Berliner Attentat - Die falschen Toten

Kisslers Konter: Im Herzen der Hauptstadt wurden zwölf Menschen ermordet. Ein öffentliches Gedenken findet fast nicht statt. Eine Gesellschaft aber, die ihre Toten nicht betrauert, verliert ihre Menschlichkeit

Ein Mann zündet eine Kerze für die Opfer des Berliner Anschlags an
Das Gedenken am Berliner Breitscheidplatz bleibt privat / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Kissler ist Ressortleiter Salon beim Magazin Cicero. Er verfasste zahlreiche Sachbücher, u.a. „Dummgeglotzt. Wie das Fernsehen uns verblödet“, „Der aufgeklärte Gott. Wie die Religion zur Vernunft kam“ und „Keine Toleranz den Intoleranten. Warum der Westen seine Werte verteidigen muss“.

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Wenn es stimmt, dass sich am Umgang mit ihren Toten der Stand einer Zivilisation bemisst, dann ist es um die unsere schlecht bestellt. Wir haben zu trauern verlernt. Gewiss, an öffentlichen Tränen herrscht kein Mangel, die Trennung vom Partner wird ebenso laut schluchzend betrauert wie der Abstieg des Lieblingsklubs oder die ungerechte Entlassung. Die gemeinschaftliche Trauer um Todesfälle jedoch wird tabuisiert. Weil es unser aller Toten waren, sollen es niemandes Tote gewesen sein. Ihrer soll nicht gedacht werden, denn wir alle waren gemeint: Diesem traurigen Verdrängungsrefrain gehorcht das ausbleibende Gedenken an die Opfer vom Berliner Breitscheidplatz.

Am 19. Dezember 2016 – man muss daran erinnern – wurden dort zwölf Menschen von einem vorbestraften tunesischen Islamisten, der sich illegal in Deutschland aufhielt, ermordet. Auch 56 Verletzte, darunter zwölf Schwer- und Schwerstverletzte, zählen zu den Opfern. Ihr Leben wird nie wieder sein, wie es war. Sie tragen schlimme Schäden an Leib und Seele davon. Selbst die äußerlich unverletzten Zeugen der Bluttat erhöhen die Opferbilanz. Wer sah und hörte und roch, wie neben ihm Knochen zerbersten, Haut platzt, Blut spritzt, der bleibt gezeichnet fürs Leben. Ihnen allen sagen Staat und Staatsregierung: Persönlich bedauerlich, tragisch, schlimm, aber damit müsst ihr alleine fertig werden.

Leere Worte

Wie anders ist zu erklären, dass die Bundesregierung nach dem Attentat in der Bundeshauptstadt zu keinem öffentlichen Gedenken bereit war? Dass die Staatsspitze es bei der stummen Teilnahme am Gedenkgottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am 20. Dezember bewenden lässt? Dort standen in der ersten Reihe Norbert Lammert, Angela Merkel, Joachim Gauck und hielten sich mit ernster Miene an den Händen. Selbiges taten im Chorraum ein katholischer und ein evangelischer Bischof, ein Rabbiner und ein Imam.

Der evangelische Bischof sprach von der „Kraft der Versöhnung“, die stärker sei als „der Hass“. Der katholische Bischof meditierte über die „Nacht des Terrors, der Angst, des Sterbens, der Verzweiflung, der Wut“. Hernach gab Berlins Regierender Bürgermeister eine Erklärung ab: „Wir werden uns nicht aufhetzen und gegeneinander ausspielen lassen.“ Das war es auch schon. Bis heute.

Lieber keinen Wind machen

Übertroffen wurde die programmatisch verordnete Sprachlosigkeit vom Schweigen nach dem Istanbuler Anschlag vor fast genau einem Jahr. Elf der zwölf Todesopfer waren Deutsche; die Verletzten und die Zeugen taugen für keine Statistik, Opfer des Islamismus sind auch sie. Dass gezielt eine westliche Reisegruppe ausgesucht worden war, dass von eliminatorischem Rassismus in Tateinheit mit religiösem Terrorismus gesprochen werden muss, dass mit deutschen Touristen ein fast mustergültiger Ausschnitt unserer Gesellschaft ums Leben kam, dass letztlich das große Wir der mobilen, reiselustigen, liebenswerten Deutschen im Visier stand: Davon war hernach nichts zu hören. Es hatte den Eindruck, als genierten sich die offiziellen Stellen für die erlittene Gewalttat, als sei ihnen die Ungeheuerlichkeit deutscher Opfer peinlich: Lieber keinen Wind machen.

Die falschen Opfer?

In Berlin war die Schicksalsgemeinschaft gemischt – bisher fanden sieben Deutsche und fünf Ausländer den Tod; von ihnen, wie von den Schwer- und Schwerstverletzten, kennt man fast keinen Namen, fast kein Gesicht. Das Schweigen ist lärmend, Empathie gefährlich. Ein böser Verdacht drängt sich auf: Waren es am Ende die falschen Opfer, die falschen Täter?

Ein offizielles Gedenken, das seinen Namen verdiente, könnte es nicht bei den wolkigen Floskeln Zusammenhalt, Gemeinschaft, Versöhnung bewenden lassen. Es müsste auch die schale Rede in Medien und Politik überwinden, die ein islamistisches Attentat zur „Tragödie“ umbiegt. Ein gemeinschaftliches Gedenken müsste zu einer Sprache finden, die den Verstrickungszusammenhang benennt, ohne ins Polemische abzugleiten: Menschen wurden ermordet, weil fanatisierte Muslime darin einen Gottesdienst erblicken.

Gemeinschaft, die es nicht geben soll

Ein öffentliches Gedenken könnte sich außerdem nicht um die Frage drücken, wer da getroffen werden sollte: Ein Weihnachtsmarkt? Das Recht auf Konsum? Ein Symbol abendländischen Brauchtums? Deutschland? Die Gemeinschaft im Visier müsste benannt werden. Wir haben kein Gedenken, weil es diese Gemeinschaft nicht geben soll.

Die Zeit wird es wenden. Der Bundesinnenminister stimmt uns auf „schwierige Zeiten“ und „neue Bedrohungen“ ein, sogar auf „große terroristische Angriffe“. Bekanntlich lehrt die Not nicht nur beten, sondern auch reden. Wir werden unser zu gedenken haben.

Sebastian Roob | Do, 5. Januar 2017 - 12:26

Wurde eigentlich nach München für die ich glaube ausschließlich nicht-deutschen Opfer gedacht? Ich weiß es nicht und das würde ich erst nocheinmal prüfen, genauso wie für die Hongkong-Familie in Würzburg. Das finde ich wichtig, bevor man sagt, es war die falsche Opfer-Täter Konstellation.

Womit Sie definitiv recht haben sind folgende wichtige Sätze: "Die Gemeinschaft im Visier müsste benannt werden. Wir haben kein Gedenken, weil es diese Gemeinschaft nicht geben soll."

Die Regierung bringt leider menschlich die Kraft nicht auf, entgegen des überbordenden eitlen Geplappers dieser Republik eine Gemeinschaft herzustellen und die Spaltung zu überwinden. Daher - Trainerwechsel

Ein weiteres Problem ist, dass die Regierung den Amoklauf gerne nicht erwähnt ist die Tatsache dass der Attentäter Schiite gewesen ist und die meisten Opfer Sunniten.
Es war also ein religiös motivierte Anschlag, nur etwas anders wie in Deutschland bisher bekannt.
Es war quasi die Weiterführung des Syrien - Irak Konfliktes auf deutschen Boden.
Aber kein Amoklauf eines rechtsradikalen wie es so gerne von unseren Medien verkauft wird, die dem Täter sogar einen deutschen Vornamen gaben um alles in die rechte Ecke stellen zu können.
Es war eine Tat wie sie schon seit dem Entstehen des Islams tausendfach vorher gab und geben wird. Schiiten gegen Sunniten. Vorläufiger Höhepunkt Aleppo, nächster Mosul.

Der Junge war iranischer Schiiet, und wurde deshalb von seinen sunnitischen Bekannten, wie wir wissen, erniedrigt, unendlich gedemütigt und geschlagen. Das er sich als Arier bezeichnete ist im Iran das normalst der Welt. Sie sind durch die Völkerwanderung der damaligen germanischen Ostgoten neben den Kurden unsere engsten Verwandten in diesem Raum. Selbst der Schah von Persien, als großer Freund Deutschlands", nannte sich ganz offiziell "König der Arier". Das war diesem Jungen durchaus bewußt, und glaubte im guten Gewissen gehandelt zu haben, zudem die meisten islamischen Verbrechen weltweit von Sunniten begangen werden.
Die Tat dieses Täters hat aber garnichts mit "rechtsextrem" oder "Nazitum" zu tun, wie es die geschichtsfremden Leitmedien nach bekannter grüner Selbsthassorgie gern so hingestellt wissen.

Das ist eine höchst naive Aussage. Die "Ähnlichkeit" der Opfer besteht ja gerade darin, dass der Schiit von sunnitischen Gruppen ausgegrenzt wurde. Dass ein Iraner/Perser sich nahtlos gleichzeitig als "Arier" und Schiit betrachten kann, ist keineswegs ungewöhnlich. Gerade diese Kombination der Identifikation ist grundsätzlich verbreitet. Dazu kommt noch eine Abneigung der iranischen Muslime gegen arabische, was durchaus rassistisch begründet wird.Iraner sind stolz darauf, den Islam sozusagen intellektuelisiert zu haben. Ich hatte die Gelegenheit, genau diese Einstellungen bei Iranern kennen zu lernen.

... dass die Täter immer muslimisch waren. Wären es böse "Rechte" gewesen, dann würden wir jetzt von jedem Opfer Gesicht und Name kennen - so wie bei den Opfern der NSU-Hanseln.

Und es stört mich auch, dass die Opfer für uns so dermaßen anonym bleiben. Ich denke, sie haben es verdient, ein Gesicht zu bekommen. Durch diese Anonymisierung bleiben sie fremd, nicht greifbar und die Menschen vergessen das Geschehen auch schneller. Das wird wohl auch extra gewollt sein. Ich hab es schon einige Male in Gesprächen erlebt, dass manche Leute mit den Begriffen Würzburg und Ansbach kaum etwas anfangen können und sich vage bis gar nicht mehr richtig daran erinnern, was da eigentlich passiert ist.

Nach dem Olympia-Attentat von 1972 gab es im Münchener Olympiastadion eine Trauerfeier, bei der ich dabei war. Das Stadion war voll, und die gesamte Staatsspitze war anwesend: http://www.br.de/themen/sport/inhalt/olympia/olympia2018-sommerspiele-o….
Es ist tatsächlich höchst befremdlich, dass sich die Bundesregierung nicht imstande sah, nach einem solchen Anschlag wie in Berlin, eine ähnliche säkulare Trauerfeier zu organisieren. Die einzige Erklärung, die mir einfiele: Angst - vor Kritik, vor Emotionalisierung, vor einem neuen Anschlag. Eine Politik von Angst geleitet, das wäre allerdings ein Sieg des Terrorismus.
Dass die Trauer in einen religiösen Raum abgeschoben wurde ist im Übrigen bezeichnend für den Merkelschen Regierungsstil. Sie glaubt, falsche, terroristische Religiosität könnte man mit einem Mehr von "wahrer" Religion bekämpfen.

Die nichtdeutschen Opfer von München wurden bewusst anonymisiert. Es wurde noch nicht einmal die Nationalität aller Opfer publik gemacht. Ein bislang einmaliger Vorgang, wenn Migranten Opfer wurden. Ein Besuch von Herrn Gauck bei den Hinterbliebenen fand meines Wissens nach ebenfalls nicht statt. Seltsamerweise blieb das Motiv des mutmaßlichen Täters für die Öffentlichkeit weitgehend im Dunkeln. Mutmaßliches Tatmotiv und Nationalität der Opfer wurden von den Hauptstrommedien unter der Decke gehalten. Es liegt wohl auf der Hand, dass bei einem Biodeutschen, der aus Hass Nichtbiodeutsche ermordet hätte, die Propagandamaschinerie angelaufen wäre. Die ganze Wahrheit im Mordfall von München hätte die bunten Integrationsoptimisten in Erklärungsnot gebracht. Da müsste das öffentlichkeitswirksame Gedenken an die Mordopfer zurückstehen.

Die Kommentare zeigen ja ganz gut, dass es der Politik eben nicht gelingt, eine Gemeinschaft in Deutschland überhaupt zu definieren. Solange wir nur Rechts (berechtigterweise) als Problem sehen, werden wir (die größeren Probleme) Islamofaschismus in der Symbiose mit Linksextremismus nicht in den Griff bekommen.

Dabei haben wir eigentlich eine überbordende Gemeinschaft, die des Rechtsstaats. Ich finde, sie muss sich endlich wieder durchsetzen. Kulturell ist es interessant, ich lehne es aber ab, mich in die untiefen islamischer Konflikte in Deutschland ausgetragen einzudenken. Das hat hier nicht stattzufinden. Alle Strukturen außerhalb des Rechtsstaats gehören bekämpft, ohne Bonus für Muslime und Linke. Für all das fehlt Mut und Wille in diesem Kabinett und das ist das was ich so kritisiere.

Reiner Jornitz | Do, 5. Januar 2017 - 12:40

Wieder ein toller Kommentar von ihnen der die Nadel im Heuhaufen findet. Ist es nicht so, das wir im Moment geradezu überflutet von negativen Nachrichten beschallt werden. Natürlich soll unsere Gemeinschaft verunsichert werden, das ist berechnendes Kalkül. Die Wertegemeinschaft soll geopfert werden, denn wo kein Zusammenhalt ist , hat man mehr Macht über das Volk. Es spielt aber den Terroristen auf jeden Fall in die Hände. Was für eine Verantwortungslosigkeit der politisch herrschenden. Ich fühle das sich die Lage in Deutschland negativ aufheizt, ich habe einen gewaltigen Schiss davor. Ich bin von Niederbayern ich weis was Zusammenhalt bedeutet. Die Bayern ein Vorbild für unsere Werte! Kein Wort von unseren Regierenden " jetzt ist aber Genug mit unserer Demütigung und Menschen die uns mehr Schaden wie Nutzen" Keinerlei Entscheidungswille der Regierenden nur Lamentiererei und leeres Geschwätz und jene die sich Migranten,-Wie in Köln Flüchtlinge nennen- die Lachen uns aus.

Hans Page | Do, 5. Januar 2017 - 12:42

Auch ich habe die Stille um die Opfer bemerkt. Keine Namen, keine Nationalitäten, keine Bilder. Vor allem, keine Menschen mit denen man sich identifizieren kann. Dafür nonstop Bilder von dem Mörder, seine Kindheit und wie er sich den Weg durch Europa gebahnt hat. Mir tun die Menschen leid, die ermordet wurden und deren Angehörigen, und auch diejenigen die noch in den Krankenhäusern liegen, für manche wird sich das Leben komplett geändert habe. Aber Frau Merkel speist sie und uns mit Floskeln ab, es ärgert und macht wütend. Vor allem weil all dies hätte vermieden werden können, durch kluge Staatspolitik für das Volk und nicht Politik für die eigene Karriere.

Michael Bahr | Do, 5. Januar 2017 - 13:06

Es war dies der erste islamistische Terroranschlag auf deutschem Boden, der zahlreiche Todesopfer zur Folge hatte - also mithin hat sich eine drastische Verschärfung der Gesamtlage ergeben. Etwas Neuartiges ist hierzulande vorgefallen, doch es wird so getan, als sei alles wie immer. Dass die Regierungsparteien jeden Aufruhr rund um diesen Anschlag vermeiden wollen, ist klar: es ist Wahljahr und die Regierungsparteien stehen nach diesem Weihnachtsmarkt-Massaker in jeder Beziehung schlecht da. Also besser Gras über die Sache wachsen lassen. Und die Gesellschaft hält sich an diese Vorgabe! Das gesellschaftliche Schweigen zu den Opfern ist dröhnend laut. Alle wollen sich daran klammern, dass alles doch bitte so friedlich bleiben möge, wie es immer war. Mit seinem Hinweis auf die falschen Opfer hat Kissler auch recht; wären bei einem neonazistischen Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim 12 Menschen gestorben, dann hätten wir eine ganz andere Auseinandersetzung mit der Tat.

Wolfgang Tröbner | Do, 5. Januar 2017 - 13:11

Für die deutsche Politik sind es definitiv die falschen Toten. Es scheint, als ob CDU, SPD, Linke und Grüne die Toten des Terrorangriffes in Berlin ganz schnell vergessen möchten. Hauptsache, schnell aus den Augen und schnell aus dem Sinn. Dies ist, gelinde gesagt, mehr als traurig und nur noch beschämend.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass es für die deutsche Politik die falschen Toten sind. Falsche Tote waren offensichtlich auch die im Afghanistan-Krieg gefallenen Bundeswehrsoldaten. Insbesondere unter der damaligen rot/grünen Regierung wurden die getöteten Soldaten klammheimlich zurück nach DE gebracht und dann wurde fernab der Öffentlichkeit auf irgendeinem Stützpunkt eine Trauerfeier abgehalten. Immerhin starben die Soldaten in Einsätzen, die von den jeweiligen Bundesregierungen angeordnet waren. Erst unter dem Verteidungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wurde dies geändert.

Für mich stellt sich schon die Frage, warum die Politik sich so schäbig verhält ....

Paul Liesner | Do, 5. Januar 2017 - 20:15

In reply to by Giesela Kramski

Sehr geehrte Frau Kramski,
aber selbstverständlich ziehe ich meine Konsequenzen. Deutschland bewegt sich in eine ganz gefährliche Richtung. Wer das noch nicht erkannt hat, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen. Deutschland benötigt einen konsequenten, aber friedlichen (!) Politikwechsel zurück zur eigenen Identität. Die etablierten Parteien werden diesen Politikwechsel nicht vornehmen. Mit Blick auf die BT-Wahl im September bleibt da also nur noch eine Möglichkeit. Ich denke Sie verstehen was ich meine. Oder sehen Sie das anders?

Jürgen Dopke | Do, 5. Januar 2017 - 20:19

In reply to by Giesela Kramski

Welche Partei halten Sie denn für wählbar?

Als ehem. Sozialdemokrat fällt mir die Auswahl, seit Schröder, leicht:
Ich sehe da für mich gar keine!

Wolfgang Tröbner | Fr, 6. Januar 2017 - 11:48

In reply to by Giesela Kramski

Aber sicher doch, Frau Kramski! Ich will nicht zu denen gehören, über die Bert Brecht einst sagte: „Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber“.

Nichtwählen ist übrigens keine Option. Man würde nur die unterstützen, die gezeigt haben, dass sie es nicht können bzw. etwas anstreben, was gegen die Interessen meiner Familie und meines Landes gerichtet ist. Also muss man Alternativen wählen.

Natürlich werde auch ich eine "Alternative" wählen. Es wundert mich nur, daß alle Leute in meinem Bekanntenkreis das wollen und fast alle Leute in Internetforen, wie dieses. Und gleichzeitig ergibt das neueste Politbarometer ungerührt 37% für CDU an und zusammen mit der SPD wieder eine absolute Mehrheit, ein "weiter so". Notfalls kommen noch die Grünen mit ihren rund 10% dazu.
Die sogenannten Altparteien sind für mich für immer erledigt. Ich sage nur 11 Minuten Standing Ovations.

Alexander Schwab | Di, 10. Januar 2017 - 11:05

In reply to by Giesela Kramski

Die Unzufriedenheit mit regierenden Parteien ist kein Grund, Rechtspopulisten zu wählen. Das gab's schon mal in der deutschen Geschichte.

Michael Bahr | Do, 5. Januar 2017 - 13:14

Ist denn der Berliner Anschlag mit seinen Folgewirkungen auf die Opfer und deren Angehörige in irgendeiner Firm Thema? Nein. Zu Weihnachten rückte die WELT AM SONNTAG wortwörtlich in großer Schlagzeile "Das Leben und Sterben des Anis Amri" auf die Titelseite. Nicht zu fassen! Ein Schwerstverbrecher wird zu Weihnachten (ein Fest, das der Täter offensichtlich hasste) mit einer Titelschlagzeile bedacht, mit der man eher eine Geschichte über eines oder mehrere der Opfer hätte betiteln können. So wird ein Mörder irgendwie auch zum Opfer stilisiert. Und die eigentlichen Opfer? Die bleiben so gesichts- wie namenlos. Absurd!

Wolfgang Henning | Do, 5. Januar 2017 - 13:15

Es ist doch schon bezeichnend, wie nach jedem terroristischen Anschlag floskelhaft die Tat "auf's Schärfste verurteilt" wird. Taten folgen nicht, und selbst die Benennung des Islamismus als verursachende Ideologie wird weitgehend vermieden. Es könnte ja die deutschen und europäischen Islamverbände, Moscheevereine und hasspredigende Imame beleidigen.
Mit der Empathie für die Opfer ist es nicht weit her. Undenkbar in anderen Staaten, dass sich der Regierungschef nicht im Krankenhaus, bei den Schwerst- und Schwerverletzten sehen lässt. Ganz zu schweigen von der Ehrung der Todesopfer und Unterstützung der Angehörigen. Wo bleibt da das Mitgefühl "unserer Mutti"? Wo bleiben die Lichterketten der ansonsten "Dauerbetroffenen" als Mahnung gegen einen anwachsenden Islamismus?
Aber wir hören von Politikern, Kirchenvertretern und Islamverbänden von der "Kraft der Versöhnung" und Kampf gegen die Volksmeinung (Populismus), von der wir uns "nicht aufhetzen" lassen sollen!

Herbert Trundelberg | Do, 5. Januar 2017 - 13:36

ich habe unsere Selfi Dame vermisst bei dem Begräbnis des polnischen LKW Fahrers, welcher nirgendwo auftaucht in den Analen der offiziellen Opfer. Nur die Polen trugen in zu Grabe und kein Deutscher Blumenstrauss von den Verursachern. Man hätte ja auch zu geben müssen, wer in Europa die Verantwortung dafür ganz alleine zu tragen hat. Und dazu noch diese geistig Bemitleidenswerten Damen und Herren von der NRW Rot Grünen Spezies

Bettina Diehl | Do, 5. Januar 2017 - 16:05

In reply to by Herbert Trundelberg

Meine volle Zustimmung. Ergänzend möchte ich auch noch erwähnen, dass Frau Merkel ihre Anteilnahme nach dem Terrorakt im Türkischen Nachtclub zu Silvester prompt zum Ausdruck gebracht hat und den Türkischen Familien der beiden Getöteten aus Landsberg ihr tief empfundenes Beileid aussprach

Michael Sander | Do, 5. Januar 2017 - 13:41

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit der Merkel Regierung, war von Anfang an klar, dass man versuchen würde, den Vorfall so schnell wie möglich unter den Teppich zu kehren. Nur deshalb las man nirgendwo etwas über die Menschen, die bei diesem Anschlag zu Tode kamen, schwersten verletzt wurden, oder Ihre Kinder bzw. Eltern verloren. Hätte man den Toten ein Gesicht gegeben, wäre es viel mehr zu einer emotionalen Solidarisierung mit den Opfern gekommen. Die breite mediale Verweigerung dies zuzulassen, entwürdigt die Opfer noch nach ihrem sinnloses Tod ein zweites Mal. Denn der Tod und das Leid dieser Menschen ist auch eine Anklage an die Verantwortlichen und diejenigen, die solche Taten leichtsinnig, billigend in Kauf nahmen.

Evelin van Gucht | Do, 5. Januar 2017 - 13:52

Sehr genau beobachtet und erfasst. Auch ich frage mich, warum man den Opfern keinen Namen, kein Gesicht gibt. Und vor allem: welche Fragen denn jetzt schon wieder nicht gestellt werden (dürfen). Diese Anonymität ist gewollt und hat System. Alles wird zum Einheitsbrei gemacht, in der nur noch die vorherrschende eine Meinung zu gelten hat. Was wird hier gemacht?
Wohin gehen wir? Ich war lebenslang stolz auf unseren demokratischen Staat (darf man das sagen?!), hatte Vertrauen zu Regierung und deren Organen. Meinungsfreiheit, Freheit, Sicherheit selbstverständlich. Was für ein Luxus (das war).
Heute verdreht man Meinungen, Worte, Gesetze und setzt alles aufs Spiel.
Aus Verunsicherung wird langsam Angst.
Ich habe seit 1978 die Grünen gewählt, vor 4 Jahren die Linke.
Was ich jetzt wählen werde (alle 4 Jahre das Kreuz, reicht das???), das weiß ich nicht.

Mir geht es genau so wie Ihnen- was wählen nach dieser letzten Eskapade von Frau Peter geht Grün einfach nicht mehr. Aber Linke??? Ich würde mir wünschen, dass Özdemr eine AGP = Alternative Grüne Partei gründet, ich glaube, dann wäre Schluss mit diesem grünen Gelaber und es gäbe klare Ansagen!

Wilhelm Maier | Do, 5. Januar 2017 - 18:19

In reply to by irina wisseler

„Ich würde mir wünschen, dass Özdemir eine AGP = Alternative Grüne Partei gründet, ich glaube, dann wäre Schluss mit diesem grünen Gelaber und es gäbe klare Ansagen!“
Ich bin auch dafür!!!.
Dann hätten die Grüne ca. 4%,
und „AGP = Alternative Grüne Partei“
auch noch ca. 4%. Und mit Allen Grünen wer dann endgültig Schluss. Gut so!.

Ich kann diese Einigkeit nicht nachvollziehen. Gerade Bild veröffentlicht doch sonst so gerne Fotos von Opfern, z. B. nach dem erweiterten Suizid des Piloten oder nach Zugunglücken. 1996 nach dem Absturz des Bundeswehrhubschraubers mit 15 meist zivilen Toten verschaffte sich Bild unter einem sehr obskuren Vorwand das Foto des Piloten und veröffentlichte es ungefragt. Der Zweck ist eindeutig, Solche Fotos und wenn möglich auch Stellungnahmen oder Anklagen der Angehörigen erhöhen die verkaufte Auflage. Jetzt, nach dem ersten großen Terrorakt in Deutschland mit 12 Toten und vielen lebenslang gezeichneten Opfern verzichtet man auf reisende Abnahme der Publikation? Und bitte jetzt nicht die Phrase von wegen Rücksichtnahme und Respekt auf und vor den Angehörigen und Betroffenen. Hier wird geholfen, die Toten tod zu schweigen, geholfen, das Politiker ihre Politik nicht rechtfertigen müssen, nicht Verantwortung bekennen. Schändlich und verurteilenswert.

Michaela Diederichs | Do, 5. Januar 2017 - 13:56

Von Politikern, die sich an dem Wort "Nafri" abarbeiten, darf und kann man nichts erwarten, lieber Herr Kissler. Ein weißes Röschen wird abgelegt, dann wird zur Tagesordnung übergegangen und aufgepasst, dass alle politisch korrekt sprechen. Es passt nicht in das Weltbild, dass ein Nordafrikaner der Täter vom Breitscheidplatz war, dass Nordafrikaner in Massen für die Silvestervorfälle verantwortlich gemacht werden, dass viele der neuen Menschen mit diversen Identitäten durchs Land reisen und auf- und untertauchen können, wie, wann und wo sie wollen, Abschiebung kommt nicht in Frage und über die Opfer wird einfach nicht mehr gesprochen - das ist die eigentliche Tragödie. Mit mehr Erziehern ließen sich neue Opfer vermeiden, meint die ZEIT. Wenn`s doch so einfach wäre.
http://www.zeit.de/2017/02/erzieher-fluechtlinge-deutschland-kriminalit…

H. Joachim Luig | Do, 5. Januar 2017 - 14:13

"Die falschen Toten"...,aber die echte Geschichte, deren nächstes Kapitel wir gerade schreiben. Das kann einem, dem Zeitgeist folgend, leicht entgehen.

Frank Goller | Do, 5. Januar 2017 - 14:28

Deutsche Politiker können trauern. Zum Beispiel in Frankreich, da standen sie immer telegen in der ersten Reihe und waren alle "Franzosen". Weitere Beispiele spare ich mir zu diesem speziellen Thema.

Brigitte Karpenkiel | Do, 5. Januar 2017 - 14:37

Typisch Frau Merkel & Co´´. Da wird eine Rose für die Todesopfer niedergelegt, ein paar rührende Worte gesprochen und dann ist schon wieder alles vergessen. "The show must go on."

Gerdi Franke | Do, 5. Januar 2017 - 14:43

Meistens jedenfalls. Was Sie aber wollen ist ein öffentlicher Akt. Das hilft aber meistens den Angehörigen nicht weiter. Und ist oft kein Trost sondern eine Belastung für sie.

Die Gesellschaft braucht einen solchen würdevollen Trauerakt, wenn Sie so wollen einen offiziellen Staatsakt, bei dem selbstverständlich die Opfer-Angehörigen nicht anwesend zu sein brauchen. Niemand möchte diesen Menschen vorschreiben, wie sie sich in ihrer Trauer und ihrem Leid zu verhalten haben. Aber die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, dass die Toten, die völlig wahllos getroffen wurden, weil es nicht um diese konkreten Individuen ging, sondern um die Gesellschaft als Ganzes. Sie soll getroffen, eingeschüchtert und zerstört werden. Jedes Mitglied unserer Gesellschaft hätte gettoffen werden können, auf einem Weihnachtsmarkt, beim Einkaufen, bei einer Kulturveranstaltung, auf dem Weg zur Arbeit. Daher ist es die Pflicht der Politik der Gesellschaft einen offiziellen Staatsakt zu bieten, der breite Möglichkeit zur Anteilnahme und zur Reflexion der Situation bietet, in der unsere westlichen Gesellschaften gerade stecken.

Katrin Fuhre | Do, 5. Januar 2017 - 14:45

Ich bin gerade froh, dass die Namen der Opfer nicht in die Öffentlichkeit geschleudert werden. Es geht uns nichts an, wie sie heißen und welche Familien sie haben. Wären die Namen frei zugänglich, würden sich Presse & Co auf sie stürzen. Sie haben ein Recht darauf in Ruhe und für sich zu trauern. Um den Angehörigen unsere Anteilnahme zu zeigen, brauchen wir keine Namen. Wozu?

Da haben Sie sicher Recht. Aber ich glaube, dass es den meisten Usern, die hier den politischen und medialen Umgang mit den Opfern beklagen, nicht um reißerische oder sentimentale Opfergeschichten geht. Es geht darum, dass das Massaker vom Berliner Breitscheidplatz einen anderen politischen und medialen Stellenwert erhält. Der Gesellschaft muss eine würdige Zeremonie geboten werden, durchaus säkularer Natur, ein offizieller Staatsakt. Denn zum ersten Mal tötete islamistischer Terror mitten in Deutschland willkürlich unschuldige deutsche Bürger und ausländische Besucher. Das ist für Deutschland und seine bisherige Konfrontation mit dem Islamismus ein Quantensprung im negativen Sinne. Aber viele Bürger beschleicht das ungute Gefühl, dass das Verhalten von offizieller Seite das genaue Gegenteil suggerieren möchte.

Gerhard Hellriegel | Do, 5. Januar 2017 - 14:49

Wann hätten wir der Millionen toter Vietnamesen im Krieg der USA gedacht? Wann der fast-Million toter Afghanen im zunächst Sowjet-, dann USA-Krieg. Wann der Millionen toter Iraner im Krieg des Hussein? Wann der halben Million toter Iraker im USA-Krieg? Jede 6. Sekunde stirbt ein Kind an Hunger. Jede 6. Sekunde. Kollateralschaden, gelle.
Aber einige tote Biodeutsche im IS-Krieg, da hört doch alles auf. Das ist scheinheilig, hüben wie drüben, hat mit Trauer nichts zu tun, aber viel mit politischem Kampf, Rache und Wut. Aber mit dem Vorwand Trauer macht man sich so schön unangreifbar, gelle. Um wen geht es eigentlich, um diese Berliner oder um Frau Merkel?

Wenn eine Familie um ihr totes Kind klagt, es betrauert und ihm ein dauerndes Andenken bewahrt, dann gehen Sie, Herr Hellriegel, doch auch nicht hin und klagen diese Leute an, daß sie nicht gleichzeitig auch um tote Kinder in Afrika oder sonstwo auf der Welt trauern, oder käme Ihnen solches in den Sinn?
Ihre abfällige Bemerkung "Biodeutsche" zeigt, daß Sie nichts verstehen von der menschlichen Natur (Psyche), die sich nun einmal mit einer bestimmten Gemeinschaft und ihren Traditionen, die sie von klein auf umgibt und der sie viel verdankt, mehr identifiziert als mit weit entfernten Gesellschaften auf der Welt. Das ist normal und nicht verurteilenswert.
Es ist völlig unangebracht, von Chauvinismus zu reden, wenn ein Volk seiner e i g e n e n Toten in besonderer Weise und würdig gedenkt. Ihr weltbürgerliches Mitgefühl sollten Sie mal in anderen Ländern der Erde einklagen. Ich glaube kaum, daß Sie dabei irgendwo auf große Gegenliebe stießen.

Danke für Ihre Entgegnung. Meine Anmerkungen:
1. ich klage die Angehörigen mit keinem Wort an, ich weise darauf hin, dass weder ich noch Sie Angehöriger sind. Jeden Tag sterben Deutsche, Sie kommen ja aus Ihrer aufrichtigen Anteilnahme gar nicht mehr heraus. Stattdessen weise ich auf ein Missverhältnis hin. Natürlich sind uns z.B. die Hungerleider ferner. Aber sind sie weniger tot, ihre Angehörigen weniger betroffen? Vielleicht doch Chauvinismus.
2. Der Ausdruck "Biodeutscher" ist lediglich eine Kurzform von "Deutscher ohne Migrationshintergrund". Ich beteilige mich nicht an offiziellen Sprachregelungen.
3. Ja genau, weil ich in anderen Ländern Ähnliches erwarte, deshalb steht da "Chauvinisten ALLER LÄNDER, ..."
4. Auf meine letzte Behauptung, es ginge überhaupt nicht um die Opfer, sondern um politische Auseinandersetzung, sind Sie nicht eingegangen. Vielleicht lesen Sie die Kommentare noch einmal durch. Sieht so Trauer aus? Aufarbeitung ist ok, aber nicht unter dem Trauermantel.

Christa Wallau | Sa, 7. Januar 2017 - 00:06

In reply to by Gerhard Hellriegel

Ihre Behauptung, sehr geehrter Herr Hellriegel,
es gehe den meisten Kommentatoren hier nicht um Mitleid mit den Opfern und ihren Angehörigen, sondern um politische Auseinandersetzung, ist eine Unterstellung, zu der Sie keinerlei Berechtigung haben.

Daß es sich bei den Reaktionen auf das schreckliche Geschehen in Berlin mit so vielen Toten und Verletzten nicht n u r um Trauer handelt, hängt natürlich damit zusammen, daß sich hier eben keine Naturkatastrophe ereignete, sondern ein Terrorakt, der - wie sich jetzt immer klarer herausstellt - bei entschlossenerem Handeln der Verantwortlichen hätte vermieden werden können. Daher rührt die Empörung, die sich in die Trauer mischt.

B e i d e Gefühlsbereiche - Entsetzen/Trauer/Mitleid u n d Wut über staatliches Versagen - gehören eng zusammen.

Warum können Sie das nicht verstehen?

Frau Wallau, ich will Ihnen Ihre Gefühlswelt nicht nehmen. Die ist, wie sie ist. Punkt.
Aber vielleicht geben Sie sie nicht richtig wieder.
Trauer bezieht sich auf die Toten. Hier geht es um den Verlust. Der Verlust ist aber immer der Gleiche, egal, wie jemand gestorben ist. Beispiel: in meiner Zeitung lese ich heute, dass Frau Annegret Wahl gestorben ist. Ich empfinde keine Trauer. Ich kenne sie nicht. Ich könnte jetzt behaupten, dass ich Mitleid mit den Angehörigen empfinde, aber auch die kenne ich nicht. Mein Mitleid bleibt also platonisch, gratis. Es ist wie bei denen, die sagen, sie würden alle Menschen lieben. Hört sich gut an.
Jeden Tag sterben viele, viele Menschen. Ich bin nicht bereit, mir eine Trauerpflicht aufschwatzen zu lassen, ich herzloser Mensch. Und ja, Ihre unendliche Anteilnahme überzeugt mich nicht.
Das Besondere sind also nicht die Toten, sondern die Umstände ihres Todes. "Wegen diesem Idioten mussten jetzt 12 sterben". Es geht also um die Tat, die Täter.

Christa Wallau | Di, 10. Januar 2017 - 12:01

In reply to by Gerhard Hellriegel

"Unendliche Anteilnahme", die Sie begreiflicherweise nicht überzeugen könnte, habe ich von mir nie behauptet. Wie kommen Sie darauf? Im Gegenteil: Ich sage ja gerade, daß man umso weniger "berührt" ist von gewaltsamen Toden (die eine besondere Kategorie unter den Todesarten darstellen), je weniger Gemeinsamkeiten man mit den betroffenen Menschen hat.
Sie kritisieren eine - in meinen Augen - vollkommen natürliche Tatsache, deren sich Menschen nicht zu schämen brauchen: Die Betroffenheit (Dies ist wohl der zutreffendere Begriff als "Trauer"!) ist i m m e r umso größer, je mehr
das Ereignis die eigene Lebenswirklichkeit betrifft. Und es gehört zur K u l t u r jeder Familie und jeder größeren Gemeinschaft, des Todes der e i g e n e n Angehörigen
1. überhaupt und 2. mehr zu gedenken als des Todes x-beliebiger Menschen. Sie mögen das als heuchlerisch empfinden. Für mich und wohl für die Allermeisten gehört das zur unserer species. Betroffenheitspflicht existiert selbstverständlich nicht.

1. "Unendliche Anteilnahme" nie behauptet. Stimmt. Ich gehe davon aus, dass Sie weder eines der Opfer noch eines der Angehörigen kennen. Wenn sich aber Ihr Verlustschmerz auch auf Menschen bezieht, die Sie nicht kennen, dann ist die unendliche Anteilnahme einfach die Konsequenz. 2. Jetzt sagen Sie: "Betroffenheit statt Trauer". Finde ich auch besser, wir kommen uns näher. Aber wir sollten noch klären, was wir damit meinen. Denn von DIESER Tat sind wir doch eben nicht betroffen. Lebenswirklichkeit? Profaner: das hätte jeden von uns treffen können. Die Gefahr dauert an. 3. "Gedenk-Kultur": Schön gesagt, aber wir gedenken doch nicht immer. Diese Gedenk-Rituale (ja, das ist abfällig gemeint) treten auf, wenn Prominente sterben (Roman Herzog) oder als Schulterschluss bei bösen Taten. Im ersten Fall geht es um Selbsterhöhung, im zweiten um Selbstberuhigung.
4. "Trauerpflicht" - "Betroffenheitspflicht" -"Gedenkpflicht". Verstehe ich das richtig: der Barbar muss natürlich nicht teilnehmen?

Wissen Sie nicht, dass fast die Hälfte der Toten in Berlin Ausländer waren (5)? Und dass unter den Verletzten auch viele Ausländer sind, einige schwer verletzt? Die ideologische Verblendung hindert Sie anscheinend daran, Fakten zu berücksichtigen? Postfaktisch eben ... Schlimmer ist jedoch, dass Sie das Leid der Opfer und ihrer Angehörigen relativieren und folglich verhöhnen, pfui!

Lieber Mitmensch, ich habe hier nur 1000 Zeichen. Ich kann also das Thema nicht in seiner ganzen Breite darstellen, ich MUSS verkürzen. Jetzt schlagen Sie mir diese Verkürzung um die Ohren. Geht in Ordnung, aber Sie gehen auf meine Behauptungen gar nicht ein. Mir geht es zunächst um ein Missverhältnis, vielleicht spielen Zahlen doch eine Rolle. Dann meine ich, es gehe denen um den Täter, nicht um die Opfer. Schließlich meine ich, es gehe um politische Anklage, nicht um Trauer. Zum Schluss: ich relativiere nicht "das Leid der Opfer und ihrer Angehörigen", sondern ich relativiere die Anteilnahme der 80 Millionen, die nicht dazu gehören.

"Netter Begriff", ich gehe mal davon aus, daß Sie auch zu der Klientel gehören, die in den Medien der ruhrgebietsbeherrschenden Funke-Gruppe häufig den Begriff
"teutdsch" in abfälliger Weise nutzen, um sich als etwas besseres zu gerieren.
Läuft aber genau auf Rassismus heraus.

" Früher hatten die Menschen Angst vor der Zukunft. Heute muss die Zukunft
Angst vor den Menschen haben." (Werner Mitsch)

" Dummheit ist keine Schande. Hauptsache, man hält den Mund dabei." (Werner Mitsch)

Uwe Dippel | Do, 5. Januar 2017 - 14:54

Also, 'falsche Toten' finde ich etwas unpassend. Auch wenn ich mit dem Artikel sehr einverstanden bin.
Wer wäre denn ein 'richtiger Toter'?

Mir scheint viel eher, eine gewisse Enttäuschung (da steckt ja auch das Wort '[sich] täuschen drin) zu erkennen. Man sprach in 2015 so befeuert von den Flüchtlingen, die alle das Freiheitlich-Demokratische suchten; Maas sprach sogar direkt aus, dass sich keine Terroristen unter den Flüchtlingen befinden würden, das sei sicher.

Es könnte eher ein Gefühl des Beleidigtseins vorherrschen. Enttäuscht, dass man sich doch so verhauen hatte, nun nicht mehr zurück kann ohne sich unglaubwürdig zu machen, und persönlich sauer auf Amri. Nicht so sehr wegen der Opfer als wegen der unerwünschten Publizität durch die Ereignisse. Quasi 'vorgeführte' Unglaubwürdigkeit der Regierenden; so wie der Informationsminister des Irak bekanntermassen in die laufende Kamera davon sprach, die amerikanischen Panzer seien vernichtet, im Hintergrund durchs Bild fuhren.

Ewald Knülle | Do, 5. Januar 2017 - 14:58

Würde man um die Opfer trauern, könnten sich die Deutschen möglicherweise mit ihnen solidarisieren. Das wäre natürlich nicht hilfreich.

Rudolf Bosse | Do, 5. Januar 2017 - 15:04

Nach 25 Jahren Gesamtdeutschland haben wir mehr Sprach- und Handlungsvorschriften als in 40 Jahren DDR! Deshalb bin ich überzeugt, wäre die nächste Wahl nur in den neuen Bundesländern, dann wäre Merkel mit Anhang garantiert abgewählt.

Ich habe am 27. Dez. 2008, in einem Schreiben an Herrn Volker Kauder,
folgenden Satz geschriben: "Ich habe den Eindruck mit unserem Staat
sind wir auf dem besten Weg die frühere DDR nachzuahmen".

Mir ist schon vor 8 Jahren Ihre Einschätzung aufgefallen.

Jens Köhler | Do, 5. Januar 2017 - 15:07

Solange Merkel an der Macht sein wird, solange wird in Deutschland alles in die falsche Richtung laufen. Damit will ich nicht sagen, dass Merkel grundsätzlich an allem Schuld ist oder schon immer alles falsch gemacht hat. Was aber bemerkenswert ist und auch immer deutlicher sichtbar wird: Ihre Flüchtlingspolitik ist völlig falsch gelaufen. Sie hat dafür in jede Menge Kritik bekommen, aber sie hat sie in ihren Äußerungen keinen Millimeter bewegt, keinen einzigen kleinen Fehler eingestanden, sondern beharrt stur auf ihrer Linie. Daraus hat sich aus meiner Sicht inzwischen ein klares Markenzeichen ihrer gesamten aktuellen Politik entwickelt: Sie versucht ganz einfach alles unter den Teppich zu kehren und tut so, als ob kaum Probleme exisitieren und alles quasi völlig geordnet läuft. Nichts dergleichen ist jedoch wahr. Es wird immer deutlicher, dass sie überhaupt keinen klaren Plan hat und sich einfach durchwurschteln will. Als Ergebnis reicht es hier dann nicht mal für eine Trauerfeier.

Brigitte Simon | Do, 5. Januar 2017 - 15:26

Sehr geehrter Kissler,

Ihre Sichtweise ist immer - leider - treffend.

Warum kein Gottesdienst? Warum...?!
Die Opfer hatten die verkehrte Staatszugehörig-
keit, die Opfer waren n u r Christen. Sie waren
keine Flüchtlinge oder Asylanten, sie waren kei-
ne...! Eben nicht opportun. Und auch nicht po-
pulär.

Wären diese Islamisten - der Islam gehört zu
Deutschland - wo bleibt das Christentum?
Dafür nur Trauerstandards, keine Begegnung
mit den Hinterbliebenen- Armes Deutschland,
wo bleiben die Verantortlichen?

Es geht hier nicht um Religion gegen Religion, das hatten wir über Jahrhunderte, sondern um einen Angriff auf das aufgeklärte Abendland. Angebracht gewesen wäre ein säkularer Staatsakt.

Es war eine israelische Staatsbürgerin unter den Opfern. Mitgefühl gegenüber einer jüdischen Familie schickt sich doch nicht für diese Regierung, nach alledem was man so mitbekommt ...

Bernd Reuter | Do, 5. Januar 2017 - 15:34

Warum keine Namen keine Bilder der Opfer? So sind es nur 12 Tote ohne Gesicht. Ein Opfer mit einem Gesicht, denken wir hier an die türkische Tugke in Offenbach, vergessen wir nicht. Und das bringt die Volksseele zum kochen! Wer jetzt kommt und etwas erzählt von Rücksichtnahme auf die Familien und Opfer kann sich ja mal fragen, warum die beiden Deutschen die Silvester in Istanbul getötet wurden ein/zwei Tage später mit Bildern in diversen Zeitungen zu sehen waren. Der Unterschied: Opfer in Deutschland könnte man der Regierung zuordnen, Opfer in derTürkei ...

Will Weller | Do, 5. Januar 2017 - 15:37

Dazu passt, was Spiegel-Autor Stefan Kuzmany schrieb: "Vielleicht bin ich nicht mehr normal. Ich finde es schlimm, dass zwölf Menschen auf dem Breitscheidplatz sterben mussten, jeder zu früh und jeder sinnlos. Aber obwohl der Anschlag in Berlin stattgefunden hat, in der Stadt, in der ich seit bald 15 Jahren lebe, bleibt mir der Horror abstrakt, als wäre das alles in einem fernen Land geschehen... Wir waren nicht dort. Was bringt es, sich das auszumalen? Ich habe anderes zu tun. Ist das kalt? Vielleicht. Aber so ist es. Er hat mich abgestumpft. Er weckt kein Gefühl in mir. Ich nehme zur Kenntnis, dass es Menschen wie diesen gibt, die aus Verblendung und religiösem Wahn andere Menschen umbringen. ... Aber ich kann ihn nicht hassen dafür, er lässt mich kalt." (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/anschlag-in-berlin-ich-kann-k…)

sabine pawlowa | Do, 5. Januar 2017 - 15:42

.... es macht mich schon die ganze Zeit wütend, dass die Politik so mit diesem Drama und den Vorherigen umgeht. Was ist das? Die Politik und leider auch zu Hauf die Medien, machen auf Menschenwürde, Empathie und und und… aber dann wenn Menschen in unserem Land durch Terror getötet werden oder derartige Taten (deutsche Tote) im Ausland stattfinden herrscht Ruhe. Absolute Ruhe. Beim Gedenkgottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am 20. Dezember kamen wir nicht mal in die Nähe. Alles war großräumig abgesperrt. So viel zum Geschwätz in der Kirche, die Bürger wurden vorsorglich weit vom Geschehen gehalten.
Gegenüber den Opfern und ihren Familien schäme ich mich, für dieses Verhalten!

Joachim Fehr | Do, 5. Januar 2017 - 16:12

Das keine öffentliche Trauer durch Regierung und Senat wahrzunehmen war dokumentiert doch letztlich nur, wie abgestumpft die uns regierende Kaste ist. Wer so seelenlos agiert zeigt doch nur allzu deutlich, wie weit CDUCSUSPDGrüneLinke sich von der Basis entfernt haben. Die Seelenlosigkeit wird nur noch von der AfD übertroffen, deren unmenschlichen Äußerungen sind als Fakt offensichtlich. Der bekannte Begriff von "der guten Seele" ist heutzutage Makulatur. Warum war eigentlich unser Außenminister, der Bundesprösident werden soll und will, nicht in Polen zur Beerdigung des ermordeten Kraftfahrers? Mit einer solchen Geste hätte man ein Stück Nachbarschaft mit unserem östlichen Nachbarn symbolisch darstellen können. Wahre Größe, ja Liberalität, zeigt sich gerade in schwierigen Stunden im Umgang mit Trauer und Trauernden. Bravo, Kissler, für den Kommentar. Meine Flamme der Freiheit gibt die Hoffnung nicht auf.

Bernhard Jasper | Do, 5. Januar 2017 - 16:13

Herr Kissler, wir leben in keiner „Gemeinschaft“.

Zu einer zivilisierten „Gesellschaft“ gehört jedoch eine organsierte Ordnungsbildung, die man ständig aktiv aufrechterhalten muss, sonst stürzt dieses Land ins Chaos und in den Ausnahmezustand.

Die Toten und Verletzten waren kaum geborgen, da lagen sie schon wieder in den politischen Schützengräben. Erbärmlich!

Wäre ich Angehöriger eines der Opfer, ich wollte keine Anteilnahme der Politik.

Karl Mallinger | Do, 5. Januar 2017 - 16:21

Der Politologe Herfried Münkler verlangt ja bei Terroranschlägen, die von Islamisten begangen wurden, eine Haltung der "mürrischen Indifferenz".
Aber natürlich gelten ganz andere Maßstäbe, wenn Rechtsradikale gemordet haben. Da ist dann keine Rede von "mürrischer Indifferenz", sondern vielmehr öffentliche Empörung und öffentliches, gesellschaftliches Betrauern der Opfer wird gefordert. Was für eine Doppelmoral!

Gisela Müller | Do, 5. Januar 2017 - 16:34

und das war in erster Linie vollkommene Resignation! Und weiter: Gefühle der Ohnmacht, Hilflosigkeit, Unwichtigkeit, des Nicht-gehört-Werdens- und -Wollens! Diese getöteten Menschen sollen so schnell wie möglich "neutralisiert" werden, damit dieser Terrorakt nur ja schnell ins Vergessen gerät. DAS ist m. M. die Intention. Ich glaube, dass "die" Angst haben. Angst, dass vielleicht doch mal der eher unwahrscheinliche Fall eintritt, dass die, "die schon länger hier leben", sich wehren. Gegen all das, was gegen den Willen vieler hier stattfindet. Man muss sich nur täglich ein wenig informieren, was eigentlich hier alles schiefläuft. Es ist eine einzige Schande, was wir mit uns machen lassen, aber sie verstehen es immer - noch? -, alles zu verharmlosen, zu relativieren, unausgesprochen, undiskutiert zu lassen und auf die eine oder andere Art zu manipulieren. Und genau DAS haben sie auch mit UNSEREN Toten des Terroranschlags gemacht. Sie haben sie "klein, unwichtig, namenlos" gemacht.

Bin Schweizer und schaue (logischerweise) häufig D-TV. Bei Nachrichten der beiden Staatssendern überkommt mich ebenso häufig das Gefühl, dass Berichte über Flüchtlinge, Terrorismus etc. irgendwie PR-mässig geschönt sind. Der unsichtbare Draht von den Redaktionen zum K-Amt scheint vorhanden zu sein. Was ganz sicher stimmt und augen-/ und ohrenfällig ist: Viele Medien, die Rede ist nicht von Cicero, viele Medien übernehmen die Beschwichtigungstaktik der Regierenden. Ja, Sie haben Recht: in Berlin scheint man Angst zu haben. Wen wundert's!

Es ist eine Schande für Deutschland und es ist das Resultat der 68er Bewegung. Auch vonFrau Merkel kann man nicht mehr erwarten, denn Sie ist in einem System erzogen worden und hat einem Staat gedient, in dem der "Klassenfeind" BRD bekämpft wurde.

Man darf sich deshalb nicht wundern, daß alles, was irgendwie nach Patriotismus "riechen" könnte, rigoros und mit allen Mitteln bekämpft wird.

Mir ist kein anderes Land in der Welt bekannt (und ich bin viel gereist), in dem der Masochismus gegen einen Patriotismus und eine nationale Identifikation so intensiv betrieben wird wie in Deutschland. Fahren Sie in irgendein Land der Welt und Sie erleben, wie andere laender Patriotismus "zelebrieren"!

Peter Bigalk | Do, 5. Januar 2017 - 16:46

Eine zu offene Trauer würde das Mantra stören, dass man sich in der offenen Gesellschaft nicht zu sehr am Terror stören sollte. Die schulterzuckende Ignoranz vieler Mitbürger - vielleicht tatsächlich aus Gesinnungsgründen - ist unerträglich. Ich erlaube mir, die Frage zu stellen, was wäre, wenn es einen Anschlag von Rechtsradikalen mit 12 Toten gegeben hätte: Wie viele Trauergottesdienste, Glockenläuten, Sonntagsreden usw. es gegeben hätte - also: Kisslers Konter hat Recht!

Ulrich Bohl | Do, 5. Januar 2017 - 16:51

Wieder einer Ihrer hervorragenden Beiträge.
Im Gegensatz zu vielen Beiträgen die alle
irgendwie richtig sind. Möchte ich Ihnen meine
persönliche Haltung dazu mitteilen.
Wäre ich durch einen unglücklichen Zufall
unter den Opfern, ich würde es ausdrücklich
nicht wünschen, dass einer von denen bei
einer Trauerfeier für mich erscheint. Dass
überlasse ich Verwandten, Freunden und Be-
kannten. Ich denke sie alle wüssten wer die
Verantwortung trägt. Niemand würde es ver-
stehen, wenn jemand der durch unkontrollierte
Zuwanderung die Voraussetzung geschaffen
hat, dann eine aufgesetzte Trauer zeigt. Mir
wäre ein kleiner Kreis von ehrlich Trauernden
recht. Alles andere wäre nur Public Relations
der Politik.

Franz Strasser | Do, 5. Januar 2017 - 17:14

S. g. Hr. Kissler, wo waren Sie am 20. 12. beim offiziellen Staatsakt. Ich verfolgte es im Fernsehen mit und war voller Respekt für die passenden Worte, über die zahlreiche Teilnehmer der Regierung ..... Was reden Sie jetzt schlecht?

Isabel d'Aguerre | Do, 5. Januar 2017 - 19:06

In reply to by Franz Strasser

In Frankreich haben nach Charlie Hébdo/Cocher Supermarkt, dem 13.11.2015 und der Hinrichtung des alten Priesters bei Rouen richtige Staatsakte stattgefunden, an dem ausnahmslos die höchsten Würdenträgers des Landes teilgenommen haben. Der Gottesdienst am 20.12.2016 kann sich damit nicht vergleichen, in den Reden wurde hauptsächlich beschwichtigt.

Michael Bahr | Do, 5. Januar 2017 - 21:08

In reply to by Franz Strasser

Dieser Trauerakt in der Gedächtniskirche hatte eher etwas Kontemplativ-Unaufgeregtes, quasi wie im Vorbeigehen zelebriert. Es bedarf hier schon eines deutlicheren Aktes, der nicht nur irgendwie privat-religiös anmutet, sondern der auch eine politische Dimension hat. Es geht mir nicht um Dramatisierung und Emotionalisierung, aber um ein deutliches Zeichen des Staates für die ganze Gesellschaft - ruhig mit Flagge und Musik in Szene gesetzt, aber das ist nur Beiwerk -, durch das deutlich gemacht wird, dass dieses Massaker nicht nur eine naturkatastrophenhafte Tragödie ist, wie sie nun mal unverhinderbar immer wieder passieren, sondern, dass dies ein unter politisch-ideologischen Vorzeichen verübtes Massaker ist, das von Menschen verübt wurde, die uns hassen, weil wir so leben wie wir leben. Dieser Anschlag ist für Deutschland etwas Neues. Es fehlt mir eine kämpferische Stellungnahme, so wie Helmut Schmidt sie angesichts des RAF-Terrors den damaligen Gesellschaftsfeinden entgegenhielt.

Edgar Timm | Do, 5. Januar 2017 - 17:30

vielen Dank für diesen einfühlsamen"Konter" - besser hätte man es nicht sagen können: "Auch 56 Verletzte, darunter zwölf Schwer- und Schwerstverletzte, zählen zu den Opfern. Ihr Leben wird nie wieder sein, wie es war. Sie tragen schlimme Schäden an Leib und Seele davon. Selbst die äußerlich unverletzten Zeugen der Bluttat erhöhen die Opferbilanz ..."

Ich glaube, dass Sie bislang der einzige Kommentator sind, der die "nur" traumatisierten Opfer überhaupt erwähnt. Zwei Dinge beschäftigen mich allerdings noch:

1. Hat die Bundesregierung, die sonst immer so eilfertig "Soforthilfe" in Millionenhöhe verspricht, den Opfern und ihren Angehörigen unbürokratische Hilfe angeboten?
2. Warum wurde Gauck im TV nicht zusammen mit den Opfern (selbstverständlich mit deren Einverständnis) gezeigt und warum kam er erst 2 Tage nach dem Anschlag? - Und Merkel kam bislang gar nicht. Fürchtet sich die "Elite" vor dem Zorn der Opfer?

Ruth Müller | Do, 5. Januar 2017 - 18:10

...
in Deutschland das übliche dumme Geschwätz und instrumentalisierte Respektlosigkeit der - Die Grünen - auf allen Ebenen für 12 Tote und um die 50 Schwer-Verletzte. Und das Desinteresse des Establishments.

Schande!

Stefan Franz | Do, 5. Januar 2017 - 18:13

http://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2016/12/berlin-haelt-inne.html

Einen Tag nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt herrscht in der Hauptstadt Fassungslosigkeit. In der Gedächtniskirche wurde während eines Gottesdienstes der Opfer gedacht. Auch das Brandenburger Tor war wieder ein zentraler Ort der Trauer.

Nur wenige Meter vom Ort des Anschlags in Berlin-Charlottenburg hat in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Dienstagabend ein ökumenischer Gottesdienst stattgefunden. Rund 800 Besucher fanden sich dort ein. Auch zahlreiche Spitzenpolitiker zählten zu ihnen, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und Bundespräsident Joachim Gauck. Auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) war anwesend, sowie Berlins katholischer Erzbischof Heiner Koch, ein Rabbiner und mehrere Imame.

Annelie Hopfenmüller | Do, 5. Januar 2017 - 18:51

Eine Veröffentlichung von Fotos und Namen der Opfer würde zu einer Emotionalisierung der Bevölkerung führen und die muss nach Meinung unserer Regierung samt Opposition auf Teufel komm raus vermieden werden. Das "Volk", in dem es nach der Masseneinwanderung von Muslimen und der daraus resultierenden Verschlechterung der inneren Sicherheit in einer MIschung aus Angst und hilflosem Zorn ohnedies brodelt, könnte ja durch eine entsprechende Berichterstattung weiter emotionalisiert und zu unvorhersehbaren Reaktionen verleitet werden.
Ich wundere mich nur manchmal über die Naivität unserer Politiker und Mainstram-Medien zu glauben, dass die "dumme" Bevölkerung diese Manöver und ihre Motivation nicht durchschaut. Es steht eher zu befürchten, dass die Wirkung auf die Dauer ins Gegenteil umschlägt. Der Vorwurf der Lügenpresse und einer Zensur schlimmer als in der DDR verfolgt sie ja schon eine ganze Zeit und durch dauernde Unterlassungen werden diese Vorwürfe sicher nicht weniger werden.

Isabel d'Aguerre | Do, 5. Januar 2017 - 19:12

Sie übertreffen sich mit jedem Beitrag selbst! Chapeau für Ihren absolut zutreffenden Beitrag. Außer "leere Worte" ist der Mangel an Empathie für die Opfer so enorm, eine wahre Verhöhnung ihres Leides und Ihrer Angehörigen! Da haben die Regierenden in Frankreich, bei all ihrem sonstigen Versagen, die Opfer viel angemessener gewürdigt. Mit dem Mangel an Empathie (auch auffallend im Falle Maria L.) hat man die Opfer symbolisch ein zweites Mal verunglimpft, ob tot oder verletzt.
Vielen Dank Herr Dr. Kissler, dieser Beitrag hat im deutschen Journalismus bislang gefehlt!

Christine Weiske | Do, 5. Januar 2017 - 19:13

Der Titel der "falschen Opfer" tut mir weh, weil er beschämender Weise zutreffend ist. Keine landesweite Schweigeminute, immer wird von 12 Opfern berichtet, der polnische Fahrer "unterschlagen"...... Ich schäme mich für die gewollte Kälte und den rasanten Übergang zur Normalität. An Gerhard Hellriegel - sie würden nicht so kaltschnäuzig ideologisch daherplappern, wenn Angehörige oder Freunde von Ihnen unter den Toten oder Verletzten wären. Falls doch, sind sie bedauernswert so ganz allein mit sich und der Menschheit (natürlich ohne Deutsche).
Ich hoffe mich nicht zu irren, dass viele Menschen in diesem Land, auch die mit Migrationshintergrund um die Ermordeten trauern und den Verletzten Genesung wünschen, wärmer und empathischer als die politische und mediale Öffentlichkeit.

Martina Müller | Do, 5. Januar 2017 - 19:25

Völlig empathielos war auch, dass der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz nur 2 Tage nach dem Anschlag, am 21.12., wieder oeffnete. Und zwar einschließlich der kleinen Fußgängergasse zwischen den Buden, durch die der LKW gerät war. Die Budenbetreiber bzw. Schausteller wollten es so. Offizielle Begründung: "Wir lassen uns unsere Art zu leben, nicht kaputt machen - sonst hätten die Terroristen ja erreicht, was sie wollten." Dahinter steckt aber sicherlich auch der Wunsch, sich das Weihnachtsgeschäft nicht durch eine zwangsweise Budenschließung zerstören zu lassen. Kommerz und Berieselung durch irgendwelche Events sind halt ausschlaggebend in dieser Gesellschaft. Die Schlampereien der Behörden in Bezug auf Amri (14 Identitäten!) und die politische Reaktion auf den Anschlag geben klar zu erkennen, unter welchen Bedingungen wir hier leben müssen und wie groß das Versagen von Politik und Sicherheitsbehörden ist.

Quistorp Eva | Do, 5. Januar 2017 - 19:28

Die Frage von Herrn Kissler ist gut, ich stelle sie seit dem 19.12. siehe www.perlentaucher.de eine einfache Frage,doch was hindert Cicero und Kissler der Frage nachzugehen beruflich, wer die unbekannten Opfer sind,deren Lebensgeschichte möglichst gut und freundlich ,teilnehmend zu erzählen und für Opferentschädigung und für Hilfe für die Angehörigen zu sorgen,die Terroropfer entschädigung für Angehörige sich mal genauer anzuschauen und die Fotos der unbekannten Opfer ,möglichst ihre besten zu veröffentlichen, statt dass wir uns ständig die Fotos und Videos des IS und der Täter und Mörder anschauen müssen im Fernsehen und Medien?Wieso konnte Israel den Namen der Frau aus Israel herausfinden und ihr Foto mit ihrem Mann strahlend veröffentlichen und die andern ausser dem LKW fahrer bleiben in deutschen Medien namen und gesichts und geschichtslos?
Gerne treffe ich mit Herrn Kissler u.a.am 19.1. um
kurz vor 20 Uhr an der Stelle des Terrorscnlages mit
Fotos und Namen aller opfer !

Paul Liesner | Do, 5. Januar 2017 - 19:54

Es ist einfach eine Schande wie sich unsere höchsten Politiker, allen voran Frau Merkel und Herr Gauck, hier so einfach "davon schleichen".
Wir als Bürger sollten dieses Signal zur Kenntnis nehmen. Welche Wertschätzung bringen diese Personen zu allererst den Opern und deren Angehörigen und dann dem eigenen Volk denn eigentlich noch entgegen? Es ist einfach nur noch beschämend.

Alex Weber | Do, 5. Januar 2017 - 22:03

Danke für den hervorragenden Artikel.

Heute bist Du Opfer von Diebstahl und Du schaust weg. Morgen bist Du Opfer von Wohnungseinbruch und Du schaust weg.
Übermorgen bist Du Opfer von Terror-Attentäter, und Du bist selbst weg.

Behörde betrügen mit falschen Identitäten, falschen Alter, ist kein Bagatelldelikt.
Sexuelle Belästigung ist kein Bagatelldelikt.
Ich habe mal in China gelebt, dort bekam ein Vergewaltiger die Todesstrafe.
Diebstahl ist kein Bagatelldelikt.
Wohnungseinbruch ist kein Bagatelldelikt.

Wer Wiederholtäter ist, kann hier nicht integriert werden, wird keine Arbeit finden bzw. seinen Arbeitsplatz verlieren falls er einen hat.
Daher diejenige, die Betrüge, Diebstahl und Sexuelle Belästigung begehen, sind kriminell und gehört abzuschieben.
Nur die Grüne und Linker will das nicht sehen.  

Daniela Lütke | Do, 5. Januar 2017 - 23:27

...ich wüsste auch einfach gerne, wie es den Verletzten geht. Wie steht es eigentlich um die Opfer von Würzburg? Sind sie ganz geheilt, bleiben sie entstellt? ...nun ja, dafür ich jeden Tag was über die Lombardis auf allen Kanälen...

Holger Stockinger | Do, 5. Januar 2017 - 23:51

Der mutmaßliche Attentäter besaß den Mut, nicht den Stinkefinger, sondern den Zeigefinger zu zeigen.

Und weder Gauck noch Merkel nehmen sich die Ehre, der Toten öffentlich zu gedenken.

Reinhard Benditte | Fr, 6. Januar 2017 - 04:57

Danke für den Artikel, allerdings ist er m.E. unzureichend. Wir vergessenen nicht nur die Toten, wir lassen auch die Verletzten in ihrem Leid hängen. Politiker aller Couleur benutzen immer die gleichen Worthülsen und dann geht es zurück zur Tagesordnung. Das Leid, was verursacht wurde, und die Verletzten werden schnell ins Abseits gedrängt. Politiker üben sich lieber in PC wie z.B. das Getöse um den Begriff Nafris und man kann wieder eine tagelange Diskussion beobachten. Es ist ein Jammer, was in Deutschland abgeht und am Ende dreht sich alles nur um die eigene Ideologie. Verantwortungs-übernahme sehe ich nicht. Aber auch die Medien müssen sich zu Recht Kritik gefallen lassen. Sie lassen einerseits die verletzten und ermordeten Menschen links liegen, bringen aber andererseits auf Ihren Titelseiten das Bild der Mutter des Terroristen sowie fortlaufend Bilder des getöteten Terroristen. Auch diese beiden Beispiele sind ein Schlag ins Gesicht der Opfer.

Heinrich Jäger | Fr, 6. Januar 2017 - 06:55

waren es mit Sicherheit ,denn sie waren vor allem unnötig .Hätte diese kaltherzige empathielose Kanzlerin nicht die Grenzen für Jedermann geöffnet,wären sicher viele der Straftaten die verübt wurden nicht geschehen.

Gunnar Saifulin | Fr, 6. Januar 2017 - 09:46

Danke für den guten Artikel und das Lenken der Aufmerksamkeit auf diesen denkwürdigen Umstand. Ich bin nicht selbst betroffen, war aber kurze Zeit vor dem Anschlag an eben dieser Stelle und verspüre sogar aus dieser relativen Ferne ein kleines Trauma. Wie muss es erst den Überlebenden und den Angehörigen der Toten gehen! Schon in der Nacht selbst habe ich mich maßlos über die valiumartige Berichterstattung etwa auf N24, erst Recht bei den anderen Sendern erregt. Es wurde die Fake-Nachricht von höchster Stelle verbreitet, alles sei unter Kontrolle. Heute wissen wir, nichts war unter Kontrolle. Amri hat sich noch darin gefallen, auf dem naheliegenden Bahnhof Zoo den Finger in die Überwachungskamera zu recken, bevor er unerkannt quer durch Europa reiste. In der Nacht gab es keine Hilfestellungen für alle, die Angehörige vor Ort vermutet haben, nichts, gar nichts, keine Einblendung einer Telefonnummer o.ä. Auf www.berlin.de wurde für Silvester geworben. aktuelle Hilfe? Fehlanzeige.

Günther Schopf | Fr, 6. Januar 2017 - 18:37

Es drängt sich mir langsam die entscheidende Frage auf, ob die jetzige Form von Demokratie vertreten durch Merkelsche Regierung und Administration überhaupt in der Lage ist die neuen Herausforderungen des 21. Jahrhundert zu bestehen. Ich denke an Flüchtlings-, Euro-, Russland-, Innere Sicherheits-, und EU Krise um die Wichtigsten zu nennen. Es bedarf einer neuen Form von Demokratieverständnis, das sich an den Tatsachen und nur daran orientiert und dann entschlossen handelt mit dem Ergebniss die Probleme gelöst zu haben nicht mit Ankündigungen das ZIEL zu haben Probleme zu lösen.

Doreen Müller | Fr, 6. Januar 2017 - 23:31

Ja klar, immer wissen andere, wie man es besser machen kann. Und sicher trägt unsere Bundesregierung ihren Teil an unseres derzeitigen Situation bei.
Aber...
... liegt es nicht auch ein bisschen an den Medien?
Oder ist all den Redakteuren und "Schreiberlingen" verboten worden, über die Opfer zu berichten?

Leider ist es uns kleinen Bürgern verwehrt, einen Blick auf das grosse Bild zu erhaschen. Und so können wir nur mutmaßen über das Warum, Wieso und Weshalb. Aber dann bitte in alle Richtungen!

Marius Tohm | Fr, 6. Januar 2017 - 23:37

Vom Fehlen der Gedenkenkultur zum Fehlen einer Gemeinschaft - welche wahre Pointe. Geht aber auch anders herum: Der historisch gewachsene und bis heute als deutsche Zivilreligion internalisierte Schuldkult sowie die (staatsdoktrinelle) moralische Despotie (Alexander Grau, 31.12.2016) lassen bis heute keine nationale Selbstbesinnung zu oder nur in Form postnationaler Überwindung eben jener. Erst der Islam, welcher bereits seit Jahren - mit Terror und ohne- die politische Agenda in diesem Land setzt, wird darum einstmals ein Gedenken erzwingen. Ob bis dahin nicht bereits die kulturelle Transformation dieses Landes so fortgeschritten sein wird, dass ,,die Menschen da draußen'', jene also, ,,die schon länger hier leben'' (A. Merkel), sich an die neue Zeit gewöhnt haben werden? Wenn man bedenkt, dass viele von ihnen selbst keine Kinder haben möchten, sie mithin also beredtes Zeugnis für den Stand ihrer Zivilisation ablegen, kann man die Frage nach der Zukunft dieses Land beantworten.

Walter Groer | Sa, 7. Januar 2017 - 17:44

In Marokko, Algerien und Tunesien gibt es keinen Krieg. Wer dort Arbeit, Familie und Wohnung hat muss nicht nach Europa kommen. Ich vermisse die Erkenntnis, dass es sich bei den Migranten aus diesen friedlichen Länder um die Armen und Beladenen und darunter auch viele Kriminelle handelt. Unsere zugewanderten "Nofris" und Pakistaner entsprechen nicht dem Durchschnitt der Bevölkerung dieser Länder, sondern deren Bodensatz. Wenn wir diese nicht konsequent abschieben wird der Sog größer werden. Jeder der mehr als eine Identität hat sollte sofort abgeschoben oder eingesperrt werden!

Frank Wegner | Sa, 7. Januar 2017 - 19:34

Deutschland hat bis heute keinen vernünftigen Umgang mit seinen Opfer Toten gefunden.
Sei es bei den gefallenen Soldaten, in Auslandseinsetzen oder jetzt bei der Zivilbevölkerung bei Terrorangriffen im eigenen Land. Es passt einfach nicht ins politische Schema. Alles soll so weiter funktionieren, als sei nichts passiert.
Auch Terroristen sind (leider) lernfähig und könnten sich noch weitaus schlimmere Ziele aussuchen. Wie lange will man dann noch alles weiterhin ignorieren?
Die politische Kaste hat auf weiter Strecke versagt. Merkel wir schaffen das und immer weiter so, wird nicht mehr lange funktionieren.
Mir graut vor Grüne und Linke in zukünftiger Bundesregierung und Wählern die "nur" aus Protest AFD wählen, dank verfehlter Regierungsentscheidungen.

Akira Ozawa | So, 8. Januar 2017 - 18:19

Ich muss es zitieren, weil es nicht vergessen werden darf:

"" Ein gemeinschaftliches Gedenken müsste zu einer Sprache finden, die den Verstrickungszusammenhang benennt, ohne ins Polemische abzugleiten:
Menschen wurden ermordet, weil fanatisierte Muslime darin einen Gottesdienst erblicken. ""

Merkel und die gesamte ihr hörige Politiker-Kaste muss es täglich und immer wieder zu Bewußtsein führen:
Sie bestrafen die Opfer mit der schlimmsten aller Strafen, die bereits die Antike kannte:
Der damnatio memoriae – der Auslöschung des Gedenkens an diese Opfer.

Das darf nicht passieren.
Kann man nicht eine Petition für ein zu errichtendes Mahnmal, gesponsert von Geldern aller Mitbürger, über den WEB-Auftritt: "Change.org" analog zum polnischen Truckerfahrer Lukasz Urban (initiiert von Fr. Constanze Stelzenmüller) an den Bundespräsidenten richten?
Ich würde mich sofort beteiligen.
Je mehr des Volkes Stimme sich erhebt, desto mehr Beachtung muss man ihr schenken.

Susanne Altweger | Mo, 9. Januar 2017 - 23:20

Das hat mich seit dem Anschlag beschäftigt.
Endlich spricht es jemand aus!Die Diktatur der Pfarrer und Pfarrerstöchter,mit falschem Betroffenheitsgesäusel am falschen Ort zur falschen Zeit wird immer unerträglicher! Respekt und Anstand,Empathie und Menschlichkeit wären das Gebot der Stunde gewesen. Diese Toten vom Breitscheidplatz sind die Ankläger einer verfehlten Politik!Darum müssen sie gesichtslos bleiben.Es ist empörend! Danke Herr Kissler!

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