Gewalt von links - Zwischen Knast und Karriere

Nur bei den Rechten gehöre Gewalt zur politischen DNA, so oder ähnlich lauteten viele Statements aus der SPD angesichts der Proteste beim G20-Gipfel. Ein Blick in die Geschichte der Bundesrepublik zeigt: Gewalt zu rechtfertigen und auch anzuwenden, hat bei der Linken ebenfalls Tradition

Nach der Ankündigung einer Zwangsräumung eines vom "Frankfurter Häuserrat" besetzten Hauses kam es am 28.3.1973 im Frankfurter Westend zu einer Straßenschlacht zwischen der Polizei und den Teilnehmern einer spontanen Demonstration. Die Demonstranten setzten sich mit Steinen und Stöcken gegen den Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas zur Wehr. Der Frankfurter Häuserkampf begann im Januar 1970.
Häuserkampf in Frankfurt 1973: Joschka Fischer und seine Putzgruppe waren dabei / picture alliance

Autoreninfo

Gernot Fritz arbeitet als Rechtsanwalt. Früher war er Bundesbeamter, zuletzt bis 1999 Ministerialdirektor und stellvertretender Chef des Bundespräsidialamtes

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Viele politische Beobachter eint ein kurzes Gedächtnis: in Hamburg habe sich bei den G-20-Krawallen eine „nie dagewesene Brutalität“ gezeigt. Tatsächlich? Auch bei der Einordnung hilft Verdrängung: Martin Schulz meint, links und Gewaltanwendung schließe sich gegenseitig aus. Und Ralf Stegner assistiert, dass anständige Linke „noch nie etwas mit Gewalttätern gemein“ gehabt hätten, weil nur bei den „Rechten Gewalt zur politischen DNA“ gehöre. Beide sind alt genug, um es besser zu wissen.

Chronik linker Gewalt

Als im März 1973 in Frankfurt ein besetztes Haus im Kettenhofweg geräumt werden sollte, wurde die Polizei durch linksautonome Demonstranten zurückgeschlagen. Im Polizeibericht konnte man damals lesen, es habe „ein nicht gekanntes Maß an Brutalität“ gegeben, und „die Wurfgeschosse waren von solcher Schwere und Größe, dass Lebensgefahr bestand.“ Fotos zeigen Joschka Fischer an vorderster Front, wie er auf einen am Boden liegenden Polizisten einprügelt. 48 Beamten wurden teilweise schwer verletzt. 

1976 – nach dem Tod Ulrike Meinhofs – wurden Polizeibeamte in Frankfurt von Linksextremisten mit Molotow-Cocktails angegriffen. Ein Polizist erlitt schwerste Verbrennungen und entkam nur knapp dem Tod – auf Täterseite wiederum Joschka Fischers kampferprobte Putzgruppe. Das Ermittlungsverfahren lief wegen versuchten Mordes. Zwischen Knast und Karriere war der Grat zuweilen schmal.

Als 1977 Generalbundesanwalt Sigfried Buback von Linksterroristen erschossen wurde, veröffentlichte die Göttinger Asta-Zeitung einen Artikel, der darüber „klammheimliche Freude“ ausdrückte. Es ist unklar, wie Jürgen Trittin an dem mit „Mescalero“ unterzeichneten Beitrag beteiligt war; selbst gegenüber Bubacks Sohn verweigerte er freilich eine Distanzierung. Sein Kommunistischer Bund Westdeutschland (KBW) sei eben „keine pazifistische Vereinigung“ gewesen; aber Terrorismus sei „einfach nicht das geeignete Mittel für unsere politischen Ziele“ gewesen. Argumentativ ein dünnes Eis.

Am 2. November 1987 erschoss ein Linksextremist in Frankfurt während der Krawalle um die Startbahn West zwei Polizisten und verletzte sieben weitere schwer. 

Verehrte Schlächter

Die radikale Linke – vom MSB über DKP bis SHB und KBW – übte damals nicht nur in deutschen Städten den Straßenkampf, sondern sah sich auch international an der Seite derer, die Befreiung proklamierten, vor allem aber Fertigkeiten bei der Liquidation ihrer Gegner entwickelten. Mao, Ho Chi Minh, Pol Pot – selbst Stalin wurde als Konterfei den Demonstrationen vorangetragen: kein Schlächter dieser Welt entging den Verehrungsgesten dieser Linken, ließ er sich nur als antikapitalistisch einordnen. Der Staatsterror in den kommunistischen Ländern fand seine Entsprechung in den kruden ideologischen Entwürfen und im Handeln seiner hiesigen Anhänger. 

Auch wenn die damaligen Akteure – zwischen Scham und Veteranenstolz schwankend – zwischenzeitig die Kommandoebene der Republik erobern konnten – sie fanden willige Nachahmer, die immer wieder in Berlin, Leipzig oder Hamburg Stadtviertel in Geiselhaft nahmen und Straßenzüge zerlegten. Erst vor zwei Jahren gab es bei den Krawallen um die EZB-Eröffnung mehr als 150 verletzte Polizisten, der Sachschaden belief sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag. 

Geleitschutz für Gewalttaten

Wie in allen Fällen war das einigende Band der Akteure deren linksradikale Gesinnung. Und heute wie früher gibt es eine feinsinnige Arbeitsteilung, bei der die einen das ideologische Warm-Up organisieren, das den anderen Rechtfertigung und Geleitschutz für ihre Gewalttaten bietet. Die Linken-Vorsitzende Katja Kipping wusste schon vor Beginn des G-20-Gipfels zu beklagen, dass die Polizei ihre Hundertschaften durch Hamburg „marodieren“ lasse. Der Linken-Bundestagsabgeordnete Jan van Aken zeigt sich stolz auf das „breite Bündnis“ auf der von ihm angemeldeten Demonstration. Am 8. Juli sagte er im NDR, der schwarze Block sei ihm „willkommen“ und habe seine Demonstration auch mitorganisiert; „friedlich“ sei es geblieben; das Wort Gewalt – so schrieb er später auf seiner Website – komme ihm „nur ungern über die Lippen“. Freilich müsse man zwischen verachtenswerter Gewalt und gerechtfertigter unterscheiden, selbst „wenn das in gewissen – ethischen oder juristischen – Kategorien sicherlich auch Gewalt genannt werden kann.“

Argumentative Perversion

Ein Angriff auf den Rechtsstaat, der Anstifter, Helfer und Mittäter eint: Gewalt wird gerechtfertigt und auch angewandt, wenn sie den politischen Gegner oder das System trifft. Akens Partei hat –  trotz ihrer Umbenennungen – als Staatspartei zu viel Unterdrückung verantwortet, um ihr heute diese argumentative Perversion durchgehen zu lassen.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz kritisiert es zu Recht als unerträglich, wenn sich Abgeordnete bei denen unterhaken, die ganze Straßenzüge verwüstet haben. Man verantwortet politisch eben nicht nur sein eigenes Handeln, sondern auch die Wahl seiner Bündnispartner. Willy Brandt, Georg Leber, Helmut Schmidt – die Liste der Sozialdemokraten ist lang, die den Rechtsstaat auch gegen Extremisten von links verteidigt haben. Martin Schulz kann auf diese Tradition seiner Partei stolz sein. Aber wegdefinieren kann er das Gewaltproblem der radikalen Linken nicht. Bei diesem Thema ist die DNA von Rechten und Linken identisch.

Carlo Esselmann | Mo, 17. Juli 2017 - 10:48

Die DDR war eine 41 Jahre bestehende, linke Diktatur. Man muss für "linke Gewalt" nicht lange suchen. Sie war gerade ein halbes Jahrhundert das offizielle System.
Und wenn man sich vergegenwärtigt, dass die Durchsage in der Londoner Subway gerade von "ladies und gentlemen" zu "hello everyone" geändert wurde, um Minderheiten nicht zu diskriminieren, dann fragt man sich, ob die Kommunisten nicht gewonnen haben.

Wolfgang Tröbner | Mo, 17. Juli 2017 - 11:04

politischen DNA.

Vielen Dank für Ihren Artikel, Herr Fritz. Ergänzend möchte ich anmerken, dass die Linken vor wenigen Jahren schon einmal eine Stadt mit Gewalt überzogen haben.
Als im März 2015 die EZB-Zentrale in Frankfurt eröffnet wurde, kam es laut Zeitungsberichten bereits damals zu heftigsten Krawallen und Ausschreitungen. An diesen Ausschreitungen sollen "4000 hemmungslose Straftäter" beteiligt gewesen sein, die straff organisiert waren und denen Verbindungen zu den Linken nachgesagt wurden (http://www.tagesspiegel.de/....). Im Zuge dieser Ausschreitungen wurde übrigens auch ein Flüchtlingsheim attackiert (http://www.bild.de/news/inl....

helmut armbruster | Mo, 17. Juli 2017 - 11:43

schon in der 30-iger Jahren, also der Zeit der stalinistischen Säuberungen und Verbrechen, waren die linken Intellektuellen Europas buchstäblich blind. Sie waren Stalin und Moskau geradezu hörig. Treu und brav sind sie nach Moskau gepilgert um an den Kongressen teilzunehmen, wie Kommunistische Internationale u.a.
Keiner hat gegen Stalins Gewaltexzesse protestiert. Alle waren sie blind für die Stalin'schen Verbrechen oder sie haben sie einfach nicht sehen wollen.
Dabei verstanden sie sich selbst als intellektuelle Elite u. Heilsbringer und von der Geschichte beauftragt die Arbeiterklasse zu befreien. Dass Stalin eben dabei war diese Arbeiterklasse zu vernichten, wollten sie nicht sehen.

Heidemarie Heim | Mo, 17. Juli 2017 - 12:32

Aus allen Artikeln zum jüngsten Thema,finde ich den von Herrn Fritz verfassten sehr übersichtlich, und mit seiner "Chronik" des angeblich "ungenetischen" linken Gewaltpotentials,sehr zuträglich was das Auffrischen des Gedächtnisses betrifft.Aber was hatte die Republik z.B. diskutiert,als damals der spätere AM und Vize J.Fischer vereidigt wurde?
Jepp! Die Angemessenheit seiner Fussbekleidung
bei Ernennung und Eid auf die BRD,die er wie oben
erwähnt im Strassenklassenkampf gelegentlich bis
aufs Blut verteidigte.Solch` Erlassen bzw. Nichthinterfragen nahm doch schon damals Anfang und ermöglichte Karrieren,die sich so mancher Chaot aus welchem Block auch immer,
zum Vorbild nimmt oder seinen heute Grosseltern
nacheifert,die milde und selbstvergessen auf ihre
Enkel herabblicken.Und wieder hat keiner was gewusst,gedacht,war dabei oder übernimmt "gar
garstig Wort",dafür "Verantwortung".Danke an
den Autor und CICERO für den Spiegel den Sie
auch uns vorhalten mit solchen Beiträgen!

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 17. Juli 2017 - 12:37

Der Artikel ist behutsam geschrieben, auch in seinen Anklagen.
Herrn Trittin kann man glauben, wenn er seine `Unschuld´ damit begründet, keine terroristische Gewalt gutzuheissen.
Dafür sehr geehrter Autor müßte man die jeweiligen theoretischen Ansätze der Gruppen kennen.
Immerhin kann er sie aufzählen.
Trittin hat sehr gut erkannt, in welchen politischen Bereich der Mescalero-Artikel hineinreichen dürfte.
Das entlastet den Staat nicht von der Frage, ob er nicht das Seine dazu tat, Studenten zum Widerstand zu nötigen.
Das Widerstandsrecht wurde nach 1945 und ganz besonders von der Linken, die am meisten unter der Herrschaft der Nationalsozialisten zu leiden hatten, ganz hoch gehalten.
Es ist nicht möglich in kurzen Artikeln oder Büchern eine Gesamtschau der Zeit nach 1945 zu leisten.
Dieser Artikel blendet die politische Weltlage ganz aus.
Nach dem völligen Zusammenbruch der Politik nach `45 konnte man von keiner Seite erwarten, dass sie sich gängeln lässt.
Demokratiediskurs..

Manfred Steffan | Mo, 17. Juli 2017 - 14:41

das sind Notwehr/Nothilfe/Notstand gemäß Gesetz und vor allem die gesetzlich gebundene Staatsgewalt. Alles andere ist illegale Gewalt. Wer daneben noch irgendwelche angeblich legitimen Gewalttatbestände konstruiert, stellt sich außerhalb unserer Rechts- und Gesellschaftsordnung, gehört unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.

Wolfgang Henning | Mo, 17. Juli 2017 - 14:44

Nicht nur Vergesslichkeit scheint sich bei der vereinigten Linken breit zu machen; es wird auch mit zweierlei Maß gemessen. So fordert jetzt der thüringische Ministerpräsident Ramelow die Beschränkung der Versammlungsfreiheit für rechtsgerichtete Rockfestivals und Demonstrationen.Eine derartige Forderung, ausgerechnet ein paar Tage nach Ende der linksextremistischen Gewalttaten in Hamburg, zeigt das wahre Demokratieverständnis der Linken. Man mag zu der Musikveranstaltung des Rockfestivals stehen wie man will, gewalttätige Straftaten sind von dort nicht ausgegangen. Wenn die Veranstaltungen aber vom rechten Flügel ausgehen, dann wird auch schon mal das Grundrecht der Versammlungsfreiheit infrage gestellt.
Würde man die gleiche Forderung bei Veranstaltungen der Antifa erheben, gäbe das in linken Kreisen, bis hin zur gesamten Medienlandschaft, einen Aufschrei der Empörung.

Martina Rothe | Mo, 17. Juli 2017 - 21:03

In reply to by Wolfgang Henning

heute im Rundfunk verfolgt.Aufarbeitung bei Linken und Grünen ist nicht deren Ding.
Da kam ja das Nazi Konzert zur richtigen Zeit.Dumm nur,das es da keine Ausschreitungen gab.Die Anzeigen sind die üblichen,falsche T-Shirts,Tattoos,Drogen.
Da stimmt dann wenigstens die Statistik wieder.Ich habe einige Kommentare und Meinungen von Journalisten gelesen.Man konnte klar erkennen,wessen Geistes Kind sich dahinter verbirgt.Ich rechne definitiv nicht damit,das irgendein Linker zur Verantwortung gezogen wird.Sieg auf ganzer Linie.Da kann man sich dann wieder spektakulär auf die Rechten stürzen.Natürlich mit Steuergeldern.

Yvonne Walden | Mo, 17. Juli 2017 - 15:21

Chaoten und Gewalttäter jedweder Art besitzen keinerlei politische Gesinnung, sondern sind lediglich hasserfüllt.
Folglich besteht auch keinerlei Gemeinsamkeit zwischen sogenannten Politikerinnen und Politikern der "Linken", vertreten durch Parteien wie etwa die SPD, DIE LINKE und DIE GRÜNEN.
Gleiches dürfte auch für Politikerinnen und Politiker der "Rechten" gelten, die in den Unionsparteien, der FDP und neuerdings auch der AfD ihre politische Heimat sehen.
Es ist falsch und unzulässig, alles über einen Kamm zu scheren.
Das alles ist sattsam bekannt; allerdings versuchen bestimmte politische Kreise, etwa aus den Hamburger Krawallen parteipolitisches Kapital zu ziehen.
Diese Kreise sollten wir entlarven und nicht auf deren Argumentationsweise hereinfallen.

Rudolf Bosse | Mo, 17. Juli 2017 - 15:27

hat es auf den Punkt gebracht: "DNA von Rechten und Linken ist identisch."

Dr. Lothar Sukstorf | Mo, 17. Juli 2017 - 17:30

In reply to by Rudolf Bosse

NEIN! Links sei immer GUT und objektiv die Besten. ALLE ANDEREN SIND GENETISCH UNTERLEGEN UND DESHALB STETS GEWALTBEREIT ! sagt man uns! Lenin, Trotzki, Stalin, Mao, Pol Pot...waren auch nicht links...I wo! die waren ideologisch nur verirrt! Che war links, Ho chi minh, Rudi Dutschke waren links - wird dann als Ausrede gefunden - R.D. würde heute keinen Haupsteminarschein bekommen für seine Aneinanderreihung von Trivialitäten und pseudo-marxistischen Schlagwörtern...

hermann klein | Mo, 17. Juli 2017 - 15:59

Die Revoluzzer von „1968“, aus Langeweile Universitäten, bzw. Häuser besetzten, - Pflastersteine auf Polizisten, oder dann und wann gar Bomben warfen, sind heute in Ehren ergraut.
Sie halten große Reden – besonders in den bekannten linken Talkshows - ,schreien immer noch ihre alten “68er“ Parolen herum: „Reformen“ und „Bürgerrechte“ und „Gerechtigkeit“ und „Weltfrieden“ „ Massenkultur“ „Gesamtschule“ religiöse Toleranz“ gegen „Atomkraftwerke“ gegen “Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit“ „keine Obergrenze“ usw. Die Akteure von damals sind heute in Ehren ergraut. Waren wie Kretschman oder Trittin, Kommunisten.
Kein Wunder, sie haben 1968 für einen anderen Staat gekämpft und haben ihn bekommen.
Sie wussten alle insgeheim, dass sie in Wirklichkeit die besten Jahre - seit dem Deutschland existiert - von Wohlstand und sozialer Sicherheit durchlebten und die Erwartung proletarischer Klassenkämpfe und weltrevolutionärer Erhebungen nichts als Phantasie war.

hermann klein | Mo, 17. Juli 2017 - 16:01

Für mich ist es nicht nachvollziehbar das einer der aktivsten „Joschka Fischer“ zur deutschen Volksikone Nummer eins aufsteigen konnte.
Als nicht Nicht-Linke-Politiker und Publizisten Anfang 2000 das Auftauchen von Bildern aus den Frankfurter Straßenkampfzeiten des Außenministers dazu nutzen, eine Kampagne gegen ihn zu starten, schlug dieser Versuch seiner Vernichtung in sein Gegenteil um. Die Fotos vom Außenminister als vermummten jungen Mann, der auf einen Polizisten einschlägt, riefen beim unbefangenen Betrachter eher Bewunderung für den angeblichen „Ausnahme –Politiker“ hervor. Dass einer früher mal so ein Verbrechen getrieben hat und am Ende doch noch ein solch sonorer Repräsentant seines Landes wurde, der mit seinem jugendlichen Alter ego- so gut wie keine Ähnlichkeit mehr besitzt, kommt nicht alle Tage vor. Statt Fischers Ansehen in der Gegenwart zu untergraben, erhöhten die Fotos noch seinen Marktwert als kostbarer Edelstein in der deutschen Politiklandschaft.

Claudia Martin | Mo, 17. Juli 2017 - 16:03

hat viele Gesichter. Die ultrarechte und ultralinke Gewalt ist sichtbar. Da fließt Blut. Die ist laut. Da fliegen die Fetzen. Es gibt aber auch subtile Gewalt. Die clevere Gewalt. Sie hinterlässt keine sichtbaren Spuren. Die Gewalt der Angela Merkel zum Beispiel. Ihre alternativlos Politik (so nennt sie das), ist Gewalt pur. Du kannst dich nicht wehren. Die Groko geht immer. Egal was du wählst. Merkel gewinnt immer. Die Diktatur der Nieten. Aber das ist Demokratie. Die Mehrheit hat es so gewollt.

Kai Korrotes | Mo, 17. Juli 2017 - 21:31

In reply to by Claudia Martin

so schön wie kurz geschrieben.
Vielen Dank von einem im Kontext gleichfühlenden Minderheitler! :)

Botho Krämer | Mo, 17. Juli 2017 - 16:36

Wurde da nicht Ströbele vergessen, eine Leit(d?)Figur der Grünen mit seiner direkten Beteiligung an der RAF?

Bernhard Jasper | Mo, 17. Juli 2017 - 17:23

Nach dem West-Ost-Konflikt, hatten wir geglaubt, endlich treten wir in ein Zeitalter der Ent-Ideologisierung ein, quasi in ein endzeitliches friedliches himmlisches Jerusalem.

Die Ewiggestrigen sind jedoch wieder da.

Rolf Pohl | Mo, 17. Juli 2017 - 18:57

In reply to by Bernhard Jasper

endlich treten wir in ein Zeitalter der Ent-Ideologisierung ein, quasi in ein endzeitliches friedliches himmlisches Jerusalem."

Unmittelbar nach dem Ende des West-Ost Konfliktes mag dies in weiten Kreisen der Welt so gewesen sein Herr Jasper. Doch Ideologien sind nicht totzukriegen. So werden sie doch ähnlich Religionen verinnerlicht und z.T. dumpf gepflegt.
Was auffällt ist jeweils die Erkenntnis, dass rechte wie linke Ideologien/Ideologen ohne Gewalt bisher nicht auftraten.
Beim grösseren Teil der sich politisch links Stehenden setzt angesichts linker, mobartiger Gewaltausbrüche jedoch stets ein übelriechender Relativierungsmechanismus ein.
Gegenüber von extrem rechts ausgeübter Gewalt ist die Allgemeinheit zu recht wachsam.

Dieter Wenzel | Mo, 17. Juli 2017 - 18:11

die Staatsform in der ein Staatsbürger seine Meinung sagen kann und darf. Zu allen Zeiten gab, und gibt es Geister, die dies mit Nachdruck tun, und auch öffentlich auf der Straße tun wollen. Wenn dieser Nachdruck aber dahin geht, dass er Eigentum , sowie Leib/ Leben anderer bedroht und gefährdet, auch die der Ordnungskräften des Staates dann ist dies Aufruhr. Die Aufgabe des Staates ist es dies zu verhindern um Straftaten zu verhindern und begangene zu ahnden. Egal ob es eine linke/rechte oder sonst jedweder Art von Aufruhr ist. Kann oder will er das nicht, so gibt er das Gesetz des Handelns der Straße, wie geschehen in Hamburg. Was aber will man von Politikern und Richtern halten die je nach Provenienz rechts, links oder sonst wie blind ist. Eine gute Möglichkeit die Realität kennenzulernen wäre, Staatsanwälte, Richter einer Hundertschaft BEPO als Beobachter vor mitzugeben. Nichts heilt besser als Live Erlebnis vor Ort.

... ist keine, wenn man nur seine Meinung sagen darf. Das geht überall -entscheidend sind die Folgen. Demokratie ist politische Teilhabe u. nicht bloß Reden für nix.

Der Staat hat das Gewaltmonopol, korrekt. Allerdings lässt das nicht automatisch den Rückschluss zu, das der Staat immer im Recht ist u. die Interessen der Mehrheit vertritt.

Am 17. Juni 1953 gab es einen Volksaufstand in der DDR, der blutig niedergeschlagen wurde. Die Leute protestierten gegen höhere Arbeitsnormen u. weniger Lohn. Folge: > 50 Tote, 10 000 Festnahmen.

In HH gab es keinen Volksaufstand sondern eine in die Öffentlichkeit getragene Kriminalität, wo der Staat seine Bürger, ihr Eigentum als auch die Politiker schützen muss. Vergleicht man aber die Randale-Kriminellen mit der Korruption, mafiösen Strukturen o. anderen kriminellen Strukturen in D. dann war das Ausmaß der Kriminalität vergleichsweise gering und der Aufwand der V-bekämpfung relativ hoch.

Nicolas Wolf | Mo, 17. Juli 2017 - 19:01

Empirisch eine schöne Sammlung von Fakten, dennoch fehlt die theoretische Erklärung. Links sein bedeutet man ist für eine linke Politik und somit für einen linken Staat. Staat geht nicht ohne Gewalt, daher hat er ja auch das Gewaltmonopol, was nur in Ausnahmen, teilweise auch nur entschuldigend, aufgehoben wird. Nur Anarchismus bietet hierzu eine Alternative. Gesetze werden nunmal durch die Androhung von Gewalt durchgesetzt. Links sein bedeutet eben auch, für möglichst viel Staat einzutreten, daher eben auch für viel Gewalt. Gewalt ist daher bei Linken nicht nur nachweisbar, sondern eben auch zu erwarten. Das hören die Linken nicht gern, denn das trifft ihre vermeintliche Kernkompetenz, die Moral. Daher ist es auch so wichtig, dies immer wieder zu betonen. Sie wollen möglichst viel Gewalt, daher sind linke Ansichten moralisch stehts fragwürdig. Ohne die Moral auf ihrer Seite, wird das Problem sicherlich nicht gelöst, aber es wird sehr viel kleiner, da die Anhänger ins Zweifeln kommen.

robert renk | Mo, 17. Juli 2017 - 19:38

man könnte auch sagen, die einzig nennenswerte Leistung der Linken ist, die Mär vom gewaltfreien Linken !

Herr Kugler, vielen Dank für diese herrliche, kleine Einlage! Ich gehe ihretwegen grinsend in den Feierabend! Danke!
Und ja, die arme DNA gehört umgehend rehabilitiert!

Romuald Veselic | Mo, 17. Juli 2017 - 21:33

Ziel verbunden, an die Macht zu gelangen (durch die letzten demokratischen Wahlen)und diese Macht nie mehr aus der Hand lassen. Mit der auf den Kopf gestellter Logik:
"Wer die linke Repression bekämpft, ist konterrevolutionär".
So steht dies in der Dialektik.
Noch Fragen?

Zur Erinnerung: Siehe Venezuela aktuell.
Nordkorea ließ ich lieber aus, um es nicht zu "übertreiben".

Kostas Aslanidis | Di, 18. Juli 2017 - 06:54

des Systems, von dem Sie alimentiert werden.
Mehr Flüchtlinge, Dumpinglöhne, Wohnungsnot.
Das will das Kapital, das Sie angeblich bekämpfen.
Die armen sollen sich untereinander die Köpfe hauen damit die Oberen geniessen.
Was ist mit den Arbeitern im Lande?
Links hat Wirtschaftlich nur Chaos hinterlassen, da verblendet.
Es wird festgehalten, obwohl wissend das es scheitert. Das nennt sich Ideologie.
Utopie ist für Feiglinge, keine Verantwortung nur Floskeln ohne Konsequenzen.

Dieter Erkelenz | Di, 18. Juli 2017 - 07:24

Erstaunlich ist, dass in den Umfragen Grüne und vor allem Linke noch immer bei 7-8 % liegen. Woran liegt das??

Bernhard Jasper | Di, 18. Juli 2017 - 10:27

Ja Herr Pohl, eine Ent-Ideologisierung greift nicht. Für mich sind es auch Reaktionen auf die Moderne. Als dem hoffnungslos veraltet erscheinenden Wirtschaftsraum „DDR“ ein Anschluss an bundesrepublikanische Standards angesonnen wurde, spielten Investitionen eine dominierende Rolle, als Voraussetzung für Funktion.
In der harten Moderne, ist die Karawane jedoch weitergezogen. Viele sind dabei auf der Strecke geblieben. Ganze Weltbilder zerbrachen. Eine Enttäuschung über die Ergebnisse machte sich breit. Es war eben nicht das erhoffte Paradies- das himmlische Jerusalem. Die Unterschiede und Konflikte traten wieder deutlicher zutage. Nicht Integration, sondern Eigenständigkeit scheint heute wieder gefragt. On top kamen dann die allergrößten Flüchtlingsströme. Selbstverständlich kann man eine Gesellschaft auch damit überfordern.
Die Ewiggestrigen von rechts- bis linksaußen helfen mit Ihren Ideologien dabei jedoch nicht weiter. Man muss mit diesen Theorien brechen.

Bernhard Jasper | Di, 18. Juli 2017 - 11:48

Ich persönlich versuche immer der Erkenntnis zu folgen, dass es für jedes Individuum nur eine Welt gibt, nämlich seine eigene Erlebniswelt und das die Erlebniswelten der Individuen nur partiell übereinstimmen. Natürlich gibt es Schnittmengen die im sozialen und kulturellem Bereich liegen (z.B. Sprache, Tätigkeiten, gesellschaftliche Werte und Normen, etc.).

Politische Ideologien versuchen uns jedoch immer gleichzuschalten – durch „agitprop“. Dafür braucht man auch Feindbilder. Es wird oft ein Brei der Gleichheit und Beliebigkeit konstruiert. Und selbst bei Antworten auf globale Fragen ist man nicht zimperlich. Oft sind diese Antworten in höchstem Maße problematisch und anmaßend, weil sie es aufgrund der Komplexität nicht wissen können. Es sind immer nur Modelle, Simulationen und „virtual realities“.

Dr. Lothar Sukstorf | Di, 18. Juli 2017 - 12:05

Dazwischen liegt z.B. das deutsche Außenministeramt...manchem gelingt es, in glorreicher Karriere ...vom Steineschmeißer/Bullenklopper zu einem hohen Amte zu gelangen, um hernach selbstgefällig der Welt, seinen unermesslichen Ratschluß mitzuteilen...

Willy Ehrlich | Di, 18. Juli 2017 - 13:55

Früher war es ganz einfach:
Rote Panzer, rote Kernkraftwerke, rote Sicherheitskräfte ... das war alles gut!
"Kapitalistische" oder "imperialistische" oder ... Panzer, Kernkraftwerke, Sicherheitskräfte ... das war alles schlecht.
Aber heute? Nach der Überwindung von ... was eigentlich? Und dem Ende von ... was eigentlich? Und frei nach Udo Lindenberg:
"Der Nervenarzt weiß auch nicht mehr, wie es weitergeht".
So long!

Winfried Sautter | Do, 20. Juli 2017 - 15:50

Wie kommt Stegner dazu, von "politischer DNA" zu sprechen? Ist er verkappter Rassist?

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