EU-Hilfe für Afghanistan - Das Land im Land verbessern

Die EU verspricht Afghanistan weiter Geld, pocht aber auf die Rückführung von Flüchtlingen. Das sei verantwortungslos, sagen Kritiker. Doch nicht überall im Land muss man um sein Leben fürchten. Für den Wiederaufbau benötigt der Staat gerade die Menschen, die das Land verlassen

Afghanische Frauen posieren für Selfies
Frauen in Kabul: Ertsmalige Teilhabe an der Gesellschaft / picture alliance

Autoreninfo

Constantin Wißmann schreibt für verschiedene Zeitungen und Magazine. Er hat in London Geschichte studiert und die Berliner Journalisten-Schule absolviert. Er arbeitet für Cicero Online. 

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Was sind schon ein paar Milliarden mehr, ist man geneigt zu sagen, wenn es um Afghanistan geht. Die USA haben seit 2001 mehr als 100 Milliarden US-Dollar in den zivilen Wiederaufbau des Landes gesteckt, aus der Bundesrepublik flossen allein immerhin mehr als 2 Milliarden Euro. Da fallen die 13,6 Milliarden Euro nicht aus dem Rahmen, mit denen die EU Afghanistan in den kommenden vier Jahren unterstützen will. Der große Aufschrei, der vor allem aus den Reihen der Politiker der Grünen und von Menschenrechts-Organisationen daraufhin zu hören war, bezog sich auch nicht auf die Summe. Es ging darum, dass die Hilfsmittel, ach du Schreck, an Bedingungen geknüpft wurden. Besonders erregte die Gemüter, dass Afghanistan Flüchtlinge, die in Europa keine Aussicht auf Asyl hätten, verstärkt zurücknehmen soll. Das sei „verantwortungslos“, sagte Barbara Lochbihler, Europaabgeordnete der Grünen. Damit nutze die Gemeinschaft die finanzielle Abhängigkeit des Staates am Hindukusch „eiskalt aus“.

Allein im Jahr 2015 sind, laut Daten der EU, 213.000 Afghanen nach Europa gekommen, 176.000 davon haben Asyl beantragt. 50 bis 60 Prozent der Anträge sind abgelehnt worden. Nach einem internen EU-Dokument aus dem Monat März hielten sich zuletzt rund 80.000 Afghanen in der EU auf, die in naher Zukunft in ihr Heimatland zurückgeschickt werden könnten.

Prekäre Sicherheitslage

Wäre das verantwortungslos und kalt? Die Sicherheitslage in Afghanistan ist unstreitig prekär. Nie zuvor seit 2001 stand ein so großer Teil des Landes unter Kontrolle der Taliban wie jetzt. Gerade in der vergangenen Woche griffen Taliban-Truppen erneut afghanische Sicherheitskräfte in der Provinzhauptstadt Kundus an. Im Süden, in der Provinz Helmand, haben Aufständische einen der wenigen verbliebenen staatlich kontrollierten Distrikte erobert.

Ist das das Resultat von 15 Jahren Entwicklungsarbeit, an der praktisch die ganze Welt beteiligt war? Vor Kurzem hat die norwegische Regierung einen von unabhängigen Experten erstellten Bericht veröffentlicht, den sogenannten Godal-Report. Er deckt schonungslos auf, dass ein Großteil der Ziele nicht erreicht wurde. Auch die Wirtschaftsdaten sehen schlecht aus. Im Human Development Index, einem Wohlstandsmesser aller Staaten der Welt, steht das Land auf Platz 171 von 187. Selbst in der Gruppe der am weitesten zurückgebliebenen Länder gehört Afghanistan zu den Ländern, wo am wenigsten Fortschritt zu erkennen ist. Nach Statistiken der Weltbank ist die wirtschaftliche Wachstumsrate in den vergangenen Jahren von ohnehin mageren 3,7 Prozent auf 2 Prozent gesunken. Der Anteil der Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, ist mit 35,8 Prozent praktisch gleich geblieben.

Gehen und zurückkehren

Man kann gut verstehen, dass man da das Land verlassen will. Das hat auch Abdul Waheed Ahmad getan. Der 26-Jährige ist aber nicht geflüchtet, er studiert mit einem Fulbright-Stipendium an der State University in New York. Und: Sobald er seinen Master in Staatenkunde abgeschlossen hat, will er unbedingt zurück. „Wir haben zum ersten Mal in der Geschichte die Chance, das Land zu einem funktionierenden Staat zu machen“, sagt Ahmad. Damit er daran besser mitarbeiten könne, erwerbe er sich die Kenntnisse im Ausland, um sie später im eigenen Land einbringen zu können.

Dass viele seiner Landsleute Afghanistan lieber ganz den Rücken kehren, darüber ist er enttäuscht. Natürlich gebe es Einige, die verfolgt werden. Die müssten beschützt werden. Aber mittlerweile ließe es sich in den meisten Teilen des Landes ganz gut leben. Aus afghanischer Perspektive hätte sich in den vergangenen Jahren sehr viel verändert. Neun Millionen Kinder, darunter auch viele Mädchen, seien in den Schulen, sagt Ahmad, der für afghanische Parlamentsabgeordnete gearbeitet hat. Es gibt eine freie Presse, als einziges Land in Südostasien, außer Indien, Frauen nehmen Teil an Politik und Gesellschaft. Und die Armee kämpft unermüdlich und geschlossen gegen die Taliban.

Flucht oft nicht aus Furcht

Daher seien für viele weniger lebenswichtige Gründe ausschlaggebend für ihre Flucht. Sie erhofften sich einen wirtschaftlichen Aufstieg und nicht zuletzt die Teilhabe an der offeneren Lebensweise in Europa. „Ganz ehrlich, Dating ist für junge Männer kompliziert in Afghanistan und Alkohol schwer zu bekommen. Dagegen wirken Deutschland oder Frankreich wie das Paradies“, sagt Ahmad. Das alles sei so verlockend, dass gerade Jugendliche ihre Ausbildung, die zum ersten Mal möglich ist im Land, abbrächen, um sich auf den Weg nach Europa zu machen. Dort hätten sie aber ohne Ausbildung keine Chance. Zudem seien sie kaum vorbereitet auf die westliche Kultur. Dass einige Europäer wiederum Schwierigkeiten hätten mit der Kultur der Flüchtlinge, kann Ahmad nachvollziehen. Dass die EU Flüchtlinge zurückführen will, findet er nicht verantwortungslos, sondern „vernünftig“.

Verheerender Brain-Drain

Ähnlich sieht es Jan Köhler. Er ist an der Freien Universität Berlin für die empirische Afghanistanforschung zuständig. Die schlechten Entwicklungsstatistiken des Landes sollte man nicht überbewerten. Es lasse sich wegen der Sicherheitslage kaum mit anderen Entwicklungsländern vergleichen. Eine Periode von linearem Frieden, wie 2001 erhofft, habe es eben kaum gegeben. Man müsse aber auch sehen, wo sich Afghanistan Ende 2001 befand. Es war auf einer „extrem niedrigen Basis“, wie auch die Weltbank feststellte. Die Nation war am Boden, Analphabeten machten bis zu 90 Prozent der Bevölkerung aus. Inzwischen gehe es der Mehrheit der Bevölkerung deutlich besser, sagt Köhler, der das deutsche und internationale Engagement in Afghanistan immer wieder untersucht hat. Viel mehr Menschen als zuvor hätten heute Zugang zu Wasser und Strom, ärztlicher Versorgung und Bildung. Wenn nun aber viele, die davon profitiert haben, das Land verließen, sei das für die weitere Entwicklung ein Problem. „Das ist ein Brain-Drain, den auch die afghanischen Politik stoppen will“, sagt Köhler.

Bezeichnend ist, dass die Vereinbarung in Afghanistan selbst nahezu überall große Zustimmung gefunden hat. „Das ist ein wirklich bedeutender Tag“, sagte Präsident Ashraf Ghani und sicherte erneut den Reformwillen seines Landes zu. Nun sei es am afghanischen Volk, die Voraussetzungen für die Einlösung der Hilfsversprechen zu schaffen. Das geht wohl am besten im Land selbst. 

Christa Wallau | Fr, 7. Oktober 2016 - 16:35

Endlich mal ein Artikel zu Afghanistan, in dem vernünftigen Argumenten Raum gegeben wird.

Wenn Frau Lochbihhler, EU-Abgeordnete von den Grünen, hier davon schwafelt, daß die Rückführung der Afghanen "eiskalt" und "verantwortungslos" sei, so kann man daran unschwer erkennen, wie weit sich diese Partei
inzwischen von jeglicher Realität entfernt hat.

Alle Begründungen für einen Aufbau des Landes
durch die eigenen Bürger, die hier aufgeführt werden, sind vernünftig und leicht nachvollziehbar. Finanzielle Hilfen sollten immer nur dann gewährt werden, wenn die
Bevölkerung, besonders die jungen Leute, zum
Aufbau ihres Staates in harter Arbeit und mit Geduld u. Fleiß bereit sind. A n d e r s ist noch nirgendwo auf der Welt eine Verbesserung der Lebensumstände gelungen.

Hallo, liebe Frau Wallau, wenn ein junger Afgh. nicht geflüchtet sondern ganz einfach mit einem Stipendium in die USA gekommen aus einem sicheren Hafen ein Statement abgibt, was zu den Aussagen der BR passt, dazu noch ein Experte aus Berlin, dann muss die Sache noch lange nicht wasserdicht sein.

Sicher ist, dass sich die Lage in Afgh. weiterhin zuspitzt, da die USA auf jeden Fall diesen Krieg (gegen wen ? Bin Laden ist tot) gewinnen will, natürlich mit den Nato-Verbündeten und auch DE.
Kabul z.B. ist die meist beminte Stadt der Welt, zudem wird Afg. mit Drohnenbombern überschwemmt. Die deutschen Soldaten werden aufgestockt und auch die USA stocken auf, weil die Taliban so stark geworden sind, d.h. es wird noch mehr geschossen und gebombt werden. Von Sicherheit kann nicht die Rede sein.

Warum die Taliban plötzlich Zulauf bekommen, ist ein anderes Thema, hat aber damit zu tun, dass Afgh. dauerhaft besetzt bleiben soll, was die Menschen jetzt merken und nicht wollen.

sowie alle anderen selbstverliebten Politiker:
wenn die Gemeinschaft aus welchen Gründen auch immer sogen. abgelehnte Flüchtlinge, Zuwanderer oder sonst. abschieben möchte -
ich weiss, Ihr seit ja dagegen -
meine Bitte: Ihr nehmt diese "Abgelehnten" doch sicherlich gerne persönlich auf ! Tut Euch keinen Zwang an - kümmert Euch bitte selbstlos um diese Menschen !
Der Dank der "einheimischen" Bevölkerung ist Euch gewiss !
Amen !

Arndt Reichstätter | Fr, 7. Oktober 2016 - 16:39

Der Brain-Drain wird solange weitergehen, bis der Großteil der Afghanen eine Kultur der friedlichen Kindeserziehung, der Meinungsfreiheit und des freien Marktes lebt.

Damit haben auch wir noch erhebliche Probleme. Dementsprechend kann man sich ausrechnen, wieviel Jahrzehnte oder Jahrhunderte noch vergehen werden.

Ich kann nur für mich, und nicht für die Afghanen sprechen, aber ich hätte mich besser gefühlt, wäre ich nicht vom Staat gezwungen worden, erst für den sinnlosen Afghanistankrieg und jetzt noch Entwicklungshilfe zahlen zu müssen, die - wie jeder weiß - nur ein Transfer von armen Menschen aus reichen Ländern an reiche Menschen aus armen Ländern ist.

Ich habe nichts dagegen, dass die Afghanen weiterhin so viel Opium verkaufen. Aber sie sollten es wenigstens unter einem Goldstandard machen und ihre Zentralbank zur Hölle jagen. Womit wir wieder beim militärisch-industriellen Komplex sind. Und beim Krieg.

Karola Schramm | Sa, 8. Oktober 2016 - 23:40

In reply to by Arndt Reichstätter

Richtig Herr Reichstätter. Die Afgh. verkaufen seit der Westen dort die Taliban verjagen will, mehr Kannabis als Marokko (40 kg/Hektar), weil das lukrativer ist 145/Hektar. Der Anbau von Schlafmohn ist ebenfalls ein tolles Geschäft und verdrängt den Getreideanbau, mit dem Ergebnis, dass die Bevölkerung zwar nicht verhungert, aber auch in Mülltonnen oder sonstwie nach Nahrung suchen muss.

Die Afgh. können die ihre Zentralbank nicht zur Hölle jagen, weil der IWF,die Weltbank und die EU schon das Sagen haben.
Sie wissen doch, wer bezahlt, bestimmt die Musik. Und der Westen pumpt aus diesem Grund viel, viel Geld in dieses Land. Natürlich nicht vergessen: In Afgh. befinden sich internationale Firmen, die dort auch Geld machen wollen und natürlich - nur indirekt - von unseren Soldaten geschützt werden, da diese ihnen die Taliban vom Hals halten....

Geyer, Beate | So, 9. Oktober 2016 - 14:47

In reply to by Arndt Reichstätter

Wie viele europäische Statten haben sich in Afghanistan schon zu etablieren gesucht, ganz gleich aus welchen Gründen. Aber nach 9/11 und der Pleite des
Geheimdienstes der USA hat sich die BRD in diese Reihe als "Freund der USA" mit eingereiht und kämpft dort seit vielen Jahren sinnlos, auch wenn immer wieder auf die soziale Hilfe unsererseits hingewiesen wird. Für Amerika wird Afghanistan bestimmt ähnlich wie vor Jahren Vietnam enden und dann? Wieviele Gelder sind bereits für dieses Land gezahlt worden, unabhängig von den militärischen Kosten
der BRD. Unsere Politiker -und vor allem die GRÜNEN- sollten die Literatur des
lesen. Das würde eine reale Einschätzung des Landes und der Verstrickung, in der es sich befindet, besser erklären, als alle Nachrichtensendungen.

Herbert Trundelberg | Fr, 7. Oktober 2016 - 16:50

Ist das das Resultat von 15 Jahren Entwicklungsarbeit!!!! 3,7 Prozent auf 2 Prozent ???? Junge Junge man glaubt es kaum. Das waren 15 Jahre Krieg spielen und die Wachstumsprozente sind auf die gekauften Warlords und Übersetzer zurück zu führen bei 130 Milliarden / 15 Jahre

Ellahe Engel-Yamini | Sa, 8. Oktober 2016 - 09:15

In reply to by Herbert Trundelberg

Ea wird sich leider nicht viel ändern, lediglich die Geldelite wird sich bereichern und den Geldregen zu schätzen wissen. Wenn man wirklich Entwicklung gewollt hätte, dazu hat man genügend Zeit und Geld gehabt. Afghanistan ist ein Aufmarschland, erst der Russen, dann der Amerikaner und ihrer Allierten. Man hat angeblich Bin Laden dort gesucht. kein Wort der Entschuldigung, dass man jahrelang "umsonst" bombadiert hat. Bin nicht optimistisch, Afghanistan, ein rückständiges, unterentwickeltes, armes Land, jetzt auch noch traumatisiert und islamisiert. Wir verkaufen Waffen, und wir kaufen Rauschgift ab. Wir sind auch ein Teil des Problems. Right?

Kat Teker | Fr, 7. Oktober 2016 - 17:39

2001 begann die von den USA geführte Invasion - Verzeihung, ich meine natürlich die Intervention in Afghanistan und das nennen Sie, Herr Wißmann, den Beginn internationaler Entwicklungsarbeit?

Auch der lapidare Satz zur angeblichen gesellschaftlichen und politischen Teilhabe von Frauen in Afghanistan ist in Anbetracht des grausamen Alltags von Millionen afghanischer Frauen wirklich blanker Hohn!

(Das beides ändert nichts daran, dass auch meiner Meinung nach Asylsuchende, die laut unserem Gesetz kein Recht auf Asyl haben, abgeschoben werden sollten, aber diese Punkte wollte ich trotzdem nicht unkommentiert stehen lassen.)

Nicolas Wolf | Fr, 7. Oktober 2016 - 23:14

Warum helfen wir überhaupt Afghanistan? Die ganze Hilfe hat es doch anscheinend nur schlimmer gemacht, wenn die jetzt alle zu uns fliehen. Bin Laden ist tot und eigentlich hätte man in diesem Falle sowieso besser Pakistan kurz und klein geschossen. Für uns gibt's da nix mehr. Ansonsten sind die Afghanen mit 5 Kindern pro Frau fleißig dabei ihren Bürgerkrieg am laufen zu halten. Das ist Ihre Entscheidung und daher sollen sie bitte auch selber damit klarkommen. Asylgründe in Deutschland gibt es keine, wer im Heimatdorf bedroht wird, kann in andere Regionen ausweichen oder es wahlweise beim schiitischen Nachbarn Iran oder dem sunnitischen Pakistan probieren, da ist für jeden was dabei, die mischen ja auch in Afghanistan mit. Von daher denen Geld zu geben, dass sie Ihre Leute zurücknehmen, scheint mir doch sehr vernünftig zu sein, wenn man sie sonst nicht loskriegt, ob das Land dadurch besser wird, bezweifle ich aber...

ingid dietz | Sa, 8. Oktober 2016 - 02:21

Nach fünfzehn Jahre überflüssigem Krieg -
und wieviel Milliarden Euro/Doller/etc. an Aufbauhilfe ?
Ein Faß ohne Boden!
Die sogen. politische Elite hat ja mittlerweile gelernt, die übrige Welt abzuzocken !
Funktioniert doch !

Larissa Tscherkow | Sa, 8. Oktober 2016 - 03:35

Sind Menschen in Afghanistan sicher? In Mali? In Nigeria? Im Kongo? In Somalia? Im Sudan?

Wie entscheiden Obdachlosenheime wie viele Obdachlose sie aufnehmen können? Fragen sie wie viele Obdachlose es gibt? Oder fragen sie wie viele Betten es gibt?

Und würden sie Menschen aufnehmen, die auch anderswo unterkommen könnten, aber wegen dem Frühstücksbuffet bei ihnen schlafen wollen?

Nur bei Syrern ist einzusehen, dass Europa sie aufnimmt. Die Nachbarländer sind am Limit und es ist nahe. Aber niemand muss von Afghanistan nach Europa reisen, um sicher vor Krieg zu sein!

Das ist auch sonst so. Es gibt fast immer Staaten in denen Flüchtlinge sicher wären, die näher an den Krisenregionen liegen als Europa.

Auch wenn die Fluchtgründe ursprünglich Krieg oder Verfolgung waren, das Ziel Europa wird fast immer nur aus ökonomischen Motiven gewählt!

In Deutschland leben nun 1.7 Millionen Flüchtlinge. Familie folgt noch. Wir haben keine Betten mehr!

Günter Schaumburg | Sa, 8. Oktober 2016 - 14:57

Wer Genaueres über die Zustände in Afghanistan
wissen möcht, der lese bei den 'Nachdenkseiten' den
Beitrag "Von Krieg, Kapitalismus und Ungleichheit"
von Emran Feroz. Jedes Land ist gesegnet, welches
Demokratie a la USA geschenkt bekommt.

Siegfried Stein | Sa, 8. Oktober 2016 - 17:27

War doch alles gut, so lange die Soviet-Union ihrer Afghanistan-Liebe frönten.
Doch dann kamen Jimmy Carter und der Brzezinsky-Clan.

Wie sang Hildegard Knef nochmal?

"Von nun an ging's bergab..."

ingid dietz | Sa, 8. Oktober 2016 - 23:46

Um einen Land so ein bisschen unseren westlichen Begriff von Demokratie aufzuzwingen ? Ein Witz, wenn nicht so viel Blut geflosswen wäre, es so viele Tote gegeben hätte. Ganz zu schweigen von den xxx-Milliarden EURO/Dollar , die dieser Krieg gekostet hat und noch zukünftig kosten wird.
Eines muss man der polit. Führung in Afghanistan ja lassen, "jammern" auf hohem Niveau haben sie in der Zwischenzeit gelernt, um aus de westlichen Welt immer wieder mit XX Milliarden EURO/Dollar weiterhin ihr korruptes, verfilztes Leben wie bisher zu führen.
Jammern lohnt eben doch !

Karola Schramm | So, 9. Oktober 2016 - 00:27

klingt super. Geht aber nicht.
2008:Brit.Botschafter:Die Sicherheitslage ist schlecht(...)Die ausländischen Truppen sichern das Überleben eines Regimes ab, das ohne sie kollabieren würde.
Warum tun sie es trotzdem ? Weil Afgh.komplett auf wirtschafts-neoliberales Nationen-Building umgestellt werden soll. Das bedeutet:Verschleuderung von Staatseigentum durch umfassende Privatisierung,z.B.Minen, Öffnung für ausl.Investitionen und Handelsgüter, Steuerbefreiungen und Gewinntransvers. Das ist völkerrechtswidrig und führt zu noch mehr Verarmung i.d. Bevölkerung.
In Afgh. agieren auch deutsche Unternehmen, viele arbeiten mit Subunternehmen und kommen so aus der Verantwortung. Die Regierung Afgh. ist Handlanger der USA/westl.Politik und sieht zu, wie das Land und die Leute ausgebeutet werden. Viele Afgh. laufen jetzt zu den Freiheitskämpfern über. Es wird nicht friedlicher dort. Der Westen will militärisch gewinnen und Afgh. unterwerfen. Niemals hat das Land den USA den Krieg erklärt.

Wilfried Schuler | So, 9. Oktober 2016 - 09:19

Alle Kommentatoren in den Zeitungen führen den Leser in die Irre. Sie vergleichen den Zustand von 1991 mit heute. Das ist eine durch verschweigen begangene große Lüge. Man sollte die Zustände von 1975 als Basis nehmen. Das war die Zeit in der die CIA ihre Wühlarbeit begann. Die Opiumente war nicht 8000 to/a sondern 500 to/a und Heroin unbekannt . Wenn all die großzügigen und selbstlosen Helfer es schaffen würden, alleine dieses Niveau wieder zu erreichen, würden sie sich gegenseitig mit Auszeichnungen behängen. Hätte man auf diesem Niveau eines armen aber friedlichen Landes aufbauen wollen, wer hätte den "Freien Westen" daran gehindert? Aber nein das Land und seine Bürger wurde als Werkzeug gegen Andere und als Truppenübungsplatz benutzt. Mittlerweile auch als Bühne. Jeder Berliner Abgeordnete der etwas auf sich hält muss dort gewesen sein.

Wer mag lese Robert Gates "From the shadows"

Walter Wust | Di, 11. Oktober 2016 - 17:28

Das Land erlebt seit Jahren eine unbeschreibliche Verrohung seiner Bevölkerung. Die Taliban, einst von den USA aufgebaut und unterstützt um die Russen zu vertreiben kennen nicht nur die Clanstrukturen der Warlords und ihre Schwächen, sie nutzen auch den Hass gegen die US-Besatzer erfolgreich für ihre Interessen brutal aus. Es gibt in der afghanischen Bevölkerung so gut wie Niemanden, der sich offen gegen die Taliban stellt.
Was sich in westlichen Medien immer gut vermarkten lässt, wie Mädchen im Schulunterricht oder Brunnen- und Strassenbau im Hinterland, es spielt im tatsächlichen öffentlichen Leben nur eine untergeordnete Rolle und ist oftmals für die Betroffenen viel zu gefährlich, als daß man sich dazu outen würde.

Yvonne Walden | Fr, 14. Oktober 2016 - 16:33

Was auswärtige Betrachter der Situation in Afghanistan immer noch sehr verwundert ist die Tatsache, daß dort Warlords vielerorts das Sagen haben.
Der Mohn-Anbau floriert und die damit erwirtschafteten Gelder fließen offenbar den Talban zu.
Warum haben ausländischen Invasoren, allen voran die USA, nichts dagegen unternommen?
Und auch die Bundeswehr, hinter der ja die deutsche Bundesregierung steht, hat vor diesem Problem die Augen verschlossen.
Wie soll sich dort etwas ändern, wenn sich die politischen Machtverhältnisse nicht verändern?

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