Hohn solch heuchlerische Forderungen zu erheben. Die aktuelle Durchschnittsrente liegt ohne Zahlenspielereien bereits heute auf einem Stand unter dem SGB XII ( Hartz4 im Alter) und die Lebensverhältnisse werden sicher nicht günstiger. Die Politik gibt keine Möglichkeit privat sinnvoll vorzusorgen ( Riester wird nur noch von VZ und sonstigen steuerfinanzierten Stiftungen tapfer bemüht) Dass man versucht die Zahllast des Bundeshaushalts zugunsten von mehr unqualifizierter Zuwanderung abzusenken und gleichzeitig wieder einmal eine Neiddebatte führen will, mag dem Zeitgeist gefallen. Zielführend ist ein "kicking the can down the road" sicher nicht. Fin.Altersvorsorge ist etwas für Dumme Untertanen.

Bianca Floren | Di, 18. Oktober 2016 - 17:58

Wieso hat sich das Umlagesystem als sicher erwiesen? Lediglich zwei Generationen von einzahlenden Rentnern hat gerade noch so bekommen, was versprochen wurde. Aber auch nur wegen Frau Nahles und der Legeslaturperiode mit anschließender Sintflut.

Fritz - Ulrich Hein | Di, 18. Oktober 2016 - 21:12

Auch ich bin mit einer Rentenerwartung von 65% ins Berufsleben gestartet. Die Politriege jedoch griff in die damals gut gefüllte Rentenkasse, um damit Lastenausgleich für Ost-Vertriebene zu alimentieren und ehemalige Gro0grundbesitzer östlicher Güter zu befriedigen. Auch die DDR wurde teilweise aus der Rentenkasse gefüttert. Und warum war die Rentenkasse so gut gepolstert? Der Arbeitnehmer war so anständig, mit 65 in Rente zu gehen, um dann 1 1/2 Jahre später die Löffel abzugeben. Heute jedoch sorgt die Pharmaindustrie dafür, dass die Leute immer älter werden - sei es ihnen gegönnt. Darum müsste der Industriezweig mindestens 10% aus dem Verkaufserlös von gesundheitlich verlängernden Produkten in die Rentenkasse zahlen. Und natürlich sollen alle Gehaltsempfänger in der BRD in die Kasse zahlen. So entlastet man auch politische Haushalte, weil sie für Pensionszahlungen an Beamte keine Rücklagen mehr bilden müssen.

Reiner Bergmann | Di, 18. Oktober 2016 - 21:30

Den Artikel von Herrn Grau vor einigen Tagen habe ich bereits kommentiert. Mir wird übel wenn ich so etwas lese. Es reicht auch nicht aus, wenn alle einzahlen, wie in diesem Artikel gefordert. Was wir brauchen, ist das Schweizer System und zwar ohne wenn und aber. Hierbei sind die Beiträge nicht gedeckelt, aber die Auszahlungen. Das bedeutet, dass ein Selbstständiger der eine Million Euro verdient,
9,7% einzahlt aber nur ca. 2000 Euro bekommt.
Ein solidarisches System, bei dem die Reichen für
die Schwachen einstehen. Scheinbar ist dieses von der Politik hier nicht gewollt. Das heißt, dass sehr viel Druck aufgebaut werden muss um diese Veränderung herbeizuführen. Die AfD hat dieses in ihr Parteiprogramm aufgenommen. Der Wähler sollte reagieren, wenn die etablierten Parteien nicht reagieren.
http://www.fr-online.de/arbeit---soziales/rente-deutschland-blickt-mit-…

Yvonne Walden | Mi, 19. Oktober 2016 - 11:45

In reply to by Reiner Bergmann

Wichtig ist, daß das Schweizer System der gemeinsamen, eidgenössischen Alterssicherung auch und gerade hier in Deutschland immer wieder publiziert wird.
Die etablierten Parteien scheuen eine Aufklärung dahingehend "wie der Teufel das Weihwasser", weil die Politik bekanntlich von denjenigen "gesteuert" wird, die über das Große Geld verfügen, also die Oberen Zehntausend.
Und diese Supervermögenden wollen natürlich keine Sozialabgaben leisten, sondern finanziell "ihr eigenes Süppchen kochen".
Dies ist eines Sozialstaats (Artikel 20 Grundgesetz) unwürdig und sollte schnellstens korrigiert werden.

Völlig richtig Frau Walden! Ich habe Ihre Kommentare zu diesem Thema gelesen.
Dieses Thema ist der Beweiß dafür, dass die Politik in diesem Land gesteuert wird.
Fakt ist auch, dass der gesamte Beamtenapparat, also auch die überversorgten Politiker selbst keinerlei Interesse an einer Änderung haben. Der Druck muß also von den Wählern ausgehen. Das dieses Thema von den Etablierten bei den kommenden Wahlen nicht gewünscht ist war klar. Das die AfD es ins Programm übernommen hat, lässt aber hoffen. Fazit: Die Volksverdummung beim Thema Rente in den Parteien, den Medien, sowie diverser Talkshows wie Anne Will könnte nach hinten losgehen, denn die Vorteile des Schweizer Systems sind unbestritten und werden die Wähler bei ihrer Entscheidung beeinflussen.

Thorsten Rosché | Mi, 19. Oktober 2016 - 09:15

Ich würde das Schweizer System uneingeschränkt favorisieren. Aber dagegen steht der gesamte Bundestag, die Kostgänger in den Amtsstuben und die Versicherungsmafia. Gegen diese Supermacht ist der gemeine Bürger chancenlos ! Bleibt nur das Schweigen der Lämmer............

Elke Rienkens | Mi, 19. Oktober 2016 - 09:42

Als 53 jährige, gut ausgebildete,Alleinerziehende eines 16 jährigen Gymnasiasten gehe ich seit Jahren immer weiter geradeaus in die Altersarmut. Lebensqualität u.Sicherheit meiner Rente wurden bereits nach dem Mauerfall u. Ost-Tsunami runtergefahren!Lebensideen hat die Bundesregierung seit 2000 konsequent zerstört!Gespartes haben die Banken gefressen!Arbeitslosigkeit forderte Kreativität-Selbstständigkeiten mussten wegen immer wieder hoch geschraubten Beiträge für alle möglichen Kassen eingestellt werden!Die Idee nach dem Zweiten Weltkrieg, dass es den Deutschen langfristig nicht gut gehen sollte-ist doch hervorragend umgesetzt!Deutsche gehen in Hartz IV u.werden sicherlich auch auf diesen Betrag Steuern zahlen (müssen!).Migranten verbringen Rentenzeit im Heimatland u.leben von ihren dortigen Investitionen! Meine Mutter unterstützt uns, kann uns nicht "absetzen", lebt immer noch ganz einfach wie nach Kriegszeit u. zahlt ...Steuern ohne Ende!!!

Werner Schütz | Mi, 19. Oktober 2016 - 11:23

Wenn man die Wikipedia-Artikel zu Wilfried Schreiber und dem Mackenroth-Theorem liest, stellt man fest, dass die Ausführungen von Wilfried Herz schon seit langem bekannt sind. Nur die Politik hat sich nicht danach gerichtet: Warum? Weil gewisse Gruppen unserer Gesellschaft von den jetzigen Regeln profitieren. Deshalb wird auch das Schweizer-Rentensystem bei uns nicht verwirklicht.
Was in dem Artikel fehlt, ist der Hinweis, dass Schreiber auch die Erziehung der Kinder bei der Rentenbemessung angemessen berücksichtigt haben wollte, was von Adenauer bekanntlich verhindert wurde.
Und so wird die Rentendiskussion wohl weitergehen: Ein Verteilungskampf letztendlich zwischen Kapitalbesitzern, Nutznießern des Beamtenrechts und "gewöhnlichen Bürgern".
Der Philosoph Dr. Grau schreibt für erstere, Wilfried Herz ergreift Partei für letztere. Und so wird der Verteilungskampf weitergehen. Bin gespannt, wo sich "Cicero" positionieren wird.

Frank Goller | Mi, 19. Oktober 2016 - 11:59

Das System wird in absehbarer Zeit kolabieren. Noch schwimmen wir auf einer Konjunkturwelle und der Staat zuschießen. Nur wie lange noch ? Heute lese ich in der Presse das 17 000 Schutzsuchenden die Beschützer auf Familien-Nachzug verklagt haben, Deutschland füllt sich langsam mit Eindringlingen in die Sozialsysteme bis zum Platzen. Mein Tipp : Langsam einen Schnellkurs im Flaschen sammeln belegen, den gibt's dann kostenlos zum Rentenbescheid dazu.

Um es nochmals klar zu sagen: Solange nur wir "Fußkranke unserer Gesellschaft" (so bezeichne ich uns pflichtversicherte Arbeitnehmerinnen einmal ganz drastisch) dieses Rentensystem zu finanzieren haben, muß es in absehbarer Zeit kollabieren.
Auch die "Schutzsuchenden", auf die Frank Goller abhebt, können ohne Weiteres in unser Rentensystem integriert werden, wenn wirklich alle mit allen Einkünften dieses System mittragen.
Das gilt für Beamte und Politiker, Selbständige, Freiberufler und Menschen mit einem "arbeitsfreien Einkommen", also Multimillionäre und Milliardäre, ein Personenkreis der nur von seinen Kapitalerträgen lebt.
Dafür müssen wir, die sogenannten "Fußkranken" politisch kämpfen.
Und sei es über die AfD, die angeblich eine solch klare und nachvollziehbare Forderung aufgestellt haben soll.
In einem der reichsten Länder dieser Erde, Deutschland, ist Geld in Hülle und Fülle vorhanden.
Es ist nur vollkommen falsch verteilt.
Und die Reichen kennen - bisher - keine Solidarität

Giesela Kramski | Mi, 19. Oktober 2016 - 14:39

Es sollte nur eine Rentenversicherung geben. Für alle! Auch für Bundestagsabgeordnete, Freiberufler mit bisher eigenen Versorgungswerken, Beamte usw. Alle! Der Beitrag sollte sich von allen Einkünften rechnen. Nicht nur vom Arbeitslohn. Also z.B. auch Mietüberschüsse, Kapitalerträgen usw. Außerdem Wegfall der Beitragsbemessungsgrenze, so daß sich ein deutlich niedriger Beitragssatz ergäbe. Und warum sollte ein Mensch, der 100.000,- im Monat verdient nicht z.B. 5% = 5.000,- für die RV zahlen müssen? Mit dem Rest, auch nach Steuern, lebt es sich doch auch noch hervorragend.

Gisela Korte | Mi, 19. Oktober 2016 - 14:53

Das System kann nur dann funktionieren, wenn:
1) Beamte in die Rentenkasse einzahlen
2) Selbständige in die Rentenkasse einzahlen
3) Einkommen aus Kapitaleinkünften ab sagen wir 250000 EUR/Jahr Rentenkassenpflichtig werden
4) Rentenbeiträge nicht mehr fremd verwendet werden
Vielleicht reicht das aus.

Jürgen Winzig | Mi, 19. Oktober 2016 - 16:19

Eine reine Erweiterung der Beitragszahlerbasis bringt gar nichts, denn dann haben später auch mehr Menschen Anspruch auf Leistungen. Das wäre nur
sinnvoll, wenn gleichzeitig die Beitragsbemessungsgrenze wegfallen und alle Einkunftsarten bei einer gleichzeitigen Deckelung der Höchstrente ,herangezogen würden. Also grob gesagt, das Schweizer Rentenmodell.

Werner Schütz | Fr, 21. Oktober 2016 - 12:42

In reply to by Stefan Teschner

Vielen Dank für den Hinweis Herr Teschner.

Wenn man Volker Pispers Ausführungen anhört, muss man unwillkürlich auch seine Aussage bestätigen, dass 60% der deutschen Wähler gegen ihre eigenen Interessen ihre Stimme abgeben würden. Man lese nur den Wikipedia-Artikel über das von Wilfrid Schreiber zu Adenauers Zeiten vorgeschlagene Rentensystem und beurteile was unsere Volksvertreter daraus gemacht haben. Übrigens: Auch in Schreibers Rentensystem sollten a l l e (!) Erwerbstätigen einzahlen (Beamte erwähnt er nicht).

Siegfried Stein | Do, 20. Oktober 2016 - 08:51

Schon genial mit dem Solidaritätsgedanken, die deutschen Bürger als reich darzustellen. Es wird ein virtuelles Vermögen aufgehäuft, dass dur einfache 'Umrechnungen' reduziert werden kann - der Beliebigkeit preisgegeben wird.
Da hat der Bürger fleissig eingezahlt, für andere, und sich einen Anspruch erwirtschaftet, der ihm dann verweigert wird.

Das ' comité de salut public' entscheidet dann ob, und wer was und wie viel bekommt.
Und wenn das noch nicht genug ist, kommt Herr Draghi zu Hilfe.
Manche Amerikaner wissen schon, warum sie dem Ostküsten-Denken nicht vertrauen - Solidarität mit den Nicht-Solidarischen, den Abgreifern.

SigismundRuestig | Do, 20. Oktober 2016 - 10:54

Es gibt noch weitere Stellschrauben, die auch das Problem der demographischen Entwicklung (Alterung, Bevölkerungsrückgang, immer mehr Rentnern stehen immer weniger Beitragszahlern gegenüber) lösen: auch große Einkommen und Vermögen (also auch die Produktionsfaktoren Kapital und Boden) rentenbeitragspflichtig machen, rentenfremde Leistungen nicht länger aus der Rentenkasse bezahlen, mehr beitragspflichtige Arbeitnehmer durch eine intelligente Zuwanderungspolitik gewinnen, das Renteneintrittsalter verschieben, und, last but not least, die Familienpolitik im Sinne einer kinderfreundlichen Politik wieder vom Kopf auf die Füße stellen.
Bis das passiert, mein Tip: Hören Sie mal an, was der Rentenrevoluzzer Sigismund Ruestig dazu auf YouTube zu Sagen bzw. zu Singen hat.

http://youtu.be/mQvThNJkKbA

Viel Spaß beim Anhören.

Stefan Teschner | Do, 20. Oktober 2016 - 12:49

Die Funktionalität der umlage- sowie auch der kapital-finanzierten Rente hängt maßgeblich von der demographischen Entwicklung respektive der zukünftigen Entwicklung der Beschäftigung und des daraus erzielten Einkommens (Löhne, Gehälter, Waren und Dienstleistungen) ab. Auch die Zinsen für die Riesterrente müssten schließlich erwirtschaftet werden. Und auch für bereits bestehendes Vermögen gilt: Egal,ob Papier- oder Buchgeld, nur wenn auch künftig ausreichend produziert oder "gedienstleistet" wird hat es überhaupt einen Wert. Der entscheidende Mangel der derzeitigen Modelle zur Altersvorsorge ist: Es gibt keinen integrierten Mechanismus, der für gleichmäßig ausreichenden Nachwuchs sorgt bzw. entsprechende Anreize schafft. Die sog. "demographische Komponente" benachteiligt ja überproportional die unverbesserlichen Altruisten, die trotz Kosten und Lohnverzicht Kinder in die Welt gesetzt haben. Unser Finanz- und Wirtschaftssystem ist eines, dass munter an dem Ast sägt, auf dem es sitzt!

Helmut Malente | Do, 20. Oktober 2016 - 19:31

Nach Antrag der LINKEN im Bundestag, wurde die Rentenhöhe errechnet:

bei 11,50 Euro/Std.lohn, 38,5h/Wo und 45 Jahren Beitragszahlung = 788 Euro (dies ist dann äquivalent mit der Grundsicherung im Alter)

Die Rente mit derzeitigem Mindestlohn von 8,... Euro fällt dann noch geringer aus. Viel Spaß beim Sparen...

Alles politisch so gewollt. Der Staat verursacht (Agenda 2010) Armut, institutionalisiert sie (Jobcenter) und verfestigt (Chancenungleichheit, Langzeitarbeitslosigkeit, zu geringer Mindestlohn) sie.

Mein Fazit: Ja, Rentenumlagesystem ist`ne tolle Sache, wenn alle einzahlen, ohne Beitragsbemessungsgrenze und es eine Grundrente gibt u. die Rente nach oben gedeckelt ist. Kapitaleinkünfte müssen auch verrechnet werden. Dann ist die Rente sicher. Es sei denn jeder wird 110 Jahre alt.

Aber solange der Filz zwischen Politik, Staatsbürokratie und Wirtschaft besteht, wird es keine gerechte Rente geben.

Es gibt eigentlich keinen Filz zwischen Staatsbürokratie (was soll das sein?), Politik und Wirtschaft.
Vielmehr bestehen zwischen dem Wahlvolk, also uns allen, und der Wirtschaft (also den Eigentümern an den Produktionsmitteln, heute Großaktionäre genannt) erhebliche Meinungsverschiedenheiten über das Rentensystem.
Die Wirtschaftsoberen möchten Mini-Renten für alle, ohne jede finanzielle Beteiligung des Großen Geldes, also der Reichen und Superreichen.
Wir aber wollen einen "Rententopf", in den alle einzahlen und alle daraus auch eine Grundrente erhalten, die zum Leben reicht.
Genau dies aber wollen die Vielverdienenden aber nicht, weil sie sich dann aktiv am Sozialstaat und seinen Errungenschaften beteiligen müßten.
Ganz wichtig wäre es, daß alle Beschäftigten auskömmliche Löhne und Gehälter erhalten.
Denn diese sind bekanntlich die Basis für die spätere Altersrente.
Und auch dies wollen die Reichen und Superreichen nicht.
Fragt sich nur, wer am Wahltag die Mehrheit hat?

Gero Anzberg | Mi, 9. November 2016 - 18:51

Wer nicht hören will, muss fühlen. Wenn keine andere Partei ein so vernünftiges Modell wie das der Schweiz auch nur anzudenken bereit ist, muss man die Partei wählen, die es als einzige propagiert. Alle anderen Parteien haben auch Merkels Flüchtlingspolitik gutgeheißen - die AfD war die einzige Partei, die sie ernsthaft kritisiert hat. Und deshalb wird sie gewählt. Die Wahl von Trump hat gezeigt, dass es der Wähler dem Establishment zeigen kann.

Henneberger Markus | Do, 8. Dezember 2016 - 23:18

Dass alle in das selbe System einzahlen hat sicher seine Vorteile; doch mit alle meinen Journalisten gerne immer die Beamten. Vergessen wird dabei gerne, dass auch Journalisten, Ärzte, Rechtsanwälte und viele weitere Berufsgruppen eigene Versorgungswerke haben. Hier haben die Beiträge eine höhere Versorgungsleistung zur Folge, denn die allgemeinen Lasten (z.B. Mütterrente und Flüchtlinge) werden nur aus der Kasse der "normalen Bürger" gezahlt --- eine schreiende Ungerechtigkeit. Doch kaum einer regt sich auf!!!!

Heider Solnuk | So, 11. Dezember 2016 - 10:06

In reply to by Henneberger Markus

Sie übersehen unter Anderem, dass die Genannten in ihrer Jugend lernen anstatt zu feiern, erheblich mehr leisten, auch was das Zahlen von Steuern angeht.

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