Cicero im September - Wie politisch darf Kirche sein?

Deutschland ist ein säkularer Staat. Trotzdem mischt sich die Kirche immer öfter in die Politik ein. Umweltschutz und Flüchtlingshilfe verdrängen Gebet und Bekenntnis. Muss das so sein?

Ein Priester formt unter seiner Kreuzkette mit den Händen die Merkelraute.
Das neue Schisma / Illustration: Marco Wagner für Cicero

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Christoph Schwennicke ist Chefredakteur des Magazins Cicero.

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Es hat einige Jahrhunderte gedauert, bis in diesem Kulturkreis Kurie und Krone, weltliche Macht und geistliche Macht, geklärt hatten, wer von beiden das erste und das letzte Wort hat. Kriege wurden darüber geführt, ob der Papst nun den Kaiser oder der Kaiser den Papst benennt. Und wenn gar nichts mehr weiterhalf, dann hat sich ein König im Streitfall auch mal eben zum Kirchenoberhaupt erklärt wie seinerzeit Heinrich VIII. von England. 

Im säkularen Staat des christlich geprägten Westens ist die Ordnung inzwischen klar und akzeptiert, die Räume des Glaubens und die der Politik sind voneinander abgegrenzt. Aber natürlich sind die beiden großen Kirchen ein gesellschaftlicher Faktor, und damit immer auch ein politischer Faktor. Im Zuge des Zustroms von Migranten nach Deutschland wieder stärker als lange Zeit zuvor. Die beiden hiesigen Kirchenoberen, Kardinal Reinhard Marx für die Katholiken und Heinrich Bedford-Strohm für die Protestanten, gerieren sich als großkoalitionär-ökumenisches Paar, das den Kurs der Kanzlerin bedingungslos unterstützt und Kritiker in den eigenen Reihen nicht duldet. 

Agenda im Eigeninteresse

Die „Käßmannisierung“ der Kirchen, wie manche diese politische Aufladung nennen, hat ihren Ursprung im legitimen Ziel, Humanität, Fürsorge und Barmherzigkeit, also christliche Werte und Ziele zu unterstützen. Aber mischen sich beim Gebaren der offiziellen Amtskirche in der Flüchtlingsfrage ideelle Interessen wie Nächstenliebe mit Eigeninteressen, die auch einen materiellen Hintergrund haben? Wie ergeht es Kritikern des Kurses der Amtskirche in ihrer Glaubensgemeinschaft? Geht ein neuer Riss durch die Kirchen? Müssen sich diejenigen als schlechtere Christen fühlen, die sich politisch anders positionieren als ihre Obrigkeit? 

Unsere Autorin Sophie Dannenberg ist diesen Fragen nachgegangen. Fazit ihrer Recherche: Die Kirchen politisieren sich zunehmend. Flüchtlinge, Klimaschutz, Waffenhandel, Genderforschung – kaum ein Thema, zu dem sie keine eigene Agenda verfolgen. Zugunsten der Sache. Und ihrer selbst.

 

Cicero Cover SeptemberDie September-Ausgabe des Cicero erhalten Sie ab sofort am Kiosk oder in unserem Online-Shop. Darin finden Sie außerdem Reportagen über den Wahlkampf von zwei CDU-Bundestagsabgeordneten und die positive Entwicklung der ehemaligen DDR-Stadt Torgelow, eine Analyse der Zukunft des Westens sowie Porträts von Bernd Althusmann, niedersächsischer CDU-Parteichef und Herausforderer des Ministerpräsidenten Stephan Weil, und Robert S. Mueller, Sonderermittler in der Russlandaffäre des US-Präsidenten Donald Trump.

Werfen Sie hier einen Blick in das Heft.

 

helmut armbruster | Do, 31. August 2017 - 10:15

Das soll wohl ein Witz sein.
Das Reichskonkordat von 1933 zw. Hitler u. Vatikan ist immer noch weitestgehend in Kraft. Hitler machte in diesem Konkordat dem Vatikan weitgehende Zugeständnisse - u.a. Kirchensteuer u. Erhalt der bisherigen Privilegien - um im Gegenzug vom Vatikan bei der Umsetzung seiner Aufrüstungs- und Eroberungspolitik nicht gestört zu werden.
Hitler ist verschwunden, das Konkordat ist geblieben.
Solange die Kirchen nicht behandelt werden wie jeder beliebige Verein und sämtliche Privilegien gestrichen werden, solange haben wir keine wirkliche Trennung von Staat u. Kirchen.

Vergessen wir nicht die "Staatsleistungen", die, 1806 eingeführt, eigentlich schon seit 1918 abgeschafft sein müssten. Dann haben wir auch noch das Tanzverbot am Karfreitag, die ganzen steuergeldfinanzierten Kirchentage, Krankenhäuser, Kindergärten und sonstige Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft, wobei diese alle als Arbeitgeber Sonderrechte in puncto Diskriminierung (wegen Kirchenaustritt etc.) innehaben; überhaupt, Kirchenaustritte: warum muss man es überhaupt gegenüber dem Staat angeben, welcher Religionsgemeinschaft man angehört?
Ich habe es auch erst gemerkt, seit ich in Frankreich wohne, einem Staat, der tatsächlich säkular ist, aber als ich all das meiner französischen Schwiegerfamilie einmal erklären musste, konnten diese wie ich selbst mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Deutschland eigentlich eine Theokratie ist. Kein Wunder, dass uns die iranische Regierung so toll findet. Eigentlich sind wir ja nur eine christliche Version desselben Staatsverständnisses.

Kurz und knackig haben Sie alle meine Gedanken ausformuliert. Eine solche Übereinstimmung ist mir schon lange nicht mehr passiert. Genau diese Gründe trugen entscheidend dazu bei ,dass ich vor gefühlten 25 Jahren aus der kath. Kirche ausgetreten bin.

... mit (ihren) richtigen Informationen sieht man klarer.

Vielleicht gibt es noch den einen o. anderen (Ex-)Kirchenmitarbeiter der mal ausplaudert, wie prall die Schatulle gefüllt ist und wie man es schafft, seine Privilegien weiterhin aufrecht zu erhalten?

hat einen grossen Magen, hat ganze Länder aufgefressen, und sich doch nicht übergessen. Die Kirche, meine lieben Frauen, kann unrecht Gut allein verdauen! Goethe- Faust

Bernd Eifländer | Do, 31. August 2017 - 10:25

Zugehörigkeit zu einer Kirche, Religion und Glaube sind Privatsache, dass hat weder in Schule noch Politik etwas zu suchen. Wir sollten uns dem Jahrhundert angemessen, "updaten".

Dr. Lothar Sukstorf | Do, 31. August 2017 - 10:30

das die Kirchen gerne wieder die "Präe-Aufklärung-Zeit" wieder zurück hätte, ist mir schon lange klar.
Die Kirchen sind es, die mit ihren zahlreichen Unterorganisationen sehr gut am Flüchtlingsgeschäft verdienen. Scheinheilige vereinigt euch zu einer Ökumene des schnöden Mammons. Ich glaube, Jesus würde euch das Fürchten lehren...

Christa Maria Wallau | Do, 31. August 2017 - 10:46

Zunächst gratuliere ich dem CICERO zu diesem, wieder einmmal sehr aussagekräftigen Titelbild. Klasse! Auch die Aufarbeitung des Themas ist der Autorin, Sophie Dannenberg, gut gelungen.

Zum Schluß heißt es dort: "Sie (die Christen) retten keine Seelen mehr, nur noch die ganze Welt. Bye, bye Transzendenz."
Diesem Resultat stimme ich voll und ganz zu.

Während in der Vergangenheit in den Kirchen oft zu viel vom Himmel u. zu wenig von der Erde die Rede war, ist es heute umgekehrt. Gott, Himmel und ewige Seligkeit spielen fast keine Rolle mehr bzw. sind zu bloßen Begriffen verkommen, die inhaltlich leer bleiben. In dieser Hinsicht
hechelt die katholische Kirche inzwischen der protestantischen eifrig hinterher.
Merken die Verantwortlichen eigentlich nicht, daß sie damit den Wesenskern des Christentums verleugnen? Ich halte die Konzentration auf rein innerweltliche Aktivitäten für häretisch u. gefährlich; denn die Aussagen des NT werden nur
punktuell hergenommen u. für wichtig erklärt.

"Merken die Verantwortlichen eigentlich nicht, daß sie damit den Wesenskern des Christentums verleugnen?" Antwort: Nein. Diesen Eindruck erhält man wenn man das jüngste "Impulspapier" der EKD mit dem Titel "Konsens und Konflikt: Politik braucht Auseinandersetzung" liest. Darin finden sich Sätze wie "Diese Botschaft des Evangeliums ist eminent politisch." Wenn man noch nie etwas vom christlichen Glauben gehört hätte, dann müsste man nach der Lektüre dieses Textes meinen, in der Kirche gehe es tatsächlich nur um Politik - und Jesus Christus (darin ganze drei mal erwähnt) wäre ein Aufklärer der Freiheit. Die unverfälschte Weitergabe des apostolischen Glaubens zählt diese Kirche offenbar nicht mehr zu ihren Aufgaben.

Renate Aldag | Do, 31. August 2017 - 10:47

Bei der Finanzierung der hehren Ziele der Kirche, hört die angebliche Trennung zwischen Kirche und Staat spätestens auf: Kirchensteuer, Finanzierung von kirchlichen Krankenhäusern und Asylindustrie. Wie die Grünen schreitet die Kirche mit dem Banner der Ideologie voran und der Steuerzahler unterhält diese Minderheiten-Prozession ungefragt:"Wir schaffen das".

Ich habe mehr Probleme mit der Ideologie und Verlogenheit der Christlich-Demokratischen- Union und der Christlich-Sozialen-Union. Es ist immer wieder erstaunlich wie es CDU/CSU fertigbringen trotz eklatanter Fehlleistungen ihres politischen Personals mit Fingern auf andere zu zeigen.

Harro Meyer | Do, 31. August 2017 - 14:06

In reply to by Juliana Keppelen

Juliana, Ganz einfach: Das Deutsche Volk wählt jeden, der ihm Arbeit, Auferstehung und den Himmel verspricht.

@Frau Keppelen: Soso, "Verlogenheit" und "Fehlleistungen" sind also ein Alleinstellungsmerkmal von CDU und CSU. Mit den Grünen und ihrer Ideologie haben Sie indes nach eigenem Bekunden "keine Probleme". Na, schaun mer mal, ob die Menschen die grandiose, in ihrer wissenschaftlichen Dimension an Darwin, Planck und Einstein und in ihrer Bedeutung für das Glück der Menschheit an die deutsche Aufklärung heranreichende Leistung der Grünen, 58 neue Geschlechter zu definieren, auch bei der nächsten Wahl honorieren.

Yvonne Walden | Do, 31. August 2017 - 10:51

Die beiden großen, staatlich privilegierten Kirchen in Deutschland (Evangelisch-lutherische und Katholische Kirche) haben die Konsequenzen aus der Vorgeschichte und den Ereignissen der Französischen Revolution noch immer nicht akzeptiert.
Auch in Deutschland sollte endlich eine strikte Trennung von Staat und den Kirchen vollzogen werden.
Und wenn wir einmal in Betracht ziehen, daß von den rund 60 Prozent Christinnen und Christen in Deutschland lediglich ein Bruchteil dieser "Gläubigen" explizit am kirchlichen Leben teilnimmt, sollte die Politik die "Einwürfe" der Kirchenoberen nicht weiter beachten, denn hinter diesen kirchlichen Vorstellungen steht tatsächlich nur eine verschwindende Minderheit, die auf keinen Fall die große Mehrheit der Agnostiker oder Atheisten dominieren darf.

Welche andere Gesinnungs-Gemeinschaft in unserem Land kann 60 % für sich beanspruchen, wohlgemerkt "Mitglieder". Mitglieder eines Vereins sind auch solche, die sich nicht explizit und praktisch engagieren (siehe "Rotes Kreuz" oder Naturschutzbund oder Tierschutzverein). Betätigen Sie sich "explizit" politisch, oder bekunden Sie Ihre Einstellung von Zeit zu Zeit bei den Wahlen, wie die meisten Bürger unseres Landes. Trotzdem zählt jede Stimme, auch wenn sich jemand nicht explizit politisch betätigt.

Der von Ihnen gewählte Vergleich zwischen der Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche (Körperschaften des öffentlichen Rechts) und eine parteipolitische Präferenz sind zweierlei.
Bin ich Kirchenmitglied, billige ich - bewußt oder unbewußt - die Entscheidungen, Verlautbarungen und Aktivitäten dieser Kirche. Auch passive Kirchenmitglieder werden immer dann bemüht, wenn etwa die Großkirchen ihr Gewicht öffentlich bekunden möchten.
Beispiel: Katholische Sexualmoral. Eine verschwindende Zahl von Katholikinnen und Katholiken praktiziert die von dieser Kirche akzeptierten Regeln zur Empfängnisverhütung oder zur Schwangerschaftsunterbrechung.
Die offizielle Kirche nimmt die Haltung ihrer "Gläubigen" gar nicht zur Kenntnis und argumentiert mit ihrer Mitgliederstärke.
Und eine Wahlentscheidung ist ein Akt der Einmaligkeit, denn bei der nächstfolgenden Wahl kann jede und jeder sich wieder vollkommen anders entscheiden.
Deshalb ist es unredlich, wenn Großkirchen Akzeptanz heucheln.

die wie folgt lautet: Minderheit darf Mehrheit nicht dominieren.

Da schließe ich mich ausdrücklich , was dieses Thema betrifft, ohne Wenn und Aber an.
Aber leider , werte Yvonne Walden, vertreten Sie aber bei anderen "fragilen...kniffligen " und politischen wichtigen Fragen die unser "Land" betreffen ( darf man das noch so sagen? ) aber auch eine Minderheitsposition vertreten , die einer Mehrheit vorschreibt ...wie sie zu denken ... und richtig zu handeln ....hat.
Irre ich mich?

Achim Scharelmann | Do, 31. August 2017 - 11:05

Wir haben eine Trennung zwischen Staat und Kirche und somit sind die Aufgaben geteilt, der Staat ist für das Weltliche zuständig und die Kirchen für das Seelenheil. Wenn sie dennoch Einfluß auf die Politik nehmen oder sich vereinnahmen lassen, dann geschieht dies aus reinem Eigennutz und hat nichts mit Glauben oder Nächstenliebe zu tun. Die Kirchen sind in mehrfacher Hinsicht Profiteure bei der Einwanderung und auf der anderen Seite verlieren sie ihre Schäfchen und somit einen Teil ihrer Einnahmen und den gilt es auszugleichen und da sind alle Mittel recht, hauptsache die Existenz der Stellvertreter Gottes auf Erden ist nicht gefährdet.

Ingrid Mueller | Do, 31. August 2017 - 11:19

Eine Klage gegen das besondere Kirchgeld wurde abgewiesen
Die Kirchen sind nicht zufrieden mit den Kirchen Steuern,sie generieren indirekt auch noch Steuern von aus der Kirche ausgetreten,durch dieses besondere Kirchgeld,säkularer Staat ist wirklich etwas anderes.

Steuern bedingen Einkommen, habe ich immer gedacht.
Meine Ehefrau, kein Einkommen muste diese Kirchgeld bezahlen, das Kichensteueramt ging soweit mir den Gerichtsvollzieher ins Haus zu schicken, was blieb mir übrig als zu zahlen
Mehr Christlichkeit geht nicht

Wir reden immer von den beiden in Deutschland privilegierten Großkirchen. Deren Einnahmen resultieren nicht nur aus den "Kirchensteuern", also Mitgliedsbeiträgen, die Kirchenmitgliedern automatisch von ihren Löhnen und Gehältern einbehalten werden.
Darüber hinaus beanspruchen diese Kirchen ein Ortskirchengeld, das auch Nicht-Kirchenmitglieder für ihre Ehepartnerin/ihren Ehepartner zu zahlen haben, wenn diese/dieser einer dieser Kirchen angehört.
Nicht vergessen sollten wir jedoch alle übrigen staatlichen Zuwendungen und Zuschüsse, etwa zur "Denkmalpflege" kirchlicher Gebäude, zu kirchlichen Kindergärten oder Krippen und vieles andere mehr.
Dies hat Carsten Frerk in seiner Buchveröffentlichung "Violettbuch Kirchenfinanzen" (Aschaffenburg, 2010) ausführlich zusammengestellt.
Aber davon sprechen die Verantwortlichen der evangelischen und auch der katholischen Kirche nicht so gerne.
Viel lieber nutzen sie ihre (noch verbliebene) Macht und ihren Einfluß, um politischen Einfluß zu nehmen.

Willi Mathes | Do, 31. August 2017 - 11:33

Top Herr Schwennicke !
Eine kritische Betrachtung von Kirche und Staat war längst überfällig !
Der derzeitige " Fachkräftemangel " ist nicht nur im wirtschaftlichen Bereich besonders spürbar!
" Käßmannisierung " ? Nein danke !

Freundliche Grüsse

Thomas Kuhn | Do, 31. August 2017 - 11:56

Wenn man die Äußerungen der Kirchenvorsitzenden hört, welche sprunghaft auf politische Mainstream Meinungen aufspringen und Kritiker ausgrenzen wollen, so erinnert das an tiefstes Mittelalter!
Herr Bedfort-Strom hetzt regelrecht gegen Kritiker der illegalen Einwanderung. Das ist Wahlkampfhilfe, aber sicher nicht sein Auftrag.
Die Aufgabe der Kirche besteht im stärken der Gewissensentscheidungen und nicht im ausgrenzen von Mitgliedern.
Da ist ein eigentümlicher, totalitärer Geist der mit Frau Merkel über unser Land zieht.

Herr Bedford-Strohm ist SPD-Mitglied. Anstatt durch eine risikoreiche Parteikarriere zu Einfluss zu gelangen, hat er den risikolosen Weg als unkündbarer und gut altersversorgter Kirchenfunktionär gewählt, um aus dieser Position in das Genossenhorn zu stoßen, ohne dass seine Parteizugehörigkeit allgemein bekannt wird. Bei ihm ebenso wie bei seinem katholischen Mit-Kreuzabhänger Marx vermute ich nur ein absolutes Minimum an Spiritualität.

Markus Swiderek | Do, 31. August 2017 - 12:20

Kardinal Marx ist kein 'hiesiger Kirchenoberer für die Katholiken'. Er ist lediglich der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz. Für die Universalkirche ist der 'Obere' der Papst als Bischof von Rom, für die Ortskirche, also das Bistum, der dafür ernannte Bischof. Marx ist Erzbischof von München-Freising und somit 'Oberer' der Ortskirche dort.

Torsten Knecht | Fr, 1. September 2017 - 17:42

In reply to by Markus Swiderek

... und seine Münchner Luxusunterkunft. Da kriegen die Kirchensteuerzahler schon einmal einen Vorgeschmack auf das Leben nach dem Tode, wenn sie nur brav weiter zahlende Schäfchen sind. Im übrigen scheint Herr Marx sehr gut genährt zu sein ... von der "Tafel" wird er sicher nicht bedient.

Ruth Müller | Do, 31. August 2017 - 12:45

Gott will es!

Fatale anmaßende Entwicklung einer menschlichen Hierarchie mit göttlichen Anspruch.

Sehr kluger Artikel! Danke.

Sonja Schweinitz | Do, 31. August 2017 - 13:13

Ich würde die Frage andersherum stellen: "Wie kirchlich darf Politik sein?" Oder zugespitzter: "Wie religiös darf Regierungshandeln sein?" In einem sekularen (Deutsch-)Land, das sich auf die Werte der Aufklärung, auf Wissenschaft und Bildung beruft, kann die Antwort nur lauten: Kirche u. Staat, Religion u. Regierung sind konsequent zu trennende Sphären. Glauben ist nun einmal Nicht-Wissen. Religiöse Ideologien bzw. „Hirngespinste“ u. religiös begründete Gesinnungsethik jeglicher Couleur sollten bei uns keine Entscheidungsgrundlage für politisches Handeln sein. Fraglich ist auch, inwieweit die Kirchen ihrem Anspruch an Humanität und Barmherzigkeit gerecht werden. Die vielen negativen Beispiele aus der Geschichte (Kreuzzüge, Inquisition, Zwangsmissionierungen, ihre Rolle in den dt. Diktaturen, Kindesmißbrauch etc.) sollten für die Kirchen Grund zu größter selbstkritischer Demut sein. Der Gottsbezug im Grundgesetz, die Kirchensteuer u. das kirchl. Arbeitsrecht gehören daher abgeschafft.

Claudia Martin | Do, 31. August 2017 - 13:21

Letzlich ist eine Einflussnahme nicht zu verhindern. Warum auch? Lobbyismus steht ja jedem zu. Vom Tierschutzbund über die Autoindustrie bis hin zu den Kirchen. Den Geistlichen kann man ja nicht den Mund verbieten. Auch der Kässmann nicht.

Liebe Frau Martin, es handelt sich hierbei doch um eine Form des Missbrauchs, wenn ein "Amtsträger" der Kirche (z.B . Bedform-Strom) sich dem "Populismus der Mitte" verschreibt. Das ist ein Wolf im Schafspelz, der anders als ein Politiker, oder sonstige Lobbyisten, eher mit einem offenem Visier kämpfen.
Politische Meinungen sind auch persönliche Gewissenentscheidungen und damit etwas, das unter keinen Umständen verordnet werden darf !

Bernd Lehmann | Do, 31. August 2017 - 13:53

Staat und Kirche sind eben nicht getrennt, sonst müßte die Kirche ihre Steuern selbst einziehen und die Oberen der katholischen und evangelischen Kirche würden auch kein Staatsgehalt, wie ein Beamter beziehen. So kommen dann solche Erfüllungsgehilfen Merkels bei der illegalen Einwanderung zustande. Die Kirche verliert zwar immer mehr Mitglieder , hat sich aber über Flüchtlingshilfe jeglicher Couleur ein Milliarden Einnahmefeld geschaffen, das sie auch nicht ohne Widerstand hergeben. Staatsknete kommt eben immer und garantiert.
Durch das klar rechtswidrige Kirchenasyl sieht man sich auch nicht der Justiz unterstellt. Die Regierung hat nämlich Angst dort genauso hart durchzugreifen , wie beim Normalbürger, um schlechte Presse zu vermeiden. Womit wir wieder am Anfang des ganzen Wahnsinns wären.

Gottfried Meier | Do, 31. August 2017 - 13:57

Jeder kann Konsequenzen ziehen, wenn ihm das nicht gefällt, was die Kirche macht. Ich bin schon vor Jahren zusammen mit meiner Frau aus der Kirche ausgetreten, nachdem der Pabst Benedikt seine unsäglichen und unverantwortlichen Aussagen zur Empfängnisverhütung in Afrika gemacht hat.

Maik Harms | Do, 31. August 2017 - 14:04

Die Kirchen haben Eigeninteressen, wirtschaftliche und publizistische, wie andere Verbände auch. Sie haben aber weder die Wahrheit noch die Moral gepachtet. Ob sie an Götter und ein Jenseits glauben, bleibt ihnen überlassen. Alles darüber hinausgehende muss sich, wie jede andere Meinung auch, der vernunftgeleiteten Diskussion stellen.

Heidemarie Heim | Do, 31. August 2017 - 14:04

Dazu Besitzer beträchtlichen weltlichen Eigentums, bis hin zu einem eigenen Staatsgebilde namens Vatikan.
Auf der verzweifelten Suche nach Bauland würde mancher Bürgermeister in Köln oder München sehr
schnell fündig werden mit einem Blick in`s christliche Grundbuchverzeichnis.Und welche Keule ist effektiver als die der christlichen Moral der Nächstenliebe und Barmherzigkeit gegen Politik und Staatsbürger um schon immer vorzüglich laufende Geschäfts/-Eigeninteressen zu wahren? Wie gesagt "Sonderstatus" inklusive.Die Frage nach Macht und Einflussnahme erübrigt sich daher.
Ein weiteres ziemlich "heisses Eisen" lieber CICERO,
hoffe Sie haben genügend Brandsalbe! MfG

Willy Ehrlich | Do, 31. August 2017 - 14:06

Außer den einführenden Zeilen von Herrn Schwennicke und den diversen Kommentaren hier, habe ich noch nichts Aktuelles zum Thema gelesen. Ich bin auch kein Mitglied mehr, sondern nur noch Beobachter.

Alles ist im Wandel, alles ist im Fluss.

Mir fällt dazu ein: Trennung Kirche - Staat hin oder her; es wird Steuergeld für sehr viel "schlechtere" Dinge "verschwendet".

Heinrich Niklaus | Do, 31. August 2017 - 14:07

Was mich aktuell an den Kirchen besonders stört, hat Reinhard Müller von der FAZ sehr gut zum Ausdruck gebracht: „Wo ist die Stimme der Kirchen, wenn in Moscheen zum Heiligen Krieg aufgerufen wird? Über den militanten Islam wollen Christen lieber nicht sprechen – weil man sich doch eher in einem Boot sieht und Eingriffe in die Religionsfreiheit fürchtet?“
http://www.faz.net/aktuell/politik/bundestagswahl/unser-kreuz-hat-keine…

Gerhard Heger | Do, 31. August 2017 - 14:12

Ich bin zum ersten Mal bei Cicero vorbeigesurft und finde es völlig unabhängig vom Artikel klasse daß man hier kommentieren kann, ohne irgendwelche Datenschutzerklärungen abhaken zu müssen, die das genaue Gegenteil darstellen, nämlich eine Datenabzockerklärung. Behalten Sie diese Linie bei. Großes Lob

Bernhard Jasper | Do, 31. August 2017 - 16:46

Herr Schwennicke, ihre Plattform cicero-online ist zum Sammelbecken des rechten Randes geworden.

Es ist der Tiefpunkt des Magazins für „politische Kultur“.

Henryke Zimmer | Do, 31. August 2017 - 17:55

In reply to by Bernhard Jasper

Man mag es nicht mehr hören und lesen:
Jede Meinung, die von der eigenen und offiziell "genehmigten" abweicht, wird (statt Argumentation und Aussage zu prüfen)heutzutage als r e c h t s bezeichnet.
Sehr bequem, da eigenes Denken nicht mehr nötig ist...
...sooo viele Rechte, neuerdings in Deutschland!
Mit Verlaub, es ist wirklich nur noch lachhaft.

Hans Pagel | Do, 31. August 2017 - 18:10

In reply to by Bernhard Jasper

Ich lese den CICERO weil die Artikel fundiert und ausgewogen sind.
Das finde ich in keinem der Qualitätsmedien.
Ich möchte weder Rechte oder Linke verunglimpft noch billig belobigt wissen.
Leider begegnet mir das ständig bei WELT, ZEIT, SPIEGEL usw.
Ihr Kommentar, Herr Jasper, ist leider auch von dieser Sorte.
Einfach etwas behaupten, dann noch eine Verunglimpfung hinterher.
Das ist schlechter Stil.
Sollten sie Zeit finden ihre Behauptungen zu begründen, fände ich das hilfreich für dieses Forum. Es ist schon sehr positiv, dass CICERO solche pauschalen Behauptungen durchlässt. Bei WON wären sie vermutlich gesperrt worden.
Bitte nennen sie auch ein Medium, dass nach ihrer Meinung ausgewogener ist.
Man lernt doch gerne dazu.

Rolf Pohl | Do, 31. August 2017 - 18:16

In reply to by Bernhard Jasper

Dass ausgerechnet Sie Herr Jasper nicht die Deutungshoheit über rechte und linke Schubladen oder gar falsche und richtige Sichten besitzen.

Mir gehts übrigens an den Stellen wie Ihnen. Nur weiß ich halt gleichzeitig, das ich nie den Standard der Deutungshoheit für mich erlangen werde.

Also lieber Herr Jasper, arbeiten und feilen Sie weiter mit Erfolg an Ihrem Glauben Sie hätten sie schon, die Deutungshoheit über: Ja worüber?

Alexander_Voss | Do, 31. August 2017 - 21:10

In reply to by Bernhard Jasper

Sicher sind einige Kommentare hier vielleicht nicht unbedingt sehr links, aber wo Sie das in einer Diskussion über die längst überfällige Säkularisierung Deutschlands sehen wollen, entzieht sich meiner Kenntnis. Tatsächlich ist die Zurückdrängung religiöser Einflüsse aus dem öffentlichen Leben ein seit eh und je linkes Anliegen. Oder täusche ich mich da?

Michael Seip | Fr, 1. September 2017 - 08:45

In reply to by Bernhard Jasper

Ich kann Ihre Meinung nicht teilen. Die Online-Diskussionen im Cicero sind überwiegend wohltuend sachlich - vermutlich deswegen kommen Sie Ihnen am rechten Rand befindlich vor, weil es, wenn es sachlich wird, die Schnittmenge mit den "Linken" recht klein wird. Viele linke Meinungen sind wohl auch deswegen nicht vertreten, weil man ja meist das liest, was auf der eigenen politischen Linie ist. Wenn Sie sich hier also unwohl fühlen, dann schauen Sie doch mal in die Foren, z.B. der Frankfurter Rundschau rein - Viel Spass.

Hanns Baum | Do, 31. August 2017 - 16:47

die Kommentierung der Kirchenoberen beider Konfessionen zu den genannten und anderen Themen kommt mit dem erhobenen gesinnungsethischen Zeigefinger daher. Sie wären besser beraten, zur Verfolgung ihrer Mitchristen in der islamischen Welt endlich klar und scharf Stellung zu nehmen. Es ist ein Ärgernis, dass zu einer solchen - für die dortigen Mitchristen lebensgefaährlichen - Bedrohung mehr oder weniger geschwiegen wird und dafür permanent versucht wird, mit regierungsfreundlchen Stellungnahmen die Stimmung im Lande zu beeinflussen. Als bekennender Christ lehne ich dieses Verhalten entschieden ab.

Peter Bigalk | Do, 31. August 2017 - 17:02

Letztes Jahr bin ich aus Protest wegen der Flüchtlingskrise aus der Kirche ausgetreten! Trotzdem muss ich weiter Abgaben leisten, da meine Frau noch in der Kirche ist....unglaublich, aber wahr...

Rolf Pohl | Do, 31. August 2017 - 18:05

In reply to by Peter Bigalk

... Abgaben leisten, da meine Frau noch in der Kirche ist"

Nö Herr Bigalk, nicht unglaublich sondern logisch. Denn nicht Sie zahlen weiter Kirchensteuer sondern halt nur Sie, stellvertretend für Ihre Frau, nicht wahr?
Sie müssen also steuerlich gemeinsam Veranlagt sein. Geh ich recht in meiner Annahme?

Lassen Sie sich doch einfach mal scheiden. Ab Rechtswirksamkeit dessen zahlen Sie nix, null Kirchensteuer für Ihre Frau. ( ;-) kleiner Scherz, aber wahr.) Und, keinerlei Kritik meinerseits an Ihrem Kirchenaustritt.

Yvonne Walden | Sa, 2. September 2017 - 10:52

In reply to by Peter Bigalk

"unglaublich, aber wahr".
Soweit kann es mit dem "Glauben" gehen. Er mischt sich klammheimlich auch in die staatliche Sphäre ein.
Die Regelung in unserem Steuer- und Abgabenrecht (Ortskirchensteuer) beruht auf dem Einfluß der kirchlichen Lobby.
Die Kirchenleute haben den (noch) kirchenhörigen Politikerinnen und Politikern diese Regelung "ins Ohr geflüstert".
Soweit die Mähr der Trennung von Staat und Kirche(n).

Bernhard Jasper | Do, 31. August 2017 - 18:01

Herr Fischer, die Würde des Menschen ist unantastbar. Nicht verhandelbar.

Und schöpferisch sind nicht die Massen, sondern die Individuen. Einfach mal reflektieren.

gabriele Bondzio | Do, 31. August 2017 - 19:54

Dürfte man meinen. Aber die Hirten des Volkes Gottes, schwimmen lieber mit als gegen den Strom. Deutlicher gesagt mit der angesagten Politik und damit sichern sie sich den reichlich Fluss der Kirchensteuer. Mein Eindruck ist auch, dass sie sich für die verfolgten Christen weniger interessieren, als den Islam in den höchsten Tönen zu loben. Der Fels, auf den sich die Kirche stützen soll (Matthäus 16, 15-20), ist scheinbar weg gebröckelt und wird ersetzt, in dem man sich die vorherrschende Meinung regierender Kreise zu eigen macht. Aber in den oberen Etagen der Hirten war es eigendlich schon immer so.

Dimitri Gales | Do, 31. August 2017 - 20:24

während des Römischen Reiches eine sozialrevolutionäre Bewegung, für die Juden ein Aufstand gegen die römischen Kolonialherren. Dann bildeten sich Kirchen, die in symbiotischer Vereinung mit den herrschenden Mächten sehr einflussreich wurden. Darum geht den Krichen auch heute: Einfluss ausüben, nur weiss man nicht genau, welche politischen Interessengruppen eventuell dahinterstehen.
Die Kirchen haben sich grundsätzlich nicht in politische Belange einzumischen. Man sollte endlich eine klare Trennung zwischen Staat und Kirche vollziehen, so wie dies in Frankreich seit Revolution der Fall ist. Auch dort wird die Kirche vom Staat alimentiert, aber sie spielt keine politische Rolle. Auch gibt es dort nicht die Zwangsabgabe Kirchensteuer.
In Deutschland dagegen herrscht immer noch das antiquierte Modell.

Winfried Sautter | Fr, 1. September 2017 - 00:30

In den Ursprungsgebieten des Christentums, dem Nahen und Mittleren Osten, werden christliche Gläubige verfolgt, das Christentum systematisch ausgerottet. Kaum ein Wort davon hier. Statt dessen (kirchen-) steuerfinanzierte Fahrradwerkstätten, Flüchtlings-Apps, und Willkommens-Cafés, die nichts zur Qualifizierung und Integration beitragen.

Ralf Ehrhardt | Fr, 1. September 2017 - 01:33

Tatsächlich, da ist er: der totale und erstmalig vollständige ökumenische Zusammenschluss der beiden großen Amtskirchen.

Unter dem Deckmäntelchen von kirchlichen Werten wie Humanität, Barmherzigkeit, sozialer Gerechtigkeit etc. war es im Rahmen einer ´kirchlichen Sondermoral` der offiziell entmachteten Margot Käßmann in einer Diskussion auf dem Evangelischen Kirchentag in Berlin 2017 vorenthalten, mit ihrer Äußerung »Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern: Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht« das wirkliche Gedankengut der Kirchen zu dokumentieren, natürlich mit viel Applaus vom Kirchentag versehen. Da könnte sich unser Ex-Bundesrichter Thomas Fischer wirklich mal Gedanken zum vollendeten Tatbestand der Volksverhetzung machen und ggf. eine Klageschrift entwerfen. Tut er aber nicht; falsche Person!

Tatsächlich sind die Kirchen mit ihren zahlreichen Organisationen und Unternehmen wohl die größten Profiteure der Flüchtlingskrise.

Lasst uns beten...

Ruth Falk | Fr, 1. September 2017 - 03:26

hätte die Menschen eben "aufgeklärt", aber anscheinend brauchen die meisten halt doch irgendwas zum Anbeten. Das wäre Privatsache, würden sich die Kirchen nicht auch da einmischen, wo es sie partout nichts angeht: in der Politik. Das Finanzamt zu missbrauchen, für sie Steuern einzuziehen, ist unverschämt.
Die Kirchen sind reich wie Krösus, aber verlangen Staatsgelder, wenn sie Schulen , Kitas, Spitäler unterhalten, ganz zu schweigen von dem Wenigen, was sie für Menschen in Not & Flüchtlingr tun,
Gibt auch gar nichts, was Kirchen von profitorientierten Firmen abhebt, sind nur noch geldgieriger und geiziger.

Wolfgang Lang | Fr, 1. September 2017 - 04:31

Die verfetteten Amtskirchen wollen ihre Pfruende sichern. Also muessen sie sich in die Politik einmischen. Moderne Religion ist ein profitables Geschaeftsmodell. Politik, die sich mit Ueberweltlichem legitimieren kann, ist im Vorteil. Waehrend Jesus zu Fuss und per Esel unterwegs war, muss es heute fuer den hoeheren Klerus eine Luxuslimousine sein. Das kostet.

herbert binder | Fr, 1. September 2017 - 08:03

wer war es noch, der gesagt hat: "jesus sprach vom
himmelreich gottes - bekommen haben wir die kirche"?

hermann klein | Fr, 1. September 2017 - 11:38

Vor einiger Zeit habe ich einen Katholischen Gottesdienst besucht.
Nach der Predigt kam ich mir vor wie auf einer grünen, linken Wahlveranstaltung.
Kein Wunder das der Islam immer mehr zu Deutschland gehört und glaubensfähig gemacht wird.
Ich werde vorerst keine Messe hospitieren.
Gott mein Gott warum hast Du uns verlassen…

Sven Kleb | Fr, 1. September 2017 - 12:03

Ein sehr interessanter Artikel, Danke Herr Schwennicke. Ich habe diesbezüglich mir auch schon Gedanken gemacht. Die Frage die sich mir stellt, warum die Kirche so einen enormen Druck aufbauen, um insbesondere muslimische Migranten ins Land zu holen (unabhängig der Nächstenliebe). In islamischen Ländern werden Christen verfolgt und hier werden Muslime kaum konvertieren! Das diese Politik allerdings gesellschaftliche Spannung produziert wird den Kirchenoberhäuptern wohl klar sein. Wenn ich böse wäre, würde ich denken, dass in einem orientierungslosen Staat, der seine Kontrolle nicht mehr ausübt letztlich die Zuwendung der "länger hier Lebenden" zur Religion bzw. christlichen Werten langfristig eine Stärkung der Kirchen bewirkt.

Bernhard Jasper | Fr, 1. September 2017 - 12:10

Religion will immer ein Erlösungsbedürfnis am Gläubigen auslösen. Was die Natur und der Geist dem Menschen nicht geben können, eine letzte Bindung und Einordnung, Geborgenheit, Versöhnung mit dem Schicksal, Deutung der Wirklichkeit, Heimat, etc. will Religion geben - eine Vorstellung vom Göttlichen. Atheismus ist jedoch leichter gesagt als getan. Und doch können wir es denken, den Zweifel an die göttlichen Existenz.

Auch deshalb bleibt Religion Privatsache.

Torsten Knecht | Fr, 1. September 2017 - 23:06

In reply to by Bernhard Jasper

... ich glaube M. Walser war es, der geschrieben hat, dass der Mensch die Religion zwar erfunden hat aber vergessen hat, dass er sie erfunden hat.

Religionen verschwinden auch wieder und neue tauchen auf. Bis jetzt hat sich die Kirchenreligion als institutionelles Unternehmen wacker durch die Jahrhunderte geschlagen. Opportunismus plus Anhäufung weltlichem Reichtums plus indoktrinieren plus die Nähe zur Macht ... hat alles per se nix mit dem Glauben zu tun aber mit der Kirche.

Michael Bahr | Fr, 1. September 2017 - 15:21

Was sollen die Kirchen denn tun? Es glaubt doch kaum noch jemand wirklich und ernsthaft an die wundersamen Dinge, die die christliche Religion zu bieten hat. Alles, was die Menschen früher an die Religion gebunden hat, ist durch Aufklärung und Massenkonsum weggeschreddert worden. Wer glaubt an Himmel und Hölle? Wer glaubt an Jungfrauengeburt und Engel? Wer glaubt daran, dass die Heiligen, die man im Gebet anfleht, tatsächlich Fürsprache bei Gott einlegen?Wer glaubt denn noch an all das Spirituelle und Wundersame? Ich will nicht sagen, dass diese Dinge von gar niemandem mehr geglaubt werden, aber ihr Anteil sinkt wohl dramatisch.
Wenn die Kirche weiterhin erhalten bleiben will, muss sie auf Moralvermarktung und auf das Herstellen eines moralischen Seelenfriedens noch zu Lebzeiten (nicht mehr nach dem Tod!!) des Menschen setzen und das geht monentan gut mit irrlichternder moralischer Hypertrophie in Migrationsfragen und einem gewissen Umweltschutzfanatismus.

Friedrich Rhein | Mo, 4. September 2017 - 00:28

In reply to by Michael Bahr

O doch! Ich glaube wirklich und ernsthaft daran - aber nicht, weil es etwa wundersam ist, sondern weil es einfach wunderbar ist.

Friedrich Rhein | Fr, 1. September 2017 - 22:39

In vielen Comments hier wird heftig (bis bösartig) auf „die Kirchen“ eingedroschen. Das mag dann berechtigt sein, wenn sie sich bereitwillig parteipolitisch vereinnahmen lassen. Sie dürfen, ja müssen sich jedoch zu Wort melden, wenn z.B. die Menschenrechte bedroht sind. Wenn ich mich nicht täusche, basieren diese wesentlich auf dem hellenistisch-jüdisch-christlichen Menschenbild - übrigens auch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und vieler anderer Staaten sowie die UN-Menschenrechts-Charta. Nebenbei bemerkt, haben wir ja auch noch die weltweit akzeptierte Zeitrechnung „vor/nach Christus“. Demnach scheint Christus, auf den sich alle Kirchen berufen, doch irgendwie Dreh- und Angelpunkt dieser Welt zu sein. Und wer da immer noch undifferenziert auf die Kirchen schimpfen zu müssen glaubt, dem sei empfohlen, an christlichen Feiertagen wie Weihnachten, Karfreitag, Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten usw. zu arbeiten statt zu feiern und den Lohn für soziale Zwecke zu spenden.

... der noch erweiterbar ist, wenn man die beschämenderweise gerade in Deutschland so heftig kritisierte Freiburger Rede Benedikts XVI. über eine notwendige Entweltlichung der Kirche mit einbezieht.

Beschämend und unverständ sind auch die hier zu lesenden abschätzigen antikirchlichen Meinungsäußerungen einiger Kommentatoren. „Cicero“ ist doch eigentlich eine Zeitschrift für politische KULTUR. Von Kultur ist in solchen gehässigen Beiträgen allerdings rein gar nichts zu finden – vielmehr sind sie Zeichen totaler Kultur-/Geschichtsvergessenheit. Unser europäisches Kulturgut verdanken wir in seiner Vollkommenheit weder den von den Nationalsozialisten favorisierten germanischen Gottheiten noch den Bewohnern diverser antiker oder hinduistischer Götterhimmel, noch einem Buddha, noch dem Islam, auch nicht den Azteken, Inkas oder Chinesen, sondern vorab dem Christentum. Dazu zählen nicht zuletzt einzigartige Werke der Musik, Malerei, Bildhauerei und der Architektur überall in Europa.

Alexander Mazurek | Sa, 2. September 2017 - 02:50

... was erwartet Ihr denn von "der Kirche", und konkret von welcher denn? Die protestuntische wird zu allem und jedem immer ja und Amen sagen, das ist Tradition (Sunna), "Zeitgeist", seit Luther, der "den Glauben" (was immer das sein soll) von der Tat getrennt hat, deshalb ist dieser Zweig des Christentums so beliebt bei allen Machthabern, die "Deutsche Kirche" war Adolfs feuchter Traum, und dieser ist fast wahr geworden. Die katholische ward immer gehasst, nur und wegen ihrer Unabhängigkeit von aktuellen Machthabern, bis heute. "Die (unbedingt katholische, weil nur als solche von den Machthabern unabhängige) Kirche soll allen lokalen Machthabern dieser Welt immer ein Dorn und eine Mahnung und Qual sein und sie an ihre Pflichten und ihre Verantwortung gegenüber Gott und den Menschen erinnern. So Gott will, Inshallah, B'ezrat Hashem!

Sabine Weber-Graeff | Sa, 2. September 2017 - 22:28

Reichskonkordat und Kirchensteuer,ein Privileg,im Dritten Reich von Adolf verliehen,damit die Kirche bei allen Greueltaten im Wesentlichen die Füße stillhielt.Der ganze Verein stimmt doch lediglich ein lautes Geschrei gegen"rechts" an,damit ihm besagtes Privileg noch lange erhalten bleibt.Mit der AFD sähe es nämlich dahingehend schlecht aus.Auch die schönen Einnahmen aus dem Flüchtlingsgeschäft wären futsch.Tja,die Kirche wußte schon immer,wem sie verpflichtet ist.

Friedrich Rhein | Mo, 4. September 2017 - 00:21

Lange war es ev. Kirchen vorbehalten, sich politisch hervorzutun und die eigentliche Aufgabe der Kirchen, die ja im Grunde eine Metaphysische ist, der kath. Kirche zu überlassen. Leider ist nun auch bei der r.-k. Kirche Ähnliches zu beobachten. Hat sie denn nichts aus der Geschichte des Protestantismus‘ gelernt? Wohl das abschreckendste Beispiel liefert die NS-Zeit. Während Rom sich immerhin mit der Enzyklika „Mit brennender Sorge“ zu Wort gemeldet und sich so endgültig den Hass der Nazis zugezogen hatte, suchten protestantische Landesbischöfe geradezu den Schulterschluss mit ihnen. O-Ton des Eisenacher Bischofs M. Sasse zur Reichskristallnacht: „Am 10. November 1938, an Luthers Geburtstag, brennen in Deutschland die Synagogen. Vom deutschen Volk wird ... die Macht der Juden auf wirtschaftlichem Gebiet im neuen Deutschland endgültig gebrochen und damit der gottgesegnete Kampf des Führers zur völligen Befreiung unseres Volkes gekrönt.“ Wahrlich ein politisches Bekenntnis - mit Folgen.

Dr. Lothar Sukstorf | Do, 7. September 2017 - 11:56

...nach wie vor bedeutet Kirche, Religion Macht und Ausübung deren...dies zu erkennen, bedarf es nicht viel, da kann noch so viel durch "Barmherzigkeitsgeplaudere" camoufliert werden. Es geht auch bei diesen Institutionen nur um Macht, was nichts anderes als Geld bedeutet, heute mehr denn je!!!

Friedrich Rhein | Do, 7. September 2017 - 14:49

In reply to by Dr. Lothar Sukstorf

Im einen oder anderen des fast unüber- u. durchschaubar großen Bereichs „Religion“ mag Dr. Sukstorf, differenziert betrachtet, ja durchaus recht haben. Und auch mich nervt das vorgeschoben wirkende Barmherzigkeitsgerede ziemlich. Aber so, wie Dr. Sukstorf es hier formuliert, bringt er doch nur unüberlegte und einfältige Stammtischparolen; und das ist eines Akademikers so gar nicht angemessen und würdig.

Dr. Lothar Sukstorf | Do, 7. September 2017 - 17:11

In reply to by Friedrich Rhein

und sie dreht sich doch...die Erde...sie haben Recht. Aber, was eines Akademikers angemessen ist oder nicht, haben Sie leider nicht das Recht, zu urteilen. Dennoch, Sie haben recht!

Friedrich Rhein | Fr, 8. September 2017 - 15:51

In reply to by Dr. Lothar Sukstorf

... ich wollte Sie nicht kränken, ehrlich. Es geht mir auch nicht um Rechthaberei. Aber nehmen Sie mal die Hl. Schrift in die Hand und lesen Sie dort die Bergpredigt. Dann werden Sie erkennen MÜSSEN, dass es J.Chr. ganz sicher nicht um Macht und Geld ging/geht – ganz im Gegenteil. Für mich ist die Bergpredigt die „Charta der Christenheit“, Weisung für sinnvolles menschliches Leben schlechthin. Man muss ihr nur beherzt folgen. Durch die Bergpredigt unterscheidet sich das Christentum fundamental von allen anderen Religionen, vor allem vom Islam. Jesus Christus ist der „Friedensfürst“; der Prophet des Islam war ein Kriegsherr mit mehr als 50 Kriegen. Während eines Kriegszugs ist er gestorben. Welch ein Unterschied zu J.Chr. Erst mehrere Jahrhunderte nach seiner Kreuzigung wurde die christl. Religion leider Gottes von macht- und geldgierigen Potentaten missbraucht. Wenn sich christl. Politiker heute nach dem Evangelium als ihrem Kompass ausrichten, dürfte eigentlich nichts schieflaufen.

...ich habe mich keineswegs beleidigt gefühlt. Ich glaube, nur, daß Jesus bei den heutigen Kirche ein ähnliches Verhalten wie damals im Tempel an den Tag legen würde. Um die Scheinheiligkeit der Kirchen zu belegen, empfehle ich Ihnen den Rechercheverbund SZ-ARD etc, was die zum Thema Flüchtlinge und Kirchen herausgefunden haben, und wie dabei Unterfirmen der Kirchen schnöden Mammon machen. Das bezeichne ich als Barmherzigkeitsgeplaudere. Ich möchte mit Ihnen gleichwohl nicht in einen neutestamentarischen Diskurs gehen oder gar religiös wetteifern. Sie reden von Jesus vor 2000 Jahren und ich rede von der heutigen Kirche. Da scheinen Welten dazwischen zu liegen. Ich orientiere mich eher an Marc Aurel, an Aristoteles, Platon, Kant, Nietzsche,Popper...und wenn es genehm ist, an Shakespeare, Goethe, Lessing, Fontane und Robert Gernhard, um nur einige zu nennen.

Friedrich Rhein | Mo, 11. September 2017 - 16:43

In reply to by Dr. Lothar Sukstorf

... da scheint was dran zu sein an diesem esoterisch vereinnahmten Spruch. Nehmen wir mal den erwähnten philosophierenden röm. Kaiser Marc Aurel (121-180 n.Chr.). Von ihm stammt der Satz: „Das Leben eines Menschen ist das, was seine Gedanken daraus machen.“ Also: Ich halte mich an die Leitgedanken aus den 4 Evangelien und den anderen NT-Texten und denke, damit auf dem richtigen Weg zu sein gemäß dem Jesus-Wort: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Meine Empfehlung: Versuchen Sie es (trotz Zweifel) mit J.Chr. Von wem sonst ist eine wirklich sinngebende Antwort zu erwarten. Jesus vor 2000 Jahren – nun, Sie kennen doch den Bibelspruch „Bei Gott sind 1000 Jahre wie ein Tag ...“ Der Begriff Zeit und Raum, physikalisch wie philosophisch betrachtet, verliert mit dem Tod seine Bedeutung für jedes menschliche Individuum. Was darüber hinaus interessiert, ist das Sein jenseits von Raum und Zeit. Man nennt das „Ewigkeit“ und man könnte sich ja schon mal darauf vorbereiten.

Dr. Lothar Sukstorf | Mo, 11. September 2017 - 10:24

es geht hier um Kirche und nicht um die Bergpredigt. Darin besteht ein ziemlich großer Unterschied. Ich stimme Ihnen keineswegs zu, daß Alles gut wird, sobald man sich nach dem Evangelium richtet. Glaube ist reine Privatsache. Und ein jeder hat den Glauben eines anderen zu respektieren - auch wenn es sich um Häretiker, Agnostiker und Tiefungläubige oder Zeusanbeter handelt.

Friedrich Rhein | Di, 12. September 2017 - 17:37

In reply to by Dr. Lothar Sukstorf

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ - das gilt – ob passiv oder aktiv verstanden – für jedermann, egal was er glaubt oder nicht glaubt. Die Würde eines jeden Menschen ist zu respektieren - ist doch klar! Das heißt, jedenfalls für mich, aber noch lange nicht, dass ich auch unbesehen jedermanns Glauben zu respektieren habe. Der Duden definiert den Begriff „Respekt“ mit a) = Ehrerbietung, schuldige Achtung; b) = Scheu. Nun sagen Sie mal: Soll ich dem hinduistischen Kastenwesen Ehrerbietung entgegenbringen, dem Islam gar schuldige Achtung zollen? Alle drei Definitionen würde ich im Zweifelsfall dann doch lieber dem Christentum und der Kirche zukommen lassen.

Dr. Lothar Sukstorf | Mi, 13. September 2017 - 13:20

Ich will Ihnen gar nicht sagen, was Sie sollen oder nicht!! Ich will auch nicht religiös wetteifern und mich auch nicht von Ihrer Gläubigkeit anstecken oder bekehren lassen! Es geht in dem Artikel lediglich um die Frage, ob und wie weit Kirche politisch sein darf. Und dabei möchte ich es dann auch bewenden lassen.

Friedrich Rhein | Mi, 13. September 2017 - 16:53

In reply to by Dr. Lothar Sukstorf

Wenn es um die Menschenrechte geht, MUSS sich die Kirche zu Wort melden. Aber aus dem allgemeinen politischen Geschäft (auch zum Thema Flüchtlinge/Migration) sollte sie sich tunlichst raushalten und das Feld den (hoffentlich sachverständigen) Politikern überlassen. Das war das Anliegen meines allerersten Beitrags hier. Und nun hoffe ich, dass wir beide wenigstens in diesem Punkt miteinander übereinstimmen. Und damit verabschiede auch ich mich von/auf dieser Seite. Nix für ungut!
MfG F.R.

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