Generation Y - So tickt sie wirklich

Die zwischen 1980 und 1999 Geborenen prägen nicht nur die Proteste beim G20-Gipfel. Sie drängen an die entscheidenden Positionen in der Politik. Oft wird ihnen ein Übermaß an Narzissmus vorgeworfen. Doch die Generation Y hat die Chance, die Welt nachhaltig zu verändern

Junge Besucher eines Musikfestivals machen ein Selfie
Optimismus wurde der Generation Y in die Wiege gelegt / picture alliance

Autoreninfo

Hannah Fuchs studiert Philosophie an der Universität Wien. 

So erreichen Sie Hannah Fuchs:

Während es in Deutschland junge Politiker offenbar schwer haben, weil die älteren konsequent an ihren Positionen festhalten, ist woanders eine jüngere Generation auf dem Vormarsch und beginnt sogar, die  Zügel in die Hand zu nehmen. Emmanuel Macron in Frankreich oder Sebastian Kurz in Österreich sind im Moment die Vorzeige-Jungpolitiker Europas. Macron fast, Kurz sicher, sind Teil der Jahrgänge zwischen 1980 und 1999, also der Generation Y, wie sie auch gerne genannt wird. Wie sieht diese Generation aus, die in den kommenden Jahren immer mehr die Posten besetzen wird?

Die Generation Y ist in Europa weitestgehend im Frieden aufgewachsen. Ihre Eltern haben meist eine bessere Ausbildung als die Großeltern erhalten. Während diese noch von den Kriegsjahren zerrüttet waren und um ihr blankes Überleben kämpfen mussten, waren der darauffolgenden Generation ein guter Job und ein sicheres Einkommen wichtig. Die EU-Gründungsstaaten Frankreich, Deutschland, Italien sowie die Benelux-Länder wuchsen mit der Gründung der anfänglichen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft EWG zusammen. Dies versprach sowohl wirtschaftliche Sicherheit als auch politischen Frieden. Diese Transformation, notwendig für gesellschaftliche Stabilität, war nach dem Soziologen Ulrich Beck charakteristisch für das Bewusstsein der damaligen „Risikogesellschaft“. In den sechziger und siebziger Jahren florierte die Wirtschaft, sowohl für das Unternehmenswachstum als auch für Arbeit war gesorgt. Parallel dazu bekamen Umweltschützer immer mehr Gehör. Mit Fleiß schien alles erreichbar. Diesen Aufschwung der Nachkriegszeit behielt die Elterngeneration im Kopf. Optimismus wurde der Generation Y sozusagen in die Wiege gelegt.

Verzogene Kinder?

Die Euphorie der Eltern ging jedoch mit einer überschwänglichen Erwartungshaltung einher, dass alles, was das Kind mache, herausragend und von Bedeutung sein müsse. Der „Laissez-Faire“-Erziehungsstil kam in Mode, Autorität war out. Daraus haben die Kinder Eigenschaften entwickelt, die von älteren Generationen mittlerweile als negativ angesehen werden: zu hohe Selbstsicherheit, zu wenig Biss im Arbeitsleben, Egozentrismus und Narzissmus. Arbeitgeber fürchten, künftige Arbeitnehmer könnten zu wenig Fleiß und Ehrgeiz mitbringen. Doch so negativ darf die junge Generation nicht gesehen werden. Sie ist auch selbstbestimmt, gewohnt, die Wahl zu haben. Man möchte beides, sowohl einen sinnerfüllten Job, mit dessen Gehalt man gut leben kann, als auch genug Zeit, um Kinder großzuziehen und seinen Hobbies nachzugehen.

Die Generation Y hat sowohl gesellschaftliche als auch materielle Sicherheit. Reisefreiheit und freier Warenverkehr sind wichtige Fundamente der EU, mit denen junge Menschen aufgewachsen sind. Die Märkte sind weitestgehend offen und es besteht die Möglichkeit, Produkte aus der ganzen Welt zu erwerben – das ist normal und hat daher keinen Reiz mehr. Wonach nun gestrebt wird, ist die persönliche Erfüllung, die höchste Stufe der Bedürfnispyramide nach dem US-Psychologen Abraham Maslow.

Die wird nicht nur durch das Arbeiten alleine erzielt, sondern auch durch Freizeitaktivitäten, Reisen, Familie und Freunde. Darüber hinaus soll der Beruf an sich mehr Selbsterfüllung und Sinn bringen als nur Geld. Die junge Generation kann es sich leisten, wenig zu besitzen, denn sie ist aufgewachsen inmitten des Konsumrausches. Sie weiß, wie es ist, alle möglichen Küchengeräte zu besitzen, aber nie zu benutzen. Sie weiß, wie sehr der neue Familienwagen bestaunt, und wie sehr er mit Staub bedeckt wurde. Stattdessen werden Autos heute geteilt oder ausgeliehen, zip-car und car-to-go lassen grüßen. Und auch sonst will man so wenig wie möglich besitzen. Statt DVDs und Fernseher wird am Laptop Netflix gesehen, statt CDs gibt es Spotify und Kleider werden lieber getauscht als gekauft.

Universelle Identität

Die Identität, die die Generation Y entwickelte, ist eine mehrheitlich universalistische. Aufgewachsen mit dem Internet gab es immer weniger geografische Grenzen, die Welt wuchs zusammen. Die Generation Y bewundert amerikanische Comedians genauso wie japanische Mangas. Sie absolviert während der Schulzeit ein Austauschjahr, macht danach work-and-travel oder geht als Au-pair ins Ausland und nimmt am Studienprogramm Erasmus teil. Freundschaften, die so auf der ganzen Welt geschlossen werden, verwaltet man anschließend auf Facebook. Die Identität dieser Menschen setzt sich zusammen aus den unterschiedlichsten Kulturen, aus Bekanntschaften, Freundschaften und Liebschaften auf der ganzen Welt.

Während die Generation zwar keinen Krieg am eigenen Leib miterleben musste, ist sie dennoch geprägt von Krisen. Einschneidende Momente waren auf politischer Seite der Anschlag vom 11. September 2001 sowie auf wirtschaftlicher Seite die Finanzkrise von 2008. Seitdem hören sie von den Krisen im Nahen Osten, der Klimakrise, Wirtschaftskrise, Euro-Krise und Flüchtlingskrise. Und während in den Nachrichten laufend von diesen Krisen berichtet wird, dreht sich die Welt weiter. Es muss irgendwie weitergehen und das wissen die jungen Menschen. Doch wo nichts möglich scheint, ist auch wieder alles möglich.

Gebrauch statt Besitz

Alle Möglichkeiten der Welt zu haben, bedeutet auf der anderen Seite jedoch auch, all diese Möglichkeiten nicht ergreifen zu können. Die Finanzkrise, das Outsourcing von Arbeitsplätzen und die Digitalisierung haben den Berufseinstieg dieser Generation nicht sonderlich leicht gemacht. Und nicht nur die Jobchancen sind schlecht, auch das Gehalt ist niedriger als das der älteren Kollegen. Zudem sind die Wohnkosten in den meisten Städten so sehr angestiegen, dass man noch etwas länger bei den Eltern oder in der WG wohnen bleibt. 

Die Generation Y ist, wie der Buchstabe treffend darstellt, sowohl geöffnet als auch gespalten. Vielleicht gibt es keine großen Bewegungen wie die Arbeiterbewegung oder die Umweltbewegung. Doch die Kinder dieser Generation haben etwas, das sie von ihren Vorgängern unterscheidet. Wie der italienische Philosoph Giorgio Agamben in einem Interview sagt, steht zunehmend weniger das Eigentum im Zentrum der Gesellschaft. Viel mehr als um den Besitz gehe es um den Gebrauch von etwas.

Die Generation Y, aus dem materiellen Fetischcharakter der Ware ausgetreten, besitze die Möglichkeit, Ereignisse neu zu gestalten und zu formen. Sie müsse dazu aber die immaterielle, prozesshafte Form von Geschehnissen erkennen, um ein sozial-politisches Zusammenleben auch nachhaltig zu sichern. Während die vorige Generation nach dem Soziologen Ulrich Beck in einer Risikogesellschaft lebte und Transformation als essentiellen Baustein ansah, eröffne sich nun die Metamorphose. Wesentlich ist demnach nicht nur die Änderung der bestehenden Form, sondern vielmehr eine radikale Änderung der Form an sich.

helmut armbruster | Do, 6. Juli 2017 - 16:58

diese Generation sei von Krisen geprägt, sagt die Autorin. Und ich frage mich von welchen Krisen denn?
Zumindest für uns Europäer und die westliche Welt ist in dem fraglichen Zeitraum nichts passiert, was mit früheren Krisen - z.B. die beiden Weltkriege - auch nur annähernd vergleichbar wäre.
Diese Generation hat politische bewegte Zeiten erlebt, das ist wahr, aber eine wirkliche Krise mit Zusammenbruch alles bisher Gewohnten und verbunden mit Gewaltexzessen u. Kampf ums tägliche Überleben, das hat sie noch nicht erlebt.
Diese Generation kann sich nicht einmal vorstellen was eine wirkliche Krise ist und wie es da zugeht.
Sie glaubt die Welt wäre schon immer so gewesen wie sie jetzt gerade ist und würde auch immer so bleiben.
Und das ist wahrscheinlich ihr größter Irrtum.

100% Zustimmung Herr A.
Wenn ich mich als Alter Herr in der Studentenverbindung umsehe, habe ich die Beispiele vor den Augen. Kein Wehr- oder Ersatzdienst geleistet. Nach G8 auf die Uni, Mama und Papa zahlen. Und wenn ich Jobs für die Semesterferien anbiete, damit sie sich etwas dazu verdienen können und Erfahrungen in Betrieben sammeln, kommt nur:
"Ach nö. Da sind Prüfungen (was meist nicht stimmt), brauche noch die und die Punkte, und generell ist Bachelor ja total anstrengend und zeitintensiver als damals euer Diplom."
Tja, was will man dazu sagen?
Stimmt, richtige Krisen kennen diese nicht. Aber dafür jede menge Spaß und Feiern.

Michaela Diederichs | Do, 6. Juli 2017 - 20:57

In reply to by helmut armbruster

Da muss ich Ihnen zustimmen. Eine unvorstellbare Krise für diese Generation ist der Verzicht auf Mobiltelefon und Internet. Echte Krisen im eigenen Leben oder gar in Deutschland würden diese Generation möglicherweise überfordern.

Bin Jahrgang 1984 und habe, wie Sie alle richtig schreiben, keine Kriege erlebt. Da ich aber im Gegensatz zu meinen Generationsgenossen weder Facebook noch WhatsApp nutze, keine reichen Eltern habe und neben meinem ach so leichten Bachelor arbeiten musste, passe ich so garnicht in Ihre Vorstellungen dieser Generation. Und da ich mir nicht vorstellen kann, dass Sie 'Experten' den zweiten Weltkrieg erlebt haben, weiß ich, dass Sie die bisher schönsten Jahrzehnte Deutschlands erlebt haben, um die ich Sie wirklich sehr beneide. Meine Generation hat zwar eine Menge Spaß aber wenn ich mir so die aktuelle Lage der Welt anschaue, so wartet auf uns die von Ihrer Generation fast zerstörte Umwelt, massive Probleme mit millionenfacher Armutsmigration und steigende Gefahr von Terrorismus unterschiedlicher Couleur. Jede Generation hat Ihre guten und schlechten Zeiten, Ihre Stammtisch-Ausführungen à la "die Jugend von heute" zeugt von Arroganz und Überheblichkeit!

Ja, das nervt mich auch, dass meine Generation der Ihren eine solche Welt übergibt; mir persönlich wäre es anders lieber gewesen.
Die spannende Frage wird sein, ob Ihre Generation es tatsächlich besser macht. Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umschaue, kann ich kaum 30-jährige erkennen, die irgendein Interesse haben, geschweige denn tatsächlich Aktionen setzen, um irgendetwas zu ändern. Wenn ich z.B. das Ausspionieren aller Daten zur Sprache bringe, höre ich: "Naja, da kann man nichts machen." oder "Ich hab ja nichts zu verbergen."
Nach meinem Gefühl gab es schon lange keine so gleichgültige Generation wie diese.
Und um das deutlich zu sagen: Es gibt Ausnahmen - wie Sie offensichtlich - aber es sind eben Ausnahmen. Ihre Generation ist vor allem dadurch geprägt, dass sie der Eltern-Generation permanent Vorwürfe macht - ganz, wie Sie es in Ihrem Kommentar tun. Mit diesen Vorwürfen haben Sie meist recht, aber Ihre Generation hat noch nicht einmal versucht, diese Probleme anzugehen

Mathias Trostdorf | Do, 6. Juli 2017 - 17:44

Ich fand den Artikel interessant, habe aber weiterhin nur ein diffuses Bild dieser "Generation Y". Zumal da ja bildungstechnisch eine größere Spreizung da ist als je zuvor. Oder ist mit den Ypsilons ohnehin nur der gebildete Teil dieser Altersgruppe gemeint? Kann man die überhaupt so unter einem Begriff zusammenfassen? Gibt es neben den hippen Praktikanten bis 40- so habe ich mir die Ypsilons eigentlich immer vorgestellt- nicht auch weiterhin die vielen, die keinen Abschluß und keine Ausbildung haben, und die vielen, die die ganz normale Facharbeiterausbildungen machen und ein herkömmliches stetiges Arbeitsleben haben, und natürlich auch die, die sehr leistungsorientiert sind und von der Schule an konkret und ohne Experimente an ihren Karrieren arbeiten und in ein gutbezahltes Berufleben starten? Ich meine, gerade die letzteren beiden Gruppen haben doch eigentlich wenig Zeit, sich politisch zu engagieren oder von Protestwochenende zu Protestwochenende zu tingeln?

Michaela Diederichs | Do, 6. Juli 2017 - 20:50

In reply to by Mathias Trostdorf

In der Mehrzahl kenne ich überwiegend junge Menschen, die Sie im letzten Abschnitt beschreiben. Die sind politisch sehr interessiert, haben aber keine Zeit - aufgrund ihres Studienganges, ihrer Ausbildung - von Protestgipfel zu Protestgipfel zu ziehen. Aber die hier beschriebene Generation weiß sich in Szene zu setzen und bekommt Aufmerksamkeit. Die anderen jungen Menschen arbeiten/studieren fleißig und unauffällig vor sich hin und sind dankbar für ein bisschen Freizeit (ohne Protest).

Kann es sein, dass die Autorin mit "Generation Y" die Kinder aus der gutbürgerlichen Mitte der Gesellschaft meint ... Hipster, Nerds, ....?

Spricht man mit denen, dann fällt mir vor allem auf, dass sie nur sich selbst im Zentrum der Welt sehen u. kaum solidarisch sind. Einzig die Differenzierung durch Konsum u. damit der soziale Status ist wichtig.

Beck diagnostizierte die Risikogesellschaft als stete Ungewissheit u. "Fahrstuhleffekt" von oben nach unten. Die nachfolgende Generation nimmt jene Auswirkungen der Globalisierung billigend in Kauf u. schaut, dass sie selbst gut abschneidet. Gegen die Regeln o. für andere sind die nicht, da wohlstandsverwöhnt, konsumorientiert u. von den Medien verdummt. Lediglich das Konsumverhalten ändert sich.

Erst heute hätte ich fast ein junge Frau dieser Generation umgefahren, weil sie im Smartphone versunken, vollgestöpselt u. ohne auf zu blicken, die Straße überquert hat.

Manfred Steffan | Do, 6. Juli 2017 - 18:26

Ich erzähle Ihnen mal was von einem Mitglied der Generation Y: jahrelang in der Schule gemobbt, Abitur mit Ach und Krach bestanden, weil keine Lehrstelle ein Jahr harte körperliche Arbeit im Bundrsfreiwilligendienst, dann über Beziehungen doch noch Lehrstelle als Kaufmann, Abschluss Berufsschule und IHK mit der Note "Gut", erfolgreiche Zusatzausbildung kaufmännisches Englisch, nicht vom Ausbildungsbetrieb übernommen, Bewerbungen erfolglos, viermonatige SAP-Ausbildung mit Spitzennote, allein im ersten Halbjahr 2017 über hundert erfolglose Bewerbungen. Das Arbeitsamt ratlos. Das ist die Lebenswirklichkeit.

"jahrelang in der Schule gemobbt, Abitur mit Ach und Krach bestanden, weil keine Lehrstelle "
Wie kann man denn "jahrelang" so etwas mitmachen? Heutzutage sind die Möglichkeiten so vielfältig. Mit ensprechender Hilfestellung von etlichen Vereinen, Insitutionen. Warum habe ich bei dieser Beschreibung sofort das Bild eines ungewaschenen Nerds im Kopf, der sich in seiner Außenseiterrolle herrlich eingerichtet hat?

Christian Gohlke | Do, 6. Juli 2017 - 19:01

...tun die gar nicht, denn ihr Smartphone arbeitet digital. Herr Macron und Herr Kurz sind hier ja keine so guten Beispiele denn Zeit für wirklich persönliche Entfaltung dürften die wenig haben. Vielleicht wollen sie sich ja einfach nur anders entfalten. Dieser Entfaltungsdrang dürfte dem unbedingten Willen irgendwelche "Posten" anzustreben auch entgegenstehen. Wirkliche Krisen haben sie eigentlich nicht erlebt - und wenn dann haben sie mit deren Überwindung nicht viel zu tun. Das, was sie bisher "erreicht" haben ging in nicht unerheblichem Maße mit einem Anstieg der Schulden einher. Eine der wirklichen Krisen, auf die sie optimistisch zusteuern, ist der Moment in dem ihre Eltern mal Rente beziehen wollen. Hoffentlich haben die Eltern bis dahin noch etwas von ihrem "altmodischen" Besitz retten können.

Axel Kreissl | Do, 6. Juli 2017 - 20:24

Sehr geehrte Frau Fuchs, ich stimme Ihnen zu, aber gilt das nicht für jede Generation. Wenn diese Generation sich der Wirklichkeit stellt und die Wahrheit sucht, dann kann sie die Welt nachhaltig verändern. Die 68er, meine älteren "Geschwister", hatten auch diese Chance, sind aber in ihren Träumen und Illusionen steckengeblieben und jetzt sind wir wieder mit Volldampf auf dem Weg in die 30er. Veränderung alleine ist also keine Qualität. Es muß auch stimmen.

Dimitri Gales | Do, 6. Juli 2017 - 21:39

nach dem Desaster des 1. Weltkrieges traute die jüngere Generation den Eliten nicht mehr, stellte ihre Autorität in Frage, suchte nach neuen Ausdrucks-und Daseinsformen. Es war die Periode der teilweise radikalen Neuerungen in Gesellschaft, Kunst und Kultur. Die heutige jüngere Generation mag ähnlich reagieren, denn das System, das wir noch haben, ist obsolet, veraltet, in mancher Hinsicht auch in die Absurdität abgeglitten. Daher kommt man in der Lösung der grossen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Probleme nicht weiter. Es ist normal, wenn sich die jungen Leute einen für sie akzeptablen Weg in dieser Welt suchen.

Christiane Bohm | Do, 6. Juli 2017 - 21:41

Ich habe so jemand noch nicht kennengelernt. Wer kein Auto hat, hat dafür kein Geld oder wohnt so zentral, dass er eh keinen Parkplatz hätte. Die beschriebene Komsumbescheidenheit kenne ich selber, ist eine Phase, die vorüber geht.

Bernd Fischer | Do, 6. Juli 2017 - 22:16

Ein Teil der Generation Y wird wie gehabt die Eliteschulen besuchen und im Habitus der "Alten" weitermachen als ob nichts geschehen wäre.
Denn schließlich bilden die "Alten" ja die Generation Y aus.
Das die "Alten" nun ihre Nachfolger progressiv ausbilden, kann man wohl zurecht abstreiten.
Der andere Teil der Generation Y wird sich in den gehobenen Mittelstand , der andere Teil in den unteren Mittelstand sich festsetzen.
Und der Rest , den kennen wir ja zu Genüge.

Holger Stockinger | Do, 6. Juli 2017 - 23:54

Dass GENDER viel möglich macht, scheint alle zu beglücken.

Die "Generation Y" zu beschreiben als Generationsangehörige spiegelt genau den Narzißmus, der dieser Altersgruppe inne wohnt.

Es gibt gleichaltrige Frauen, die weder Hip noch Rap sind und trotzdem nicht dämlich ...

Markus Michaelis | Fr, 7. Juli 2017 - 01:29

Das mag auf unsere Generation Y alles zutreffen. Ich denke jedoch, dass die Generation viel zu klein für eine sehr große Wirkung ist. Große Trends werden eher durch Zuwanderung oder in Asien gesetzt.

Peter Bigalk | Fr, 7. Juli 2017 - 04:32

Ich bin skeptisch. Im Berufsleben sehe ich: Die Generation Y setzt ihre Interessen relativ gnadenlos durch und andere "Generationen" bezahlen die Zeche. Ich glaube nicht grundsätzlich daran, dass dies für unsere Gesellschaft positiv ist. Mal abgesehen wird hier schon das Bild der kosmopolitischen Elite beschrieben. Ich zweifle daran, dass dies die Mehrheit der Gleichaltrigen widerspiegelt, geschweige daran, dass diese Entwicklung positiv ist.

Klaus Jürgen Bremm | Fr, 7. Juli 2017 - 05:38

Immer wieder spannend, wie diese jungen Leute die Realität ausblenden und in einer Blase leben. Worthülsen einer stadtrömischen Jeunesse dorée am 23. August 410. Die Zukunft der Generation Y und auch der Autorin ist schon Vergangenheit. Wer sich nicht verteidigen kann, hat auch keine Zukunft.

Reinhard Oldemeier | Fr, 7. Juli 2017 - 07:50

Kein schlechter Artikel. Der Artikel beschreibt an sich nur eine Minderheit. Es sind die die Personengruppen mit dem Lifestyle der "Hipster". Junge Leute die in der Welt der neuen Medien arbeiten. Apple, Google sind die Arbeitgeber. Kreativität ist virtuell nicht körperlich. Sie sind zu vergleichen mit der 68er Bewegung.
Was Alle Generationen eint, ist die Unsicherheit. Früher der kalte Krieg, Heute die unerübersichtliche Lage. Die Welt ist vernetzt. Wer Heute handelt, der kann eine Reaktion in einem anderen Erdteil bestaunen.
Die Kriege sind das beste Beispiel.
Vielen ist das Unheimlich.
Trump, die AFD sind Die Antwort. Sie spielen mit der Angst in den Gesellschaften. Sie versprechen die gute alte Welt. War sie wirklich so gut?
Die Generation Y hat die Gelegenheit es besser zu machen. Ihre Ansätze sind neu, aber auch nicht.
Das ist der Reiz. Wir sollten Ihnen ihren eigenen Weg gehen lassen, zu gestehen. Vielleicht ist es keine Sackgasse.

Bernhard Kopp | Fr, 7. Juli 2017 - 09:33

Wenn man eine ganze Generation ins Visier nimmt, dann müsste man zumindest nach Bildungsgrad und dem erkennbaren Arbeits- und Gestaltungswillen differenzieren und segmentieren. Es gibt nämlich auch in dieser Generation einen gestiegenden Anteil von 'Driftern', unter denen sich sowohl Schulabbrecher als auch Akademiker finden. Die Jahrgänge von 1980-1999 sind insgesamt trotzdem die Zukunft, die ungewiss ist.

Thorsten Rosché | Fr, 7. Juli 2017 - 10:51

Ich wußte bisher nicht das ich zur Generation Y gehöre, geöffnet als auch gespalten bin. In die Wiege wurde mir ausser einem Schnuller garnix gelegt. Zitat : Die Identität dieser Menschen setzt sich zusammen aus den unterschiedlichsten Kulturen, aus Bekanntschaften, Freundschaften und Liebschaften auf der ganzen Welt. Zitat ende. Auch von Liebschaften in der ganzen Welt weiß ich nichts. Ich konnte mich früh selbstständig machen und habe seither eine ab 60 Stundenwoche aufwärts. Für Demos habe und hatte ich noch nie Zeit und meine gleichaltrigen Geschäftspartner auch nicht. Ich muss auch täglich kämpfen um zu überleben. Um es kurz zu machen. Ich wundere mich immer wieder, dass so ein Geschwurbel beim Cicero durch geht und sachliche Beiträge der Foristen zensiert werden. Schönes Wochenende.

Silas Loy | Fr, 7. Juli 2017 - 10:55

... ist sowohl uninteressiert als auch desorientiert. Ihr fehlt der Realitätsbezug und die Analysekraft, um sich auch nur einigermaßen zu verorten. Sie springt auf immer die gleichen Phrasen an und ist damit leicht lenkbar. Sie will was erreichen, aber das nur individuell und materiell. Wenn einige ihrer Vertreter sich mit der Wirklichkeit messen müssen, fallen die infantilen linksspießbürgerlichen Gewissheiten und großartigen Ziele in der Zukunft von ihnen ab oder sie gehen unter.

Das war allerdings schon immer so, in der Sosse ist gut schwimmen, nach oben wird die Luft immer dünner. Und es war die Katastrophe des 1. Weltkriegs, ausgelöst vom machtbewußten und idealisierten Bürgertum, die seine Söhne zu Millionen verheizte und ihm selber dann gründlich den Garaus machte. Es könnte sein, das sowas wieder passiert.

Jacqueline Gafner | Fr, 7. Juli 2017 - 13:41

hat noch jede Alterskohorte prinzipiell die Chance gehabt, ausgetretene Pfade zu verlassen und es anders als die Vorgängergeneration(en) zu machen, wobei kaum je eine einzige Generation gleich die Welt verändert hat, und das gar nachhaltig, ob die Autorin den Begriff nun im Sinne von dauerhaft oder enkelgerecht benutzt. Insofern ist auch die Generation Y nur eine weitere Perle in der Kette und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht die letzte, egal wie sie tickt. Dass überdies jede Generation für sich in Anspruch nimmt, nicht einfach irgendeine, sondern eine ganz besondere zu sein, die sich vom Vorgängermodell selbstredend vorteilhaft abhebt, ist auch keine bahnbrechend neue Erkenntnis. Darauf kommt man spätestens dann, wenn man beim Welterklären erstmals einen verständnisvoll-mitleidigen oder auch enerviert-kopfschüttelnden Blick eines Nachfolgemodells erntet, der einem zu einem Déjà-vu verhilft und deutlich macht, dass man ab sofort nicht mehr in der ersten Reihe sitzt. :)

Axel Kreissl | Fr, 7. Juli 2017 - 16:28

Gerade fand ich ein Zitat des bekannten britischen Schriftstellers Graham Greene (Jahrgang 1904): "Man muß die Welt kennen, wenn man sie verändern will." Genau hier könnte das Problem der Generation Y liegen!

Benjamin Beldea | Fr, 7. Juli 2017 - 18:09

Es wird hier gesagt, die Generation Y sei universalistisch eingestellt und daher weniger an Grenzen und kulturelle Identitäten gebunden.

Was hier vergessen wird, ist, dass die Länder, auf die sich Generation Y mit Aufenthalten, Kontakten und Übernahmen kultureller Artefakte bezieht, marktwirtschaftlich-demokratische Prinzipien befolgen. Kurz: Das Leistungsprinzip und die freie Auswahl aus einem vielfältigen Marktangebot, mit Einhaltung gesetzlicher Leitplanken.

Und jetzt der Witz überhaupt: Diese Wohlstandskinder glauben nun, alle Menschen auf der Welt seien im Grunde so, wie die marktwirtschaftlich-demokratisch geprägten, und fordern deshalb Open Boarders und andere Fantasien. Sie haben das Leben in einer Soap-Opera verbracht und halten die Wirklichkeit nun dafür. Es gibt aber Gesellschaften, die Leistung, Freiheit, Menschlichkeit etc.ablehnen.

Nein, versteht es endlich: Nicht alle Menschen auf der Welt sind wir ihr, später irgendwann einmal vielleicht, aber jetzt noch nicht.

Mir egal, um was für eine Generation es sich handelt...ob Genartion A oder Z. Die besagten Geborenen(1980-99) so wie die sogenannten "Millies" werden zu den verwöhnten Wohlstandskindern gezählt. Clint Eastwood bezeichnete diese Generation(Millies) als "Pussies"...Wer wagt schon "Dirty Harry" zu widersprechen??

Herbert binder | Fr, 7. Juli 2017 - 21:54

in seinem Film 'Professione: reporter' läßt der wunderbare Michelangelo Antonioni einen alten Mann sagen: Kinder, ich habe so viele von ihnen aufwachsen sehen..Sehr viele Menschen schauen auf die Kinder. Und sie alle malen sich eine neue Welt aus. Aber ich..wenn ich ihnen zuschaue, ich sehe nur die immer gleiche alte Tragödie, die wieder von vorn beginnt. Auch sie kommen nicht los von uns. Es ist langweilig.
Freundliche Grüße

Dean Reef | Fr, 7. Juli 2017 - 23:38

Ist wohl der beste Begriff für diese Kinder die mit Grönemeiers "Kinder an die Macht" groß geworden sind. Diese kleinen Prinzessinnen und Prinzen, deren Eltern um ihr Thrönchen tanzten und ihnen suggerierten, sie wären der Nabel der Welt auf deren Weisheit die Welt gewartet hat.

Angela Seegers | Sa, 8. Juli 2017 - 18:13

Über tatsächlich wichtige Dinge zu reden schafft keiner, Spaß haben schaffen alle, soziales Gewissen lästig. Perfekte Wohlstandsgeneration, total realitätsfern, aber hip.

Der Beitrag blendet die Realitäten aus. Wie sollte die junge Generation politische Macht gewinnen, wenn die Machtbastionen von der Herrschenden Klasse besetzt sind?
Wer will oder kann diejenigen, die heute über ihre finanziellen Mittel und Möglichkeiten die Welt und auch Deutschland regieren, von der Macht vertreiben?
Diese Fragen sollten vorrangig beantwortet werden, bevor Zukunftsvisionen entwickelt werden.

Ruth Falk | So, 9. Juli 2017 - 16:40

die meisten Jugendlichen sind verwöhnte Bälger, zu faul und zu undiszipliniert, um was vernünftiges zu lernen. Wenn ich höre, dass Firmen Azubis NICHT einstellen können, obgleich sie das wollen, weil die kaum ihren Namen schreiben können, dann stimmt doch an dem ganzen Erziehungssystem was nicht. Die Eltern schiebens auf die Lehrer, die ohne die Grunderziehung von 6 Jahren zu Hause gar nichts ausrichten können...
Wie wärs, wenn man Militärpflicht oder wahlweise Pflicht-Sozialdienst wieder einführen würde, damit die Jugendlichen lernen, was Disziplin ist, und dass Handies nicht vom Himmel regnen, man muss für Luxus ARBEITEN.

Günther Wolek | Mo, 10. Juli 2017 - 19:29

Ich stimme Ihnen zu, dass in dieser Generation viele Chancen liegen. Allerdings sehe ich um mich herum vor allem 30-jährige, die bis heute keinen Job haben und oft vom Geld der Eltern leben. Der Sohn meiner Lebensgefährtin ist 29, hat das zweite Studium hinter sich und wartet auf den perfekten Job; derweilen lässt er sich sein Leben von seiner Mutter finanzieren. Ich habe die Empfindung, dass dieser Generation vor allem der Anspruch fehlt, ihr Leben selbst zu finanzieren. Warum auch, wenn's die Eltern zahlen?
Sie schreiben, dass diese Generation auch ihre Hobbies und ihren Freundeskreis pflegen wollen, dass sie Familie und Job unter einen Hut bringen wollen. Ich weiß nicht, welcher Generation Sie entspringen, aber das war auch schon mein Wunsch (Jahrgang 64), nur war der meist nicht zu finanzieren.
Sie schreiben, dass diese Generation nicht mehr besitzen will. Hatten wir das nicht alle mal? Ich bin in meiner Jugend 6 Jahre mit einem Rucksack und der Gitarre am Rücken herumgezogen...

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