Integration - Der aufgeklärte Islam steht erst am Anfang

Arbeitgeber dürfen laut einem EuGH-Urteil das Kopftuch am Arbeitsplatz verbieten. In Österreich aber ruft die Islamische Glaubensgemeinschaft, immerhin die gesetzliche Vertretung des Islam, Musliminnen zum Tragen des Schleiers auf. Das Beispiel zeigt, dass die Frage, wie ein europäisch geprägter Islam aussehen kann, längst nicht beantwortet ist

Zwei Frauen mit Kopftuch spazieren in der Sonne.
Das Kopftuch erhitzt nach wie vor die Gemüter / picture alliance

Autoreninfo

Franz Wolf ist seit 2013 Geschäftsführer des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF). Der ÖIF ist ein Fonds der Republik Österreich, der österreichweit Flüchtlinge und Zuwander/innen in ihrer Integration unterstützt.

So erreichen Sie Franz Wolf:

Franz Wolf

Mehr als sechs Prozent der europäischen Gesamtbevölkerung sind Muslime, laut Studien soll der Anteil bis 2050 auf fast zehn Prozent anwachsen. Insbesondere seit der großen Flüchtlingsmigration im Jahr 2015 stieg die Zahl der Muslime in Ländern wie Schweden, Deutschland und Österreich, die besonders viele Flüchtlinge aufgenommen haben, stark an. Laut aktuellen Schätzungen sind ungefähr 700.000 der 8,7 Millionen Menschen in Österreich Muslime, Tendenz nach wie vor steigend. Analysen gehen davon aus, dass ihr Anteil in den nächsten 30 Jahren auf bis zu einem Viertel der Gesamtbevölkerung steigen könnte.

Islam in Österreich

Vor dem Hintergrund der wachsenden Zahl an Muslimen – aktuell vor allem aus Krisengebieten wie Syrien oder Afghanistan – stellt sich die Frage, wie ihre Integration in einem säkularen, wenngleich auch religionsfreundlichen, demokratischen Staat besser gelingen kann. In Österreich wurde der Islam bereits im Jahr 1912 gesetzlich anerkannt. Das damalige Islamgesetz war eine Reaktion auf die Integration der stark muslimisch geprägten Bevölkerung Bosniens und Herzegowinas in die Donaumonarchie. Das Gesetz stärkte die rechtliche Gleichstellung von Muslimen und sicherte ihnen Rechte wie jenes auf eine eigene institutionelle Vertretung zu. Zugleich verdeutlichte es die Erwartungshaltung gegenüber den Muslimen, dass Gesetze der Monarchie respektiert und anerkannt werden müssen.

Religiöse Gebote wichtiger als Gesetze

Die jüngsten Entwicklungen in Österreich verdeutlichen nun ein Problem, das ganz Europa betrifft: Unter Muslimen, insbesondere auch jenen, die erst vor Kurzem nach Österreich gekommen sind, herrscht oft ein deutliches Missverhältnis zwischen der theoretischen Zustimmung zu einem europäischen, rechtsstaatlichen Wertekonzept und der praktischen Bedeutung für das eigene Leben.

So ergab eine Anfang 2017 durchgeführte Erhebung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften unter syrischen, afghanischen und irakischen Flüchtlingen, dass sie die Demokratie weitgehend als beste Staatsform sehen. Gleichzeitig sind aber 35 Prozent der Befragten der Meinung, dass religiöse Gebote über staatlichen Gesetzen stehen. Auch die österreichische Lebensweise beurteilen vier von zehn als zu freizügig. Lediglich 60 Prozent aller Befragten plädieren für die völlige Gleichberechtigung von Mann und Frau. Angesichts dieser Ergebnisse gewinnt vor allem eine Frage zunehmend an Dringlichkeit: Wie viel Europa braucht der Islam?

Stillstand statt Fortschritt

Derzeit gibt es kein klares Bild davon, was den Islam in Europa und Österreich ausmacht und wer für ihn sprechen kann. Häufig kommen die Meinungsführer der öffentlichen Debatte von den extremen Rändern islamischer Strömungen. Gelegentlich präsentieren sich diese sogar als vermeintlich unabhängige Experten. Ihr Ziel ist zu oft nicht das Ankommen der Muslime in Österreich, sondern die Durchsetzung eigener Interessen.

Auch die politischen Einflüsse aus Herkunftsländern durch und auf islamische Verbände und Organisationen in Europa wirken fatal. Die problematische Vermischung von Islam und Politik ist zunehmend stärker sichtbar, beispielsweise bei Demonstrationen von AKP-Sympathisanten, die oft von „Allahu Akbar“-Rufen begleitet werden. Inhaltlich werden viele kritische Themen wie etwa Fragen zum Schwimmunterricht für muslimische Mädchen, die Diskussionen zur Verschleierung von Frauen oder Fragen zur Sexualität oft mit einem grundsätzlichen Verweis auf Glaubensregeln abgeblockt, mit allgemeinen Floskeln abgetan oder unter Verweis auf die Religionsfreiheit für unantastbar erklärt. Anstatt sich mit konkreten Fragestellungen zu beschäftigen, bleiben Diskussionen oft fortschrittslos in Grundsatzbotschaften stecken.

Konfliktstoff Kopftuch

Das gilt insbesondere für die Diskussion um das Thema Vollverschleierung. Von muslimischer Seite wird die öffentliche Debatte häufig als eine völlig unbedeutende Symboldebatte disqualifiziert. Die muslimische Frau kleide sich so, wie sie selbst es für richtig halte, wurde anlässlich einer Demonstration gegen das geplante Vollverschleierungsverbot in Österreich argumentiert. Wohlgemerkt betrifft dieses Verbot nur die vollständige Verhüllung im öffentlichen Raum. Das Tragen des Kopftuchs bleibt davon unberührt. Zugleich hat die gesetzliche Vertretung des Islam in Österreich, die Islamische Glaubensgemeinschaft, vor Kurzem eine Fatwa veröffentlicht, die sich mit der Verschleierung der Frau beschäftigt: „Für weibliche Muslime ab der Pubertät ist in der Öffentlichkeit die Bedeckung des Körpers, mit Ausnahme von Gesicht, Händen und nach manchen Rechtsgelehrten der Füße, ein religiöses Gebot und damit Teil der Glaubenspraxis“, heißt es darin.

Ursprünglich wurde dieser Beschluss des Beratungsrates der Islamischen Glaubensgemeinschaft als „Kopftuch-Gebot“ bezeichnet. Nach der ersten Aufregung in der Öffentlichkeit wurde der Titel auf „Stellung der Verhüllung im Islam“ geändert, der Inhalt blieb aber unverändert. Besonders aktuell wird die Debatte rund um die Verschleierung nicht zuletzt aufgrund eines aktuellen Entscheids des Europäischen Gerichtshof (EuGH), der besagt, dass Arbeitgeber religiöse Symbole, worunter auch das islamische Kopftuch fällt, unter bestimmten Bedingungen verbieten dürfen. Im Urteil heißt es: „Im Ergebnis stellt daher das Verbot, ein islamisches Kopftuch zu tragen, das sich aus einer internen Regel eines privaten Unternehmens ergibt, die das sichtbare Tragen jedes politischen, philosophischen oder religiösen Zeichens am Arbeitsplatz verbietet, keine unmittelbare Diskriminierung wegen der Religion oder der Weltanschauung im Sinne der Richtlinie dar.“

Mit ihrem explizit formulierten Kopftuch-Gebot bringt die Islamische Glaubensgemeinschaft Musliminnen nun eindeutig in Konflikt mit einem derartigen Urteil, was vor allem ihrer Integration in den Arbeitsmarkt wenig förderlich ist.

Die Verunsicherung steigt

Derartige Debatten schaden dem Fortschritt des Islam in Europa und dessen Bild in der Öffentlichkeit enorm und führen bei der Bevölkerung zunehmend zu einem Gefühl der Verunsicherung. So beurteilen laut einer aktuellen Erhebung sechs von zehn befragten Österreichern das Zusammenleben zwischen Muslimen und Nichtmuslimen als negativ. Religionsfreiheit hat Grenzen, die klar zu definieren sind. Der Rechtsstaat ist der Maßstab für das Zusammenleben.

Es braucht einen aufgeklärten Islam, der auf den Fundamenten von Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechten steht. Mit dem 2015 adaptierten Islamgesetz von 1912 wurden in Österreich dafür die Grundlagen geschaffen. Es verankert einen gesetzlichen Anspruch auf islamische Seelsorge beim Militär, in Gefängnissen, Krankenhäusern und Pflegeheimen. Islamische Friedhöfe werden darin dauerhaft abgesichert. Zudem verbietet es die laufende Finanzierung von Religionsgesellschaften aus dem Ausland, um ausländischer Einflussnahme vorzubeugen. Diese Schritte können allerdings nur Teil einer umfassenderen Lösung sein.

Moderate Kräfte stärken

Gerade die steigende Zahl der moderaten und aufgeklärten Stimmen im Islam findet in Österreich wie auch in Europa zu wenig Gehör. Gemäßigte Kräfte, die für einen europäisch geprägten, moderaten und toleranten Islam eintreten, müssen gestärkt werden. So bedarf es auch der Entwicklung einer europäischen islamischen Theologie als Fundament. In Österreich wurde mit der Einführung von Lehrstühlen für islamische Theologie an den Universitäten bereits der Grundstein dafür gelegt. Letztendlich kann das Zusammenleben in Österreich nur auf Basis eines aufgeklärten Islam gelingen. Dieser befindet sich allerdings erst am Anfang eines langen Weges.

Franz Otto Hegger | Mo, 20. März 2017 - 11:13

Haben wir in Deutschland noch ein anderes Thema, als die Befindlichkeiten des Islam. Am besten zurück beamen in die Steinzeit, da können sie ihre Religion ausleben. Wie Rutte (NL ) schon treffend , natürlich vor der Wahl, bemerkte : Paßt euch an - oder geht.

Joachim Walter | Mo, 20. März 2017 - 16:03

In reply to by Franz Otto Hegger

Hallo Herr Hegger,

das denke ich mir in der letzten Zeit auch des Öfteren.

Wenn man bedenkt, dass man die "besorgten Bürger" damit beruhigen will, dass man darauf verweist, dass der muslimische Anteil der Bevölkerung in D ja "nur" 5% beträgt, dann steht für mich der Anteil der Aufmerksamkeit, die diese Gruppe auf sich zieht in keinerlei "gesundem" Verhältnis.

Ich habe mir neulich mal den "Spass" gemacht und die Zeiten gestoppt, in welchen in der Tagesschau und im Heute Journal über Probleme im Umfeld Islam berichtet wurde.

Dass sicherlich nicht repräsentative Ergebnis nicht ganz unzusammenhängender Themengebiete:
Islam und Islamismus: 26%
Einwanderung/"Flüchtlinge": 16%
Erdogan/Türkei: 22%

Möglich, dass sich da gerade etwas häuft, aber gefühlt geht mir das viel zu lange schon so.
Es ist kein gutes Zeichen, wenn eine 5% Gruppe direkt oder indirekt 64% der Aufmerksamkeit und, in den meisten Fällen, auch Problemberichterstattung auf sich zieht.

Grüße
J. Walter

Alexander Weber | Mo, 20. März 2017 - 11:15

Die Islamisierung muss hart bekämpft werden.
Sonst habe ich irgendwann keine Lust mehr zu arbeiten und Steuer zu bezahlen. Die Islamisierung der Europa und Deutschland soll mindestens nicht mit meinem Steuergeld (20000 Euro pro Jahr) noch finanziert werden. Die Mittelschichte ist am Ende mit Toleranz an Flüchtlinge und Islam.

Christa Wallau | Mo, 20. März 2017 - 11:22

Meines Erachtens ist es wenig sinnvoll, auf einen
aufgeklärten Islam zu hoffen - jedenfalls in absehbarer Zeit. Für eine Anpassung an den säkularen Geist der Aufklärung gibt es beim Islam, jedenfalls so, wie er in den Hauptrichtungen (Sunniten und Schiiten) gelehrt und praktiziert wird, kaum Ansatzpunkte. Der Koran, d a s
heilige Buch der Muslime, steht dem krass entgegen.
Allenfalls könnte man hoffen, daß sich die europäischen Muslime ganz von ihrer Religion abwenden. Aber auch hierfür sehe ich - angesichts der starken Identifikationskraft des Glaubens für muslimische Familien - wenig Chancen.

Nein: W i r müssen von den Muslimen strikte
Zurückhaltung fordern. Anderenfalls muß ihnen
dringend empfohlen werden, in muslimische Länder auszuwandern. Es gibt m. E. so etwas wie
ein Recht auf Schutz der eigenen Kultur, in dessen Namen von jedem Zuwanderer verlangt werden darf, sich im öffentlichen Leben an die von der Mehrheit gewünschten und gepflegten Umgangsformen anzupassen.

Treffender kann man es kaum formulieren. Die Hoffnung auf eine Aufklärung ist unter den gegebenen Voraussetzungen ebenso eine Illusion wie ein auf dem Koran basierter friedlicher "europäischer Islam". Es ist nun allerhöchste Zeit für ein "keine Toleranz der Intoleranz", wie A. Kissler formuliert hat.

Liebe Frau Wallau,
vielen Dank für Ihren wie immer sehr guten und fundierten Kommentar.
Auch ich widerspreche dem Autor, für den der Wunsch, Vater des Gedanken ist.
Bassam Tibi und andere haben sich schon sehr oft dieses Themas angenommen.
Islam und Reform sind de facto ein Widerspruch in sich.
Und wenn Kenner des Milieus, wie Bassam Tibi über die schleichende Islamisierung von Europa sprechen, sollte dies auch den deutschen Wahlbürger aufrütteln.
Und nicht zu vergessen, dass die Impulspapiere von Frau Ösoguz der neuen
"sozialen Gerechtigkeits-SPD" diametral entgegen stehen.

Liebe Frau Wallau, ich bin ja völlig Ihrer Meinung, nur was nützt es denn wen wir hier solche Wünsche posten? Kennen Sie einen maßgeblichen Politiker bei CDU/CSU/SPD (den Rest erspare ich mir) der öffentlich eine solche Forderung an die Muslime richtet und ihnen andernfalls die Auswanderung in ein muslimisches Land empfiehlt? Ich leider nicht. Rütte hat wohl vor der Wahl sich ähnlich gegenüber türkischen Demonstranten geäußert. Das wurde am Sonntag bei Anne Will als völlig unmöglich für einen Ministerpräsident dargestellt. Denken werden es wohl einige, aber es sagt keiner, nicht mal Seehofer.
Dabei wäre es doch naheliegend, den Türken in Europa nach einem geglückten Referendum die Heimkehr nahe zu legen. Wer so abstimmt wird nie ein deutscher Bürger oder Europäer.

den Holocaust, der vor allem sich dann so ereignete, weil man "die Juden" nicht ausweisen konnte, die ein kleiner Teil der Bevölkerung nicht akzeptierte, ein sehr viel größerer Teil jedoch nicht wirklich begrüßte.
Deshalb brauchen wir klare Entscheidungen des Bundesverfassungsgericht.
Wenn Musliminnen Kopftücher gestattet werden in Bereichen, die bei uns üblicherweise säkular gehalten wurden, darf sich doch wohl jeder zum Ausdruck bringen und also diese in meinen Augen rückschrittlichen Kopftücher wenigstens phantasievoll konterkarieren bzw. in der Menge und Vielfalt "einebnen".
Es kann nicht sein, dass wir über kurz oder lang mit Anstandsfibeln für die Animositäten der verschiedenen Religionen herumlaufen müssen.
Europa darf sich europäische Kultur leisten, was noch `problematischer` ist, ich befürchte, dass die wenigsten hier wirklich um des lieben Friedens willen darauf verzichten können.
Vor allem, wenn kein Frieden von Hinzugekommenen gehalten werden kann.
S O R G E

liebe Frau Wallau, Sie haben ja sowas von recht. Wie eigentlich immer. Bleibt nur noch, die hohe Politik davon zu überzeugen. Resp. die Wähler. Wenn ich jedoch den Aufschwung der SPD sehe, nur weil ein Scharlatan und Populist namens Schulz neuer Vorsitzender und Kanzlerkandidat ist, dann krieg ich Bauchweh der schlimmsten Sorte.

Erinnert sich noch jemand an meinen Ausspruch "gleicher Zirkus, neuer Clown"?

Da hat sich doch kürzlich jemand fürchterlich darüber aufgeregt, weil Sie die Wähler dumm genannt haben. Was ist das denn dann, ein Aufschwung von 2o auf über 3o% und das nur wegen eines Herrn Schulz. Stockdumm vermutlich.

Fehlt nur noch ein Hochwasser, dann kriegt die Merkel die absolute Mehrheit. Schröder läßt grüßen.

Ich denke lieber nicht daran.

..sagt Bassam Tibi. Wenn ein Moslem mit seinem Sachverstand das sagt, wenn dieser die Flüchtlingspolitik extrem scharf kritisiert und der Kanzlerin Konzeptlosigkeit vorwirft, wenn das ganze an der etablierten Politik, der Kirche und an den Massenmedien abprallt, wie, oder durch wen wollen Sie dann strickte Zurückhaltung fordern Frau Wallau?

Tobias Mühlmann | Mo, 20. März 2017 - 12:23

Es ist ein Wunschtraum und eine gewisse Arroganz unserer westlichen Kultur anzunehmen das der Islam jemals genauso "aufgeklärt" sein wird wie das Christentum.
Hierbei spiegelt sich aus meiner Sicht ein gewisses "Überlegenheitsdenken" unserer Kultur wieder. Dieses moralische "Überlegenheitsdenken" hat in der Vergangenheit zu einigen Irrwegen geführt.
Bei uns Deutschen sollten alle Alarmglocken schrillen wenn Politiker oder Journalisten mit dieser "moralischen" Überlegenheit argumentieren.
Wer in den Ländern des Islam privat oder beruflich unterwegs war, weiss das in diesen Kulturen ein diametrales Denken zum Westen vorherrschst.
Ich halte eine Integration des Islam in den Westen für derzeit nicht machbar. Die Gründe sind die Mischung zwischen dem weltweiten Herrschaftsanspruch und dem Menschenbild dieser Religion.

Vielleicht brauchen wir im Rahmen des Ethikunterrichtes so eine Sparte wie Religionskritik.
Überhaupt das Wort Kritik scheint ein Problem für manchen Moslem?
Geläufiger scheint dort was wir seit geraumer Zeit von Erdogan sehen?
Wenn Drohung und von anderen Terror vor jeder Fähigkeit zu Kritik und genauso Selbstkritik einmal stehen werden oder Dialog, dann ist "Krieg" und das kann man dann nicht mit einem "Blockflötenkreis" wieder einfangen.
Dann ist es zu spät.
Nur deshalb dränge ich darauf, jetzt mit dem Nachdenken und Nachfragen zu beginnen.
Und vor allem parlamentarische Konsequenzen aus dem evtl. Horror der Flüchtlings-Krisenbewältigung Merkels zu ziehen.
Ich möchte das Buch jetzt nicht lesen.
"Es könnte mir das letzte bisschen Respekt vor Merkel rauben." Besser die letzte Illusion über Merkel rauben.
RESPEKT ist immer wichtig und grundlegend, auch wenn der/die andere es vermissen lässt.
Noch einmal RESPEKT RESPEKT RESPEKT vor allem jetzt im Wahlkampf.

Renate Brunner | Mo, 20. März 2017 - 13:08

Der Autor fragt, wie viel Islam Europa braucht?
Europa braucht gar keinen Islam. Fast alle Staaten
Europas sind bis vor einiger Zeit sehr gut ohne Islam zurecht gekommen. So einfach ist diese Frage zu beantworten.
Wenn das so weitergeht wie in den letzten Jahren,
dann werden sich die zukünftigen, einheimischen
Generationen noch ganz schön wundern, was sich alles ändern wird in europäischen Ländern.
Ich habe manchmal den Eindruck, dass Politiker aller Couleur in den zumindest letzten 20 Jahren
den Koran nicht gelesen haben.

Da beklagen sieben weibliche Mitglieder der Europäischen Kommission anlässlich des Weltfrauentags in der F.A.Z, dass der Anstieg des Nationalismus "unsere liberale europäische Kultur, unsere Werte und die Menschenrechte, einschließlich der Rechte der Frauen (!) untergrabe". Wie das? Wo sich doch gerade diese nationalen Bewegungen gegen die Überflutung mit einer völlig fremden Kultur und die Aushöhlung unserer Verfassungen wehren.

Kein Wort dagegen zum Islam, in dem die Frauen vielfach unterdrückt u. als Menschen zweiter Klasse behandelt werden. Nichts von Vielehen, Kinderehen, dem erzwungenen Tragen von Burka, Tschador oder Kopftuch, von getrenntem Schwimmen, Prügelstrafen oder den Scharia-Gerichten, die es überall in Europa gibt. All das verhöhnt die Rechte der Frauen. Wird das in Brüssel nicht registriert? In welchem Elfenbeinturm leben diese Damen eigentlich? - Da bleibt einem glatt die Spucke weg ...

Richtig, Fr. Brunner! Nein, wir brauchen gar keinen Islam. Das krasse Gegenteil trifft zu. Kaum einer der ach so Toleranten hat wohl kaum je den Koran sorgfältig gelesen. Ebenfalls zutreffend. Im höchsten Maße verwundern muss in diesem Zusammenhang die Anbiederung der beiden christlichen Kirchen. Haben die Herren Theologen auch nicht richtig gelesen?
Es wird Zeit, dass wir uns, wie ein anderer Foristen schreibt, wieder intensiv anderen Themen widmen können. Wer hätte noch vor 20 Jahren an eine solche Entwicklung gedacht?

Ursula Schneider | Mo, 20. März 2017 - 17:51

In reply to by Jürgen Streeb

schließlich gehört der Islam ja schon zu Deutschland ... Dafür haben sich die katholischen Bischöfe aber ausführlich mit dem AfD-Programm beschäftigt - und es scharf kritisiert. Es sei nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar!
"Schüren von Fremdenfeindlichkeit, von Ängsten gegen Überfremdung und einseitige Betonung nationaler Interessen" (O-Ton Kardinal Marx) ist ja auch viel schlimmer als Kinderehen, Untertänigkeit von Frauen oder die Gesetze der Scharia ...

sondern der islam braucht Europa. Das soll heißen das sie kommen werden als Flüchtlinge oder Einwanderer. Leider glaube ich auch, dass der Autor recht hat. Religion steht bei ihnen vor Rechtsstaat - in aller Regel - und wir müssen uns darauf best möglich einstellen. Es ist keine Frage des brauchens oder wollens es ist eine Frage des müssens.

Richtig Frau Dietz, Europa braucht den Islam NICHT! Und den sogenannten aufgeklärte Islam gibt es auch nicht.Es gibt aufgeklärte Moslems,aber sie sind eine verschwindende Minderheit.Alles andere ist Wunschdenken und tödliche Naivität.

Karl Renz | Mo, 20. März 2017 - 13:23

Der Begriff "aufgeklärter Islam" ist absolut sinnlos und in sich widersprüchlich.
Entweder man "glaubt" dass ein "Erzengel Gabriel" einem frühmittelalterlichen Beduinen die ultimative Handlungsanweisung für die gesamte Menschheit, direkt vom Superwesen "Allah" gegeben hat, – oder nicht.

Wenn man das tut muss man extrem viel als göttlichen Willen verehren was 100% verfassungsfeindlich ist. Es gibt da keine Zwischenlösung.
Eine Loslösung der Araber vom Islam mag aber irgendwann erfolgen, viellicht in 100 Jahren. Aber wir haben nicht die Zeit und Kraft das mit all seinen Kämpfen auf unserem Territorium zu erleben.

Michael Fischer | Mo, 20. März 2017 - 13:38

Es ist eine völlige Illusion zu glauben, der Islam sei reormierbar. So wünschenswert das, auch für die Gläubigen, wäre.

Der Islam müsste sich, ähnlich wie bei der Entstalinisierung der UdSSR von Stalin, vom Propheten Mohammed befreien. Ein völlig unmögliches Unterfangen wäre das und die, die das unternehmen wollten, wären auch sofort des Todes.

So bleibt nur, uns diese Ideologie im wahrsten Sinne des Wortesweit "vom Halse" zu halten und nicht mit unserer Kultur zu vermischen. Denn sollte des Islam hier erstmal eine noch (!) grössere Bedeutung entfalten, dann geht es in Europa rund. Ich verweise auf viele, viele dramatische Beispiele der letzten 1400 Jahre.

Der Islam ist mWn die einzige Religion, die sich in grossen Teilen ausdrücklich mit den Nicht-Gläubigen befasst und ihnen dramatische Konsequenzen androht.

Lasst Euch nicht von den mekkanischen Suren beeindrucken, die werden von den medinischen Suren abrogiert. Und lest den Hadith und die Sunna des Propheten.

Den Glauben an die arabischen oder afrikanischen Menschen gebe ich nicht auf, dass sie sich weiterentwickeln.
Nur wie lange dauert das und gelingt es ohne Anleitung und Anhaltung in für sie viel zu weit entwickelten Gesellschaften?
Sie werden sich eher an ihrem Glauben festhalten, was leider m.E. zu einem nicht geringen Teil im Westen in nur 40 Jahren geschehen ist.
Man wird sich immer fremder?
Merkel war vor allem - das wundert mich für eine Pastorentochter - vor allem theologisch überfordert.
Obwohl ihr da ein Marx (bitte nicht mit Karl verwandt) evtl. zur Seite steht.
Schwach aufgestellte Kanzler wie m.E. Merkel - eine feine Sache und höflich bedacht, weil eine Frau - sind dann ein Problem, wenn sie sich durch die starken in ihrer Partei überfordert fühlen und diese zu verdrängen suchen.
Diesen Eindruck macht die CDU derzeit.
Die CSU nicht so sehr. Seehofer bleibt freundlich, macht aber jetzt selbst Aussen- und Innenpolitik.
Mich wundert das nicht bei dieser Kanzlerin.

Robert Müller | Mo, 20. März 2017 - 13:40

Kant sagt: Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

Religion und Aufklärung ist wie Feuer und Wasser. Deshalb gibt es auch keinen aufgeklärten Islam und das Christentum liegt hierzulande auf dem Totenbett. Wobei das mit der Aufklärung hierzulande nicht so 100% ist, weshalb auch Restbestände des Religösem überlebt haben, wie Aberglauben, Esoterik und die jährlichen Kirchenbesuche zu Weihnachten. Mit der Einwanderung müssen wir den Kampf um die Aufklärung ein zweites Mal führen, diesmal ist der Islam der Gegner.

Ich denke alles hat Gegensätze und nichts ist absolut - auch nicht die Aufklärung. Insofern ist Religion als ein Gegenspieler durchaus gut (und sowieso für private Glaubens- und Seelenangelegenheiten). Religion als gesellschaftliche Kraft funktioniert (in Europa) aber nur dann, wenn sie (als gesellschaftliche Kraft) Gegensätze und die Relativität des eigenen Standpunkts aushalten (am besten sogar unterstützen) kann.

Die Relativität des eigenen Standpunkts zu betonen, ist eine aufklärerische Position und liegt außerhalb der Tradition der Religionen (wie wir sie kennen). Da Bibel, Koran, Talmud, etc. noch aus der Zeit vor der Aufklärung stammen, ist dieser Gedanke dort eigentlich nicht enthalten und muss per Interpretation hinein gedeutet werden. Die Ko-Evolution zwischen Aufklärung und dem Christentum und dem Judentum hat das notwendig gemacht. Insofern liegen die Islamisten mit ihrem wortwörtlich nehmen durchaus richtig. Auch die Übersetzung der Bibel ins Deutsche hat diese Relativierung befördert. Insofern muss man wohl annehmen, dass die Vertreter des Islam bei uns genau hingeguckt haben, was sie niemals zulassen dürfen. Weltlich gesehen, ist das zum Schaden ihrer Anhänger, aber geistlich gesehen, zu deren Nutzen. Ich glaube deshalb das der Hegelianische Ansatz mit These Antithese Synthese eher etwas für Hiesige ist. Schon die USA ticken da anders als wir hierzulande.

Gerdi Franke | Mo, 20. März 2017 - 13:54

Brauchen wir einen europäischen Islam? Der Islam gehört in andere Weltregionen wo er gut aufgehoben ist. So wie der Buddhismus auch. Einzelne Gläubige in unserem Land sind gerne gesehen, aber wir brauchen keine weiteren Staatsreligionen. Uns kosten unsere vorhandenen Staatsreligionen derzeit noch viel zu viele Steuergelder!

gabriele bondzio | Mo, 20. März 2017 - 13:55

ist zunehmend stärker sichtbar."... Die Geschichte zeigt auf, schon immer und immer wieder wird Religion politisch missbraucht. Erdogan hat ja den Putsch-„Ein Geschenk Allahs – ein Gottesgeschenk“ genannt. Der Dalai Lama setzte dagegen ein Zeichen- „Ich denke an manchen Tagen, dass es besser wäre, wenn wir gar keine Religionen mehr hätten." Dem Letzteren schließe ich mich an. Die Manipulation von Menschenmassen für Macht-Politische-Zwecke, ist ja nun kaum zu übersehen. Weder aus der Geschichte noch in diesen Tagen. Daher glaube ich auch nicht an einen aufgeklärten Islam. Die paar Leute, die unten rebellieren sind nichts, gegen die Macht, die von Oben ausgeübt wird. Zumal der Islam in sich zersplittert ist und sich die zwei größten Strömungen (Sunniten/Schiiten)gegenseitig bekämpfen.

Bernhard Jasper | Mo, 20. März 2017 - 14:10

Die allgemeine Ent-Ideologisierung (nach dem West-Ost-Konflikt), scheint im Großen und Ganzen nicht wirklich gegriffen zu haben. Nicht Integration, sondern Eigenständigkeit ist wieder gefragt. Diese neuen politischen Theologien sind gefährlich, denn sie bewirken Konflikte, die überwunden schienen. Was da inzwischen zeitgenössisch-aufgeklärt bis avantgardistisch daherkommt (von allen Seiten), ist in Wirklichkeit eine Art Neues Biedermeier. In sogenannten aufgeklärten Gesellschaften liegt immer ein Pluralismus partikularer Interessen vor. Ein homogenes „Volk“ gibt es nicht und wird auch niemals hergestellt werden können, schon gar nicht ethnisch oder etwa durch den Begriff der Rasse. Eine Gesellschaft wird gebildet durch eine gemeinsame Ordnung mit Rechtsnormen, um das Zusammenleben zu garantieren.

Robert Krauthausen | Mo, 20. März 2017 - 14:15

Wenn heute schon in einigen deutschen Städten 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen einen Migrationshintergrund haben, dann ist doch völlig klar, wohin die Reise geht. In den Niederlanden gibt es schon eine Migrantenpartei namens "Denk", und das wird irgendwann auch in Deutschland kommen. Und irgendwann werden wir muslimische Bürgermeister haben, und dann werden wir schauen, inwieweit sich die Dinge noch drastischer ändern werden. Seit Ende 2012 dürfen Muslime ja z.B. ihre Kinder gesetzlich nur "nach den Regeln der ärztlichen Kunst" beschneiden lassen. Hat sich seit fast 5 Jahren irgendein Journalist mal dafür interessiert, ob nicht immer noch türkische Beschneider mit Rasiermessern in Deutschland unterwegs sind? Ich glaube nicht. Aber bei diesen ganzen Themen rund um unsere muslimischen Zuwanderer, vom Kopftuch bis zum Schwimmunterricht in Schulen, von halal bis haram, gilt der Satz von Bert Brecht: "Unsichtbar macht sich die Dummheit, indem sie sehr große Ausmaße annimmt."

Karin Zeitz | Mo, 20. März 2017 - 14:20

schließen sich gegenseitig aus. Die Hoffnung des Westens, alle Muslime hier vollständig integrieren zu können, haben zu der Fiktion eines "aufgeklärten Islam" geführt. Die Muslime passen sich der hier vorherrschenden Lebensweise an, solange sie in der Minderheit sind. Die vom türkischen Aussenminister angedrohten Religionskriege werden wir erleben, wenn Muslime hierzulande einmal in der Mehrheit sind und die vom Propheten vorgeschriebene Lebensweise hier durchsetzen wollen. Dann wird das Problem der Arbeitgeber nicht mehr das Tragen des Kopftuchs weiblicher Angestellter sein, sondern es werden Arbeitspausen und Equipment für heilige Waschungen und Gebet gefordert.

Bernhard Jasper | Mo, 20. März 2017 - 14:21

Das Individuum braucht weiterhin aus anthropologischer Sicht die soziale Bindung und die kollektive Zugehörigkeit. Der Mensch ist auf Gruppenbildungen angelegt. Und von einer gemeinsamen „Kultur“ sprechen wir erst, wenn es keine Zeitunterschiede zwischen den erlebenden Subjekten gibt (es gibt vielfältige Parallelgesellschaften). Das zeitliche Erleben muss zeitlich synchronisiert sein, also ihrem Verständnis nach gleichzeitig ablaufen. Nicht nur die Gegenwart selbst. Erst dann wird die mythische Ökonomie von Eigenem und Fremden, Freund und Feind hinter sich gelassen. Man kann es auch Zivilgesellschaft nennen.

Karin Zeitz | Mo, 20. März 2017 - 14:24

ist die Frage falsch gestellt, man darf nicht fragen: "Wieviel Europa braucht der Islam?" sondern man muss fragen: "Wieviel Islam braucht Europa".

Josef Garnweitner | Fr, 24. März 2017 - 13:34

In reply to by Karin Zeitz

sollte die Frage nicht lauten "wieviel Islam verträgt Europa?" Wir brauchen den Islam zwar nicht, aber wieviel davon vertragen die nichtmuslimischen Europäer?

Christoph Ernst | Mo, 20. März 2017 - 15:07

werden systematisch weggemordet. Einer, dem ich mal die Ehre hatte persönlich zu begegnen, hieß Farag Foda und war Publizist. Er kritisierte die Scharia und die Muslim-Brüder, mahnte eine quellenkritische Lektüre des Koran und der Hadithen an. Dafür wurde er nach einer Hetzkampagne hoher Geistlicher im Alter von 46 im Juni 1992 auf offener Straße in Kairo erschossen. Foda nannte die Islamisten "Nazis" - auch, weil er wusste, wie eng die ideologischen Verflechtungen von Hassan al Banna, dem Gründer der Muslimbruderschaft, und der NSDAP-AO seit den späten 1920ern gewesen waren.
Das Kopftuch führte al Banna als obligate Bekleidung für "rechtgläubige Schwestern" ein, um sie von "verwestlichten, unreinen" Frauen abzugrenzen. Es ist seither ein zentrales politisches Symbol der Islamisten, um sich damit abzugrenzen, zu spalten, zu provozieren und Ambitionen anzumelden. Alles andere als unpolitisch oder harmlos.

Markus Michaelis | Mo, 20. März 2017 - 15:08

"Der aufgeklärte Islam steht erst am Anfang". Also im Moment steht erstmal der "richtige" Islam am Anfang. Ein starkes Moment des "richtigen" Islam ist die Emanzipation gegenüber "dem Westen". Das ist zwar nicht so echt islamisch, weil echte Anhänger des wahren Glaubens wichtigere Probleme haben sollten als irgendein Klein-Klein mit geistlich unbedeutenden Strukturen wie "dem Westen". Wie dem auch sei, am Anfang steht jedenfalls erstmal eine islamische Emanzipation gegenüber dem Westen. Das passt eigentlich sehr gut zu vielen westlichen Stoßrichtungen (Universalismus, Anti-Nationalismus, Weltoffenheit, Hilfe für Menschen aus wirtschaftlich schwachen Ländern etc.). Insofern frage ich mich, ob nicht Artikel wie dieser hinter der Zeit sind (und nicht der Islam) und es nicht besser wäre zu fragen, wie wir unsere Gesellschaften transformieren können. Irgendwie scheint es einen großen Gegensatz zu geben zwischen Weltoffenheit und dann sollen sich wieder alle eng nach Europa richten.

Wolfgang Brenn… | Mo, 20. März 2017 - 15:49

In reply to by Markus Michaelis

Entschuldigung, Herr Michaelis. Ich verstehe ihren Kommentar nicht. Was wollen Sie damit zum Ausdruck bringen?
Vielen Dank.
wob

Markus Michaelis | Mo, 20. März 2017 - 18:29

In reply to by Wolfgang Brenn…

Ich will damit sagen, dass sehr viele in Deutschland (Österreich, Europa) lebende Menschen und viel mehr Menschen auf der Welt den Artikel nicht gut finden werden, weil der Artikel einseitig eine europäische Sicht und Zielrichtung vorgibt. Ich plädiere dafür das anzuerkennen, auch dass man diese Menschen nicht überzeugen kann, weil es keine höheren Prinzipien gibt, die weltweit gleich anerkannt und interpretiert werden, nach denen wir Recht und die anderen Unrecht haben.

Ich selber bin durchaus (im Moment - das mag sich ändern) ein Freund dieser europäischen Vorgaben. Damit das funktioniert, sollten wir das in Europa machen und im Rest der Welt mehr stilles Vorbild (oder eben nicht) sein, aber anderen Weltteilen ihren Weg lassen. Auf jeden Fall sollten wir nicht so tun als hätten wir nach irgendwelchen absoluten Superprinzipien (noch über Koran und Bibel) Recht. Das erscheint mir dumm. Solche Diskussionen kann man nur verlieren.

Markus Michaelis | Mo, 20. März 2017 - 15:24

Noch eine Anmerkung zum letzten Kommentar, dass eher eine Emanzipation des Islam gegenüber dem Westen am Anfang steht als ein aufgeklärter Islam (was in Teilen zusammenpassen kann). Meine persönliche Vorliebe wäre, dass man "den" Islam (jeder Ausprägung) stärker als jetzt respektiert (auch wenn er "unseren" Werten widerspricht). Dass man aber auch mehr Mut hat zu sagen, dass in Europa diese und jene Werte gelten, einfach weil die Menschen dort das so beschlossen haben. Mutig ist es, weil es das Eingeständnis ist, dass nicht jeder dazupasst (dafür die Freiheit in anderen Weltteilen auch anders zu leben), mutig ist es, weil es das Eingeständnis ist, dass unsere Gesellschaft nicht auf unverrückbaren höchsten Prinzipien beruht (unsere Menschenrechte, unsere Gleichberechtigung etc.) sondern einfach unsere Übereinkunft ist. Das heißt ja nicht, dass es keine Prinzipien gibt - aber so wie die Diskussionen jetzt laufen finde ich es deprimierend an der Realität vorbei.

Tut mir leid, ich verstehe nicht, was Ihre Aussage sein soll.
Ich beschäftige mich schon lange mit dem Islam, habe bereits 1962 die Türkei bereist und war noch 2010 in Syrien.
Ich empfehle Ihnen doch mal das neue Buch über den Koran von Hamed Abdel-Samad zu lesen. Er vermittelt allgemein verständlich die Entstehung des Korans, den historischen Hintergrund der Entstehung der einzelnen Suren. Die letzten Suren bzw.(9 und 5) betreffen das Verhältnis der Muslime zu uns "Ungläubigen", die man bekämpfen müsse. Dazu passt, dass Präsident Erdogan nicht nur die Re-Islamisierung der Türkei vorantreibt, sondern auch mittlerweile unserem Land mit Religionskrieg droht und die bei uns lebenden türkischen Familien aufgefordert hat, nicht nur drei, sondern fünf Kinder zu zeugen.

Ich habe viel von Abdel-Samad gelesen. Was ich sagen will ist, dass, wie ein anderer Kommentar schreibt, die Diskussion viel "Pathos des Absoluten" geführt wird. Wir Europäer mit unseren absoluten Prinzipien haben Recht, gewinnen jede Diskussion und überzeugen jeden Menschen. Deswegen können in Europa auch alle Menschen zusammenleben. Diese Haltung bezweifele ich. Was, weil schnell in Extremen gedacht wird, NICHT heißt, dass per se irgendwelche einzelnen Menschen ausgeschlossen wären. Es heißt nur, dass es (zumindest zur Zeit) auf der Welt größere Gruppierungen gibt, die man nicht beliebig viel, beliebig schnell mischen kann ohne wahrscheinlich disfunktionale Gesellschaften zu bekommen. In D wird die Diskussion darüber oft auf Basis absoluter Prinzipien (Menschenrechte etc.) geführt. Aber Erdogan reklamiert dieselben Prinzipien und IS pfeift drauf. Man kann das Leben in Europa nicht 100% aus absoluten Prinzipien ableiten - man muss Teile einfach vorgeben - und bei Bedarf ändern.

Da sind wir mit Herrn Brenner zusammen schon einmal zu dritt mit unserem Unverständnis bezüglich dieses Kommentars. Was ich glaube erkennen zu können, ist ein Plädoyer für den Islam und eine absolute Relativierung unserer Kultur und eine Pervertierung unserer Werteordnung. In dem Kommentar wird auch von einer "Transformierung unserer Gesellschaft" gesprochen. Sind das möglicherweise Parallelen zum Impulspapier von Fr. Özoguz?
Das von Ihnen genannten Buch Herrn Hamed Abdul-Samed kann ich im Übrigen ebenfalls wärmstens empfehlen. Würde so manchem die Augen öffnen.

Peter Wagner | Mo, 20. März 2017 - 15:39

Ein aufgeklärter Islam ist meiner Meinung nach eine wünschenswerte Utopie! Der Islam (Koran) ist sozusagen das Grundgesetz der Muslime. Wer sich sich an im zuschaffen macht, lebt sehr gefährlich! Nicht ohne Grund müssen etliche Islamkritiker von Leibwächtern rund um die Uhr bewacht werden! Gibt es noch Kritiker anderer Religionen die ein ähnliches Schicksal teilen?
Unsere christlich- abendländische Kultur sollten wir nicht weiter fahrlässig, durch übertriebene, gefährliche und teure Multikultie-Träumereien gefährden! Wir müssen endlich unmissverständlich klar machen, dass unsere Leitkultur und unser Grundgesetz von jedem Menschen der in D. leben möchte, unbedingt respektiert werden muss! Wer das nicht möchte, kann jederzeit seine Koffer packen. Wenn unsere grün-links-liberale Politelite nicht endlich klare Kante zeigt, auch in Richtung Erdogan, wird die zunehmende Respektlosigkeit gegenüber Polizei, Justiz, Lehrern u.s.w. das Chaos in Deutschland weiter vergrößern!

Frank Pfaff | Mo, 20. März 2017 - 15:41

"Letztendlich kann das Zusammenleben in Österreich nur auf Basis eines aufgeklärten Islam gelingen."

Also, das Zusammenleben kann nur gelingen auf eine Basis, die NIE zustandekommt! Reiner Wunschtraum. In hundert Jahren wird der Satz viel eher so läuten, "Letztendlich kann das Zusammenleben nur auf Basis eines islamisierten Westens gelingen."

Bettina Diehl | Mo, 20. März 2017 - 16:08

Um es mit den Worten von Basam Tibi ausdrücken, handelt es sich bei der gesamten Diskussion um und über den Islam um Byzantinisches Geschwätz und hat dazu geführt, dass die Türkei heute islamisch ist. Basam Tibi sagt - Zitat:
"Während deutsche Politiker und deutsche Gutmenschen „in einem deutschen Pathos des Absoluten“ (Adorno) über Toleranz und das Elend der Flüchtlinge reden, lachen viele Islamisten verächtlich und nennen diese Debatten „byzantinisches Geschwätz“.

An das Byzantinische Geschwätz musste ich auch schon die ganze Zeit denken.
Es wäre nur wichtig, dass die Leser diesbezüglich im Internet lesen. Es ist sehr interessant, nur leider auch etwas beschämend, denn schließlich sind es die eigenen Leute, die hier so irrlichtern.
Es ist uns offenbar schon zu lange gut gegangen, dass viele Menschen derart verweichlicht und gedanklich angekränkelt sind.
Es wird ein bitterer Lernprozess werden.

Bernhard Jasper | Mo, 20. März 2017 - 16:12

Ein kurzer Nachtrag: Natürlich ist für mich dieses Kopftuch ein Unterscheidungszeichen. Es hat die gesellschaftliche Funktion von Trennung und Verbindung zu erfüllen. Aber ich instrumentalisiere es nicht politisch, weil ich weiß, dass es noch vielfältig andere Unterscheidungszeichen in einer Gesellschaft gibt. Es gibt auch noch andere Gruppen und Unterscheidungsmerkmale, die ebenso diese Funktion haben. Vieles fungiert als Zeichen von Unterscheidung und Gemeinschaft.

Kritik: Warum liest man eigentlich keine öffentlichen Beiträge, die die Begriffe „Kultur“ und „Zivilisation“ erklären? Das bedarf nämlich der Erklärung. Daran hapert es auch gewaltig in der öffentlichen Diskussion. Selbst die Franzosen und Deutschen verstehen darunter etwas völlig anderes.

Maik Harms | Mo, 20. März 2017 - 17:43

Ein "aufgeklärter Islam" ist ein Islam, der erstens kritisiert wird (und zwar rückhaltlos), der sich zweitens der Kritik stellt und der sich drittens ob der Kritik ändert. Dabei geht es um den Islam in Lehre und Praxis sowie um jeden einzelnen Muslim.

Am Kopftuch kann man das sehr gut sehen: Die Kritik, von Schwarzer bis zur AfD, geht gegen das politische Symbol, gegen die sexistische Markierung und Benachteiligung der Frau und gegen die offenbar werdende Verweigerung der Integration in hiesige Sitten. Wie wird darauf reagiert? MIt Opferrolle, Verschwörungstheorie und Nazivergleichen.
Test nicht bestanden.

Heinrich Kehmeier | Mo, 20. März 2017 - 18:40

Nachdem dargestellt wurde welche Schwierigkeiten zurzeit mit der Integration gläubiger Muslime bestehen, kommt der Ruf nach dem aufgeklärten Islam. Verständlich, aber doch wir ein wie ein Rufen im dunklen Wald oder ein hoffender Blick in die weite Zukunft.
Keine Regierung kann sich gegenüber den gegenwärtigen Problemen wegducken und Handeln ist jetzt gefragt. Dies kann meines Erachtens nur im Kontext eines westlichen Wertebewusstseins stehen, dass die Wertedifferenzen nicht zugunsten der Religionsfreiheit, sondern der gesellschaftlichen Freiheit fixiert, sprich Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit, Würde der Person an sich. Das EuGh- Urteil war ein richtiger Anfang. Die Umsetzung muss dementsprechend laufen. Dies gelingt nur, wenn die gesellschaftlichen InstitutIonen zusammen arbeiten und die gesellschaftlichen Kräfte nicht opportunistisch sind.
Hoffen wir das Beste.

Wulf Richartz | Di, 21. März 2017 - 04:29

Hallo liebe Cicero Redaktion,

das ist aber nicht dasselbe;:

"In Österreich aber ruft die Islamische Glaubensgemeinschaft, immerhin die gesetzliche Vertretung des Islam, Musliminnen zum Tragen des Schleiers auf."

und

"Für weibliche Muslime ab der Pubertät ist in der Öffentlichkeit die Bedeckung des Körpers, mit Ausnahme von Gesicht, Händen und nach manchen Rechtsgelehrten der Füße, ein religiöses Gebot und damit Teil der Glaubenspraxis"

Oder "Schleier" hat im Österreichischen eine andere Bedeutung?

Josef Garnweitner | Di, 21. März 2017 - 14:55

In reply to by Wulf Richartz

die Bedeckung des Körpers, von Händen etc. ist mitnichten ein religiöses Gebot. Das ist eine Erfindung von geistlichen Führern des Islam, die ja eigentlich auch immer gleichzeitig Rechtsgelehrte sind, aus der neueren Zeit der islam. Geschichte.

So wie der Zölibat mit dem Christentum nichts zu tun hat, sondern viel später erfunden wurde.

Uwe Wenzel | Di, 21. März 2017 - 07:32

Leider gibt das GG keine klare Wichtung vor. Statt wie im Artikel schön geschrieben, die Grenzen der Religionsfreiheit durch die Rechtsstaatlichkeit setzen zu lassen, könnte es auch dazu kommen, dass die Rechtsstaatlichkeit den Befindlichkeiten einer Religion angepasst wird. Genau dafür steht Aydan Özoguz, SPD. Die Papiere, die von ihr regelmäßig erarbeitet werden, beweisen das. Auf einmal ist das Kopftuch kein Zeichen der Unterdrückung der Frau im Islam mehr (Die Frau wird hier dem Islam untergeordnet, auch ein klares Zeichen) und auch Ehen Minderjähriger sind statthaft (Kinder < Islam).
Das verstehe ich überhaupt nicht. Vor deutschem Recht dürften diese Ehen nicht rechtsfähig sein und keinen Bestand haben. Ich rede nicht davon, jemanden zu bestrafen. Aber die Muslime müssen die Rechtsstaatlichkeit tolerieren und sich ihr beugen, dann klappt es auch mit der Toleranz der Deutschen gegenüber dem Islam. Eine Reformation des Islams in Bezug auf die heutige Zeit ist mehr als überfällig.

Alex Preiss | Di, 21. März 2017 - 07:34

Heute steht ein sehr aufschlussreicher Artikel in der WELT über Indonesien. Dieses Land galt bis vor Kurzem als letztes vorzeigbares Beispiel eines muslimischen Landes, das tolerant und gleichberechtigt mit religiösen Minderheiten umgeht. Dort gewinnt gerade der Islam arabischer Prägung massiv an Zustimmung. Allein auf der Insel Java gibt es mittlerweile 14.000 arabische Internate unter arabischem Einfluss und immer mehr arabische Universitäten, immer mehr Regionen führen die Scharia ein. Wohlgemerkt: Indonesien hat über 210 Mio. Muslime und ist das größte muslimische Land.

Damit ist für mich das letzte Beispiel eines zumindest in Ansätzen gegenüber anderen Religionen toleranten Islam in der Praxis obsolet geworden.

Wir sollten uns diesen Hirngespinsten und Wunschträumen deshalb nicht länger hingeben und in der Realität ankommen. Wie die für Christen unter islamischer Mehrheit aussieht, kann man überall in der Welt verfolgen. Die Migrationspolitik muss dem angepasst werden.

Heinrich Niklaus | Di, 21. März 2017 - 09:55

Der Österreichische Integrationsfond, bei dem der Autor, Herr Wolf, Geschäftsführer ist, steht gerade in Österreich mächtig in der Kritik.

„Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wirft dem Ex-Chef des staatlichen, damals zum Innenministerium ressortierenden Integrationsfonds (ÖIF) vor, dessen Immobilienbestand unter Zuhilfenahme von Scheinanboten um rund sieben Millionen Euro zu billig an ÖIF-Nahestehende versilbert zu haben.“

derstandard.at/2000054391889/Causa-Integrationsfonds-Beschuldigter-packt-aus

Die Sozialindustrie gehört zu den am stärksten steigenden Wirtschaftszweigen. Das sollte stets bei der Frage, "wem zum Vorteil“, nicht vergessen werden.

Bernhard Jasper | Di, 21. März 2017 - 11:46

Einen „aufgeklärten Islam“ kann es nicht geben. Das ist eine hybride Begriffsdefinition, also aus unterschiedlichen Teilen zusammengesetzt.

Aufklärung = Zivilisation
Islam (Religion) = Kultur

Ebenso wenig hat das Christentum mit der „Aufklärung“ zu tun.

Aufklärung = Zivilisation.
Christentum (Religion) = Kultur

Zivilisation ist Verfassung, Demokratie und Menschenrechte. Zivilisatorisches Denken ist universalistisch. Auch hat es etwas mit „sozialer Entwicklung“ und „Fortschritt“ zu tun. Wissenschaft und Kunst sind ebenso universalistisch. Es gibt auch ganz hervorragende Wissenschaftler und Künstler aus islamisch geprägten Weltgegenden.

Ich meine, eine „Kultur“ muss selbst die Bereitschaft dazu haben, sich einem übergeordneten Regelwerk (Zivilisation) unterzuordnen. Das betrifft auch die (kulturell) tragende Religiosität.
Was folgt daraus. Die Religionsführer sollten endlich in einen Dialog treten und es ihren Gläubigen vor Ort mitteilen.

Innerhalb der Religionen schon.
Weshalb Christus ja auch gekreuzigt wurde.
Der evtl. wirklich Stifter eines Islam, Zaid Ibn Amr wurde, meine ich gelesen zu haben auf Wiki, ebenfalls ermordet.
Es scheint mir für die Zukunft wichtig, den Verfolgten des Islam Schutz zu gewähren, sofern sie ihn nicht noch unterlaufen oder in zu krassem Gegensatz zu unserem GG stehen. Sonst sieht es hier bald so aus wie in den USA.
Was passiert nach einem erfolgreichen Referendum in der Türkei?
Die USA stehen am Beginn ihrer Geschichte, sie können keine große Orientierung bieten, nicht einmal darin wie man andere toleriert, denn dort beachtet man evtl. den anderen schlicht nicht, wenn er einem nicht passt? Wie lange noch?

Manfred Steffan | Di, 21. März 2017 - 13:59

Wir können uns den aufgeklärten Islam zwar wünschen, wir können aber nicht damit rechnen. Der Zug fährt in eine andere Richtung. Wir können und müssen aber auf die politische Seite des Islam reagieren, die mit westlichem Rechts-und Staatsverständnis unvereinbar ist (selbsterklärtermaßen, siehe Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam). Wenn wir nicht die Prinzipien Freiheitlichkeit und Rechtsstaatlichkeit stärker verteidigen, werden wir über kurz oder lang auf ganz demokratischem Wege ein islamischistisches totalitäres Regime bekommen, siehe Türkei. Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat: Das ist die Werte-DNA des Westens, der unverhandelbare (rechts)kulturelle Kern. Die Verteidigung kann durch Überzeugungsbildung geschehen oder dadurch, dass wir uns Menschen anderer Grundüberzeugung fernhalten, sie insbesondere nicht zu wahlberechtigten Staatsbürgern machen - entscheidend ist, dass sie funktioniert, und da sollten wir sehr genau hinschauen.

Religion ist die rückvergewissernde Bindung an „heilige“ Autoritäten, die ihren Anhängern bestimmte Verhaltensweisen in vielen Aspekten des Lebens vorschreiben, wie Nahrung, Kleidung, Rituale (Gebete, Handeln, Denken und Fühlen, Wert- und Jenseits-Vorstellungen, Umgang mit Andersgläubigen, Form der Ahndung bei Nichteinhaltung. Im Grundgesetz wird Religionsfreiheit gewährleistet. Es muss daher definiert werden, welche davon für die Anerkennung einer Religion zulässig sind. Es ist nicht plausibel, dass z. B. Mord und Diebstahl, wenn von einer „Religion“ gebilligt oder gefordert (z. B. als Opferrituale), diese den Schutz des Grundgesetzes beanspruchen kann. Das GG und die übrigen deutschen Gesetze sind die Richtschnur. Oder anders formuliert: Eine Religion muss dem GG und den deutschen Gesetzen entsprechen, um als Religion anerkannt zu werden. Koran, Bibel und andere heilige Schriften sind daraufhin zu überprüfen, bevor für deren Anhänger die Religionsfreiheit des GG gilt.

Werner Schick | Di, 21. März 2017 - 15:03

Werte Frau Kramski,
ihre Frage ist einfach zu beantworten:
Der deutsche Wähler ist zum großen Teil weder gefühllos noch unsensiebel, er ist und war schon immer nur eines: unendlich naiv (das zutreffendere Wort musste ich mir leider verkneifen).
Ich glaube, Einstein hatte bei seinem Zitat über die Unendlichkeit der menschlichen Dummheit den deutschen Wähler im Blick.

Dieter Weise | Mi, 22. März 2017 - 11:11

Alle Religionen sind Märchen für Erwachsene !

Ralf Mueller | Mi, 22. März 2017 - 11:21

Es ist nicht unsere Aufgabe, den Islam zu regormieren. Das ist Aufgabe des Islams selbst. Der Westen hingegen muss sich und seine Buerger vor einem unaufgeklaerten Islam schuetzen. Das bedeutet, denen die Tuer zu weisen, die hier verrueckt spielen. Moslems, die in Anspruch nehmen, hier zu leben mit ihren radikalen Lebensweisen. Das geht nicht. Diese Grenze muss konsequentest gezogen und verteidigt werden.

Richard Grünert | Mi, 22. März 2017 - 14:19

Bassam Tibi scheitert schon an der zweiten Sure (114 sinds) und Sie wollen moderate Kräfte stärken? Einen aufgeklärten Islam? Lächerlich!

Michael Lasch | Mi, 22. März 2017 - 15:55

Das ist ja alles sehr schön - ich glaube jedoch,
es ist zu spät, der mächtigen Woge des Islam
entgegenzuwirken ! Ja, wir sind einfach zu
naiv, um der gewaltigen Umwälzungskraft d.
Religion/Ideologie zu widerstehen. Man bedenke
einfach mal, das die zig-Tausend Menschen, die
sich zu uns auf den Weg machen werden, hier
auf ihre Glaubensbrüder treffen , die es ihnen
dann leicht machen, in entspr. Parallelwelten
zu leben. Wie wollen wir mit diesem Ansturm
umgehen ? Zweisprachige Dorfschilder ?
Wie sieht das die junge Generation ? Haben
die eine andere Zukunftsperspektive oder ist
ihnen dieses Land völlig egal ? Machen nur wir
Älteren (70) uns überflüssige Sorgen - ist ja nicht mehr unser Problem ... !? Fragen über
Fragen ! Bei Anne Will hörte ich neulich die
Politikerin Franziska "Ska" Keller, die dort auch
zum Standpunkt der heutigen Jugend Auskunft
gab : Wir älteren Leute machen uns
offenbar einfach zu viele Gedanken !

Roland Lissowski | Mi, 22. März 2017 - 18:44

Für Aufklärung sollten neben den Elternhäusern besonders die Schulen zuständig sein. Was dabei herauskommen kann, zeigt ein aktuelles Beispiel aus dem Ethikunterricht einer allgemeinbildenden Schule: Die deutsche nicht-muslimische Lehrerin erklärt den Kindern der 6. Klasse, dass das Kopftuchgebot für muslimische Frauen nicht im Koran selbst, sondern in den Haditen (= außerkoranische Schriften) steht. Worauf sie von einem türkischen Schüler als "Schlampe" bezeichnet wird. Bei einem Sechstklässler muss man annehmen, dass diese Einstellung im Elternhaus "gewonnen" wurde. Aufklärung im Islam? Integration von Muslimen? Wieder mal ein Einzelfall?

Gottfried Meier | Do, 23. März 2017 - 08:22

Zu diesem Thema empfehle ich das Interview vom 16.06.2016 mit dem Friedenspreisträger Boualem Sansal

„Für einen aufgeklärten Islam gibt es keine Grundlage“

Ich glaube er hat Recht!

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns über jeden Kommentar und wünschen uns eine konstruktive Debatte. Beleidigende, unsachliche oder obszöne Beiträge werden deshalb gelöscht. Auch anonyme Kommentare werden bei uns nicht veröffentlicht. Wir bitten deshalb um Angabe des vollen Namens. Darüber hinaus behalten wir uns eine Auswahl der Kommentare auf unserer Seite vor. Um die Freischaltung kümmert sich die kleine Onlineredaktion von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr. Am Wochenende werden Forumsbeiträge nur eingeschränkt veröffentlicht. Wir danken für Ihr Verständnis.