Anschläge auf Großstädte - Der Terror lebt von unserer Angst

Kolumne: Schöne Aussicht. Im Kampf gegen den Terror macht sich ein Gefühl der Ohnmacht breit. Warum wir jetzt umso mehr das Leben führen sollten, das die Feinde der Freiheit so hassen

Eine Person, einen Regenschirm haltend, steht nach dem Terroranschlag vor dem Place de la Republique in Paris
Wir sind als Gesellschaft nicht so machtlos, wie wir uns als einzelne Individuen fühlen / picture-alliance

Autoreninfo

Matthias Heitmann ist freier Publizist und Autor des Buches „Zeitgeisterjagd. Auf Safari durch das Dickicht des modernen politischen Denkens“ (TvR Medienverlag Jena 2015). Im Januar 2017 ist sein neues E-Book „Zeitgeisterjagd SPEZIAL: Essays gegen enges Denken“ erschienen. Infos zum Download unter www.zeitgeisterjagd.de.

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Matthias Heitmann

Paris, Nizza, Ankara, Berlin, London, Stockholm, Dortmund. Europäische Großstädte. Und Tatorte des Terrors. Aber Terroranschläge sollten nicht das Schicksal dieser Großstädte bestimmen oder besiegeln. Gerade weil Attentäter wollen, dass nichts mehr so wird, wie es einmal war, ist es so wichtig, ihnen diesen Gefallen nicht zu tun und in derselben Art weiterzuleben wie bisher – vielleicht sogar noch ein bisschen mehr, ein bisschen bewusster und intensiver. Warum sollten wir auch ausgerechnet die Agenda derjenigen übernehmen, die unsere Lebensweise zerstören wollen?

Dies bedeutet nicht, dass wir uns nicht wehren sollten. Es geht nicht um das christlich-pazifistische Hinhalten der anderen Wange. Natürlich müssen wir uns wehren, am besten auch nicht erst dann, wenn wir attackiert werden. Wir sollten uns und unsere Freiheiten insgesamt ernster nehmen und sie auch im Alltag verteidigen. Bislang ist das Verteidigen unserer Rechte und unserer aufgeklärten Werte zumeist nicht viel mehr als ein Abwehrreflex, der durch Attacken von außen ausgelöst wird. Menschlich und solidarisch werden unsere Züge immer nur kurz und dann, wenn es um Trauer, Wut und um das Gefühl der Bedrohung geht. Sobald diese Gefühle abklingen, schwindet auch das Gefühl des Miteinanders.

Zaudern macht uns zur Zielscheibe

In unserem Alltag tun wir uns schwer damit, unsere Gemeinsamkeiten zu erkennen und wertzuschätzen. Stattdessen betonen wir Unterschiede, beharren auf verschiedenen Identitäten und dividieren uns stärker auseinander, als es vielleicht nötig wäre. Offensichtlich sind wir abhängig von klar umrissenen Feindbildern, da es uns ohne diese schwer fällt, Freunde zu erkennen und unsere eigene Position zu bestimmen. Wenn wir nicht aus diesem defensiven und passiven Reagieren auf Angriffe herauskommen und nicht damit beginnen, genau die Werte, für die wir von Terroristen gehasst werden, stärker zum Kern auch unseres tagtäglichen Lebens zu machen, dann degradieren wir uns selbst zu Opfern und geben jede Glaubwürdigkeit ab.

Heute sind es gerade unsere Unentschiedenheit und unser Zaudern, die uns zu so dankbaren Zielscheiben des Terrors machen. Wir reagieren mit Angst und Zweifel und weichen graduell zurück von unseren Überzeugungen als auch vor Bedrohungen. Die Konsequenzen dieses ständigen Zurückweichens kann jeder selbst spüren: Wir tendieren dazu, die Dinge nicht mehr beim Namen zu nennen und die Wahrheiten nicht mehr auszusprechen. Wir sind inkonsequent, argumentieren auf der Basis doppelter Standards und arbeiten mit der permanenten „Ja-aber“-Logik. Wir relativieren vieles und vermeiden es, für Überzeugungen klipp und klar einzutreten. Unsere Konsenssucht macht uns unglaubwürdig, unsicher, moralisch zweifelhaft und angreifbar.

Dieser hausgemachte Relativismus bringt uns dazu, unsere eigenen Freiheiten und Rechte zu beschränken – in der vagen Hoffnung, dadurch weitere Konflikte verhindern zu können. Vielen erscheint diese Strategie als progressiv und versöhnend, dabei ist sie kontraproduktiv, anpassend und feige. Mehr noch: Sie kultiviert unsere Selbstzweifel. Und hält den Terror so am Leben, da sie ihm in den Augen mancher eine gewisse Legitimität verleiht. In manchen Fällen entwickelt sich so sogar Sympathie für Terroristen, weil diese als Kämpfer für ein nachvollziehbares Ziel eingestuft werden und man nach Parallelen und Anknüpfungspunkten sucht. Diese Suche kann so weit gehen, dass Teile der radikalen Kritik übernommen werden.

Wir machen PR für Terroristen

Terroristen ziehen ihre Energie aus diesem Relativismus und der Bereitschaft, sich der Logik des Terrors zu beugen. Das Töten Unschuldiger an sich bringt dem Attentäter, seiner Organisation und Ideologie nichts. Zum „Erfolg“ wird die Tat erst dann, wenn sie Kettenreaktionen weit über den Tatort und die Tatzeit hinaus auslösen kann. Solche Kettenreaktionen entstehen aber nur, wenn Menschen und gesellschaftliche Strukturen sich so berechenbar verhalten wie Dominosteine. Auf dieser Berechenbarkeit beruht das Erfolgsrezept des Terrors. Er betreibt die Zersetzung des Freiheitswillens, der Widerstandsfähigkeit und der Flexibilität der Gesellschaft. Sein eigentliches Ziel ist die Spaltung und Zerstörung des Gemeinwesens. Diese liefert ihm einerseits neue Kämpfer frei Haus und treibt ihm andererseits Millionen von Menschen als potenzielle Geiseln in die Arme.

Momentan ordnen wir uns dieser durchschaubaren Terrorisierungs-Logik unter: Wir schaffen unsere eigenen Freiheitsrechte ab, geben humanistische Werte zugunsten einer vermeintlichen Steigerung unsere Wehrhaftigkeit oder einer scheinbaren Verbesserung unserer Sicherheit durch fragwürdige Kompromisse preis. Kurz: Wir stellen uns wie Dominosteine in Reihe und Glied auf und warten auf den nächsten Domino-Day. Und wir können sicher sein: Der kommt bestimmt, gerade weil wir warten. Wir garantieren mit unserer Unterordnung unter diese Logik, dass der Business-Case des Terrors funktioniert.

 Attentäter können nichts weiter als Attentate verüben. Ob sie zu unseren „Terrorisierern“ werden, hängt einzig davon ab, ob wir ihnen diesen Einfluss gewähren. Derzeit tun wir ihnen den Gefallen. Wir sind so willfährig, dass sich mittlerweile jeder unterdurchschnittliche Kleinkriminelle unserer vollen Aufmerksamkeit sicher sein kann, solange er bei seinem Überfall auf eine Tankstelle nur deutlich vernehmbar „Allahu akbar“ ruft. Es ist auch unsere Paranoia, die den Terror zu einer Boombranche macht. Unsere gesellschaftliche Kommunikation und unsere öffentliche Verarbeitung solcher Anschläge – ganz gleich, ob sie über offizielle Medien oder soziale Netzwerke erfolgt – wirkt als Verstärker des Terrors. Er braucht gar keine PR-Abteilung, das machen wir selbst.

Generalstreik gegen die Terror-Logik

Was uns von vermeintlichen Abendlandverteidigern oder aber von kosmopolitischen Relativisten als Antworten auf den Terror vorgeschlagen wird, ist in Wirklichkeit dessen Lebensversicherung. Beide Seiten wollen, dass wir auf den Terror mit Umdenken reagieren und unser Leben und unsere Gesellschaft gründlich umgestalten. Und genau das ist der verkehrte Weg: Wir sollten uns darüber klar werden, dass Attentäter selbst keine Gesellschaften verändern können. Sie können unsere Gesetze nicht verschärfen, sie setzen auch keine Rechte außer Kraft. Das können wir nur selbst. Wir können es aber auch lassen.

Es ist Zeit, unseren Umgang mit dem Terror zu überdenken: Wir sind als Gesellschaft nicht so machtlos, wie wir uns als einzelne Individuen fühlen. Da sich Terror einzig aus unseren Ängsten und Selbstzweifeln speist, ist er vollständig von uns abhängig. Hier können wir ansetzen und den Spieß umdrehen: Großen Schaden können wir dem Terror dann zufügen, wenn wir ihm kollektiv all das verweigern, was er braucht und bezweckt. Wenn wir nicht in Panik und Hass verfallen, dann verwehren wir ihm die Zuspitzung und die Dominanz, die er anstrebt. Gleichzeitig sollten wir dringend aufhören, ein über die kriminalistische Ermittlung hinausgehendes Interesse für Motive und Hintergründe individueller Einzeltäter zu entwickeln. Unser morbider Terror-Voyeurismus wirkt auf Bombenleger und Mörder wie Anerkennung, Belohnung und Anstachelung zugleich.

Zudem müssen wir nicht nach jedem erneuten Anschlag in Selbstzweifel verfallen und Angst vor unserer eigenen Offenheit und Freiheit haben. Wir können Anschläge nicht gänzlich verhindern, aber wir können gegen das Geschäftsmodell des Terrors in einen Generalstreik treten und aufhören, uns als Gesellschaft terrorisieren zu lassen. Mit jedem Schritt in diese Richtung entziehen wir dem Terror immer mehr genau die Aufmerksamkeit, die er braucht, um zu wirken. Wir können jeden einzelnen Anschlag zum Anlass nehmen, noch bewusster und intensiver genau das Leben zu führen, dass die Feinde der Freiheit so hassen: ein angstfreies Leben in einer Gesellschaft, die von Menschlichkeit, Offenheit und Solidarität nicht nur redet, sondern sie praktiziert und aktiv verteidigt.

Gunvald Steinbach | Di, 18. April 2017 - 12:19

Terrorismus und damit auch der Wille zur Unterdrückung hat tausende Gesichter und fängt oft wie so Vieles im Kleinen an. Zitat Herr Heitmann: "Wir sollten uns und unsere Freiheiten insgesamt ernster nehmen und sie auch im Alltag verteidigen." Okay! Was machen wir gegen das Löschen der Facebook-Seite von Herrn Karim? Das wäre doch mal ein Anfang...

Joachim Walter | Di, 18. April 2017 - 12:31

Ein nettes Gedankenmodell, das aber in der Praxis genausowenig funktionieren wird wie das "stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin".

Die Wirklichkeit zeigt nun mal, daß auf dieser Welt die Meisten doch hingehen und Krieg spielen, genauso wie die Abwehrreflexe gegen den islamistischen Terror zu einer immer tieferen Spaltung der Gesellschaft führen werden.

Die RAF ist auch nicht durch ignorieren ausgestorben, sondern duch systematische Verfolgung.

Ich wage mal ein anderes Gedankenmodell: Terror in Großstädten betrifft viele, aber noch lange nicht die Mehrheit. Was aber wäre in diesem Land los, wenn die Terroristen sich demnächst dazu entschließen mit 10 Mann ein abgelegenes 200 Seelen Dorf zu plünder, plattzumachen und alle zu ermorden?

Das würde die Ohnmacht jedem Einzelnen im Land so grausam vor Augen führen, daß eine heftige reflexartige Gegenreaktion wohl kaum zu vermeiden wäre.

Da kann noch was auf uns zukommen!

@Joachim Walter
Nur das Procedure hilft:
"Die RAF ist auch nicht durch Ignorieren ausgestorben, sondern durch systematische Verfolgung."

Links und rechts schlagen die Granaten ein, aber "WIR" sollen immer noch den aufrechten Gang üben, beweisen , dass "WIR" uns nicht unterkriegen lassen und dabei noch so viel Lebensfreude (Siehe die Interviews in Fußgängerzonen von Ausgesuchten) empfinden müssen.
Die Dynamik der Inneren Zerrissenheit des Landes nimmt merklich an Fahrt auf.

Und NEIN.
Ich möchte nicht einfach einmal am falschen Ort, zur falschen Zeit sein.
Einfach von Fanatikern abgeschlachtet zu werden.
Als treuer ausgequetschter Steuerzahler habe ich das Recht, dass endlich RIGOROSE Maßnahmen und damit verbundene Handlungen seitens der "Repräsentativen Demokratie" zur allumfassenden Inneren Sicherheit seiner Bürger getroffen und umgesetzt werden.

Das umfasst auch, sich von JEDEN zu trennen, der "UNSERE" bisher stabile, über viele Jahrhunderte so geformte Lebensweise beeinträchtigt!

Karl Kuhn | Di, 18. April 2017 - 12:48

Herr Heitmann ist durch die derzeitige Lage sichtlich irritiert. Der Terror und was man dagegen tun müsste passt nicht in sein libertäres Konzept, weswegen er nur mit sehr schwammigen Appellen aufwarten kann, die man mittlerweile so ähnlich auch aus dem Kanzleramt hören kann.

Zum zentralen Punkt: wenn wir uns dem Terror nicht beugen und weiter Bahn fahren, unsere Töchter nachts durch Park heimradeln lassen, fleißig an der Bedeitigung noch etwaiger gesellschaftlicher Diskriminierungstatbestände arbeiten, und mit all dem unsere furchterregende Furchtlosigkeit demonstrieren, sehen die Terroristen irgendwann die Fruchtlosigkeit ihrer Missetaten ein. Was ein frommer liberaler Kinderglaube. Es ist ein zentraler Bestandteil unseres westlichen Narzissmus geworden zu glauben, die Terroristen würden uns attackieren, weil sie es hassen, dass wir toll frei und tolerant sind. Das ist ein Missverständnis. Sie attackieren uns, weil die hiesige Freiheit und Toleranz es ihnen leicht machen.

Claus Gras | Di, 18. April 2017 - 12:53

Irgendwie habe ich den Eindruck, dass der Autor ein Mann ist, der sich nicht traut. Warum appeliert er so vage und ist in seinen Vorschlägen so zögerlich. Es braucht ja kein Kommentar zum Guerilla-Krieg zu sein als Antwort auf den Terror, letztlich, wie es sich immer wieder zeigt, keineswegs zimperlich ist, Realitäten (=Tatsdachen) zu schaffen und gleich wieder neue Terror-Aktionen zu planen... Der Kommentar ist gut gemeint, trotzdem aber verschwendete Energie...!

Karl Kuhn | Di, 18. April 2017 - 12:56

Die Terroristen hassen und terrorisieren uns, weil wir Ungläubige sind. Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich bei 'uns Opfern' um hedonistische Wessis, Putin-begeisterte Russen, fleißige und obrigkeitshörige Chinesen, seit Ewigkeiten ansässige Jesiden oder Schiiten, oder nigerianische Dörfler handelt, die irgendwie sehen müssen, dass auch morgen was zu Essen auf dem Tisch steht. Unsere Lebensweise ist keineswegs eine Geheimwaffe gegen den Terror, solange wir Islamismus verdammen, aber vor dem angeblich 'wahren Islam' in Ehrfurcht erstarren und seinen Anhängern pausenlos vermitteln, dass mit ihrer Religion eigentlich alles super-duper in Ordnung ist. Solange wir die ideologische Auseinandersetzung mir dieser Religion aus falschem Respekt und Feigheit scheuen, haben wir keine Chance gegen Terror und die in dessen Windschatten stattfindende schleichende Islamisierung ... egal auf wie viele Popkonzerte wir pro Jahr gehen.

Dirk Lankau | Di, 18. April 2017 - 13:03

Noch immer ist im Westen die Gefahr höher, durch einen Blitz als durch einen Terroristen zu sterben. Obwohl es YouTube Videos von gibt, in denen deutsche Polizisten vor 40.000 islamische Gefährder warnen, und Frankreich offiziell 17.000 islamistische Gefährder überwacht, ist die schleichende Islamisierung ist die viel größere Gefahr.
So muss man darauf hinweise, dass es eine unheilige Allianz zwischen Linksradikalen und Islamisten gibt, denn beide hassen den Westen. Und die Linksradikalen sind sogar die Mehrheit der beiden Gruppen.
71% der deutschen Journalisten wählen linksgrün. An westlichen Unis bekennen sich mehr Professoren zum Marxismus als zum Konservatismus. Ein Viertel aller jungen Menschen ist offen für Sozialismus. Und viele befürworten die Einschränkung der Meinungsfreiheit, wenn dadurch die Gefühle von anderen verletzt werden. Gesetze gegen Islamo"phobie" (eine Geisteskrankheit!) sind nur eine Frage der Zeit.

bruno leutze | Di, 18. April 2017 - 13:30

für die schlichte, Zeile um Zeile wiedergekaute Botschaft, in Stärke durchzuhalten und so dem "Terrorismus" die Stirn zu bieten.

Mein Gott Herr Heitmann, Gutester, mit diesem politisch substanzlosen Text gewinnen sie keinen für ihre "Zeitgeisterjagd"-Safari, weder als Buch noch als Handlungsanleitung für "modernes politisches Denken".

Robert Müller | Di, 18. April 2017 - 13:44

Dieser Vorschlag meint nichts anderes als den Kopf in den Sand zu stecken. Eine andere beliebte politische Strategie gegen den Terror ist die Probleme unter den Teppich zu kehren. Ein gutes Beispiel dafür ist der Fall Amri. Wie wäre es stattdessen etwas gegen die künftigen Terroristen zu machen, den heutigen Gefährdern? Zwar gibt es passende Gesetze, die nach früheren Anschlägen eingeführt wurden, aber angewendet wurden sie nicht. Stattdessen schob man die immer heißer werdende Kartoffel Amri von einem zum anderen. Warum wohl? Weil es politisch nicht opportun war etwas gegen solche Leute zu tun. Wie ist z.B. das mit der Antänzerszene in NRW? Nach Silvester kaum raus wie das gehandhabt wurde: In NRW vereinbarten CDU und SPD das Thema totzuschweigen. Die Ohnmacht herrscht deshalb, weil politisch Stillstand erwünscht ist. Die Raute ist nicht nur in Berlin das politische Ideal.

Hanno Woitek | Di, 18. April 2017 - 14:55

mit Ihren Sätzen.
"unser morbider Terror-Voyeurismus wirkt auf Bombenleger und Mörder wie Anerkennung, Belohnung und Anstachelung zugleich" durch TV und Presse und der reflexhafte Schrei nach schärferen Gesetzen durch die Politik, sie erzeugen erst die Angst in der Bevölkerung, die sie dann mit Worten wieder bekämpfen wollen. Das ist der parallele Irrsinn.
wo bleibt denn Herr Schwenke, so schöngeistig in den Polittalks? Warum hat er nicht die Mut die Politiker und Journalisten mal dort lauthals an den Pranger zu stellen, deren Stimmungsmache. Bild, Welt, FAZ, Heute (Herr Tevesen) etc.?
Und natürlich darf man angst haben. Nicht vor dem, der plötzlich vor mir steht, gegen den kann ich mich hoffentlich - nach über 30 Jahren Schulung - wehren. Vor den versteckten Mördern aber nicht. Und wenn die Politik und die Journaille ehrlich wäre kann das hier keiner. Man muss den Ursprung - vielleicht uns selber - bekämpfen. Dort wo er ist.

Marita Brügge | Di, 18. April 2017 - 15:46

Tut mir leid, ich kann mit dieser Beschwichtigungshaltung nichts anfangen. Dem Terror werden nichts entgegen setzen können, also sollen sich die Betroffenen zusammen reißen und keine Angst haben? Und ich meine nicht nur Terror, sondern die rapide Zunahme von Alltagsgewalt; Schlägereien, Messerstechereien, Überfälle, Vergewaltigungen, die mittlerweile stattfindenden Kämpfe um öffentliche Plätze und Straßen. Ich gehe heute auf die Straße und kann nicht mehr sicher sein, ob ich nicht als vollkommen unbeteiligte Person ein Messer in den Rücken bekomme. Nein, damit werde ich mich nie abfinden!

Hans Beyer | Di, 18. April 2017 - 15:58

Der Cicero scheint rapide an Qualität abzunehmen.
Sollte er vergessen haben, dass seine Marktstellung in der geistvollen Behandlung verdrängter Realität liegt - statt in der Mitwirkung an der Realitätsverdrängung? Es gibt bereits mehr als genug Publikationen, die den Kopf in den Sand stecken, die eigentlichen Ursachen der Misere ignorieren und missliebige Leserzuschriften zensieren. Damit ist kein neuer Kundenstamm aufzubauen, eher zu zerstreuen.
Sofern der Cicero nicht bereits einer feindlichen Übernahme zum Opfer gefallen ist, hier ein Kommentar zu diesem Artikel:

Es handelt sich nicht um einen abstrakten "Terror". Es handelt sich um den Terror fanatisierter Islamisten auf europäischem Boden. Da der Existenzzweck von Staaten im Schutz der eigenen Bevölkerungen besteht, ist zu fragen, wer für die Aufnahme islamischer Gegenkulturen in Europa verantwortlich ist. Und wie dieser Import von Trojanischen Pferden beendet und rückabgewickelt werden kann. Sicherheit zählt. Unsere.

Heinrich Niklaus | Mi, 19. April 2017 - 10:51

In reply to by Hans Beyer

Treffender Kommentar!

Der Lösungsansatz von Herrn Heitmann, „aufzuhören, ein über die kriminalistische Ermittlung hinausgehendes Interesse für Motive und Hintergründe individueller Einzeltäter zu entwickeln,“ ist nichts anderes als Verdrängung durch Wegschauen.

Es ist der krampfhafte Versuch, einer verunsicherten Gesellschaft, Nichtstun und Wegschauen als einzige Handlungsalternative zu offerieren. Das wird nicht reichen! Wir werden um unsere gesellschaftlichen Werte kämpfen müssen.

Maxwell Anderson | Di, 18. April 2017 - 16:33

Der Terror lebt keineswegs von unserer Angst. Er lebt von einer zerrissenen Gesellschaft, einem Staat, der seine immanente Aufgabe - nämlich die innere Sicherheit zu wahren und zu schützen - weitgehend aufgibt und von Medien, die in ihrer ideologischen Selbstverliebtheit Appelle wie diesen produzieren – offenbar in dem naiven Glauben, dass man vor allen Unbilden geschützt ist, wenn man nur ein freundliches Gesicht aufsetzt.

Reiner Schöne | Di, 18. April 2017 - 18:36

Es soweit alles richtig. nur ist alles was hier steht, nicht nur das Ergebnis des Terrorismus sondern auch das Ergebnis einer falschen Politik. Abgesehen, von der hausgemachten Flüchtlingskrise, so wird doch alles relativiert was irgendwie nur den Anschein eines ausländischen Täters hat, ob eine Vergewaltigung oder ein Anschlag. Hier wird alles irgendwie nie so behandelt, wie es behandelt werden sollte. Der Vergewaltiger hat eine schwere Kindheit gehabt, dazu noch die Strapaze der Flucht womöglich und der Attentäter ist nicht selbst Schuld sondern die Menschen die ihn soweit gebracht haben. Warum? Jeder Mensch hat eine Wahl und die hat er immer. Wer ein Verbrechen verübt wird auch bestraft dafür, und nicht den Schuldigen wo anders sehen. All diese Vorgehensweisen, zeigen Ansätze einer Relativierung, einer krampfhaften suche nach anderen Schuldigen. Und wer darauf hinweist hat in der heutigen Zeit Pech gehabt und die Schweigespirale geht los.

Jürgen Schad | Di, 18. April 2017 - 19:45

... dass wir ihn nicht ignorieren und nicht einfach lustig weiterleben, wie es unsere Werte ("für die wir von Terroristen gehasst werden", was immer die sind) vorgeben, kann ich nicht ernst nehmen. Meine Antwort: Der Terrorismus lebt davon, dass er nicht bekämpft wird, und zwar hinsichtlich: der (potentiellen) Terroristen, der dahinterliegenden Ideologie, der Unterstützerstrukturen und der Geldgeber.

Der islamische Terrorismus wird nicht bekämpft, weil unser festgefahrenes politisches Establishment dies weltanschaulich vermint hat. Es ist vermint durch "Islamophobie" bis "Rassismus". Was noch bleibt ist: Betroffenheit äußern, die Besonnenheit aller loben, das Brandenburger Tor anstrahlen - und solche Kommentare dazu zu schreiben wie von M. Heitmann.

(PS: Die Festgefahrenheit des politischen Establishments ist erkennbar, weil nichts mehr vorstellbar ist an Vorfällen in der Welt, ohne dass wir von ihm nicht die gleichen, seit mindestens zwei Jahrzehnten gegebenen Antworten hören.)

Nosrat Furisjan | Di, 18. April 2017 - 20:57

Man muss so ehrlich sein, dass es sich um antwortenden Terror handelt auf Kriegs- und Waffeneinwirkung durch den Westen, auch Deutschland. Denn: Syrien hat uns niemals angegriffen. Was haben unsere Soldaten da unten zu suchen? Überhaupt nichts.

Wer die Bombardiererei des Westens als Ursache des antwortenden Terrors ausblendet, wird auch fürderhin nicht zu einem sachgerechten Analyseergebnis kommen.

genau so ist es. Wer Länder destabilisiert ohne zu fragen was kommt danach braucht sich über gar nichts zu wundern. Wer willkürlich (oder doch geplant wegen der Geopolitik) "Despoten" hinwegfegt die mit Mühe den Deckel auf dem Pulverfass gehalten haben hat die Büchse der Pandora geöffnet und bekommt den Deckel auch nicht mehr zu. Weit haben wir es gebracht mit unserer Vasallenpolitik jeder stehengebliebene Koffer mit schmutziger Wäsche evtl. noch ein altmodischer Wecker drin der noch tickt kann einen Flughafen lahmlegen, dazu muss noch ein Überwachungsstaat installiert werden der Milliarden kostet der zunächst mal Alle verdächtigt, das Volk muss abgehört werden damit man die Nadel im Heuhaufen findet, jedes Fußballspiel muss mit tausenden Polizisten gesichert werden usw., usw. Wahrhaftig weit haben wir es gebracht und das alles durch "besonnene, unaufgeregte, vom Ende her denkende" Vasallen-Politik.

Herr Furisjan, die Bundeswehrsoldaten bilden kurdische Peschmerga aus, damit diese sich gegenüber dem IS zur Wehr setzen können. Was ist daran auszusetzen?

Dass der Westen, insbesondere die USA, den Nahen Osten nach 9/11 ins Chaos gestürzt haben, mag richtig sein. Aber auch die schiitisch-sunnitische Dauerfehde ist eine der zentralen Ursachen für die nicht enden wollenden Kriege in dieser Region.

sie sollten auf keinen Fall versuchen die Schuld des "Westens" klein zu reden indem sie die sunnitische-schiitische Achse ins Spiel bringen. Tatsache ist, dass der "Westen" sich eingemischt hat wo er hätte draußen bleiben sollen. Tatsache ist, dass der "Westen" immer jene Gruppe unterstützt hat bei der "Westen" glaubte seine Ziele (auch völkerrechtswidrig das spielt eh nie eine Rolle) zu erreichen. So wurden diese Gruppen auch Freiheitskämpfer, Aktivist, Gemäßigte Oppositionelle, Rebellen genannt (auch in Syrien) mit Waffen, Logistik, mental und medial unterstützt und war (und ist immer noch) erstaunt wenn die selben Gruppen quasi über Nacht mit den gleichen Mitteln wie zuvor in ihren Ländern, bei uns ihre Ideologie verwirklichen wollen. Man glaubt hilfreiche Idioten einsetzen zu können und züchtet seine Terroristen damit selber.

Peter Wagner | Mi, 19. April 2017 - 04:28

Angst vor Terror? Nein, ich habe Angst vor unser schwachen, ängstlichen und zaudernden Regierung, die auf Grund ihrer grün-linksliberalen Politik dabei ist, sich selbst den kleinen Rest an Respekt ihr gegenüber, zu verscherzen! Besonders bei den Muslimen, die das Verhalten unser Politiker und unserer Justiz als Schwäche deuten, ist die Respektlosigkeit weit verbreitet! Sie richtet sich gegen Polizisten, Feuerwehr, Sanitäter, Krankenhauspersonal u.s.w.. Sie werden beleidigt, angespuckt und nicht selten auch krankenhausreif verprügelt.
Angst haben muß man allerdings auch, vor der sich ständig verschlechternden Entwicklung der öffentlichen Sicherheit! Es gibt inzwischen sehr viele Menschen, die sich nicht nur bei Dunkelheit kaum noch aus dem Haus trauen. Diese Entwicklung ist unter keinen Umständen zu akzeptieren! Es muss dringend ein Politikwechsel eingeleitet werden, um größeres Chaos zu verhindern! Von einer wehrhaften Demokratie in Deutschland, kann zur Zeit keine Rede mehr sein!

Christiane Bohm | Mi, 19. April 2017 - 14:26

In reply to by Peter Wagner

Ist das nicht auch die Respektlosigkeit gewählter Politiker gegenüber den Menschen, die sie gewählt und denen gegenüber sie eine Verpflichtung haben?
Uns wird € um € abgepresst, um diese in der Welt zu verschleudern, anstatt sie nicht zuletzt für die Sicherheit der Bürger zu verwenden. Darauf werden Minister und Kanzler vereidigt, nämlich dem deutschen Volke zu dienen.

Frau Bohm, sie haben völlig recht. Deutsche Interessen werden von unserer Regierung mit den Füssen getreten! Der Wähler wird in wichtigen Entscheidungen völlig übergangen, zB. bei der Euroeinführung (Eurokrise)und der unkontrollierten Masseneinwanderung. Genau diese beiden Probleme werden unseren sozialen Frieden zerstören und uns Finanziell erheblich überfordern. Sie wären nicht entstanden, wenn Politiker nicht vergessen hätten, dass sie Volksvertreter sind, sie dem Volke zu dienen haben und nicht umgekehrt. Damit keine Missverständnisse bei Politikern entstehen, ich rede von dem Volk, das schon länger in Deutschland lebt und den ganzen Laden am Laufen hält! Das durchaus in der Lage ist, die unfähigen "Volksvertreter" die das Chaos angerichtet haben, im September in die Wüste zu schicken!

Michael Ludwig | Mi, 19. April 2017 - 07:34

Herr Heitmann, die Menschen in Bagdad haben Ihren Artikel bis aufs letzte Komma verinnerlicht. Dort geht fast jeden Tag eine Bombe hoch, mit ungezählten Toden. Nach dem Knall noch schnell ein Selfie und dann noch ein Eis essen. Alles dort
ganz normal. Für Sie Herr Heitmann vielleicht, aber nicht für die Menschen die dort leben müssen.
In Ungarn, Tschechien, Polen usw. lese ich kaum etwas von Terroranschlägen.
Finde den Fehler?

Matthias Noack | Mi, 19. April 2017 - 09:32

hassen nicht unsere Freiheit. Wenn ins Heimatland auf einmal US-Truppen (und Truppen anderer Länder) einfallen um angeblich eine Demokratie aufzubauen und dabei unzählige Menschen (Zivilisten) töten, dann entstehen Terroristen. Und die wollen Rache üben, eine radikale Islamierung ist dann nur Beiwerk um der eigenen Rache ein Gerüst aufzusetzen. Was sind unsere Werte? Wir leben in einer Welt wo Leute Amok laufen weil sie in der Schule gemobbt werden. Wir haben unseren eigenen Terror. Wahrscheinlich ziehen wir so auch den "externen Terror" an. Natürlich wäre es gut nicht mehr über Terror zu berichten in den Medien, aber wir wissen dass das unrealistisch ist.

Matthias Junglewitz | Mi, 19. April 2017 - 14:36

In reply to by Matthias Noack

Mit Verlaub. Ich finde ihre Erklärung stark zu kurz gegriffen.
Islamischen Terror gibt es schon seit seiner Entstehung und Ausbreitung. Mohammed selbst soll ja ca 43 Morde in Auftrag gegeben haben. Die Toten von seiner Hand oder bei seinen Eroberungen gehen in die zigtausende. Von Versklavung und Vergewaltigung mal ganz abgesehen. Die sind übrigens per Koran und Hadhiten erlaubt und sogar befohlen. Siehe der IS, der sich streng daran hält. Die Sklavenjäger im Mittelmeer wurden entgültig erst mit der Einnahme von Algier 1830(!) durch die Franzoden beendet.
Der Angriff der Amerikaner und NATO in der Neuzeit erfolgte erst nach den Terroranschlägen von 9/11, war also ein Racheakt. Nicht zu vergessen die russische Invasion Afghanistans 1979 in der die Amerikaner die Muslime unterstützte. Auch Osama Bin Laden wollte an der Seite der Amerikaner kämpfen. Das Problem ist das Moslime die Herrschaft der Welt wollen und sich allen anderen Menschen überlegen sehen. Deswegen der Dschihad.

Matthias Noack | Mi, 19. April 2017 - 15:35

In reply to by Matthias Junglewitz

Es klingt für mich aber plausibler als unsere Werte angreifen zu wollen. Mir fehlt das nötige Hintergrundwissen. Schon vor dem 11. September mischten sich die Amerikaner im Irak und anderen Ländern im nahen Osten ein. Die Terroristen die jetzt in Europa angreifen kommen ja aus verschiedenen Ländern, keiner weiß genau was deren individuelle Beweggründe sind. Ich schätze aber dass Rache mit dabei ist. Ist der IS nicht entstanden weil vor 100 Jahren den Leuten Land versprochen wurde von den Engländern, die sich aber nicht daran hielten? Und wenn es darum geht, sich für überlegen zu halten und die Welt zu erobern, können die Amerikaner bzw. die Elite des Westens da gut mithalten.

oder welchem Konglumerat auch immer, meinte ich die Erschaffung der neuen Weltordnung inkl. Überwachung aller Menschen, Bargeldabschaffung, Abschaffung freier Meinung etc. Dazu eignen sich auch inszenierte Terroranschläge seitens des "Westens" um die Leute in Angst zu halten und neue Gesetze durchzusetzen die vorher undenkbar waren. Es ist auch fragwürdig warum niemals, jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern, ein Terrorist lebendig gefangen wurde zum Befragen. Jeder kann zum Terrorist gemacht werden indem ihm z. B. gedroht wird, seine Familie umzubringen oder er wird einfach auf Droge gesetzt.

Mit dem vor 100 Jahren versprochenen Landrückgabe meinen sie die Sykes-Picot Vereinbarung der Engländer und Franzosen um die Aufteilung der osmanisch (türkischen) Provinzen in Nahost. Das ist wirklich ein Stachel im Fleisch des IS.
Hier ein Link:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sykes-Picot-Abkommen
Ich selbst stelle mir die Frage was passiert wäre, wenn die die arabischen Staaten wirklich unabhängig geworden wären. Das Nationalstaatenprinzip kommt aus dem Westen und in den arabischen Ländern, in denen die Stammesstrukturen vorherrschend sind unbekannt. Alleine der Syrien/Irakkonflikt zeigt was für ein ethnischer Flickenteppich das ist. Der osmanische Staat hätte durch eine andere Macht ausgetauscht werden müssen. Entweder Saudi-Arabien oder F/UK. Ich denke das zweite war die bessere Lösung. Es waren ja Königreiche unter Mandatsverwaltung. Meiner Meinung. Die Beste aller schlechten Lösungen.

Noch ganz kurz-
Bis zur ersten Niederlage der Osmanen vor Wien 1529 war das osmanische Reich unbestritten die Hegemonialmacht im östlichen Mittelmeerraum und Südwesteuropa, durchaus erpicht ganz Europa unter seine Kontrolle zu bekommen. Auch war die Jagd nach christlichen Sklaven ein wichtiger Wirtschaftszweig, der erst von den Amerikanern(!), dann von den Franzosen entgültig beendet wurde. Also von einer Opferrolle des Islam ist in der Geschichte nichts zu finden. In der Täterrolle schon. Nach der zweiten Wienschlacht 1683 drehte sich das Blatt und die Europäer befreiten bis Ende des 19Jhr Europa bis auf den Zipfel um Istanbul von den Türken.
Empfehlenswerte Literatur: "Im Fadenkreuz der Mächte", "Der Fluch der bösen Tat"
von Peter Scholl-Latour.
Zu ihrer Frage warum kein Terrorist lebendig gefangen wurde? Israel hat ne Menge davon. Es wurde überlegt Bin Laden lebendig zu fangen. Das Problem wäre ein Racheakt und eine Geiselnahme zur Befreiung BL gewesen. Siehe die Landshut.

Lara Engelhardt | Mi, 19. April 2017 - 13:46

Es tut mir sehr leid, Herr Heitmann, aber Ihr Artikel ist wieder einer, der uns empfiehlt, im Kampf gegen den Terror diesen zu ignorieren und so zu tun, als gäbe es ihn nicht! Damit sind viele weitere Terroropfer vorprogrammiert! Anders als andere Meinungen kann man den islamischen Terror eben nicht einfach nur ausgrenzen oder bestreiken, er muss aktiv bekämpft werden, mit allen rechtsstaatlichen Mitteln, selbst wenn diese Gewaltanwendung erfordern!

Wir Deutsche haben ein Lebensrecht und daraus leitet sich ab, dass wir uns gegen alle wehren dürfen, die dies in Frage stellen!

Ein "weiter so - ignoriert das alles!" darf es nicht mehr geben, jetzt muss gehandelt werden. Und wer das in der Regierung, in den Parteien nicht will, muss abgewählt, ggf. auch abgesetzt werden!

Leider wird dies letztlich auf einen Bürgerkrieg hinauslaufen - der ist aus meiner Sicht aber ohnehin nur hinauszuzögern, zu vermeiden ist er nicht mehr!

Andreas Ulbrich | Mi, 19. April 2017 - 15:02

Ich weiss nicht, ob der islamische Terror wirklich nur PR ist, wie es im Artikel immanent unterstellt wird. Die Regierung tut ja bereits das, was der Autor von "uns" fordert. Für die Opfer vom Breitscheidtplatz gab es nicht mal einen Staatsakt. Es wurde auch peinlich darauf geachtet, dass sie in der Öffentlichkeit keine Gesichter bekamen.

Harald Hotz | Mi, 19. April 2017 - 16:16

Es mag ja wahrscheinlicher sein, vom Blitz erschlagen zu werden als einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen, trotzdem lebt auch der Blitz nicht von der Angst seiner potentiellen Opfer und deren Unerschrockenheit wird ihn kaum beeindrucken. Ich persönlich ziehe es vor bei Gewitter nichts ins Freie zu gehen. Ansonsten kann man jedem der die Möglichkeit hat ohnehin nur raten zur Verbesserung seiner Lebensqualität unsere heruntergekommenen Großstädte zu verlassen und sich auf dem Land eine prosperierende Mittelstadt auszusuchen, am besten im Süden der Republik.

Rolf Lindner | Mi, 19. April 2017 - 22:51

Mich wundert, dass ein derartiger Beschwichtigungsartikel im Cicero erscheint. Der passt doch besser in regimetreue Journale wie "Der Spiegel". Wie an anderer Stelle schon erwähnt, sollte eine Mehrheit die regierungsamtlich ausgerufenen Afterterrorparties boykottieren, um auf diese Weise ihren Protest gegen den Volksverrat der Regierungen in Bund und Ländern kundzutun.

Dr. Lothar Sukstorf | Do, 20. April 2017 - 07:51

Es ist falsch anzunehmen, die Terroristen wollten vorrangig, daß wir unsere Lebens- und Gesellschaftsform ändern(das impliziert nämlich, uns alle binnen kurzem zu Moslems/Taliban,etc. zu machen). Immer diese oberflächliche clashes of civilizations-debatte. Die Terroristen wollen Tod bringen, sie wollen so viele wie nur möglich von uns töten. Das ist deren Absicht. Der Tod. Und das erübrigt zunächst weitere Fragen. Natürlich beeinträchtigen sie unser Leben, nehmen Einfluß. Und zwar gehörigen; das zu leugnen wäre doch töricht. Allein schon in den Medien, bei jedem Anschlag irgendwo, tauchen bei uns inflationär in den Medien sogenannte Terrorexperten auf. Als ob es einen neuen Geschäftszweig "Terrorexperte" gäbe, meist sind diese Experten solche, die nichts beitragen können, so daß man vermuten könne, sie seien nur Terrorexperte, weil sie das Wort Terrorbekämpfung richtig schreiben können. Die alles entscheidende Frage ist, wie wir uns wehren? Feige oder hart und mächtig? D. agiert feige

Dr. Lothar Sukstorf | Do, 20. April 2017 - 08:51

Terror ist asymmetrische Bedrohung; wird uns immer erklärt. Kanzlerin, Innenminister, Aussenminister, Justizminister sagen uns, "der Terrorismus will uns unsere Freiheit nehmen, er will unsere Werte vernichten, wir bekämpfen ihn mit allen Mitteln des Rechtstaates, usw...Blablabla". Das heißt nichts anderes, wir wissen auch nicht weiter. Aber, es gibt ja Polizei, GSG 9, und die Geheimdienste. Selbstberuhigung der politischen Klasse. Was löste es bei uns aus? Als sich die Anschläge häuften, verkündete Merkel, der Terror hat uns nun auch erreicht...tja, da kann man nichts machen. Damit müssen wir nun leben. Das von einer Regierungschefin. Und Gauck schwafelt, wir rücken zusammen. Lächerlich! Asymmetrische Bedrohungen verlangen asymmetrische Reaktionen. Und Politiker, die sich nicht wie Feiglinge äußern, verhalten sondern, die wehrhaft hart reagieren. JETZT herrscht oberste Wachsamkeit - Wahlkampf - es darf keinen Anschlag geben, weil es Merkel schadet. Ab 2018 schlaffen wir wieder ab...

Dr. Lothar Sukstorf | Fr, 21. April 2017 - 11:31

Europa hat sich in den Fallstricken seiner eigenen "falschen" Liberalität verstrickt. Schuld daran ist grundsätzlich der falsch verstandene Begriff "einer offenen Gesellschaft", den Karl Popper definiert hat. Damit ist mit Sicherheit nie gemeint gewesen, offene Grenzen für jederman, sich quasi wehrlos zu machen. Und, es stellt sich heraus, daß die Folgen der sogenannten 68ziger und der links-rot-grünen "Gesellschaftsumkrempeleien" uns schwach gemacht haben. Wir haben damit erheblich zur Asymmetrie beigetragen und wundern uns, warum wir uns nicht wehren können. Lichterketten, Blumenmeere, Kerzen aufstellen, Brandenburger Tor anstrahlen - mögen vielleicht Gauck oder Merkel beeindrucken, nicht aber die Terroristen und deren Hintermänner. Der Nährboden des Terrorismus ist meist in den arabischen, muslimischen Ländern zu finden. Und, es gibt die Möglichkeit, den "gordischen Knoten" zu finden, den Nährboden auszutrocknen. Das ist zunächst eine Frage einer gemeinsamen Strategie des Westens.

Dr. Lothar Sukstorf | Fr, 21. April 2017 - 12:19

Der Westen, die USA und Europa, sollten eine gemeinsame Strategie - politisch, militärisch und psychologisch - gegenüber dem Terrorismus und den Ländern, aus denen der Terrorismus stammt und die ihn unterstützen, entwickeln. Da diese Länder außerhalb der Nato-Area/Zuständigkeiten liegen, sollte der Westen gemeinsame Strukturen zur Terrorismusbekämpfung aufbauen. Dazu bedarf es der Einbindung aller Medien, und des Umdenkens innerhalb der Geselllschaften des Westen. Umdenken in den Gesellschaften, weg von dem "Alles-Verstehenden, Alles-Tolerierende" etc.(die sich bei all dem Terror, sowohl im Kleinen als auch im Großen, als grundfalsch erwiesen haben). Deswegen müssen wir noch lange nicht unsere Lebensweise aufgeben. Aber wir müssen den Terroristen im Inneren und Äußeren zeigen, daß wir uns wehren.

angelika Selzer | Mo, 24. April 2017 - 06:05

... Warum wir jetzt umso mehr das Leben führen sollten, das die Feinde der Freiheit so hassen..., wir werden die Terroristen verwirren, wir werden sie beschämen und wie die ersten christlichen Märtyrer furchtlos in den Tod gehen.

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