Am Wahlkampfstand: AfD - Rose gefällig?

Nur noch drei Wochen sind es bis zur Bundestagswahl, die Parteien kämpfen jetzt um jede Stimme. Erstmals könnte am 24. September auch die AfD in den Bundestag einziehen. In Berlin-Buch jedenfalls kann sie auf viele Unterstützer hoffen

Ein AfD-Wahlkämpfer verteilt Rosen in Berlin-Buch
Ein AfD-Wahlkämpfer verteilt Rosen in Berlin-Buch / Lena Guntenhöner

Autoreninfo

Lena Guntenhöner hat Kulturjournalismus, Französisch und Kunstgeschichte in Berlin, Osnabrück und Lille studiert. Sie arbeitet für Cicero Online.

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Samstagmorgen in Buch, dem nordöstlichen Außenbezirk Berlins. In einem Imbiss trinken manche schon das erste Bier, andere machen den Wocheneinkauf bei Kaufland. Zwischen Baustelle und Plattenbau hat die Linke ihren Wahlkampfstand aufgebaut, und direkt daneben die AfD. Neben Flyern und einer Kurzfassung des Wahlprogramms liegen dort Kugelschreiber, Gummibärchen, Feuerzeuge und ein Geschicklichkeitsspiel aus. Denn „Politik ist ein Geduldsspiel“, weiß Herbert Mohr, der seit 2016 im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt. Er macht heute zusammen mit einem Dutzend Männern Wahlkampf, der kandidierende Direktkandidat Georg Pazderski ist nicht dabei.

Sie verteilen Einladungen zu einer AfD-Veranstaltung in der „Festen Scheune“ mit dem Titel „Merkel abwählen!“. Ein Mann in Shorts lehnt dankend ab: „Es reicht ja, wenn ich Sie wähle, oder? Und wehe, ihr macht denselben Scheiß, wenn ihr drin seid!“ Als Antwort bekommt er ein „Sicher nicht!“ hinterhergerufen. „Na denn, schönet Wochenende!“, kommt es in Berliner Mundart zurück.

Heikle Themen werden ausgeklammert

Viele sagen an diesem Morgen, dass sie die AfD sowieso wählen und keine weiteren Informationen brauchen. Man grüßt sich freundlich und wünscht, „dass ihr über 10 Prozent kommt“. Gegenwind gibt es keinen, kritische Fragen nur wenige. Vielleicht wurde der Termin auch deshalb kurzfristig vom links-grünen Kollwitzplatz im Prenzlauer Berg nach Buch verschoben, einem von fünf Berliner Wahlkreisen, die die AfD bei der Landtagswahl 2016 gewinnen konnte.

AfD-LKWNur einmal warnt ein AfDler seine Mitstreiter, dass in Charlottenburg ein „Mob von 30 Links-Faschisten“ den dortigen Wahlstand angegriffen habe. „Wir wissen nicht, ob die nicht vielleicht rumziehen.“ Hier tauchen sie heute jedenfalls nicht mehr auf. Stattdessen fährt ein Lastwagen mit AfD-Plane vor. Drin ist nichts, es gehe nur darum Präsenz zu zeigen, erklärt einer. Als weitere Zugabe verteilen die Männer nun auch orangefarbene Rosen, wodurch sie jenen Rosenverkäufern in Bars und Restaurants ähneln, die sie wahrscheinlich am liebsten sofort los werden würden.

Doch von Flüchtlingen, Integration und Islam ist erst einmal lange nichts zu hören. Stattdessen fragt ein Mann mit Zahnlücke und starkem Raucheratem, ob man ihm mit 35 Cent aushelfen könne. Ein AfD-Vertreter gibt sie ihm. Dann entwickelt sich doch noch ein Gespräch. Was die AfD denn von Putin halte, will er wissen. „Das ist eine schwierige Sache. Russland ist ein wichtiger Partner. Aber wenn die Ukraine unabhängig sein möchte, dann akzeptieren wir das. Wir setzen uns für eine friedliche Lösung ein, Sanktionen sind nicht die Lösung. Auch wenn die Wahl auf der Krim irregulär war, das ist auch klar.“ Zurück kommt ein „Ich mag den Putin.“

Die Wut auf die Linken sitzt tief

Nächster Versuch: Ein junger Mann in Sportklamotten macht sich Sorgen um Arbeitsplätze, die durch die Digitalisierung verloren gehen könnten. „Deshalb gibt es ja die Idee, Automatisierung zu besteuern“, lautet die Antwort des AfD-Wahlkämpfers. Ob sie jedoch von seiner Partei vertreten wird, bleibt unklar. Denn man ist schon wieder beim nächsten Thema, der Antifa. „Ich habe selbst lange im sogenannten Sozialismus gelebt“, sagt der AfDler. „Ich kenne daher diese Antifa-Haltung: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.“ Nicht nur bei ihm, auch bei vielen seiner Mitstreiter haben schlechte Erfahrungen aus der DDR-Zeit zum Engagement in der AfD geführt. Die Wut auf die Linken sitzt tief.

AfD-WahlstandSpäter sagt der junge Mann, er sei bereits vertraut mit dem AfD-Programm, finde die Partei populistisch und wähle sie sowieso nicht. „Aber ich finde, man kann aus jeder Diskussion etwas lernen.“ In der Tat haben viele Gespräche etwas oberlehrerhaftes, als ginge es weniger darum, politische Positionen auszutauschen, als das Gegenüber mit Wissen zu beeindrucken: „Sozialismus ist noch keine Gesellschaftsform, da müssen Sie mal im Lehrbuch nachschauen.“ Da wird in zwei Sätzen die soziale Marktwirtschaft erklärt und das EU-Subsidaritätsprinzip gefordert. Andere Aussagen („Waffenexporte in Krisenregionen stoppen“) könnten so auch von den Linken kommen. In der Tat wechselt der junge Mann nach der Diskussion gleich rüber zum Konkurrenzstand.

Kleine Leute und „Nazi“-Vorwürfe

Auch der Hund der linken Wahlkämpfer kennt keine Vorurteile und schnüffelt hin und wieder am AfD-Bein. Verwechslungen von Passanten nehmen die AfDler allerdings persönlich: „Sehe ich aus, als wäre ich von den Linken?“ Direkte Berührungspunkte mit den „Roten“ gibt es an diesem Morgen keine. Inhaltliche dafür umso mehr. Denn die Sorge um die kleinen Leute tragen sie heute in Buch geradezu vor sich her, auch wenn die AfDler mit ihrer gepflegten Kleidung eigentlich einen eher bürgerlichen Eindruck machen. „Die Menschen wundern sich, dass für die eigenen Leute jahrzehntelang kein Geld da war, bei der Rente zum Beispiel, und jetzt auf einmal in der Flüchtlingskrise ganz viel“, heißt es dann. Gegen Flüchtlinge wird zwar nicht gewettert, vielmehr sieht man sich selbst als Opfer von „Nazi“-Vorwürfen. Und überhaupt: „Nazis in dem Sinne gibt es doch heute gar nicht mehr.“ Niemand widerspricht.

Dieser Text ist Teil einer Serie, für die Cicero sich bis zur Bundestagswahl an Berliner Wahlkampfständen verschiedener Parteien umsehen wird. Hier finden Sie den ersten Teil zur SPD.

Fotos: Lena Guntenhöner

Christa Maria Wallau | Mi, 6. September 2017 - 17:42

Aus eigener Erfahrung am Wahlkampfstand der AfD in meinem Heimatort kann ich berichten, daß
mir als öffentlicher Person (40 J. Lehrerin vor Ort) keine Aggression von Leuten entgegenschlug, die mich kannten. Selbst wenn es CDU- o. SPD-Mitglieder waren bzw. Leute, die absolut nichts von der AfD hielten, sie blieben freundlich, bis auf die Grünen. Manche wunderten sich, warum ich - eine nachgewiesenermaßen "anständige" Zeitgenossin - bei der AfD gelandet war, andere äußerten Zustimmung.
Von Fremden bekamen meine Mitstreiter u. ich jedoch Übles zu hören: Haut ab, ihr Nazis! / Mit euch will ich nichts zu tun haben!
Und das Kind, das von mir einen Luftballon erhielt,
mußte diesen auf Drängen seines empörten Vaters wieder zurückgeben.
Nur wenige Gespräche waren fruchtbar. Viele kamen nur zu uns, um ihren persönlichen Frust über alles Mögliche loszuwerden o. kundzutun, daß sie von der Politik überhaupt nichts mehr hielten.
Inzwischen überlasse ich die Arbeit am Stand
jüngeren Leuten.

Ihre politische Position und Ihr Einsatz nötigen mir Respekt ab, weil bei Ihnen erkennbar ist, dass sie, fernab jeglicher extremen Positionen, um die Beseitigung einer Fehlentwicklung bemüht sind. Ich schätze dies trifft auf die Mehrheit der Mitglieder zu.
Was mich irritiert sind Auftritte und Verhalten von Teilen Ihres Führungspersonales, wie Höcke Poggenburg, Pretzell, bei denen man den Eindruck hat, der Sympathiegewinn und die Anziehungskraft bei der Rechtsaußenklientel sei ihnen wichtiger als die bei der konservativen bürgerlichen Mitte. Damit werden immer wieder Angriffsflächen aufgemacht, die in zugespitzter und zum Teil verfälschter Weise vom regierenden politischen und medialen Establishment manipulativ genutzt werden können.
Ich hoffe immer noch, dass sich die AfD unter Führung von Weidel, Holm und Meuthen zu einer Wallau- Partei entwickelt und o. g. Leute überwindet.

... für Ihre freundlichen, ehrlichen Worte und Ihr Vertrauen in meine Person.
Wahrscheinlich verfolgen Sie meine Kommentare schon länger und
können daraus meine Haltung ablesen.
Ihre Irritation bezüglich einiger führender Personen in der AfD kann ich
durchaus nachvollziehen. Da geht es mir ähnlich wie Ihnen. Durch meine
Teilnahme an Parteitagen und -versammlungen habe ich jedoch einen
besseren Blick auf die G e s a m t h e i t der Partei und darf Sie daher
beruhigen: Die allermeisten Mitglieder der AfD sind Menschen wie ich - aus der
Mitte der Gesellschaft. Auch beim Führungspersonal sind - zumindest im
Westen - nur vernünftige und keinesfalls radikale Ansichten vorhanden.
Leider gibt es in der AfD, die sich ja n e u formiert, ebenso wie in den alten Parteien, eine Reihe von Karrieristen (z. B. Petry und Pretzell) u. auch Wirrköpfe mit zu viel nostalgischem Nationalgefühl (Keine Nazis!), die sich nach einem stolzeren, selbstbewußten Deutschland sehnen.

Sehr geehrte Frau Wallau, da bin ich anderer Meinung. Ich habe mir einige Videos
von Frau Petry aus dem Wahlkampf angesehen. Ich finde sie in der Argumentation
brilliant , wesentlich geschulter im Umgang mit unangenehmen Fragen und sie verkörpert mehr Gefühl als z. B. Frau Weidel. Die Hardliner in der Partei haben hier
leider der Partei einen Bärendienst erwiesen. Ich schätze mal 3-4 %. Sie jetzt kalt zu stellen wäre glaube ein riesen Fehler. Schauen Sie mal den Auftritt von Frau Petry in Plauen an.

Diese Leute werden aber zunehmend zurückgedrängt, wie Sie bei Frau Petry
bereits erkennen können. Auch Herr Höcke erhält Gegenwind aus den eigenen Reihen. Der Klärungsprozeß in der AfD wird sicher noch einige Zeit weitergehen - mit allen Höhen u. Tiefen. Ich bin davon überzeugt, daß am Ende eine "Wallau-Partei" (wie Sie es so schön ausdrücken) herauskommen wird. Ansonsten wäre meines Bleibens in der AfD nicht länger, das können Sie mir glauben.
Es ist eine Tatsache, daß in Deutschland eine unabhängige, konservativ-liberale Partei im wahrsten Sinne des Wortes "Not"-wendiger ist als alle Altparteien, die mit ihrem etabliertem Personal und in festgezurrten Denkmustern ihr "Weiter so!" verkünden. Darin sind wir uns sicher einig. Also bleibe ich Mitglied (ohne jegliches Amt) in der AfD u. setze mich - trotz gehässigen Widerstands der sog. "Elite" in Politik und Medien - für Sachlichkeit u. Vernunft in der Politik ein. Das nenne ich gelebte Demokratie.
Mit herzlichen Grüßen
Ihre C. Wallau

Liebe Fr. Wallau, Herrn Mohr habe ich einmal persönlich gesprochen,
ein absolut integerer Mann. Keine rechte Gesinnung nichts. So wie
viele, absolut unzufrieden mit Merkelscher Politik. Er hat für sich
den Schluß gezogen, man muß sich engagieren um etwas zu verändern.
Das ist zu begrüßen.
Der Beitrag von Fr. Guntenhöner ist ausgewogen geschrieben, positiv.
Unterschwellig wird jedoch suggeriert, so sind Sie dort und das sind die
typischen AfD-Wähler. ( Zahnlücke,Raucheratem)Ich hatte dort Ver-
wandte zu wohnen die dem BIld auch nicht annähernd entsprachen.
Buch ist im Vergleich mit anderen Teilen Blns. ein äußerlich ordentlicher
Teil Blns..Ein paar san.Plattenbauten überwiegend jedoch Ein-und Mehr-
familienhäuser. " Vor allem die >>unterdurchschnittlich gebildeten>>
>>Autoritätsfixierten<< sehen in Schröder einen starken Mann der sie anspricht.
F. Stauss "Höllenritt Wahlkampf"S.160 Wahlkampf 2005. Keine Zahnlücken
aber gern gesehene Stimmen auch bei den anderen Parteien.

Peter Bigalk | Mi, 6. September 2017 - 17:45

Immerhin ist der Artikel ausgewogen und signalisiert, dass sich Deutschland (Frau Slomka vom ZDF mal ausgenommen) an die AFD wird gewöhnen müssen.

Björn Haxterfeld | Mi, 6. September 2017 - 17:55

Zitat aus dem Artikel: "Erstmals könnte am 24. September auch die AfD in den Bundestag einziehen".

Der Formulierung entnehme ich, dass die Verfasserin sich noch nicht sehr lange mit dem Thema beschäftigt hat. Denn der Einzug ist so gut wie sicher.

Elfie Jung | Mi, 6. September 2017 - 21:03

Ich habe sehr viel Respekt vor den AfD-Leuten, denn es gehört leider Gottes Mut dazu, sich in diesem Land zu ihr zu bekommen und für sie
einzutreten. Sie wird vor allem in Fernsehen als Watschenmann für die eigenen Defizite der anderen Parteien benutzt und ganz offensichtlich gemobt.
Ichhabe viele Bekannte, die die AfD wählen werden, aber es nicht öffentlich machen. Mal schauen, was da raus kommt am 24.9. vielleicht wird sich so mancher die
Augen reiben.....

Bernhard Jasper | Mi, 6. September 2017 - 21:08

Wir leben in einer Zeit wo der Selbstdarstellung, dem Sich-unterscheiden-Wollen Raum gegeben. Auch im Wahlkampf.

Der CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat es in der Öffentlichkeit richtiggemacht, sich jegliche Kritik zu verbitten und diese Partei aufzufordern sich zunächst von Gauland und dem "Rechtsradikalen" Björn Höcke zu distanzieren.

Solange diese Partei das nicht intern klärt, können sie sich „das Ganze hier sparen.“ Es ist eben nicht einfach so, dass andere es einfach akzeptieren, wie man sich selbst verstanden wissen möchte. Da sollten sie zunächst einmal einen Kommunikationstrainer befragen. Glauben sie wirklich diese Partei löst Probleme? Die schaffen neue Probleme für die Steuerzahler im Land- genau das was viele berechtigt kritisieren. Eine destruktive Partei. Es ist ein reiner Protest-Verein, ohne Substanz in einer komplexen Welt.

Sie werden bitter enttäuscht werden, ich habe da meine Erfahrungen auf kommunaler Ebene in einer größeren Stadt.

Sie beziehen sich, sehr geehrter Herr Jasper auf den Auftritt von Scheuer und Weidel im ZDF am Dienstag. Auf die durchaus berechtigte Frage von Frau Weidel, ob auch die CSU die weitgehend illegale Zuwanderung zu legalisieren gedenkt, antwortete Herr Scheuer, sie solle sich erst einmal von dem "Rechtsradikalen Höcke" distanzieren. Ihm scheint entgangen zu sein, dass Frau Weidel für einen Parteiausschluss von Höcke ausgesprochen hat. Es war übrigens nicht die einzige Unverschämtheit gegenüber Frau Weidel in dieser Talkshow. Es war völlig richtig, dass sie gegangen ist.
Ihre Behauptung, die AfD löse keine Probleme und "schaffe gar neue Probleme für den Steuerzahler", verweise ich in das Reich der so reichlich gestrickten Legenden über die AfD. Beispiel Euro: Wissen Sie, was auf Deutschlands Steuerzahler zukommt, sollte Griechenland oder gar Italien einen Staatsbankrott erleiden? Welche Kosten die "Flüchtlinge" und der Familiennachzug verursachen? Da hat die AfD bessere Lösungen!

Die von Ihnen ausgemachten Defizite der AfD sehe ich genauso, ebenso wie deren derzeitige Regierungsunfähigkeit.
Ich sehe aber ebenso, dass die Weiterführung der gegenwärtigen Politik im Bereich der inneren Sicherheit, der finanziellen und kulturellen Stabilität sowie in der Energiepolitik unweigerlich in die Katastrofe führt. Daher ist für mich die AfD gegenwärtig die einzige politische Kraft, die eine Richtungsänderung bewirken kann.
Mir schwebt dabei eine Konstellation vor, wie wir sie in Österreich sehen. Dort hat unter dem Druck der FPÖ, die ÖVP (Schwesterpartei der CDU) eine Wende hin zur Realpolitik und mit Sebastian Kurz eine charismatischen Politiker hervorgebracht und in weiten Teilen der Migration und EU- Politik die Positionen der FPÖ übernommen,dabei aber die rechtsextremen Ausfaserungen vermieden.
Gauland sagte mal in einer Talkschow zu einem CDU- Mann sinngemäß: "Uns (AfD) gibt es nur, weil ihr versagt habt". Das Beste wäre, dieses Versagen zu revidieren.

Erste Voraussetzung, um als Kritiker ernst genommen zu werden, ist eine sprachlich einigermaßen korrekte Schreib- und Ausdrucksweise - vor allem auch, um vom Leser richtig verstanden zu werden. Sie schreiben "richtiggemacht"; richtig machen zusammengeschrieben heißt laut Duden (umgangssprachlich) begleichen. Was bitte hat Herr Scheuer beglichen? Und wie ist der Ausdruck "sich jegliche Kritik zu verbitten" in diesem Satz zu verstehen?

Sehr geehrter Herr Jasper,
der Sinn eines Wahlkampfs soll doch gerade sein, die eigenen Vorstellungen von einer besseren Welt vorzutragen. Gerade dieses urdemokratische Prinzip wird aber durch Diffamierung, Verhöhnung und Ausgrenzung Andersdenkender verhindert. Herr Scheuer, und mit ihm alle anderen etablierten Parteivertreter, bemühen Adjektive wie „widerlich, ekelig, rassistisch oder populistisch“ gegenüber der AfD, um dann deren Forderungen nach „Grenzsicherung, Abschiebung Ausreisepflichtiger und Obergrenze für Migration“ zu übernehmen. Ist das nicht auch „populistisch“?
Welche Partei ist den Forderungen Anderer nachgekommen, Außenseiter auszuschließen? Sarrazin ist heute noch in der SPD! Sahra Wagenknecht hat sich nicht von der kommunistischen Plattform distanziert.
Als vollends dümmlich kann man die Formulierung des Justizministers Maas verstehen, der zu Frau Dr. Alice Weidel sagte:“ Sie sind ja selbst von der Schweiz nach Deutschland geflüchtet." Ein Ausschließungsgrund?

Heidemarie Heim | Do, 7. September 2017 - 15:54

In reply to by Wolfgang Henning

Guter aber wahrscheinlich vergeblicher Versuch die Wahrnehmung zu verändern.
Habe noch während der "Weidel-Verbannungssendung" wie ich sie für mich nenne,
mit 200/100 RR Blutdruck eine mail an den Zuschauerservice des ZDF abgesetzt.Was soll ich sagen,heute bekam ich Antwort.Natürlich eine Standardversion wie sie außer mir wahrscheinlich noch einige "Beschwerdeführer" bekamen.Man sei zweifelsfrei betreffs fachlicher Kompetenz der Moderatorin und sich damit auch keiner Verantwortung bewusst was den Verlauf der Sendung betrifft.Also alles roger.
Basics im manierlichen Umgang mit dem politischen Gegner sind wohl als obsolet zu betrachten.Jedenfalls für empfindliche Gemüter meiner Generation,die ihre Erziehung im letzten Jahrhundert genoss ;). Das konnte die mehr als groteske
Bemerkung unseres BJM Hr.Maas denn auch nicht mehr toppen.Ich meide wie dem
Sender angekündigt künftig derartige Sendeformate.Ist meiner Gesundheit
zuträglicher! Schönen Tag allen! MfG

Josef Garnweitner | Do, 7. September 2017 - 05:54

ist genauso überflüssig wie ein Kropf. Natürlich kommt nicht jeder an den Stand um die Partei xyz zu loben. Und daß Wahlkampf fair ist, ist Wunschdenken.

Wir haben zig Mill. Wähler mit hoffentlich gut fundierter eigener Meinung. Es gab mal eine Zeit, da wollte sogar die Politik den mündigen Bürger. Dazu gehört halt auch, daß man eine eigene möglichst objektive Meinung hat und diese auch kundtut. Noch darf man es!

Bei Gewalt hört es sich allerdings auf.

Raimund Zoller | Do, 7. September 2017 - 09:12

Diese Partei ist ein Segen, egal, welche Fehler sie hin und wieder macht. Man stelle sich vor, es gäbe sie nicht. Was bliebe einem Herkunftsdeutschen dann nochübrig? Auswandern oder Weghängen.

jürgen waldmann | Do, 7. September 2017 - 10:52

Zum Glück benehmen sich die Menschen sehr anständig , wenn sie an Wahlkampfständen mit unterschiedlichen Meinungen aufeinander treffen . Wenn aber im ZDF Kameras , Claqueure und ein überforderter Moderator / in zusammen kommen , dann geht es zu , wie im Fussballstadium . Es fehlen dann nur noch die Böller und Raketen !
Früher schlugen sich die Bürger auf der Strasse die Köpfe ein , bald sehen wir so etwas im Studio .
Wenn alle 4 Parteien im Bundestag wie ein Block zusammenstehen , jede Fehl - Entscheidung der Regierung alternativlos mittragen , dann ist es sehr gut , wenn AfD und FDP ins Parlament kommen .

Constantin Bögner | Do, 7. September 2017 - 11:49

großen 4 Buchstaben das Interview mit FDP-Lindner zum Thema Flüchtlinge liest, reibt man sich verwundert die Augen: das klingt verdächtig nach den Standpunkten der AfD. Diese Standpunkte galten noch vor kurzer Zeit in den Medien als rechtsradikal und sind heute im Kampf gegen die AfD von den vorgeblich liberalen Parteien in vielen Teilen übernommen, speziell was Flüchtlings- und Einwanderungspolitik betrifft. Schon alleine dafür bin ich der AfD dankbar, dass sie in das Wespennest linksgrüner Gesinnung gestochen hat. Im Bundestag möchte ich die AfD deshalb sehr gerne sehen und sei es nur als weiterer Bekämpfer der Wespennester aus links-grüner Ideologie. Zu mehr also zur Opposition darf es aber nicht reichen, solange die AfD sich nicht von den rechtspopulistischen Geistern Gauland, Höcke, von Storch, Poggenburg und den vielen "Namenlosen" getrennt hat. Ich hoffe, dass dies eines schnellen Tages passiert, oder dass die CDU wieder in die politische Mitte der Gesellschaft zurückkehrt.

...das wäre dann auch schon mal ein "Kleiner" Erfolg, wenn sich die Parteien in der Asylpolitik durch die AfD zu Änderungen ihres Standpunktes veranlasst werden...

Das ist leider mit der 'Alleinherrscherin Merkel' nicht möglich. Und ohne sie fürchtet die CDU und die SPD den totalen Untergang. Deutschland wird also weiter die unbegrenzte, unkontrollierte Zuwanderung, die Spaltung Europas in drei Teile (Visagrad, Mittelmeeranrainer und den Rest), und eine Eurokrise erleben. Erst muss es noch viel schlechter werden, bevor es wieder besser wird. Das deutsche Sozialsystem wird irgendwann kollabieren, die Visagradstaaten aus der EU austreten und die Mittelmeeranrainer das Sparen aufgeben.

lange warten müssen was die CDU betrifft.

Dank der Kanzlerin ist die CDU zu einer nicht mehr definierbaren politischen Masse geworden.

Vielleicht sollte man die CDU höflich daran erinnern wie es der Democrazia Cristiana ( DC ) in Italien ergangen ist.

Der Weg ist nicht mehr weit.

Bernhard Jasper | Do, 7. September 2017 - 14:22

Wir werden es sehen, wer sich in diesem Verein durchsetzen wird. Die „Fundis“ oder die „Realos“ und wie viele Hinterbänkler der Steuerzahler noch alimentieren muss.

Wolfgang Henning | Do, 7. September 2017 - 15:03

In reply to by Bernhard Jasper

Hallo Herr Jasper,
Sie haben recht, der Steuerzahler alimentiert schon jetzt zu viele Hinterbänkler. Viele der Abgeordnetenposten könnte man streichen. Ganz zu schweigen, von den Abgeordneten und Funktionsträgern in der EU, die wie Martin Schulz nach den Diäten gieren und ihre Parteifreunde in gut bezahlte Positionen bringen. Ministerien könnten leicht zusammengelegt werden, ohne das es zu Reibungsverlusten kommen muss. Es ist bisher (noch) nicht vorgesehen, die Anzahl der Abgeordneten im Bundestag nennenswert zu erhöhen, und wenn doch, dann nur für die etablierten Parteien, um deren Pfründe zu erhalten. Die Ausgrenzung neuer Politiker von der Alterspräsidentschaft wurde ja unter Lammert bereits beschlossen.

Bernd Eifländer | Do, 7. September 2017 - 15:05

In reply to by Bernhard Jasper

Wir zahlen seit Jahren für diese Spezies, auf ein paar mehr kommt es schon nicht mehr an.

Bernd Fischer | Do, 7. September 2017 - 19:29

In reply to by Bernhard Jasper

"wesentlichen neuen Aspekt" den Sie hier einführen.

Ich stelle fest je näher der Wahltermin uns Bürgern heimsucht, werden Sie werter Hr. Jasper immer kreativer in Ihrer Argumentation.

Leider fehlen aber bei Ihnen:

1. These/ Behauptung....immer vorhanden

2. Begründung....meist mangelhaft...und aus der Luft gegriffen

3. Beispiele... die fehlen grundsätzlich

Wilhelm Maier | Do, 7. September 2017 - 17:17

„Aber wenn die Ukraine unabhängig sein möchte, dann akzeptieren wir das“ oder ..und ! „ Auch wenn die Wahl auf der Krim irregulär war“!! jo, das ist was besonderes!.
Und doch was noch überrascht:
„Samstagmorgen in Buch, dem nordöstlichen Außenbezirk Berlins. In einem Imbiss trinken manche schon das erste Bier“? so früh? und „wie bei Mann mit Zahnlücke und starkem Raucheratem“, das hat mir besonders gefallen, fast wie bei Ernest Hemingway. Sprache der Sprache. Bravo!.
Das gefällt mir. Danke. Schon bei :
„Haben Sie sich wenigstens rasiert heute?“
habe ich das genossen!.
Werte Lena Guntenhöner, schreiben Sie weiter für Cicero!. Danke. Nur nicht übertreiben mit sogenannten oben.
Alles Gute.

Franz Reinartz | Do, 7. September 2017 - 17:51

Ich lerne jetzt aus dem Cicero, dass die Bucher Bevölkerung morgens am Imbiss Bier trinkt (andere haben Sektfrühstück) und beim Discounter (andere beim Bioladen) einkauft. Der um 35 c bittet, hat eine Zahnlücke (andere haben PKV) und Raucheratem. Plattenbau und Baustelle - offenbar schlimm. Und dazwischen Linke und AfD im Wahlkampf.
Nun den Wahlkampf habe ich hier vergangenes WE auch gehabt in meiner gutbürgerlichen Kreisstadt auf dem Marktplatz. An allen Ständen gab es die erwähnten "Geschenke", natürlich in unterschiedlichen Farben. Und ausnahmslos alle Verteiler, die ich gesehen habe (die Linke hatte noch keinen Stand), waren gepflegt gekleidet. Oder muss man in nicht so prosperierenden Gegenden beim Wahlkampf verdreckte, zerschlissene Kleidung möglichst mit "Stallgeruch" haben?
Ich finde das Engagement der meist freundlichen Helfer aller Parteien zunächst mal anerkennenswert.
Von der AfD habe ich mir das komplette Wahlprogramm von einem ordentlich gekleideten Mann geben lassen.

Werner Schick | Sa, 9. September 2017 - 23:34

Werter Herr Bögner,
ich frage mich, woher sie das Recht nehmen, Menschen deren Namen sie nicht kennen "Namenlose" als Rechtspopulisten zu bezeichnen.
Eine Unverfrorenheit sondersgleichen.

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