Fall Linda W. - Warum zieht es Frauen aus dem Westen in den Islamischen Staat?

Linda W. ging offenbar aus Sachsen in den Nahen Osten, um sich dem IS anzuschließen. Die Miliz hat ein Propaganda-System aufgebaut, mit dem junge Frauen ihren Altersgenossinnen paradiesische Versprechungen machen. Doch die Desillusion folgt meist schnell

Screenshot eines Propagandavideos der IS-Miliz zeigt voll verschleierte Frauen mit Gewehren, die angeblich in der syrischen Stadt Al-Rakka operieren (undatiert). Die Frauen gehören angeblich Khansaa-Brigade a
Angebliche Kämpferinnen der Khansaa-Brigade / Screenshot Propagandavideo IS, picture alliance

Autoreninfo

Constantin Wißmann schreibt für verschiedene Zeitungen und Magazine. Er hat in London Geschichte studiert und die Berliner Journalisten-Schule absolviert. Er arbeitet für Cicero Online. 

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Und dann siegte doch nicht das Kalifat, sondern das Heimweh. „Ich will weg aus dem Krieg, weg von den vielen Waffen, dem Lärm“, sagte Linda W. laut NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung, nachdem sie in Mossul gefasst worden war. Inzwischen ist das 16-jährige Mädchen aus Sachsen weltberühmt geworden. Freiwillig war sie vor gut einem Jahr in den Nahen Osten gezogen. Dort wurde sie mit einem Kämpfer des sogenannten Islamischen Staates verheiratet. Noch in Deutschland hatte sie sich radikalisiert. Doch wie konnte es überhaupt dazu kommen? Wieso drängt es junge Frauen aus den Westen in das entbehrungsreiche Leben des Dschihad?

Frauen locken Frauen

„Nur nachdem Du die Frau eines Mudschahed (Dschihad-Kämpfer) geworden bist, wird Dir bewusst, warum der Lohn dafür so hoch ist“ – so lautet ein Tweet von Aqsa Mahmood. Dass dies tatsächlich ihr Name ist, dass sie aus dem schottischen Glasgow stammt, dort Medizin studierte und sich wahrscheinlich 2013 dem IS anschloss – all das wurde erst bekannt nachdem sie über mehrere Jahre unter dem Namen Umm Layth Propaganda für die Terrororganisation gemacht hatte. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass sie drei weitere Mädchen aus London nach Syrien gelockt hat. Wie viele es tatsächlich sind, lässt sich kaum nachprüfen. Insgesamt gehen Untersuchungen von mehr als 200 Frauen aus, die aus westlichen Ländern in die Gebiete des IS gekommen sind.

Doch eines scheint klar: Aqsa Mahmood war Teil eines Systems, dessen Ziel es war, junge Frauen aus dem Westen in den Islamischen Staat zu bringen. Eine US-amerikanische Frau namens Huda Muthawny schien für Mädchen aus den USA zuständig zu sein. Eine, von der wir nur den Vornamen Bushra kennen, konzentrierte sich offenbar auf Italienerinnen, von Saudi-Arabien aus macht sie Propaganda auf italienisch. Die berühmteste Anwerberin war die ehemalige britische Punk-Rockerin Sally Jones. 2013 heiratete Jones den IS-Hacker Junaid Hussain und lockte fortan Mädchen über soziale Medien in die syrische Terrorhochburg Rakka. Zudem ließ sie sich unter den Namen Umm Hussain al-Britani in Nonnentracht und mit Pistole fotografieren und soll eine Truppe von IS-Kämpferinnen ausgebildet haben, wie der britische Telegraph berichtete.

Gedichte, Kochtipps und Emoticons als Lockmittel

Das Londoner Institut für strategischen Dialog (ICSR) hat die Online-Aktivitäten mehrerer Frauen überprüft und ausgewertet und daraus mehrere Dossiers zusammengestellt (zum Beispiel diese). Die Forscherinnen Erin Marie Saltman und Melanie Smith zeigen darin auf, dass die IS-Frauen komplexe Netzwerke über die verschiedenen Online-Plattformen etabliert haben. Wurde ein Konto geschlossen oder gesperrt, tauchte kurz darauf ein neues auf. Die Werberinnen wie Aqsa Mahmood oder Huda Muthawny nutzten verschiedene Propagandamittel. Dazu gehören Fotos von Sandstürmen oder gefährlichen Episoden bei der Einreise, die wohl die Abenteuerlust wecken sollten; verklärende Gedichte, da die Poesie in arabischen Ländern einen hohen Stellenwert hat („Nein! Sagt nicht: Wir brauchen keinen Jihad. Denn es gibt kein gutes Leben, ohne dass wir unser Blut opfern“, schreibt eine Syrerin, die sich Ahlam al-Nasr nennt, „Träumerin des Sieges“); und Alltagstipps, etwa wie man im „Kalifat“ leckere Mahlzeiten zubereiten kann und wie sich die komplizierte Einreise nach Syrien bewerkstelligen lässt.

Das alles wurde in einer Sprache vermittelt, die auf die Teenager abgestimmt ist. Eine Mischung aus Slang, der einen oder anderen islamischen Weisheit und vor allem jeder Menge Emoticons. Das hauptsächliche Lockmittel war aber die Ideologie. Wer sich als Frau den IS-Kämpfern anschloss, der wird ein sicherer Platz im Paradies und die Teilhabe an der Konstruktion einer utopischen Gesellschaft versprochen. Ein frommes Leben, frei von den Zwängen der westlichen Konsumgesellschaft und sogar eine verquirlte Form der Selbstverwirklichung als Frau.

Warten auf den IS-Ehemann

All das sollte vor allem durch die Heirat eines IS-Kämpfers erreicht werden. Zwar gab es für einige Frauen die Möglichkeit, aktiv an dem Heiligen Krieg teilzunehmen, indem sie Mitglied der weiblichen Khansaa-Brigade wurden. Deren Aufgabe war es, in den Straßen der nun von einer internationalen Allianz zurückeroberten einstigen IS-Hochburgen wie Rakka und Mossul die religiöse Tugendhaftigkeit der Frauen zu bewachen. Vor allem aber ging es darum, dass die Frauen möglichst schnell heirateten und die ihnen zugedachte „fundamentale Rolle“ als Ehefrau und Mutter erfüllten. Auch wenn sie sich zum Teil gar nicht mit ihrem Mann verständigen konnten. Solche weltlichen Hindernisse seien zu vernachlässigen, wenn es Allahs Wille zu folgen gelte, schrieben die Werberinnen.

Tatsächlich scheint die Verkupplung einem streng geregelten Selektionsprozess gefolgt zu haben. Die Frauen wie Lisa W. konnten, im Gegensatz zur Scharia-Auslegung, ohne männlichen Begleiter in das IS-Gebiet einreisen. Dort wurden sie zuerst in einer Art Wohngemeinschaft, der Makar, untergebracht. In der Makar warteten sie dann auf die IS-Kämpfer, die kamen, um sich ihre Frauen auszusuchen. Einige Frauen behaupten, dass sie frei entscheiden konnten, ob sie einem Antrag annehmen oder nicht.

Der Emir sucht zuerst aus

Aber ob das der Realität entsprach, ist zweifelhaft. Vielmehr scheint es, als wären die Frauen den Kämpfern strikt nach deren Status zugeteilt worden. Das erste Zugriffsrecht hatten die Emirs, dann folgten ausländische Kämpfer. Die örtlichen, einfachen Kämpfer waren am Ende der Kette. Umso wichtiger der Ehemann ist, umso größer ist sein Haus und umso mehr besitzt auch seine Frau.

Auch verschwiegen wurde, was passiert, wenn der Ehemann stirbt. Zwar gilt es als höchst ehrenhaft und erstrebenswert, Witwe eines Märtyrers zu sein. Aber trat dieser Fall tatsächlich ein, ging es für die Frauen zurück in den Makar zwecks Wiederheirat. Nur diesmal sind sie keine Jungfrauen mehr und nicht annährend so wertvoll als Ehefrau. Kein Wunder, dass bei vielen Frauen genau an diesem Punkt die Desillusion einsetzte.

Leben wie ein Huhn im Käfig

Davon berichtete eine andere deutsche Dschihad-Braut dem Telegraph schon vor einigen Monaten. Die 28-Jährige, die sich Umm Aisha nennt, schrieb der Zeitung über Whatsapp: „Wenn dein Ehemann tot ist, oder die Situation gefährlich geworden ist, wirst du zu Häusern gebracht, wo viele Frauen zusammenwohnen. Man lebt wie ein Huhn im Käfig. Die Frauen werden sehr schlecht behandelt, sie sind wie Sklaven ohne Freiheit, nicht einmal das Haus dürfen sie verlassen.“ Und: Umso mehr das vermeintliche Kalifat zusammenfalle, desto brutaler würden die Frauen behandelt.

Statt einen hohen Lohn zu empfangen, mussten die Frauen für ihre Entscheidung, sich dem Dschihad anzuschließen, einen hohen Preis zahlen. Das gilt für Linda W und ihr Leben auch nach dem Islamischen Staat. Die irakische Justiz schließt nicht aus, dass ihr noch vor Ort der Prozess gemacht werden könnte. Mindestens wegen illegalen Grenzübertritts, vielleicht sogar wegen Terrormitgliedschaft. Sollte Linda W. nach Deutschland zurückkehren, muss sie sich wohl vor einem deutschen Gericht verantworten.

Michaela Diederichs | Mo, 24. Juli 2017 - 16:19

Dossiers (z. B. diese) funktioniert als Link nicht! Jedenfalls nicht bei mir. Könnten Sie das bitte kurz checken.

Constantin Wissmann | Mo, 24. Juli 2017 - 16:29

In reply to by Michaela Diederichs

Danke für den Hinweis, haben den Link repariert. 

Beste Grüße, CW (Online-Redaktion)

Michaela Diederichs | Mo, 24. Juli 2017 - 16:34

In reply to by Constantin Wissmann

Danke, jetzt klappt es ;-).

Michaela Diederichs | Mo, 24. Juli 2017 - 16:26

Was für frühere Generationen Karl May war, scheint der IS heute für manche jungen Menschen zu sein. Da wir ja heute überall live dabei sein können, darf es dann auch mal das kleine Abenteuer vor Ort sein. Wirklich nett, dass Sie uns das erklären. Aber unbegreiflich bleibt es mir doch.

"Lawrence von Arabien", der Film, ist beim TV Digital als "Historien-Abentuer" geordnet. Die Antwort auf meine Anfrage:
"In der Welt des Films jedoch gibt es Abstufungen. Die Klassifizierungen reichen von ACTION für reine Söldnerabenteuer (z. B. „Missing in Action“ mit Chuck Norris, 1985)
bis zum (KRIEGS)DRAMA (z. B. „Die Brücke“ von Bernhard Wicki, 1959).
Beide Filme als Kriegsdrama zu klassifizieren, würde „Missing in Action“
ungerechtfertigt aufwerten und unseren Lesern eine Orientierungs-
möglichkeit nehmen. Man kann das Thema Krieg in Verbindung
mit Unterhaltung generell ablehnen, aber diese Entscheidung
müssen wir schon jedem Leser selbst überlassen.
SONY Pictures selbst ordnet „Lawrence von Arabien“ dem Genre
ABENTEUER zu - ebenso wie das renommierte
Branchenfachblatt „Blickpunkt.Film“ und unser Mitbewerber „TV Movie“.
Weitere Beispiele ließen sich sicher finden..." Also doch, der Geist der Generation-"Zombie".

Robert Müller | Mo, 24. Juli 2017 - 16:26

Ich würde noch das schwere Schicksal der Jesidininen und ihrer Familien mit ansprechen und wer weiß wen es noch ähnlich so ergangen ist. Der Umgang des IS mit Frauen ist sehr hässlich.

Michaela Diederichs | Mo, 24. Juli 2017 - 17:18

In reply to by Robert Müller

Die jesidischen Frauen wurden m. E. einfach versklavt. Sie haben sich nicht freiwillig in die Hände des IS begeben. Hier geht es m. E. darum, dass junge Frauen sich auf den Weg in die (freiwillige) Versklavung begeben. Verstörend für mich ist bei diesem minderjährigen Kind: Wo waren die Eltern? Haben die gar nichts bemerkt?

Alfred Zielinski | Di, 25. Juli 2017 - 11:40

In reply to by Michaela Diederichs

Zum Thema Eltern ein Auszug aus der Rhein-Main-Presse vom 25.07.2017, Seite 12
Mainz (red) "Betrunkene Schwangere beißt Frau"
... Die 29-jährige Beschuldigte war mit 2,3 Promille alkoholisiert. Da die Frau schwanger ist, schaltete die Polizei das Jugendamt ein.

Ich glaube so einfach ist das nicht den Eltern die Schuld daran zu geben. Es gibt ja auch andere, ähnliche Fälle. Etwa Kinder und Jugendliche, die den Drogen verfallen, von Zuhause ausreißen, die in der Schule gemobbt werden, die depressiv werden, etc. Meiner Meinung nach hilft es da fast nicht, wenn Eltern, denen etwas merkwürdig vorkommt, etwa am Frühstückstich fragen, wie es denn so in der Schule läuft. Auch Lehrer und Mitschüler helfen da nicht immer, die Fallzahlen zeigen das doch. In Bezug auf Islamisten soll es da dieses Hilfetelefon geben, wo man anrufen kann und vielleicht deshalb ein Abrutschen in den Islamismus verhindert werden kann. Letztendlich ist wohl aber das Entscheidende, wo die Kinder und Jugendlichen sich im Internet herum treiben. In der realen Welt passen die Eltern meistens auf, im Internet wohl weniger. Wahrscheinlich bräuchte es tools, die regelmäßig den Eltern mitteilen, wo die Kinder surfen.

Michaela Diederichs | Di, 25. Juli 2017 - 16:38

In reply to by Robert Müller

Mit Firewalls kann man bestimmte Bereiche des Internets m. W. unzugänglich machen. Den Eltern gebe ich auch nicht zwingend die Schuld. Bei Pubertierenden muss man gleichzeitig wachsam und doch zurückhaltend sein. Bei Verdacht auf Drogen, Depression, Salafismus würde ich versuchen, das Gespräch mit dem Kind zu finden. Komme ich nicht weiter, ist für mich das Jugendamt ein Ansprechpartner oder ein psychosozialer Dienst. Die haben sehr viel Erfahrung.

Michaela Diederichs | Di, 25. Juli 2017 - 22:56

In reply to by Robert Müller

Wenn beide Eltern arbeiten (müssen), geht auch vieles unter. Nach Feierabend - wenn die Eltern ansprechbar wären - ist für viele Kinder das Problem in der Kita, der Schule nicht mehr präsent. Und sie spüren auch, wenn Eltern/Ansprechpartner genervt sind und nehmen sich zurück. Aus meiner ehrenamtlichen Arbeit für junge Menschen habe ich gelernt, sehr genau zuzuhören und hinzuschauen und gebe sofort eine Rückmeldung an die Verantwortlichen, wenn ich besorgt bin. Das hat sich bewährt. Hilfe gibt es - nur leider nicht lückenlos. Aber das ist auch einfach nicht möglich.
http://www.focus.de/politik/ausland/nach-fall-linda-w-berater-erklaert-…

Christa Maria Wallau | Mo, 24. Juli 2017 - 16:53

Nun - Abenteuerlust, Naivität, sexuelle Neugier und Phantasien, Spaß am Tabubruch, Sehnsucht nach Ruhm, Ehre und - sehr wichtig! - göttlicher Belohnung sind schlicht und einfach Konstanten der "conditio humana".
Dazu kommt wohl eine mangelhafte Erziehung zum kritischen Denken und mangelnde Aufsicht sowohl seitens des Elternhauses als auch seitens der Schulen.
Das Internet mit seinen falschen Bildern und Versprechugnen ist heute ein wichtiger Bestandteil des Anwerbe-Vorganges, der sich früher nicht derart r a s c h vollzogen hätte.
Allerdings war auch schon im MA niemand geschützt davor, den lockenden und aufrüttelnden Reden z.B. eines Bernhard v. Clairvaux zu lauschen und sich auf einen Kreuzzug zu begeben.

Michaela Diederichs | Mo, 24. Juli 2017 - 20:06

In reply to by Christa Maria Wallau

Aufmerksamkeit wird die junge Frau jetzt wohl jede Menge bekommen. Hoffentlich schaffen es die Eltern, sich selbst und ihr Kind weit von den Medien fern zu halten. Sie haben ihr Kind wieder, das ist wohl für alle Eltern das Wichtigste auf der Welt. Nun müssen sie aufpassen, dass ihnen das Kind nicht ein zweites Mal in der Welt der Medien verloren geht. Konsequente Abschirmung kann der jungen Frau helfen. Die Justiz wird ihre Jugend berücksichtigen und das Strafmaß danach ausrichten. Dann wird sich hoffentlich ein Weg zurück ins Leben finden lassen.

Max Hoffmann | Di, 25. Juli 2017 - 17:48

In reply to by Christa Maria Wallau

So wie auch heute niemand davor geschützt ist, die ganz spezielle Haltung einer bestimmten Dame aus Berlin auszuhalten und wählerisch zu goutieren.

Michael Bahr | Mo, 24. Juli 2017 - 17:25

Die Anziehungskraft scheint sich stärker auf im Westen geborene, aus der normalen islamischen Durchschnittsgemeinschaft stammende Menschen zu erstrecken. Frauen oder Mädchen wie Linda W., die aus europäisch-christlichen oder areligiösen Familien kommen, zieht es nur in Ausnahmefällen in diesen mörderischen Dreck. Natürlich ist eine Linda W. eine dickere Schlagzeile wert als eine "Aishe Yilmaz", weil die "Aishe Yilmaz" ja schon Moslemin war, bevor sie sich radikalisierte. Und die Zahl dieser westlich-christlichen Konvertitinnen dürfte insgesamt eher ein dürres Rinnsal darstellen als einen
reißenden Strom. Zur Motivation ist ansonsten schon vieles gesagt worden: Abenteuerlust, der Wille aus dem gepamperten Wohlstandsleben auszubrechen, jugendliche Schwärmereien, die Sehnsucht nach "Großem". Dieser Wunsch nach "Großem" hat auch schon einst in Deutschland viele Jugendliche zum Nationalsozialismus geführt, hat viele Junge für den Kommunismus schwärmen lassen - bis zur Ernüchterung.

Romuald Veselic | Mo, 24. Juli 2017 - 19:30

ist kein himmlisches Paradies für die Frau vorgesehen. Wer das Gegenteil behauptet, betreibt Gehirnwäsche und das mit Erfolg.
Auffällig daran ist: Keine Osteuropäerin lässt sich durch diese idiotische Propaganda zum Gang nach Kalifat überreden.
Woran liegt das?
Sind die Westlerinnen dümmer?

Jürgen E. Möller | Di, 25. Juli 2017 - 07:10

Wahrscheinlich kommen sich die Mädels auf dem gestellten Foto wie weibliche Ninjas vor. Aber schon der schmale Sehschlitz und die schwere Kutte incl. der Winterhandschuhe dürfte die Bizarrheit der Situation verdeutlichen - wenn die Frauen wenigstens ein bißchen Grips hätten.

Dieter Erkelenz | Di, 25. Juli 2017 - 07:52

Auffällig an den Berichten mancher Presseorgane ist, dass nirgendwo die Rede davon ist, dass diese "Rückkehrer" zur Verantwortung gezogen werden.Man hört und liest von unbeschreiblichen Greueltaten. Die scheinen aber vergessen zu sein, sobald die Vollstrecker "reumütig" in den Schoß des "dekadenten" Westens zurückkehrten. Wann wird diesen "enthusiastischen und so "armen, verführten" Mördern endlich der Prozeß gemacht??

Wolfgang Tröbner | Di, 25. Juli 2017 - 11:41

In reply to by Dieter Erkelenz

oder männlich, sind zuvörderst als Täter zu behandeln und nicht als Opfer. Solange sie älter als 16 sind und nicht gezwungen wurden, sich dem IS anzuschließen, spielt es keine Rolle, welche Motive sie hierfür hatten, ob sie manipuliert oder verführt wurden oder ob das Elternhaus versagt hat. Sie hätten wissen können, worauf man sich einlässt. Mit 16 sollte man schon so viel Lebenserfahrung haben, um sich der Konsequenzen des eigenen Tuns bewusst zu sein. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass es in einigen Bundesländern das aktive Wahlrecht bereits ab 16 Jahren gibt.

Ich bin gegen das aktive Wahlrecht für junge Menschen ab 16 Jahren. Die Pubertät dauert wesentlich länger als bis 18 oder 21 Jahren, in der Regel bis 25. Die tatsächliche Reife setzt immer später ein. Sie setzen sicherlich Ihre Reife voraus im Alter von 16 Jahren. Die hatte ich auch und fand und finde das okay. Aber wir sind anders aufgewachsen, mit viel mehr Härte, Selbstständigkeit und Eigenverantwortung, weil es für unsere Eltern sonst nicht möglich gewesen wäre, uns diesen kleinen Wohlstand aufzubauen. Ich hab das an mein Kind weiter gegeben und es hat es verstanden. "Wohlstand kann man dir wegnehmen oder er zerrinnt dir unter den Fingern aus anderen Gründen (Inflation), Bildung nicht - halte Dich daran" habe ich meinem Kind mit auf den Weg gegeben als es 6 Jahre alt war. Der Auftrag ist verstanden worden.

Marianne Bernstein | Di, 25. Juli 2017 - 11:53

In reply to by Dieter Erkelenz

Auch wenn es in den Medien keine große Rolle spielt, vielleicht weil es gar nicht soviele IS -Rückkehrer gibt, werden sie sehr wohl angeklagt:
http://www.taz.de/!5317227/
"... Im Juni 2015 geht er ins deutsche Konsulat in Izmir und sagt, er habe seinen deutschen Pass verloren. Er tritt aus dem Schatten ins Blickfeld der Behörden. Im Juli 2015 wird er direkt nach der Ankunft am Bremer Flughafen festgenommen.
Seitdem ist er in Haft. ... "

und hier
https://www.welt.de/politik/deutschland/article153753563/Warum-viele-IS…
" ... Wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verurteilte das Oberlandesgericht Celle die Deutschtunesier .... zu vier Jahren und drei Monaten beziehungsweise zu drei Jahren Haft. Beide waren 2014 nach Syrien aufgebrochen, aber schon nach rund drei Monaten desillusioniert zurück nach Niedersachsen geflohen. ... "

André Oldenburg | Di, 25. Juli 2017 - 08:05

Terrorismus ist das Ausüben und Verbreiten von Terror.
Der Terror (lat. terror „Schrecken“) ist die systematische und oftmals willkürlich erscheinende Verbreitung von Angst und Schrecken durch ausgeübte oder angedrohte Gewalt, um Menschen gefügig zu machen.
Es ist mir egal, ob manche es Karl-May-Spiele der Neuzeit oder Abenteuerlust nennen, es ist Terrorismus!
Genau wie die NSU und die Autonomen beim G20 Gipfel nichts weiter als Terroristen waren, sind die IS-Kämpfer(innen) Terroristen.
Sie sollten sehr sehr lange von der Bildfläche verschwinden.

Robert Müller | Mi, 26. Juli 2017 - 11:34

In reply to by André Oldenburg

Mit einem oder mit mehreren (nacheinander) Terroristen verheiratet zu sein und dann noch als Minderjährige ist sicher kein Terrorismus, eher Kinderschändung. Aber wahrscheinlich ist es eine Straftat sich einer Terrororganisation, dem IS, anzuschließen. Ich glaube da gibt es noch mehr strafbares, was in den letzten Jahren neu in die Gesetze aufgenommen wurde. Letztlich würde ich aber als entscheidendes Kriterium die Gefährlichkeit des Rückkehrers - egal ob männlich oder weiblich - als Kriterium ansehen. Bei Linda W. könnte man z.B. Bewährung mit der Auflage sich von islamistischen Webseiten fern zu halten als Strafe verhängen. Wenn der Bewährungshelfer das kontrollieren kann, könnte ich mir vorstellen, dass diese Erfahrung sie vielleicht davon abhält einen Rückfall zu haben. Es ist auch nicht auszuschließen, dass sie nun Kinder hat, um die sie sich kümmern muss.

Matthias Noack | Di, 25. Juli 2017 - 08:33

Das Fazit ist also, würde der IS die Frauen besser behandeln, wäre es cooler dahin zu reisen? Lustig.

Dr. Lothar Sukstorf | Di, 25. Juli 2017 - 11:05

Das ist doch nicht nur auf jungen Frauen beschränkt. Warum die sich zu Terroristen hingezogen fühlen und in Kriegsgebiete gehen, ist mir egal. Mit 16/17 sollte man eigentlich wissen, daß Kugeln Löcher machen, höllisch wehtun und sogar töten. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. So einfach ist das. Und juvenile Präpotenz, sich starkfühlen, angeben, all das, was heutzutage junge Leute ausmachen - nach dem Motto, "wir können alles und wissen alles, weil wir so cool sind..." endet meist in der harten bitteren Realität und in Tränen oder im Knast. So auch, wer sich Terroristen anschließt. Zuerst, anfänglich "das Maul aufreißen", nicht genug kriegen können und dann in der Wirklichkeit das Heulen kriegen...Maulhelden und Kinnmuskelspanner...mehr nicht. Was kümmern mich solche Leute.

Heidemarie Heim | Di, 25. Juli 2017 - 11:08

Wie Frau Wallau und Herr Bahr es schon im Einzelnen beschrieben,der Überbegriff dafür ist "Verführung".
Und je nach Ausgangssituation erliegt der/die
angesprochene Persönlichkeit den Lockungen und
Versprechen.Je unreifer desto leichter.Was ist
daran eigentlich schwer oder nicht zu verstehen?Wie im Artikel erwähnt muß die junge
Frau nun einen hohen Preis zahlen für ihre
Faszination hin zum Gefährlichen.Denn darin besteht ein Grossteil der Anziehungskraft dieser
martialischen Machismen die da auf eine zur
Unterwerfung neigende Persönlichkeitsstruktur
treffen.Und natürlich möchte sich Linda nun lieber
einem deutschen Jugendstrafgericht aussetzen,
als einem islamischen Recht in dem sie als
erwachsene Kriegsgefangene behandelt wird.
Was das Verständnis und die Empathie vieler
dafür betrifft konnte man schon gestern in
anderen Foren nachlesen.Schön waren die dazu abgegebenen Kommentare in Mehrheit nicht,
um es mal milde auszudrücken. MfG

Ganz gleich ob unreif oder ausgereift, wenn diese Typen töten, Gewalt verbreiten, muß man Gleiches mit Gleichem vergelten. Den Opfern - wie in Berlin - war/ist es egal, ob der Typ gestört unreif oder sonstwas war... Pervers, immer alles von Sicht der Täter aus zu betrachten! Wer sich in Gefahr begibt...Sechs Wochen Jugendarrest auf Bewährung oder ähnlich "Perverses" bringt gar nichts.

Heidemarie Heim | Di, 25. Juli 2017 - 15:42

In reply to by Dr. Lothar Sukstorf

Geehrter Dr.Sukstorf! Ich bin ja bei Ihnen! Doch wollte ich angesichts des "leisen"
Artikels zu einem "laut verschwiegenen" oder soll ich sagen sensiblen Thema,meine
Meinung dazu nicht allzu krass zum Besten geben.Ich sehe,sendungsbewusst wie ich
nun mal bin:),meine Kommentare hier ganz gerne veröffentlicht.Und als Hobbykriminalistin bin ich geneigt,mich zur Aufklärung des Falls in den Täter und was seine Motive betrifft,hineinzuversetzen.Was meine Erfahrungen abgelehnter Kommentare betrifft lieber Herr Dr.Sukstorf,machte ich diese leider zu oft,in denen
ich "vehement"auf die Opfer,die Angehörigen,deren Betreuung und nachfolgende Behandlung durch Staat und Justiz verwies.Daher verwende ich auch
manche Namen von Behörden und Institutionen nicht mehr.Man wird vorsichtig,leider! Doch wir verstehen uns,oder? Liebe Grüße!

Ich betrachte mich als "OPFER". Opfer der Zuwanderung; mich hat niemand gefragt, ob ich Millionen Türken hier haben will, (mich bereichern Dönerläden nicht, türkische Gemüsehändler, türkische Spielcasinos oder Autoverleihgeschäfte auch nicht und mir ist es egal, ob 1./2./3. Generation hier leben; dazu hätte man uns als Souverän zunächst damals fragen müssen, ob wir das wollen) Opfer der Integrationspolitik, der Asylpolitik, der ungehemmten Flüchtlingsaufnahme, Opfer der political correctness, des Genderwahnsinns, der Grünenpolitik, der 68ziger!! Was Fr. Merkel mit Männern meiner Generation macht(die vor 50 Jahren oder länger als Soldaten unserem Volk und Land dienten) ist schlichtweg Raub der Identität, Verkehrung der Werte, für die wir damals und heute standen...und Das erachte nicht nur ich als ehrabschneidend und ruchlos und höchstgradig unpatriotisch...nur noch verräterisch! Man muss sich als Dissident im eigenen Land fühlen!

Hans Herzberger | Di, 25. Juli 2017 - 12:44

Es gehört schon eine ganze Menge Dummheit oder Verblendung dazu, solchen verbrecherischen Aufrufen zu folgen. Mein Mitleid für solche Frauen oder Männer hält sich in Grenzen. Zudem bin ich nicht dafür solche Personen nach Deutschland zurück zu holen. Wer sich freiwillig solchen Mördern anschließend (und das wissentlich) sollte auch im Irak verbleiben und dort verurteilt werden.

Nicolas Wolf | Di, 25. Juli 2017 - 13:07

Warum kommt es soweit, wegen ein paar smilies, ernsthaft?!?

Also wenn das die Antwort ist, dann wird sich auch am Problem nichts ändern, das hat nämlich nichts mit smilies zu tun.

Warum stagnieren die Zahlen der Linksextremen, warum gehen die der Rechtsextremen zurück und warum haben wir gleichzeitig mehr und mehr Islamisten in Deutschland? Wegen der smilies?

Ich biete mal nen anderen Erklärungsansatz: Rechtsextreme haben in Deutschland ein Akzeptanzproblem, daher auch ein Rekrutierungsproblem. Linke haben zwar mehr Akzeptanz, aber ihr Potential ist ausgeschöpft. Moslems haben, zumindest bei Eliten und Medien, kein Akzeptanzproblem und ihr Potential ist auch nicht ausgeschöpft.

Da man momentan nicht bereit ist, die Probleme des Islam auf den Tisch zu bringen, bleibt dann auch nichts weiter übrig, als Semikolon, Minus und Klammer die Schuld zuzuschieben...

Kostas Aslanidis | Di, 25. Juli 2017 - 14:28

verhöhnt, die Täter bekommen Schutz und Zuwendung.
Die Dekadenz des selbst ernannten Wertewestens, fließt wie die Niagarafälle. Unaufhörlich in einer Richtung, nach Unten nämlich.

Rolf Pohl | Di, 25. Juli 2017 - 15:50

Demnächst, wohl nach der Sommerpause, werden Interessierte sie in div. Talkshows erleben dürfen um ihren verschwurbelten Glaubens und Handlungsstrukturen lauschen zu dürfen.

Thomas Krüger | Di, 25. Juli 2017 - 15:58

Ich denke als erstes, das Mädschen kommt mit Sicherheit aus einem zerütteten Elternhaus. Kein normal behütes Kind schliesst sich dem IS an, nicht mal aus Abenteuerlust.
Ausserdem glaube ich sogar das ein Elternteil aus der arabsichen Welt stammt woher soll das Mädchen den Bezug dazu haben noch dazu im tiefsten Osten?

Andreas Auer | Di, 25. Juli 2017 - 17:03

Wir mir ein muslimischer Lehrer mal erklärte, fordert Gott nach islamischem Glauben, nach bestem Wissen und besten Fähigkeiten, die Wahrheit zu suchen und sich dann für das Richtige zu entscheiden. Gott verzeiht Unwissenheit, aber nicht falsche Entscheidungen im Licht des eigenen Wissens.

In diesem Sinne kann man einer 15-Jährigen, die offensichtlich nicht geringe Intelligenz und geistige Wendgkeit besitzt - sonst hätte sie die Reise in den Irak nämlich nicht geschafft - durchaus ihre eigenverantwortliche Fehlentscheidung zurechnen und sie dafür haftbar machen.
Dass sie jetzt nach Hause will, mag ja süß und rührend sein, ändert aber nichts daran, dass sie sich zur Komplizin von Massenördern gemacht und dies auch vorher gewusst und gewollt hat.

Man sollte sie daher, ganz im Sinne des Islam, in einem irakischen Gefängnis verschimmeln lassen.

Frank Bauer | Di, 25. Juli 2017 - 18:29

In solchen Fällen geht mir tatsächlich das Verständnis ab. Mag ja sein, daß der IS intensiv auch in westlichen Ländern missioniert und rekrutiert. Nur, den gleichen Medien, durch welche die Rekrutierung erfolgte, hätte die "IS-Kämpferin" auch entnehmen können, um was es sich beim IS handelt, was er treibt. Die Untaten dieser Möderbanden sind seit Jahren dermaßen auf allen Medien präsent, daß man beim besten Willen hier nicht mit Unwissenheit, Unreife oder jugendlicher Abenteuerlust argumentieren kann. Ein paar Jahre in einem irakischen Gefängnis wären da eine gute Schulung. Stattdessen wird sie wahrscheinlich mit deutschen Steuergeldern herausgekauft und darf dann durch die talkshows von Will und Illner tingeln, freundlichst hofiert von den Moderatorinnen. Vielleicht noch mit Hilfe eines ghost-writers die Erfahrungen veröffentlichen - und schon wird aus einer dümmlichen Kriminellen ein kleiner Medienstar.

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