Streitgespräch - „Gewalt kann per se nicht links motiviert sein“ - „Neonazis waren es sicher nicht“

Kolumne: Lechts und Rinks. Für Angela Marquardt sind die Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel in Hamburg mit dem Begriff links nicht vereinbar. Hugo Müller-Vogg hält dagegen

Angehörige des schwarzen Blocks stehen mit gereckter Faust um ein Feuer auf der Straße herum.
Ausschreitungen zum G20-Gipfel im Hamburger Schanzenviertel / picture alliance

Autoreninfo

Dr. Hugo Müller-Vogg arbeitet als Publizist in Berlin. Der gebürtige Mannheimer war von 1988 bis 2001 Mitherausgeber der F.A.Z. Sein aktuelles Buch „Wolfgang Bosbach: Endspurt. Wie Politik tatsächlich ist – und wie sie sein sollte” ist im Herbst 2016 erschienen.

So erreichen Sie Hugo Müller-Vogg:

Autoreninfo

Angela Marquardt saß von 1998 bis 2002 für die PDS im Bundestag. 2003 trat sie aus der Partei aus, und 2008 in die SPD ein. Sie ist Mitarbeiterin im Bundestagsbüro von Sozial- und Arbeitsministerin Andrea Nahles sowie Geschäftsführerin des Arbeitskreises „Denkfabrik“ der SPD.

So erreichen Sie Angela Marquardt:

Hugo Müller-Vogg: Es gibt zwischen uns beiden zweifellos keinen Dissens, dass Gewalt als Mittel der Politik in höchstem Maß undemokratisch und inhuman ist. Das haben wir ja beim G20-Gipfel in Hamburg gesehen. Was ich aber nicht verstehe, dass die Gewalttäter von Hamburg keine Linken gewesen sein sollen. Neonazis waren sie sicher nicht.

Angela Marquardt: Da bin ich aber froh, dass mir nicht wieder unterstellt wird, ich würde Gewalt auch nur im Ansatz legitim finden. Wir werden also schwerlich einen Dissens finden. Wer Gewalt relativiert, ist weder links noch an demokratischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen oder Menschen interessiert.

Müller-Vogg: Also, wer mit Gewalt gegen den „Kapitalismus“ zu Felde zieht, wie jetzt ins Hamburg, gehört doch sicher nicht ins rechtsextreme Lager. Mir fällt auf, dass viele SPD-Politiker behaupten, aufgrund linker, antikapitalistischer Motive werde niemand gewalttätig. Die RAF hat aus linksextremistischen Motiven gemordet, die NSU aus rechtsextremistischen – was denn sonst?

Marquardt: Wie kommen sie denn auf die Idee, dass diejenigen, die in Hamburg Autos angezündet, Geschäfte zerstört und Angst verbreitet haben, gegen den Kapitalismus zu Felde gezogen sind? Ich habe nur blinde Zerstörungswut gesehen. Und zur RAF: Kann ja sein, dass die sich selbst als unglaublich links und antikapitalistisch empfunden haben. Wer Menschen ermordet und Gewalt anwendet, hat den Grundgedanken linker Politik nicht verstanden. Man kann sich nur schämen, dass sich solche Leute links nennen und Menschen wie mich damit diskreditieren.

Müller-Vogg: Die Sympathisanten der Gewalttäter aus der linken Hamburger Szene, zum Beispiel aus der Roten Flora, machen aus ihrem antikapitalistischen Bewusstsein keinen Hehl. Ich verstehe ohnehin die Aufregung über den Begriff „linke Gewalt“ nicht. In der polizeilichen Kriminalitätsstatistik wird bei politisch motivierten Straftaten immer zwischen „links“ und „rechts“ unterschieden; in den Verfassungsschutzberichten übrigens auch. Die politische Linke differenziert selbst auch nicht, wenn sie zum „Kampf gegen rechts“ bläst. Da werfen die großen Vereinfacher à la Stegner alles in einen „rechten“ Topf. Konservative, CDU/CSU, AfD, Pegida, NPD, NSU – von rechter Mitte bis zu den Rechtsextremen: Alles kommt in denselben Sack und dann wird kräftig draufgeschlagen.

Marquardt: Dass ich differenziere, wissen Sie. Und ganz ehrlich: Was im Verfassungsschutzbericht dazu steht, ist mir egal. Gewalt ist das Mittel von Demokratie- und Menschenfeinden und kann damit – für mich – per se nicht links motiviert sein. Mal davon abgesehen, dass man sich wehren darf, so wie ich, als ich regelmäßig von Nazis tätlich angegriffen wurde. Für mich ist mit dem Begriff links alles nicht vereinbar, was da in Hamburg geschehen ist. Das können Andere anders sehen. Für den Rechtsextremismus ist die Gewalt konstituierend. So, wie sie das für den Faschismus auch ist.

Müller-Vogg: Für mich sind die Gewalttäter aus dem Schwarzen Block Links-Faschisten. Aber da drehen wir uns begrifflich im Kreis.

Marquardt: Vermutlich drehen wir uns wirklich im Kreis. Ich kann nämlich mit Links-Faschisten als Begriff nichts anfangen. Im Gegenteil, ein solcher Begriff verharmlost in meinen Augen Faschismus. Faschismus beinhaltet ja immer die Idee, einige Menschen seien weniger wert als andere, deshalb gehören sie ausgegrenzt oder gar ausgerottet. Das gibt es bei einem linken Ansatz eben gerade nicht. Vielleicht ist der Kompromiss, dass Gewalt Gewalt ist.

Dies ist der vierte Teil unserer Serie von Streitgesprächen zwischen der linken SPD-Politikerin Angela Marquardt und dem konservativen Publizisten Hugo Müller-Vogg. Trotz der politischen Unterschiede verbindet beide eine Freundschaft. Bis zur Bundestagswahl werden sie regelmäßig das Politgeschehen kommentieren.

Bernhard Jasper | Fr, 14. Juli 2017 - 11:25

Ich werde den Auftritt von Wolf Biermann im Deutschen Bundestag nicht vergessen, als er die versammelte „Linkspartei“ weder „rechts“ noch „links“ verortete, sondern als „reaktionär“ bezeichnete.

In der Politik wird ja der Begriff „Reaktionär“ zum Synonym für die Ewiggestrigen gebraucht. Auch heute trifft dieses weiterhin auf das „politische Rechts und Links“ zu. Es sind Ewiggestrige.

Armin Latell | Sa, 15. Juli 2017 - 13:03

In reply to by Bernhard Jasper

Mag sein, ich frage mich aber, wer das Heute und Morgen definiert und wer die Heutigen und zukünftigen Morgigen sind und ob die dann morgen nicht auch wieder die Ewiggestrigen sein werden. Fragen von existenzieller Bedeutung, genauso wie Biermanns Aussage....Merkwürdigerweise wird der Kampf gegen Rechts (und nur der) von dieser Regierung mit Millionen Steuergeldern an linke Organisationen (die sich auch selbst so bezeichnen) unterstützt, also auch ewiggestrig...

Ursula Schneider | Fr, 14. Juli 2017 - 11:30

Gewalt per se nicht links??

Unter Lenin, Stalin, Mao oder Pol Pot wurden alle, die der Bourgeoisie, der Intelligenzia oder überhaupt den Besitzenden angehörten, als "Ungeziefer" bezeichnet und wie dieses gnadenlos in Massen ausgerottet!

Wo ist da der Unterschied zu den Auswüchsen des Faschismus?

Liebe Frau Schneider, und in Deutschland ging es mit der linken Gewalt weiter: die Auseinandersetzungen um die Startbahn West (die erst mit dem Tode von zwei Polizeibeamten aufhörte), die Krawalle in Frankfurt/Main, bei dennen Joschka Fischer und Jürgen Trittin fleißig mitmischten, die sogenannte Friedendemonstration in Bonn, als die "Friedens"-Demonstranten den "Friedens"-Nobelpreisträger Willy Brandt mit Eiern bewarfen, usw. usw.

Larissa Tscherkow | Fr, 14. Juli 2017 - 11:33

Weltgeschichte! Mao Zedong. Joseph Stalin. Pol Pot. Allein diese drei Namen reichen aus, um zu zeigen, zu welchen Verbrechen Linke fähig sind.

Ich finde es unfassbar, dass in Deutschland 2017 immer noch geleugnet werden kann, dass alle Ideologien pervertiert werden könnnen, und das sogar ganz besonders linke Ideologie dafür anfällig ist pervertiert zu werden, wie die Geschichte zeigt.

Frau Marquardt, jahrzehntelang haben viele hunderte Millionen Menschen überall auf der Welt unter linker Ideologie gelitten. Erzählen sie denen bitte nicht Linke wären immer gut.

Sehr geehrte Frau Tscherkow, bei mir ist LINKS in Deutschland gleich kritisches Denken.
Wenn man die LINKEN als Partei mit Stalin, Mao oder Pol Pot vergleicht, hat, es tut mir leid, das sagen zu müssen, eine völlige Geschichtsverkehrung.
Der Korpsgeist des Autoritarismus geht um. Höchste Gefahr für unsere Demokratie.
Das kritische Denken soll ausgeschaltet werden mit dieser einseitigen Hetze auf Linke Politiker. Wem nutzt es? Denken Sie mal nach.

Sehr geehrter Herr Dreis,
Sie unterliegen einem Irrtum, wenn Sie meinen "kritisches Denken" sei ein Synonym für LINKS. Auch konservative Bürger können kritisch Denken. Das ist an kein Lager gebunden. Andererseits muss man leider feststellen, dass aus dem linken Spektrum sehr schnell zu den "Schlag-tot-worten" wie "Nazis", "Rassisten" u.ä. gegriffen wird, nur wenn man kritische Vorbehalte gegenüber der derzeitigen Einwanderungspolitik hat. Nicht jeder Anhänger der SPD ist ein Sozialist, nicht jeder Linker ist ein Kommunist und nicht jeder Anhänger der AfD ist ein Nazi.

Während meines Studiums hatte ich es mit nicht wenigen Linken zu tun, die für sich "kritisches Denken" in Anspruch genommen haben. Dies bedeutete meist das unreflektierte Nachreden linker Versatzstücke. Eine echte geistige Auseinandersetzung mit diesen "kritisch Denkenden" war nicht möglich - denn sie hatten per se von vornherein recht, und wer nicht so redete wie sie, der dachte eben "nicht kritisch". Redete man ihnen nicht nach, dann hatte man "das falsche Bewusstsein", dann fuhren sie einem heftig über den Mund. Ergab man sich ihrer Beredsamkeit nicht, dann wurden sie eklig - und wie! Aber es ist jetzt mal wieder interessant, nach dem G 20 Desaster, die Selbstglorifizierung inklusive Selbstmitleid der Linken und ihren Unwillen zur kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Ideologie vorgeführt zu bekommen.

Stimmt, Frau Medel: Linke haben immer recht. Wenn die Realität nicht ihrem Weltbild entspricht, ändern sie nicht ihr Weltbild (eine erstarrte Ideologie, die primär aus dem 19. Jh. stammt), sondern sie deuten die Realität um. Aktuellstes Beispiel: Nach den Hamburger Krawallen geht keine/r der führenden Linken einmal in sich und hinterfragt kritisch ihre/seine Unterstützung von Brutstätten linker Gewalt wie der "Roten Flora". Nein, nachdem jahrelang gegen "Rechte Gewalt" gedonnert wurde, soll Gewalt auf einmal - Akrakadabra- nichts mit Politik und Ideologie zu tun haben. Weil es sie "von links ja per definitionam nicht geben kann" (Zitat Stegner). Was für eine perverse Logik.

Eine echte geistige und kritische Auseinandersetzung ist mit jenen Linken nicht möglich, die ihre Ideologie, den Marxismus, quasi als Religionsersatz gebrauchen. Menschen, die gläubig(!) sind, die "wissen", dass sie im Alleinbesitz der Wahrheit sind. Das ist zwar ein gigantomanischer Widerspruch, aber so ticken wir Homo Sapiens nunmal.

Stalin, Mao und Pot: Sind Kommunisten keine Linken? Und was die Partei DIE LINKE betrifft; zusammengeschlossen aus PDS und WASG. Die PDS ist nicht Nachfolgepartei der kommunistischen SED? Und die WASG nicht ein Zusammenschluß. l i n k e r Gewerkschafter, denen die SPD zu handzahm war, zu wenig Klassenkampf betrieben hat? Wer verkehrt hier die Geschichte?

"rechts", Herr Dreis, dann stimmt es.
Kritisches Denken findet heute rechts statt - nämlich gegen den linken Mainstream. Und der Korpsgeist dieses Mainstreams ist genau das, was unsere Demokratie heute am meisten bedroht. Mit der einseitigen Hetze gegen alles, was rechts ist (AfD, Pegida, Islam-Kritiker usw., es betrifft viele unabhängige Köpfe in Deutschland)soll das kritische Denken ausgeschaltet werden. Beispiele dafür gibt es zuhauf!

Die Schuldzuweisung der Polizei zu zuschieben ist schon törichter Unfug.Das die AFD, wenn sie dabei gewesen wäre der „volle Hammer“ getroffen hätte,auch klar.Das sehr große Teile der Linken,wie auch Grüne und nicht zu vergessen SPD Anhänger gegen ihre Wahlfeinde die AFD schießen ist nicht angenehm für die Partei und ihre Befürworter.Es gehört eben zur Gelebten Demokratie.Nur hat es in keiner Stadt bei einer AFD Demo Gewalt, Steine Werfer oder brennende Autos und ausgeraubte Geschäfte gegeben.Wo frage ich ist nun der rechte Mob und Pöbel? Natürlich nicht rechts,der ist wie in HH gesehen sondern rechts von der AFD. Aussen rechts von den geglaubten intelligenteren Gutmenschen überholt worden. Das ist also das neue Feindbild an dem sich die Wähler orientieren sollten.Auch die AFD hat nun seinen „Feind“ rechts neben sich,eine völlig andere Position.Möchte damit sagen, diese Parteien waren mit dieser gezeigten Leistung in HH kontraproduktiv für ihr Wahlergebnis.

Herr Henning, Faru Medel, Herr Dr.Mock und Frau Schneider, vielen Dank für ihre passenden Entgegnungen. Herr Dreis warnt vor sich selbst. Von der verflossenen DDR haben wir gelernt, dass kritisches Denken, oder gar womöglich öffentliches Äußern in diesem (sozialistischen, autoritären) Staat, der Inkarnation des Hetzer- und Denunziantentums, strafbar waren und gnadenlos geahndet wurde. Und wenn ich so darüber nachdenke, dann sind wir wieder auf dem besten Wege dorthin, ein Verdienst polit. Einstellung wie der des Herrn Dreis.

Ihr letzter Satz: Nach meiner Erfahrung ist eher das Gegenteil der Fall. Wie die Ahnenreihe der von Ihnen aufgezählten Diktatoren sowie z.B. die Geschichte der RAF zeigen, neigen Linke dazu, Gewalttätern hinterherzulaufen. Und daß sich aktuell nichts geändert hat, zeigen nicht nur die Ereignisse in Hamburg, sondern auch die europäische Linke in anderen Ländern (Iglesias, Tsipras, Melenchon &Co.), die sich schon vor Jahren den kommunistischen Chávez als "Vorbild" ausgewählt hatten. Der (und sein Nachfolger) Venezuela in eine Kloake der Mißwirtschaft und einen Hort hemmungsloser Gewalt gegen Andersdenkende verwandelt haben.

Hans Page | Sa, 15. Juli 2017 - 11:25

In reply to by Dr. Roland Mock

auf allgemeingültige Einsichten zählt. Und wer diese Einsichten partout nicht teilen will, ist entweder geisteskrank oder muss umerzogen werden. Intoleranz, und der Zwang Widerspenstige auf den richtigen Pfad zu bringen, ist dann unvermeidlich. Das die Linke dieses Verhalten von der katholischen Kirche übernommen hat, geschenkt. Deshalb sind nur Gesellschaftsformen, die es dem Individuum überlassen zu entscheiden wie es sich verhalten will, die einzigen die letztlich lebenswert sind. Konservatives Denken eindrischt.

Holger Stockinger | Fr, 14. Juli 2017 - 11:36

Daß Gutmenschen "Dritte-Welt-Läden" unterhalten mit fair geplückten Kaffeebohnen, bedeutet keinesfalls, hier besonderen politischen Reifegrad zu ernten.

Die Metamorphose der SED nach mehreren Umbenennungen zur "Die LINKE" fände Ovid möglicherweise köstlich, hätte er ausreichend Bananen, um affenartig und gewaltfrei "um sich schmeißen" zu dürfen ...

Larissa Tscherkow | Fr, 14. Juli 2017 - 11:45

Eine ironische Frage ist mir noch eingefallen. Ich bitte den Cicero den Doppelpost zu entschuldigen und diese Frage zu posten, da ich sie äußerst interessant finde.

Frage: Wenn in Deutschland alle Rechten mit Hitler gleichgesetzt werden, warum werden dann nicht alle Linken mit Stalin gleichgesetzt?

Walter Lohöfener | Fr, 14. Juli 2017 - 13:08

In reply to by Larissa Tscherkow

Erstens hat das machtpolitische Gründe. Dem US-Imperium und dem entstehenden EU-Imperium nutzt eine antinationale Stimmung eher als dass ein neo-kommunistischer Ruf ihr schadet. Außerdem ist die Überwindung des Hitler-Regimes der große Mythos, auf das die moderne Friedensgesellschaft sich stützt. Beide liegen damit natürlich nicht ganz falsch, aber riskieren eine Verharmlosung des Linksextremismus.

Zweitens hat es institutionelle Gründe. Die den tonangebenden Intellektuellen in Bildungsinstituten und Medien sind nach eigenen Angaben eher links, weswegen sie auf diesem Auge eher blind sind. Mit angeblicher Toleranz von Andersdenkenden (klassisch Liberalen, Konservativen, Alternativen) hat das wenig zu tun. Und mit eine korrekten Pflege der Tradition der Aufklärung auch nicht, denn diese Intektuellen sind mittlerweile weniger an universellen Werten sondern an eigentlich widerlegten postkolonialen und postmodernen Theorien interessiert.

könnte kommunikationstheoretisch vielleicht sogar Luthers Aufenthalt auf der Wartburg damit erklärt werden, daß der sogenannte "Wartburg" der DDR weder mit Luther noch Stalin zu tun hatte, sondern eher mit einem x-beliebigen Antifaschismus, der beim Überwinden einer Grenze so wichtig war, daß Selbstschußanlagen dafür sorgten, kein Automobil namens Wartburg in das feindliche Westdeutschland transferieren zu dürfen.

Die Gewaltverharmlosung der GROKO (CDU/CSU/SPD) plus GRÜNE, LINKE etc. ist statt friedlich eher ein Hinweis darauf, daß die Zustände in Deutschland bürgerkriegsähnlicher werden werden als dem deutschen Michel bewußt

Heidemarie Heim | Fr, 14. Juli 2017 - 13:53

In reply to by Larissa Tscherkow

Jesses!,liebe Frau Tscherkow,ist Ihre Frage unsere "Hausaufgabe" :) für`s Wochenend? Da muß ich glaube ich erst noch mal Gingko-Vital einwerfen.Also sind wir laut eigenem Bekunden erst mal Weltmeister in Vergangenheitsbewältigung.Wir verfügen ab Jahrgang 1945 über ein exzellentes Langzeitgedächtnis für rechte Gräuel, auch wenn man bei Staatsgründung der BRD zur Aufrechterhaltung oder Neugründung des Apparates auf viele Autobahnbefürworter zurückgreifen musste und auf die biologische Uhr hoffte.
Im folgenden Auferstehen aus den Trümmern und der neuen Demokratie verpflichtet
tolerierte man sogar im Kalten Krieg viel linksrevolutionäres,Hauptsache kein Schwenk mehr nach rechts.Übrigens: Auf meine entsetzte Frage an einen Freund,
gebürtig in Kasachstan,nun Deutscher,wieso er Genosse Stalin gut findet,erntete ich
Unverständnis und überhaupt wäre ich wohl der westlichen Propaganda erlegen.???
Genauso erging es mir mit manch ehemaligen SED-Fan.Ich geb`s auf so was zu
ergründen!MfG

Arnold Dreis | Fr, 14. Juli 2017 - 15:28

In reply to by Larissa Tscherkow

Frau Tscherkow, schon wieder versuchen Sie Geschichte falsch zu interpretieren.
Hitler war ein Nationalsoziallistischer Diktator, dem Millionen zum Opfer fielen.
Stalin war ein kommunistischer Diktator, dem auch Millionen zum Opfer fielen.
Das bedeutet: beide waren Gewalttäter und Mörder und das Volk ist ihnen hinterher gelaufen.
Was hat dann noch rechts oder links zu bedeuten?
Ob Gewalt und Mord rechts oder links ist, ist doch vollkommen egal.
Diese ganze Disskusion über die Chaoten in Hamburg hilft doch nur den sog. konservativen, die Gesetze durchzubekommen, die die Freiheit des Bürgers und dessen Denken behindern. Dies haben Stalin und Hitler in einem mörderischen Ausmass verwirklicht.
Wenn jetzt die CDU/CSU links wäre, wer wäre dann rechts?

Wolfgang Tröbner | Fr, 14. Juli 2017 - 17:45

In reply to by Arnold Dreis

Sie haben insofern recht, dass es letzten Endes egal ist, ob der Terror links oder rechts ist. Aber, es ist keineswegs egal, wenn wir hierzulande jahrelang vernehmen müssen, was die bösen Rechten wieder alles verbrochen haben, während die guten Linken stets im Dienste des Weltfriedens unterwegs sind und die Blümchen gießen. Obwohl es schon seit Jahren die Spatzen von den Dächern pfeifen, dass die Linken beileibe nicht die Friedenstauben sind, die sie gerne vorgeben zu sein. Auch deshalb wird es langsam Zeit, den linken Terror als das zu brandmarken, was er ist. Links. Auch wenn es einige gibt, die die linke Gewalt liebend gern den Rechten (bzw. vermeintlich Rechten) in die Schuhe schieben möchten und dabei die Deutungshoheit beanspruchen, wer als Rechter und wer als Linker zu gelten hat.
Und dass die CDU ziemlich nach links gerückt ist, dürfte auch Ihnen nicht ganz entgangen sein. Der rechte Platz neben der CDU ist dabei frei geworden. So einfach ist das.

Rolf Pohl | Fr, 14. Juli 2017 - 18:24

In reply to by Arnold Dreis

... entging Ihnen Frau Tscherkows Hinweis aufs Ironische Ihrer Zeilen. Wer Hitler und/oder Stalin waren ist doch klar, beide waren staatlich sanktionierte Mörder.

Zweitens, in Hamburg waren keine Chaoten am Werk, denn Chaoten könnten auch harmlose Spinner und Eigenbrödler sein. Korrekte Sprachverwendung unmd Begriffszuordnung wäre also schon wichtig. In Hamburg allerdings waren Straftäter und primitiver Mob auf Strassen und Dächern um Menschen und Sachen zu schaden. Neben denen gingen übrigens berechtigte Anliegen friedlicher Demonstranten leider völlig unter.

Drittens, sah und sieht sich auch dieser Mob in Hamburg als links, übrigens incl. der Protagonisten aus der sog. Roten Flora. Exakt also so wie sich Rechtsradikale als rechts sehen und dabei auch dumpf rechts sind und so wirken.
Somit wird und ist dies ein zum Vergleich anregegender Fakt.

Radikale links wie rechts gleichen in ihrer Wirkung so wie ein Ei dem Anderen.

Heidemarie Heim | Fr, 14. Juli 2017 - 11:46

Und was Politiker wie Stegner im Versuch sich ihrer
Verantwortlichkeit zu entziehen so von sich geben..
Das interessiert weder den Polizeibeamten,der beinahe eine Betonplatte aus 12m Höhe auf den Helm bekommen hat,noch den Berufspendler,der
fassungslos vor seiner molotow-bestückten PKW-Ruine stand.Und der Begriff Faschismus aus
dem italienischen Bündel,Bund,Bündnis Gleichgesinnter,die sich hier aktuell zusammenfanden um weit gestreut aber zielgerichtet Gewalt gegen Mensch und Sache
anzuwenden,ist durchaus zutreffend.Natürlich nicht,wenn man Faschismus auf totalitäre
rechte Regime wie unter Gründer Mussolini,Hitler
usw.verkürzt.Das trennt man halt gerne vom eher "Linken",wie Stalinismus oder Pol Pot mit seinen Roten Khmer-Horden.Ja ich weiss,solche Vergleiche sind to much,aber der Streit um Begrifflichkeiten nach solchen Anlässen hilft den Opfern politischen Versagens kein Jota weiter.Weder von rinks noch lechts und ich warte wieder vergebens auf Übernahme der Verantwortung! MfG

Georg-Michael Peters | Fr, 14. Juli 2017 - 11:52

Ich schlage vor, dieses "Streitgespräch" zu rationalisieren:
1. Einleitung M-V: "in HH hat es linke Gewalt gegeben"
2. M: es gibt keine linke Gewalt
3. MV: es gibt linke Gewalt
4. Wiederhole 2. und 3. bis der Artikel beendet werden soll.
Wahlweise kann man natürlich auch Kreuzzüge, Faschismus, Stalinismus, Mafia, Nationalsozialismus, US-Imperialismus in dieser Weise abhandeln. Die Diskutierenden sind leicht zu ersetzen, u.U. könnte man nach Punkt 3. noch einen Moderator Illner, Plasberg, usw. einfügen: "ich fasse zusammen..."
Auch lassen sich die Punkte 2. und 3. durch Gruppen darstellen, Hauptsache, es gibt ein Muster. (das wäre dann eine "Talkshow", also weder Talk noch show, aber das führt jetzt zu weit...

Robert Müller | Fr, 14. Juli 2017 - 11:58

Die Argumentation erinnert mich stark an das was nach islamistischen Anschlägen geschrieben und gesagt wird. Da wird auch immer ein Ausschluss des Täters aus der eigenen Gruppe versucht. Interessant ist auch, dass die Gegenseite das immer versucht zu verhindern, also wie kann man die Täter möglichst eng mit der verhassten Gegengruppe in Verbindung bringen. Dann gibt es noch die beliebte Methode die Gegengruppe zu diffamieren, hier müsste man also von "linken Hass-Attacken" sprechen.

Persönlich finde ich das alles kindergarten.

Martina Rothe | Fr, 14. Juli 2017 - 15:04

In reply to by Robert Müller

kam mir beim Lesen des Artikels auch.Die Linken wie die Muslime leugnen einen Zusammenhang mit ihren Werte Vorstellungen,bzw.ihrer Religion.Beide Gruppen sollten mal hinterfragen,wie tolerant sie sind,Andersdenkenden gegenüber.Da bleibt nicht viel übrig.

Manfred Steffan | Fr, 14. Juli 2017 - 17:26

In reply to by Robert Müller

(und einigen anderen hier). Damit die eigenen Weltanschauung unbefleckt bleibt, werden unschöne Dinge wie Gewalt herausdefiniert. So kann man aber keine sinnvolle Diskussion führen. Die Täter berufen sich schließlich auf die entsprechende Weltanschauung. Man wird wohl oder übel ihre Selbstdefinition als Anhaltspunkt nehmen müssen. Und wenn man dann noch die wechselseitigen Sympathien zwischen Tätern und anderen gesellschaftlichen Gruppen zur Kenntnis nimmt ... Z.B. die, die sagen, Gewalt sei zwar das falsche Mittel, aber das Anliegen der Täter sei schon berechtigt ... Erst recht die, die zwar persönlich niemals gewalttätig werden, aber den Erfolg der Gewaltausübung durch andere durchaus zu schätzen wissen. Da stellt sich dann die Frage: Stehen die wirklich hinter der freiheitlich-demokratischen Grundordnung? Mit Lippenbekenntnissen gegen Gewalt ist es nicht getan. Für welche Gesellschaftsordnung stehen die denn positiv?

Gerhard Hellriegel | Fr, 14. Juli 2017 - 11:58

Schön, hier auch einmal einer religiösen Diskussion beiwohnen zu dürfen. Offensichtlich geht es um den "wahren Linken" im Gegensatz zum "sogenannten Linken", besser noch "selbsternannten Linken".
Und immer wieder um die Frage: wer sind die Guten?

Vollstedt, Klaus | Fr, 14. Juli 2017 - 12:15

Zunächst fehlt bei der Analyse der Punkt, ob es sich um fremde Einflussagenten gehandelt haben kann. Boris Reitschuster zum Beispiel schreibt: „Als ich von ‚Gewalt-Touristen‘ in Hamburg las und von Russen unter den Gewalttätern, kam mir spontan Moskaus Generalstabschef Gerassimow in den Sinn. „Die Regeln des Krieges haben sich verändert“.

Und grundsätzlich gibt es natürlich linke Gewalt. Deswegen werden sie ja "Extremisten" genannt. Linke haben eine geringere Eigengruppenpräferenz und sind Wettbewerb und Hierarchie abgeneit. Deswegen sind sie skeptisch gegenüber Privateigentum. Deshalb "dürfen" sie es zerstören, wenn es "der Sache dient". Und weil die G20-Bosse angeblich nicht genug des "zu Unrecht" besessenen Privateigentums teilen, dann ist eben ein Zeichen der "eigentlichen Besitzer notwendig".

Wieso bekennt sich Frau Marquardt eigentlich nicht zum Menschenrecht auf Privateigentum?!

Bernd Fischer | Fr, 14. Juli 2017 - 12:22

Ignazio Silone sagte mal:
“Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‹Ich bin der Faschismus›. Nein, er wird sagen: ‹Ich bin der Antifaschismus›.”

Herbert Dietl | Fr, 14. Juli 2017 - 12:24

... der KPD/ SED: Aktionseinheit, Einheitsfront, Volksfront, Bündnispolitik - ein Klassiker bei den rotlackierten Faschisten. Nun wird ein neues Kapitel
hinzugefügt von den Linken: Tarnen, Täuschen, Tricksen.

Karsten Blümele | Fr, 14. Juli 2017 - 13:23

Lässt man die letzten Tage revue passieren, ist der Beißreflex der Vertreter der linken Ideologien verständlich.

Menschen, die sich selbst zum linken Lager zählen und solche Gewalttaten ausüben (bspw. 1. Mai und G20), sind natürlich in den Augen der linken Gruppen nicht dem linken Spektrum zugehörig, sondern ausschließlich Gewalttäter.

Das könnte man so stehen lassen, wenn genau diese Personen nicht im Umkehrschluss alles Konservative, was nicht deren Ideologie entspricht, in die rechts Ecke drücken würde (bspw. AfD und Pegida). Wobei selbst dies noch nicht so schlimm wäre. Was aber entlarvend ist, dass dann über das "Rechts sein" die Nazi-Keule geschwungen wird; pauschal!

Zusammenfassend denkt der linke für mein Verständnis so: "Links ist gut und friedlich. Wer nicht links (also gut und friedlich) ist, ist rechts, gewalttätig und ein Nazi. Sollte ein "gut und friedlich"-Mensch mal gewalttätig werden hatte er a) einen guten Grund dafür oder b) war es kein linker Genosse!"

Harro Meyer | Fr, 14. Juli 2017 - 13:52

Das ist das Typische an der gehobenen Politischen Auseinandersetzung, man redet permanent aneinander vorbei, versichert sich seiner persönlichen Hochschätzung um dann, wie statistisch zu erwarten, einige gleichgesetzte Worte fallen, das Thema für sich zu übernehmen, um es in seinem Stall unterzubringen.
Sowas nennt man unter ehrliche Menschen IDEENKLAU. Na,ja, es ist auch schwer beim 25. Thema Hamburg etwas ersprießliches herüberzubringen.

Andreas Oelsner | Fr, 14. Juli 2017 - 15:25

Also ,liebe ,ausschliesslich friedliche Linke :eure Ikone Che seid ihr jetzt auch los !Kollateralschaden ;Pech gehabt .Aber ihr werdet das Problem lösen ,mit Sicherheit .

Yvonne Walden | Fr, 14. Juli 2017 - 17:36

Chaoten sind keine Politiker, und Politiker sind keine Chaoten.
Inzwischen sickerte durch, daß etwa die Hälfte der Randalierer von Hamburg speziell aus dem Ausland angereist sei, um dort Terror und Aufruhr zu verbreiten.
In der Tagespresse werden diese Dinge kaum thematisiert, warum eigentlich nicht?
Wer steckt denn überhaupt hinter diesen gewaltbereiten Menschen, die allem Anschein nach gut vernetzt zu sein scheinen?
Weitere unbeantwortete Frage: Warum schlagen diese Chaoten bzw. Terroristen auf die Sicherheitskräfte ein, die doch bekanntlich keinerlei Verantwortung für die Politik der G20-Staatschefs tragen?
"Man schlägt das Ross und meint den Reiter", lautet eine Spruchweisheit.
Die Frage nach dem Warum ist damit allerdings noch nicht beantwortet.
Im Rückblick war es falsch, die Großstadt Hamburg zum Tagungsort zu machen.
Da war seinerzeit das Schloßhotel in Heiligendamm die erkennbar bessere Wahl.
"Linke" Politiker sind für das Hamburger Chaos jedenfalls nicht verantwortlich.

Verantwortlich sind erstmal die Chaoten Frau Walden ! Sie werden hoffentlich verurteilt. Statt lange über die Einrichtung von Camps zu streiten, hätte man zur Nutzung derselben die Registrierung über Ausweispapiere zur Bedingung machen sollen.
Ursächlich tragen Linke und Rechte Verantwortung dafür, dass sich im linken
Spektrum gewaltbereite Chaoten und im rechten Spektrum die AfD entwickeln konnten. Die Zulassung der Roten Flora und anderer Orte als Organisationsbasis hätte ebenso rechtsstaatlich verhindert werden können, wie die volksverhetzende Tätigkeit eines Herrn Höcke und anderer.
Um für alle Bürger ein Sicherheitsgefühl wieder herzustellen, ist verbale und
durch Taten bewiesene Distanzierung von Gewalt jeglicher Art erforderlich.
Jeder ist aufgerufen durch faire und anständige Verhaltensweise sowie
Respektierung unterschiedlicher Auffassungen seinen Beitrag zu leisten.

Armin Latell | Di, 18. Juli 2017 - 08:27

In reply to by Gerhard Hein

Das ist nicht ganz richtig, genaugenommen nur zur Hälfte:
"Ursächlich tragen Linke und Rechte Verantwortung dafür, dass sich im linken
Spektrum gewaltbereite Chaoten und im rechten Spektrum die AfD entwickeln konnten."
Ja, Linke, als Eigenschaft und als Partei, tragen die Verantwortung für die Entstehung der linksradikalen Gewaltverbrecher, wobei es ja eine geradezu paranoide Ausrede ist, linke Gewalt könne es per se nicht geben. Seis drum. Die AfD konnte sich entwickeln, weil die CDU/CSU so weit nach links gerückt ist und alle konservativen Positionen geräumt hat, dass rechts von ihr einfach eine riesige Lücke geblieben ist. Und Ihre implizite Unterstellung, diese wäre rechtsradikal und gewaltbereit, sollten Sie vielleicht an Beispielen (wenigstens eines) erklären.

Sehr geehrte Frau Walden,
immer wieder gern lese ich ihre Kommentare, da sie fundiert sind und mit Herzblut geschrieben scheinen. Doch jetzt halte ich Ihnen die Widerpart. Chaoten kommt von Chaos, und wenn Sie schreiben, Politiker seien keine Chaoten, dann muss ich mich aber fragen, warum wir hier hektoliterweise Tinte vergießen über unsere Politiker, die unser liebes Vaterland in den letzten zwei Jahrzehnten in chaotische Zustände versetzt haben. Kohl, Schröder, Steinbrück, Clement, Merkel, Maas, der Erzengel, Roth von den Grünen, Christal-Meth-Beck, Ralle, der bayrische
Bettvorleger usw.., usf., keine Chaoten? Klären Sie mich bitte auf.

Lutz Graul | Fr, 14. Juli 2017 - 17:41

Hallo, es stehen Wahlen vor der Tür und um Marx zu zitieren: " Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst des Kommunismus..." und da passt die Links- Autonomen voll zur Diffamierung der Linken. Denn es könnten diese noch Zulauf bekommen.
Und noch eins Herr Müller-Vogg ist garantier kein neutral geprögter Experte!!!

Nicolas Wolf | Fr, 14. Juli 2017 - 17:42

Ein Staat ohne die Androhung und Anwendung von Gewalt ist nicht möglich. Nur so funktioniert das mit Gesetzen, Steuern, Solzialabgaben etc. Mehr Staat bedeutet daher auch mehr Gewalt. Linke und Rechte wollen möglichst viel Staat und deshalb, logischerweise, auch möglichst viel staatliche Gewalt. Daher sind Linke für möglichst viel Gewalt, zumindest von staatlicher Seite. Soviel zur Theorie.

Man sieht es an den Extremen, wie Kambodscha oder Nordkorea, aber auch jetzt an etwas 'gemäßigteren' linken Ländern, wie DDR oder Venezuela, sehr deutlich, dass Gewalt auch im der Praxis fester Bestandteil linker Staaten ist. Das zur Empirie.

Da Linke bei der Betrachtung von Kausalität und Korrelation zur Gewalt neigen, kann man logischerweise nur sagen: "Linke sind per se zur Gewalt motiviert"...

Andreas Ulbrich | Fr, 14. Juli 2017 - 18:38

"Faschismus beinhaltet ja immer die Idee, einige Menschen seien weniger wert als andere, deshalb gehören sie ausgegrenzt oder gar ausgerottet. "
Sehr geehrte Frau Marquardt, wie ist das mit den Linken, die AfD-Politiker terrorisieren, z.B. den Zahnarzt in Berlin-Weißensee, die Wirte ruinieren, weil sie der AfD Räume vermieten? Sind das auch keine Linken? Waren Sie noch nie auf einer Anti-Afd Veranstaltung.

Renate Aldag | Fr, 14. Juli 2017 - 18:57

Das Gebäude, welches sich im Zentrum der "Schanze" befindet und mit linken Forderungen beschmiert ist, heisst "rote Flora" und nicht etwa braune oder schwarze Flora und ist der Rückzugspunkt für die kriminelle Vereinigung, die letzte Woche ihre Gewaltorgie mit Brandschatzen dort veranstaltet hat.

Sabine Schönfeld | Fr, 14. Juli 2017 - 21:27

Ich staune immer wieder, was manche Linke so Seltsames über geschichtliche und gesellschaftliche Zusammenhänge erzählen. Natürlich gab und gibt es Linksfaschismus. In seiner Extremform sicherlich im stalinistischen Russland. Wie viele Millionen, Frau Marquardt, fielen denn diesem System zum Opfer? Und erklärte man diese Menschen nicht für minderwertig und nicht lebensberechtigt, indem man sie einfach ermordete? Auch die DDR als letztes linksfaschistisches System auf deutschem Boden forderte Opfer. Nach Schätzung der Landeszentrale für politische Bildung in Thüringen belief sich die Gesamtzahl der Opfer des DDR-Regimes auf etwa 5,8 Mio (!). War dieses Regime, das seine Ideologie mit brutalster Gewalt durchsetze, etwa nicht linksfaschistisch? Und nach meinem Empfinden hat die Art, wie politisch Andersdenkende von Linken in Deutschland angegangen werden, längst auch totalitären bis faschistoiden Charakter. Frau Marquardt ist offenbar Teil dieses Systems, Verleugnung ein typisches Zeichen.

Ernst Laub | Fr, 14. Juli 2017 - 21:28

Bereits der erste "offizielle" Faschist, Benito Mussolini, war - bevor er vom britischen Geheimdienst finanziert und auf den "rechtsextremen" Weg gebracht wurde - ein führender Sozialist, Gewerkschafter und Pazifist.

Martin Wessner | Sa, 15. Juli 2017 - 05:19

Zitat: "Faschismus beinhaltet ja immer die Idee, einige Menschen seien weniger wert als andere, deshalb gehören sie ausgegrenzt oder gar ausgerottet. "

Interessant. Dann waren also Lenin und Stalin rechte Faschisten? Denn sie hatten während ihrer Schreckensherrschaft schließlich Kapitalisten, Geistliche, demokratische Konservative und Sozialdemokraten, Zar-Getreue, Bürgerliche, Kulaken oder Leute, die einfach nur dem Kommunismus ablehnend gegenüberstanden, als weniger wert als andere erachtet und sie sowohl ausgegrenzt, als auch ausgerottet und das im blutigsten Sinne des Wortes.

Martin Wessner | Sa, 15. Juli 2017 - 05:51

Vielleicht kann man sich auf diese Formel einigen: Jede Weltanschauung, jede Ideologie und jeder Glauben hat radikale, extremistische Anhänger, die zur Gewalt neigen, wenn sie ihre Ziele durchsetzen wollen.

Alfons Kuchlbacher | Sa, 15. Juli 2017 - 07:03

Diese Diskussion ist ein hervorragendes Beispiel, wie die Linke/der Sozialismus Sprache missbraucht um die Deutungshoheit zu erlangen.

Johan Oldeson | Sa, 15. Juli 2017 - 07:06

Es ist frappierend wie einfach es sich die Linke macht indem Gewalt als nicht links bezeichnet wird und quasi die negative und brutale Seite der linken Ideologie outgesourced wird. Als könnten Idologien ihre Dunkle Seite wie bei einer "Bad Bank" einfach auslagern. Das gleiche versucht die Linke auch beim Islam wo fein säuberlich zwischen Islam und Islamistisch semantisch unterschieden wird. Seltsamerweise tut sie das dann beim Nationalsozialismus nicht, wo alle Deutschen gefälligst bis in die nächsten Generationen eine Gesamtschuld tragen. Statt sich mit dem "No true Scotsmann" Trick immer wieder neu und rein zu definieren, sobald etwas die angeblich weisse Weste beschmutzt und die eine heilige Doktrin das links nur gut sein kann und unfehlbar ist in Frage stellt,sollte sich die Linke mal mit sich selbst beschäftigen. Genügend oft ist der Sozialismus in der Geschichte blutig gescheitert, als das man uns den immer wieder neu verkaufen will.

Christian Dörr | Sa, 15. Juli 2017 - 08:38

Die Antifaschistische Aktion steht eindeutig in der Geschichte des Roten Frontkämpferbund. Auch diese Kampforganisation der KPD war gewaltbereit, antifaschistisch und beging mit Unterorganisationen Polizistenmorde. Auch dort wurde Aktionismus großgeschrieben. Frau Marquardt sollte die Geschichte ihrer ehemaligen Partei besser kennen.

helmut armbruster | Sa, 15. Juli 2017 - 08:41

was ist mit den Basisschlagwörtern der linken Weltanschauung?
- Klassenkampf
- expropriiert die Expropriateure
- Diktatur des Proletariats
- Weltrevolution
Richtig, ohne Gewalt lässt sich nichts davon durchsetzen. Allein diese 4 Schlagworte lassen auch keinerlei Kompromissbereitschaft erkennen. Alle zielen auf Konfrontation und damit auf Gewalt.

Alexander Steinmann | Sa, 15. Juli 2017 - 09:30

Es ist der linke PC-Reflex, 1984 lässt grüßen, die Oberhoheit über die Sprache zu erhalten. So absurd es ist, die Hamburger Gewaltexzesse als nicht-links einzustufen, sollte man R2G jetzt beim Wort nehmen: dann können ja linke Politiker aufhören, diese "Faschisten" zu protegieren, also Rote Flora dichtmachen, Staatsknete für solche Leute einstellen.

Reinhard Benditte | So, 16. Juli 2017 - 10:42

Beispiel: Frau Schwesig, fuer die es Linksextremismus nicht gibt und das Programm gegen Linksextremismus ersatzlos streicht, oder
Frau Kipping, die Polizei und Randalierer auf eine Stufe stellt, Frau Roth, die bei Demos gegen den Staat mit marschiert, der bei Schüssen auf eine Polizistin jubelnde Thomas Goede usw.

Die gleiche Verharmlosung sieht man bei Frau Marquardt, da werden die Linksfaschisten als Nicht-Linke bezeichnet - eine reine Fassade, um sich reinzuwachsen und/ oder um abzulenken!

Wie schrieb die NZZ: "Die Verharmlosung der Gewalt beginnt bei der Wortwahl. Man nennt Strassenkämpfer Demonstranten, obwohl sie nicht ihr Grundrecht auf Meinungsfreiheit ausüben, sondern brandschatzen und den Tod von Polizisten in Kauf nehmen.
Der Unwillen, Probleme ungeschminkt zu benennen, wird gerne mit politischer Korrektheit erklärt."

Reinhard Benditte | So, 16. Juli 2017 - 10:47

Wer ein freies Land mit Meinungsvielfalt will, muss auch diesen Verharmlosern gegen über treten und Ihnen gegenüber Ross und Reiter benennen und dazu gehört auch die Gefahren des linken Gewaltextremismus. Auch da spielen die Rote Flora, die Rigaer Strasse, die Antifa usw. Eine unrühmliche Rolle - sie sind das gleiche wie die Neo-Nazis mit Ihren Kampfstiefeln, nur haben Sie ein anders Vorzeichen: Sie sind links und werden von Politikern wie Herrn Maas unterstützt bzw. Von Politikern wie Hr. Stegner und Martin Schulz verneint als gewalttätige Linke!

Michael Theuring | So, 16. Juli 2017 - 13:03

Kommt mir irgendwie bekannt vor. Wenn es um islamistische Gewalt geht - wie heißt es da immer?: "Das hat doch mit dem Islam nichts zu tun". Das gleiche Spiel spielen jetzt auch die Linskideologen vom Schlage A. Marquardt bis K.Barley. Wie lange soll sich der aufgeklärte Bürger das noch gefallen lassen?

Jürgen E. Möller | So, 16. Juli 2017 - 17:42

Ersetzen wir mal den Begriff Rasse durch den Begriff "von Links abweichend Denkende", dann dürften doch eigentlich alle Bedingungen für einen linken Rassismus erfüllt sein. Und wenn man sich jetzt noch erinnert, wie die Kommunisten, quasi die Vorvorläufer der Linken, in den 20- und 30-er Jahren durch die Weimarer Republik getobt und gemordet haben ... Aber wenn das Linke Denken erst mit 1968 beginnt und alles vorherige fein säuberlich ausgeblendet wird ... dann können wir eigentlich auch die Zeit von 33-45 überspringen.

Raimund Zoller | Mo, 17. Juli 2017 - 09:12

Solange der Staat rechtsfreie Räume duldet, darf er sich über subkulturelle Gewalt nicht wundern. Seit den 60er Jahren lässt man diese linke Subkultur gedeihen. Wen wundert da noch was? Mich nicht. Der Unterschied: rechte Subkultur wurde vom Staat hartnäckig bekämpft. Immer. Deshalb gibt es keine braune Flora oder ein rechtes Schanzenviertel im Hamburg oder anderswo.

Hans van Verne | Mo, 17. Juli 2017 - 15:17

Die Aussage, dass Gewalt nichts mit Links zu tun hat ist schon ein starkes Stück und quadratiert den Kreis.
Es erinnert doch stark daran, dass Islamismus nichts mit dem Islam zu tun haben soll.
Solche Aussagen sind lächerlich und demaskieren Vertreter des linken Spektrums die sie von sich geben. Dazu gehört ja auch z.B. Frau Wagenknecht.
Lenin, Stalin, Pol Pott etc. etc. und ihre Schergen waren vor allem gewalttätig! Millionen von Opfern gehen auf das Konto dieser Verbrecher.
Und dann kommen Vertreter der Linken u. der SPD daher und behaupten, dass habe mit Links nichts zu tun. Schämen Sie sich!

Thomas Baader | Di, 18. Juli 2017 - 09:55

"Wer Menschen ermordet und Gewalt anwendet, hat den Grundgedanken linker Politik nicht verstanden."

Wow... Lenin, Stalin, Mao, Guevara, Castro... waren alles keine Linken.

Christen, die in den USA Abtreibungskliniken in die Luft jagen, sind keine Christen; Muslime, die in den Dschihad ziehen, sind keine Muslime; Linke, die gewalttätig werden, sind keine Linke...

In der Rhetorik kennt man das als "No true Scotsman Fallacy". Einfach mal googlen...

Winfried Sautter | Do, 20. Juli 2017 - 01:39

Die Haltung von Frau Marquardt ist rotzfrech und zynisch. Orwell hätte die politische Klasse und ihr Newspeak nicht besser charakterisieren können.

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns über jeden Kommentar und wünschen uns eine konstruktive Debatte. Beleidigende, unsachliche oder obszöne Beiträge werden deshalb gelöscht. Auch anonyme Kommentare werden bei uns nicht veröffentlicht. Wir bitten deshalb um Angabe des vollen Namens. Darüber hinaus behalten wir uns eine Auswahl der Kommentare auf unserer Seite vor. Um die Freischaltung kümmert sich die kleine Onlineredaktion von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr. Am Wochenende werden Forumsbeiträge nur eingeschränkt veröffentlicht. Wir danken für Ihr Verständnis.