Friedenspreisträger Sansal - „Für einen aufgeklärten Islam gibt es keine Grundlage“

Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal sagte in Le Monde: „Benennen Sie den Feind, benennen Sie das Böse, sprechen Sie laut und deutlich.“ Genau das tut er im Interview. Ein Gespräch über seinen aktuellen Roman „2048“, religiösen Fanatismus und seine Parallelen zum Nationalsozialismus

Boualem Sansal im Oktober 2015 vor der französischen Akademie in Paris dpaa/picture alliance/Etienne Laurent
Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal vor der französischen Akademie in Paris im März 2015

Autoreninfo

Winnie Bennedsen ist freie Journalistin. Sie hat Romanistik, Komparatistik und Journalistik in Leipzig studiert.

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Winnie Bennedsen

Boualem Sansal, 67 Jahre alt, wurde in einem algerischen Dorf geboren. Der Ingenieur und promovierte Ökonom arbeitete lange Zeit als hoher Staatsbeamter. Seine Wut über die Zustände im autoritär regierten Algerien machten aus Sansal im Alter von 48 Jahren einen engagierten Schriftsteller.Weil er über die korrupte Regierung schrieb, verlor er seine Anstellung. In Algerien werden seine Bücher zensiert oder verrissen, in Frankreich und Deutschland hingegen begeistert aufgenommen. Für seine öffentlichen Stellungnahmen gegen Islamisten erhält er regelmäßig Morddrohungen. Sansal ist Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels.

In Ihrem aktuellen Buch „2084. Das Ende der Welt“ entwerfen Sie in einer dystopischen Vision ein Land mit dem Namen Abistan. Wie sieht es dort aus?

Abistan ist das, was aus der Welt werden wird, wenn der Islamismus an die Macht kommt. Dann bilden Fanatismus, Ignoranz und Barbarei die Grundlage einer Gesellschaft. In kürzester Zeit werden Krisen, Krankheiten und Kriege einen Großteil der Bevölkerung ausgeschaltet haben. Das Nichts wird sich festsetzen, die Wüste wird die Oberhand gewinnen, dann gibt es nur noch ein paar wenige übervölkerte Städte. An deren Spitze steht eine Machtelite, die in von der übrigen Welt abgeschnittenen Enklaven leben wird. Das Ende der Welt ist sehr nah.

Glauben Sie, dass ein totalitärer Gottesstaat eines Tages Wirklichkeit werden könnte?

Der Islamismus konnte sich innerhalb von 40 Jahren in nahezu jedem Land ausbreiten, in der arabisch-muslimischen Welt, in Afrika, in Europa, in Amerika und in Asien. Und trotz einer weltweiten Koalition, die sehr schlagkräftig ist, existiert er weiter, schreitet voran, wandelt sich, drängt sich auf und perfektioniert sich. Wir hingegen stehen dem hilflos gegenüber, sind verängstigt, gespalten, machen ein Zugeständnis nach dem anderen. Kurzum: wir sind bereit zu kapitulieren.

In Abistan darf gerade das Wort Islam nicht öffentlich ausgesprochen werden. Warum sind in diesem fiktiven Land Begriffe verboten und gleichzeitig wird eine neue Sprache erfunden?

In einer undemokratischen Welt erhebt sich die Macht und errichtet ihre Herrschaft auf den Ruinen der Vergangenheit. Die alte Welt muss zerschlagen werden, man muss sie auslöschen und vergessen, um SEINE Welt errichten zu können: eine starke, ewige, totalitäre Welt. Damit das gelingt, braucht man eine grausame Macht und ein verängstigtes Volk, das nicht mehr in der Lage ist, zu denken. Das nicht einmal begreift, dass es sich auflehnen kann. Außerdem gelingt es mit einer neuen Sprache, die ausdrucksarm ist, die sich auf das Wesentliche beschränkt, aus der sämtliche Wörter verbannt sind, die die Fantasie anregen könnten wie Freiheit, Liebe und Glauben.

Woher kam die Idee, eine gleichzeitig totalitäre und absurde Welt zu entwerfen?

2084 ist im Wesentlichen beeinflusst von George Orwells 1984 , aber auch von Büchern, die sich mit Diktaturen, mit Machtergreifung, dem Absurden und dem Ende der Welt beschäftigen. Es ist auch von Kafka inspiriert, dem es gelungen ist die albtraumhafte Seite von Diktaturen einzufangen.

In einem früheren Werk „Das Dorf des Deutschen“ ziehen Sie den Vergleich zwischen Islamismus und Nationalsozialismus. Geht das nicht zu weit?

Die Gemeinsamkeiten zwischen Islamismus und Nationalismus sind zahlreich und klar erkennbar: Gewaltherrschaft, Helden- und Führerkult, die Idee eines auserwählten arabischen Volkes, um die Menschheit rein zu halten, der Hass auf die Demokratie und den Juden und die Rekrutierung und Militarisierung der Bevölkerung. Historisch betrachtet, gibt es auch ideologische Gemeinsamkeiten, aus den 30er und 40er Jahren, zwischen Hitler und dem Großmufti von Jerusalem. Diese Gemeinsamkeiten haben tiefe Spuren hinterlassen. Sie erklären die Verehrung, die Islamisten noch heute für den Nationalsozialismus und speziell für Hitler hegen.

Sie kennen den Islamismus sehr genau. Wie ist er entstanden?

Der Islamismus ist eine religiöse und politische Radikalisierung des Islam. Er hat eine lange Geschichte und es gab ihn immer, in allen muslimisch geprägten Staaten, in unterschiedlichen Ausformungen. Die Kolonisierung durch die Europäer während des 19. Jahrhunderts und der Untergang des osmanischen Kalifats Anfang des 20. Jahrhunderts haben dazu geführt, dass der Islamismus zur revolutionären Keimzelle unter den muslimischen Völkern geworden ist. Unter ihm mobilisierten sich jene Kräfte, die diese Länder von der Kolonialherrschaft befreien wollten. Davon ausgehend erneuerte sich die prophetische Mission des Islam: die Muslime zu einen und die Welt zu „islamisieren“.

Woher kommt die Ideologie der Islamisten?

Diese radikale Auslegung des bekehrenden und weltumspannenden Islam speiste sich aus hauptsächlich drei Quellen: erstens den steinreichen Saudis, die durch die USA unterstützt wurden; dann aus dem verarmten und übervölkerten Ägypten, das von den Muslimbrüdern beherrscht wird und drittens kommt sie aus Afghanistan. Dort wird der Radikalismus von Allahs Narren getragen. Jenen Arabern, die mit den Taliban gegen die UdSSR gekämpft haben und die nach dem Abzug der Sowjets in ihre Länder zurückgekehrt sind: den Maghreb, den Nahen Osten oder nach Europa. Und denen, die sich al-Qaida angeschlossen haben oder in andere Kampfgebiete gegangen sind: in den Jemen, den Irak und nach Mali.

Und in Algerien?

In Algerien hat sich der Islamismus – der aus Saudi-Arabien und Ägypten stammt – zwischen 1979 und 1990 an der Macht beteiligt. Durch sein aktives Eingreifen konnter er die Politik der Regierung beeinflussen – besonders bei der Kontrolle der Sitten und der Bildung – und die Sympathien der Bevölkerung gewinnen: durch soziale Aktionen und lautstarkes Anprangern der Korruption, des Westens, des amerikanischen Imperialismus und des Zionismus.

Mit anderen Intellektuellen haben Sie in der französischen Wochenzeitung Marianne einen offenen Brief gegen den Islamismus unterzeichnet. Kurz darauf wurden Sie der Islamophobie bezichtigt. Gibt es in Europa Sprechverbote?

Das ist ganz logisch, die Islamisten und ihre Fürsprecher organisieren ihre Verteidigung, sie wollen die Gesellschaft zum Schweigen bringen, um sie zu beherrschen. Die Intellektuellen dürfen sich aber nicht einschüchtern lassen, sie müssen weiterhin den Islamismus und seine Unterstützer anprangern. Die algerischen Intellektuellen beispielsweise gefallen sich darin, mir einen Schauprozess zu machen, immer wenn ich etwas veröffentliche. Ich allein werde nicht wirklich bedroht, denn die Bedrohung in diesem Land ist überall. Ich werde beleidigt, mehr oder weniger gewalttätig, und zwar aus allen Richtungen: aus Frankreich, der Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan.

Unabhängig vom radikalen Islam, glauben Sie an die Möglichkeit eines aufgeklärten Islam?

Man muss sich über eines im Klaren sein: dass eines Tages ein aufgeklärter Islam auftaucht und sich weiterentwickelt, dafür gibt es keine Grundlage, in keinem Land – sei es ein arabisches oder ein europäisches. Das würde Jahrhunderte dauern und spezielle Bedingungen voraussetzen, die es nirgendwo gibt: zum Beispiel eine breite aufgeklärte muslimische Elite, die vielfältig strukturiert ist, mit klaren theologischen Strukturen. Um die Modernisierung des Islam und der islamischen Bevölkerungen einzuleiten, müssten auch demokratische arabische Staaten einbezogen werden. Dann muss man sich auch darüber im Klaren sein, von welchen Islam man spricht, es gibt so viele religiöse Strömungen, so viele politische Größen (arabisch, türkisch, iranisch), so viele unvereinbare strategische Interessen.

Sie vertreten eine klare laizistische Haltung. Privat sind sie weder prakitzierender noch gläubiger Muslim. Warum?

In einer pluralistischen und offenen Gesellschaft muss die Religion Privatsache bleiben, sie erzeugt zu viele Spannungen und errichtet Gräben, sobald sie Einfluss auf den öffentlichen Raum hat. In allen muslimischen Ländern – außer dem Libanon – ist der Islam offizielle Religion, der Staat ist ihr Wächter. Für den Islam ist der Laizismus eine Häresie, deshalb kann sich kein einziger arabischer Staat laizistisch nennen. Er würde sofort von der Bevölkerung abgelehnt werden und von anderen muslimischen Staaten auf den Index gesetzt werden. Menschen brauchen Demokratien, um in Frieden leben zu können und um ihre konkreten und sehr komplexen Probleme zu lösen wie das Schwinden von Ressourcen oder die globale Erwärmung.

Herr Sansal, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Das Interview führte Winnie Bennedsen.

Boualem Sansal: 20148. Das Ende der Welt

Boualem Sansal: 2084. Das Ende der Welt – in der Übersetzung von Vincent von Wroblewsky – ist erschienen im Merlin Verlag. Die französische Originalausgabe 2048. La fin du mondeerschien bei Gallimard.

 

Horst Janson | Fr, 17. Juni 2016 - 11:17

Dieses Interview mit einem Nobelpreisträger, der offensichtlich weiß wovon er spricht, sollte der Bundesregierung als Pflichtlektüre zugängig gemacht werden.

Thorsten Lauterer | Fr, 17. Juni 2016 - 11:32

Mein Feind ist der militärisch-industrielle-mediale Komplex und seine befreundeten Bankinteressen.

Mein Feind ist durchaus der unaufgeklärte Islam, der Ungläubige verachtende, nach Macht strebende, totalitäre Islamismus, der wie eine Krake die Welt umschlingen will, mit dem Ziel des überall herrschenden Gottesstaates. Und meine Feinde sind auch verblendete Relativierer und Negierer, die schweigen und sich lieber einen Ersatzfeind suchen, am besten den Kapitalismus und den Imperialismus (das ist ungefährlicher, der bombt nicht).

Klaus Eckhard | Mo, 27. Juni 2016 - 14:01

In reply to by Marga Graf

Besser kann man es nicht formulieren. Eher schlimmer als der Islamismus selbst sind diejenigen in Europa, die nicht begreifen, dass wir mit dem Islam nicht nur eine Religion importieren, sondern ein Gesellschaftsmodell unter dem ich nicht leben möchte.
Laizistische Aufklärung heißt Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit, die Gleichstellung von Mann und Frau und eine gewaltfreie Erziehung.
Wer vor diesem Hintergrund meint, dass er beim Islam gut aufgehoben sei muss das mit sich abmachen.

Die Kategorie < Feind > ist immer und hier besonders problematisch.Natürlich gibt es eine Interessengemeinschaft, die sich profitorientiert behauptet. Herrschaft bedarf allerdings einer "geistigen" Bereitschaft, die heute ein ökologisch wissenschaftlich prognostischer Komplex vorgibt. Dieser nimmt immer mehr als Ersatzreligion, sinnstiftend elitär dogmatische Züge an, die dann im "guten" Glauben mittelfristig den Menschen unmerklich entmündigt.
Hier liegt meines Erachtens eine große Gefahr intellektuellen <Verführung>, die wirkmächtiger ist, als in irgendeiner abstrakten Vorstellung aus "alten" Zeiten,welche vielleicht ihre Berechtigung gehabt haben hatte, aber keine "Rolle" mehr spielt.

Nachhaltigkeit wird vorgegeben, aber langfristig betrachtet haben solche Aussagen nur politische Relevanz, die als Glaubensersatz dient und Nachdenklichkeit verhindert.....

Sonia Doffagne | Fr, 17. Juni 2016 - 12:33

Danke Cicero ! Wie schon gesagt, schätze ich den Autor Boualem Sansal sehr. Seine düstere Prognose (wie die von George Orwell) ist realistischer denn je. Manchmal denke ich, dass der Mensch es einfach nicht verdient, auf einem so schönen Planet leben zu dürfen. Und warum sollte sich der Islam aufklären, wenn die westliche Länder, die diese "Aufklärung" schon hinter sich haben, es nicht schaffen, die besser zu verteidigen und anderen davon zu überzeugen ? (Friedlich hört sich). Trotzdem, auch wie schon gesagt, will ich die Hoffnung nicht aufgeben, dass die Menschheit die "richtige" Kurve hinkriegt ...
Ich bin keine "besorgte" Bürgerin; sondern eine sehr verärgerte und enttäuschte. Kein Grund aber, die ganze Menschheit in einem Topf zu werfen ...

Sonia Doffagne | Fr, 17. Juni 2016 - 14:14

In reply to by Sonia Doffagne

Anmerkung : der Westen muss seine Aufklärung verteidigen. Dass er dabei Fehler (ge)macht (hat) soll den anderen Völkern nicht als Vorwand dienen, nicht zu versuchen, eine menschlichere und friedlichere Welt zu schaffen ! Jeder ist für sich verantwortlich. Errare humanum est, perseverare autem diabolicum.

Christa Wallau | Fr, 17. Juni 2016 - 12:40

Der Wunderglaube scheint im heutigen Deutschland verbreiteter zu sein als im christlichen Mittelalter. Sonst würde nicht
gebetsmühlenartig von Parteien und
Kirchen immer wieder verkündet,
daß ein "Dialog auf Augenhöhe" mit den
Muslimen und ihren zweielhaften Vereinen allmählich zu einem europäisch-demokratischen Islam führe.
Übereinstimmend bezeugen viele Kritiker aus
den islamischen Ländern selber, daß sie keineswegs von einer solchen positiven Entwicklung überzeugt sind.
Was muß alles noch passieren, bis man auf diese klugen Leute hört?

"Am Ende sieht's ein Tor,
ein Kluger in der Mitt',
und nur der Weise kennt das Ziel
beim ersten Schritt." (Friedrich Rückert)

Liebe Frau Wallau, auf Galileo (und viele andere!) wurde auch nicht hingehört. Demokratien brauchen viel Zeit, zum entscheiden. Es bedeutet nicht, dass es sich nichts bewegt. Unsere Internet-Zeit möchte die Welt von heute auf morgen ändern. Das Menschliche Gehirn funktioniert aber nicht so. Schritt vor Schritt, und dank der Aufmerksamkeit von unseren besten "Geistern" wird es aber wohl klappen ... hoffentlich. Wenn keine "Inquisition" dazwischen kommt.
Mit besten Grüßen an Sie ! :)

Reinhard Oldemeier | Fr, 17. Juni 2016 - 13:56

Bei aller Kritik auf den Islam, sollten wir doch einen kühlen Kopf behalten. Ich habe einen großen Respekt vor der Islamkritik von gläubigen Muslimen wie Hamed Abdel-Samad oder dem Schriftsteller Boualem Sansal. Es sind die Intellektuellen in der arbaschischen Welt, die verstanden haben was eine Radikalsierung dieser Religion mit sich bringt. Es ist ein Art Faschismus mit all seinen Auswüchsen von Leid, Furcht und Unterdrückung.
Wir sollten somit auf unsere jetzige Form der Gesellschaft aufpassen, dass wir uns in nicht von einer Minderheit vorschreiben lassen, was Recht und Ordnung ist.
Religion ist immer noch Privatsache und muß auf den Recht unseres Gemeinwohls stehen. Geschieht dieses nicht, müssen wir einschreiten!
Deswegen sollten wir bei alles Skepsis, trotzdem nicht das Kind mit dem Bade ausschütten.

Ich pflichte Ihnen bei und möchte angesichts von inhärenter, logischer Weiterentwicklung und historischer, die evtl. im Christentum zusammenfiel darauf aufmerksam machen, dass Aufklärer selten ohne Religion waren und Kant genau ob seiner Religionskompatibilität erforscht werden sollte.
Gott ist für ihn m.E. eine ausgemachte Sache, er geht die Sache nur auch vom Menschen an, nicht ohne ihm höchste Pflichten auzuerlegen, was das Argument bestätigen würde.
Dieses scheinbar eherne moralische Gesetz hat evtl. schon Nietzsche gestört und so hat er seine Kritik an Kant und am Christentum in seinem Werk, besonders im Zarathustra als eine poetisch-religiöse Hingabe an die Ewigkeit entworfen.
Ich stehe immer noch anbetend vor diesem Versuch philosophisch, poetisch, religiöser Verzückung in der Transzendenz.
Das ist ein anderes Anbeten als in meiner evangelischen Kirche aber ich gebe zu bedenken, dass die Wirkung dieses Buches auch noch in Jahrhunderten eine gewaltige sein kann.
Ich teile nicht alles von Nietzsche, noch glaube ich alles zu verstehen, aber mit diesem Werk wurde manifest, was sicher seit beider Bestehen vonstatten geht, die Historisierung des Christentums, die von Glaube, Liebe, Hoffnung überhaupt und stetige Erneuerung.
Dazu hätte es dieses berühmten und oft missverstandenen Satzes vom Tode Gottes nicht bedurft.
Und doch gibt Nietzsche sein Unbehagen zum Ausdruck, weiter von Göttern zu sprechen. er möchte diesen Begriff hinter sich lassen, auch um sich selbst rechtfertigen zu können als einen Suchenden und ich würde sagen Findenden.
Wann hat Nietzsche seinen Zarathustra geschrieben?
Ich glaube wir wollen Leben nicht künstlich durch verfehlte und einengende Debatten wo auch immer unnötig beschweren.
Weshalb ich dagegen protestiere, dass die Flüchtlingskrise von Politikern im Namen des Humanismus oder des Christentum von oben gelöst werden will.
Es gab die Aufklärung und so beginne ein Politiker bitte bei seinem Amte und Auftrag. Er kann sich steigern, aber als Politiker muss er das vor dem Souverän in unserer Gesellschaft verantworten, auch vor den Entwicklungen der politischen Systeme. S. dazu die denkenswerte Rede von Prof. Richard Schröder bei der Verleihung des heutigen Preises.
Ich gehe davon aus, dass der sicher den meisten Politikern hinterliegende europäische Kulturraum den Humanismus und das Christentum umfasst.
Im Unterschied zu manchen Politikern setze ich diesen Hintergrund in Europa fast immer voraus, also auch beim Souverän, weshalb ich mich nochmals über das m.E. und in meinen Augen rückständige politische Debattenniveau beschweren möchte.
Ich weiss nicht auf welches Niveau ich herabsteigen müßte, um daran nicht sprachlos teilzunehmen.
Ich fand immer ein Plätzchen, Danke dafür:)
Ich bin gegen eine aristokratisch verstandene parlamentarische Demokratie und deshalb durchaus für mehr direkte Beteiligung.
Ein weites Feld, aber entweder dem Menschen wohnt seine Würde inne oder wir werden sie nur schwerlich in ihn hineinbekommen.

Martin Arndt | Fr, 17. Juni 2016 - 14:09

Im Intergalaktschen Kurier wird 2115, 100 Jahre nach der Abschaffung des freien Deutschlands, ein Kommentar zu lesen sein unter der Überschrift 'Warum Staaten zu failed states werden'. Der Artikel wird beschreiben, dass trotz Warnungen selbst aus dem arabischen Raum und furchtbarer Ereignisse die Politikelite die Zeichen nicht erkennen konnte. Die Selbstgefälligkeit, die zum Ausdruck kommt in der Begierde, sich auf einem selfie photographieren lassen, wird eine Rolle spielen, neben der allzu verbreiteten Hörigkeit der JournalistInnen, sich unterwürfig zu verhalten und den aufrechten Gang zu verlernen. „Das erste, was ich lernte, war: den Handschlag geben ... mit Freiheit betrügt man sich unter Menschen allzuoft. Und so wie die Freiheit zu den erhabensten Gefühlen zählt, so auch die entsprechende Täuschung zu den erhabensten... Es sind gute Menschen, trotz allem. ... Sie hatten die Gewohnheit, alles äußerst langsam in Angriff zu nehmen.“ (Franz Kafka, Bericht für eine Akademie) Sprachverbote wurden ausgeprochen und der selbstständige Bürger missachtet, so wie bei der Edition des Buches 'Mein Kampf' dieses noch paternalistisch mit 1000-en Kommentaren versehen wurde, als ob der Deutsche unmündig ist. Der „Staat ist ihr Wächter“ wie ein arabischer Intellektueller 2015 im Cicero prophezeite.

Martin Arndt | Fr, 17. Juni 2016 - 15:01

Im Intergalaktschen Kurier wird 2115, 100 Jahre nach der Abschaffung des freien Deutschlands, ein Kommentar zu lesen sein unter der Überschrift 'Warum Staaten zu failed states werden'. Der Artikel wird beschreiben, dass trotz Warnungen selbst aus dem arabischen Raum und furchtbarer Ereignisse die Politikelite die Zeichen nicht erkennen konnte. Die Selbstgefälligkeit, die zum Ausdruck kommt in der Begierde, sich auf einem selfie photographieren lassen, wird eine Rolle spielen, neben der allzu verbreiteten Hörigkeit der JournalistInnen, sich unterwürfig zu verhalten und den aufrechten Gang zu verlernen. „Das erste, was ich lernte, war: den Handschlag geben ... mit Freiheit betrügt man sich unter Menschen allzuoft. Und so wie die Freiheit zu den erhabensten Gefühlen zählt, so auch die entsprechende Täuschung zu den erhabensten... Es sind gute Menschen, trotz allem. ... Sie hatten die Gewohnheit, alles äußerst langsam in Angriff zu nehmen.“ (Franz Kafka, Bericht für eine Akademie) Sprachverbote wurden ausgeprochen und der selbstständige Bürger missachtet, so wie bei der Edition des Buches 'Mein Kampf' dieses noch paternalistisch mit 1000-en Kommentaren versehen wurde, als ob der Deutsche unmündig ist. Der „Staat ist ihr Wächter“ wie ein arabischer Intellektueller 2015 im Cicero prophezeite.

Günter Schaumburg | Fr, 17. Juni 2016 - 15:49

1985, ein knappes Jahr nach Antragstellung auf
Ausreise, bekam ich Orwells "1984" als Schreib-
maschinenabschrift in die Hände. In einer Nacht
musste ich es gelesen haben, der nächste Unge-
duldige wartete schon. Die Angst, von der Stasi
aufgegriffen zu werden, las mit. Nun habe ich mir
Sansals "2084" bestellt. Ist mein Name bereits
auf der (Stasi)-Liste? Hockt mir die Angst beim
Lesen im Nacken? Geschichte wiederholt sich.

christian neumann | Fr, 24. Juni 2016 - 18:28

In reply to by Günter Schaumburg

Sie können das Buch kaufen und kommen auf keine Liste. Sie können es heimlich unter der Bettdecke lesen oder im Park und Sie kommen auf keine Liste. Im Gegensatz zur DDR stehen ihnen heute im Jahr 2016 alle Informationen im Netz, Print oder TV zur Verfügung. Sie können die Nachrichten auf CNN, ARD, RT oder Al Jazira schauen und niemand wird ihnen deswegen etwas antun. Gosh, wenn die alten Opas endlich mal aufhören würden so maßlos zu übertreiben.

Wenn Sie kritisieren wollen, dann bitte real-exisitierende Probleme, von denen wir genügend haben:
- Wachsende Ungleichheit und schrumpfen der Mittelschicht
- Steigende Intoleranz gegen andersdenkende
- Steigende Intoleranz gegen nich-tnorm-gemäße, nicht-traditionelle Lebensentwürfe
- Hass von links und rechts

Das alles könnte man als Problem sehen, aber eine Beschneidung der Rede und Publikationsfreiheit besteht in diesem Land nicht. Schon gar nicht eine die mit der DDR vergleichbar wäre.

Ihr genervter
Christian

Doro Nolde | Fr, 17. Juni 2016 - 15:49

Der Mann bringt es genau auf den Punkt. Dieses Interview sollte Pflichtlektüre für all unsere tollen Polit-Typen, all unsere Konsenssüchtigen, all unsere so unendlich wohlmeinenden CDUSPDGrüneLinken sein. Aber es wird wohl leider so nicht kommen. Vielleicht hilft nur, wenn die beiteiligten Damen zum Burka-Tragen gezwungen werden. Aber dann ist es zu spät.

Wolfgang Tröbner | Fr, 17. Juni 2016 - 16:52

Wie Herr Janson bereits angemerkt hat, sollten dieses Interview mit B. Sansal und sein aktuelles Buch „2084. Das Ende der Welt“ Pflichtlektüre für die Bundesregierung und alle im Bundestag vertretenen Parteien sein. Auch die Medien sollten sich ganz intensiv damit befassen. Im Gegensatz zu unserer Politiker und den Medien spricht B. Sansal aus eigener Erfahrung, weiß also ganz genau, wovon er spricht. Auch den Verfassern der jüngsten Leipziger „Mitte“-Studie sei die Lektüre wärmstens empfohlen. Vielleicht sind sie bei der nächsten Studie ein wenig vorsichtiger mit ihrer Schlussfolgerung, dass ein größerer Teil der deutschen Bevölkerung faschistisches Potential in sich trägt, nur weil man nicht einverstanden ist mit der millionenfachen Zuwanderung von Muslimen.

Wären es denn besser für Sie, wenn die Flüchtlinge Buddhisten wären?

Sind die christlichen Afrikaner willkommen, die vor der Armut und Perspektivlosigkeit in ihren Ländern fliehen?

Was ist denn die Alternative zur Aufnahme der Kriegsflüchtlinge mit der Sie leben könnten? Die Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen kasernieren?

Werner Schütz | Fr, 17. Juni 2016 - 21:17

Sansals Ausführungen über den Islam werden vom deutschen Islamwissenschaftler Tilman Nagel bestätigt (einiges davon im Netz). Aufgrund der Gründungsgeschichte -bzw. mythos des Islam versteht sich der Islam als vollständige Unterwerfung unter Gott was das gesamte Leben, auch den Staat, betrifft: d. h. die Scharia steht über dem positiven von Menschen geschaffenen Recht.
Damit ist der Islam in seinem Gesamtanspruch mit unserem Grundgesetz nicht kompatibel. Dass etwa die Hälfte der in Deutschland lebenden Türken die Scharia über die Gesetze unseres Landes stellen, ist sehr bedenklich und fordert unsere freie liberale Gesellschaft auf, den bei uns lebenden Muslimen die Grenzen ihrer Lebensform, die sie bei uns durchsetzen wollen, zu zeigen. Dies gilt auch für die demonstrativ islamische Bekleidung, welche nicht mal eindeutig durch Koran und Hadithe vorgeschrieben ist (siehe Wikipedia "Hidschab").

Peter Bigalk | Fr, 17. Juni 2016 - 23:34

Dummheit, Selbsthass und falsch verstandene Religionsfreiheit der deutschen Linken spielen dem Islamismus in die Hände. Die Situation ist brandgefährlich, das haben deutsche Politiker leider nicht verstanden. Den EURO-Islam gibt es nicht, hier gibt man sich er Illusion hin, dass der Islam den Weg der Kirche vom Mittelalter bis jetzt in paar Jahren macht - was für ein Unsinn.

Ingbert Jüdt | Sa, 18. Juni 2016 - 12:02

Man muss den Mut haben, in den Abgrund zu schauen, wenn man vermeiden möchte, in ihn hineinzustürzen. Das ist die Funktion der literarischen Dystopie - und Herr Sansal scheint höchst qualifiziert zu sein, zu diesem Thema eine zu schreiben.

Harro Meyer | Sa, 18. Juni 2016 - 16:52

Der Islam als Religion kommt aus dem gleichen aramäischen Pfuhl wie das Christentum. Beide sehen in Gott das bestimmende Element für den Menschen. Die demokratische Selbstverwirklichung des Einzelnen hat da keine Chance. Solange diese Ideologie spukt, gibt es kein Einvernehmen.

Nicolas Linkert | So, 19. Juni 2016 - 10:24

In reply to by Harro Meyer

Es geht vielmehr um die politischen Implikationen. Es gibt eben keinen christlichen Gottesstaat, von daher sind Ihre Ausführungen auch irrelevant. Es gibt aber sehr wohl muslimische Gottesstaaten, und es gab die christliche Aufklärung. Von daher ist eine Gleichsetzung von Christentum und Islam sinnlos und daher auch nicht zielführend.

Auch die BRD ist ein christlicher Gottesstaat, nur etwas religiös verlottert. Carlo Schmidt hat schon im Bundestag in den 50igern auf diesen unguten Einfluss hingewiesen Frau Merkel hat es gerade vorgeführt. Und deshalb wird der Islam gewinnen. Der Nietsche hat das schon 1918 vorhergesagt

Karola Schramm | Mo, 20. Juni 2016 - 09:34

In reply to by Nicolas Linkert

Sorry, Sie irren sich. Der Vatikan ist ein, wenn auch kleiner, christlicher Gottesstaat mitten in Europa und agiert wie eine Krake, denn überall auf der Welt hat er seine Diplomaten, die mit allen Regierungen verbunden sind. Sogar den Putsch in Brasilien durch weiße, alte Männer, hat der Botschafter des Vatikans für gut befunden.
Es ist wie bei allen Neo-Konservativen, die Links und Kommunismus einfach nicht leiden können, weil diese Gruppen Aufklärung und Gerechtigkeit für alle hier auf Erden wünschen und nicht erst im Himmel.

Martin Arndt | Mo, 20. Juni 2016 - 20:12

In reply to by Karola Schramm

Sehr gut.Die katholische Machtelite ist die Ausgeburt eines raffiniert machiavellischen Systems, das die Naivität seiner Schafe gut auszunutzen weiss. Es profitiert noch heute von Verträgen, die es mit Hitler geschlossen hat.Geschickt tarnt es sich heute mit "Menschenrechten", die es über 1500 Jahren mit Füssen getreten hat. Von der von Jesus gewünschten Askese ist bei den Repräsentanten (z.B. Marx) nichts verleiblicht. Spätestens jetzt hofft man auf ein Jüngstes Gericht, wo diese selbstgefälligen Herren zur Verantwortung gezogen werden.Dostojewski sprach vom Verrat des "Grossinquisitors".

christian neumann | Fr, 24. Juni 2016 - 18:42

In reply to by Nicolas Linkert

Der Begriff "christliche Aufklärung" ist irreführend.
Niemand hat die Aufklärung so vehement bekämpft wie die christlichen Kirchen. Die Aufklärung war per definition laizistisch. Gott spielt in ihr keine tragende Rolle, außer der aus ihrem zeitlichem Kontext entsprungenen Rückversicherungsfunktion. Kant, Voltaire und Co. funktionieren prima ohne Gott. Deswegen waren sie ja den Kirchen ein Dorn im Auge.
Das Christentum hat sich der Aufklärung und dem daraus entsprungenen Menschenbild angepasst, wohl oder übel, aber es nicht entscheidend geprägt.

Historische Wahrheit ist: alle Werte der Aufklärung wie Toleranz, letzten Endes Demokratie, Meinungsfreiheit, Gleichstellung von Mann und Frau wurden von den Kirchen erbittert bekämpft und zum Schluss gegen den heftigen Widerstand der Kirchenführer erreicht.
Heute, wofür sie alles verloren ist, haben sie die Stirn alle diese Errungenschaften der Aufklärung wie selbstverständlich sich selbst zuzurechnen.
Und damit bei den weniger Gebildeten auch noch Erfolg.
Ihre letzte Bastion ist die Moral, von der sie behaupten, dass, wenn es sie (ihre christliche) nicht gäbe, die Welt im Chaos versinken würde. Das ist nun völlig falsch aber die Begründung führt zu weit weg vom Thema.

Dorothee Sehrt-Irrek | So, 19. Juni 2016 - 16:16

Bei allem Respekt, der Islam ist nicht das einzig "unaufgeklärte" Phänomen der Gegenwart.
Der Zorn hat seine Berechtigung, aber wenn Israel eine "Wüstenei" hinterlässt, nach Auseinandersetzungen mit Palästinensern, ohne einen Schritt weiter zu kommen in einer Annäherung, dann wirkt das auf mich wie "Auge um Auge, Zahn um Zahn" und ich könnte wetten, dass es diesbezüglich schon lange "aufgeklärtere" jüdische Rechtsfindung gibt.
Es ist mit dem Islam insgesamt für mich noch nicht ausgemacht, dass wir gleich an das "Böse"
glauben sollen.
Ich weiss auch nicht, ob dem Autor wirklich ein Verständnis des Islam möglich ist.
Dass er darunter zu leiden hat, will ich nicht bezweifeln und plädiere deshalb sehr stark für einen Selbstfindungs/Selbstbestimmungsprozess der Völker und Menschen.
Da aber der jetzige Islam oder was einige Gruppen daraus machen wirklich diskussionswürdig ist, will ich keine unbedachte Migration von Muslimen nach Europa, eigentlich, wenn es geht, vor allem bedachte für jeden.
Einmal einen gemeinsamen Weg der Annäherung gefunden, dürfte jedoch ein Zusammenwachsen sehr viel leichter gehen, weil Araber und Europäer Nachbarn sind, sich nahe sind.
Deshalb muss man aber gerade nicht ineinander migrieren.
Ich sehe den Weg derzeit nicht, aber meine Stimme ist nicht mehr massgeblich für die junge Generation.
Ich halte die Attentate als zwar von Muslimen verübt, aber von aussen gesteuert.
Daran müßten die arabischen Staaten zuerst arbeiten.
Mittlerweile assoziiert man mit Muslimen Attentate.
Ich würde mich ein bisschen mehr um Aussenwirkung kümmern.
Die Formel 1 oder Fussball ändern daran nur wenig.
M.E. setzt Herr Sansal den Islam in diesem Interview mit dem Islamismus, dem "Islamisieren" gleich.
Ich glaube nicht, dass sein Ansatz sehr weit trägt und hoffentlich nicht zu einem Friedensnobelpreis.
Das Ende der Welt bereiten viele.
Wer das nicht sehen kann ist fast blind.

Karola Schramm | Mo, 20. Juni 2016 - 09:59

Ich halte Herrn Sansal für einen Pessimisten, der dem Islam von vornherein keine Chance gibt. Mit seiner Meinung gießt er Öl ins Feuer und verhindert damit konstruktive Diskussionen, z.B. auch, wie es dazu kommen konnte, dass der Islam sich so negativ und gewalttätig in den letzten Jahren entwickelt hat.
Die Ursachen dafür sehe ich in den völkerrechtswidrigen Interventionskriegen des Westens in Richtung Nationbuilding, um an die Ressourcen anderer Länder zu kommen, in denen die Menschen überwiegend muslimischen Glaubens sind.
Hinzu kommt die "Züchtung" einiger Menschen muslimischen Glaubens zur Radikalität durch Saudi-Arabien und den USA, die Al Kaida gegen Russland entwickelt hatten um Russland im Afghanistan Krieg zu schaden. Das waren die Anfäge die sich bis heute gefestigt haben.

Man kann gut und gerne gegen Merkels Flüchtlingspolitik sein, sollte jedoch unterscheiden zwischen den Menschen muslischem Glaubens und dem, was Merkel verursacht hat und WARUM sie es tat.

Die Wut und der Ärger auf Merkel sollte bei Merkel und ihrer destuktiven Politik bleiben und nicht umgeleitet werden auf Menschen, die nicht katholisch oder evangelisch, heißt - nicht christlich sind.
Es sind diese Neokons und Neoliberalen, die die Gesellschaft spalten um am Ende alle Menschen, und zwar weltweit, gleich haben zu wollen. Nämlich abhängig, dumm und arm.

oscher | Mo, 20. Juni 2016 - 12:27

Wir brauchen nur in den Koran zu schauen, um festzustellen, dass eine Reform des Islam nicht möglich ist. Mohamed erweist sich als kluger Verfasser von Regeln, die eine Öffnung des Islam, eine Reform, eine Beeinflussung durch islamfremdes oder –kritisches Gedankengut verhindern. Vermutlich unabhängig davon sind im Kommunismus, insbeosndere beim KGB und in der StaSI-DDR ähnliche Verfahren entwickelt worden: Ungläubige töten, Kontakt zu Ungläubigen meiden bzw. verbieten, Abfall vom Glauben bzw. von der Parteilinie mit dem Tode (Islam) oder schwerer Bestrafung (Kommunistische Staaten). Im Unterschied zum Koran galten die kommunistischen Prinzipien nicht als gottgegeben und konnten daher auch wieder abgeschafft werden (wenngleich das Gdankengut noch immer virulent ist). Da der Koran angeblich das durch Mohamed kommunizierte Gotteswort ist, an dem nicht gerüttelt wird, wird der Islam nur dann entschärft .werden können, wenn die Staaten, in denen Muslime leben, den Koran auf verfassungswidrige Regelungen prüfen und dieses durch Gesetz außer Kraft setzten. Eine diesbezügliche allgemeine Formulierung in einem Grundgesetz oder in einer Verfassung reicht nicht aus. Ein “Korangesetz“ muss diese Formulierungen und Suren explizit nennen und für nichtig erklären. Eine Nichtbefolgung muss strafbewehrt sein.

Ariane Failer | Mo, 20. Juni 2016 - 12:31

Ein Szenario, daß zum fürchten ist. Eine elitäre Machtentfaltung, die anderen, das Volk, darben.

Doch selbst, wenn es diese islamistischen Fanatiker nicht schaffen würden, dann steht den Völkern eine andere Gesellschaft gegenüber, die Parallelgesellschaft der Taikoone, der Großkonzerne mit bestochenen Politikern als Erfüllungsgehilfen.

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 21. Juni 2016 - 14:10

Diese kann m.E. in unterschiedlichen Kulturkreisen unterschiedlich sein.
im Judentum bedeutet evtl. die Abhängigkeit von Gott eine existenziell bestimmende, mit Strafe bei Übertretung, siehe AT.
Anders zu werten ist vlt. die Bezeichnung Jesus, der von sich gesagt haben soll, er sei Gottes Sohn. Das sagten wohl mehrere damals, er aber verknüpfte es mit dem Sitzen zur Rechten Gottes/Einsetzen, anders als in der jüd. Tradition geduldet?
Meine These lautet, dass die Vater/Sohn-Folge in Europa keine des Stellens in die Macht sondern Weitergabe der Macht ist, Genealogie.
Stellen in die Macht brachte in Europa evtl. die Inquisition hervor.
Die Reformation stärkte die Genealogie. Der Humanismus üerschritt das Christentum herkommend von Gott als Mensch.
Die Aufklärung brachte die europäische Eigenart der Selbstbestimmung wieder nach vorne.
Möge alles friedlich zusammenwohnen, ohne Hetze oder Gewalt gegen andere.
Andere Kulturkreise tun sich in Europa evtl. schwer, ohne es zu merken?

Thomas Bettner | Di, 21. Juni 2016 - 21:23

Da sich hier einige AfD-Sympathisanten in ihren kruden islamfeindlichen Thesen bestätigt finden: Sansal ist für eine starke Trennung von Staat und Kirche, nicht gegen eine Religion und er spricht von Algerien und anderen islamistisch geprägten Staaten, aber nicht von Deutschland. Punkt.

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