Wohnungssuche - Wer jetzt kein Haus hat

Kolumne: Morgens um halb sechs. Verzweifelt suchen Familien landesweit nach einem Zuhause. Es zu finden, erweist sich jedoch als schwierig bis unmöglich. Wo können wir noch leben?

Ein vergilbter Zettel klebt an einem Laternenpfahl in München. Eine Wohnung wird gesucht, die 70 Quadratmeter groß sein soll und nicht teurer als 1300 Euro.
Wohnungssuche in München: Die Mitte bricht unter der Miete zusammen / picture alliance

Autoreninfo

Sabine Bergk ist Schriftstellerin. Sie studierte Lettres Modernes in Orléans, Theater- und Wirtschaftswissenschaften in Berlin sowie am Lee Strasberg Institute in New York. Ihr Prosadebüt „Gilsbrod“ erschien 2012 im Dittrich Verlag, 2014 „Ichi oder der Traum vom Roman“.

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Ein kleiner Garten, eine Küche, in der man einmal um den Tisch gehen kann, ein Flur mit etwas Stauraum für Fußballschuhe. Die Ansprüche an ein neues Zuhause sind nicht hoch, dennoch lassen sie sich kaum erfüllen. In Deutschland wird der Platz knapp. Die Suche nach einer Unterkunft entpuppt sich zunehmend als Alptraum. Bezahlbare Wohnungen und Häuser finden sich immer seltener, selbst Bungalows mit uralten Ölheizungen werden für eine halbe Million Euro verscherbelt. Bald hat der oder die Suchende ganze Städte durchkämmt. Eine Drei- bis Vierzimmerwohnung kostet im Schnitt so viel wie ein kleines Schloss in der Normandie. Wozu noch in Deutschland leben? Es mangelt an Ärzten und Kitaplätzen und in den Schulen mangelt es an Qualität. Haben wir vor Expansionshunger den Blick aufs eigene Land verpasst?

Keine Immobilie ohne Haken

Im Ungewitterweg Nr. 0 wäre noch Platz. Oder mitten an der Hauptstraße, in stickstoffversetzter Luft, die weit über dem Grenzwert liegt. Da wäre auch ein kleines Reihenhaus für glatte 700.000 Euro, mit schuhkartongroßem Garten, direkt in der Flughafenschusslinie. Oder man zieht gleich ins friesische Grabstede in ein renovierungsbedürftiges nasses Bauernhaus. Kaum eine Immobilie, die keinen Haken hat. Von Harmonie ist gar nicht zu sprechen, man kann froh sein, überhaupt etwas gefunden zu haben und nimmt Mängel in Kauf. Familien verschulden sich, um nicht von der Last hoher Mieten erdrückt zu werden.

Bald gibt es nur noch Sozialbauwohnungen und Luxuslofts. Die Mitte bricht unter der Miete zusammen. Welche Familie kann sich eine reguläre Monatsmiete von fast zweitausend Euro leisten? Für das Geld kann man auch dauerhaft im Hotel wohnen. Es muss ja nicht das Hotel Atlantik sein, dort wohnt schon Udo Lindenberg. 

Die zermürbende Suche

Wohnungsknappheit ist nicht allein ein deutsches Phänomen. Im Vereinigten Königreich hat sich der Markt schon lange auf ein millionenhohes Niveau eingependelt. Doch selbst in Lettland steigen die Preise im Schnelltempo. Eine Datsche auf dem Land kostet inzwischen bis zu 100.000 Euro. Der Trend ist überall derselbe: Preissteigerungen, sinkende Lebensqualität, schwierige Bedingungen für Normalverdiener. 

So mancher Sommer wird mit chronischer Wohnungssuche verbracht. Den Immobilienmarkt durchklicken bis die Finger nachts schattenhaft nachzucken? Dreihundert Objekte am Tag sind zu schaffen. Mit kleinen Verschnaufpausen sind das achttausend im Monat – und nichts dabei, das wirklich stimmt. Alte Schrottbuden mit giftgrünen Bädern, vermoosten Terrassen, fahrigen Markisen und vergammelten Garagen. Neben verwahrlosten Siebzigerjahrebunkern findet man an den Stadtrand geklotzte Fertighäuser aus kurzlebigem Material. Die restlichen Wohnstätten sind kaputtgedämmt.

Ohne Erbe geht nichts mehr

Wer ein wenig Erbschaft hat, sichert derzeit den Bestand. Die einzige Möglichkeit für Normalverdiener, eine Unterkunft zu kaufen und der Miete zu entgehen, bleibt oft nur das Familienerbe. Gerade das aber soll uns zukünftig – im Wahlkampf kräftig angekündigt – auch noch gekürzt werden. Was ist so schlimm daran, dass Familien sich auf das Familienerbe stützen, wenn die Lebensbedingungen im eigenen Land unerschwinglich geworden sind?

In Großbritannien geht es kaum mehr ohne Familienerbe. Nur reicht auch das oft nicht aus. Viele Einwohner lassen das Heizen weg. Rentner findet man tagsüber im Museumscafé und in Bibliotheken, da es dort schön warm ist. Airbnb hilft jenen, die ein Haus haben, die Grundkosten zu decken. Allerdings werden auch die Airbnb Zimmer nicht geheizt. Wenn draußen der Wind pfeift, bibbern die Gäste unter den Decken. Sehr schnell weiß man, weshalb ein Fenster „window“ heißt. Der Wind geht hindurch und hinterlässt ein leises Heulen, wie von einer „owl“, einer Eule. Wer friert, übertreibt zuweilen. Noch können wir uns in Deutschland das Heizen leisten. Dennoch rechnet, wer sich heutzutage ein Haus oder eine Wohnung mit Erbe oder auf Kredit kauft, das vermietete Gästezimmer oder die Einliegerwohnung gleich mit ein. 

Schließlich kann man, wenn man gar nichts findet, mit der Familie dauerhaft Spazieren gehen. Dann ist der Himmel das Dach überm Kopf und der Kantstein das Maß für den Tag. Hausaufgaben werden dann abends gemacht, mit Klapptisch unter der Laterne. 

Berthold Bohner | So, 13. August 2017 - 08:51

Haben Sie schon etwas gehört von eine Knappheit an bezahlbaren Autos ? Oder dass der Bedarf an Mobiltelefonen nicht gedeckt werden kann ? Oder von Brotpreissteigerungen die zu Hungersnöten führen ?
Die Bereitstellung von Wohnraum muß sich auch für den Investor lohnen.
Aber was macht die Politik ? Fordert begrünte Carportdächer , beschließt Mietpreisbremse , die Rechtspflege verunmöglicht nicht zahlende Mieter aus der Wohnung zu entfernen , Mieter nehmen Kleinigkeiten zum Anlass , die Miete zu kürzen .

Ich hätte ein Grundstück in einer Landgemeinde , das bebaubar wäre , für die gebotene Rendite von vielleicht 2 % werde ich die oben genannten Risiken nicht in Kauf nehmen.

... Herr Bohner.

Gentrifizierung sehe ich als Pendant in der Immobilienbranche was in der Leih-u. Zeitarbeit der Umgang mit dem "Humankapital" ist. Ziel ist Profitmaximierung.

Wenn der Staat keine Rahmenbedingungen setzt, die bezahlbares Wohnen für mittlere u. untere Eink.-schichten möglich macht, dann haben wir ganz klar politisches Versagen in der Wohnungspolitik ergo Sozialpolitik.

Anders gesagt: Der Anleger möchte die höchste Rendite u. verfolgt damit kein caritatives Ziel. Demzufolge wird er auch so investieren, verkaufen o. vermieten. Und die hohen Profite sind nicht mit Sozialwohnungen zu erreichen. Logisch, oder?

...Herr Knecht,
ich finde Herr Bohner hat ausgezeichnet die "Rahmenbedingungen" und deren wirtschaftliche Folgen beschrieben.
Welche Rahmenbedingungen sollten denn Ihrer Meinung nach gesetzt werden? Ich frage ausdrücklich nach Rahmenbedingen, die das Problem tatsächlich lösen könnten, nicht nach Theorien.

... zuallererst, muss erst einmal klar sein, ob sie den Markt am Beispiel der "Gentrifizierung" verstanden haben? Das ist reiner Verdrängungswettbewerb mittels Angebot u. Nachfrage über den Preis - ergo freier Markt.

Was Herrn Bohner umtreibt sind bürokratische Regelverordnungen, Mieterrechte u. die geringe Gewinnmarge der Investoren bei bezahlbaren Wohnungen. Ok, bestreite ich das etwa?

Rahmenbedingungen:

... für EFH o. für bezahlbares Wohnen?

... für EFH ... empfehle ich die WiWo vom 09. 06. 2017 ... "Illusion Eigenheim".

... für b. WR: gibt es ein 10 Punkte-Programm von Seiten des Bundes

(Quelle:http://www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Wohnungswirtsc…)

Es gibt eine Tatsache.
Je mehr der Staat eingreift umso, schlechter funktioniert es.
Der Sozialismus hat es uns gezeigt.
Wer die Mechanismen des freien Marktes versteht, der greift nicht ein, sondern laesst Investoren bauen. Sie werden solange bauen, bis sich die Rendite minimiert hat.
Verstehen Sie das?

Seit Jahren vermiete ich 2 Immobilien nur noch an Feriengäste,die kommen und was viel wichtiger ist,sie gehen sicher wieder.Die Politik hat über Steuer-und Mietrecht den Wohnungsmarkt regelrecht zusammenbrechen lassen.Vermieter-in der Linkspresse auch Miethai genannt-sollen selbstredend den Wohnraum für lau zur Verfügung stellen.Wie im Staatshaushalt,alles für alle ,für umme.Immobilien sind aber nicht Staat,dass ist Kalkulation und wenn ich nicht selber mit den Buden den Bach runtergehen möchte,muß es sich rechnen.Ganz klar,ich lasse lieber leer stehen,als fest zu vermieten mit den Risiken der deutschen Mietrechtsprechung.Und wenn es einer Merkel nicht passt ,kann sie ja selber losmauern.

Berthold Bohner, Du kriegst Deinen Hals wohl nicht voll mit Geld! Oder? Ich bin Mieter und gehe Vollzeit arbeiten. Ich liege jedoch unter der Armutsgrenze! Ich verdiene unter 16.000 Euro Jahreseinkommen. Und noch nicht mal die hätte ich, würde ich keine Wohnung haben. Ich z.b. kann mir nur eine Warmmiete von unter 300 Euro leisten! Denn 1000 Euro brauche ich zum Leben! Lebensmittel kosten pro Woche um die 200 Euro, Bekleidung im Monat kostet auch 100 Euro und Hygieneartikel sind auch notwendig und schlagen mit 100 Euro zu Buche. Schon ist mein monatlicher Lohn futsch! Wo würdest Du mir jetzt eine höhere Miete berechnen wollen? Ihr Vermieter und Hausverwalter habt schon längst jeglichen Bezug zur Realität verloren! Lebensmittel sind in den letzten 8 Monaten um 30 Prozent teurer geworden. Das gilt für Fleisch, Obst- und Gemüse sowie Milchprodukte. Selbst das Trinkwasser koste 3 Prozent mehr als vor 8 Monaten. Und jeder weiß, das die Nettolöhne in den letzten Jahren nicht gestiegen sind!

Gerdi Franke | So, 13. August 2017 - 08:55

Da kommen Millionen Migranten nach Deutschland und meinen hier Arbeit, Auto und Wohnung gestellt zu bekommen. Dabei reicht es nicht einmal für die, welche schon da sind. Da wurden blauäugig Versprechungen in die Welt gesetzt die nicht haltbar sind. Aber man entschuldigt sich nicht einmal.

Joachim Walter | Mo, 14. August 2017 - 17:45

In reply to by Gerdi Franke

Da haben Sie wohl leider recht. Die Knappheit bestand schon vorher.

Das die Preise nun so exorbitant steigen hat auch damit etwas zu tun, dass die Städte für die ungebetenen Einwanderer inzwischen bereit sind fast jeden Preis zu zahlen, nur damit diese aus den städtischen Einrichtungen verschwinden.

Solange man aber immer weiter Einladungen an Einwanderer ausspricht, die auf absehbare Zeit voraussichtlich ihre Miete nicht werden selbst zahlen können, ist hier keine Besserung in Sicht.

Detlev Flott | So, 13. August 2017 - 09:58

Ich stehe auf der anderen Seite des Zaunes.
Von ehedem 3 Wohnhäusern mit 16 Wohneinheiten habe ich mich bis auf ein Haus getrennt und kann wieder einigermaßen schlafen. Wenn man nicht gerade in M, B, HH oder S in angesagter Wohnlage eine Immobilie anzubieten hat, sind nicht mehr als 7 €/qm drin. Im Gegenzug müssen Sie sich mit Mietnomaden und verhunzten und verdreckten Wohnungen herumschlagen, die sie selber wieder putzen und renovieren dürfen. Nach Abzug der Verluste aus Vermietung und Verpachtung sowie Zinsen für Darlehen bleiben nur Schulden übrig. Da lege ich doch lieber mein Geld für 0,05 %Zinsen bei der Sparkasse an und werde nicht nachts angrufen, dass der Wasserhahn tropft.
Warum investiert denn niemand mehr in bezahlbaren Wohnraum??? Wenn man sich mit Vermietung angeblich eine goldene Nase verdienen kann, sollten gerade unsere Abgeordneten mit Topgehältern mit leuchtendem Beispiel vorangehen und bezahlbaren Wohnraum selber schaffen!
Ich kenne keinen der sich das antut.

Auch ich habe mich von 2 Objekten getrennt und schlafe jetzt nachts wieder ohne einen kräftigen Schluck Baldrian aus der Pulle. Welche Art von Mietern mich zu diesem Schritt bewegt haben, wage ich ich hier nicht auszuführen, sonst Kommentar abgelehnt. Ein Teil der Ausstattung entsprach anscheinend nicht Vorstellungen der Neumieter aus aller Herren Länder, man hat sie einfach abmontiert. Mit Kritik muss man auch vorsichtig sein sonst droht die rechte Ecke. Zum Glück habe ich den größten Teil meines Lebens in einem besseren Land verbracht, sozusagen die Gnade einer frühen Geburt ;-) frei nach Ex Kanzler Kohl.

... Sie heulen, weil nix übrig bleibt ausser Schulden u. andere weil sie nix besseres o. günstigeres finden.

Da ist doch der Interessenkonflikt schon vorprogrammiert.

Am Ende wird die Miete so teuer, das Mieter "gezwungen" sind sich im schlimmsten Fall mit einer neuen Bleibe zu verschlechtern.

"Bezahlbarer Wohnraum" ist unternehmerisch unrentabel, weil die Rendite bei teuren u. Luxuswohnungen höher ist. Ganz simpel. Ist über all so. Jeder Verkäufer will einem das teuerste u. nicht das billigste verkaufen.

Dem kann ich nur zustimmen. Nach Abzug von Steuer, Instandhaltung und Aufwand lohnt sich vermieten nicht. Dazu kommt das Risiko das Mieter einfach nicht zahlen. Ehrlich gesagt, sogar 0.5 Zinsen sind besser. Schuld sind nicht Mieter oder Vermieter sonder der Staat mit seinen Angaben , Regularien U.s.w.

ingrid Dietz | So, 13. August 2017 - 10:14

Auch in der BRD gibt es immer mehr Obdachlose, die sich noch nicht einmal ein kl. Zimmerchen leisten können.
Auch in der BRD gibt es immer mehr Menschen, die an Heizung, Licht und sogar an Lebensmittel sparen müssen.
Auch in der BRD gibt es immer mehr arme Menschen, die Flaschen sammeln und sich bei der Tafel wegen Lebensmittel anstellen müssen.

"Soziale Gerechtigkeit" und "Wohlstand für alle"
diese politisch abgedroschenen Floskeln gelten wohl nur für andere ?!

Roswitha Schaffgans | Mo, 14. August 2017 - 11:43

In reply to by ingrid Dietz

ja, das registriert Frau Merkel einfach nicht.

Wir sind ja nur die die schon länger hier wohnen...
aber... diejenigen die die ganze Chance bezahlen müssen.

Danke Frau Merkel, CDU wird wohl nie mehr ein Kreuzchen bekommen, genau so wenig wie die andere Altparteien.
Hilfe ja, aber so viel wie nötig, es gibt genug Arme im eigenen Land!

Dr. Jürgen Herrmann | So, 13. August 2017 - 10:46

Generelle Wohnungsnot in Deutschland? Das kann ich nicht feststellen! In vielen Städten im Ruhrgebiet kann man gute Wohnungen in zentraler, auch ruhiger Lage, für Kaltmieten ab 5€/qm bekommen. Bei der Warmmiete sieht es oft anderes aus, hier schlagen die Städte und Versorger oft erbarmungslos zu und verlassen sich darauf, dass die steigenden Gesamtmieten von den Mietern und deren Verbänden den bösen Vermietern zu Lasten gelegt werden.
Die Vermieter versuchen aber nichts anderes, als die auf sie abgewälzten Kosten an die Mieter weiterzugeben. Was in vielen Städten in NRW, wo es wegen "alter Mietverträge" oft noch nicht einmal gelingt, die von den Mietern verursachten Kosten für Heizung und Wasser von denselben einzufordern. Gerechtigkeit für Mieter und Vermieter in Deutschland? Wohl eher nicht!

Michael Friedrich | Mo, 14. August 2017 - 13:05

In reply to by Dr. Jürgen Herrmann

Herr Dr. Herrmann Sie haben natürlich recht, dass es sicherlich auch viele Regionen in Deutschland gibt, wo niedrige Mieten und viel freier Wohnraum das Bild bestimmen.

Hier zeigt sich dann das Problem, dass es dort nur wenige Arbeitsplätze - häufig im Niedriglohnbereich - gibt. Es bringt ja nichts in das Ruhrgebiet oder die Uckermark zu ziehen um dann arbeitslos zu sein oder für etwas über den Mindestlohn zu arbeiten. Die wenig gutbezahlten Stellen reißen da nichs mehr raus.

Die stark steigenden Nebenkosten des Wohnens sind in der Tat ein Problem für Vemieter und Mieter. Verursacht häufig durch die (schlechte) Politik.

Ich habe großen Respekt vor Menschen (Vermieter) die Wohnraum anderen Personen zu fairen Mieten zur Verfügung stellen. Danke!

Larissa Tscherkow | So, 13. August 2017 - 10:53

Starke Wohnungsnot ist eine notwendige Folge der propagierten Einwanderungsgesellschaft.

Denn in der echten Welt, die keine linke Utopie ist, richten sich Preise nach Angebot und Nachfrage.

Und dies nicht nur auf dem Wohnungsmarkt, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt!

Starke Einwanderung bedeutet: Der Preis für Wohnungen steigt. Und der Preis für Arbeit fällt.

Profitieren tun in einer Einwanderungsgesellschaft immer nur die Menschen, die Wohnung und Arbeit anbieten! Also die reichere Hälfte der Gesellschaft.

Insofern ist es verständlich, dass sich Teile der CDU starke Einwanderung wünschen.

Das Linke mehr Einwanderung wünschen, obwohl sie die Armen vertreten sollen, ist unverständlich und Grund für ihren sinkenden Einfluss.

Denn wer Wohnung oder Arbeit nachfragt, kann 2017 keine linke Parteien wählen.

Genausowenig wie Menschen die zwar Wohnung und Arbeit haben, aber an Arme denken, noch linke Parteien wählen können. Überall in Europa!

... Und der Preis für Arbeit fällt."

Exakt beschrieben u. ihre Schlussfolgerung daraus, wer die Gewinner der Zuwanderung sind.

Den Wohnungsmarkt hat Merkel mit ihrem Rückzug aus dem sozialen Wohnungsbau schon lange sich selbst überlassen. Hier überlagern sich jetzt das knappe Angebot plus die Zuwanderung. Markus Söder sagte bereits letztes Jahr, das die Verteilungskämpfe unten statt finden. Recht hat er. Und die Politik schaut zu.

Fazit: Der Wähler sollte sich gut überlegen, wen er im September wählt.

Ralf Altmeister | So, 13. August 2017 - 11:09

Bei Frau Bergk habe ich immer den Eindruck, es soll Melancholie und Endzeitstimmung beim Leser erzeugt werden. Es fehlt die Tiefgründigkeit.
Dabei sind die Ursachen für die Wohnungsknappheit recht schnell gefunden. Sie liegen in dem weitgehend planwirtschaftlichen System der Immobilienwirtschaft mit teueren Auflagen zum Umweltschutz und der Wärmedämmung sowie einer gesetzlich verankerten Asymmetrie zwischen Vermieter und Mieter zugunsten des Mieters.
Dies sind alles keine ausreichenden Anreize für Investoren, auf eine Wohnungswirtschaft zu setzen, die unterdurchschnittliche oder mittlere Einkommen bedient.
Es ist wie im Sozialismus. Je mehr das Soziale im Mittelpunkt der Politik steht und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft vernachlässigt wird, desto geringer sind mittel- und langfristig die sozial möglichen Leistungen.
Wenn dann noch Migration in Größenordnungen hinzu kommt ist die Misere perfekt.

... stimmt, Herr Altmeister!

Wenn Deutschland mehr Zugang als Abgang an Einwohner hat aber das Wohnungsangebot konstant bleibt dann ist die Wohnungsknappheit ganz simpel erklärt.

Angeblich fehlen pro Jahr ca. 400 000 neue Wohnungen. D. h. im Umkehrschluss, das die Nachfrage das Angebot übertrifft u. damit steigen die Preise, wie man auch sehen kann. Besser kann es nicht laufen für die Immobilienwirtschaft.

Meiner Ansicht nach wollen private Investoren keinen gemeinnützigen Wohnungsbau, für untere u. mittlere Einkommen, voranbringen da die Profitmarge zu gering ist. Irgendwie nachvollziehbar.

Claudia Martin | So, 13. August 2017 - 11:37

ihr Artikel beschreibt nur einen (kleinen) Ausschnitt der Wohnverhältnisse in D. Daher kann von einer landesweiten Suche nicht die Rede sein. Auch wird in D der Platz nicht knapp. Es gab schon immer hohe Preise in gewissen Regionen. Natürlich gehört da München dazu. Angebot und Nachfrage eben. Von den Preisen die sie in ihrem Artikel beschreiben, kann ich noch nicht mal träumen. Da würde ich sofort verkaufen. Da sie aber insbesondere die hohen Mietpreise erwähnen, sollten sie bedenken, dass D im internationalen Vergleich eine sehr geringe Eigentumsquote hat. D ist Mieterland. Durch die Bevölkerungszunahme in bereits bestehenden Ballungsräumen steigt die Nachfrage und damit der Preis. Da man für D aber eigentlich eine abnehmende Einwohnerzahl prognostiziert, werden die Preise fallen. Und zwar sehr stark. Diese Entwicklung gibt es bereits in vielen ländlichen Regionen. Also: raus aufs Land. Dann werden die Mieten in den Städten auch wieder fallen.

Frank Goller | Mo, 14. August 2017 - 10:58

In reply to by Claudia Martin

Und wie komme ich dann mit meinem Diesel in die Stadt, zum Beispiel von Katzenellenbogen. ÖNV Fehlanzeige ! Geld für ein Neufahrzeug habe ich nicht, beispielhaft gemeint.

Michael Friedrich | Mo, 14. August 2017 - 13:32

In reply to by Claudia Martin

"Da man für D aber eigentlich eine abnehmende Einwohnerzahl prognostiziert, werden die Preise fallen."

Sehr geehrte Frau Martin, die aktuelle Ausrichtung fast aller Parteien und die Wirtschaft werden es nicht zu lassen, dass die Bevölkerung Deutschlands spürbar sinkt. Stichwort: Arbeitskräftereserve. Alleine zwischen 1990 und 2015 ist die Bevölkerung um fast 3 Mio. gestiegen. Hauptsächlich durch Zuwanderung in die Ballungsräume - also dort wo Arbeitsplätze sind.

Solange die Zuwanderung aus Afrika/Asien anhält und es innerhalb der EU wirtschaftliche sehr schwache Staaten mit viel Jugendarbeitslosigkeit gibt wird der Zuzug nach Deutschland die Sterbefälle deutlich kompensieren obwohl wir jetzt schon eines der dicht besiedelsten Länder sind.

"Also: raus aufs Land": D.h. Wohnen wo Arbeitsplätzen sind nur noch für Erben und Reiche? Alternativ täglich 90 Minuten einfach Strecke pendeln oder max. Halbtagsjob als Hausmeister in der Altersresidenz auf den Dorf zum Mindestlohn?

Torsten Knecht | So, 13. August 2017 - 14:27

... ist in D. (im Vgl. zum armen Europa) am niedrigsten. Und der Niedriglohnsektor dafür am größten.

Der private Wohnungsmarkt kann bei knappen Angebot nicht alle sozialen Einkommens-schichten bedienen. Wohin das führt, sehen wir mit der Gentrifizierung in den Großstädten. Wenn man Glück hat, stellt die Stadt Wohncontainer (für Studenten) auf.

Hauptsache den Unternehmen geht es gut! Der Wohnungs - u. Immobilienwirtschaft mit Sicherheit, danke Frau Merkel, so kenne ich Sie! Nur weiter so!

Rainer Hoenig | So, 13. August 2017 - 15:47

Realistische Wohnungsmarktbeschreibung des Deutschland, in dem wir gut und gerne leben !
Und damit es noch gemütlicher wird, können wir weitere unbegrenzte Zuwanderung sehr gut gebrauchen.

Burkhard Hennecke | So, 13. August 2017 - 16:04

In einem Deutschland,wo sich schon länger hier Lebende tagtäglich das Leben neu aushandeln zu haben,und das aber gut und gerne.

helmut armbruster | So, 13. August 2017 - 17:35

die Bilanzsumme der EZB ist von 2010 bis 2017 von 2 Billionen auf 4 Billionen gestiegen. Eine Verdoppelung in nur 7 Jahren. Es ist also vielmehr Geld im Umlauf als 2010.
Obwohl wir angeblich fast keine Geldentwertung haben - wenn man Politik und Wirtschaftjournalismus glauben will - stimmt das für Immobilien nicht.
Die Politik ist an dieser Entwicklung auch nicht unschuldig. Denn die überzogene Staatsverschuldung geht ungebremst weiter.
In einem solchen Umfeld steigen dann eben auch die Immobilienpreise.

Immobilien sind eine der "Anlageklassen" wo die Inflation am deutlichsten ist. Klar schlägt sich das nicht im Preis von Butter und Brot nieder ...

Die EZB schiebt mit dem billigen, praktisch geschenkten Geld - natürlich nur für institutionelle und Großanleger und nicht für die Mittelklasse - das Karussell an, die Immobilienpreise steigen und die Politik lügt uns vor, dass das den Mieter ja nicht beträfe ... tja, ein paar Jahre später wird langsam klar, dass ein verdoppelter Preis pro qm Immobilie wohl doch irgendwann die Mieten hinauftreiben wird ...

die ein Grundbedürfnis des Menschen befriedigen. Umso schlimmer, dass Politiker Wohnraum aus öffentlichem Besitz an "Heuschrecken" verramscht haben, welche dann dank Draghis Minizinsen lachend zugreifen konnten. Die Enteignung des Mittelstandes läuft auf Hochtouren, ist aber gewiss noch zu steigern. Wir werden es erleben.

Dimitri Gales | So, 13. August 2017 - 20:50

den Deutschen ginge es noch nie so gut wie jetzt; alles ist also in Ordnung, Dank Merkel-Regierung.
Gebaut wird genug, nur gibt das dann Mietwohnungen, die ein Normalverdiener nicht bezahlen kann, es sei denn er wendet einen überwiegenden Teil seines Einkommens für den Mietzins auf und lebt auf Sozialhilfeniveau - und die steigenden Nebenkosten nicht vergessen. Oder er zieht in weniger attraktive Gegenden, wazu immer mehr Familien gezwungen sind und weite Fahrten zum Arbeitsplatz in Kauf nehmen müssen. Die Patentlösung lautet tatsächlich: eine Erbschaft, möglichst ohne Hypotheken. Ein materiell sorgloses Leben scheint heutzutage nur noch durch Erbschaften möglich zu sein.

Michael Friedrich | Mo, 14. August 2017 - 12:44

In reply to by Dimitri Gales

Angela Merkel hat mit ihrer Aussage, dass es den Deutschen "noch nie so gut ging wie jetzt" ja auch vollkommen recht. Leider hat sie vergessen zu erwähnen, welche Deutsche (Personenkreis) sie damit meint. Die wirklich reichen Deutschen :-)

Genau wie damals Norbert Blüm bezgl. der Renten. Die sind sicher. Für die Beamten.

Torsten Knecht | Mo, 14. August 2017 - 13:36

In reply to by Dimitri Gales

... das es der Wirtschaft noch nie so gut ginge u. nicht den Deutschen an sich.

Der Osten kennt die Patentlösung für bezahlbares Wohnen und das sind Wohnbaugenossenschaften. Die Mieter sind Miteigentümer u. die Mieten bleiben konstant. Nachteil: oft Plattenwohnung (kaum E-Häuser).

Viele Ostler wollen natürlich auch Eigenheim. Da die Löhne (u. Erbschaften) im Osten aber eher niedrig sind, bleibt das nur wenigen vergönnt. Im Osten leben deshalb mehr als im Westen zur Miete.

Thorsten Rosché | So, 13. August 2017 - 21:54

In einem Land in dem wir gut und gerne leben...........

Joachim Leitner | So, 13. August 2017 - 23:31

Die D-Mark hatte durch künstliche Inflation seit 1945 etwa 75% ihres Wertes verloren. Der Euro seit 1999 etwa 21%. Klar dass die Preise auch für Immobilien steigen. Lediglich der technische Fortschritt konnte dem entgegen wirken. Und wenn man noch für ineffiziente Energiewenden, Gleichstellungsbeauftrage, öffentlich-rechtlichen Fußball, unnötig viele Arbeitslose wegen Mindestlohn, zu viel Bürokratie und Flüchtlingshilfe bezahlen muss, können wir froh sein, überhaupt noch Geld zu haben. Make Capitalism Great Again!

Peter Wagner | Mo, 14. August 2017 - 01:10

Wohnungsnot lässt sich am effektivsten schaffen, durch die Aufnahme von Millionen Menschen in kürzester Zeit!

Constantin Bögner | Mo, 14. August 2017 - 08:07

wenn 1000e Zuwanderer beginnen, für sich und ihre Familien Wohnungen zu suchen, natürlich in Ballungsgebieten, weil nur dort auch Arbeitsplätze zu finden sind. Und treffen wird es (wie auch bei den Arbeitsplätzen) in den meisten Fällen die einfache Bevölkerungsschicht, der Druck auf die 2-3-Zimmerwohnungen um unter 1000 Euro Warmmiete wird sich noch viel mehr erhöhen. Schuld daran ist sicherlich auch eine völlig missratene Wohnungsbaupolitik der jeweiligen Regierung. Investoren sind nun einmal nur dann interessiert an einem Investment, wenn auch eine vernünftige Verdienstspanne winkt. Das wurde durch die Abschaffung diverser steuerlicher Abschreibungsmöglichkeiten erfolgreich boykottiert. Und dazu auch noch die mehr als mieterfreundliche Gesetzgebung. Als Vermieter ist man vor Gericht oftmals völlig vogelfrei, selbst wenn der gesunde Menschenverstand über einige Urteile fassungslos den Kopf schüttelt. Wir stehen aus meiner Sicht leider erst am Anfang eines sozialen Dramas.

Karl Kuhn | Mo, 14. August 2017 - 09:15

Seine Brisanz bekommt das Thema Wohnkosten durch mindestens zwei andere Trends. Zum einen entstehen neue Arbeitsplätze fast nur in den Zentren der städtischen Ballungsräume. Die Chefs wollen ja standesgemäß residieren. Außerdem wird nun auch noch damit gedroht, das günstige Autofahren teurer oder gar unmöglich zu machen. Da diejenigen, die heute mit dem Auto pendeln, dies fast immer tun, weil keine zeitgünstige Nahverkehrsvariante zur Verfügung steht, werden auf diese Weise immer mehr Haushalte zum Umzug in die Städte gezwungen.

Vollkommen richtig Herr Kuhn. Ich bin selbst in so einer Situation.

Gegensteuerung durch sinnvolle politische Maßnahmen: nicht vorhanden und nicht geplant.
Das ist ein weiteres Beispiel dafür, wie sich die (Volks-) Parteien und Geschäftsführer (bzw. Aktionäre) von ihren Bürgern und Arbeitnehmern entfernt haben.

Die o.g. Personenkreise hören nicht mal zu, wenn man die Problematik anspricht. Alles abgewälzt mit: "Selbstverantwortung übernehmen". Würden bestimmt viele Bürger tun, wenn die Nettogehälter durch richtige Gehaltserhöhungen sowie Abgaben-/Steuersenkungen auf Arbeitsvergütungen den finanziellen Freiraum lassen würden.

Dazu fallen mir folgende provokative Schlagwörter ein: Akademisches Proletariat, Wanderarbeiter und Lohnsklave.

Fred Anton | Mo, 14. August 2017 - 09:48

Man merkt, dass die Autorin Schriftstellerin ist. Sie schildert in farbigen Bildern und mit vielen Metaphern eine Wohnungssituation, die sich so nur in äußerst nachgefragten Stadtteilen in Großstädten finden lässt.
In vielen Städten Ostdeutschlands stehen Wohnungen leer. In Kleinstädten ist es überhaupt keine Schwierigkeit, ein günstiges Haus oder eine günstige Wohnung zu finden. Und auch in den Großstädten wie zum Beispiel Hamburg gibt es so genannte unterbewertete Stadtteile. In diesen lebt es sich gut, wie zum Beispiel in Lohbrügge, Bramfeld, Hamm. Hier findet man Wohnungen für sechs Euro pro Quadratmeter und Eigentumswohnungen für 2500 € pro Quadratmeter. Man muss ich nur einmal davon lösen, im nachgefragten Harvestehude eine sozial Wohnung für sechs Euro pro qm mieten zu können.

Michael Friedrich | Mo, 14. August 2017 - 11:18

Ein ehrlicher Artikel, der die aktuelle Wohnsituation für die meisten Menschen gut beschreibt.

Ich – 32 Jahre alt – habe aufgrund von Berufsausbildung, Bachelor- /Masterstudium, Praktika und nun seit einigen Jahren voller Berufstätigkeit in den Städten Frankfurt/Main, München, Berlin, Hamburg und Stuttgart gewohnt. Also die Städte mit den höchsten Mieten. Ich habe mich jedoch nicht mit Absicht auf diese teuren Städte konzentriert. Es blieb nichts anderes übrig. Da die Wirtschaft und Politik den ländlichen Raum und hier insbesondere die neuen Bundesländer bzgl. Wirtschaftsförderung (Arbeitsplatzerhalt/-aufbau) und Infrastruktur fast vollständig ignoriert müssen die Menschen, insbesondere (junge) Akademiker dort hinziehen wo sie Arbeit finden. Und das sind die Metropolregionen/ Großstädte. Es gibt wahrlich besseres als in überfüllten, lauten, dreckigen und anonymen Großstädten zu leben.

Winfried Sautter | Di, 15. August 2017 - 14:37

In reply to by Michael Friedrich

Hallo Herr Friedrich,

Ihre Berufs- und Wohnbiographie soll wohl so etwas wie das Who-is-who der Wirtschaft andeuten. Wahrscheinlich alles internationale Grosskonzerne oder ähnliches. In Wolfsburg (mit Ablegern niedersachsenweit), Walldorf, Friedrichshafen, oder Herzogenaurach wären aber auch Global Player zu finden. Man kann aber auch andere (mittelständische) Arbeitgeber finden, solche , die bewusst in der Provinz bleiben, aber zu den "Hidden Champions" zählen. Und bei denen es sich meist gut leben und arbeiten lässt. So weit geht die Jobsuche dann aber bei den meist doch nicht. Und sich un-hippe Namen, die keiner kennt, in die Biographie zu schreiben, ist auch frustrierend.

Michael Friedrich | Mo, 14. August 2017 - 11:19

Abgesehen davon, dass die Mieten (mit NK) einen signifikanten Anteil des Nettoeinkommens aufzehren ist es zusätzlich deprimierend zu wissen, dass man dafür eine schlechte Wohnung in schlechter Lage erhält. Mein Bad wurde wahrscheinlich zur Kuba-Krise letztmalig gefliest.

Trotz bester Ausbildung und im vgl. zum Durchschnitt hohen Einkommen wäre es mir selbst mit einer Partnerin mit ähnlichen Einkommen nicht möglich innerhalb der nächsten 10 Jahre ausreichend (nur!) das Eigenkapital für Wohneigentum aufzubauen. Von Abbezahlen bis zur Rente ist gar nicht die Rede. Die Immobilienpreise und Kosten des täglichen Lebens sind einfach zu hoch. Für mich. Mein Hauptproblem: Ich habe kein (großes) Erbe zu erwarten! Und selbst wenn, soll ich darauf warten dass meine Eltern endlich sterben nur damit ich nicht mehr in einem „Loch“ leben muss? Das ist also die sog. Leistungsgesellschaft in einer „marktkonformen Demokratie“ im 21. Jahrhundert!?!

Michael Friedrich | Mo, 14. August 2017 - 11:20

Keine Partei nimmt diese Problematik wirklich ernst – und selbst wenn gäbe es wahrscheinlich nun auch keine mittelfristigen Lösungen hierfür mehr. Das Kind ist in den Brunnen gefallen. In erster Linie durch schlechte Politik (EZB-Politik, Massenzuwanderung, falsche Wirtschaftsförderung, keinen sozialen Wohnungsbau, hohe Steuern/Abgaben auf Gehalt und privaten Immobilienkauf, teure & umweltschädliche Bauvorschriften wie ENEV (ja!) usw.)
Ein Recht auf abbezahltes Wohneigentum bis Renteneintritt für alle Bürger, dies sowas wünschen wäre mal ein provokatives und diskussionswürdiges Wahlkampfthema – insbesondere für die sog. „linken“ Parteien in Deutschland.

An Geld kann es nicht liegen! Dafür wird in den letzten Jahren extrem viel für alles Mögliche ausgegeben.

Torsten Knecht | Mo, 14. August 2017 - 12:57

In reply to by Michael Friedrich

... danke für den ausführlichen Kommentar.

Ihre Sichtweise bestätigt meine Erfahrungen u. die meiner Bekannten.

Es überlagern sich mehrere "Probleme" die sich im Wohnungsmarkt widerspiegeln:

1) M. Rückzug aus dem sozialen Wohnungsbau
2) F&M bewirken Verknappung auf dem W-markt
3) Gentrifizierung
4) Landflucht u. begrenzte Baufläche in den Städten
5) Nullzinspolitik u. damit kein Ansparen von Eigenkapital
6) Mietpreiserhöhung durch "M-preisbremse"
7) mehr Single als damals aber wenig Singlewohnung am Markt
8) der Markt kann die eink.-schwachen Bev-schicht nicht "bedienen" ergo Versagen in der Sozial- u. Familienpolitik
9) höhere Marktpreise für Wohnimmobilien als vor ... Jahren
10) höhere Grundstücksteuer als vor ... Jahren
usw. ....

ok, bringt sie jetzt auch nicht weiter. Auch nicht, das D. den geringsten Anteil an privaten Wohneigentum in der EU hat. Was wiederum zum größten Niedriglohnsektor passt.

Hallo Herr Knecht, vielen Dank für Ihre Antwort. Ihre Anmerkungen kann ich voll unterschreiben.

Zu Ihrem Punkt (7) wäre noch zu ergänzen, dass die Partnersuche durch die hohen räumlichen Flexbilitätsanforderungen am deutschen Arbeitsmarkt generell zusätzlich erschwert wird - daher mehr Singlewohnungen.

Auch wenn die Parteien das Problem bisher nicht lösungsorientiert annehmen oder gerade deshalb ist es wichtig das die Betroffenen (Mieter/Arbeitnehmer) dieses Thema immer wieder ansprechen und wenn möglich öffentlich diskutieren - in der Hoffnung das sich positive Veränderungen ergeben.

Eigentlich kaum zu glauben, das Wohnungssuche in Deutschland im Jahr 2017 - ohne Kriege oder sonstige Krisen - ein wirklich Problem darstellt.

Bernhard Jasper | Mo, 14. August 2017 - 11:42

Fakt ist, Deutschland hat die niedrichste Eigentumsquote in ganz Europa. Wohnungsnot und Verkehrssteuerung - ein Sinnbild deutscher Freiheit. Sie stoppen jegliche Lebensplanung und Entwicklung, wenn das nötige Eigenkapital fehlt. Und niemals hat der Reichtum der Bewegungsmittel in einem größeren Missverhältnis zur Armut an bezahlbarem Wohnraum gestanden. Und dann die deutsche Bürokratie sowie die Bauvorschriften mit ihren Verboten, Geboten und Vorschriften, die jede Entwicklung verhindern. Und ebenso können Flächennutzungspläne und Bebauungspläne eine Strafe sein, denn so viel Unbehaustheit wie heute gab es noch nie. Kinder sind jedoch wichtiger als das Verlegen von Kanalrohrstränge.

Die Nachfrage nach Wohneigentum treibt auch die Preise in China. Junge Familien werden hier in Deutschland kaum mehr Kredite bekommen, denn die Angst der Banken vor der nächsten Blase ist groß. Ein Teufelskreis.

Die Politik sollte endlich handeln!

Wolfgang Tröbner | Mo, 14. August 2017 - 11:44

Da mögen Sie, lb. Frau Bergk, wohl recht haben. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum einige Parteien wie Linke, Grüne und SPD (und demnächst wohl auch Merkel´s CDU) noch mehr diesem Kuchen abhaben wollen. Besser kann man die sogen. Ungerechtigkeit im Land nicht beseitigen. Zum Schluss haben dann alle nichts.

Grundsätzlich: Es ist eine Unding, dass Wohneingentum und somit Vermögensaufbau nur noch durch Erbschaft möglich ist. Das widerspricht dem Leistungsgedanken und somit auch einem Grundpfeiler der Sozialen Marktwirtschaft.

Die Politik kann bei der Unterschicht und unteren Mittelschicht insbesondere durch Lohnstagnation und Agenda2010 nichts mehr holen. Jetzt muss halt die obere Mittelschicht, welche durch harte Arbeit und/oder Glück zu bescheidenen Wohlstand (Haus) gekommen ist per Erbschaftssteuer zahlen. An die Oberschicht kommt man nicht (mehr) ran (Geld im Ausland, Steuersparmodelle etc.) oder will man nicht ran (Klụ̈ngel). Die Reichen sind viel zu schlau.

Das schlimme sind ja nicht nur mehr und höhere Steuern, sondern dass das Steuergeld dann nicht mal "sozial gerechter" an die Bevölkerung zurück fließt. Es versickert im Beamtenfilz, sinnlosen Integrationsprojekten, Gender-Wissenschaften, verkorksten Prestigsymbolen des Staates (BER, Einheitssymbol etc.) und "EU-Projekten".

Wolfgang Tröbner | Di, 15. August 2017 - 13:41

In reply to by Michael Friedrich

Wir zahlen immer mehr und immer höhere Steuern, die dann aber leider nicht für die Bevölkerung (d.h. die "schon länger Hierlebenden") verwendet werden. Und wenn ja, dann eben nicht sozial gerecht, wie Sie richtig bemerken. Was also macht der Staat mit den rasant steigenden Steuereinnahmen? Weshalb ist das Schulsystem so marode, weshalb müssen sich Rentner teilweise mit sehr, sehr kleinen Renten begnügen, weshalb ist die Infrastruktur in einem solchen desaströsen Zustand und weshalb sind so viele Kommunen pleite? Und das alles trotz Rekordsteuereinnahmen! Da wir ja kurz vor einer entscheidenden Wahl stehen, wäre von den für diese Zustände verantwortlichen Parteien (nicht nur von CDU und SPD, sondern auch den im Bundestag vertretenen Oppositionsparteien) zu erwarten, dass sie Rechenschaft über den Umgang mit unseren Steuerabgaben ablegen. Warum tun sie das nicht, sondern fordern neue Steuern?

Bernhard Jasper | Mo, 14. August 2017 - 12:38

Wenn Politik darin besteht, durch neue Richtlinien (EU-verschärfte Regeln für die Kreditvergabe) Immobilienblasen zu verhindern, weil Preise explodieren (die natürlich nie den wirklichen Wert der Bausubstanz widerspiegelt), wird es in Zukunft für Familien mit Kindern mit mittlerem Einkommen schwer werden. Die Jungen verlassen ja oft die ländlichen Regionen, durchwandern die Großstädte, auf der Suche nach Zukunft. Auch zeigen frühmorgens simulierte Verkehrsströme die Pendlerbewegungen in Deutschland zwischen Stadt und Land. Wohnungsnot und Verkehrssteuerung, ein Sinnbild für den Wandel unserer Zeit. Ein neues Nomadentum ist entstanden. Bestimmte Ideologen hören jedoch nicht auf (siehe E-Mobilität und Häuser-Wärmedämmungs-Wahn) es den Bürgern im Wandel der Zeit noch schwerer zu machen.

Schauen sie sich den sogenannten Wahlkampf an- völlig am wirklichen Leben vorbei.

Liebe Politik handeln sie endlich.

Bernhard Jasper | Mo, 14. August 2017 - 12:58

In den 70er- 80er Jahre, entdeckte man die traditionelle Stadt neu und befasste sich von daher auch mit „Stadträumen“, im Gegensatz zur „Raum-Stadt“ der städtebaulichen Moderne. Stadtwohnungen erschienen wieder akzeptabel, Räume wurden vom Verkehr befreit, Fassaden schöngemacht.

Heute wird diese Entwicklung dem Markt-Wettbewerb überlassen. Bisher gab es noch mobilisierbare Gebietsreserven für den Wohnungsbau. Es müssen neue Flächen ausgewiesen werden. Ein haushälterischer Umgang mit Flächen kann sozial gefährlich werden, denn Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Und Städtewachstum ist heute nicht mehr nur die biologische Vermehrung der Stadtbevölkerung, sondern auch die Wanderungsbewegungen. Das künstlich getriebene Kostenniveau (eine gefährliche Tendenz) muss mit Gebietsreserven gegengesteuert werden. Bauen ist in Deutschland auch viel zu teuer. Und fragen sie auch einmal nach dem Berufsbild des Städteplaners- oft ein willfähriger bürokratischer Gehilfe der Politik.

Susanne Dorn | Mo, 14. August 2017 - 13:47

...das Sie hier aufgreifen, Frau Bergk. Es kann nicht sein sein, dass Familien schon Kredite aufnehmen müssen, um ihre Mietkosten zu finanzieren. In Großstädten wurden staatliche Grundstücke an Investoren verkauft, die dieses Land so lange brach liegen lassen, bis sich der Verkauf richtig lohnt.

Auch in ländlichen Gebieten werden bevorzugt Eigenheime gebaut. Normal erschwingliche Wohnungen gibt es auch hier nicht.

Und zu Ihrer Anmerkung „bald gibt es nur noch Sozialbauwohnungen und Luxuslofts“
kann ich Ihnen aufgrund langjähriger Recherchen in diesem Bereich folgendes mitteilen:

Susanne Dorn | Mo, 14. August 2017 - 13:51

Es gibt keine freien Sozialwohnungen in Deutschland. Der Bestand deckt nicht im geringsten die Bedürfnisse der sozial schwächeren deutschen Bürgerinnen und Bürger. Laut Statistik werden 54% der derzeit vorhandenen Sozialwohnungen von Beamten und besser verdienenden bewohnt: Michael Voigtländer, Immobilienökonom beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. "Der Missbrauch ist systemimmanent, weil Kontrollen politisch nicht gewollt sind." Und nur 46% stehen Sozialhilfeempfängern zur Verfügung, weshalb die Mehrzahl dieser Bürger auf dem freien Wohnungsmarkt teuere Wohnungen anmieten muss, um die Obdachlosigkeit zu vermeiden. Fakt ist, dass bei Anmietung dieser teueren Wohnungen, die Sozialämter sofort Sanktionen verhängen in Form von Leistungskürzungen von bis zu Euro 200,-- im Monat. Und die Nebenkostenzulagen wurden ebenfalls komplett gestrichen.

Politiker sind nicht interessiert, daran irgend etwas zu ändern! Es ist ein Trauerspiel für alle Wohnungssuchenden in diesem Land.

Andreas Ulbrich | Mo, 14. August 2017 - 14:31

Größer wird die Schere zwischen Ost und West, denn die Ostedeutschen konnten in den goldenen Jahren der BRD kein Vermögen aufbauen.
Hinzu kommt, dass auch im Weste viele Familien kein Wohneigentum aufgebaut haben, weil sie der stabilen D-Mark und den sicheren Renten vertrauten. Jetzt werden sie von Griechen und Italienern, die alle, auch die Ärmsten, Wohneigentum haben, enteignet. Und sie werden diesem Politik mit ihrem Votum am 24.9. zum mindestens 80% bestätigen. Da gab es von Brecht mal einen Spruch mit jungen Rindern.

Michael Friedrich | Mo, 14. August 2017 - 17:53

In reply to by Andreas Ulbrich

"Und sie werden diesem Politik mit ihrem Votum am 24.9. zum mindestens 80% bestätigen."

Das stimmt. Das ist schlimm. Ich frage mich nur wieso die Wähler so entscheiden?

Jakob Luttermann | Mo, 21. August 2017 - 01:37

In reply to by Michael Friedrich

Nun, lieber Herr Frierich, vielleicht einfach deshalb, weil Ihre Analyse nicht stimmt?
Die Wohnungsmieten sind nicht "zu" hoch.
Keine Wohnung in den Ballungsgebieten steht wegen unverschämt hoher Mietforderungen leer. Angebot und Nachfrage haben sich gefunden.
Offenbar gibt es genug Menschen, die sich eine Wohnung leisten können.

Thomas Kuhn | Mo, 14. August 2017 - 15:33

Ich stelle fest das Bewohner beliebter Stadtviertel nicht bereit sind, ihre eigene Einkommenssituation auf die Ihre eignen Wohnlagewünsch anzupassen, sondern hierzu einen Ausgleich durch die Allgemeinheit begehren.
"Stadt für Alle "
In Deutschland gibt es Wohnungen genug. Sie stehen leider nicht alle in den Ballungsgebieten und in deren beliebten Lagen. Wir werden Wohnungen den Menschen nicht vor die Füße bauen können !
Daher ist die Bereitschaft der Mieter zu längeren Wegen, gekoppelt mit höheren Investitionen in den ÖPNV durch die Öffentliche Hand, das einzige erfolgversprechende Mittel.
Sozialer Wohnungsbau kann hierzu so gut wie nichts leisten, da er viel zu teuer ist und einen Eingriff in den Markt darstellt der im Ergebnis nur sehr wenige Menschen privilegiert.
In anderen Ländern Europas ist die Eigentumsquote überall höher. Die Menschen sehen sich dort eher als "Selbstversorger". Im Mieterland Deutschland soll der Staat auch das noch "ausgleichen". Freibier!

... ermöglicht es Vermietern eine höhere Gewinnmarge einzufahren als wenn sie ihre Wohnungen vermieten. Gut, es gibt Gesetze dagegen. Blöd nur, wenn sich keiner dran hält u. wo kein Kläger da kein Richter.

Es liegt nicht nur an der Finanzlage, Herr Kuhn, manchmal fehlen die Wohnungen ganz. Bsp. aus einer kleinen, gemütlichen Stadt am Bodensee mit Leuchtturm (gibt ja nur eine auf dt. Gebiet). Da ist der Wohnungsmarkt so gut wie leer gefegt. Nada. Nix. Selbst weiter weg vom Schuss ... erhöhen sich dafür die Lebenshaltungskosten enorm. Also auch kaum finanzierbar. Bei einer dortigen WBG nachgefragt u. als Antwort erhalten das mehrere Hundert Leute auf der Warteliste stehen. OK! Um Flüchtlinge unterzukriegen hat der Landrat darum in der Ortszeitung gebeten, Wohnraum gegen eine F-pauschale plus Miete zur Verfügung zu stellen. Das nenne ich mal Lobbyarbeit. Der normale Wahnsinn im reichsten Bundesland Deutschlands. Grüß Gott Herr Seehofer!

Raimund Zoller | Mo, 14. August 2017 - 16:02

Eben nicht, Herr Kuhn. Das problem liegt ganz woanders. Die Nachfrageseite wird standing geflutet, durch zinsloses Billiggeld und Massenzuwanderung in die Städte. Dagegen stagniert die Angebotseite weitgehend oder wächst nur im Luxussegment. London hat es seit 1993 vorgemacht und Millionäre aus der ganzen Welt angelockt. Die eigene Bevölkerung hat sogar profitiert, da der UK Immomarkt eine sehr hohe Eigentümerquote hat. Mietmarkt gab es kaum. Heute schon. London ist so widerlich verpreist, dass selbst Reiche diese Stadt mittlerweile meiden. Aber was einmal versaut ist, kommt nicht wieder. Betongold ist das Einzige, was Anlegern bleibt, die ihr Vermögen sehen und zeigen wollen. Was nützen Papiere, die es nicht einmal gibt (Buchverwahrung) und die keiner sieht? Der BRD Bürger will zeigen, was er hat. Keine Angst, Russen, Amis, Chinesen sind noch viel schlimmer. Die protzen, dass die Schwarte knackt. Zu meiner Belustigung. Deren Yachten möchte ich nicht geschenkt. Alles Konsumopfer.

... die Angebotsseite ändert sich marginal im Gegenzug steigt die Nachfrage u. schon gibt`s blink blink Dollaräuglein.

Aber ganz ehrlich, lieber Konsumopfer als Mietpreisopfer, Herr Zoller. : )

ich stimme ihnen ja zu, doch eine realistische Lösung will gefunden werden. Das wird nur durch die räumliche Verteilung gehen. Die vor Gerichten anerkannte "1- Stunden-Fahrzeitzone" reicht im Rhein-Main Gebiet für einen Einpendler nach Frankfurt bis nach Aschaffenburg. Das nimmt wohl kaum jemand in Kauf.
Die Lagewünsche sind nun einmal die allererste Priorität beim Wohnen.
Ich selbst, hatte beispielhaft bei nur zwei wohnungsbaufirmen im Rhein-Main Gebiet eine Wohnung für meinen Tochter angefragt .
Ich erhielt innerhalb von 2 Wochen 4 Angebote.
Aber, eben nur in unbeliebten Lagen. Das bleibt das Problem......

Bernhard Jasper | Mo, 14. August 2017 - 16:12

1. Fehlende Planungs- und Genehmigungskapazitäten (langwierige Genehmigungsverfahren, Bearbeitung dauert zu lange)

2. überhöhte Steuern und Preise

3. Verstärkte Binnenwanderung speziell in Hochschul- und Großstädte

4. Vermehrte Ein- und Zweizimmerhaushalte

5. Deutschlandweit fehlen rund 1 Millionen Wohnungen.

Selbst wenn mehr gebaut würde, unter den aktuellen Rahmenbedingungen, entsteht kein bezahlbarer Wohnraum (rechnerisch nicht möglich).

Thomas Kuhn | Di, 15. August 2017 - 14:05

In reply to by Bernhard Jasper

Lieber Herr Jasper, danke für die Auflistung dieser wichtigen Punkte die ich bis auf Punkt 5) unterstreichen würde.
Laut Satista und das Amt für Statistik haben wir in Deutschland ca. 41,7 Millionen Wohnungen, bei 43 Millionen Haushalten ! Die durchschnittliche Haushaltsgröße beträgt 2 Personen. Wenn diese Zahlen auch nur annähernd stimmen, kann es an der Anzahl der Wohnungen also nicht liegen.
Die Lage vieler Wohnungen passt für die Menschen nicht !

Jürgen Althoff | Mo, 14. August 2017 - 16:37

auch bei Würdigung aller bereits im Forum vorgebrachten Argumente und Hinweise, an der Diskussion irritiert, ist die Hintergrundmelodie, dass in diesem Land jeder ein Anrecht darauf zu beanspruchen scheint, an einem von ihm individuell ausgesuchen Ort eine nach seinen Bedürfnissen ausgestattete Wohnung zu einem Preis zu mieten, den er für "bezahlbar" oder "angemessen" hält. Das kann doch gar nicht funktionieren!

Michael Friedrich | Mo, 14. August 2017 - 17:37

In reply to by Jürgen Althoff

Sehr geehrter Herr Althoff,

wie bereits erwähnt, ist es im Hinblick auf die Arbeitsmarktsituation und heutige Anforderungen an die räumliche Flexibilität der Arbeitnehmer selten möglich einen Wohnort konkret selber individuell auszusuchen.

Bezüglich der Definition nach bezahlbaren Wohnraum wird je nach Quelle empfohlen max. 1/4 bis 1/3 des Nettogehaltes für Wohnraum (Miete + NK) auszugeben. Aktuell befinden wir uns in der Situation, dass bei Neumietverträgen in den Städten, wo die Arbeitsplätze sind teilweise(!) bereits 50% des Nettogehaltes für die Wohnung benötigt wird. Wenn eine Wohnung für Menschen nicht mehr "bezahlbar" sein soll, wie soll denn sonst die Miete aufgebracht werden? Durch Kredit?

Bezüglich der Wahl des Wohnortes empfehle ich generell den Artikel 11 GG (Freizügigkeit) zu lesen.

Wenn nicht jede(r) Bürger/Familie ein Anrecht auf bezahlbaren Wohnraum in der Nähe seines Arbeitsplatzes hat um überhaupt arbeiten gehen zu können ist das System schwer gestört.

... ich stimme mit Ihnen in allen Punkten überein.

Bloß wo liegt die Lösung?

Alles dem freien Markt überlassen und warten bis die nächste Blase platzt?

Meiner Meinung nach muss die Politik eine o. mehrere Zielvorgaben definieren, was erreicht werden soll? Weiterhin geringster Anteil an Wohneigentum in D? Mehr Wohnbaugenossenschaften? Nur EFH-Familien-Förderung? Hochhäuser o. EFH auf der Wiese? Flüchtlingshäuser statt Baracken nur für Flüchtlinge ...

Bloß von Merkel kommt nix.

Bei Straßen ist es einfach: kaputt also reparieren o. lassen.

Beim Wohnungsbau kann man das Geld auch nur einmal ausgeben aber profitieren tun im Unterschied zum Straßenbau bzw. Infrastrukturausbau nicht alle gleichermaßen davon.

Torsten Knecht | Mo, 14. August 2017 - 17:45

In reply to by Jürgen Althoff

... kann ich nicht hören.

Ich lese was von Verknappung, Verteuerung ... warum auch immer?

Vor kurzem stand ein Artikel in der Wirtschaftswoche, warum ein Eigenheim unerschwinglich geworden ist. Das war der Aufmacher! Könnte man auch als Neidkampagne bewerten o. einfach erst einmal die Fakten gegenüberstellen u. dann bewerten.

Bernhard Jasper | Mo, 14. August 2017 - 17:19

Herr Althoff, die möglichen Folgen. Brain-Drain (Abwanderung), hoher volkswirtschaftlicher Schaden für das rohstoffarme Deutschland. Oder das Gegenteil davon- Immobilität.

P.S: Übrigens, unsere Nachbarn, die Niederländer ziehen öfter um, kaufen und verkaufen wieder.

"P.S: Übrigens, unsere Nachbarn, die Niederländer ziehen öfter um, kaufen und verkaufen wieder."

Das ist natürlich auch eine Möglichkeit und kann sogar im Hinblick auf verschiedene Lebensphasen (Single/Familienaufbau/Rente) sehr sinnvoll sein. Problematisch sind nur die hohen Kaufnebenkosten wie z.B. die Grunderwerbssteuer von z.T. 6,5% je nach Bundesland und die Notarkosten, welchen empfindlich das begrenzte Kapital angreifen.

Bernhard Jasper | Di, 15. August 2017 - 10:47

Herr Friedrich, diese sogenannten „Nebenkosten“ habe die Holländer nicht in dieser Höhe (z.B. Notarkosten).

Aber lassen Sie mich Frau Bergk für Ihren sehr guter Beitrag aus der Lebenswirklichkeit loben. Wenn es um Verantwortung geht, kennen wir ja alle die Ausreden der politischen Bürokraten.

Der Bund ist nicht zuständig, sondern die Länder. Die Länder sind nicht zuständig, sondern die Kommunen. Die Kommunen sind nicht zuständig, sondern der Bund. Der Bund ist nicht zuständig, sondern die EU. Die EU ist nicht zuständig, sondern die EZB. Die EZB ist nicht zuständig, sondern die Globalisierung.

P.S.: Zeitgleich erleben wir das Geschwafel der politischen Parteien im „Wahlkampf“. Damit kann man übrigens hervorragend von den wirklichen Problemen einer Gesellschaft ablenken.

Christian Ronge | Do, 17. August 2017 - 10:27

Rahmenbedingungen neu setzen:
Mein Vorschlag:
Grundsätzlich verkaufen Gebietskörperschaften keinen Grund und Boden mehr, sondern verpachten Bauland und Gewerbeflächen auf maximal 99 Jahre.
Im Insolvenzfall von Pächtern fällt er wieder
an die Allgemeinheit zurück, was bei einem Verkauf nicht mehr der Fall ist.
Vorteile: der Gestaltungsspielraum geht den Gebietskörperschaften nicht dauerhaft verloren,
sie erzielen regelmäßige Erträge, in der Bilanz einer Gebietskörperschaft können Grund und Boden als Vermögenswert sprich Anlagevermögen ausgewiesen werden.
Die Gebietskörperschaft profitiert unmittelbar von Wertsteigerungen, die durch ihre Infrastrukturleistungen (Schulen, Kanalisation, Verkehrsanbindungen etc.) ausgelöst werden.

Christian Ronge aus Waren Bundestagskandidat der Freien Wähler im Wahlkreis 17

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