Primaten und Politik - Wer sich aufbläht, verhext die Welt

Kolumne: Morgens um halb sechs. Politik-Alphatiere wie Donald Trump reißen in der Welt wieder mehr Macht an sich. Auch die gewalttätigen Demonstranten des G20-Gipfels legen ein bekanntes Primatenverhalten an den Tag. Wie kommt es, dass man damit wieder die Oberhand gewinnt?

Ein Gorilla schaut schnippisch in die Kamera
Ein wenig erforschtes Phänomen: das Alphatier / picture alliance

Autoreninfo

Sabine Bergk ist Schriftstellerin. Sie studierte Lettres Modernes in Orléans, Theater- und Wirtschaftswissenschaften in Berlin sowie am Lee Strasberg Institute in New York. Ihr Prosadebüt „Gilsbrod“ erschien 2012 im Dittrich Verlag, 2014 „Ichi oder der Traum vom Roman“.

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Gibt man das Wort „Alphatier“ in die Suchmaschinen ein, erscheint wenig Literatur. Schwarze Jogginghosen mit altdeutscher Schrift tauchen auf, Sadomasogroschenhefte, muskelbepackte Oberkörper und Wölfe. Ein wenig Managementliteratur. Versucht man es weiter mit dem Wort „Dominanz“, erscheinen ähnliche Angebote. Kaum zu glauben: ein Phänomen, das in jedem Betrieb, in jeder Freundschaft, in jeder Liebesbeziehung, in Ehen, zwischen Hunden, überall präsent ist, wird kaum untersucht.

Was hat es mit dem Alphatier auf sich und hat sich das Alphatierprinzip nicht längst überlebt? Inzwischen wissen wir, dass Wölfe soziale Tiere sind. Selbst in der modernen Hundeerziehung wurden viel effektivere und freudigere Erziehungsmethoden entwickelt. Auch dort gilt: Führung durch Vertrauen.

Trump das Alphatier

Wie kommt es nun, dass immer wieder das primitivste Primatenverhalten Oberhand gewinnt? Donald Trump beherrscht einfache Handtricks, schiebt sich physisch chronisch in den Vordergrund, prahlt und attackiert – und wurde gewählt. Wer sich aufbläht, verhext die Welt. Selbst wenn er nur heiße Luft anfacht – solange diese mit aggressiver Gestik unterstrichen wird, wird sie geglaubt.

Mit einem Mal taucht auf allen Seiten das Wort Trump auf. Verflixt ist das, bedenkt man, dass Trump selbst nur Texte lesen kann, in denen er selbst vorkommt. Er bräuchte sich nur auf das Lesen seines eigenen Namens in der Presse zu konzentrieren und hätte wahrscheinlich mehr gelesen als je in seinem Leben. Doch Zeitungen und Journalisten lehnt Trump ab. „I said No!“ erscheint in Trumps Rhetorik regelmäßig und die Verneinung steigert dabei seine Präsenz. Während des G20-Gipfels  kam Trump in der Elbphilharmonie klassisch zu spät, alle warteten auf ihn. Nur Wladimir Putin ließ sich noch etwas mehr Alphatierzeit.

Während sich in Hamburg die G20 auf dem elbphilharmonischen Rang trafen, griffen ohnmächtige Alphatiere auf der Straße zum Pflasterstein. Unter Schimpansen ist das ein legitimes Mittel, um sich nach oben zu arbeiten. Das Abreißen von Ästen, mit denen schreiend herumgefuchtelt wird, dient dazu, sich Respekt zu verschaffen. Steine werfen gehört ebenfalls zum klassischen Schimpansenverhalten. Der Machttrieb äußert sich in einfacher Gestik, anhand von Basismaterialien. Stock und Stein. Hand und Fuß. Vorne und hinten.

Dass wir anscheinend nicht weit entfernt von der Steinzeit leben, wusste schon Erich Fromm. Der vor kurzem verstorbene Theaterdichter Tankred Dorst wies in „Merlin oder Das Wüste Land“ darauf hin, dass Zivilisationen eine gefährdete Kruste auf einem archaischen Vulkan sind und bleiben. In Hamburg brach diese Schutzschicht für kurze Zeit auf und hinterließ schmerzhafte Spuren.

Der Mensch sollte statt Macht im Mittelpunkt stehen

Dabei können Alphatiere nicht führen, steht in einem dünnen Managementbuch von Bernd Bitzer. Der Autor bringt es mit einer klug ausgewählten Ansammlung aus Zitaten auf den Punkt: Alphatiere können nicht führen, da man ihnen nur aus Angst folgt. Reife Persönlichkeiten bilden über Jahre andere Führungsqualitäten. Sie führen durch Können, ihre Qualität kommt nicht von Qual. Vertrauen und Motivation haben nachhaltigere Wirkung als Unterdrückung. Nicht die Macht, sondern der Mensch sollte wieder im Mittelpunkt stehen.

Trump besuchte als Dreizehnjähriger eine Militärschule. Er musste sich seinem Vater wieder und wieder beweisen. Der Vater schärfte den Kindern ein, sie müssten „Killer“ sein. Als Konsequenz dieser Erziehung sieht Trump die Welt als gefährlich und böse an. Dass das Militär immer noch die Verhaltensweisen der Welt lenkt, ist ein modernes Trauerspiel. Selbst technische Erfindungen beruhen meist auf militärischem Ehrgeiz. Auf diese Weise bleibt das Militär unbewusst im täglichen Leben präsent. Eine Welt, die nicht paranoid funktioniert, ist nicht gewollt.

Unsicherheit fördert alte Muster

Nach den Vorfällen von Hamburg wird nun wieder aufgerüstet. Extremistendateien werden konzipiert, flächenübergreifende Videoüberwachung wird beschlossen. Die Primaten auf der Straße lassen sich jedoch nicht durch Videoüberwachung zur  Verhaltensbesserung bekehren. Die Frage nach den Vätern bleibt offen. Aus der vaterlosen Gesellschaft stammten teilweise die schlimmsten Alphatiere, da sie in ihrer Jugend keinen korrigierenden Gegenpart hatten. Wo Unsicherheit herrscht, werden alte Muster wiederholt.

Ob in schwarzen Jogginghosen oder in Luxuslimousinen – wo Primaten die Oberhand haben, wird das Bürgertum zur vom Aussterben bedrohten Spezies. Wer schützt den Bürger, wenn die innere Sicherheitslage von allen Seiten brüchig wird? Ein gesteigertes Schutzbedürfnis ruft wiederum nach alten oder neuen Alphatieren. Wer den größten Stein wirft, erhält die Macht über die Schimpansen.

Dass in der Elbphilharmonie parallel zu den Straßenkämpfen Beethovens Neunte gespielt wurde, bleibt ein hoffnungsvoller Widerspruch. Schiller wusste von der Bedeutung der Väter. In seiner Ode an die Freude, die ursprünglich an die Freiheit gerichtet war, heißt es: „Brüder - überm Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen“. Lohnt sich doch, auf dem Rang eine Minute lang ins Programmheft zu gucken. Ein Satz kann reichen, um der Welt einen anderen Drive zu geben.

Holger Stockinger | So, 16. Juli 2017 - 11:28

Die Könnerschaft der Mimesis (auf "deutsch": das Nachäffen) demonstriert meisterhaft der weibliche Hund einer Verwandten meinerseits, der zur Verblüffung nicht existierender Hundegleichstellungsbeauftragten so elegant zum Pinkeln das Bein hebt, daß jedem männlichen Pudel die Röte ins Schlappohr steigt.

Da Mephisto bei Goethe zwei Bände "Faust" braucht, ist das Abbild eines Orang-Utan als Argument für ALPHA-Verhalten wohl tierisch zu verstehen und nicht "fraulich".

Vom "Ampel-Weibchen" zum "Herren-Hund" scheint eine Zebrastreifenfrage geworden zu sein und Frau Merkel beweist ergo Y-Qualität in Alpha-Position?

Ursula Schneider | So, 16. Juli 2017 - 12:05

Nur ein Widerspruch herausgegriffen:
Trump war angeblich von seinem Vater negativ beeinflusst (Kinder sollten "Killer" sein), weiter unten dann: "Aus der vaterlosen Gesellschaft stammten teilweise die schlimmsten Alphatiere ..."
Ja, was denn nun?

Da fällt mir nur das von Marcel Reich-Ranicki so häufig gebrauchte Brecht-Zitat ein:
"Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen - den Vorhang zu und alle Fragen offen."

Sebastian Gerschler | So, 16. Juli 2017 - 12:09

Zunächst möchte ich meine Neugier darüber ausdrücken, mit welchen Tiervergleichen die Parteivorsitzenden anderer Parteien demnächst verglichen werden. Bestimmt wird sich Katja Kipping von Die Linke nicht abgewertet fühlen, würde sich morgen mit einem süßen Kätzchen vergleichen werden, das zwar laut quiekt aber stumpfe Krallen hat. Für Merkel schlage ich einen Floh auf dem Rücken eines Blindenhundes vor.

Bei Donald Trump gilt es, neben der kulturellen Komponente, auch die geopolitische zu beachten. Die CIA hat nun nicht einmal unendlich Assets zur Verfügung, die den Russen schöne Augen machen konnte. Mit Trump hat Washington die Russen getäuscht, und der angebliche Imageverlust gehört zum Spiel.

Kulturell ist Trump nicht die Ursache von Primitivität. Er ist die Folge. Männliche Eigenschaften wie Härte und Wettbewerb wurden Jahrzehnte aus Bildungssystem und öffentlichem Diskurs gehalten. Die Phase geht gerade erst los, das Pendel schlägt zurück und ist alles andere als primitiv.

Jürgen Frankenbeger | So, 16. Juli 2017 - 12:41

„Brüder - überm Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen“ - so schrieb noch Schiller.
Zwischendurch musste man zwingend schreiben:
„Schwestern - überm Sternenzelt muss eine liebe Mutti wohnen“
Heute sind weder Vati noch Mutti gefragt, zumal die Parole heute heißt:
Gott ist tot!
Meinten jedenfalls Nietzsche und neuerdings Stephen Hawking.:
Der Astrophysiker sagte, dass die Entstehung der Welt ein wissenschaftlich erklärbares Phänomen sei und nichts mit „Gott“ zu tun habe, wobei er darauf hinwies, dass seine Theorien zur Entstehung des Universums mit der Vorstellung, die Welt sei von einem höheren Wesen erschaffen worden, nicht kompatibel seien.

haben keine Ahnung. Es geht hier um Religion. Ich glaube keiner Wissenschaft, die ich nicht selber gefälscht habe. Gott ist nicht tot. Er ist sehr lebendig. Wer das nicht glaubt, kann ja Astrophysik betreiben. Jedem das seine.
Jedoch sei eine Frage erlaubt. Ist Gott ein höheres Wesen ? Wird jetzt zu komliziert. bzw. der Platz reicht hier nicht aus. Interessierte Leser können gerne bei Spinoza nachschauen.

Renate Brunner | So, 16. Juli 2017 - 13:10

Alphatiere bei Primaten oder Rudel-, Herdetieren haben verschiedene Funktionen innerhalb ihrer Gruppe, auch die des Beschützers. Auch das Wolfs-Alpha-Elternpaar wird in gewissen Situationen autoritär, zum Schutze des Rudels. Eine Analogie des Gorillas zu Politikern herzustellen wird dem Gorilla-Silberrücken nicht gerecht etc. etc.
Trump-Bashing wird langsam aber sicher peinlich,
hätte sich das wer bei Obama "getraut", vielleicht nur deshalb nicht, weil er so smart, so cool daherkam? Hat Obama das 600 Milliarden-Dollar-Budget fürs Pentagon radikal gekürzt, hat er unzähligen US-Stützpunkte reduziert? Nein, hat er nicht. Ist er für unzählige Drohnenkrieg-Tote verantwortlich, ja, das ist er. Hat Obama nicht jedem Staatschef auf die Schulter geklopft, was ein Zeichen, ein Symbol für Überlegenheit ist, ja, hat er, nur beim chinesischen Präsidenten hat er sich das nicht getraut. Sind die subtileren Machtdemonstrationen jemals von den Medien kritisiert worden, nein, sind sie nicht.

Bettina Diehl | So, 16. Juli 2017 - 13:12

Geht es Ihnen jetzt besser? Fühlen Sie, dass Ihr Trigger -Point ein Stück weit...Frau Bergk. Nun, dann bin ich beruhigt. Ich, jedenfalls,habe in der Mitte des Textes zu Lesen aufgehört. Und bitte unterstellen Sie mir nicht, ich könne nur Texte mit meinem Namen lesen

André Oldenburg | So, 16. Juli 2017 - 13:21

Ach, es ist doch schön, das es so naive Menschen gibt. Es ist die pure Romantik.
Diese Halting ist die Ursache der Ausschreitungen. Diese Haltung behindert die Integration, diese Haltung machte Frauen in diesem Land zu Freiwild und sorgt in manchen Gegenden für eine Islamisierung, denn diese Haltung gilt als Schwäche und die muss ausgenutzt werden. Wie der Sozialismus nur im Salon funktioniert, funktioniert die Weltanschauung auch hier dauerhaft nur in der Theorie, tut mir leid.
In einer Folge der Trickserie Simpson wird die Tochter Lisa Präsidentin der Welt und vernichtet alle Waffen, sodass am Ende die Menschheit von Aliens versklavt werden.
Diese Folge hat mehr Realismus, wie die Autorin dieser Abhandlung besitzt. Die Welt funktioniert durch Konkurrenz, es ist ein Bestandteil der Evolution. Nicht die Netten überleben, sondern die Fitten.

Torsten Knecht | So, 16. Juli 2017 - 13:41

... Alpha oben und dazwischen das Bürgertum, als Maßstab für Moral und Vernunft. OK, kann man dran glauben - ich nicht.

Was uns von Primaten-Herrschaft unterscheidet das ist die Bürokratie des Staates.

Alpha-Trumps u. Alpha-Merkels ohne bürokratische, juristische, polizeiliche u. militärische Druckmittel wären Popanze.

Polit-Popanze und Bürokraten-Popanze stützen sich selbstredend selber ebenso die Deutungspopanze der Kirche und der Mediokratie.

Holger Stockinger | So, 16. Juli 2017 - 15:23

Ein wenig KAFKA hätte genügt, um der Autorin zu verdeutlichen, daß rote Floristinnen nicht mit Friedenstauben von Picasso um sich werfen!

Im "Bericht für eine Akademie" läßt Franz Kafka schriftlich einen Extra-Affen auftreten, vermutlich um Frauenparkplätze ohne Kinderwagen zu reservieren ...

martin falter | So, 16. Juli 2017 - 15:46

eine Vaterschaft - aktiv und gleichberechtigt - ist von der Gesellschaft nicht gewollt. Väter werden als Zahlknechte gesehen, die wenn sie ihre Schuldigkeit getan haben- Zeugung - am besten verschwinden sollen. Das ist natürlich überspitzt dargestellt, aber wenn man so die Entwicklung ansieht - gerade in Deutschland - dann ist da schon was dran. Die Folgen haben sie schön beschrieben. Ich fürchte das da noch mehr kommt....

Daryl Fernández | So, 16. Juli 2017 - 16:47

Selbst wenn Sie genug Informationen über „Alphatier(e)“ erhalten, so erhalten Sie zwar „Erklärungen“ - diese passen aber definitiv NICHT zum „Problem“.
Denn, das Problem sind NICHT „Alphatiere“, sondern bösartige Individuen, die explizit JEDE Machtbefugnis(Machtposition) pathologisch bedingt, bzw. zwanghaft missbrauchen. Denn unter dem allgemeinen Begriff „Alphatiere“, gibt es mehrheitlich auch sehr konstruktive, empathiefähige Menschen - MIT Gewissen! Das sind die „Guten“.
Und dann gibt es dann auch „die anderen“, die destruktiven, bösartigen "Alphatiere", die quasi permanent auf pure Zerstörung im eigenen Umfeld „mental-programmiert“ sind. Ich spreche nämlich von den etwa 4-6% Psychopathen in JEDER Gesellschaft, die pathologisch bedingt ganz OHNE Gewissen agieren – in ALLEN Machtstrukturen!

Weitere Infos:
https://de-de.facebook.com/Aktiv-gegen-Psychopathen-Pathokratie-3293973…
..und/oder Suchmaschinen-Begriffe > Psychopathen Pathokratie < ...eingeben.

Daryl

Geehrter Herr Fernàndez! Danke für Ihre Richtigstellung für den, warum auch immer,negativ besetzten Begriff des "Alphas". Bezüglich des zu kommentierenden Artikels kam mir der Gebrauch davon deshalb auch mehr als "Aufhänger" dafür vor,das"sozial unerwünschte" Gebaren einiger aktueller Politgrößen festzuschreiben.
Und Ihre richtige Erklärung zum Thema zu Ende gedacht, wäre es überaus wünschenswert,es gäbe momentan mehr Ihrer "guten Alphas" auf dieser Welt.Wenn
man die ganzen Konflikte oder mühsam bezähmten Frieden auf unserem Planeten
betrachtet,könnte man davon ausgehen,daß die Psychopathen und Misanthropen
mehr und mehr die Oberhand gewinnen.
Und politisch übertragen meckern die friedliebenden Betas über die von ihnen selbst gewählten Alphas, um wie bei uns, diese immer wieder zu bestätigen. Dies dient natürlich auch den Wölfen im Schafspelz:).Schönen Tag noch! MfG

Matt Borg | So, 16. Juli 2017 - 16:48

ES WAR NIE ANDERS, NUR ETWAS ANDERS DEDIGNED. ... In der bürgerlichen Berufswelt wimmelt es nur so von Alphamännchen wie Alphaweibchen weit ab von Schichten durchlässigen fairen Kooperationen. Und es ist oft gerad' ein Anliegen der Frauen, best place to plant my fruits.

ingrid Dietz | So, 16. Juli 2017 - 16:57

dazu gehören neben Trump auch Putin u.a.
Nicht zu vergessen: Frau Merkel !

Karin Zeitz | So, 16. Juli 2017 - 17:09

wird zusammengebracht, was nicht zusammengehört. Über das Ego von führenden Politikern mag man denken was man will - wären sie nicht auf Macht versessen hätten sie den Job nicht angenommen. Der Vergleich der genannten Politiker mit den unsäglichen linksextremistischen Terroristen von Hamburg verharmlost die menschenverachtende, verbrecherische Ideologie und die Zerstörungswut, die sich in diesen Tagen gezeigt hat und führt sie unzulässigerweise zurück auf archaische Verhaltensweisen.

Christa Maria Wallau | So, 16. Juli 2017 - 17:29

Je schlechter die allgemeine Schulbildung in einem
Land ist, je ärmer viele Menschen sind und je größer das Land ist, umso eher kann ein "Alphatier" dort das Ruder übernehmen bzw. viele Leute "verhexen".

In der Schweiz: Schlicht unvorstellbar!
Oder ist etwa jemand anderer Meinung?

In Deutschland, das sich ja lieber heute als morgen
in die Vereinigten Staaten von Europa "auflösen"
möchte, dürften nach dem "Muttertier" Merkel noch viel gefährlichere "Alphatiere" als Trump wieder eine Chance bekommen, eines Tages die Macht zu ergreifen. Es müssen nur noch schlechtere wirtschaftliche Bedingungen kommen.
Die Bildung ist schon schlecht genug dafür!

H. Joachim Luig | So, 16. Juli 2017 - 17:46

im Raume, ob jeder, der sich so gebärdet, gleich ein Alphatier ist. Schließlich braucht's dazu ja auch Betas, und seit Huxley wissen wir, was ein Epsilon minus ist. Was, wenn die tatsächlichen Alphas einen
Vermeintlichen nur abnicken, um das Peter-Prinzip zu aktivieren?

Wolfgang Lang | So, 16. Juli 2017 - 19:07

Sie haben leider die deutschen Alphajournalisten vergessen. Ich zähl die jetzt nicht auf, sonst bekommt mein Anwalt Arbeit. Aber die sind in mehrfacher Hinsicht gefährlich. Russlandhetze, Rechtfertigung der Angriffskriege der NATO, Untergraben der Demokratie durch Mitgliedschaft in dubiosen Klubs und Brücken. Enge Kontakte zu Geheimdienstmilieus. Exorbitante Selbstgerechtigkeit.

Dimitri Gales | So, 16. Juli 2017 - 20:32

Eine etwas naive Frage. Auch wir sind (konditionierte) Primaten, haben nur ein komplexeres Grosshirn. Aber der Steinzeitmensch in uns ist immer präsent, trotz Hightech. Schon Sigmund Freund schrieb, dass die Zivilisationsdecke sehr dünn ist. Das heisst, sie kann jederzeit einbrechen.

Claudia Martin | Mo, 17. Juli 2017 - 08:50

macht die gesellschaftliche Auseinandersetzung in D klar. Tankret Dorst hat Recht. Die Zivilisation ist in ständiger Gefahr. Können die in D herrschenden Blumenkinder unsere Zivilisation retten ? Wohl kaum. Alphatiere alleine reichen da jedoch auch nicht aus. Das Rudel muss auch stark sein. Durch die Überbevölkerung in den sogenannten Entwicklungslaendern steigt der Migrationsdruck. Survival of the fittest. Sind wir fit? Ist unsere Zivilisation fit? Wohl nicht. Alphatier hin oder her. Wir werden uns die passende Nische suchen müssen. Wird sie komfortabel sein?

helmut armbruster | Mo, 17. Juli 2017 - 10:32

es gibt so etwas wie angeborenes Charisma. Das kann man nicht erlernen und das kann man sich auch nicht sonst irgendwie aneignen.
Ich habe es persönlich erlebt in Rom als der damalige Papst Johannes Paul II meine Pfarrei besuchte in seiner Eigenschaft als Bischof von Rom.
Als er im Innenhof aus seinem Auto stieg ist das halbe Empfangskomitee ohnmächtig zu Boden gesunken und auch der bereitgestellte Kirchenchor brachte keinen Ton heraus. Die Ausstrahlung war so stark, die Leute konnten sich nicht mehr auf den Beinen halten. Das hohe Amt und der Titel Papst mögen mit dazu beigetragen haben, aber es war über deutlich zu spüren, dass es das alleine nicht war.
Ich bezweifle stark, ob die heutigen sog. Alphatiere aus der Politik à la Putin, Erdogan, Trump u. Merkel ein solches Charisma besitzen.

Bernhard Jasper | Mo, 17. Juli 2017 - 11:03

Der Beitrag scheint aus der Welt der Monster zu stammen. „Kong“ ist nicht das einzige Monster für große Kinder. Dabei ist es in der Phantasiewelt wichtig, die Kreaturen so zu entwerfen und zu beschreiben, als ob sie wirklich existieren könnten. Erst dann entfaltet sich die wahre grauenerregende Fiktion im Drehbuch der Medienwelt.

Die Bilder und Vergleiche sind natürlich zurückzuweisen, denn aus der Anthropologie wissen wir, dass es eine entscheidende Differenz zwischen Mensch und Tier gibt. Der Mensch ist sich seiner Existenzform bewusst. Der Mensch kann in Distanz zu sich treten - durch Reflexion.

Dr. Lothar Sukstorf | Mo, 17. Juli 2017 - 11:49

Trump ist morgens um HALBS SECHS doch gar nicht auf. Alphatiere haben es eigentlich gar nicht nötig so früh aufzustehen, es sei denn in der Brunftzeit. Kann es nicht auch um halb sieben sein? oder halb acht, halb neun? Halb sechs hat sich mittlerweile literarisch abgenutzt...

Thomas Bonsack | Mo, 17. Juli 2017 - 11:58

Unstrittig das Donald Trump ein Alphatier ist, unstrittig ist aber auch, dass überall versucht wird, sich daran abzuarbeiten, so auch in diesem Artikel. Das was Donald Trump macht ist Show, seine Gags, man erinnere sich daran wie er sich über Rubio lustig gemacht hat, hat in mich sofort an die Harals Schmidt Show denken lassen. Harald Schmidt hätte den Gag genauso gemacht. Wer also Harald Schmidt nicht versteht, also nichts mit seiner Art Humor anfangen kann, der kann auch nichts mit Donald Trump anfangen.

Der Erfolg von Donald Trump lässt sich sicherlich auf seine Auftritte zurückführen, in denen er sich wider der political correctness positionierte. Das dieses Verhalten bei den Menschen angekommen ist, zeigt, dass es Alphatiere braucht, auch in einer Zivilisation. Das deshalb, weil die Zivilisation mittlerweile völlig überfeinerte Züge angenommen hat. Dazu gehört die Genderforschung, die Vermeidung und Ächtung einzelner Begriffe, das Umschreiben von Kinderbüchern usw.

Michaela Diederichs | Mo, 17. Juli 2017 - 13:17

Alphatiere wie Trump, Putin, Erdogan, erinnern an Antiquitäten. Das bürgerliche Alphatier von heute pflegt ein Softieimage und hat kein Problem damit, Wände zu beschmieren, Steine und Molotowcocktails (auf Polizisten) zu schmeißen. Joschka Fischer auf Krawall gebürstet im Kontrast zu seiner strickenden und häkelnden Grünenfraktion fällt mir dazu ein. Gewalt gegen Andersdenkende und Staatsorgane ist okay und innerhalb der eigenen Reihen grüßt man sich mit Peace-Zeichen. Trump mag sich physisch chronisch in den Vordergrund stellen, prahlen und attackieren. Die neuen Alphatiere stellen sich ebenfalls chronisch in den Vordergrund, attackieren und prahlen auf subtile Weise und bekommen so ebenfalls Aufmerksamkeit. "Mit Verlaub, Sie sind ein Arschloch", Turnschuhe zur Vereidigung etc. Die Stilmittel sind vielleicht andere, das Ergebnis ist gleich. Wer definiert, wer das größere "Arschloch" ist? Es geht um Macht, nicht um Menschen.

Cecilia Mohn | Di, 18. Juli 2017 - 11:27

Also mir hat der Artikel gut gefallen, weil er nicht nur beschreibt, was ist, sondern auch was sein könnte oder sollte. "Ein lieber Vater" - das klingt vielleicht einigen Vertretern oder Mitläufern der Postpostpostmoderne zu anheimelnd und realitätsfern. Und trotzdem wäre diese Vorstellung gut. Gewalt ist abzulehnen - das wird doch seit Jahren "gepredigt" von den "Demokraten" - aber nicht praktiziert. Gewalt wird überall auf der Welt beängstigend oft toleriert und befördert.
"Ein lieber Vater" ist eine Metapher für jemanden mit echten Führungsqualitäten. Im Übrigen bin ich schon lange der Meinung, dass wir eine neue Renaissance brauchen - d.h. wir sollten uns erinnern an das, was Goethe, Schiller, Shakespeare Dante usw. vorgedacht haben. Und nicht im tatsächlichen und geistigen Müll versinken.
Danke, Sabine Bergk

Gad Israel | Mi, 19. Juli 2017 - 01:31

Ist schon ein wenig irritierend, nach welchen Kreterin hier Meinungen veröffentlicht werden, oder auch nicht veröffentlicht werden, von der Redaktion.
So langsam beschleicht mich der Gedanke, dass die hier nicht-veröffentlichten Beiträge möglicherweise genauso interessant sind wie die Veröffentlichten.
Lex Cicero?

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