Wahlkampfstrategie der FDP - Christian Lindners heißer Reifen

Der FDP-Chef will sich in der Koalitionsfrage nicht festlegen lassen und treibt damit geschickt den Preis der Liberalen in die Höhe. Sogar die Kanzlerin ist nicht mehr vor ihm sicher. Doch wie weit geht seine Partei mit ihm ins Risiko?

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner, aufgenommen in Berlin während einer Pressekonferenz.
Christian Lindners Strategie für den Wahlkampf ist risikoreich, aber bisher erfolgreich / picture alliance

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Christoph Schwennicke ist Chefredakteur des Magazins Cicero.

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Dieser Tage hat jemand vom talentierten Herrn Lindner geschrieben. Das soll einerseits respektvoll klingen, hat aber einen doppelt negativen Nebenton. Erstens denkt man sofort an den talentierten Mr. Ripley von Patricia Highsmith. Und der ist bekanntlich ein skrupelloser Betrüger. Zweitens hat das Wörtchen „talentiert“ immer etwas Gönnerhaftes. „Hat sich stets redlich bemüht“, schriebe man in einem Zeugnis. Und auch das „ewige Talent“ schwingt in diesem Begriff mit, mit dem der FDP-Chef da etikettiert wurde.

Über die Talentphase ist der erste Mann der Liberalen längst hinaus. Raffiniert ist das Attribut, das ihn derzeit ungleich besser trifft. Denn seine Strategie für die Bundestagswahl im September ist wohl durchdacht und – jedenfalls bis jetzt – erfolgreich.

Merkel hat den Raum für FDP eröffnet

Um seine Strategie zu erkennen, lohnt eine Zusammenstellung von Schlüsselsätzen, die Lindner in jüngster Zeit hat fallen lassen. Alles entlang der Frage: Wie hältst Du es am Ende in der K-Frage? Mit wem wirst Du die FDP koalieren lassen – oder eben nicht? Lindner weiß ganz genau, dass darin das wahre Potenzial für seine FDP liegt. Dort hat Angela Merkel einen Raum eröffnet, den er mit seiner FDP füllen kann.

Altkanzler Gerhard Schröder hat diese Stelle im aktuellen Cicero als Merkels Achillesferse bezeichnet. Das weiß auch Lindner. Und tritt auf diese Ferse, ohne sich vom Hautgout der AfD umgeben zu lassen. Im Zusammenhang mit dem Agieren der Kanzlerin während der Flüchtlingskrise hat Lindner einen distanzierenden Akzent bei einer Vorstellung eines Bestsellers über die chaotischen Tage zwischen September 2015 und März 2016 gesetzt. Das Buch ersetze „fast einen Untersuchungsausschuss“ sagte er da. Wenige Wochen später ließ Linder hören, dass er, würde die FDP in den Bundestag einziehen, einen solchen Untersuchungsausschuss einfordern werde.

Das der erste klare Hinweis auf eine mögliche Oppositionsrolle der FDP im nächsten Bundestag – auch wenn jetzt ganz Deutschland auf Nordrhein-Westfalen als Modell starrt und derselbe Christian Lindner dort auf eine schwarz-gelbe Regierung zuarbeitet. Denn wer bitteschön, bahnt denn im Parlament einen Untersuchungsausschuss an? Doch sicher nicht eine an der Regierung beteiligte Fraktion. Nie würde diese eben jener Kanzlerin den politischen Prozess für ihr Missmanagement machen, mit der sie in einem Kabinett sitzt.

Opfert die CDU die Kanzlerin?

Kurz darauf folgte der nächste Schlag des kessen Liberalen. In einem FAZ-Interview legte Lindner die Lunte genau an jenes Fass, das in der CDU in Wahrheit schon seit Langem kurz vor der Explosion steht, auch wenn die vormalige Willkommenskanzlerin und jetzige Abschottungs- und Abschiebekanzlerin das vergessen machen will. Lindner sagte den Kollegen der FAZ, er sei sehr neugierig, ob in Sondierungsgesprächen nach der Wahl „noch die Fraktion um Angela Merkel die Richtung prägen würde, oder ob andere Kräfte nachdrängen, die für die nächste Zukunft eine weniger angegrünte Politik vertreten.“

Das ist ein zweiter, ziemlich unverblümter Hinweis. Er lautet: Wenn die CDU mit der FDP koalieren will, muss sie bereit sein, am Ende dafür sogar die Kanzlerin zu opfern. Das ist zwar einigermaßen unvorstellbar. Aber dennoch hat Lindner Merkel damit ganz gut eingemauert. Unter Zuhilfenahme der kritischen Truppen in deren eigener Partei.

Mit diesem Kurs geht Lindner ein gewisses Risiko ein, klar. Aber es ist ein kühl kalkuliertes. Denn wenn es eben zu den Preisen der FDP nichts wird mit Schwarz-Gelb, dann wird er Merkel bedeuten, dass sie sich eine andere Koalition zimmern kann (nach Lage der Dinge nur eine Große), und er wird erhobenen Hauptes in die Opposition gehen.

Hindern ihn die Machtgelüste der eigenen Partei?

Was dem Parlamentarismus in diesem Land auch gut tun würde. Denn im Augenblick gibt es keine Opposition im Bundestag. Das Einzige, was Lindner scheitern lassen könnte, wären die Machtgelüste in der eigenen Partei. Also Kräfte, die ihn dann doch ins Kabinett Merkel zu niedrigen Preisen zwängen würden und all sein Gerede vorher leer und hohl aussehen ließen. Bei Betrachtung der Machtverhältnisse in der FDP ist aber auch das ein überschaubares Risiko für den alle überragenden Vorsitzenden, der nach einem Wiedereinzug in den Bundestag mit einem guten Ergebnis innerhalb der Partei unantastbar wäre.

Um es in der Bilderwelt des Porsche-Liebhabers Lindner zu sagen: Er fährt einen heißen Reifen. Aber er hat den richtigen Wagen dafür, und die Straße gibt es her.

Michael Sander | Fr, 26. Mai 2017 - 16:02

Wenn Lindner es fertig brächte, einen Kanzlerwechsel zu erzwingen, würde ich ihm viele seiner früheren Fehler verzeihen.
Ich fürchte jedoch, das bleibt eine Drohgebärde, um einen FDP gefälligen Koalitionsvertrag auszuhandeln, bei dem es für die FDP viele Pfründe zu verteilen gibt.

Christop Kuhlmann | Fr, 26. Mai 2017 - 16:23

der deutschen Politik, der dem Wähler die goldene Mitte zwischen Nationalkonservativen und radikalisierten Kirchentagsbesuchern aufzeigt, wäre endlich eine Lösung mit der die repräsentative Demokratie in Deutschland zu retten wäre. Die Zeit wo eine Allparteienkoalition die Mehrheit der Wähler ignoriert gehörte der Vergangenheit an.

Andreas Müller | Fr, 26. Mai 2017 - 16:41

Sehr schön beobachtet!
"...sogar die Kanzlerin zu opfern. Das ist zwar einigermaßen unvorstellbar."
Warum?
Der Kopf der Kanzlerin ist das einzige Ziel, das zählt, auf das im Grunde alle lauern, die nicht zu ihrem Fanclub gehören.
Wenn SPD und AfD zu unterwürfig oder zu dumm sind dafür, warum sollte dann nicht die FDP den entscheidenden Schnitt setzen und die Trophäe herzeigen?
Es könnte ein Meilenstein für das Land werden und vor allem für die FDP. Das Gespöttel über die FDP wäre ein für alle Mal weg. Der Liberalismus könnte in Deutschland die heroische Rolle erhalten, die er zum Überleben in einem autoritären Land benötigt.
Im Grunde ist dies die einzige positive Hoffnung, die diese Wahl in sich trägt.

Bernhard Jasper | Fr, 26. Mai 2017 - 18:14

Das wohltuende an Lindner und seiner FDP ist doch zunächst die ideologische Abrüstung (Ent-Ideologisierung). Die Gesellschaft ist auch vielfältiger geworden (ausdifferenziert).
Dann dieses Denken in Projekten um Ziele umzusetzen. Macht ist eben kein Selbstzweck.

Wenn die FDP als Partei dann noch erfahrene Leute aus dem gesellschaftlichen Leben hinzuzieht, dann könnten wir eine Renaissance des Politischen erleben.

Viel Erfolg!

Werner Kubach | Fr, 26. Mai 2017 - 18:27

herzlichen Glueckwunsch zu Ihrem Artikel Herr Schwennicke.
Bleibt zu hoffen, dass Christian Lindner durchhält. Falls ja und er auch noch erfolgreich ist hat er sich um dieses Land verdient gemacht!
Dieses Lob konnte man schon lange keinem unserer derzeitigen Politiker mehr machen.
Einzige Ausnahme: Wolfgang Bosbach!

Ivica Krijan | Fr, 26. Mai 2017 - 19:37

und sich nicht wie in der letzten Regierung völlig verliert. Atomausstieg und Eurorettung stehen für Verlassen der freiheitlichen Ideale und Lindner hat mitgemacht. Vielleicht hat er seinen Fehler erkannt und daraus gelernt. Wollen wir hoffen, dass das so ist.

Michaela Diederichs | Fr, 26. Mai 2017 - 19:44

Feiner Artikel. Herr Lindner zeigt sich als kühler Stratege. Jung, smart, erfolgreich, dynamisch, klar in der Ansage und in der F-Frage unschuldig. Aus der Opposition heraus würde er die Kanzlerin vor sich hertreiben. Das hätte ich mir von einem Martin Schulz erwartet: ein klares Bekenntnis gegen die GroKo. Ein klares Bekenntnis gegen die Kanzlerin. Lindner hat all das, was einem Martin Schulz einfach fehlt und - obendrein fährt er noch Porsche. "Arm aber sexy" ist längst Geschichte.

Petra Strattner-Dorn | Fr, 26. Mai 2017 - 21:15

Dieses Szenario hatte ich bis jetzt noch garnicht auf dem Schirm - eine Koalition aus CDU/CSU und FDP ohne Merkel!
Herr Schwennicke, Sie bringen mich zum Träumen!
Meine Stimme hätte die FDP, wenn sie sich vor der Wahl darauf festlegen würde - ich würde sogar kräftig Werbung machen.
Da ich dies jedoch für sehr unwahrscheinlich halte, werde ich mit meiner Wahlentscheidung den etablierten Parteien den "Stinkefinger" zeigen. Motto: es muß wehtun.

Mathias Trostdorf | So, 28. Mai 2017 - 11:48

In reply to by Petra Strattner-Dorn

Wäre auch insofern spannend, ob - im Falle einer neuen CDU-Führung- auch wieder ehemailge Merkel-Untergebene zu einer eigenen, anderen Meinung finden und bekunden würden, daß sie ja schon immer kritisch gewesen und damals nur mißverstanden worden sein.

Wolfgang Gärtner | Fr, 26. Mai 2017 - 21:23

naja , also es fällt schon auf das Linder und seine FDP
im Stile von Macron gesponsert wird , auch gewisse
Medien spielen da natürlich mit (zB. Lanz)
und Wir,klammern uns an das Fünkchen Hoffnung
das vielleicht doch noch "alles gut" wird , wenn das mal keine Mogelpackung wird im Sinne einiger Interessenten die da mächtig Geld rein stecken.

Werner Schick | Fr, 26. Mai 2017 - 23:10

Werter Herr Kubach,
ihr vorschnelles Lob für Herrn Bosbach ist keineswegs gerechtfertigt. Dieser zu Unrecht als vorbildlicher Politiker geadelte Vertreter, hat doch erst gebellt, als feststand, dass er nicht mehr für sein Mandat kanditieren wird. Ein solches Verhalten ist nicht mutig, sondern berechnend. Auf solche Vertreten kann man gerne verzichten und loben sollte man sie schon garnicht. Vertreter wie Herr Bosbach erwecken nur den Anschein sie seien vorbildlich. Er ist aus dem gleichen faulen Holz geschnitzt wie alle anderen Meinungsverdreher auch. Leider lassen sich Bürger von solchen Taschenspielertricks noch immer täuschen.

Mir sind, gerade in heutigen Zeiten, trotzdem Politiker lieber, die sich eine eigene, zum Mainstream konträre Haltung leisten, als die vielen, die der Parteidisziplin folgen oder einfach nur Merkels Liebling sein wollen.

Jürgen Sauer | Sa, 27. Mai 2017 - 08:46

sondern gefühlt völlig richtig.

Das kontinuierliche vorraus Festlegen führte zu massivem Verlust der Glaubwürdigkeit und die FDP in die Bedeutungslosikeit.

Bernhard Kopp | Sa, 27. Mai 2017 - 08:51

Herr Lindner muss erst einmal glaubhaft machen, dass er und die FDP mehr können als das Erringen von relativ gut bezahlten Posten, mit Pensionsanspruch. Wir haben 2009 eine grosse FDP-Fraktion gesehen, alles nutzlose Hinterbänkler, und, zahlreiche FDP-Funktionäre sind auf gut gepolsterte Posten geschoben worden, aber wir haben nicht gesehen, dass die FDP die grössere Regierungspartei zu einer liberaleren und besseren Politik in irgendwelchen Politikfeldern beeinflussen konnte. Ausser Lindner/Kubicki, wer ist überhaupt die FDP ? Ich würde mir eine starke FDP wünschen, kann aber nichts sehen.

Na klar, die Flitzpiepen von der FDP werden überall hin abgeschoben. Als Geschäftsführer nach Davos zum Weltwirtschaftsforum, als Gastdozent an amerikanische Universitäten; Lobbyisten sind - wie wir alle wissen - auch völlig unfähig usw. usw.. Man kann sich bei Wikipedia relativ sicher und umfangreich über weitere Lebensläufe ehemaliger Politiker informieren. Das hilft auch gegen billige Polemik.

Reinhard Oldemeier | Sa, 27. Mai 2017 - 11:06

Die FDP wird nach meiner Meinung der Steigbügelhalter von Frau Merkel sein. Frau Merkel hat es geschafft ohne viel TamTam die Deutungshoheit wieder zu erlangen. Die FDP hat sich nach Schleswig-Holstein und NRW sich sofort der CDU zugewandt und führt nun Koalitionsgespräche.
Herr Lindner möchte an die FLeischtöpfe der Macht. Ob er in Er die gleiche Falle läuft wie seinerzeit Guido Westerwelle, wird nur die Zeit zeigen.
Eins sollte man aber bedenken das Regieren wird nicht einfacher. Nach der Wahl werden die Krisen kommen und das Wahlvolk was einen schönen gefühlten Sommer hatte, wird aufwachen und merken, dass noch alle von Frau Merkel gelösten Probleme wieder da sind, trotz der schönen Bilder der Medien.
Somit wird Herr Lindner den Wandel, den er ankündigt, nur ein Wunsch bleiben.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 27. Mai 2017 - 12:01

Nicht wahr, niemand verlangt von mir, dass ich mich in Bezug auf Porsche oder die FDP für befangen erkläre?
Bei meinen Weltläuften wäre ich das dann überall.
Generell, wenn ich spreche, spreche ICH, unabhängig davon, wer mir wo nahesteht.
In NRW als Jugendliche aufgewachsen habe ich politisch eng mit der FDP "gelebt".
Mir unvergessen Jürgen Möllemann, der m.E. einem Attentat zum Opfer fiel oder einer wirklich sehr unwahrscheinlichen Schusseligkeit seinerseits.
Er wurde m.E. medial "verhetzt", was ich auch als evtl. DDR-Tradition beobachte, daher mein Misstrauen ALLEN gegenüber, die wichtige Positionen speziell nahe Honecker und Frau hatten, nicht überhaupt im Sozialismus.
Also wenn Sie mich fragen, dann wird die FDP mit der CDU koalieren, weil sie ihr am nächsten ist.
Wenn Lindner "Merkel einmauert" heisst das, daß er am polit. Überleben der FDP interessiert ist.
Merkel macht m.E. nie Politik, sie wartet ab und stürzt dann m.E. "wie eine `Harpyie´ aus dem Off". Märchen aus

Mathias Trostdorf | Sa, 27. Mai 2017 - 17:38

Ich gönne der FDP um den glatten Lindner irgendwie die große Koalition mit der CDU nicht, denn sie profitiert nur davon, daß alle anderen Alternativen noch weniger beliebt sind.
Nur deshalb ist es das vielleicht kleinere Übel, obwohl die FDP wahrscheinlich der angepaßte Erfüllungsgehilfe bleiben wird, der sie die letzten Jahre schon immer war.

Michael Kanellos | So, 28. Mai 2017 - 02:03

Es gibt nicht den geringsten inhaltlichen Grund für die FDP, Schwarz-Gelb im Bund mit Kanzlerin Angela Merkel - wem sonst!! - auszuschließen. Die durchaus erfolgreiche schwarz-gelbe Koalition mit Kanzlerin Merkel wurde 2013 nur deshalb beendet, weil die FDP-Führung völlig versagte und nicht einmal die 5% schaffte.
Hätte die FDP statt 4,8% 5,0% gehabt, was nur die FDP-Führung durch völlig ausbleibende PR zu verantworten hatte, hätten wir auch jetzt bereits Schwarz-Gelb mit Merkel.
Wenn Lindner und die ganze FDP-Führung in dieser Frage nicht klar sein sollten und die Wähler um Schwarz-Gelb prellen würden, um irgendwelchen rechtspopulistischen Unsinn abzuziehen, ist die FDP völlig unwählbar im Bund.
Und wenn die CDU Merkel wegen verkappten Rechtspopulisten in der FDP-Führung absetzen würde, wäre sie verrückt - was sie wohl nicht ist.
Die Rechtsradikalen und Merkel-Hasser hoffen offenbar nun auf die FDP? Liberale Politik ist aber das exakte Gegenteil von Rechtsradikalismus!

Die FDP wurde über ihre Klientelpolitik, die doch wohl jede Partei macht, "verhetzt" in den Medien.
Vor allem Merkel sagte meiner Erinnerung nach nichts dazu, obwohl doch diese Bedingungen im Koalitionsvertrag ausgehandelt wurden?
Merkel stand nie für irgendetwas alleine da bis zu ihrer `Europabesiedlungspolitik´.
Sie liess die versierten Politiker machen, auch in ihrer eigenen Partei, `die´ Presse begann wie auf unsichtbaren Befehl irgendwann mit dem "Abkanzeln". Merkel bedauerte, dann war nur noch sie da.
Angegriffen wurde m.E. nur nie Merkel. Sie sei schüchtern, Preussin oder Luther, kurz Merkel war immer richtig. Ich halte dagegen, die, die geschasst wurden, lagen meist richtig, denn sie machten verantwortliche Politik im gewählten Rahmen. Der Rahmen von Merkel wird evtl. erst langsam deutlich und getippt haben nicht wenige Angst, sich gegen sie zu stellen.
Ich kann seither keine Zeitung mehr ertragen oder etwa politische Berichterstattung in den Öffentlich-rechtlichen

Dass man Zusammenhänge zwischen den """kategorialen""" Aussagen Merkels und möglichen Attentaten nicht ganz ausschliessen kann, ohne dass dies von ihr ausgehen muss.
Also lieber Berliner Kreis der CDU, ich hoffe Eure Forderungen sind bei entsprechenden Leuten wohlgelitten, sonst geht mal kurz ein Kernkraftwerk in die Luft.
Das champions league finale fand unter geschlossenem Dach statt und demnächst transportiert das von mir durchaus geschätzte Amazon völlig ahnungslos!!! Bomben auf Kernkraftwerke?
Wie schützt man sich davor?
Ich mache es ähnlich wie Augstein/Blome, ich schreibe darüber.
Es wird nicht leicht, dies zurückzudrängen und es hat nur am Rande mit dem IS zu tun, ein willkommener Prügelknabe.
Es gibt Menschen, die sich für sehr viel erwählter halten als der IS. Man soll nicht auf sie verzichten, sie nur """wandeln""" auf genau ihr SEIN.
Deshalb ist die Stärke anderer so überlebensnotwendig und sinnig und deshalb "ertrage" ich Trump und Pence statt Clinton.

Sepp Kneip | So, 28. Mai 2017 - 12:32

Wer von einer Regierung ohne Merkel träumt, ist wirklich ein Träumer. Wollen oder können es unsere Meinungsmacher nicht verstehen, dass Merkel die Vollstreckerin der Politik ist, die in den transatlantischen Zirkeln vorgezeichnet wird? Will man nicht wahrhaben, dass Deutschland einer Umtransformierung preisgegeben wird, an der keiner unserer Politiker etwas ändern kann, da alles von außen bestimmt wird. Merkel ist die Garantin für die Umsetzung dieser Politik und wird daher mit allen Mitteln an der Macht gehalten. Sollte wirklich eine schwarz/gelbe Koalition möglich werden, wird auch Lindner die Merkel von außen vorgegebene Politik nicht ändern und sie schon gar nicht von der Regierung fern halten können. Alles, was im Wahlkampf geschieht, ist reines Puppentheater, bei dem die Strippenzieher ganz wo anders sitzen. Oder glaubt man an einen Zufall, dass Obama derart medienwirksam Wahlwerbung für Merkel machen konnte, oder soll ich lieber sagen musste? Auch er muss weiter mitspielen.

Halte Obama aber eher für ein Opfer seiner Eitelkeit. Hat er gegalubt, er sei so wichtig? Man konnte nur nicht an ihm vorbei, getippt.
Möglich, dass auch Merkel ihm nicht gesagt hat, dass sie Grenzen für "obsolet" erklären lässt.
Clinton und Biden könnten es evtl. gewusst haben.
Obama war schon, glaube ich, die "Marionette" der Beiden und ihres Umfeldes, das man sehr gut erkennen kann.
Die anderen europäischen "Marionetten", Merkel halte ich für eine, hat man sicher schon öfter bei den Bilderbergern, in Davos gesehen, evtl. der Open Society Foundation von Soros und agieren gerne auch in NGOs hinein. Geissler?
Natürlich in der Brücke, eben private politische Organisationen, Joschka Fischer?
Und nur am Rande, auch da sieht man, wie überall auch, wie sich Gruppen und Gesellschaften, Nationen entwickeln...

Claudia Martin | So, 28. Mai 2017 - 18:45

Das einzige Risiko für die FDP ist Merkel. Daran wäre die Partei fast zerbrochen. Merkel denkt und agiert links. Sie kennt ja nichts anderes. Sie kommt aus dem Osten. Lindner kann nur ohne Merkel tatsächlichen Einfluss ausüben. Das geht m. E. besser aus der Opposition heraus. Abwarten und Tee trinken. Warum in dieser komplizierten Welt regieren? Die Fehler sollen die anderen machen. Für die FDP ist am Ende mehr drin. Viel mehr. Lindner, der deutsche Kurz ???

Claudia Martin | So, 28. Mai 2017 - 19:01

Ich habe die Ripley-Romane mit viel Freude gelesen. Aber warum von einem talentierten Lindner sprechen ? Die Talente des Herrn Ripley passen nur zu einer Person in D. Und die heißt Angela Merkel. Und Lindner ist sicherlich nicht "the boy who followed Ripley". Als Kanzler könnte ich ihn mir aber schon vorstellen. Why not ?

Gary Holten | So, 28. Mai 2017 - 21:28

Was der Schulzhype der Medien für die städtischen Proletariar war, ist der Lindnerhype für die städtische Möchtegernbildungsbürgertum.
Die FDP ist nicht grundlos im politischen Nirvana verschwunden und das diese Partei sich darin treu bleibt, zeigt Lindner überraschend "eindrucksvoll".
Man legt sich politisch nicht fest und ist bereit für Ministerposten mit jedem ins politische Bett zu steigen. Klar ist die "Staatsratsvorsitzende" Merkel über solche "Charakterfestigkeit" hoch erfreut. Steigen doch dadurch die Chancen, dass einige der unzähligen und enttäuschten ehemaligen CDU Wähler nicht zur AfD abwandern, sondern über die FDP am Ende doch wieder Merkel zu Gute kommen. Der Vorteil der FDP ist bloß, dass es vor der Bundestagswahl für die FDP zu keine politische Nagelprobe mehr kommt. Pech für Schulz. Es wird sich zeigen, wieviele Wähler am Ende dann doch wieder ihre Stimme wegwerfen und diese leere FDP wählen, die man gerade verzweifelt versucht wieder aufzublasen.

Robert Flag | Mo, 29. Mai 2017 - 10:19

Lindners Sprüche hin oder her, niemals wird sich die F.D.P. in die Opposition begeben, wenn sie die Möglichkeit hat mitzuregieren. Jede Wette.

Werner Schick | Mo, 29. Mai 2017 - 10:29

Es erstaunt mich wieder einmal wie leichtgläubig und naiv der deutsche Wähler ist. Selbst gut informierte und des selbständigen Denkens nicht entwöhnte Mitbürger wie die Cicero Leser glauben allen Ernstes, dass diese Täuscherpartei irgend etwas zum Guten wenden wird. Da lassen sie sich wieder einmal gewaltig hinter die Fichte führen. Diese Partei wird mit großem medialen Aufwand dem Wähler interessant gemacht. Allein diese Tatsache sollte bei allen die Alarmglocken läuten lassen. Doch nichts dergleichen, man glaubt zum wiederholten Mal den leeren Versprechungen dieser Partei. Es ist zum Verzweifeln, dass gut informierte und gut ausgebildete Menschen nicht erkennen, dass diese Partei keine Alternative zu den etalblierten Parteien darstellt, sondern nur ein Teil derselben ist und damit auch keine Alternative dazu sein kann. Wer die wirkliche Alternartive nicht sehen will, der sieht sie auch nicht, der darf sich allerdings auch nicht wundern, wenn keine Änderungen eintreten.

"Diese Partei wird mit großem medialen Aufwand dem Wähler interessant gemacht."
2016 hatte ich denselben Eindruck von der AfD. Beispielsweise gehörte dazu die perfide Äußerung, dass alle, die nicht AfD gewählt hätten, Merkels Flüchtlingspolitik unterstützen wollten. Solche Äußerungen musste man als objektives AfD-Förderprogramm interpretieren - und genau so hat es bis gegen Jahresende ja auch gewirkt.
Spielte da jemand geschickt über die Bande oder hatten viele einfach nur die Kontrolle verloren? Sie sehen daran, dass solche Argumente und das dahinterliegende Misstrauen gegen die Medien die Wahlentscheidung nicht unbedingt leichter machen, sondern komplexer. Und der leichtfertige Vorwurf der Naivität kann auch auf den Autor zurückfallen.

Frank Goller | Mo, 29. Mai 2017 - 11:34

......mit dem Job als Vizekanzler winkt, ändert Lindner ganz schnell seine Meinung. EX FDP Wähler Goller Frank

Ralf Müller | Mo, 29. Mai 2017 - 14:28

Die Sozen haben es vorgemacht, wie man als Kleiner den Großen erpressen kann. Lindner hat gelernt und macht es jetzt nach. Würde ICH genauso machen. Merkel erpressen macht Freu(n)de. Steuersenkungen 60 Mrd. plus Soli weg ab 2018, das wäre schon mal ein Anfang. Den Schäuble würde ich blechen lassen, bis der Reifen qualmt.

Joachim Fehr | Mo, 29. Mai 2017 - 16:02

Liberalismus ist mehr als nur eine Grundüberzeugung. Liberale sind weder Wertkonservative noch Edelsozialdemokraten, sondern Bürgerinnen und Bürger, die versuchen einen inneren Kompromiss in und für sich zufinden, der die gesellschaftlichen Differenzen zwischen jung und alt, zwischen arm und reich, zwischen links und rechts in eine Balance bringt. Lindner und seine Mitstreiter haben das Zeug dazu, weil die FDP aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat, Auch die Presse, nicht nur der Cicero, wird anerkennen, dass die FDP sich gut aufgestellt hat. Lasst doch der Jugend ihren Lauf, weil es um deren Zukunft geht. Schön wäre es, wenn unser angeblicher Qualitätsjournalismus mal erläutern würde, dass beispielsweise die Neoliberalen sehr großen Wert auf auf eine soziale Abfederung der Wirtschaft gelegt haben. Neoliberalismus ist, anders als der Zeitgeist uns suggeriert, sehr wohl eine sinnvolle Zielvorgabe.

Joachim Fehr | Di, 30. Mai 2017 - 12:28

Sehr geehrter Herr Trostdorf, Ihre Frage ist berechtigt und gut. Liberale gibt es in unterschiedlicher Stärke in nahezu allen politischen Gruppierungen. Meist spielen diese seltenen Spezies dort aber nur eine Neben- oder gar keine Rolle. Innerhalb der FDP ist es aber deutlich besser durch den mehrheitlichen Anteil an liberalen Grundüberzeugungen. Grundsätzlich kann man festhalten, dass Liberale auch die Freiheit anderer Überzeugungen zum Spektrum politischer Kultur schätzen. Liberale stehen für Vielfalt und nicht für Einfalt. Dies unterscheidet die FDP deutlich von allen anderen Parteien. Deshalb braucht die Bundesrepublik eine FDP im Bundestag. Gerade wenn in anderen Ländern zur Zeit Präsidenten regieren, die nur Ihre eigene Meinung als allein selig machend ansehen. Es gibt in alphabetischer Reihenfolge, die keine Gewichtung ist, mir zuviele Erdogans, Putins und Trumps. Meine Antwort, Herr Trostdorf, verbinde ich mit der Anregung mitzuwirken. Beste Grüße Joachim Fehr

Mathias Trostdorf | Di, 30. Mai 2017 - 20:54

In reply to by Joachim Fehr

Werter Herr Fehrmann-
danke für Ihre Antwort. Ich stimme Ihnen teilweise zu, man braucht eine liberale Partei schon als Korrektiv zum überboardenden Sozialstaat. Sicher, das ist allerdings bei anderen Partein ähnlich, gibt es FDP- Lokalpolitiker, die näher am Volk und näher am Liberalen sind, aber das FDP Führungspersonal und die, wie natürlich auch bei anderen Parteien vorhandene, Beliebigkeit des Themenangebots, bei gleichzeitiger taktischer Zurückhaltung bei den gesellschaftlich brisanten Themen überzeugen mich bei der FDP leider nicht. Mfg

Werner Schick | Di, 30. Mai 2017 - 14:16

Werrte Ciciero Redaktion,

gestern 29.05.2017 habe unter dem Betreff "Vergleiche die keine sind" einen Kommentar verfaßt.
Können Sie mir bitte mitteilen, warum dieser nicht veröffentlicht wurde. Der Kommentar wurde unter Einhaltung ihrer Vorgaben verfaßt und es gibt daher keinen Grund meinen Kommentar nicht zu veröffentlichen. Oder sind etwa FDP kritische Kommentare bei Cicero nicht sonderlich erwünscht und werden daher willkürlich wegzensiert. Es wäre schade bei dem ambitionierten Ruf den sie haben oder ist ihr Ruf mittlerweile auch mehr Schein als sein.

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Cicero Online Redaktion

Werner Schick | Mi, 31. Mai 2017 - 11:52

Werte Frau Martin,
ihr Vergleich ist noch nicht einmal zum Hinken geeignet. Wer käme auf die Idee einen Dorffußballer mit einem international anerkannten Fußballprofi zu vergleichen. Ich tippe mal auf FDP-Miglied oder zumindest FDP Fan und ansonsten gepaart mit viel Wunschdenken.

Joachim Fehr | Mi, 31. Mai 2017 - 13:20

Diese Foumlierung klingt gut, aber sie ist auch nicht gerade konkret. Sie, sehr geehrter Herr Trostdorf, fordern zu recht mehr Butter bei die Fische. Ich will gerne zugeben, dass es eine Fülle von Themen gibt, die, obwohl gesellschaftlich interessant, nicht im Focus stehen. Ich führe mal einige Themen auf, die sozusagen verschwiegen werden. Die Bezahlung von Krankenhausleistungen nach Fallpauschalen, die Bezahlung von Arzneimitteln durch Rabattverträge der Krankenkassen ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Bioverfügbarkeit des Wirkstoffes, die einseitige Bevorzugung der E-Autos gegenüber dem Wasserstoffmotor, der fehlende Glasfaserbau in den dünn besiedelten Regionen usw. Themen gibt es viele, zu viele? Wir müssen in der Bundesrepublik lernen konstruktiv und kontrovers, aber respektvoll umzugehen. Wenn es noch weitere Themen gibt, und die gibt es, dann bitte auf den Tisch, rein in die Diskussion, dass bringt uns voran. Danke Herr Trostdorf. Joachim Fehr

Jürgen Löffler | Mi, 31. Mai 2017 - 14:00

Leute, nun lasst es mal gut sein. Was ist den neu an der FDP?
Da ist sie doch wieder, die große Klappe. Diesmal heißt sie nur Lindner Schaut ins Parteiprogramm. Nicht wirklich Neues!!!!
Leidet der deutsche Wähler an Amnesie?

Ralf Müller | Mi, 31. Mai 2017 - 15:46

Herr Fehr,
Sie scheinen Wunsch und Wirklichkeit zu verwechseln. Die FDP war die Partei der gebrochenen Versprechen. Auf die massive Steuersenkung warte ich heute noch. Außerdem auf die Steuererklärung im Bierdeckelformat. Nichts wurde geliefert. Diese Versprechen kaufe ich nicht mehr. Was ich will, sind gehaltene Versprechen. Lindner hat noch viel zu tun. Er muss liefern.

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 1. Juni 2017 - 13:37

gibt es m. E. mit Merkel nicht mehr.
Man höre Merkel und frage sich, wem auf der Welt noch weniger getraut wird als derzeit Trump?
Wenn ihr selbst nicht, dann weil die Politiker mittlerweile wissen wer Merkel ist und wofür sie steht, denke ich.
Tja, die deutsche Bevölkerung ist mir ein Rätsel.
Aber die `Agitationspolitik´ übernimmt ein Gutteil der Presse.
Es tat mir leid, dass sich Gabriel von diesen Leuten hat in die Irre führen lassen.
Sie suchten jemanden, der Merkel garantiert nicht gefährlich werden konnte, hypten ihn zur Wahl, bekamen es dann leicht mit der Angst, weil gerade niemand Merkel wollte, bauen jetzt aber getrost weiter an der nächsten Wahl.
Herr Schmiese kommt nicht einmal auf die Idee, dass er in Frau Schwesig evtl. eine "SPD-Merkel"(DDR-Lob?)vor sich hat.
Sie wird sich aber nach dem ersten Misserfolg nicht mehr halten können.
Das Mütterliche, das wohl manche so gerne haben, fehlt ihr m.E. völlig und für das andere ist sie "zu laut".
SPD ist anders.

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